Der alpine Skilauf und seine Auswirkungen auf die beanspruchte Natur


Hausarbeit, 2011

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

InhaltsVerzeichnis

1 Einleitung

2 Die Popularität des Skisports und seine gravierende Eingriffe in die Berglandschaft

3 Die Umweltverträglichkeit des Skisports, daraus resultierende mögliche Probleme und Folgen
3.1 Lösungsvorschläge zur Verbesserung des Beziehungsgeflechts zwischen Skisport und Umwelt
3.1.1 Der Skisport und die Wichtigkeit seiner Erhaltung und Förderung

4 Fazit über die Beziehung des Skisports und seiner in Kontakt stehenden Umwelt

5 Literarturverzeichnis

1 Einleitung

Der alpine Skisport, der sich in dem letzten Jahrzehnt zum Volkssport entwickelt hat, steht neben anderen Natursportarten wie z.B. dem Surfen oder dem Mountain-Biking in großer Kritik wegen der Umweltschäden, die dadurch entstehen. Natürlich stellt sich die Frage, wieso das Hinunterfahren eines schneebedeckten Berges auf Skiern die Umwelt belasten soll? Anscheinend bringt der Skisport viele Faktoren mit sich, die sich negativ auf die Umweltfaktoren auswirken. Durch die steigende Zahl an Skifahrern ist es zu großen Veränderungen in den Berglandschaften gekommen. Der massenhafte Ausbau von Straßen, Parkplätzen, Hotels als auch die Errichtung neuer Liftanlagen ohne Berücksichtigung ökologischer Faktoren bringt den Naturhaushalt in den Gebirgen aus dem Gleichgewicht.

Zu Beginn möchte ich darauf eingehen, weshalb ich mich entschieden habe, dieses Thema zu behandeln. Seit meinem dritten Lebensjahr fahre ich Ski und habe mit meinem achtzehnten Lebensjahr eine Skilehrerausbildung abgeschlossen. Durch mein langjähriges Skifahren bin ich immer wieder mit Konfliktsituationen zwischen Mensch und Natur in Kontakt gekommen. Dadurch wurde mein Interesse an diesem Thema geweckt, was auch der Grund dafür ist, weshalb ich beschlossen habe, mich mit der Beziehung zwischen Skisport und Natur zu beschäftigen. Ganz bewusst habe ich mein Thema auf den Skisport eingegrenzt, da die Auseinandersetzung mit weiteren Schneesportarten den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Die hier vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Problematik des alpinen Skisports und seinen Auswirkungen auf die Umwelt. Zu Beginn wird, basierend auf geschichtlichen Ereignissen, eine kurze Einführung gegeben, wann es zum ersten Mal schwerwiegende Eingriffe in die Natur, in diesem Fall sind die Berglandschaften gemeint, gegeben hat und welche Folgen und Probleme sich dadurch für den heutigen Skisport aufzeigen.

Im weitern Verlauf der Arbeit wird auf die Entwicklung des Skisports und seiner Popularität eingegangen. Ein wichtiger Kernpunkt der Hausarbeit ist die Frage nach der Umweltverträglichkeit des Skisports. Dabei werden mögliche Probleme und Folgen in der Natur aufgezeigt und diskutiert, die durch den Skisport entstehen können. Aspekte wie Umweltverschmutzung, Schädigung der Pflanzen und Tierwelt spielen in diesem Abschnitt der Arbeit eine tragende Rolle.

Im nächsten Abschnitt geht es um mögliche Lösungsvorschläge und Verbesserungsmöglichkeiten wie man die Beziehung zwischen Skisport und Umwelt harmonisieren könnte. Auch auf die Wichtigkeit der Erhaltung und Förderung des Skisports wird eingegangen. Der finanzielle Aspekt des Skisports und seine Bedeutung für Unternehmen und Einwohner in Skigebieten wird ebenfalls berücksichtig und diskutiert. Abschließend werde ich mich kritisch zu der Problematik Skisport und Umwelt und deren Wirkungsgefüge äußern und die Hausarbeit mit einem für mich schlüssigen Ergebnis abschließen.

2 Die Popularität des Skisports und seine gravierende Eingriffe in die Berglandschaft

Die Menschen griffen erstmals in der Wende zum 18. Jahrhundert maßgeblich in die Berglandschaften und deren Gebirgswälder ein. Ihr Ziel war es, die im Berg verborgenen Güter wie Erz, Salz und Holz zu gewinnen. Durch die hohe Reduktion des Waldbestandes in den Gebirgen, kam es zu einem starken Ungleichgewicht in die Natur der Gebirge. Die Hänge wurden aufgrund des zu stark reduzierten Waldes und der dadurch mangelnden Wurzeln ihrer Schutzfunktion beraubt. Der Boden wurde z.B. wegen der fehlenden Wurzeln nicht mehr stabilisiert und zusammengehalten, somit stieg die Gefahr vor Erdrutschen und Lawinen an (Lauterwasser, 2007, S. 258).

Die heutige Popularität des Skisports erleichtert nicht die Erholung der Natur von den damaligen und bis heute noch nicht kompensierten Eingriffen. Entscheidend dabei ist die heutzutage hohe Lebenserwartung, wodurch sich eine hohe Bandbreite von Skifahrern von Kindes- bis ins hohe Rentenalter entwickelt hat, was natürlich zur Entwicklung vom Skisport zum Massensport beigetragen hat.

Die geringeren Arbeitszeiten in den Berufen, sowie der steigende Anspruch an mehr Urlaub und Geld, unterstützen den Drang des Menschen nach einem Freizeitsport wie es der Skisport nun einmal ist. Einer der Hauptgründe für die Popularität des Skisports ist „der Schritt von fast pausenlosem Arbeitsleben zur heutigen Freizeitgesellschaft (...)“ (Lauterwasser, 2007, S. 259). Die Menschen sehen in dem Skisport einen Ausbruch aus dem Alltag und die Erholung von den Strapazen im Berufsleben.

Durch den stetig wachsenden Trend zum Skisport kommt es zu einer großen Zahl an Skifahrern. Jedes Jahr treibt es bis zu ca.100 Millionen Menschen in die Alpen (Feldhaus, 2006, S. 57). Folglich kommt es zum Ausbau von Skigebieten, der großen Andrang erfordert eine ständige Erweiterung und Neuschaffung von Pisten, Lifte mit höheren Kapazitäten werden gebaut und neue Pistenraupen zur schnelleren Pistenpflege eingesetzt. Diese eingeleiteten Maßnahmen, die durch die steigende Zahl des Skitourismus durchgeführt werden, wirken sich zunehmend auf die sowieso schon in der Vergangenheit stark in Mitleidenschaft gezogene Natur negativ aus.

Mit folgendem Zitat möchte ich die Grundproblematik deutlich machen: „Seit der Mensch hinauszog, sich zu mehren, veränderte er die Welt“ (Lauterwasser. 2007, S. 259). Anhand dieses Zitats wird klar, woran es gilt zu arbeiten. Natürlich kann man den Menschen nicht verbieten aus ihrer gewohnten Umgebung zu fliehen und dem Alltag zu entweichen, in die Natur einzudringen und Sport zu treiben. Auch ist es unvermeidbar, dass der Mensch dadurch die Natur verändert. So ist es wichtig, dass der Mensch in Maßen in Kontakt mit der Natur tritt, um ein Gefühl für ihre Wichtigkeit und Erhaltung entwickeln zu können. Allerdings ist es von größter Bedeutung für den Skisport und die Umwelt, Strategien zu entwickeln, wie man die hohe Popularität des Skisports mit der Natur vereinbaren kann, sodass die Natur nicht noch in höherem Maße geschädigt wird. Auf mögliche Lösungsansätze werde ich im weiteren Verlauf dieser Arbeit eingehen.

3 Die Umweltverträglichkeit des Skisports, daraus resultierende mögliche Probleme und Folgen

„Beim Skisport würden zu viele Menschen auf zu engem Raum in empfindlichen Gebieten mit zuviel technischer Hilfe und immensem Aufwand an Infrastruktur ihre Selbstbestätigung suchen“ (Lauterwasser, 2007, S. 260). Dieses Zitat verinnerlicht die gesamte Problematik dieser Hausarbeit.

Der Skisport gehört zu den Natursportarten, die einen immensen Flächenbedarf in der Landschaft beanspruchen, was große Probleme mit sich bringt. Es kommt zu großen Flächenveränderungen in der Natur. Grund dafür sind die vielen Menschenmassen, die auf die Berge transportiert und in den Skigebieten untergebracht werden müssen. Vor allem der Bau von neuen Liftanlagen aufgrund des hohen Andrangs, der die Erweiterung von neuen Skipisten mit sich bringt, sorgt für eine starke Veränderung im Haushalt der Natur. „Es ist unbestritten, dass darunter gewachsene Bodenstrukturen leiden und dass es zu Bodenverdichtungen, Schäden der Vegetationsdecke und erhöhtem Wasserabfluss kommen kann“ (Lauterwasser, 2007, S. 260).

Aber auch der Ausbau von Restaurants, Straßen, Hotels und Parkplätzen, die vor Ort in die Berglandschaften gebaut werden, sind nur ein Bruchteil des Infrastrukturnetzes, die der Skisport beinhaltet. Diese Massenbauten sind mitverantwortlich, für die Eingriffe in die vorher unberührte Natur. Eine weitere Problematik, die sich heraus kristallisiert, ist die Anreise zu den Skigebieten. Mehr als zwei Drittel aller Skiurlaube werden mit dem Auto bestritten, wobei sich der Straßenverkehr vorrangig auf die Straßenverbindungen konzentriert, die direkt zu den Skigebieten führen.

„Flächenverbrauch, Versiegelungen, Abgase und Lärm sind die Folgen“ (Lauterwasser, 2007, S. 266). Gegenüber den Jahren 2009/2010 sind die Co2 – Emissionen im Jahr 2012 auf 84,6 Millionen Tonnen angestiegen, dies stellt eine Steigerung von 4,9 Millionen Tonnen dar. Dabei ist der Co2 – Ausstoß der Kraftfahrzeuge in den Skigebieten mit 22,5 Millionen Tonnen, der zweitgrößte Verursacher an Treibhausgasen (Berlakovich, 2012).Aber auch die Umweltverschmutzung auf der Piste selbst ist hier von Bedeutung. Das Hinterlassen von Zigarettenresten oder Lebensmittelabfällen ist nur ein weiterer Punkt in der Umweltproblematik. Erst im Sommer wird das Ausmaß der rücksichtslosen Müllentsorgung in den Skigebieten sichtbar. Insgesamt ist das Verhalten der Skitouristen zu hinterfragen. Beispielsweise bringt das Fahren abseits der ausgeschilderten Pisten große Probleme mit sich. Tiere, die aufgrund des Skisports sowieso schon aus ihren bevorzugten Lebensbereichen verdrängt worden sind, werden nun noch weiter in ihrem Lebensraum eingeschränkt. Vor allem für Tiere, die Winterschlaf halten, ist die Gefahr, die von Skifahrern ausgelöst wird, die abseits der Piste fahren, nicht zu unterschätzen. Sie werden aus dem Schlaf gerissen und ihre Flucht vor den eindringenden Skifahrern, kostet sie einen hohen Energiebedarf (Lauterwasser, 2007, S. 263). In den Gebieten, wohin die Tiere ausweichen, sind ihre optimalen Lebensbedingungen in Bezug auf Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten noch stärker eingeschränkt, wodurch die Krankheitsanfälligkeit der Tiere zunimmt. Folgen sind eine ansteigende Sterberate und eine sinkende Fortpflanzungsrate.

Doch nicht nur die Tierwelt leidet unter dem Fehlverhalten mancher Skifahrer, auch die Pflanzenwelt wird durch das Skifahren und vor allem durch das Fahren in nicht zulässigen Gebieten negativ beansprucht. Besonders der Wald, explizit die jüngeren Bäume, nehmen durch Skifahrer Schaden. Durch die spitzen Kanten der Ski werden kleinere Zweige und Äste abgetrennt, Jungpflanzen platt gefahren.

Aber nicht nur abseits der Piste kommt es zu dem Konflikt zwischen Mensch und Vegetation. Resultierend aus der Entwicklung des Skisports zum Massensport sind viele Pisten überbelastet. Die Gräser, die unter der Piste verborgen liegen, werden zu stark abgenutzt, ihre Wurzeln beschädigt, was eine große Erosionsgefahr zur Folge hat. Den entsprechend „bloßgelegten Boden wieder zu begrünen“(Lauterwasser, 2007, S. 263), stellt im Sommer für die Rekultivierung eine nicht unbedeutende Schwierigkeit dar.

Auch für die Landwirtschaft offenbaren sich erhebliche Folgen. Durch den alpinen Skisport kommt es nach Pröbstl (1993) zu Flurschäden und Schädigungen der Grasnarbe, was eine gute Bewirtschaftung der Landschaften nach der jährlichen Skisaison erschwert. Insbesondere Pflanzen, die für das Vieh der Landwirte Futter relevant sind, leiden unter den Strapazen im Winter (Pröbstl, 1991, S.30).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Spektrum an Problemen und Folgen, die der Skisport mit sich bringt, so groß ist, dass viele Lösungsansätze gefunden und eingeleitet werden müssen, um die Natur wieder ins Gleichgewicht bringen zu können. Dennoch sollten sie aber auch die Möglichkeit bieten, den Skisport mit ihr zu vereinbaren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der alpine Skilauf und seine Auswirkungen auf die beanspruchte Natur
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern  (Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in das Studium der Sportwissenschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V286404
ISBN (eBook)
9783656866640
ISBN (Buch)
9783656866657
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schneesport und Umwelt, Umweltschädigung
Arbeit zitieren
Philipp Willenbacher (Autor), 2011, Der alpine Skilauf und seine Auswirkungen auf die beanspruchte Natur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286404

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