Komparative Analyse der Friedenskonzeptionen und -konzepte in der UN-Charta und Immanuel Kants "Zum ewigen Frieden"


Bachelorarbeit, 2013
52 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 2

2. Pluralität der Friedenskonzeptionen ... 4

3. Komparative Betrachtung ... 7
3.1 Die Friedenskonzeption ... 7
3.1.1 Immanuel Kants „Zum ewigen Frieden“ ... 7
3.1.2 Die Charta der Vereinten Nationen ... 11
3.1.2.1 Die Präambel ... 11
3.1.2.2 Die verbindlichen Artikel ... 12
3.1.2.3 Begriffsanalyse: Materialer oder formaler Friedensbegriff? ... 14
3.1.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede ... 16
3.2. Das Friedenskonzept ... 18
3.2.1 Immanuel Kants „Zum ewigen Frieden“ ... 19
3.2.1.1 Die Präliminarartikel ... 19
3.2.1.2 Die Definitivartikel ... 21
3.2.2 Die Charta der Vereinten Nationen ... 26
3.2.2.1 Regelung bezüglich Friedensschlüssen ... 28
3.2.2.2 Souveränität der Staaten ... 29
3.2.2.3 Status von Berufsarmeen und Rüstungsausgaben ... 29
3.2.2.4 Jus in bello ... 30
3.2.2.5 Legitime Staatsmodelle in der OVN ... 32
3.2.2.6 Von der (Un-)gleichheit der Staaten ... 32
3.2.2.7 Menschenrechte als Weltbürgerrecht? ... 34
3.2.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede ... 35

4. Schluss ... 41

I.a Literaturverzeichnis ... VII
I.b Internetquellen ... IX

II. Endnoten ... X

1. Einleitung

Anlässlich des Sieges der französischen Revolutionsarmee über die, sich aus Preußen und Österreichern zusammensetzende, Invasionsarmee erklärte Johann Wolfgang von Goethe am 20.September 1792 den Beginn eines neuen Zeitalters für angebrochen: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“i In dieser geschichtsträchtigen Zeit lebte auch der deutsche Philosoph Immanuel Kant. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass obwohl er dazu nie explizit Stellung bezogen habe, der entscheidende Impuls für die schriftliche Verwirklichung seines erfolgreichsten Werkes1, ii „Zum ewigen Frieden“ von dem nur durch wenige Jahre von der Kanonade von Valmy getrennten Baseler Frieden im April des Jahres 1795 ausgegangen sei.iii Entsprechend sei auch er von der außergewöhnlichen Bedeutung des Ereignisses im revolutionären Frankreich überzeugt gewesen und habe, der eigenen Aussage nach beinahe enthusiastisch, Anteil an diesem Hoffnungsschimmer für friedensuchende Beobachter seiner Zeit genommen.iv Kants Bestreben war es, eben einer solchen neuen Epoche, wie der ihm unbekannte Goethe sie am Horizont zu erkennen glaubte, zur Verwirklichung zu verhelfen und sie aktiv zu einem Zeitalter des universalen Friedens mitzugestalten. Dieses Ziel verfolgte er durch die Definition unterschiedlich gewichteter Voraussetzungen und Bedingungen für einen ewigen Frieden, der sich von dem üblichen „Frieden“ vor allem dadurch abhebt, dass es sich nicht nur um eine zeitlich mehr oder weniger stark limitierte Waffenruhe, sondern eine neue Weltordnung handelt, in welcher der Krieg endgültig durch einen 'ewigen Frieden' abgelöst werden sollte; eine Welt, „in der Kriege kein Mittel zum Austragen von Konflikten mehr sind“.v Dieser ambitionierte und in gewisser Hinsicht kompromisslose2 Versuch hat Kant vielfach den Vorwurf erdulden lassen müssen, er habe sich von utopischen Wunschvorstellungen von einer rationalen Betrachtung der grundlegenden politischen Mechanismen und Notwendigkeiten in die Gefilde nicht umsetzbarer Idealismen verführen lassen.vi

Jedenfalls stehen wir heutzutage, über 200 Jahre nach Kants epochemachender Friedensschrift, vor einer weltpolitischen Situation vielfältiger politischer Konflikte kriegerischer Art. Überdies sind zahlreiche Staaten ausgestattet mit einem, historisch seinesgleichen vergeblich suchenden, Vernichtungspotential. Die Entwicklung und der zweimalige praktische Einsatz der Atombombe haben dem Menschen gleichermaßen verhängnisvolle Macht und eine Verantwortung auferlegt, die auch schon einen kleinen Fehler im Umgang mit dieser Kraft gnadenlos mit einem atomaren Weltkrieg vergüten könnte – dem Damoklesschwert unserer Zeit; der zu einem Friedhofsfrieden führende Ausrottungskrieg, vor dem Kant in seiner Schrift bereits warnte, ist aufgrund moderner Technologie zu einer realistischen, globalen und ständigen Gefahr geworden. So hat sich nach zwei Weltkriegen und dem damit verbundenen Erlebnis des Grauens schließlich eine bis in die heutige Zeit fortbestehende, weltumspannende Organisation herausgebildet, die es sich zum Ziel gemacht hat, den Frieden und die Freundschaft auf der Welt aktiv zu fördern, kriegerische Auseinandersetzungen und – in letzter Konsequenz – einen Ausrottungskrieg abzuwenden. Es existiert die Auffassung, dass die Organisation der Vereinten Nationen 3, die sich womöglich „als eines der wirksamsten Gegenmittel gegen die Zerstörungskraft der Bombe erweisen könnte“vii die bisher erfolgreichste Annäherung an den von Kant geforderten Föderalismus freier Staaten seiviii; andererseits werden auch die massiven Unterschiede zwischen Kants Theorie und der Praxis der OVN von Vertretern dieser Auffassung nicht geleugnet.ix Zumindest eine Reformbedürftigkeit der Strukturen der OVN scheint angesichts der weltpolitischen Situation konsensfähig, wenn das vermeintlich Offensichtliche formuliert wird: Auch die OVN hat es nicht vermocht uns einem universellen Frieden nach dem Vorbild Kants erkennbar näher zu bringen. So steigen die Rüstungsausgaben sogar der Mitglieder des Sicherheitsrates 4 stetig in nur noch absurdere Höhen und geben somit Zeugnis von der generellen Kriegsbereitschaft einer Gemeinschaft, die ihrem Namen, sowie ihrer Bedeutung in der OVN und deren Zielsetzungen nach zu urteilen eigentlich genau die gegenteilige Entwicklung verwirklichen sollten.5

Es stellt sich somit die berechtigte Frage, inwiefern die OVN und ihre Satzung, die Charta der Vereinten Nationen 6, tatsächlich als Verwirklichung der kantischen Vision verstanden werden können bzw. allgemeiner formuliert, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen den Friedenskonzepten und -konzeptionen 7 des Königsberger Philosophen und der Satzung der OVN gibt. Handelt es sich bei der OVN womöglich um das Produkt einer viele jahrzehntelangen, noch nicht abgeschlossenen Entwicklung, an deren Anfang das von Kant gepflegte Keimblatt einer neuen Friedensordnung gesehen werden kann? Oder sind die Unterschiede derart groß, dass man vor allem die von Kant bereits identifizierten, aber bis heute nicht eliminierten oder praktisch berücksichtigten Kriegsursachen hervorheben muss, um die Notwendigkeiten einer Reform der OVN im Hinblick auf Kants Konzept zu konkretisieren? Im Folgenden soll diesen Fragen in mehreren Schritten nachgegangen werden. Nach einem skizzenhaften, allgemeinen Einblick in die Pluralität unterschiedlicher Friedenskonzeptionen soll sich eine zielorientierte Darstellung und Analyse relevanter Passagen der kantischen Schrift „Zum ewigen Frieden“ und der SVN anschließen, um daraufhin einen Vergleich wagen zu können. Dies soll aufgeteilt in die Aspekte der Friedenskonzeption und des Friedenskonzepts stattfinden, um Ziel und Mittel deutlich voneinander zu trennen. Darauf folgend soll ein Resümee der zentralen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sowie der Versuch einer Formulierung möglicher Reformansätze, die Untersuchung abschließen.

2. Pluralität der Friedenskonzeptionen

Kant weist darauf hin, dass der Frieden nicht dem Naturzustand entspreche, sondern vielmehr der Krieg der natürliche Zustand zwischen den Menschen sei. x Aufgrund der Fähigkeit des Menschen zu differenzierender Erkenntnis dürfte seine Geschichte entsprechend früh den Wunsch nach einem dem Krieg entgegengesetzten Zustand hervorgebracht haben – mithin im gleichen Zuge das Streben nach (vorerst nur relativ) allgemeingültigen administrativen Strukturen, und somit der freiwilligen Selbstverpflichtung in einem Gesellschaftsvertrag, bedingt haben. Diese Strukturen waren mitnichten allumfassend, sondern sind bis in die heutige Gegenwart hinein in zahlreichen, mehr oder weniger souveränen Einheiten organisiert, die Kant zufolge wiederum untereinander in einem dem Naturzustand vergleichbaren Verhältnis zueinander stehen.xi Ob dieser durch einen Gesellschaftsvertrag und verschiedenste regulative Einheiten geschaffene Zustand der größeren Sicherheit bereits dem entspricht, bzw. das ermöglicht, was man als Frieden bezeichnen kann, ist aufgrund der Pluralität von Friedenskonzeptionen nicht ohne weiteres zu bejahen oder negieren.

So lesen wir beispielsweise bei dem Juristen Sir Henry Maine folgenden Satz: „Der Krieg scheint so alt wie die Menschheit, aber der Frieden ist eine moderne Erfindung.“xii Hier klingt vielleicht der universelle und zeitlich nicht begrenzte Friedenszustand an, dem Kant mit seinem Entwurf8 zur Verwirklichung verhelfen wollte.9, xiii Dieser Frieden ist eine Utopie, die gleichsam als Fixstern am Firmament der Handlungsoptionen leuchtet und das Endziel markiert, ohne anders, als womöglich nur annäherungsweise erreichbar zu sein, wie sich Kant selbst eingestanden hat.xiv In diesem Zusammenhang erwähnenswert erscheint auch Kants Kommentar zum zweiten Definitivartikel, in welchem er schreibt, dass „an die Stelle der positiven Idee einer Weltrepublik“, deren Umsetzung nicht zu erwarten sei, „(wenn nicht alles verloren werden soll) nur das negative Surrogat eines den Krieg abwehrenden, bestehenden und sich immer ausbreitenden Bundes den Strom der rechtscheuenden, feindseligen Neigungen aufhalten [kann], doch mit beständiger Gefahr ihres Ausbruchs.“ xv

Der Frieden in seiner negativen Definition, der sich als die bloße Abwesenheit von Krieg ausgestaltet, kann allerdings kaum viel jünger sein als der Krieg selbst. Ein dieser Definition vergleichbares Konzept des Friedens finden wir im alten Griechenland, wo unter Eirene „ein zeitweises Aussetzen von Unrechttun und Racheüben, das durch einen Vertrag geregelt werden kann“xvi, verstanden wurde. Ein Frieden, den zu erreichen nur vergleichsweise geringe Schwierigkeiten verursachen dürfte und der in der Geschichte auch vielfach in Form von Friedensverträgen geschlossen wurde.

Hobbes ging derweil schon einen Schritt weiter und verlangte vom Frieden auch die Abwesenheit einer Kriegsgefahr – eine schon recht hohe Ansprüche stellende Friedensdefinition, nicht zuletzt wegen der Frage nach den hinreichenden Umständen einer Kriegsgefahr.10, xvii Michael Howard weist darauf hin, dass dies ein, im Hinblick auf Friedlichkeit, in der Praxis zwar nur selten zu überbietender Zustand sei, wir heutzutage aber dennoch höhere Ansprüche zu stellen wagen. Ein zeitgemäßer positiv formulierter Friedensbegriff „verweist […] auf eine soziale und politische Gesellschaftsordnung, die im allgemeinen für gerecht angesehen wird.“ xviii Hier spielt nicht mehr nur ein internationaler Zustand eine Rolle, sondern auch intranationale Aspekte kommen zum Tragen.

Ein hilfreiches Orientierungsmuster für die Ermittlung einer Friedenskonzeption ist also sowohl die Frage, in welcher Weise internationale und intranationale Umstände Eingang in die Friedensdefinition gefunden haben, als auch die hier anklingende Unterscheidung zwischen einer positiven und einer negativen Friedensdefinition. Die Termini formaler und materialer Friedensbegriff werden, wie von Thomas M. Menk vorgeschlagenxix, als Substitute für negativer und positiver Friedensbegriff verwendet, um Assoziationen von 'gut' und 'schlecht' zu vermeiden. Eine formale Friedensdefinition stellt Frieden anhand der Abwesenheit von Krieg fest und bedient sich somit negativer Kriterien. Einer materialen Definition zufolge müssen, abgesehen von der Abwesenheit eines Zustands, wie kriegerischer Auseinandersetzungen, zusätzliche Bedingungen gegeben sein, um von Frieden sprechen zu können. „Paradoxerweise“, schreibt Howard, „ kann der Krieg […] integraler Bestandteil dieser Ordnung [eines materialen Friedensbegriffs] sein“ xx und sei auch während nahezu aller Epochen der Vergangenheit in dieser Funktion anerkannt gewesen – ein Umstand der verdeutlicht, von welcher Bedeutung eine genaue Untersuchung der Friedenskonzeption bei einem komparativen Ansatz wie dem vorliegenden ist.

Auch, wenn die Fügung des Menschen in einen verpflichtenden Gesellschaftsvertrag also den Kriegszustand aller gegen alle aufgehoben haben mag, so wurde der Krieg Einiger gegen einige Andere womöglich erst dadurch befördert. Howard geht in dieser Angelegenheit so weit, Rousseau in der Ansicht beizupflichten, „daß die Menschen im mythischen Naturzustand eher ängstlich waren und erst kriegerisch wurden, als sie gesellschaftliche Bindungen eingingen“. xxi

Dieser vorgelagerte, allgemeine Exkurs erhebt keinen Anspruch darauf, auch nur einen nahezu vollständigen Überblick über die verschiedenen Friedens- und Kriegskonzeptionen präsentiert zu haben. Nichtsdestotrotz ist deutlich geworden, dass es eine eindeutige Definition eines Friedens- oder Kriegszustandes nicht gibt. Zuerst muss im Rahmen der nachfolgenden Untersuchung also festgestellt werden, was in den jeweiligen Konzeptionen denn überhaupt unter Frieden und Krieg zu verstehen ist. Um das zu ermöglichen, konnten die Kategorien materialer und formaler Friedensdefinitionen eingeführt werden, als auch verdeutlicht werden, dass es Unterschiede in der Gewichtung inter- und intranationaler Aspekte in einer Friedenskonzeption geben kann. Die Frage, ob Krieg schon das Misstrauen und die Unsicherheit, unterbrochen von gewaltsamen Übergriffen ist oder als Krieg erst bezeichnet werden kann, was sich tatsächlich gewaltsam zwischen verschiedenen Organisationseinheiten abspielt, soll hier jedenfalls keine Rolle spielen.

Wie wir gesehen haben ist es von zentraler Bedeutung, sich über die Auffassungen klar zu werden, die diesem ambivalenten Begriff des, entsprechend auch auf verschiedenen Wegen verfolgten, Friedens zugrunde liegen. Einerseits natürlich im Sinne des Friedenskonzepts, also des Plans zur Realisierung eines Friedenszustandes, andererseits aber auch – und dies in viel grundsätzlicherer Weise – im Sinne des zugrundeliegenden Verständnisses von Frieden, der Friedenskonzeption. Um die nachfolgende Untersuchung und komparative Betrachtung der Friedenskonzeptionen und -konzepte in Immanuel Kants Friedensschrift und der SVN zu unternehmen, ist es notwendig, dezidiert auch darauf einzugehen, wie sich diese Zielsetzung überhaupt ausgestaltet. Deswegen wird der Vergleich im Folgenden in zwei Schritten stattfinden. Zuerst soll das jeweils verfolgte Ziel, die Friedenskonzeption in Immanuel Kants „Zum ewigen Frieden“ und der SVN festgestellt und verglichen werden und im Anschluss gleichermaßen das Friedenskonzept, also, wie diese Ziele jeweils verwirklicht werden sollen.


1 Am, innerhalb der Schriften Kants, unübertroffenen Reaktionsumfang gemessen. [Vgl. Klenner (1996, S.16)].

2 Kant spricht sich deutlich gegen ein Recht zum Krieg aus. [Vgl. Kant (2008, S.19f.)]

3 Im Folgenden als OVN bezeichnet.

4 Im Folgenden als SR bezeichnet.

5 Die vier Länder mit den höchsten Rüstungsausgaben sind gleichzeitig ständige Mitglieder des SR. Diese Länder sind die USA, China, Russland, Großbritannien. Dabei liegen die Rüstungsausgaben der USA im Jahre 2012 bei 682 Milliarden (!) US-Dollar. Die USA alleine übertreffen somit sogar die 10 nachfolgenden, rüstungsstärksten Länder zusammengenommen, was das Rüstungsbudget angeht. Unter diesen befindet sich auch ein weiteres ständiges Mitglied des SR, nämlich Frankreich. (Statista, siehe Internetquellen)

6 Im Folgenden als SVN (Satzung der Vereinten Nationen) bezeichnet.

7 Dieser Arbeit liegt somit eine feine, im allgemeinen Sprachgebrauch häufig vernachlässigte, Differenzierung zwischen einer Friedenskonzeption und einem Friedenskonzept zugrunde. Unter einer Konzeption soll hier die ein Konzept prägende und dessen Ziel festlegende Idee verstanden werden. Das Konzept ist dementsprechend allein der praktische Plan der Umsetzung der konzeptionellen Idee. Es wird mit der Verwendung des Begriffes Konzept explizit nicht intendiert, eine Unausgereiftheit zu implizieren. Konzept (synonym: Programm) stellt hier schlicht den Gegenbegriff zur Konzeption (synonym: Leitidee) dar.

8 Klenner weist darauf hin, dass Entwurf an dieser Stelle „nicht etwa Skizze oder […] unverbindlicher Vorschlag, sondern entsprechend seiner in der 'Kritik der reinen Vernunft' entwickelten Terminologie eine sich aus Vernunft und Geschichte ergebende 'notwendige Idee' meint.“ [Klenner, (1996, 18f.)]

9 Siehe den ersten Präliminarartikel: „>>Es soll kein Friedensschluß für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffes zu einem künftigen Kriege gemacht worden.<< Denn alsdann wäre er ja ein bloßer Wafffenstillstand, Aufschub der Feindseligkeiten, nicht Friede, der das Ende aller Hostilitäten bedeutet, und dem das Beiwort ewig anzuhängen schon ein verdächtiger Pleonasm ist.“ [Kant (2008, S.3)]

10 Als Beispiel für die generelle, also nicht in Bezug auf Hobbes' Ausführungen zu sehende, Uneindeutigkeit hinreichender Umstände für eine Kriegsgefahr soll es genügen darauf hinzuweisen, dass sich die Legitimationsargumente für Präventivschläge auch in jüngerer Vergangenheit im Nachhinein zum Beispiel im Falle Afghanistans und den dort vermuteten Massenvernichtungswaffen nicht als gerechtfertigt herausstellen ließen. Das soll heißen, dass die Erkennung einer Kriegsgefahr stets auch Raum für Interpretationen und vor allem Spekulationen lässt und der Friedenszustand (nach dieser Definition) mit der bloßen Möglichkeit der Erkenntnis einer Kriegsgefahr schon selbst gefährdet ist.

i Goethe (1962, S.117, 254, 305, 697), zitiert nach Klenner (1996. S.16).

ii Vgl. Klenner (1996, S.16).

iii Vgl. a.a.O.; Vgl. Mögle-Stadel (1996, S.137).

iv Vgl. Klenner (1996. S.16).

v Howard (2011, S.10).

vi Vgl. Höffe (11995, S.9); vgl. Bastian (1991, S.378); vgl. Malter (1984, S.69).

vii Bastian (1991, S.384).

viii Vgl. bspw. Höffe (21995, S.178f.).

ix Vgl. bspw. ebd., S.181.

x Kant (2008, S.10).

xi Vgl. ebd., S.16.

xii Zitiert nach Howard (2011, S.9).

xiii Vgl. Kant (2008, S.3).

xiv Vgl. Malter (1984, S.69).

xv Kant (2008, S.20).

xvi Früchtel (2000, S.17).

xvii Vgl. Howard (2011, S.9).

xviii Ebd., S.10.

xix Vgl. Menk (1992, S.24).

xx Howard (2011, S.10).

xxi Ebd., S.9.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Komparative Analyse der Friedenskonzeptionen und -konzepte in der UN-Charta und Immanuel Kants "Zum ewigen Frieden"
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Philosophie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
52
Katalognummer
V287158
ISBN (eBook)
9783656876175
ISBN (Buch)
9783656876182
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
komparative, analyse, friedenskonzeptionen, un-charta, immanuel, kants, frieden
Arbeit zitieren
Corvin Rabenstein (Autor), 2013, Komparative Analyse der Friedenskonzeptionen und -konzepte in der UN-Charta und Immanuel Kants "Zum ewigen Frieden", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287158

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