Ermittlung der unterschiedlichen Einstellungen von Eltern und Kinderlosen anhand einer Befragung


Hausarbeit, 2015

33 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung und Hypothesen

1. Methoden

2. Ergebnisse

3. Diskussionen der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Anlagen

Zusammenfassung

Unsere Einstellungen prägen unser Verhalten, aber auch unser Verhalten reflektiert nach Myers (2008) unsere Einstellungen. Um zu überprüfen, wie sich Einstellungen von Eltern und Menschen ohne Kinder unterscheiden, wurden 40 Personen (20 Eltern und 20 Kinderlose) zu folgenden Einstellungsmerkmalen befragt:

- Verantwortungsbewusstsein
- Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation
- Zukunftsangst
- Hygienebewusstsein

Es wurde ein Kurzfragebogen mit 20 Items erstellt und online zur Verfügung gestellt. Die Einschätzungen der Befragten zu vier Lebenseinstellungen wurden jeweils mit fünf Items auf Basis einer fünfstufigen Likert-Skala erhoben.

Nach einer Definition des Einstellungskonzepts wird gezeigt, aus welchen Komponenten Einstellungen bestehen und welche psychologischen Funktionen sie erfüllen.

In dem Methodenteil werden die Messverfahren erläutert und die möglichen Hypothesen aufgestellt. Im Teil der Ergebnisse wird eine Datenanalyse nach deskriptiver Statistik ausgewertet.

Anschließend wird im Abschlussbericht über die Ergebnisse diskutiert. Dabei werden die Ergebnisse der Forschung interpretiert und weitere mögliche Methoden gezeigt.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 - Kennwerte von Eltern

Tabelle 2 - Kennwerte von Kinderlosen

Tabelle 3 - Berechnung von Effektstärke Cohen's d

Tabelle 4 - Interkorrelation der vier Indizes „Eltern“

Tabelle 5 - Interkorrelation der vier Indizes „Kinderlose“

Tabelle 6 - Interpretation φ

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 – Das Multikomponentenmodell der Einstellung

Abbildung 2 – fünfstufige Likert Skala

Abbildung 3 - Mittelwerte auf der Likert-Skala

Abbildung 4 - Häufigkeitsverteilung von Frauen und Männern

Abbildung 5 - Häufigkeitsverteilung des Geschlechts

Abbildung 6 - Medianwert auf der Likert-Skala

Einleitung und Hypothesen

Die Psychologie gewinnt auf die moderne Welt immer mehr an Bedeutung. Die neue Erkenntnisse und das neue Wissen über das Weltall und die Fortschritte der Neurologie verändern das Denken und Handeln von Menschen. Hunt (1990 S. 206) stellte fest, dass „das Wissen zu einer veränderten Einstellung und damit zu einer Verhaltensänderung beigetragen hat“ (zitiert nach Myers, 2008, S. 15).

Die Erforschung von Einstellungen ist ein zentraler Bereich der Sozialpsychologie. Zu diesem Thema existieren seit den 50er-Jahren fundierte Erkenntnisse. Eine Vielzahl von Publikationen führten zur Entwicklung neuer Strategien und Techniken in empirischen Untersuchungen, die sich thematisch auf Probleme und Ergebnisse der Einstellungsänderungen fokussieren (Quelle: http://www.spektrum.de /lexikon /psychologie/einstellungen/3914 - Besucht am 23.01.2015).

Der Begriff „Einstellung“ wird von Myers (2008) definiert als positive, negative oder gemischte Gefühle aufgrund von Überzeugungen, die Menschen prädisponieren, in einer bestimmten Art und Weise auf Gegenstände, Menschen und Ereignisse zu reagieren. Die Bewertung von Sachverhalten, Gruppen und Menschen und anderen Arten von Objekten unserer sozialen Welt sind sehr wichtig für uns, denn die Art und Weise, wie wir unser Umfeld wahrnehmen, beeinflusst unser Verhalten. Für die Grundfrage - warum Menschen zum Beispiel verschiedene Sachen mögen oder nicht - interessieren sich die Sozialpsychologen seit den zwanziger Jahren. Sie wollen die unterschiedlichen Einstellungen zwischen den Menschen verstehen und die Gründe dafür herausfinden (zitiert nach Jonas, Stroebe, Hewstone, Sozialpsychologie, 2014, S. 198).

Eine überaus große Bedeutung auf die Einstellungsforschung nahm Mark Zanna. Mit seinem einflussreichem Einstellungsmodel – das Multikomponentenmodel – haben der Forscher und seine Kollegen angenommen, dass die Einstellung sich auf kognitiven, affektiven und verhaltensbezogenen Grundlagen der insgesamt bewerteten Objekte stützt (siehe Abbildung 1) (Zanna & Rempel, 1988; zu einem Überblick s.Maio & Haddock, 2010; ▶ Persönlichkeiten: Mark Zanna, zitiert nach Jonas et al., 2014, S. 198).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 1 – Das Multikomponentenmodell der Einstellung

Mit diesen drei Grundvoraussetzungen haben sich viele Forscher befasst, um herauszufinden wie Einstellungen überhaupt entstehen und ausgedrückt werden. „Als kognitive Einstellungskomponente werden die Gedanken, Überzeugungen und Eigenschaften über ein Einstellungsobjekt bezeichnet. Diese beruhen auf positiven und negativen Eigenschaften eines Gegenstands“ (zitiert nach Jonas, et al., 2014, S. 200). Beispielweise entsteht eine Einstellung zu einem bestimmten Produkt, wenn die positiven und negativen Eigenschaften aller Produkte gegeneiander verglichen werden.

„Als affektive Einstellungskomponente werden die mit einem Einstellungsobjekt verknüpfte Emotionen oder Gefühle beschrieben. Die affektive Reaktion ist die Folge von entstandener Einstellung auf Grund von Gefühlen oder Emotionen, die sich bei einer Person nach der Konfrontation mit dem Einstellungsobjekt entwickelten.“ (zitiert nach Jonas, et al., 2014, S. 201). Beispielweise macht Krieg und Tod vielen Menschen Angst. Solche negative, affektive Reaktion folgt mit einiger Wahrscheinlichkeit zu einer negativen Einstellung gegenüber Krieg.

„Als Verhaltenskomponente von Einstellungen werden frühere, sowie gegenwärtige und antizipierte Verhaltensweisen bezeichnet, die mit einem Einstellungsobjekt verbunden sind. Die Verhaltensweisen können unterschiedliche Formen erhalten und eine Grundlage von Einstellungen repräsentieren“ (zitiert nach Jonas, et al., 2014, S.204). Zum Beispiel kann die Einstellung zur Umweltverschmutzung negativ sein, wenn man in jungen Jahren die Greenpeace-Kampagne unterstützt hat.

Sogar die starken Einstellungen können vom Verhalten beeinflusst werden. Untersuchungen von Leon Festinger (1954) ergaben, dass Menschen ihre Einstellung ändern können, wenn diese nicht mit dem gezeigtem Verhalten übereinstimmen. Dieser Effekt tritt auf, wenn ein einstellungskonträres Verhalten kognitive Dissonanz hervorruft. Beispielweise, wenn Testprobanden gegen eine geringe Bezahlung eine Aussage machen sollten, (z. B. die Aufgabe ist spannend, obwohl sie langweilig ist) sind sie zum Schluss selber dieser Meinung überzeugt gewesen (Festinger & Carlsmith, 1959, zitiert nach Jonas, et al., 2014, S. 204). „Kognitive Dissonanz ist ein aversiver Zustand, der Personen dazu motiviert, ihn zu verringern“ (Zanna & Cooper, 1974; Zanna, Higgins, & Taves, 1976, zitiert nach Jonas, et al., 2014, S. 204). Nach Myers (2008) bedeutet das, wenn wir einen unangenehmen Spannungszustand erleben und unsere Einstellung bewusst mit der Handlung nicht übereinstimmt, dann versuchen wir diese Spannung zu verringern, indem wir unsere Einstellung mit der ausgeübter Handlung anpassen.

Solche Forschungsergebnisse sind für diverse Industriezweige, sowie für die Politik und Wirtschaft interessant. Diese können die Statistik nutzen, um Prognosen aufzustellen und Ergebnisse in die Praxis umzusetzen (zitiert nach Myers, 2008, S. 25).

Wenn wir Eltern werden, übernehmen wir eine große Verantwortung für einen anderen Menschen auf diesem Planet. Dadurch ändern sich unsere Einstellungen zum Leben, zu sich selbst und zum Umfeld. Das Ausarbeiten der unterschiedlichen Einstellungen ist die Motivation für diese Untersuchung gewesen. In einer Stichprobe wurden Eltern und Kinderlose zu folgenden vier Themen befragt:

- Verantwortungsbewusstsein
- Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation
- Zukunftsangst
- Hygienebewusstsein

Anhand von diversen Studien und Untersuchungen wurden vier Alternativhypothesen und vier Nullhypothesen aufgestellt.

Eine repräsentative Befragung vom Institut für Demoskopie in Allensbach wurde im Jahr 2005 mit 1.856 Personen im Alter zwischen 16-44 Jahren durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass die Einstellung von Eltern zum Verantwortungsbewusstsein stärker ausgeprägt ist, als bei den Kinderlosen (Institut für Demoskopie Allensbach, 2005). Es werden nun folgende Hypothese überprüft:

Alternativhypothese: Eltern sind Verantwortungsbewusster als Menschen ohne Kinder

Nullhypothese: Eltern und Menschen ohne Kinder sind beide gleich Verantwortungsbewusst

Eine Umfrage unter rund drei Millionen Menschen weltweit ergab, dass eine Familiengründung die meisten Menschen nicht zufriedener macht. Eltern mit Kindern aller Altersstufen und Kinderlose schätzten den eigenen Lebenszustand fast gleich hoch ein. Nur die Studienteilnehmer mit Kindern in der Altersklasse 34-46 sehen sich glücklicher, als die Teilnehmer ohne Kinder (Universität Princeton im US-Bundesstaat New Jersey, 2006-2012). Deshalb werden in dieser Untersuchung folgende Hypothesen zur Überprüfung aufgestellt:

Alternativhypothese: Eltern sind zufriedener mit der privaten Lebenssituation als Menschen ohne Kinder

Nullhypothese: Eltern unterscheiden sich nicht in der Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation von Menschen ohne Kinder

Eine Studie von “Tomorrow Focus Media Social Trends“ hat im Mai 2013, 534 Personen mit Kindern im Haushalt zum Thema „Verhaltensweisen und Einstellungen von Familie“ befragt und festgestellt, dass die meisten Eltern sich in erster Linie eine gesicherte Zukunft für ihre Kinder wünschen (Tomorrow Focus Media Social Trends, 2013). Um die Zukunftsangst bei den Eltern und Kinderlosen zu untersuchen, wurden folgende Hypothesen aufgestellt:

Alternativhypothese: Eltern haben mehr Zukunftsangst, als Menschen ohne Kinder

Nullhypothese: Eltern und Menschen ohne Kinder unterscheiden sich nicht hinsichtlich der Zukunftsangst

Eine weitere Studie wurde von dem unabhängigen Institut „Opinion Matters“ im September 2013 mit 1.000 in Deutschland befragten Personen zum Thema Hygiene durchgeführt. Es wurde herausgefunden, dass die Eltern 98 % auf Handhygiene des Service-Personals im Restaurant achten. Über 45 % der Eltern haben sich schon mal aufgrund der mangelnden Hygiene gegen einen erneuten Besuch eines Restaurants oder Cafés entschieden und fast jeder Fünfte hat wegen mangelnder Hygiene ein Hotel nicht nochmal gebucht (Opinion Matters, 2013). Aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr von Kindern sind Eltern besorgt um die Hygiene. Es wurden folgende Hypothesen aufgestellt:

Alternativhypothese: Eltern und Menschen ohne Kinder unterscheiden sich hinsichtlich des Hygienebewusstseins

Nullhypothese: Eltern und Menschen ohne Kinder unterscheiden sich nicht hinsichtlich des Hygienebewusstseins

Im nächsten Abschnitt werden die Hypothesen operationalisiert.

1. Methoden

Das Untersuchungsdesign ist rein korrelativ, d.h. es werden keine variierenden Bedingungen erzeugt und deren Auswirkung untersucht. Es werden Einschätzungen erhoben, zu denen die Befragten vor dem Hintergrund ihres Erfahrungshorizontes Angaben machen sollen.

Die Methode zur Überprüfung der Unterschiede in der Einstellung zwischen Eltern und Kinderlosen ist die Befragung von Versuchspersonen mit einem Fragebogen. Er enthält zu jedem der vier zu ermittelnden Unterschiede jeweils fünf Items. Zusätzlich werden das Geschlecht, das Alter sowie Gruppenzugehörigkeit* der Versuchsperson erhoben. (Der Fragebogen befindet sich im Anhang zu diesem Bericht).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 2 – fünfstufige Likert Skala

Die 20 Items enthalten Aussagen, welche auf einer fünfstufigen Likert-Skala (siehe Abbildung 2) abgelehnt bzw. bestätigt werden. Gemäß der Voraussetzung, dass die Intervalle zwischen den Skalenwerten, dem Versuchsteilnehmer gleich groß erscheinen, wird davon ausgegangen, dass die Antworten, Daten mit Intervallskalen-Qualität liefern. Die Items beruhen auf eigenen Mutmaßungen.

*Gruppenzugehörigkeit = Eltern und Kinderlose

Das Alter wurde in absoluten Zahlen erhoben und befindet sich somit auf einem Intervallskalenniveau. Die Gruppenzugehörigkeit und das Geschlecht hat nur 2 Ausprägungen und somit nominalskaliert. Die abhängige Variable bildet die Einstellungen der Personen und die unabhängige Variable besteht aus der Gruppenzugehörigkeit.

Inhaltlich sind die Items so konstruiert, dass sie eine Untersuchung der vier Eigenschaften zeigen. Eine Zustimmung wird demonstriert durch eine Bewertung oberhalb des Mittelpunkts der Likert-Skala (teils/teils).

Die Items wurden mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und weder auf ihre Konsistenz noch auf Ihrer Validität überprüft.

Jede Variable wird durch fünf Items abgebildet. Um zu einem Gesamtwert für jede Variable zu gelangen, wird aus den fünf betreffenden Antworten das arithmetische Mittel gebildet. Auf diese Weise erhalten wir einen Index für jede der vier Variablen.

Formuliert man nun die in der Einleitung skizzierten Hypothesen eng an der Operationalisierung der Items, kommt man zu den nachfolgenden Aussagen:

[...]

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Ermittlung der unterschiedlichen Einstellungen von Eltern und Kinderlosen anhand einer Befragung
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,2
Autor
Jahr
2015
Seiten
33
Katalognummer
V293278
ISBN (eBook)
9783656907732
ISBN (Buch)
9783656907749
Dateigröße
859 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Interpretationen der Ergebnisse sind nachvollziehbar und korrekt, die verwendeten statistischen Verfahren sind korrekt gewählt und durchgeführt. Dem ist nichts hinzuzufügen, sehr gut!
Schlagworte
Einstellungen von Eltern und Kinderlose, Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Zukunftsangst, Hygienebewusstsein
Arbeit zitieren
Irina Idt (Autor:in), 2015, Ermittlung der unterschiedlichen Einstellungen von Eltern und Kinderlosen anhand einer Befragung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293278

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