Alkoholismus in der Krankenpflege. Sucht und Suchtprävention


Hausarbeit, 2013
15 Seiten, Note: 2,15

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1 Sucht
1.1 Formen der Sucht
1.2 Ätiologie der Sucht
1.3 Suchtmittel

2 Alkoholismus als Form der Sucht
2.2 Typologie der Alkoholiker
2.3 Diagnostik
2.4 Therapieansätze

3 These und Fragestellung

4 Erläuterung der These und Fragestellung
4.1 Definition: Prävention
4.2 Möglichkeiten der Suchtprävention
4.3 Betriebliche Möglichkeiten der Hilfestellung

5 Zusammenfassung und Ausblick

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Am Alkoholismus sind ca. 1,6 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland erkrankt, schädlichen Gebrauch vermutet man bei ca. 2,7 Millionen Menschen und riskanten Konsum bei ca. 5 Millionen Menschen. Des Weiteren zeigen mehr als 9,3 Millionen Menschen einen alkoholbedingten Beratungs- und Behandlungsbedarf. Jedoch begeben sich lediglich nur ca. 1% der Kranken tatsächlich in Behandlung. Der Konsum der deutschen Bevölkerung liegt bei 10,6l an reinem Alkohol pro Jahr, damit gehören die Deutschen im internationalen Vergleich zu den Vieltrinkern. Pro Jahr versterben an den Folgen des Tabakrauchens etwa 110.000 Menschen in Deutschland, an den Folgen des Alkoholmissbrauchs ca. 40.000 Menschen und durch die[1] übrigen Drogen ca. 1.800-2.000 Menschen. Es ist bekannt, dass der Alkoholismus, welcher als Folgeerkrankung neben der sogenannten Fettleber bzw. als Spätstadium[2] die Leberzirrhose oder Leberkrebs bzw. –versagen sowie psychische Erkrankungen und soziale Isolation nach sich führt, mittlerweile auf einem der vorderen Plätze der Todesursachenstatistik der Bundesrepublik Deutschland steht[3].

Leider ist auch zu bemerken, dass gerade im Gesundheitswesen Tätige öfter als der Median der Bevölkerung dazu neigen, sich legal respektive illegal zu „betäuben“. Als legales Mittel steht hier zum Beispiel der Alkohol zur Verfügung, Auf dieses Phänomen möchte ich im Rahmen dieser Hausarbeit genauer eingehen bzw. möchte eben dieses genauer untersuchen, gerade da Angehörige der Gesundheitsfachberufe sowohl besser über die Folgen des Alkoholismus bzw. der Sucht an sich bescheid wissen müssten, als auch, dass insbesondere diese Berufsgruppe Kompensationsmöglichkeiten für eben die Entstehung dieser Suchtproblematik(-en) und Hilfsmöglichkeiten für Erkrankte verinnerlicht haben sollte.

Neben der Frage, was einen Alkoholiker zum Alkoholiker macht, wie die Sucht abläuft, was es eventuell für Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Phänotypen und deren Entstehung gibt, interessiert mich im Rahmen dieser Hausarbeit besonders, ob und wie man Alkoholismus in Pflegeberufen verhindern und den Erkrankten bestmöglich helfen kann.

1 Sucht

Sucht wird auch als Abhängigkeit bezeichnet. Sie bezeichnet das Angewiesensein auf bestimmte Substanzen oder Verhaltensweisen[4]. Dabei steht gemäß neueren Definitionen die Unfähigkeit, das Verhalten bzw. den Gebrauch unter Kontrolle zu halten im Vordergrund der Definition[5]. „5-7% der Bevölkerung erfüllen irgendwann in ihrem Leben die Kriterien einer Abhängigkeit. 5% der Männer und 3% der Frauen sind abhängig. Alkoholabhängigkeit und Missbrauch sind die häufigsten psychischen Störungen“[6].

1.1 Formen der Sucht

„Alle psychotropen Substanzen bewirken eine Veränderung der Hirnfunktion. Daraus erklärt sich trotz der Unterschiedlichkeit der Substanzen eine gewisse Ähnlichkeit der klinischen Erscheinungsbilder“4. Dennoch werden zwei Hauptformen der Sucht unterschieden: die physische, das heißt körperliche, sowie die psychische, das heißt seelische, Abhängigkeit.

Bei der physischen Abhängigkeit kommt es zu einer gesteigerten Toleranz gegenüber der konsumierten Substanz sowie zu einem substanzspezifischen Entzugssyndrom oder auch zur gezielten Einnahme der Substanz, um eben diese Entzugssymptomatik zu lindern oder zu vermeiden[7]. Oftmals sind die Symptome des Enzugs gegensätzlich zur eigentlichen Wirkung der Substanz. Es kommt zu einer Anpassung der neuronalen Prozesse an die Drogenwirkung sowie zu einer Fehlanpassung nach dem Absetzen. Daneben können auch andere Organsysteme betroffen sein[8].

Die psychische Abhängigkeit ist definiert als „starkes, gelegentlich übermächtiges Verlangen, eine Substanz zu konsumieren, um sich positive Empfindungen zu verschaffen oder unangenehme zu vermeiden. [Sie ist gekennzeichnet durch eine] verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung und Menge des Substanzgebrauchs einschließlich erfolgloser Versuche, diesen zu verringern. [Es kommt zu einer] Einengung und Anpassung der Alltagsaktivitäten auf die Möglichkeit oder Gelegenheit zum Substanzgebrauch [sowie zur] Vernachlässigung wichtiger sozialer bzw. beruflicher Interessen [und einem] fortgesetzten Substanzgebrauch trotz Wissens über dessen schädliche Folgen“[9].

„Der aktive Zugriff auf die Substanz führt früher und schwerer zur psychischen Abhängigkeit als die passive Zufuhr. Psychische (psychologische) und physische Phänomene sind nicht klar getrennt. Wird der „point of no return“ überschritten, kommt es zum Verlust der Eigenkontrolle und zur Abhängigkeit“[10].

1.2 Ätiologie der Sucht

Die Entstehung von Abhängigkeiten wird von einer Reihe von sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren verursacht. Dabei gibt es bis jetzt eine Vielzahl verschiedener Modelle, welche diese Zusammenhänge darstellen[11]. „Neben der Verfügbarkeit und pharmakologischen Wirkung der Droge sind für die Entwicklung einer Abhängigkeit die Struktur der Persönlichkeit sowie das soziale Lebensumfeld des Betroffenen von Bedeutung; häufig geht eine Phase des Missbrauchs voraus“[12]. Es gibt keine disponierende Persönlichkeit. Erweiternd zu den oben bereits genannten Faktoren scheinen auch biologische Faktoren, der Zeitpunkt und die Umstände des Erstkonsums, die damit einhergehende Lerngeschichte, die Motive, welche konkret zum Substanzgebrauch führen sowie genetische Faktoren bei der Entwicklung einer Abhängigkeit von Bedeutung zu sein[13]. Auf diese wird später in der Arbeit genauer eingegangen.

1.3 Suchtmittel

Es stehen unter anderem folgende Suchtmitte, teils legal, teils illegal, zur Verfügung: Alkohol, Cannabinoide, Halluzinogene, Kokain, Lösungsmittel, Opiode, Sedativa und Hypnotika, Tabak sowie sonstige Stimulanzien einschließlich Koffein.[14] Außerdem gehören der Vollständigkeit halber auch bestimmte Handlungen und Verhaltensweisen genannt[15].

Vereinfacht lassen sich diese Abhängigkeiten in den Alkohol- (A-Typ), Arzneimittel- (M-Typ) und Rauschmittelabhängigkeit (R-Typ) zusammenfassen[16]. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll schwerpunktmäßig auf den Alkoholismus, das heißt den A-Typ, eingegangen werden.

2 Alkoholismus als Form der Sucht

Alkohol ist sowohl Nahrungsmittel als auch Genussmittel, außerdem handelt es sich dabei um eine psychoaktive Substanz und um ein Pharmakon[17]. Um den Alkoholismus zu verstehen, muss man sich zunächst mit den Betroffenen, den Alkoholikern, auseinandersetzen. Alkoholiker sind exzessive Trinker, deren Alkoholkonsum zu Schäden auf physischen, psychischen und sozialen Gebiet bzw. zu den Vorboten der oben genannten geführt hat. Außerdem besteht eine Unfähigkeit, den Alkoholkonsum einzustellen bzw. auch nur für eine kurze Zeit völlig darauf zu verzichten. Von einer Definition über die Konsummenge bzw. das Auftreten einer Leberzhirrose wird seit einiger Zeit kein Gebrauch mehr gemacht[18].

2.1 Stufenmodell der Alkoholkrankheit

Der amerikanische Alkoholismusforscher Jellinek hat 1952 die verschiedenen Phasen der Alkoholkrankheit definiert. Diese sind in Tab. 1 chronologisch dargestellt. Bei ca. 9,3 Millionen Menschen mit alkoholbedingtem Beratungs- und Behandlungsbedarf in der Bundesrepublik Deutschland[19] ist gemäß der in Abschnitt 1.2 Faktoren zur Entstehung des Alkoholismus von einer Vielzahl von potentiell Gefährdeten auszugehen. Der Übergang von der präalkoholischen Phase nach Jellinek in die Stadien der Abhängigkeit ist fließend und, was dies besonders gefährlich macht, oft weder vom Betroffenen selbst noch von dessen nahen Umfeld frühzeitig zu realisieren. „Der Übergang vom Problemtrinker zum Alkoholiker ist fließend“[20].

Tab. 1 - Stufenmodell (Jellinek 1951) (nach Rentrop/Müller/Bäuml, S. 257f)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Typologie der Alkoholiker

Des Weiteren hat Jellinek verschiedene Typen von Alkoholikern definiert. Diese sind in Tab. 2 wiedergegeben. „Der Betroffene ist darauf angewiesen, seine tatsächliche Situation, die er selbst nicht erkennen kann, von der Umwelt schonungslos verdeutlicht zu bekommen“[21]. Jedoch sei im Vergleich der verschiedenen Typen von Alkoholikern bemerkt, dass es sich selten um Reinformen, sondern eher um Mischformen handelt[22].

[...]


[1] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 251

[2] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 250

[3] vgl. Statistisches Jahrbuch 2011 S. 251f

[4] vgl. Psychrembel S. 4

[5] vgl. Berger/Legnaro/Reuband S. 15

[6] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml, S. 244

[7] vgl. Psychrembel S. 4

[8] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 246

[9] vgl. Psychrembel S. 4

[10] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 246

[11] vgl. Berger/Legnaro/Reuband S. 16

[12] vgl. Psychrembel S. 4

[13] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 244f

[14] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 246

[15] vgl. Psychrembel S. 4

[16] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 247

[17] vgl. Feuerlein/Küfner/Soyka S. 1

[18] vgl. Berger/Legnaro/Reuband S. 15

[19] vgl. Rentrop/Müller/Bäuml S. 251

[20] vgl. Dietze S. 35

[21] vgl. Dietze S. 35

[22] vgl. Dietze S. 40

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Alkoholismus in der Krankenpflege. Sucht und Suchtprävention
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt  (Fachbereich Pflege- und Gesundheitswissenschaften)
Veranstaltung
Modul 1 - Pflegewissenschaften und Gesundheitsförderung
Note
2,15
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V294486
ISBN (eBook)
9783668490710
ISBN (Buch)
9783668446274
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sucht, Suchtptävention, Prävention, Alkoholismus, Alkoholkrankheit, Krankenpflege, Pflege
Arbeit zitieren
Patrick Ristau (Autor), 2013, Alkoholismus in der Krankenpflege. Sucht und Suchtprävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294486

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