Unterschiede zwischen Nachhaltigem Tourismus und Ökotourismus


Hausarbeit, 2015
14 Seiten, Note: 1,9

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Harter Tourismus
2.1. Entstehung
2.2. Auswirkungen

3. Nachhaltiger Tourismus
3.1. Das Konzept

4. Ökotourismus
4.1. Das Konzept

5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das 21. Jahrhundert bietet uns Menschen jede Menge Möglichkeiten, um unser Leben so gut wie möglich zu gestalten. Durch den technischen Fortschritt besteht zum Beispiel die Option einfach und schnell in andere Länder zu reisen. Viele Bewohner dieses Planeten wissen wie es sich anfühlt ein anderes Gebiet, als das eigene, zu erkunden. An dieser Stelle kommt der Begriff des "Tourismus" ins Spiel.

Der Tourismus ist ein großer und vor allem wichtiger ökonomischer Sektor, er ist besonders für Entwicklungsländer, aber auch für Industriestaaten von großem Vorteil. Die Branche zählt weltweit zu den größten Wirtschaftsbereichen.1 Umsatzzahlen in Höhe von 623 Mrd.$ und weltweit etwa 100 Millionen Beschäftigte für das Jahr 20042 machen dies deutlich. Diese Entwicklung ist, wie schon erwähnt, dem technischen Fortschritt zu verdanken, aber nicht nur, auch durch die erhebliche Wohlstandssteigerung, Verstädterung, Motorisierung und die zunehmende Freizeit entstand nach und nach das Reisen in andere Länder. Leider bringt der Tourismus nicht nur positives, wie starke Umsätze und neue Arbeitsplätze mit sich. Er verursacht zeitgleich sogenannte „Boomfaktoren“ - ökologische, soziokulturelle, politische und ökonomische Konfliktbereiche.3 Allerdings liegt der Schwerpunkt der Probleme in dem ökologischen Bereich, wobei es hauptsächlich um die verschwenderische Nutzung von knappen Ressourcen geht. In einem aktuellen Artikel einer seriösen Zeitschrift, konnte man zuletzt lesen welche Möglichkeiten es gegen die zahlreichen Schäden gibt, die der Tourismus mit sich bringt.4 Der Artikel handelt von der Entstehung künstlicher Korallenriffe auf den Malediven, diese sollen dem ökologischen Problem des „Harten Tourismus“ entgegenwirken. Außerdem wird der Begriff des „Nachhaltigen Tourismus“ und der des „Ökotourismus“ angedeutet. Beide Begriffe beinhalten ein Konzept, welches gegen die Folgen des Tourismus wirken soll. Wenn man sich die beiden Modelle anguckt, wirken diese auf dem ersten Blick ziemlich gleich. Es bestehen bei dem „Nachhaltigen Tourismus“ und dem „Ökotourismus“ viele identische Maßnahmen. Diese auf dem ersten Blick fast genauen Eigenschaften, brachten mich dazu beide Modelle etwas genauer zu betrachten, daher beschäftigt sich die Hausarbeit mit der Frage, ob wir den Begriff des „Ökotourismus“ überhaupt benötigen.

Die Arbeit beginnt einführend mit der Darstellung des Problems und dem Auslöser für die beiden Konzepte, nämlich dem „Harten Tourismus“. Anschließend wird das Konzept des „Nachhaltigen Tourismus“ und das des „Ökotourismus“ genauer erläutert. Daraufhin werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht. Abschließend erfolgt ein Fazit.

2. Harter Tourismus

Harter Tourismus steht im Hinblick auf eine nachhaltige Gestaltung des Tourismusprogramms an oberster Stelle der Kritik. Der Begriff „Harter Tourismus“ lässt sich am besten am Beispiel des Massentourismus definieren. Der Begriff wird in der Zeitschrift „Spektrum“ klar definiert:

Massentourismus, negativ besetzter Begriff zur Veranschaulichung des Tourismus als Massenerscheinung und den damit verbundenen Auswirkungen, einschließlich der Verhaltensweisen von Touristen.".5

Im folgenden soll ein Einblick in die Thematik Massentourismus gegeben werden.

2.1 Entstehung

Der Ausgangspunkt des Massentourismus liegt im 19. Jahrhundert, dort begannen die Menschen aus gehobenen Schichten, vor allem aus Mittel-und Westeuropa in wärmere Länder während des Winters zu reisen, wie z.B Italien oder Spanien. Ende des 19. Jahrhunderts breitete sich der Trend durch die Entwicklung von Dampfmaschinen, welche Lokomotiven und Dampfschiffe antrieben, aus. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Massentourismus vollkommen. Das Volk hatte ein stabiles Einkommen und konnte sich somit den Luxus leisten in andere Regionen zu reisen. Außerdem wurden mittlerweile Passagierflugzeuge eingesetzt, welche bis zu den 80er Jahren den Massentourismus vollkommen machten. Es werden mittlerweile alle möglichen Länder bereist, von der Mittelmeerküste Spaniens, bis zu komplett fremden Kontinenten wie Süd Amerika.6 Heutzutage begeben sich weltweit jährlich rund eine Milliarde Menschen auf Auslandsreise und der Tourismussektor erwirtschaftet etwa neun Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes.7

2.2 Auswirkungen

Der Massentourismus bringt Chancen aber auch viele Risiken mit sich. Er bietet vielen Entwicklungsländern aber auch Industriestaaten erhebliche, wirtschaftliche Vorteile.

Wenn man die gesamte Volkswirtschaft betrachtet wird das Außenhandelsdefizit vieler Entwicklungsländer dadurch ausgeglichen.

Im Mikrobereich schafft der Tourismussektor viele neue Arbeitsplätze, was zu einer starken Reduzierung der Armut führte und außerdem fördert er lokale Wirtschaftskreisläufe. Die schnelle Entwicklung des Massentourismus und der dadurch entstandene wirtschaftliche Erfolg zeigt deutlich die Veränderung der ökonomischen Strukturen betroffener Länder. Man spricht vom Trend der Tertiärisierung, so bezeichnet man den Wandel eines landwirtschaftlich geprägten Landes zu einer Dienstleistungsgesellschaft.8

Ein weiterer Aspekt, welcher einerseits als Vorteil angesehen werden kann ist die Schaffung neuer Infrastrukturen. An Urlaubsorten müssen Hotels, Flughäfen und Straßen erbaut werden. Wie schon erwähnt, sind auch erhebliche Risiken und somit negative Auswirkungen mit dem Massentourismus verbunden. Diese betreffen hauptsächlich ökologische Aspekte aber auch soziokulturelle, sowie politische Bereiche.

Im ökologischen Sektor wirkt sich der Harte Tourismus schon bei der Anreise negativ aus, vorerst auf globaler Ebene. Meistens reisen die Touristen mit Flugzeugen in die Urlaubsorte, dabei ist der Energieverbrauch und der Co2-Ausstoß enorm. Bei einer Reise von Europa zum Äquator verbraucht ein Fluggast so viel Energie wie ein Autofahrer im Durchschnitt in sieben Monaten verfährt. Am Reiseziel angekommen führt die hohe Anzahl der Touristen zu einem hohen Landverbrauch vor Ort, man spricht von einer lokalen Landschaftsübernutzung. Die Übernutzung der Landschaft entsteht durch die vielen Bauprojekte, welche auf Landschaftsteilen für Unterkunftszwecke genutzt werden. Aber auch Infrastrukturen, welche für touristische Aktivitäten errichtet werden, schaden der Ökologie.9

Auf lokaler Ebene sind ebenfalls ein hohes Abfallaufkommen, steigender Wasserverbrauch, Gewässerverschmutzung und Lärm durch den Massentourismus quasi unvermeidbar. Durch den hohen Wasserverbrauch entstehen heute schon vielfach Versorgungsengpässe. Zu den ökologischen Auswirkungen der Übernutzung natürlicher Gewässer gehören z.B. eine Veränderung der Vegetation durch die Veränderung des Grundwasserspiegels.10

Unvermeidbar sind soziokulturelle Auswirkungen, diese entstehen vor allem durch die Entstehung neuer Arbeitsplätze. Es entsteht eine regelrechte soziale Ungleichheit. Betteln, Prostitution, Kriminalität, Kommerzialisierung von Gastfreundlichkeit und Alkoholismus stehen an der Tagesordnung. Weitere mögliche Folgen ist die Landflucht. Viele junge Leute wandern vom Land in die Tourismusgebiete und erhoffen sich dort einen lohnenswerten Arbeitsplatz.11 Nicht zu vergessen sind die kulturellen Eigenschaften eines Landes. Diese werden aus ihrem historischen Kontext gerissen und größtenteils dafür verwendet mit ihnen Geld zu verdienen. Viele ursprüngliche Kulturen werden beeinträchtigt oder komplett vernichtet. Dadurch, dass der Kontakt zwischen Touristen und den Einheimischen schwach ist oder gar nicht existiert, bildet die einheimische Bevölkerung schnell Vorurteile gegenüber anderen Kulturen bzw. den Touristen. Durch die räumliche Isolation der Urlauber, wie z.B durch große Hotelanlagen mit All inklusive Angeboten wird dieser Prozess verstärkt. Der enge Kontakt zwischen beiden Menschengruppen kann aber auch schwere Folgen mit sich tragen. Viele sensible und vor allem arme Bewohner empfinden Neid und Missgunst. Durch das entstandene Zusammentreffen von Einwohnern und Touristen verändern sich traditionelle Strukturen, Kultur und Wertvorstellungen.12 Allerdings muss man sagen, dass soziale Auswirkungen durch den Massentourismus nicht in jedem Fall verhindert werden müssen. Der Wandel findet meistens auch ohne Tourismus statt, denn die Kultur ist keine standhafte Eigenschaft. Kulturelle Identitäten sind dauerhaft im natürlichen Wandel. Trotzdem unterstützen Wünsche und Erwartungen der Touristen diesen Wandel, sei es durch die Anpassung der Verpflegung, neue Infrastrukturen oder Hotels, die so genannte („McDonaldisierung“). Auch durch das Interesse auf gezielte Produkte aus den Ländern fördern die kulturelle Kommerzialisierung. Es werden kulturelle Gegenstände als Souvenir hergestellt.13

Der Massentourismus schafft neue Arbeitsplätze und bietet neue Infrastrukturen, allerdings schafft er auch negative Auswirkungen, vor allem im soziokulturellen und ökologischen Bereich. Wirtschaftlich arbeitet die Bevölkerung nicht genug am Sektor des Tourismus. Auf Grund der Prognosen weiß man, dass sich die heutige Vorgehensweise aus ökologischer Sicht nicht lange etablieren bzw. positiv auswirken wird. Daher ist eine nachhaltige Ausrichtung des Tourismus zwingend erforderlich.

Es werden schon viele Methoden eingesetzt um den Tourismus nachhaltig zu gestalten. Zwei davon sind der „Nachhaltige Tourismus“ und der „Ökotourismus“.

[...]


1. vgl. Jörn W. Mundt - “Tourismus“ (2012) 4. Auflage

2. vgl. World Tourism Statistics, Welttourismusorganisation (UNWTO)

3. vgl. Jörn W. Mundt - “Tourismus“ (2012) 4. Auflage

4. vgl. SDZ - „Nachhaltiger Tourismus auf den Malediven" - "Wir basteln uns ein Riff" (21. Oktober 2014)

5. vgl. Spektrum - Lexikon der Geografie (2007)

6. vgl. Gerlinde Linhuber, Birgit Schreder - Die Auswirkungen des Massentourismus auf die Mittelmeerregion (2003)

7. vgl. World Tourism Statistics, Welttourismusorganisation (UNWTO)

8. vgl. Gerlinde Linhuber, Birgit Schreder - Die Auswirkungen des Massentourismus auf die Mittelmeerregion (2003)

9. vgl. Martin Schmied - Traumziel Nachhaltigkeit : Innovative Vermarktungskonzepte nachhaltiger Tourismusangebote für den Massenmarkt, Springer Verlag (2009)

10. vgl. Martin Schmied - Traumziel Nachhaltigkeit : Innovative Vermarktungskonzepte nachhaltiger Tourismusangebote für den Massenmarkt, Springer Verlag (2009)

11. vgl. Martin Schmied - Traumziel Nachhaltigkeit : Innovative Vermarktungskonzepte nachhaltiger Tourismusangebote für den Massenmarkt, Springer Verlag (2009)

12. vgl. Martin Schmied - Traumziel Nachhaltigkeit : Innovative Vermarktungskonzepte nachhaltiger Tourismusangebote für den Massenmarkt, Springer Verlag (2009)

13. vgl. Martin Schmied - Traumziel Nachhaltigkeit : Innovative Vermarktungskonzepte nachhaltiger Tourismusangebote für den Massenmarkt, Springer Verlag (2009)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Unterschiede zwischen Nachhaltigem Tourismus und Ökotourismus
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,9
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V295152
ISBN (eBook)
9783656929307
ISBN (Buch)
9783656929314
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltiger Tourismus, Harter Tourismus, Hausarbeit, BWL, Sozialökonomie, Sanfter Tourismus, Massentourismus, Tourimus, Nachhaltigkeit, Negative Auswirkungen, Ökotourismus, Öko Tourismus, Ökonomie, Ökonomisch, Sozial, Kultur, Ausbeutung
Arbeit zitieren
Adrian Weisse (Autor), 2015, Unterschiede zwischen Nachhaltigem Tourismus und Ökotourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295152

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