Die Auswirkungen der Nutzung von Kreditderivaten durch Banken auf ihr individuelles Risiko und auf das systemische Risiko


Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

2 Derivative Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken
2.1 Credit Default Swap
2.2 Credit Spread Option
2.3 Total Return Swap
2.4 Alternative Formen zum Kreditrisikotransfer
2.4.1 Kreditrisikoverbriefungen
2.4.1.1 Asset Backed Securities
2.4.1.2 Collaterized Debt Obligation
2.4.1.3 Collaterized Loan Obligation
2.4.2 Credit Linked Note als spezifische Abwandlung von Kreditderivaten

3 Auswirkungen des Einsatzes von Kreditderivaten auf das individuelle Kreditrisiko einer Bank
3.1 Originäres Kreditrisiko vs. Kontrahentenrisiko
3.1.1 Adverse Selektion
3.1.2 Moral Hazard
3.2 Strategie I: Kreditderivate als Ertragsquelle
3.2.1 Der Einsatz von Credit Default Swaps als Spekulationsobjekt, am Beispiel von griechischen Staatsanleihen
3.3 Der Einsatz von Kreditderivaten zur Marktmanipulation
3.4 Strategie II: Kreditderivate als Absicherungsinstrument
3.5 Beobachtungen aus der Praxis. Welche Typen von Banken, wenden welche Strategie an?

4 Auswirkungen auf das systemische Risiko
4.1 Was ist systemisches Risiko?
4.2 Wie beeinflusst der Einsatz von Kreditderivaten bei den Banken das systemische Risiko?
4.2.1 Interdependenz zwischen Kredit- und Kreditderivatemarkt

5 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:CDS-Transaktionsvolumen

Abbildung 2:Handlungsmotive für CDSs

Abbildung 3:Käufer oder Verkäufer?

Abbildung 4:Verhältnis von Kreditrisikopositionen zum Risikokapital der 5 größten US-Handelsbanken

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

2 Mrd. US Dollar verlor die amerikanische Bank JP Morgan Chase & Co binnen 6 Wochen mit Kreditausfallversicherungen.[1] Dieser Vorfall dokumentiert die gegenwärtige Brisanz von strukturierten Finanzprodukten, über deren Nutzen bzw. Gefährdungspotential für die Volkswirtschaft. So scheint es nach Ablauf der Finanzmarktkrise in den Jahren 2007-2009, zu keinen entscheidenden Veränderungen „in der Denke“ der Kreditinstitute gekommen zu sein. Die Kritiker dieser teilweise komplexen Finanzprodukte scheinen sich bestätigt zu fühlen und fordern eine strengere Regulierung. Teilweise wird sogar nach einer stärkeren Einschränkung des Eigenhandels gefordert.[2]

An Kreditderivaten scheiden sich die Geister. Sie ergänzen bzw. bereichern das Risikomanagement der Banken, indem die Kreditinstitute Kreditrisiken auf Marktteilnehmer transferieren können, die bereit und in der Lage sind solche Risiken aufzunehmen. Kreditderivate sorgen somit für eine breitere Streuung der Kreditrisiken auf mehrere Parteien und gewährleisten somit die Investitionstätigkeit der Realwirtschaft, die zwangsläufig auf Fremdkapital angewiesen ist.[3] Auf der anderen Seite stellen Kreditderivate aber individuelle Risiken für die Banken dar. Durch die globale Vernetzung der Kreditinstitute wird durch die Zahlungsunfähigkeit einer Bank, eine Kettenreaktion auf das ganze Bankensystem ausgelöst. Der Zusammenbruch der Lehman Brothers Bank,[4] die im Jahr 2009 in den USA nicht vom Staat gerettet wurde und als systemirrelevant betrachtet wurde, wird ersichtlich welche Folgen die Insolvenz einer Bank auf die nationale, sowie internationale systemische Stabilität hat.[5]

1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

Der Hauptteil der Arbeit gliedert sich in die Abschnitte 2-4. Zu Beginn wird ein Überblick über die bekanntesten und in der Praxis am häufigsten eingesetzten Kreditrisikotransferprodukte gegeben. Hier wird unterschieden zwischen den Kreditderivaten und den Kreditrisikoverbriefungen. Abschnitt 3 befasst sich mit dem breiten Einsatzfeld der Kreditrisikotransferinstrumente, sowie deren Auswirkungen auf das jeweilige individuelle Risiko einer Bank. Es soll ein Überblick über die unterschiedlichen Strategien der Banken gegeben werden, sowie deren Kombinationsmöglichkeiten in der Praxis. Nachfolgend wird im letzten Themenschwerpunkt der Arbeit, die Problematik des systemischen Risikos behandelt. Wie lässt es sich erklären, dass die Bank durch den Einsatz von Kreditderivaten ihr individuelles Risiko reduziert und damit gleichzeitig das systemische Risiko erhöht? Ziel ist es einen Erklärungsansatz zu liefern, inwiefern Kreditderivate „Fluch oder Segen“ für die Banken bzw. die Volkswirtschaften sind.

2 Derivative Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken

2.1 Credit Default Swap

CDSs sind im Allgemeinen auch als Kreditausfallversicherungen bekannt. Sie stellen ein wichtiges Instrument zur Steuerung und dem Handel von Kreditrisiken dar. Ihre Bedeutung kommt besonders zum Ausdruck, bei der Beobachtung der globalen Bruttonominal-Außenstände im Zeitraum von 2002 bis 2007. So verdreißigfachten sich die Außenstände bzw. der Nominalwert der CDS-Transaktionen von ca. 2 Billionen im Jahr2002 auf annähernd 60 Billionen US Dollar im Jahr 2007 an, was einem Zuwachs von 2900 % entspricht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung l:CDS-Transaktionsvolumen. Datenquelle aus: Trésor Economics No 52. Feb. 2009. The Credit default Swap (CDS) market. Primärquelle: ISDA

Dies sind beachtliche Größenordnungen und verdeutlicht den Stellenwert der CDS innerhalb der Kreditderivate. Zum Vergleich: Das Welt- bruttoinlandsprodukt aus dem Jahr 2007 betrug 54,3 Billionen US $.[6]

Bei einem CDS stehen sich zwei Vertragspartner gegenüber. Der Risikoverkäufer und der Risikokäufer.[7] Als Referenzportfolio wird i.d.R. ein Unternehmenskredit zugrunde gelegt,[8] die der Risikoverkäufer mit dem CDS absichern will, da er sich nicht sicher ist ob er die vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen am Ende der Laufzeit von dem Referenzschuldner zurück erhält. Im Gegenzug erhält der Sicherungsgeber für das übernommene Risiko eine Prämie, die sich in Basispunkten[9] am Nominalwert des Referenzaktivums bemisst.[10] Aus ökonomischer Sichtweise sollte der Risikoverkäufer eine Prämie mit dem Risikokäufer aushandeln, die niedriger ist als der Zinsertrag, den der Risikoverkäufer aus dem Referenzportfolio erhält. Die Höhe der Prämienzahlung bemisst sich an dem entsprechenden Ausfallrisiko des Referenzschuldners. Ist die Ausfallwahrscheinlichkeit hoch, so wird die Prämienzahlung höher ausfallen, die an den Risikokäufer zu leisten ist. Entsprechend haben die Vertragspartner unterschiedliche Einschätzungen über die Marktentwicklung des Referenzportfolios. Eine richtige Abschätzung des Risikos bzw. der Wertentwicklung des Referenzaktivums sind hier maßgeblich, ob der CDS- Kontrakt für den jeweiligen Vertragspartner ein profitables Geschäft wird oder nicht.[11]

Die Zahlung erfolgt grundsätzlich jährlich. Tritt das im Vertrag vereinbarte Kreditereignis ein, z. B. der Referenzschuldner ist zahlungsunfähig geworden, so entschädigt der Risikokäufer den Sicherungsnehmer und die Laufzeit des CDS endet vorzeitig. Hierbei werden zwischen drei verschiedenen Auszahlungsformen unterschieden:

- Barausgleich
- Physischer Ausgleich
- Fixum

Bei dem Barausgleich[12] zahlt der Sicherungsgeber dem Sicherungsnehmer die Differenz aus dem Nominal- und dem aktuellen Marktwert, wohingegen bei dem physischen Ausgleich das Underlying zum Restwert an den Risikokäufer übergeht. Der Risikoverkäufer erhält den Nominalwert, der im Allgemeinen höher als der Restwert des Underlyings ist. In beiden Fällen kommt der Risikoschutz zum Tragen. Eine eher seltener auftretende Zahlungsabwicklung ist das Fixum, in dem ein vertraglich vereinbarter Betrag an den Risikoverkäufer entrichtet wird.[13]

2.2 Credit Spread Option

Die Bedeutung des Begriffs Optionen leitet sich aus dem lateinischen Wort „optio“ ab und bedeutet übersetzt „freier Wille“. So hat der Optionskäufer das Recht, aber nicht die Pflicht die Option auszuüben. Die Gegenpartei in einem Optionsgeschäft ist der Stillhalter, bzw. der Optionsverkäufer.[14]

Bei einer CSO werden vertraglich als Kreditereignis der Totalausfall des Underlyings, sowie zusätzlich die Veränderung der Kreditrisikospannbreite des Underlyings ausgedrückt in Basispunkten p. a., im Vergleich zu einem laufzeitdeckungsgleichen risikolosen Benchmark vereinbart. Der Sicherungsgeber[15] übernimmt die negativen Marktveränderungen des Referenzportfolios und bekommt im Gegenzug die Optionsprämie vom Sicherungsnehmer. Wie auch bei den Optionen, werden bei Credit Spread Derivaten, zwischen Put und Call Optionen unterschieden.[16] Erwirbt der Käufer eine Credit Spread Put Option, so kommt der Risikoschutz zum Tragen, wenn der Credit Spread am Fälligkeitsdatum höher ist als der Strike Spread.[17] Der Credit Spread könnte z. B. durch eine Bonitätsverschlechterung des Referenzaktivums steigen. Der Sicherungsgeber erstattet dem Sicherungsnehmer die Differenz des Creditspread zum Strikespread. Für den Fall einer Credit Spread Call Option, wäre die Auszahlung entsprechend entgegengesetzt.[18]

2.3 Total Return Swap

Das Prinzip von TRSs ähnelt den CDS-Kontrakten. Der Unterschied liegt bei dem umfangreicheren Risikogesamtschutz, den dieses Kreditderivat bietet und der Auszahlungsstruktur.[19] Als Referenzaktivum dient eine Anleihe oder ein Kredit, der Vertragsgegenstand des TRS ist. Als Vertragspartner stehen sich der Total Return Payer (Sicherungsnehmer) sowie der Total Return Receiver (Sicherungsgeber) gegenüber.[20] Es werden alle Einnahmen, diese sind positive Zins- und Marktpreisänderungen, an den Risikokäufer weitergeleitet. Im Gegenzug partizipiert der Risikokäufer an negativen Marktveränderungen des Referenzaktivums. Darüber hinaus werden dem Risikoverkäufer der Libor[21], sowie ein positiver/negativer Spread transferiert.[22]

Der Sicherungsgeber erwirbt das Referenzaktivum. Im Falle einer Anleihe hat er Anspruch auf alle positiven Marktwertveränderungen. Er braucht die Anleihe nicht physisch zu besitzen, da im TRS die Zahlungsansprüche aus der Anleihe an den Sicherungsgeber übergehen. Somit entfallen mit dem TRS-Kontrakt auch die Refinanzierungskosten, die sonst bei einem direkten Erwerb der Anleihe entstanden wären. Allerdings werden die Refinanzierungskosten dem Risikoverkäufer für die Emission der Anleihe, indirekt über den Spread vergütet.[23] Trotzdem kann ein möglicher Gewinn aufgrund von Kursdifferenzen des Spreads und dem Anleihekupon resultieren. So kann der zu zahlende Spread niedriger, als die Kuponerlöse aus der Anleihe sein.

2.4 Alternative Formen zum Kreditrisikotransfer

2.4.1 Kreditrisikoverbriefungen

Banken stehen eine Vielzahl von Finanzinnovationen zur Verfügung, mit denen gezielt Risiken auf externe Marktteilnehmer übertragen werden können. Neben den klassischen Kreditderivaten die das Kreditrisiko weiterleiten, können Banken mit Hilfe von Kreditverbriefungen nicht nur das Kreditrisiko, sondern auch die gesamte Kreditposition aus der Bilanz entfernen lassen.[24] Nachfolgend werden die bekanntesten Verbriefungen beschrieben, sowie eine Sonderform der Kreditderivate, die sich evident von den bereits aufgeführten Derivaten unterscheidet.

2.4.1.1 Asset Backed Securities

Um die Frage zu beantworten, wie sich die einzelnen Kreditderivate auf das individuelle, sowie systemische Risiko von Banken auswirken, ist es zielführend einen Einblick in die Kreditverbriefungsinstrumente zu liefern. Im Rahmen der strukturierten Finanzprodukte spielen neben den Kreditderivaten noch die ABSs, die im wirtschaftswissenschaftlichen Sprachgebrauch als forderungsbesicherte Wertpapiere bekannt sind, eine wichtige Rolle für den Transfer von Kreditrisiken.

Bei einer ABS-Transaktion sind mehrere Parteien involviert.[25] In der Ausgangssituation befindet sich eine Bank (Originator), die eine Kreditforderung gegenüber einem bestimmten Kreditnehmer hat. Dies kann z. B. ein privatwirtschaftliches Unternehmen sein. Die Bank ist bei der Vergabe von Krediten Risiken ausgesetzt, so kann der Schuldner beispielsweise seinen Zahlungsverpflichtungen aus dem Kreditvertrag nicht nachkommen. Um sich gegen diese Risiken abzusichern, bietet sich der Risikotransfer mit Hilfe einer ABS-Transaktion an. Die Bank wird den Kredit an eine Zweckgesellschaft[26] transferieren.[27] Diese Transaktion liefert dem Forderungsverkäufer neben dem Vorteil des Risikotransfers, die sofortige Verfügung von Liquidität, da die Zins- und Tilgungsansprüche aus den Krediten ggü. dem Schuldner erst zu einem späteren Zeitraum zugeflossen wären. Des Weiteren erzielt der Forderungsverkäufer eine Bonitätsverbesserung durch die reduzierten Risikopositionen. Im Ergebnis muss weniger Eigenkapital für Risikoaktiva in der Bilanz hinterlegt werden, wodurch der Gläubiger in der Zukunft verbesserten Zugang zu Fremdkapital erhält.[28] Dies ist ein entscheidender Aspekt der Verbriefungsinstrumente, da sie die Kreditwürdigkeit des Originators verbessern und das individuelle Kreditrisiko durch den Verkauf der Kreditforderung an die Zweckgesellschaft sinkt.

Der gesamte „Forderungspool“ vom Originator befindet sich bei der von den Banken gegründeten insolvenzfernen Zweckgesellschaft, die aus dem Forderungsportfolio ein festverzinsliches Wertpapier „schnürt“ und anschließend am Kapitalmarkt emittiert. Als potenzielle Käufer treten grundsätzlich institutionelle Anleger wie Hedge-, Pensionsfonds, Banken und Versicherungsgesellschaften auf, die keine direkten Informationen über die

Bonität, der sich hinter der festverzinsliche Anleihe befindlichen Forderungen haben. Sie sind auf die Bonitätsbewertung einer externen Ratingagentur angewiesen.[29]

2.4.1.2 Collaterized Debt Obligation

Die ABSs bilden die Grundstruktur der Verbriefungen. Aus ihnen lassen sich die CDOs und CLOs ableiten. [30] Im Wesentlichen unterscheiden sich die einzelnen Verbriefungsinstrumente dem Namen nach, nur durch ihr Underlying. Die Funktionsweise und das Ziel dieser Instrumente sind identisch. Während ABSs eine hohe Anzahl homogener Forderungen im Portfolio aufweisen, sind CDOs durch eine heterogene Forderungsstruktur gekennzeichnet.[31] Folglich ist der diversifizierte CDO einem geringeren branchenspezifischen Ausfallrisiko ausgesetzt, als der klassische ABS. Die unterschiedliche Forderungsstruktur sorgt allerdings für mehr Intransparenz und setzt ein hohes Vertrauen in die Bewertung der Ratingagenturen voraus.

Wesentliches Element aller Verbriefungsformen ist die Tranchierung bzw. die Einteilung des Gesamtkreditportfolios in mehrere Risikoklassen. Hierbei wird zwischen der Senior-, Mezzanine-, Junior- und Equitytranche unterschieden.[32] Die Rangordnung der Klassen orientiert sich nach dem Risikocharakter der einzelnen Kreditforderungen. Die Seniortranche bildet die sicherste Risikoklasse und liefert dem Investor die geringste Verzinsung an. Absteigend von der Seniortranche steigen das Risiko und damit die Rendite an. Die Auszahlungen an die Investoren fließen nach dem Subordinationsprinzip. Oft wird auch vom sogenannten „Wasserfallprinzip“ gesprochen[33], indem zuerst die Seniortranche und nachfolgend erst alle anderen Klassen bedient werden. Verluste werden aufsteigend beginnend von der Equity Tranche getragen. Diese Tranche wird grundsätzlich vom Originator einbehalten und beinhaltet die riskantesten Forderungsklassen.[34] Damit soll die Qualität des Gesamtportfolios signalisiert werden. Die Einteilung in Klassen ist somit für viele unterschiedliche Investoren interessant. Hedgefonds und Investmentbanken fokussieren sich auf die chancenreicheren aber riskanteren Tranchen. Die weniger ausfallgefährdeten Klassen werden grundsätzlich von risikoaversen Investoren als Anlageentscheidung ausgewählt. Wenn der CDO gut läuft, werden alle Tranchen bedient und die Investoren werden ausbezahlt. Zu Problemen kann es kommen, wenn gleichzeitig alle Referenzschulder ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.[35]

2.4.1.3 Collaterized Loan Obligation

Der Verbriefungsmarkt für Unternehmenskredite als Underlyingklasse entwickelte sich ungefähr Mitte der 1990er Jahre.[36] CLOs wurden zunehmend interessanter und lösten die Collaterized Bond Obligations ab, die durch Anleihen besichert waren. Die Banken hatten ein Instrument entdeckt, dass es ihnen ermöglichte sich von einem breiteren Kreditrisikovolumen zu trennen. Kreditforderungen separat zu verkaufen, würde mehrere Nachteile liefern, zumal es schwierig ist potentielle Käufer für Kreditvolumen größeren Umfangs zu finden und die Vertrauensbasis zwischen der Bank und dem Kreditnehmer beeinträchtigt worden wäre.[37]

[...]


[1] Vgl. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/j-p-morgan-chase-zwei-milliarden-dollar-in- sechs-wochen-verspekuliert-11747618.html

[2] In diesem Zusammenhang wird oft die Volcker Regel genannt, benannt nach dem ehemaligen US- Notenbankpräsidenten Paul VolckerderVereinigten Staaten

[3] Vgl. Sinn, Kasinokapitalismus (2009), S. 204-205

[4] Die Lehman Bank war eine der prestigeträchtigsten und größten Banken der USA nach Bilanzsumme und Marktkapitalisierung. Vgl. Sinn, Kasinokapitalismus (2009), S. 69

[5] Ausführlicher dazu: Vgl. Rudolph (2009)

[6] Vgl. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlenundfakten/globalisierung/52655/weltbruttoinlandsprodukt

[7] Synonym werden im Fachterminus auch die Bezeichnungen, Sicherungsnehmer bzw. Sicherungsgeber verwendet

[8] Auch Staatsanleihen können als Referenzportfolio dienen

[9] 100 Basispunkte entsprechen 1%

[10] Zu den Ausführungen auf S. 3-4 Vgl. Dufey/Rehm (2000), S 3-4

[11] Ein weiterer Aspekt bzw. Problem, dass bei Derivatgeschäften im Allgemeinen und Kreditderivaten im Speziellen auftaucht, ist der Insiderhandel. Hier beschaffen sich die Marktteilnehmer einen illegalen Informationsvorsprung über die Kursentwicklung und beeinflussen durch gezielte Fehlinformationen das Handeln der Marktteilnehmer. Ausführlicher zu den Problemen des Insiderhandels: Vgl. Viral V. Archara, (2005) 2 Bis 2005 war Physical Settlement die am häufigsten eingesetzte Zahlungsform. Vgl. Weistroffer (2009), S. 4

[13] Zu den Ausführungen auf S. 4 und 5: Vgl. Dufey/Rehm (2000), S. 3-4

[14] Ausführlicher dazu: Vgl. Hull (6. Auflage), S. 29-39

[15] Der Sicherungsgeber wird auch als Stillhalter bezeichnet, da er kein Wahlrecht wie der Optionserwerber hat, der sich zwischen Aus- und Nichtausübung der Option entscheiden kann. Er macht Gewinn, wenn der Optionskäufer die Option verfallen lässt und wenn der Verlustausgleich aus dem Optionsgeschäft niedriger ist, als die vereinnahmte Optionsprämie die beim Stillhalter verbleibt. Vgl. Beike/Schlütz (5. Auflage), S 579-581.

[16] Vgl. Cremers und Walzner (2007), S. 23

[17] Bei einer Anleihe als Referenztitel würden die Rückflüsse aus der Anleihe ohne Risikoschutz, mit einem höheren Marktspread diskontiert werden. Der Barwert der Rückflüsse wäre folglich niedriger, als mit dem niedrigeren Strikespread.

[18] Zu den Ausführungen in diesem Absatz: Vgl. Cremers und Walzner (2007), S. 23

[19] Vgl. Cremers und Walzner (2007), S. 22

[20] Ebenda

[21] Der London-Interbank-Offered-Rate kurz: Libor, ist der global bedeutendste Referenzzins. Er bildet die Grundlage für die Zinsgeschäfte der Geschäftsbanken. Ausführlicher dazu Beike/Schlütz (5. Auflage), S. 262

[22] Vgl. Dufey/Rehm (2000), S. 4

[23] Zu den Ausführungen auf S. 6-7: Vgl. Rudoplh/Hoffmann/Schaber/Schäfer (2007), S. 69-70

[24] Vgl. Krahnen (2005), S. 501

[25] Vgl. Rudolph/Hoffmann/Schaber/Schäfer (2007), S. 43 Schaubild

[26] Die zentrale Kernfunktion der Zweckgesellschaft ist der Erwerb von Aktivposten des Forderungsverkäufers. Die Zweckgesellschaft erscheint nicht in der Bilanz des Forderungsverkäufers.

[27] Zu den Ausführungen in diesem Absatz: Vgl. Bartmann/Buhl und Hertel (2008). S.3

[28] Vgl. Deutsche Bundesbank Monthly Report July 1997.

[29] Zu den Ausführungen auf S. 8 und 9: Vgl. Rudolph/Hoffmann/Schaber/Schäfer (2007), S. 40-44

[30] Vgl. Jobst. „A Primer on Structured Finance", S. 5 Schaubild.

[31] Beispielhaft lässt sich diese Verbriefungsform wie ein virtueller Korb darstellen, der Kreditkartenforderungen, Autoleasingforderungen und Anleihen beinhaltet. Fallen beispielsweise die Kreditkartenforderungen aus, so wird dieser Verlust durch den Restanteil des Korbs aufgefangen. Aufgrund der Zusammenlegung der unterschiedlichen Forderungsarten, erhält der CDO-Käufer in der Summe ein stabiles Finanzprodukt. Vgl. Jobst, „A Primer on Structured Finance", S. 8.

[32] Vgl. Bartmann/Buhl und Hertel (2008). S.5

[33] Vgl. Ebenda

[34] Vgl. Basel Committee on Banking Supervision (2008), S. 8-11

[35] In der Finanzmarktkrise von 2007-2009 waren zahlreiche ABSs, CDOs und MBSs (Immobilienbesicherte Schuldverschreibungen) ausgefallen, da aufgrund steigender Zinsen und fallender Häuserpreise viele Immobilienbesitzer ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Viele Banken, die CDOs bzw. andere Verbriefungsformen erworben hatten, mussten hohe. Abschreibungen verzeichnen und ein national wie international historisch bedeutendes Bankenrettungsprogramm wurde aufgelegt, um das System zu stabilisieren. Ausführlicher dazu: Vgl. Sinn (2009), S. 47 ff und S. 183 ff

[36] Vgl. Burghof/Henke/Rudolph/Schönbucher/Sommer (2000), S. 78

[37] Ebenda

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen der Nutzung von Kreditderivaten durch Banken auf ihr individuelles Risiko und auf das systemische Risiko
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Bank und Finanzwirtschaft)
Veranstaltung
Finanzwirtschaft
Note
2,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
38
Katalognummer
V298616
ISBN (eBook)
9783656951759
ISBN (Buch)
9783656951766
Dateigröße
806 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreditderivate, ABS, CDS, Finanzkrise, CLO, Asset Backed Securities, Credit Default Swaps, Risikomanagement, Hedging, Kreditverbriefungen, Finanzmarktkrise, Immobilienblase USA, Finanzinstrumente, Spekulation, Total Return Swap, CDO, Collaterized Debt Obligation, Credit Linked Note, CLN, Kontrahentenrisiko, Gegenparteienrisiko, systemisches Risiko, Kreditderivatemarkt, Banken
Arbeit zitieren
Patrick Hohensee (Autor), 2012, Die Auswirkungen der Nutzung von Kreditderivaten durch Banken auf ihr individuelles Risiko und auf das systemische Risiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298616

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