Die neue Demokratie. Transformation der Politischen Partizipation und ihre Folgen


Essay, 2015
5 Seiten, Note: Bestanden

Leseprobe

Die Partizipationsmöglichkeiten eines jeden Bürgers haben sich im Laufe der Jahre, von der Entstehung der Demokratie bis zum heutigen Tage im Wesentlichen verändert, sodass sich in diesem Kontext die Frage stellen lässt, ob man in der modernen Gesellschaft nun in eine neuen Form von Demokratie praktiziert. Genau dieser Sachverhalt soll auch die Leitfrage beziehungsweise Grundthese dieser Arbeit sein und im weiteren Verlauf erläutert werden. Dies soll durch eine argumentative Auseinandersetzung mit der Sichtweise von Mark E. Warren geschehen und basiert grundsätzlich auf dessen Arbeit A Second Transformation of Democracy aus dessen Werk Democracy & Trust aus dem Jahr 2004. So geht Warren nämlich von einer zweiten Entwicklungsstufe beziehungsweise Transformation der Demokratie aus. Hierbei ist die Erste als der Wandel von der antiken, partizipatorischen Demokratie zur zeitgenössischen, repräsentativen Demokratie zu verstehen. Die wissenschaftliche Relevanz dieser Arbeit besteht also im Aufzeigen neuen Politischen Partizipationsformen sowie der Existenz einer neuen Art der Demokratie. Zu Beginn muss demnach ein grundlegenderes Verständnis über Mark E. Warren Theorie geschaffen werden, um im Weiteren dessen Überlegungen systematisch und analytisch zu belegen. Im Schlusswort sollen abschließend alle gewonnenen Erkenntnisse festgehalten und dargelegt werden. Um ein umfassendes Verständnis der Thematik zu erlangen soll nun die Demokratie von der Antike aus betrachtet werden.

Wie es auch von Jochen Bleicken (1995: Seite 55 ff) belegt wird, gehört die Demokratie nach Athen; sie hat sich dort entwickelt, und man hat nur dort nach den Bedingungen für diese besondere Form politischen Lebens zu suchen hat. Um die Komplexität des Demokratiebegriffs an dieser Stelle auf ein Mindestmaß zu begrenzen, ist Demokratie hier lediglich als die politische Gewalt der Mehrheit, also den Bürgern, zu verstehen. Die Regierungsbeteiligung der Bürger in der antiken Polis ist an dieser Stelle als faktisch sehr hoch anzusiedeln. Dies wurde durch die gemeinsame Willensbildung sowie durch eine diskursive Beschlussfassung gewährleistet. So beschreibt es auch Mark E. Warren in dem er sagt: „In their earliest incarnations, democratic institutions were small-scale arrangements, limited to locales and city-states by their defining mechanism, decision-making by the assembled people.” (Warren, 2004: Seite 223) Die operationale Ebene im politischen System umfasste somit die Interessen aller an der Volksversammlung teilnehmenden Bürger und die Orientierung am Allgemeinwohl. Desweiteren wurde auch ein verhältnismäßig starkes Demokratieprinzip geschaffen, indem sich die Bürger der antiken Demokratie als Bekannte sahen und die aufgrund ihrer ethisch-kulturellen Homogenität auch praktizierten. Es ist somit klar anzunehmen, dass die Partizipationsmöglichkeiten am politisch-sozialen System der antiken Demokratie nicht nur für jeden Bürger gegeben waren, sondern auch größtenteils wahrgenommen und aktiv ausgelebt wurde. Eben diese Lebensart ist nach Warren hier als erste Demokratieform zu verstehen. Unter anderem durch das exponentiell ansteigende Bevölkerungswachstum änderte sich in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg die Demokratie deutlich. Dass die zuvor beschriebene Form des Selbstregierens die Anwesenheit der Bürger erfordert, ist insofern ein Problem, als das politische Gewicht des Einzelnen faktisch abnimmt, je höher die Anzahl der gesamten Bürger ist. Die Gesellschaft wurde also in dieser Zeit moderner aber auch komplexer, wodurch die Probleme der Motivation und Effektivität hervortraten. Es wurden somit Repräsentanten ausgesandt, um die Interessen der Massen in den Demokratischen Institutionen zu vertreten. Dies erkennt auch Mark E. Warren in seinem Werk Democracy & Trust: „The first major transformation of democracy thus involved the development of institutions of representation – a second form of democracy that enabled it to spread to larger political units and incorporate large numbers of people.” (Warren, 2004: Seite 223)

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Die neue Demokratie. Transformation der Politischen Partizipation und ihre Folgen
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Fakultät für Humanwissenschaften, Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Seminar „Politische Partizipation: Konstruktionsmerkmale ausgewählter Systeme“
Note
Bestanden
Autor
Jahr
2015
Seiten
5
Katalognummer
V299864
ISBN (eBook)
9783656974994
ISBN (Buch)
9783656975007
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratie, second transformation, democracy, Warren, democracy and trust
Arbeit zitieren
Oliver Adam (Autor), 2015, Die neue Demokratie. Transformation der Politischen Partizipation und ihre Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299864

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die neue Demokratie. Transformation der Politischen Partizipation und ihre Folgen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden