Gendergerechte Sprache. Die Feministische Linguistik auf dem Prüfstand


Seminararbeit, 2015

38 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik

3. Feministische Linguistik
3.1 Die Anfänge der feministisch-linguistischen Diskussion
3.2 Schwerpunkte der feministischen Sprachforschung

4. Feministische Sprachkritik
4.1 Sexismus im Sprachsystem und im Sprachgebrauch
4.2 Der Genus-Sexus-Konflikt
4.3 Die Kontroverse um das generische Maskulinum

5. Feministische Sprachpolitik
5.1 Massnahmen zur sprachlichen Gleichbehandlung
5.1.1 Paarformen
5.1.2 Geschlechtsabstrakte Personenbezeichnungen
5.1.3 Geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen
5.1.4 Kollektivbezeichnungen

6. Qualitative Analyse
6.1 Forschungsdesign
6.2 Auswertung
6.2.1 Untersuchungsergebnisse
6.2.2 Interpretation

7. Synthese

8. Bibliografie

9. Anhang

1. Einleitung

Ist die deutsche Sprache frauenfeindlich? Werden Frauen in der Sprache unzureichend be- rücksichtigt? Laut Gesetz sind Frauen und Männer in der Schweiz gleichgestellt. Doch sind sie es auch in unseren Köpfen und in unserer Sprache? Diese und weitere Fragen haben in den vergangenen Jahren immer wieder die Gemüter erhitzt. Kaum ein linguistisches Thema polarisiert so stark wie das der gendergerechten Sprache. Insbesondere feministische Lingu- istinnen und Linguisten beschäftigen sich seit Längerem mit diesem Thema. Sie sind nach wie vor der festen Meinung, dass Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann erst dann vollends erreicht ist, wenn diese auch in der Sprache explizit passiert. Als wichtigste Grundsätze zum Erreichen dieser Gleichstellung gilt für sie das sprachliche Sichtbarmachen des Geschlechts. Konkret bedeutet dies, dass überall da, wo Frauen beteiligt sind, diese auch genannt werden sollen. Weiter fordern sie, dass wenn beide, also Mann und Frau, ge- nannt werden, auch beide sprachlich gleich behandelt werden müssen. Da in der deutschen Sprache die Kategorie Genus besteht, stellte sich immer wieder die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Genus und Sexus. Infolgedessen gestaltete sich die Diskussion um die Anpassung der Sprache ungleich schwieriger und ist nach wie vor nicht abgeschlossen.

Heute existieren zahlreiche Leitfäden mit Tipps zur Anwendung gendergerechter Sprache. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verwendung kreativer Formulierungen, die einer eindeutigen Sprachregelung entsprechen und beide Geschlechter gleichwertig einbeziehen. So hat auch die Schweizerische Bundeskanzlei einen Leitfaden mit Vorschlägen veröffentlicht, der aufzeigt, wie asymmetrische Formulierungen nach feministisch-sprachlichen Gesichtspunkten umgestaltet werden können.

So notwendig die Forderung nach Gleichstellung in der Sprache für die einen ist, so vehement wird sie seit jeher angeprangert. Gendergerechte Sprache sei Gift für die sprachliche Eleganz, stilistisch unpraktisch, gar unschön. Mit der vorliegenden Seminararbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit die feministische Sprachkritik berechtigt ist respektive wo sie aneckt. Ist gendergerechte Sprache tatsächlich notwendig oder ist sie lediglich Ausdruck des Durchsetzungszwangs emanzipatorischer Frauen aus den siebziger Jahren? Führt sie zur Verunstaltung und Unleserlichkeit von Texten? Um dies zu beantworten, muss zunächst folgenden Fragen nachgegangen werden: Inwieweit ist die deutsche Sprache gendergerecht respektive inwieweit ist sie sexis- tisch? Was ist Feministische Linguistik und wo liegt deren Ursprung? Wie manifestiert sich Sprachwandel durch feministische Sprachkritik?

Dazu wird zunächst auf die Anfänge der feministisch-linguistischen Diskussion eingegangen, bevor anschliessend die Asymmetrien im deutschen Sprachsystem sowie der sexistische Sprachgebrauch aufgezeigt werden. Weiter werden die Massnahmen zur sprachlichen Gleichbehandlung aufgezeigt, wobei insbesondere auf diejenigen der Schweizerischen Bundeskanzlei eingegangen wird.

Um die theoretischen Fakten nicht alleine im Raum stehen zu lassen, folgen im zweiten Teil der Arbeit die Erkenntnisse einer qualitativen Umfrage. Dazu wurde die Auswertungsmetho- de der „Qualitativen Inhaltsanalyse“ nach Mayring (2008) verwendet. Diese soll Aufschluss darüber geben, ob sich der im Zuge der feministischen Sprachpolitik initiierte Sprachwandel lediglich auf dem Papier vollzogen oder auch in den Köpfen der Bevölkerung etwas ausge- löst hat. Eine qualitative Untersuchung zur Frage des Stellenwerts, der einer Veränderung der Sprache beim Wandel der gesellschaftlichen Rolle von Frauen beigemessen wird, soll diesbezügliche Trends aufzeigen. Weiter soll die Untersuchung beleuchten, wie die Chancen der Durchsetzung einer gendergerechten Sprache als Standard stehen und wie stark die Forderung nach einer gendergerechten Sprache tatsächlich ist.

Zum Schluss wird versucht, in einer Diskussion eine Antwort auf die grundlegende Frage nach der Legitimität der feministischen Sprachkritik zu geben.

2. Methodik

Das Kapitel Methodik beschreibt den Aufbau der vorliegenden Arbeit. In einem ersten Schritt sind theoretische Überlegungen notwendig, um die formulierten Fragestellungen zu untersu- chen. Das heisst, der Untersuchungsgegenstand wird zunächst in den Forschungskontext gestellt, um das wissenschaftliche Umfeld der Fragestellung zu erschliessen. Im Kapitel „Anfänge der feministisch-linguistischen Diskussion“ werden relevante begriffliche Definitionen geliefert und auf die damit einhergehenden Dimensionen wie Entstehung, Ent- wicklung, Motive, Schwerpunkte und Ziele der feministischen Linguistik eingegangen. Im Kapitel „Feministische Sprachkritik“ werden die Themen der Feministischen Sprachkritik genauer beleuchtet. Es wird einerseits auf die grammatisch-theoretischen Hintergründe zur Genus-Sexus Debatte eingegangen, andererseits wird der sexistische Sprachgebrauch auf- gezeigt.

Das Kapitel „Feministische Sprachpolitik“ fasst die verschiedenen sprachpolitischen Mass- nahmen, die zur gezielten sprachlichen Gleichbehandlung führen, zusammen. Dabei wird insbesondere Bezug auf den Leitfaden der Schweizerischen Bundeskanzlei genommen. Das Kapitel „Qualitative Analyse“ greift die durchgeführte, empirische Untersuchung auf. Da- bei wird aufgezeigt, ob der durch die feministische Sprachkritik erfolgte Sprachwandel tat- sächlich zu einer Bewusstseinsänderung im Sprachgebrauch geführt hat. Im Kapitel „Synthese“ werden die Ergebnisse der Umfrage diskutiert respektive in einer Syn- these zusammengefasst, wobei insbesondere auf die zu Beginn formulierten Fragestellun- gen Bezug genommen wird.

3. Feministische Linguistik

In diesem Kapitel wird aufgezeigt, inwieweit das Forschungsfeld rund um das Thema der feministischen Sprachforschung bereits bearbeitet worden ist.

3.1 Die Anfänge der feministisch-linguistischen Diskussion

Die Feministische Linguistik erlebte ihre Geburtsstunde 1973, als die Sprachwissenschaftle- rin Robin Lakoff mit ihrem Aufsatz „Language and Women’s Place“ erstmals das Thema der Sprache von Frauen und Männern aufgriff. Sie sprach dabei von einer Frauen- und einer Männersprache. Lakoff legte mit diesem Aufsatz gewissermassen den Grundstein für nach- folgende, feministisch-linguistische Untersuchungen (vgl. Lakoff 1975). Im deutschsprachigen Raum waren es insbesondere die Sprachwissenschaftlerinnen Senta Trömel-Plötz und Luise F. Pusch, die weitere Forschungen zu dieser Thematik betrieben (Samel 2000: 31).

Die Feministische Linguistik resultierte aus der Zweiten Frauenbewegung. Denn nachdem die Frauen für ihre „ökonomische, politische, soziale und kulturelle Gleichberechtigung“ (ebd.: 16) gekämpft hatten, forderten sie im Zuge der Zweiten Frauenfrauenbewegung Ende der 1960er Jahre endlich „die tatsächliche Umsetzung der von der ersten Frauenbewegung eingeforderten Rechte in die soziale Praxis“ (Lutter/Reisenleitner 2008: 101). Frauen sollten endlich im öffentlichen Leben und in Bezug auf Bildungschancen gleichgestellt sein. Wie be- reits in der ersten Frauenbewegung ging es auch in der Zweiten Frauenbewegung um das „Sichtbarmachen von Frauen“ (ebd.), und zwar in jeglichen Bereichen des Lebens.

Der Begriff Feminismus umfasst beides: zum einen die Theorie, die den patriarchalischen Gehalt aller kulturellen Hervorbringungen des Mannes (der sich traditionell als Mensch schlechthin definiert) blosslegt und kritisiert und sich erst allmählich herausbildet und zum anderen die Neue Frauenbewegung selbst (Samel 2000: 17).

Analog dazu verfolgte die feministische Linguistik das Ziel, Frauen auch in der Sprache sichtbar zu machen. Im Zuge der Zweiten Frauenbewegung entstand der Begriff „Sexismus“, der die Unterdrückung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts bedeutet. Die gesellschaftlichen Strukturen, die Frauen in der Tat benachteiligten, jedoch akzeptiert wurden, wurden von Feministinnen sukzessive angeprangert (Samel 2000: 20).

Feministische Sprachwissenschaftlerinnen, darunter insbesondere Senta Trömel-Plötz, kriti- sierten „sowohl das Sprachsystem mit seinen Subsystemen Lexik und Grammatik als auch den Sprachgebrauch“ (ebd.), da sich ihrer Meinung die Frauendiskriminierung vor allem über Sprache und Sprechen manifestiert.

3.2 Schwerpunkte der feministischen Sprachforschung

Forschungen über die Zusammenhänge von Sprache, Geschlecht und Macht bestätigten Linguistinnen alsbald in ihrer Annahme, dass sich die soziale Diskriminierung von Frauen auch auf der sprachlichen Ebene manifestiert (Samel 2000: 39).

Laut der Begründerinnen der feministischen Linguistik, Luise F. Pusch und Senta TrömelPlötz (1982: 33), entstand die feministische Linguistik, „als bestimmte Feministinnen einen Blick auf ihr eigenes Fachgebiet warfen oder eher, als bestimmte Linguistinnen feministische Ideen auf ihre eigene Wissenschaft anwendeten“. Dem fügen sie hinzu, dass die feministische Linguistik den Anspruch habe „ein offiziell anerkannter und geförderter Forschungsbereich innerhalb der Sprachwissenschaft“ (ebd.) zu sein.

Samel (2000: 39) ist zwar damit einverstanden, expliziert jedoch, dass die feministische Lin- guistik offensichtlich auf eine Veränderung im Sprachgebrauch abzielt und daher ferner ei- nem sprachpolitischen Aspekt mit speziell feministischem Hintergrund darstellt. Es steht da- her ausser Frage, dass die feministische Linguistik unter anderem auch darauf abzielt, die patriarchalisch-sexistischen Verhältnisse in der deutschen Sprache sichtbar zu machen.

In der feministischen Sprachwissenschaft wird für Frauen aktiv Partei genommen, was als politisches Handeln zu verstehen ist. Denn Femi- nismus ist parteilich: Er bezieht einseitig Stellung für die Frauen. Femi- nistische Sprachkritik ist auch Patriarchatskritik, wenn sie für die Vor- herrschaft des männlichen Prinzips in der Sprache anprangert (ebd.: 40).

Das grundlegende Verdienst der feministischen Linguistik manifestiert sich darin, dass sie sich die Diskriminierung von Frauen mittels der Sprache als Forschungsgegenstand zu- schreibt.

Grundsätzlich werden innerhalb der feministischen Sprachforschung zwei inhaltliche Schwerpunkte unterschieden. Zum einen beschäftigen sich Linguistinnen und Linguisten mit der Gesprächslinguistik aus feministischer Perspektive. Für die vorliegende Arbeit ist diese Richtung jedoch nur von marginaler Relevanz. Aus diesem Grund wird auf weitere Ausführungen dazu verzichtet.

Und zum anderen stellen sie systemlinguistische Untersuchungen zum Thema Sprache und Geschlecht an. Konkret bedeutet dies, dass die einst aufgedeckten patriarchalischen Struktu- ren und die dadurch entstandene Diskriminierung der Frauen in der Sprache strukturell ana- lysiert werden (Pusch: 1990). Das heisst, es werden Untersuchungen über Sprache und Ge-schlecht im System einer Sprache angestellt. Dabei werden der Wortbestand und die Grammatik der entsprechenden Sprache aus feministischer Perspektive mit der Frage nach der Repräsentation von Frauen in der Sprache untersucht.

Luise F. Pusch hat diesem Ansatz den Namen „Feministische Systemlinguistik“ in ihrem Werk „Alle Menschen werden Schwestern: feministische Sprachkritik“ (1990) gegeben. Ihrer Definition nach geht es in der feministischen Systemlinguistik darum, den diskriminierenden und sexistischen Sprachgebrauch in der deutschen Sprache aufzuzeigen und letztlich zu kritisieren. Daraus haben sich Richtlinien und Leitfäden mit Alternativen für einen nicht- sexistischen Sprachgebrauch entwickelt.

4. Feministische Sprachkritik

Die frühe Sprachkritik zum Thema der sprachlichen Benachteiligung der Frau war zwar stets an den Begriff des Feminismus gekoppelt, wurde aber vereinzelt auch von Männern geäus- sert, darunter von Sprachkritiker Karl Kraus oder Jan Baudouin de Courtenay. Letzterer untersuchte 1929 den „Einfluss der Sprache auf die Weltanschauung und die Stimmung ihrer Sprecherinnen und Sprecher“ (Samel 2000: 50). Er ging davon aus, dass die Diskriminierung der Frauen von sprachlichen Eigentümlichkeiten bestimmter Sprachen, wie etwa vom Genussystem im Deutschen, abhängig ist. Die Verwendung eines Substantivs mit einer Genusbezeichnung übe einen Einfluss auf die Psyche der Sprecherin oder des Spre- chers aus, was schliesslich „eine Sexualisierung des sprachlichen Denkens“ zur Folge habe (ebd.).

Es findet sich bei Baudouin de Courtenay (1929) die feministische These, dass der Mann als Norm schlechthin gelte und die Frau lediglich eine Abweichung dieser Norm darstelle. Er überträgt diese Erkenntnis auf die Wortbildung und prangert die Ableitung des Femininums vom Maskulinum an. Er (1929: 231ff.) expliziert dies folgendermassen:

Diese in der Sprache zum Vorschein kommende Weltanschauung, nach wel- cher das männliche als etwas Ursprüngliches und das weibliche als etwas ab- geleitetes aufgefaßt wird, verstösst gegen die Logik und gegen das Gerechtig- keitsgefühl.

Linguistinnen und Linguisten knüpfen heute noch an die Sprachkritik Baudouin de Courtenays an. Dabei übernehmen sie insbesondere das Medium der Sprachkritik, um so die sprachliche Diskriminierung der Frau aufzuzeigen.

Ziel jeder Sprachkritik ist die Veränderung des negativ Kritisierten. Aus feministischer Per- spektive gibt es bei der deutschen Sprache in zweierlei Hinsicht Anlass zu Kritik: Einerseits wird das Sprachsystem mit seinen androzentrischen Sprachnormen kritisiert, andererseits der sexistische Sprachgebrauch. Die Kritik am Sprachsystem konzentriert sich vornehmlich auf morphologisch-syntaktische und lexikalische Mängel und Schwächen. Die Kritik am Sprachgebrauch prangert hingegen die Verwendungsweise(n) von Sprache an (Samel: 2000: 52).

Grundsätzlich versucht die feministische Sprachkritik veraltete und stereotypische Denkweisen und die damit verbundenen gesellschaftssozialen Umstände aufzuspüren, sie kritisch zu hinterfragen und sie schliesslich abzubauen (ebd.).

4.1 Sexismus im Sprachsystem und im Sprachgebrauch

Die Verbindungen zwischen Sprache und Geschlecht führen unmittelbar zur Frage nach dem Verhältnis von Sprache und Gewalt. Das Geschlechterverhältnis ist Teil der feministischen Sprachforschung, wobei ihr Interesse insbesondere der Gewalt, die durch Sprache evoziert wird, gilt. Gewalt durch Sprache besteht sowohl in der offenen Form wie beispielsweise der Beschimpfung als auch in sublimer Form - eine verfeinerte Form, die sich gegen Frauen aufgrund ihres Frauseins richtet und erst durch die Analyse sichtbar wird (Samel 2000: 41). Als feministische Disziplin interessiert sich die Feministische Linguistik vor allem für die „Un- terdrückungsmechanismen, die gegen Frauen angewandt werden“ (ebd.). Unabhängig da- von, ob diese Mechanismen bewusst oder unbewusst verwendet werden (ebd.). Als Linguistin sieht Senta Trömel-Pölz im sprachlichen Sexismus Gewalt durch Sprache und sensibilisiert seit jeher darauf. Ihrer Meinung nach definieren die Mächtigen (gemeint sind die Männer) die Wirklichkeit mehr als die weniger Mächtigen (gemeint sind die Frauen) und fü- gen somit den Frauen Gewalt zu. Die Mächtigen hätten zudem auch Einfluss auf die Spra- che, indem sie ihre eigenen Wortbildungen, Formulierungen, Definitionen und Neubildungen durchsetzten (vgl. Trömel-Pölz 1984).

Trömel-Plötz (1984: 156) definiert in ihrem Buch „Gewalt durch Sprache“ sexistischen Sprachgebrauch folgendermassen:

Sprache ist sexistisch, wenn sie Frauen und ihre Leistung ignoriert, wenn sie Frauen nur in Abhängigkeit von und Unterordnung zu Män- nern beschreibt, wenn sie Frauen nur in stereotypen Rollen zeigt und ihnen so über das Stereotyp hinausgehende Interessen und Fähigkei- ten abspricht und wenn sie Frauen durch herablassende Sprache de- mütigt und lächerlich macht.

Weiter fügt Trömel-Plötz in ihrem Buch hinzu, dass die Sprache den Frauen Gewalt antut, weil sie die männlichen Formen präferiere. In der Weltsicht, die damit geschaffen würde, wären Frauen schlicht nicht präsent (ebd.).

Im sexistischen Sprachgebrauch herrscht generell der Mann vor. Man spricht auch von androzentrischem Sprachgebrauch. Die sogenannte androzentrische Ersetzungsregel besagt, dass „maskuline Personenbezeichnungen neutral seien und stellvertretend für die Bezeichnung von Frauen verwendet werden können“ (Samel 2000: 55). Umgekehrt hingegen ist es nicht möglich, dass feminine Personenbezeichnungen die maskulinen ersetzen. Senta Trömel-Plötz (1984: 160) spricht hier erneut von Gewalt durch Sprache.

[...]

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Gendergerechte Sprache. Die Feministische Linguistik auf dem Prüfstand
Hochschule
Universität Basel  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Stilistik aus sprachwissenschaftlicher Sicht
Autor
Jahr
2015
Seiten
38
Katalognummer
V299902
ISBN (eBook)
9783656963042
ISBN (Buch)
9783656963059
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gendergerechte Sprache, Genderwahn, Sexismus in der Sprache, Geschlechtergerechte Sprache, Gender-Debatte
Arbeit zitieren
Alexandra Hauenstein (Autor), 2015, Gendergerechte Sprache. Die Feministische Linguistik auf dem Prüfstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299902

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