Stakeholder-Theorie und "Sustainable Supply Chain Management". Grundlagen und Unternehmenspraxis


Hausarbeit, 2015
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sustainable Supply Chain Management
2.1 Was wird unter SSCM verstanden?
2.2 Herleitung des Begriffs SSCM
2.3 Definition SSCM
2.4 Bedeutung von SSCM
2.5 Verknüpfung von SSCM und Nachhaltigkeit/CSR

3 SSCM in der Unternehmenspraxis.
3.1 Ansatzpunkte für Unternehmen
3.2 Chancen und Risiken von SSCM
3.3 Treiber von SSCM
3.4 Barrieren von SSCM
3.5 Negative Praxisbeispiele: Nike und Mattel.

4 Ausblick SSCM

5 Die Stakeholder-Theorie
5.1 Definition der Stakeholder-Theorie
5.2 Stakeholdergruppen
5.3 Stakeholder-Theorie als Bestandteil der unternehmerischen Nachhaltigkeit
5.3.1 Stakeholder-Dialoge

6 Ausblick Stakeholder-Theorie in Bezug auf das Nachhaltigkeitsmanagement von Unternehmen

7 Zusammenhang SSCM und Stakeholder-Theorie

8 Fazit.

IV Literaturverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verschiedene Dimensionen des SSCM

Abbildung 2: Treiber für SSCM

Abbildung 3: Stakeholderbaum

III Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im unternehmerischen Denken hat ein Wandel stattgefunden. Dieser Wandel beruht auf den Forderungen der Stakeholder an die Unternehmen für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen und der Transparenz im Bereich der Nachhaltigkeit.1 Durch diesen gesellschaftlichen Druck geraten die Unternehmen in eine Position, in der sie sich mit unternehmerischem Nachhaltigkeitsmanagement auseinandersetzen müssen, umso den Erwartungen ihrer Anspruchsgruppen gerecht zu werden.2

Die Idee des unternehmerischen Nachhaltigkeitsmanagements ist es, ökologische, öko- nomische und soziale Wirkungen so zu steuern, dass sie einen nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft, die Umwelt und das Unternehmen leisten.3 Die Herausforderungen und die Suche nach Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit können jedoch nicht mehr von einem einzelnen Unternehmen alleine bewältigt werden. Die Unternehmen benöti- gen die Mithilfe von ihren Stakeholdern und diverse Kooperationspartner, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und neue Innovationschancen zu finden.4

Um Nachhaltigkeitsziele erfolgreich zu erreichen, ist die Integration des Sustainable Supply Chain Management in die Unternehmenswerte und -strategien notwendig. Da die Gesellschaft nicht mehr nur auf die Herkunft der Produkte achtet, sondern den Blick auf den kompletten Lebenszyklus eines Produktes richtet, muss dieser durchgehend nachhaltig und transparent erfolgen.5 Zusätzlich möchten Unternehmen ihre unternehmerischen Tätigkeiten in Einklang mit den Stakeholdern durchführen, da diese die ökonomische Leistung und den Unternehmenserfolg sichern.6

Die nachhaltige Wertschöpfungskette und die Stakeholder-Theorie sind aktuelle bedeutende Themen im Bereich der Nachhaltigkeitsaktivitäten von Unternehmen.7 Sie können durch ihren Leistungsbeitrag einen enormen Einfluss auf den Unternehmenserfolg nehmen und werden somit als zukünftige Erfolgsfaktoren angesehen.8

2 Sustainable Supply Chain Management

In diesem Abschnitt wird auf die Herleitung von Sustainable Supply Chain Management eingegangen, sowie die Verknüpfung von Sustainable Supply Chain Management und der Nachhaltigkeit erläutert.

2.1 Was wird unter SSCM verstanden?

Durch die ökonomische Globalisierung haben sich komplexe Zulieferketten gebildet. Vorteile dieser Zulieferketten sind Effizienzgewinnung für die Hersteller und dadurch verbundene Kostenersparnisse für die Konsumenten. In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit noch wenig bis gar keine Rolle im unternehmerischen Denken spielte, wurde unter dem Begriff Lieferkettenmanagement die effiziente Logistik und eine möglichst preisgünstige Beschaffung von Rohstoffen verstanden.

Seit dem Jahr 1990 sind die Anforderungen der Gesellschaft in Bezug auf das Liefer- kettenmanagement der Unternehmen stetig gewachsen - ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte sind in den Vordergrund getreten. Die Kunden und die Investoren erwarten, dass Unternehmen die Verantwortung für den gesamten Produkt- lebenszyklus übernehmen.9 Jedoch beziehen sich die Erwartungen der Stakeholder nicht mehr nur auf einfache Mindeststandards, wie etwa die Vermeidung von Zwangsarbeit oder Kinderarbeit. Vielmehr wird von den Unternehmen erwartet, dass Nachhaltigkeits- prinzipien in sämtlichen Ebenen der Lieferkette gewährleistet werden.10 Demzufolge wird von den Stakeholdern ein breiterer Blick auf die Wertekette geworfen. Es wird nicht nur auf die Herkunft der Materialien bzw. der Rohstoffe für ein Produkt geachtet, sondern auch deren nachhaltige Verwendung und Entsorgung werden von der Gesell- schaft kritisch hinterfragt.11

2.2 Herleitung des Begriffs SSCM

SSCM setzt sich aus den beiden Begriffen Sustainability und Supply Chain Manage- ment (Management von Wertschöpfungsketten) zusammen. Daher wird im Folgenden kurz auf die beiden Begriffe Nachhaltigkeit und Wertschöpfungskette eingegangen. Unter SCM wird ein prozessoptimiertes Management- und Organisationskonzept ver- standen, bei dem die Planung und Organisation innerhalb der Lieferkette im Vorder- grund steht. Seinen Ursprung hat SCM in der Logistik, um die Sicherung von Gütern zu gewährleisten. Ziel dabei ist es, eine effiziente Wertschöpfungskette mit Hilfe der beteiligten Lieferanten zu schaffen.12 Der Aspekt der Nachhaltigkeit zielt darauf ab, dass ökonomische, soziale und ökologische Aspekte eingehalten werden.13 Daher wird auch vom „Drei-Säulen-Modell“ der Nachhaltigkeit gesprochen.

2.3 Definition SSCM

Aus den zwei oben genannten Definitionen lässt sich der Begriff Sustainable Supply Chain Management besser verstehen. Für SSCM gibt es keine offizielle Definition. In dieser Hausarbeit wird die Definition verwendet, die auch in der Studie vom Bundesmi- nisterium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) benutzt wird:

„The management of material, information and capital flows as well as coopera- tion among companies along the supply chain while taking goals from all three dimensions of sustainable development, i.e., economic, environmental and so- cial, into account which are derived from customer and stakeholder require- ments. In sustainable supply chains, environmental and social criteria need to be fulfilled by the members to remain within the supply chain, while it is expected that competitiveness would be maintained through meeting customer needs and related economic criteria.“14

Diese Definition besagt, dass Unternehmen entlang der Lieferkette mit ihren Stakehol- dern Kooperationen bilden, um ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in ihrem Wertschöpfungsprozess einzubeziehen.15 Die Einhaltung ökologischer und sozialer As- pekte ist der große Unterschied zum konventionellen Supply Chain Management. SCM konzentriert sich hauptsächlich auf die wirtschaftlichen Aspekte.16 Die nachhaltige Wertschöpfungskette kann daher definiert werden, als eine Lieferkette, in der ökonomi- sche Ziele erreicht werden, ohne dass soziale und ökologische Aspekte vernachlässigt werden.17

2.4 Bedeutung von SSCM

Seit dem Jahr 2010 ist nachhaltiges SCM ein Schwerpunktthema des Deutschen Global Compact Netzwerkes (DSGCN) und die Bedeutung dieses Themas ist ständig gewach sen.18 Mittlerweile berichten 95 Prozent der weltweit umsatzstärksten Unternehmen über ihre Nachhaltigkeitskennzahlen.19 Dieses Umdenken der Unternehmen beruht zum einem auf dem gesellschaftlichen Wandel und zum anderen auf der Veränderung der Umwelt.20 Vor allem für Industrieunternehmen ist eine nachhaltige Wertschöpfungskette von großer Bedeutung, da komplexe Lieferantenbeziehungen bestehen und ein hoher Material- und Ressourcenverbrauch herrscht.21

2.5 Verknüpfung von SSCM und Nachhaltigkeit/CSR

Zu Beginn der Nachhaltigkeitsdebatten lag der Fokus auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene. Heute hat sich der Fokus auf die betrieblichen Wertschöpfungsprozesse verla- gert. Die gesamte Wertschöpfungskette kann einen Beitrag für die Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen leisten, da großes und oftmals ungenutztes Potenzial darin liegt. Vor allem eine sachgemäße Verwendung von knappen Ressourcen und die Minimierung von ökologischen Schäden kann durch eine nachhaltige Wertschöpfungskette gewähr- leistet werden. Um eine Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen zu gewährleisten, ist die Integration von Sustainable Supply Chain Management in die Nachhaltigkeitsstrategie von großer Bedeutung.22 Es kann daher gesagt werden, dass das Konzept der Nachhal- tigkeit mit den drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziologie in sehr engem Zusam- menhang mit SSCM steht. SSCM kann in der Folge als Teilbereich des Nachhaltig- keitsmanagements angesehen werden.

3 SSCM in der Unternehmenspraxis

Im folgenden Kapitel werden auf die diversen Ansatzpunkte, wie Unternehmen eine nachhaltige Wertschöpfungskette umsetzen können, eingegangen. Ebenfalls werden auf Chancen und Risiken, sowie auf Treiber und Barrieren näher eingegangen. Zum Abschluss dieses Kapitels werden die Auswirkungen einer fehlerhaften Lieferkette anhand der zwei Unternehmen Nike und Mattel erläutert.

3.1 Ansatzpunkte für Unternehmen

Ein wichtiger Ansatzpunkt des nachhaltigen SCM für Unternehmen ist es, dass jedes Unternehmen seine eigenen Chancen und Risiken in der Lieferkette kennen muss. Da- her kann nicht von einer allgemeinen Vorgehensweise ausgegangen werden. Des Weite- ren erweisen sich Ansätze bei SSCM, welche nur auf die Risikovermeidung ausgerich tet sind, als nicht ausreichend, da sie nur die Probleme in der Wertschöpfungskette auf zeigen, aber keine entsprechende Problemlösung veranschaulichen. Um ein nachhaltiges Management der Zulieferkette aufzubauen, müssen Unternehmen den ganzen Wertschöpfungsprozess durchleuchten und Kooperationen mit den relevanten StakeholderGruppen, wie etwa Lieferanten, NGOs etc. schaffen, umso ein stabiles und sicheres Unternehmensumfeld aufzubauen.23

In der untenstehenden Grafik ist ersichtlich, dass die Ansatzpunkte für Unternehmen im Aufbau einer nachhaltigen Wertschöpfungskette von den „Basic“ Methoden, die aber wie bereits erwähnt nicht ausreichend sind, bis hin zu der „Resilient“ Methode reichen. Diese kreiert eine langfristige nachhaltige Unternehmenskultur und Partnerschaften im Sektor des SSCM und ist daher der effektivste Ansatz für die Unternehmen.

Die Dimension „Pro-active“ ist die am weitesten verbreitete Maßnahme. Vor allem Großkonzerne haben für ihre Lieferanten Verhaltenskodizes, so genannte Codes of Conduct, erstellen lassen. In den Verhaltenskodizes gibt das Unternehmen vor, wie sich ein Zulieferer in den Bereichen Menschenrechte, Umwelt und Arbeitsbedingungen zu verhalten hat.24 Die Zulieferer werden regelmäßig von Audit-Firmen oder NGOs im Auftrag des Unternehmens überprüft. Falls der Zulieferer die Verhaltenskodizes nicht einhält, wird die Zusammenarbeit mit ihm beendet.25 Diese Vorgehensweise wird je- doch von NGOs etc. kritisch betrachtet. Bevor es zu einer Kündigung der Zusammenar- beit zwischen Zulieferer und Unternehmen kommt, sollen durch Schulungen und Ge- spräche Möglichkeiten erarbeitet werden, um eine Verbesserung der Situation zu schaf- fen.26

[...]


1 Vgl. Bruhn-Hansen2012, S. 5.

2 Vgl. Schaltegger et. al.2007, S. 13.

3 Vgl. Schaltegger et. al.2007, S. 10.

4 Vgl. Ecosense2013, S. 3.

5 Vgl. Ganse/Werhahn2012, S. 1.

6 Vgl. Albrecht2008, S. 7.

7 Vgl. United Nation2000, S. 5.

8 Vgl. Albrecht2008, S. 7.

9 Vgl. Koalick2010, S. 1.

10 Vgl. Koalick2010, S. 2.

11 Vgl. Ganse/Werhahn2012, S. 1.

12 Vgl. Winkler et al.2007, S. 23.

13 Vgl. Winkler et al.2007, S. 29.

14 Seuring/Müller2008, S. 1700.

15 Vgl. Winkler et al.2007, S. 113.

16 Vgl. Schaltegger/Harms2010, S. 3.

17 Vgl. Diaz/Ketterer/Iten2008, S. 5.

18 Vgl. Koalick2010, S. 1.

19 Vgl. Ganse/Werhahn2012, S. 2.

20 Vgl. Bruhn-Hansen2012, S. 5.

21 Vgl. Schaltegger/Harms2010, S. 16.

22 Vgl. Winkler et al.2007, S. 20.

23 Vgl. Koalick2010, S. 3.

24 Vgl. Loew2005 S. 10.

25 Vgl. Koalick2010, S. 4.

26 Vgl. Koalick2010, S. 5.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Stakeholder-Theorie und "Sustainable Supply Chain Management". Grundlagen und Unternehmenspraxis
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V300352
ISBN (eBook)
9783656970309
ISBN (Buch)
9783656970316
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SSCM, Supply Chain Management, Sustainable, Stakeholder, Stakeholdertheorie, Nachhaltigkeit, CSR
Arbeit zitieren
David Leu (Autor), 2015, Stakeholder-Theorie und "Sustainable Supply Chain Management". Grundlagen und Unternehmenspraxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300352

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