Die Gründe der deutschen Niederlage im zweiten Weltkrieg


Facharbeit (Schule), 2010

16 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. An der Ostfront

2. An der Westfront

3. In Nordafrika

4. Schlacht von Stalingrad

5. Luftschlacht um England

6. Landung in der Normandie

7. Fazit

8. Quellenverzeichnis

An der Ostfront:

Am 22.06.1941 marschierten rund 3,6 Millionen Soldaten der Achsenmächte und deren Verbündeten (Deutschland, Italien, Rumänien, Finnland, Ungarn, Spanien) in der Sowjetunion ein. Das Unternehmen trug den Namen „Barbarossa“. Die Berechtigung für diesen Krieg sah Hitler in der Lebensraumtheorie. Das Heer wurde in drei Angriffskeile, die Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd, unterteilt. Die Heeresgruppe Nord sollte das Baltikum einnehmen und nach Leningrad vorstoßen. Sie erreichte das gesetzte Ziel bis zum 8. September. Aber dann kam das Unternehmen ins Stocken. Die Heeresgruppe Nord musste Leningrad für ca. 900 Tage belagern, um die Bevölkerung durch Aushungern zu zermürben. Insgesamt aber eroberten die Deutschen sehr viel Kriegsgerät und machten mehrere Millionen Gefangene, da unter anderem das sowjetische Militär, vor allem in den unteren und mittleren Führungsebenen, schlicht weg nicht mit einem Angriff der Deutschen gerechnet hatte.

Auf deutscher Seite wurden die Leistungs- und Leidensfähigkeit des sowjetischen Volkes, die Größe des russischen Raums und die klimatischen Bedingungen jedoch unterschätzt. Am 2. Oktober befahl Hitler der Heeresgruppe Mitte, die die Hauptlast trug und entsprechen stark ausgerüstet war, Moskau durch einen einzigen Feldzug einzunehmen, obwohl ihm das von führenden Militärs abgeraten wurde. Die Offensive kam aber wegen des ungewöhnlich früh einsetzenden Winters und dem Gegenangriff des sowjetischen Generals Schukow zum erliegen. Die Deutschen errangen aber weiterhin Sieg um Sieg und machten unglaublich große Gebietsgewinne. Währenddessen organisiert sich die Rote Armee aber neu und verlegte die Kriegsproduktion unerreichbar für deutsche Bomber hinter den Ural.

Am 28. Juni 1942 trat die Heeresgruppe Süd, die mit der Eroberung der Ukraine beauftrag war, eine neue Offensive gegen Stalingrad und die kaukasischen Ölfelder an. Ungefähr 6 Wochen später blieb der Angriff auf die Ölfelder jedoch stecken. Trotzdem griff noch im selben Monat, am 19. August, die 6. Armee der Heeresgruppe Süd Stalingrad an. Niemand rechnete damit, dass diese Schlacht den Wendepunkt an der Ostfront herbeiführen würde. Bis Mitte November waren in verlustreichen Kämpfen 90 Prozent des Stadtgebietes an die Deutschen gefallen. Am 19. November gingen die Sowjets jedoch zu einer Gegenoffensive über und schlossen 284000 rumänische und deutsche Soldaten ein. Am 31. Januar bzw. am 2. Februar 1943 war die Kapitulation der deutschen in Stalingrad perfekt. Damit war der psychologische Wendepunkt im Krieg gekommen. Die Deutschen galten nicht mehr als unbesiegbar und die Mehrheit der deutschen Bevölkerung glaubte nicht mehr an den Endsieg.

Noch im selben Monat eroberten die Sowjets strategisch wichtige Punkte, unter anderem Charkow (Ukraine), zurück. Die Deutschen schafften es aber durch die Zurückeroberung Charkows den Zusammenbruch der Front zu verhindern. Im Sommer wurde eine weitere Offensive gestartet, die „Operation Zitadelle“. Die Deutschen wollten so wieder die Oberhand gewinnen und einen großen Teil der sowjetischen Armee einkesseln. Das Unternehmen führte zur größten Panzerschlacht in der Geschichte. Die Sowjets waren jedoch gut vorbereitet und konnten dem Angriff standhalten. Am Höhepunkt der Schlacht wurde der Angriff der deutschen Streitkräfte abgebrochen, da die Alliierten zeitgleich auf Sizilien gelandet waren und die Rote Armee einen Gegenangriff, mit dem Ziel, Teile der Heeresgruppe Mitte einzukesseln, unternahm. Die bei der Operation verlorenen Panzer konnten bis zum Ende des Krieges nicht mehr ersetzt werden.

Am 23. August 1943 wurde Charkow endgültig von den Sowjets zurückerobert. Die Deutschen mussten sich in den Folgemonaten an der kompletten Front zurückziehen. Im Januar 1944 startet die sowjetische Großoffensive mit dem Ziel, die Heeresgruppe Nord zu besiegen und Leningrad zu befreien, was am 28. Januar in Erfüllung ging. Bereits im März war die Ukraine wieder in sowjetischer Hand. Ende Juni waren die Sowjets bereits an den alten Grenzen des deutschen Reiches angelangt. Noch im selben Monat wurde die Heeresgruppe Mitte zerschlagen, wodurch die Rote Armee bis nach Warschau und Minsk vorstoßen konnte. Die deutschen Streitkräfte waren auf Grund der bis dato erlittenen Verluste nur noch zu einem hinhaltenden Widerstand fähig. In diesem Zeitraum eroberten die Sowjets fast das ganze von den deutschen besetzte Gebiet zurück.

Von Warschau aus stießen die Sowjets nach Norden vor und machten somit eine Landflucht der Deutschen von Ostpreußen nach Westen fast unmöglich. Zehntausende flohen in der Folge über das zugefrorene Meer. Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz, das aber bereits aufgegeben war. Ende Januar standen die Sowjets nun 80 Kilometer vor Berlin an Oder und Neiße an der jetzigen Grenze Deutschlands.

Am 25. April war es dann soweit und die Sowjets schlossen ihren Belagerungsring um Berlin. Der Versuch der 12. Armee Berlin am 28. April zu entsetzen scheiterte jedoch. Zwei Tage später tötete Hitler sich selbst. Am 8. Mai kapitulierte die deutsche Wehrmacht komplett.

Alleine an der Ostfront verloren die Wehrmacht fast 3 Millionen Soldaten, was das deutsche Reich erheblich schwächte.

An der Westfront:

Am 3. September 1939 erklärten Frankreich und England Deutschland den Krieg. Eine Woche später traten Australien, Britisch-Indien, Neuseeland, die Südafrikanische Union und Kanada auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein. Eine wirklich Offensive dieser Länder gab es aber nicht. Es gab nur einige kleine Scharmützel zwischen Frankreich und Deutschland. Noch im selber Jahr wollte Hitler mit zwei Heeresgruppen in Belgien und den Niederlanden einmarschieren. Letztendlich wurde aus dem Plan nichts, da das Wetter zu schlecht war und die Invasion in Polen mehr Verluste brachte, als ursprünglich angenommen.

Am 10. Mai 1940 fielen die Deutschen, gemäß dem von Generalfeldmarschall von Manstein erarbeiteten Plans, in den Beneluxstaaten ein. So sollten die Alliierten Truppen im Norden gebunden werden. Motorisierte Einheiten griffen durch die Ardennen an und trieben so einen Keil bis zum Ärmelkanal, der die gegnerischen Armeen spaltete. Neun Tage nach Beginn der Offensive kesselten die Deutschen über 300.000 britische und französische Soldaten bei Dünkirchen ein. Hitler gab in den folgenden Tagen aus bisher umstrittenen Gründen den Befehl zu halten, was im Nachhinein als schwerer taktischer Fehler angesehen wurde, da es den Britten erlaubte mit rund 900 Booten die Soldaten zu evakuieren und damit ihr rund 200.000 Mann starkes Expeditionskorps, das aus erfahrenen Berufssoldaten bestand, zu retten. Ohne diese Soldaten wäre die Kriegsführung für die Engländer deutlich schwieriger geworden. Trotzdem kapitulierten bis zum 28. Mai alle Beneluxstaaten.

Im Folgemonat starteten die Deutschen ihre Invasion in Frankreich, was zur Folge hatte, dass am 11. Juni Italien unter Mussolini in den Krieg auf Seiten der Deutschen eintrat. Mitte des Monats hatten die Deutschen Paris kampflos besetzt. Acht Tage später trat der am 22. Juni unterzeichnetet Waffenstillstand zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich in Kraft. Frankreich wurde nun in zwei Teile geteilt: der Süden des Landes blieb in der Hand der Franzosen, der Norden des Landes, mit wichtigen Häfen und Kasernen, fiel in die Hand der Deutschen.

Da Großbritannien Hitlers Friedensangebot nach der Niederlage Frankreichs 1940 nicht annahm, erarbeitet Hitler einen Plan zur Invasion der Insel. In ihm sah er vor, die Invasion Großbritanniens durch die deutsche Luftwaffe vorzubereiten. Sie sollte, abgesehen von der Schaffung minenfreier Routen im Ärmelkanal, die Royal Air Force und die Kriegsmarine im Ärmelkanal erheblich schwächen. Zusätzlich bombardierte die Luftwaffe Gebäude der Rüstungsindustrie, Flughäfen, Häfen, die Zivilbevölkerung und mehr. Da die Luftwaffe den erwarteten Vorteil aber nicht erreicht, verschob Hitler die Invasion „bis auf weiteres“[1]. Ab sofort führt die deutsche Luftwaffe nur noch einen Zermürbungskrieg gegen die Zivilbevölkerung. Die Niederlage der Luftwaffe war insofern von großer Bedeutung, als dass die Deutschen die Insel nicht einnehmen konnten, und somit immer noch an einer weiteren Front kämpfen mussten, und die Spanier nicht für ein Bündnis gegen die Briten gewinnen konnten.

Zusätzlich erklärten die Deutschen am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg. Vier Tage zuvor, am 7. Dezember, hatten die Japaner, die mit Deutschland und Italien 1940 den Dreimächtepakt abgeschlossen hatten, den amerikanischen Stützpunkt der Pazifikflotte angegriffen. Obwohl der Dreimächtepakt Deutschland und Italien nicht dazu verpflichtet, erklärten beide den USA den Krieg. Aber schon vor dem Kriegseintritt hatten die USA Großbritannien und die UdSSR mit Waffen und anderen Gütern versorgt. Der Kriegseintritt stellte für die deutsche Marine eine neue Aufgabe dar, da sie nun dafür sorgen musste, den Transport von Kriegsgütern nach Großbritannien zu unterbinden, was aber weder durch Schlachtschiffe wie die Bismarck oder die Tirpitz, noch durch U-Boote gelang. Trotz dem Krieg mit Japan war das oberste Ziel der Alliierten Deutschland zu stoppen.

Im März 1942 starteten die Alliierten den Luftangriff auf deutsche Großstädte. Dadurch, dass die Alliierten die absolute Oberhand im europäischen Luftraum hatten und durch die geringe Wirkung der deutschen Luftabwehr, konnten sie ohne große Verluste Angriffe auf die Treibstoff- und Rüstungsindustrie, die Zivilbevölkerung und mehr führen, ohne große Verluste zu erleiden. Viele Städte verloren so über die Hälfte ihres Wohnraumes, Düren wurde sogar zu 99 Prozent zerstört. Der Luftkrieg endete am 14. Februar 1945 mit der totalen Zerstörung Dresdens.

Zwischenzeitlich bereiteten die Alliierten ihre Landung in der Normandie vor, die Operation Overlord. Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten dann in der Normandie und eröffneten so die schon lange von den Sowjets geforderte zweite Front. Auf Grund falscher Vermutungen des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) waren einige Küstenabschnitte nur unzureichend befestigt. Die Landungszone war in fünf Landungsabschnitte unterteilt (Juno, Gold, Sword, Utah, Omaha). Es wurden Soldaten mit 6700 Schiffen angelandet. Das Unternehmen wurde von 13.000 Flugzeugen unterstützt, die unter anderem Fallschirmjäger und Luftlandeeinheiten im Hinterland absetzten. Cherbourg konnte nach 20 Tagen erbitterter Kämpfe eingenommen werden, Caen, das als Primärziel für den ersten Landungstag ausgegeben war, konnte gar erst nach 6 Wochen eingenommen werden. Mitte August starteten die Alliierten an der Côte d’Azur ihre zweite Landung auf europäischem Festland. Dort waren ungefähr 2200 Schiffe und 5000 Flugzeuge beteiligt. Amerikaner und Franzosen konnten ohne großen Widerstand ins Landesinnere vorstoßen. Währenddessen hatten die Amerikaner am 25. Juli einen Ausbruchsversuch aus ihrem Brückenkopfsektor in der Normandie unternommen. Diese Operation Cobra führte zur Einnahme der Halbinsel im Norden der Normandie. Gut 14 Tage später starteten die Deutschen unter Generalfeldmarschall von Kluge eine Gegenoffensive, was aber zu einer Einkesselung der Deutschen führte. Noch im August wurde Paris befreit. Durch ihre unglaublichen Mengen an Material und ihre Lufthoheit im europäischen Luftraum konnten die Alliierten ziemlich schnell vorstoßen. Anfang September wurden Brüssel und Antwerpen eingenommen. Durch den Verlust ihrer Atlantikhäfen mussten die Deutschen ihren U-Bootkrieg von Norwegen aus fortsetzten. Am 21. Oktober wurde mit Aachen die erste deutsche Stadt erobert. Im November erreichten die Alliierten Metz und Straßburg. Zwar versuchten die Deutschen mit der Ardennen-Offensive den Angriff aufzuhalten, die Front zu spalten und nach Belgien vorzustoßen, aber das Vorhaben scheiterte ziemlich schnell.

Im März und April 1945 wurde der Rhein überquert und die Heeresgruppe B unter Feldmarschall Model eingekesselt, woraufhin sie kapitulierte. Mitte des Monats wurden Leipzig und Magdeburg eingenommen. Ende April trafen sich Sowjets und Amerikaner an der Elbe, wodurch das deutsche Einflussgebiet geteilt wurde. Bis zum dritten Mai wurden Bremen und Hamburg eingenommen und die Amerikaner zogen Richtung Wismar, wahrscheinlich um die Rote Armee daran zu hindern in Schleswig-Holstein einzumarschieren.

Die Briten eroberten in den Folgewochen Norddeutschland, die Amerikaner und Franzosen Süddeutschland mit Stuttgart und München. Die Amerikaner marschierten nun Richtung Süden, wo sie am 3. Mai auf andere amerikanische Truppen trafen, die vom Süden her Oberitalien besetzt hatten. Fünf Tage zuvor hatten italienische Partisanen Benito Mussolini erschossen. Anfang Mai kapitulierten die deutschen Einheiten in Italien und wenige Tage später alle übrigen deutschen Einheiten.

In Nordafrika:

Die Italiener hatten in Nordafrika 1940 eine Offensive gestartet, die jedoch ziemlich schnell von den Briten gestoppt und besiegt wurde. Dabei gingen 140.000 italienische Soldaten in Gefangenschaft. Um eine drohende Niederlage zu verhindern und damit Italien vor einer Invasion und Deutschland vor einer neue Front zu schützten, wurde im Februar 1941 der deutschen Generalleutnant Erwin Rommel, genannt Wüstenfuchs, damit beauftragt mit dem Deutschen Afrikakorps den Italienern bei der Verteidigung zu helfen.

Rommel hielt jedoch nichts von der defensiven Verteidigungsstrategie und setzte stattdessen auf Angriff. Bereits im April starte er einen Angriff auf Tobruk, der, genau wie zwei weitere, scheiterten. Auf Grund von Versorgungsengpässen konnten aber keine weiteren Angriffe durchgeführt werden. Daraufhin kam es zu einem Stellungskrieg zwischen Briten und Deutschen. Im November starteten die Briten zwei Angriffe, die zur Sprengung des Belagerungsrings um Tobruk führten und die Deutschen dazu veranlassten, sich zurückzuziehen. Die Briten dachten, die Stadt würde nun nicht mehr angegriffen werden, doch die Deutschen belehrten sie eines besseren und griffen zwei Monate später wieder an. Im Juni wurde die Stadt dann eingenommen und Rommel zum Generalfeldmarschall befördert. Im Juli fand die Erste Schlacht von El Alamien statt. Die Schlacht endete jedoch mit einem militärischen Patt. Im Oktober startete der britische General Montgomery mit der 8. Armee eine Gegenoffensive, die zur Zweiten Schlacht von El Alamien und dem Rückzug der unterlegenen Deutschen führte. Als dann im November auch noch die Amerikaner in Casablanca und Algier landen, waren die Niederlage der Deutschen und Italiener in Nordafrika und die Invasion in Italien, der nun nichts mehr im Wege stand, so gut wie besiegelt.

Schlacht von Stalingrad:

Diese Schlacht war eine der größten im Weltkrieg. Außerdem gilt sie als Wendepunkt im Krieg und stoppte das Weiterkommen der Deutschen in der Sowjetunion. Auf Seiten der Achsenmächte kämpften Deutschland, Italien, Rumänien, Kroatien und Ungarn. Auf der Seite der Alliierten nur die Sowjetunion.

Stalingrad war auf Grund seiner Lage an der Wolga von großer strategischer Bedeutung, denn auf dem Fluss wurde der Nachschub an die Front transportiert. Außerdem war die Stadt wegen ihres Namens von großer Bedeutung für Stalin und Hitler und wurde deshalb auch besonders hart umkämpft.

Die Sowjets hatten kurz vor dem Angriff noch 16 Millionen Menschen im waffenfähigen Alter. Hitler ging aber davon aus, dass diese große Anzahl an Kampffähigen ziemlich schnell aufgebraucht sei. Hitler wollte zudem den Kaukasus und Stalingrad gleichzeitig angreifen, was zu einer Spaltung der Heeresgruppe Süd führte. So schickte Hitler nur die 6. Armee unter General Paulus zur Eroberung der Stadt. Der Rest, so auch die 4. Panzerarmee, wurde weiter nach Süden geschickt, um den Kaukasus einzunehmen. Die 4. Panzerarmee stand laut Generaloberst von Klein „nur im Wege und verstopfte die Straßen“[2].

Am 23. August 1942 begannen die Deutschen Stalingrad aus der Luft zu bombardieren. In der Folge starben tausende Zivilisten, da Stalin verboten hatte, sie zu evakuieren. Den Deutschen gelang die Einnahme der Stadt nie ganz, aber bis in den November hielten die Deutschen fast die ganze Stadt, außer einem schmalen Küstenstreifen, an dem ständig neue Truppen angelandet wurden, und kleine Gebiete im Norden. Bei den Kämpfen wurde nicht nur um Straßen und Häuserblocks gekämpft, sondern teilweise um Etagen und Zimmer in einzelnen Häusern. Die Deutschen warfen circa eine Millionen Bomben mit einem Gewicht von 100.000 Tonnen auf die Stadt ab.

Die Sowjets hatten zur Verteidigung ihre 62., 63. und 64. Armee, später auch noch die 21 Armee, eingesetzt. So hatten die Sowjets rund eine Millionen Soldaten zum Kampf in der Stadt. Das bedeutet aber nicht, dass die Sowjets überlegen waren, denn eine sowjetische Armee war ungefähr so gut gerüstet und hatte so viele Soldaten wie ein deutsches Korps. Außerdem hatten die Sowjets noch rund 14000 Geschütze, 900 Panzer und 1100 Flugzeuge.

Die Stadt, die mittlerweile unter dem Kommando eines Generals der Roten Armee stand, wurde in eine Festung verwandelt, was zu den erbitterten Kämpfen, vor allem in der Stadtmitte und im Industriegebiet führte. Wir schon erwähnt, nahmen die Deutschen trotzdem fast die ganze Stadt ein. Nur 10 Prozent des Stadtgebiets hielt die Rote Armee verbissen.

Im November 1942 startete die Rote Armee die Operation Uranus, mit dem Ziel die Achsenmächte einzukesseln und zu besiegen und die sowjetischen Soldaten in Stalingrad zu entsetzten. Dazu wurden nördlich und südlich der Stadt an der Wolga Brückenköpfe errichtet und verteidigt.

Zu Beginn des Angriffs auf die Stadt wurde zuerst die 3. Rumänische Armee, die die Nordflanke der Deutschen schützte, mit 3500 Artilleriegeschützen bombardiert. Am selben Tag drangen aus zwei Brückenköpfen im Norden Einheiten der Roten Armee in das von den Deutschen besetzte Gebiet ein und brachen den rumänischen Widerstand. Einen Tag später griffen auch Einheiten von Brückenköpfen im Süden Stalingrads aus an. Schlechtes Wetter verhinderte die Hilfe der deutschen Luftwaffe bei der Verteidigung Stalingrads.

Da General Paulus die Gefahr erst zu spät erkannte, konnte er zur Verteidigung nur ein Panzerkorps einsetzten. Dieses wurde jedoch sehr schnell überrannt. Am 23. November trafen sich die auf den Brückenköpfen gelandeten Einheiten und kesselten Stalingrad ein. Insgesamt wurden 330.000 Soldaten eingeschlossen.

Es wurde zwar in Erwägung gezogen auszubrechen, aber dazu mangelte es an der benötigten Ausrüstung. Einen Tag nach der Einkesselung wurde mit der Zustimmung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring von Hitler beschlossen, den Kessel aus der Luft zu versorgen. Beide wurden aber vorher von den Generalstäben der Luftwaffe und des Heeres gewarnt, dass dies nicht möglich sei. Es wurden täglich 550 Tonnen Versorgung benötigt, jedoch konnten im Durchschnitt gerade einmal rund 100 Tonnen eingeflogen werden. Als dann auch noch wichtige Flughäfen in Stalingrad von der Roten Armee eingenommen wurden, starben viele Soldaten an Unterernährung und Unterkühlung.

Am 12. Dezember wurde versucht, die eingeschlossenen Truppen zu entsetzten, doch der Angriff kam 50 km vor Stalingrad wegen der guten Verteidigung der Roten Armee zum Stillstand.

[...]


[1] Wienecke-Janz, Detlef: Die Chronik der Deutschen; Gütersloh/München; 1. Auflage; 2007

[2] Schlacht von Stalingrad; http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Stalingrad; zuletzt besucht am 25.02.2010

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Gründe der deutschen Niederlage im zweiten Weltkrieg
Note
1,5
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V300600
ISBN (eBook)
9783656971481
ISBN (Buch)
9783656971498
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweiter Weltkrieg, Weltkrieg, WWII, Deutschland, Drittes Reich, Niederlage
Arbeit zitieren
Philipp Faustmann (Autor), 2010, Die Gründe der deutschen Niederlage im zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300600

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