Die Einsatzstellen der Erziehungs- und Familienberatung. Angebote für Eltern, Kinder und Jugendliche


Praktikumsbericht / -arbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Wissenschaft Soziale Arbeit

2. Praxis der Sozialen Arbeit
2.1 Reflexion des „biographischen Zugangs“
2.2 Protokoll einer Arbeitsgruppensitzung
2.3 Handout: Erziehungs- und Familienberatungsstelle
2.4 Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle
2.4.1 Einleitung
2.4.2 Der Aufbau der Einsatzstelle
2.4.3 Die Mitarbeiter
2.4.4 Die Klienten
2.4.5 Spezielle Angebote der Einsatzstelle
2.4.6 Fazit

3. Literaturverzeichnis

4. Lernbericht – Reflexion des Lernens durch Praxis und Theorie

1. Wissenschaft Soziale Arbeit

Handout: Soziale Arbeit im Nationalsozialismus

Soziale Arbeit im Nationalsozialismus (1933-1945)

Reader-Text: „Von der Wirtschaftskrise ins 3. Reich: Eine Tradition wird liquidiert“

Kurzbiographie des Autors Carl Wolfgang Müller

- Geboren am 12.11.1928 in Dresden
- Pensionierter Professor für Erziehungswissenschaften und Sozialpädagogik an der TU Berlin

1929 – 1933

- Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise verschlechtern sich auch in Deutschland die Lebensverhältnisse vieler Menschen dramatisch; Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung steigt die Zahl der Arbeitslosen in den folgenden 12 Jahren auf ca. 30% (7 Millionen) an
- Die bisherige öffentliche Fürsorge ist der zunehmenden Verarmung nicht mehr gewachsen
- Die Deutsche Reichsregierung verliert an Vertrauen; Auch aus der Not heraus entsteht für viele der Wunsch nach „starker Hilfe“
- Soziale Problemstellungen werden zunehmend irrational betrachtet; Das Individuum rückt in den Hintergrund und eine „organische“ Betrachtungsweise des „Volkskörpers setzt sich durch; Den Nationalsozialisten gelingt die Bildung einer Minderheitsregierung (sog. „Machtergreifung“)

Die Nationalsozialische Volkswohlfahrt (NSV)

- 1931 gründet sich die nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)
- Mit zunehmendem Machtgewinn der NSDAP erhebt diese den Anspruch alle Bestrebungen und Einrichtungen der deutschen Wohlfahrtspflege zusammenzufassen und nach nationalsozialistischer Zielsetzung auszurichten
- Die NSV entwickelt sich schnell zu einer der größten Massenorganisationen der Nationalsozialisten (nahezu 11 Millionen Mitglieder im Jahr 1939)
- Unter den Gesichtspunkten Nationalsozialistischer „Rassenethik“ wird versucht „die gesunden Volksanteile“ zu stärken
- Die NSV erhält die Leitfunktion für den gesamten Bereich der Wohlfahrtspflege

Die Rolle des Gesundheitsamtes

- Propaganda: Solidarität gegenüber der gesamten Volksgemeinschaft sollte offen zur Schau gestellt werden bzw. Bild eines armutsfreien Reichs erzeugt werden
- Bettlerjagden (1933): Bettler wurden verhaftet, damit kein Leid aus „egoistischen Zwecken“ mehr öffentlich zur Schau gestellt werden konnte
- Jugendorganisationen wurden gegründet (z.B. Bund Deutscher Mädel (BDM), Hitler Jugend (HJ))
- Jugendamt verlor sozialpädagogische Funktion und wurde zum sogenannten „Gesundheitsamt“
- Kampagne zur „bevölkerungspolitischen Aufklärung“ (1933): Ausgaben für „asoziale“ und minderwertige Personen müssen herabgesetzt werden, damit diese den gesunden Familien zu Gute kommen kann
- „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ (1933): Personen mit angeborenen Behinderungen (z.B. Taubheit, Depression) durften sich sterilisieren/sterilisiert werden
- „Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens“ (1934): Selbst in kleinen Gemeinden wurden Gesundheitsämter gegründet; deren Gesundheitspfleger waren vor allem im Außendienst tätig, z.B. Familienbesuche
- Euthanasie: Studien der Gesundheitsfürsorgerinnen dienten der Strategie zur „Tötung lebensunwerten Lebens“
- „Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über die Maßregeln der Sicherung und Besserung“ (1934): Auch Verbrecher oder andere „sozial Unangepasste“ durften getötet werden

Definition von Begriffen

- S. 199: liquidieren = auflösen
- S. 203: Menetekel = unheilvolles (Vor-) Zeichen
- S. 211: Eugenik = Teil der Humangenetik, die die Ausbreitung von Genen mit ungünstigen Eigenschaften einschränken soll

Literaturverzeichnis

- Müller, C. (1999)4: Wie Helfen zum Beruf wurde; Eine Methodengeschichte der Sozialarbeit; Band 1. Beltz. Weinheim/Basel

„Aufgabe des Arztes ist meiner Meinung nach nicht, unbedingt das Leben eines Menschen zu verlängern, sondern Leid zu verhindern. Dies kann und muß (sic!) gelegentlich auch durch „Auslöschung“ geschehen. Ich gebrauche absichtlich diesen Ausdruck, weil ich der Meinung bin, daß (sic!) es häufig Wesen in menschlicher Gestalt gibt, die unter der Stufe eines Haustieres stehen und bei denen man von einer Seele überhaupt nicht mehr sprechen kann. Töten kann man aber nur ein Wesen, das eine Seele hat. Deshalb scheint mir in solchem Falle der Ausdruck „Auslöschung“ besonders angebracht.“ (Catel zitiert nach Müller 1999, S. 218)

Lukas Benno Geller, Katharina Reimitz

2. Praxis der Sozialen Arbeit

2.1 Reflexion des „biographischen Zugangs“

Meine Interessen konzentrierten sich schon immer auf das Zusammenwirken mit Menschen, weshalb mir auch recht schnell klar wurde, dass ich Soziale Arbeit studieren würde. Die meiste Erfahrung habe ich bisher mit Kindern gesammelt, so auch während meines Freiwilligen Sozialen Jahres. Diese Einrichtung wird von der Diakonie getragen, über die ich bis dato jedoch nicht viel gehört hatte, da ich lange Zeit in Griechenland lebte und das Sozialsystem dort mit dem deutschen nicht zu vergleichen ist. Mein FSJ war somit die konkreteste Erfahrung in einer diakonischen Einrichtung, wenn gleich dort leider kein Sozialarbeiter tätig ist. In Griechenland hatte ich nur die Gelegenheit auf freiwilliger Basis ein Flüchtlingsheim zu unterstützen, indem ich mit anderen Schülern und einem Lehrer Osterkerzen (diese stellen eine traditionelle Dekorationsform des Osterfestes für die Griechen dar) bastelte und sie in der Nachbarschaft verkaufte. Der Erlös kam dem Flüchtlingsheim zugute. Während meines Sozialen Jahres wurde mir konkret klar, dass ich mit meinen Interessen die Studienrichtung Soziale Arbeit einschlagen könnte, weshalb ich mich über meine Mutter mit einer ausgebildeten Sozialpädagogin in Verbindung setzte und Details dazu erfragte. Sie erzählte mir von verschiedenen Einsatzstellen, in denen sie gearbeitet hatte, wie z. B. Mädchenheime, das Jugendamt oder auch Mutter-Kind-Heime, und von der Vielfalt der Einsatzbereiche. So formte sich in mir das erste Bild eines Tätigkeitsbereichs Sozialer Arbeit. Trotz allem war mir bis zum Studienbeginn noch nicht wirklich klar, welche Funktionen Sozialarbeiter in den einzelnen Bereichen wirklich haben. Übernehmen sie eher verwaltende Aufgaben oder arbeiten sie direkt im Gespräch mit Klienten? Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass der Vorteil der enormen Vielseitigkeit des Berufs gleichzeitig sein Verhängnis wäre, da überall Anderes gefragt wäre. Erst im Verlauf des Studiums, speziell im Teilmodul Praxis der Sozialen Arbeit klarte dieses Bild merklich auf – durch verschiedene Vorträge von Kommilitonen erweiterte sich mein Wissen über Einsatzstellen und ich lernte Bereiche kennen, die mir vorher nicht in den Sinn gekommen waren und mich jedoch ebenfalls sehr interessierten. Auch über die Organisation von sozialen Einrichtungen, ihre Finanzierung und Trägerschaft besaß ich zuvor leider kaum Wissen, erst während des Sozialen Jahres erfuhr ich Genaueres über die Diakonie. Meine Mutter hatte zwar vor längerer Zeit einmal in einem Behindertenwohnheim gearbeitet, doch auch sie konnte mir nur Erzählungen davon überliefern, da ich, erstens, damals noch zu klein war um viel mitzubekommen, zweitens, meine Mutter diese kurz nach der Wende in den neuen Bundesländern aufnahm und somit, drittens, die Sozialstruktur damals eher noch jener der DDR ähnelte als der heutigen. Vielleicht waren es auch gerade diese Umstände, welche mich dazu ermunterten, Soziale Arbeit zu studieren. In der bewusstesten Zeit meines Lebens, in der ich in Athen wohnte, habe ich, neben allen wunderschönen Seiten Griechenlands, leider auch recht ausgeprägten Rassismus erlebt (teilweise selbst, teilweise über Bekannte) und viel offensichtliche Schwarzarbeit, welche hauptsächlich von Flüchtlingen praktiziert wird, denn dies stellt einen großen sozialen Brennpunkt in Griechenland dar. Ich interessierte mich schon immer für die Menschen, die dahinter stehen, lernte leider jedoch erst am Ende meiner Schullaufbahn über meinen ehemaligen Lehrer Jugendliche in meinem Alter kennen, die aus ihrem Land fliehen mussten. Ihre Geschichten bewegten mich und ich merkte, dass es mir viel Spaß machte, sie durch Aktionen wenigstens finanziell unterstützen zu können. Durch diese Arbeit wuchs mein Interesse an sozialen Tätigkeiten, da ich zuvor immer „nur“ mit Kindern zu tun hatte. Ich bewunderte meinen Lehrer, der selbst ein sehr geringes Gehalt erhielt, doch zusammen mit anderen ein altes Haus gekauft hatte um es zu einem Flüchtlingsheim umzufunktionieren. Dabei wurde ich immer wieder vor die Tatsache gestellt, dass es in Athen kein sicheres Auffangsystem für Benachteiligte gibt – selbst Menschen mit Behinderungen sieht man dort äußerst selten, da sich viele Familien ihrer immer noch schämen. An rollstuhlgerechte Gebäude oder Ähnliches kann ich mich ebenfalls nicht erinnern. Als ich nach Deutschland zurückkam, sah ich jedoch trotz besseren Sozialsystems ebenfalls (zu) viele hilfebedürftige Menschen, z. B. Obdachlose. Ich stellte mir oft die Frage, wie dies denn sein könne, wo es doch in Deutschland im Gegensatz zu Griechenland sogar Arbeitslosengeld gibt? Für mich war somit klar, dass ich in einen sozialen Beruf gehen möchte. Durch den Besuch von Einrichtungen, über die wir im Studium Referate halten sollten, lernte ich unterschiedliche interessante Bereiche kennen. Über die Geschichte und Theorie hatte ich noch nichts gehört, war jedoch umso interessierter die Anfänge diakonischen Handelns kennenzulernen. Alice Salomon ist mir als wichtige Frau dabei besonders im Gedächtnis geblieben.

2.2 Protokoll einer Arbeitsgruppensitzung

- Arbeitsgruppe: Katharina Reimitz, Immanuel Berger (beide anwesend)
- Thema: Die Erkundung des Arbeitsfelds Erziehungs- und Familienberatung
- Datum: Mittwoch, 11.01.2012 (12:00 Uhr – 13:30 Uhr)

Verlauf:

- Als Vorbereitung auf diese AG-Sitzung haben wir beide uns aus den Fragen, die in einer WSA-Sitzung kurz vor Weihnachten zusammengetragen wurden, die für unsere Einsatzstelle wichtigsten herausgesucht; Anhand dieser Vorarbeit hatten wir uns beide im Vorfeld dieser AG-Sitzung überlegt, welche bei der Erkundung selbst die Schwerpunktthemen sein würden, über die es die essentiellen Informationen zu bekommen galt
- Das Diktiergerät, das Katharina zwei Tage zuvor in der EH ausgeliehen hatte, hat sie vor der Sitzung bereits auf seine Funktionstüchtigkeit und Handhabung getestet und Immanuel dann zu Beginn der Sitzung erklärt, wie das Gespräch der am darauf folgenden Tag stattfindenden Erkundung aufzunehmen sei
- Dann haben wir die von uns beiden jeweils ausgewählten Fragen verglichen und zu einer gesamten Liste ergänzt; Dabei stellten wir fest, dass sich die Fragen als Orientierung grob in zwei Kategorien einteilen ließen: Allgemeines über das Arbeitsfeld und Konkretes über die Einsatzstelle, die wir besuchen würden
- Schlussendlich schrieben wir die gesammelten Fragen maschinell nieder, um beim Interview ein gut lesbares und vollständiges Skript zur Hand zu haben
- Die 28 Fragen haben wir dabei in vier Sinnabschnitte mit der für die Erkundung vorgesehen chronologischen Reihenfolge gegliedert: Allgemeines (Leitbild, Träger, Öffentlichkeitsarbeit), Einsatzstelle (Ziele, Methoden, Schwerpunkte, Räumlichkeiten), Personal (Zusammensetzung, Ehrenamt, Aufgaben/Pflichten des Sozialarbeiters), Arbeit im Speziellen (Tagesabläufe, positive/negative Aspekte, Besonderheiten der Gruppenangebote, Klienten/Zielgruppen). Bei dieser Arbeit nutzten wir speziell im Hinblick auf das Erlangen von Vorkenntnissen zu den einzelnen Gruppenangeboten die Internetseite der Einsatzstelle
- Zuletzt haben wir das Fragenblatt in zweifacher Ausführung ausgedruckt und die passende Zugverbindung zur Einsatzstelle (im Internet) ausfindig gemacht

2.3 Handout: Erziehungs- und Familienberatungsstelle

Erziehungs- und Familienberatungsstelle in E.

Die Einsatzstelle

- Öffnungszeiten: Mo-Fr 8-12 Uhr und 14-16:30 Uhr

Rechtliche Grundlagen

- § 36 SGB I: Handlungsfähigkeit
- § 16 SGB VIII: Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie
- § 17 SGB VIII: Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung
- § 28 SGB VIII: Erziehungsberatung
- § 69 SGB VIII: Träger der öffentlichen Jugendhilfe, Jugendämter, Landesjugendämter

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Einsatzstellen der Erziehungs- und Familienberatung. Angebote für Eltern, Kinder und Jugendliche
Hochschule
Evangelische Fachhochschule Freiburg
Veranstaltung
Wissenschaft und Praxis Sozialer Arbeit
Note
2,0
Autoren
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V302055
ISBN (eBook)
9783668009189
ISBN (Buch)
9783668009196
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissenschaft, Praxis, Soziale Arbeit, Erziehungsberatung, Familienberatung, Hilfe, Beratung, Jugendliche, Konflikte, Eltern, Kinder, Erziehung, Familie
Arbeit zitieren
Katharina Reimitz (Autor)Lukas Benno Geller (Autor)Immanuel Berger (Autor), 2012, Die Einsatzstellen der Erziehungs- und Familienberatung. Angebote für Eltern, Kinder und Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302055

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