Suchmaschinenmarketing und Suchmaschinenoptimierung. Die Bedeutung des "Long Tail"-Instrumentes für die Tourismusbranche


Seminararbeit, 2015
46 Seiten, Note: 2,1
Alexander Kruppa (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition zentraler Begriffe
2.1.2 Suchmaschine
2.1.2 Suchprozess
2.1.3 Suchmaschinenoptimierung
2.1.4 Suchmaschinenmarketing
2.2 Die Theorie des Long Tail
2.2.1 Einflussfaktoren auf die Entwicklung des Long Tail
2.2.2 Die Long Tail Theorie in der empirischen Forschung

3 Aktueller Stand der Forschung
3.1 “An analysis of the importance of the long tail in search engine marketing”
3.2 Der Zusammenhang von Keywordeigenschaften und Ergebnisparametern
3.2.1 Händler- und markenspezifische Angaben
3.2.2 Einfluss der Länge des Keywords
3.2.3 Popularität von Keywords
3.2.4 Syntaxanalyse

4 Diskussion

5 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1. Resultate für die angeglichenen Daten

Tabelle 2. Daten der Marketingkampagnen

Tabelle 3. Konzentration der Suchanfragen und Klicks

Tabelle 4. Konzentration der Top 100 Keywords (bezogen auf die Anzahl der Suchanfragen)

Tabelle 5. Anzahl der Käufe in Abhängigkeit der Keywordlänge

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Suchmaschinenverteilung in Deutschland (basierend auf seo-united.de 2015)

Abbildung 2. SERP einer Google Suchanfrage mit den Keyword „TU Dresden“

Abbildung 3. PageRank Ermittlung für die Webseite der TU Dresden über: pr.comlex.de

Abbildung 4. weltweite Werbeausgaben für bezahlte Werbeschaltung in Suchmaschinen von 200- 2009 und einer Prognose bis 2016 in Milliarden US-Dollar

Abbildung 5. SERP einer Google Suchanfrage mit dem Keyword „Weihnachtsgeschenke“

Abbildung 6. Geordnete Nachfragekurve mit Einteilung in Head und Tail

Abbildung 7. Vergleich des Umfangs der angebotenen Warenpalette bei Offlline- und Online Unternehmen

Abbildung 8. Wirkung der Demokratisierung der Produktionsmittel

Abbildung 9. Wirkung sinkender Vertriebskosten

Abbildung 10. Wirkung der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage

Abbildung 11. Kurven der Kundenzufriedenheit in Abhängigkeit von der Inventargröße

Abbildung 12. Amazon's Long Tail in 2000 und 2008

Abbildung 13. Lorenz-Kurve und Gini-Koeffizient des Vertriebs via Katalog und Internet

Abbildung 14. Verteilung der Keywords auf das Suchvolumen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Seminararbeit zum Thema Suchmaschinenoptimierung und -marketing wird im nachfolgenden Kapitel durch Informationen zum Projekthintergrund sowie zur Problem- und Zielstellung näher beleuchtet. Im Rahmen des Bachelor Studiengangs Verkehrswirtschaft an der TU Dresden im Schwerpunktmodul „Tourismus“ haben sich die Autoren der Seminararbeit für das Thema Suchmaschinenoptimierung und -markting entschieden. Das Thema besticht durch seine Aktualität und den universellen Einfluss auf einen Großteil der Bevölkerung.

Die Seminararbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung des „Long Tail“ in touristischen Unternehmen, Verbänden und sonstige Institutionen und dem aktuellen Stand der Forschung. Konkret soll dabei geklärt werden, ob eine Ausrichtung der Marketingstrategie nach den Thesen des „Long Tail“ förderlich ist für das Optimieren des Suchmaschinenmarketing. Da dieses Themengebiet erst seit wenigen Jahren in den Fokus der Forschung gerückt ist und die bisherigen Veröffentlichungen zu teilweise unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind, halten es die Autoren für wertvoll eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und den aktuellen Stand der Forschung zu erläutern.

Die einzelnen Kapitel sind aufeinander aufbauend strukturiert. Zunächst werden in einer Einleitung die Begriffe Suchmaschinenmarketing und -optimierung erklärt (vgl. Kapitel 2.1). Die für das Verständnis der Problematik notwendigen Bezeichnungen und technischen Vorgänge werden dabei ebenfalls vorgestellt, um im Zuge dessen die grundsätzliche Theorie hinter „Long Tail“ verstehen zu können, d. h. wie und warum es überhaupt funktionieren kann Keywords mit geringer Anzahl an Suchanfragen für erfolgreiches Suchmaschinenmarketing zu nutzen. Danach folgt eine Einführung in die Thematik des „Long Tail“ nach Anderson (vgl. Kapitel 2.2) und seine Bedeutung für das Suchmaschinenmarketing. Dabei wird auf die Erläuterungen aus dem vorherigen Abschnitt Bezug genommen und auf „Long Tail“ erweitert. Des Weiteren werden die Autoren auf die Vor- und Nachteile für Nutzer und Unternehmen eingehen und mögliche Schwierigkeiten anmerken, die vor allem für die Tourismuswirtschaft von Bedeutung sein können. Der nächste Abschnitt wird sich mit aktuellen empirischen Studien zum Phänomen „Long Tail“ und den Einflüssen auf das Suchmaschinenmarketing auseinandersetzen (vgl. Kapitel 3). Ziel ist es im Anschluss die Frage zu klären, ob eine „Long Tail“-Suchmaschinenmarketingstrategie für touristische Unternehmen, Destinationsverbände oder sonstige touristische Institutionen vielversprechend ist oder nicht.

2 Theoretische Grundlagen

Das Informationsangebot des Internets wächst unaufhaltsam an und würde ausgedruckt wohl in keine Bücherei der Welt passen. Um in diesem Kosmos aus Datenmaterial sich zurecht zu finden, bedarf es Methoden zum schnellen Auffinden von den gewünschten Informationsmaterial. Ein Inhaltsverzeichnis bzw. eine Kontrollinstanz, welche überwacht, dass sich alles an der richtigen Stelle befindet um darauf zuzugreifen, sucht man im Universum des Internets vergeblich. Das System von traditionellen Bibliotheken, wo jedes neue Buch nummeriert und klassifiziert wird, kann man somit zum Auffinden von Daten im Internet nicht verwenden. Stattdessen werden sogenannte Suchmaschinen verwendet um die gewünschten Informationen schnell zu bekommen. Aufgrund, dass jeder die Möglichkeit besitzt jederzeit das Datenmaterial im Internet zu erweitern und möglichst als erster in den Ergebnissen der Suchhilfen angezeigt werden möchte, bedarf es Algorithmen der Suchmaschinenbetreiber um Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden. Der wichtigste Einstiegskanal für Internetnutzer ist die Suchmaschine, dies gaben 76% der Befragten an (vgl. Knippelmeyer 2008). Die Betreiber solcher Suchmaschinen entscheiden somit, welche Informationen dem Nutzer präsentiert werden und welche verborgen bleiben. Damit nehmen sie zeitgleich eine Art Überwacher des Internets ein. Laut einer Umfrage schauen 80,2% der Nutzer einer Suchmaschine nicht weiter als bis zur dritten Seite der angezeigten Suchergebnisse (vgl. Statista 2013). Eine Platzierung auf den vorderen Plätzen der Suchmaschine ist somit für Unternehmen lukrativ um ihre Produkte zu vermarkten.

2.1 Definition zentraler Begriffe

Um zum Verständnis dieser Arbeit beizutragen werden in diesem einleitenden Kapitel zuerst einige grundlegende und zielführende Begriffe definiert, welche die Autoren als wichtig erachten. Weiterführend wird auf verschiedene Methoden der Suchmaschinenoptimierung eingegangen.

2.1.2 Suchmaschine

Erlhofer bezeichnet den Begriff der Suchmaschine als „[…] umfangreiche Computerprogramme, mit denen man im Web systematisch suchen kann […]“ (2005, S.21). Dabei lassen sich Suchmaschinen im Web basierend auf der Struktur sowie Methodik bei der Beurteilung in vier verschiedene Arten einteilen (vgl. Wiedmaier 2008, S.12): Roboter- Suchmaschinen, Metasuchmaschinen, Webkataloge und bezahlte Werbeeinblendungen.

Im Folgenden werden nur die Roboter-Suchmaschinen, welche im Lauf der Arbeit als Suchmaschinen bezeichnet werden, und die bezahlte Werbeeinblendungen relevant sein. Die in Deutschland meist genutzte Suchmaschine stammt vom nordamerikanischen Unternehmen Google. Laut einer Studie werden ca. 94% aller Suchanfragen in Deutschland vom kalifornischen Technikriesen bearbeitet (vgl. Abbildung 1). Basierend auf dem hohen Marktanteil und der allgemein Bekanntheit, werden im weiteren Verlauf der Seminararbeit die Prozesse vor allem am Beispiel von Google verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Suchmaschinenverteilung in Deutschland (basierend auf seo-united.de 2015).

2.1.2 Suchprozess

Der Suchprozess von Suchmaschinen ist bei allen Anbietern gleich und unterscheidet sich nur in den zu verwendeten Algorithmen, die letztendlich die Webseiten nach bestimmten Faktoren gelistet wiedergeben. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass nicht alle Faktoren von den Suchmaschinenanbietern veröffentlicht werden und somit nicht genau bestimmt werden kann, welche Faktoren das eigentliche Ranking einer Webseite bestimmen. Man schätzt, dass es bei Google über 200 Faktoren sind, welche das Ranking einer Webseite beeinflussen (vgl. Erlhofer 2011, S.21). Einige dieser Faktoren hat das Unternehmen auch veröffentlicht (vgl. Google 2011).

Der Suchprozess startet mit der Eingabe von ein oder mehren Begriffen, die man als Keywords bezeichnet. Der Vorgang von der Eingabe des Keywords bis zur Ausgabe des gewünschten Inhaltes wird nachfolgend kurz illustriert. Was Suchmaschinen machen, ist nichts anderes als ein Programm, was man als „spider“ oder „crawler“ bezeichnet, durch das Internet zu schicken und Informationen über Webseiten zu sammeln. Das „spider“-Programm lädt dabei die vollständige Webseite herunter und speichert diese auf dem Server des Suchmaschinenbetreibers, um einen riesigen Datenkatalog anzulegen, welcher als Index bezeichnet wird. Ein weiteres Programm, bekannt als „indexer“, untersucht die heruntergeladen Webseiten auf deren Informationen. Darunter zählt zum Beispiel die Anzahl der Links die auf die Webseite verweisen, der Inhalt sowie zahlreiche weitere Faktoren die von den Suchmaschinenbetreibern als wichtig erachtet werden. Die gesammelten Informationen im Index werden zur Bestimmung des Ranking von Webseiten, nach Eingabe eines bestimmten Keywords, genutzt (vgl. Erlhofer 2011, S.23f). Allein der Ranking Algorithmus der Suchmaschinenbetreiber entscheidet nun auf Grundlage der gesammelten Daten im Index, welche Webseite zu welchem Keywords am besten passt. Die Ausgabe des Rankings findet man auf einer sogenannten Search Engine Result Page (SERP) wieder (vgl. Abbildung 2).

2.1.3 Suchmaschinenoptimierung

Die Suchmaschinenoptimierung beschäftigt sich nun mit dem Problem eine Webseite gezielt so zu verändern, dass diese auf der SERP der Suchmaschine weiter oben gelistet werden (vgl. Wiedmaier 2011, S.10).

Grundlegend lassen sich diese Optimierungsmethoden in Onpage- sowie Offpagekriterien einteilen. Onpage bezeichnet alle Änderungen, die auf der Webseite durchgeführt werden (vgl. Erlhoffer 2011, S.23). Wichtige Eigenschaften einer Onpage Optimierung betreffen den Titel der Webseite, die Anzahl an Keywords im Text, die Ladegeschwindigkeit unter anderem auch die Uniform Resource Locator (URL) der Webseite. Dem gegenüber steht die Offpage Optimierung, welche alle Änderungen beschreibt die außerhalb der Seite durchgeführt werden (vgl. Erlhoffer 2011, S.23f). Darunter zählen insbesondere die „Backlinks“. Diese Art von Links definiert man als eingehende Links von anderen Webseiten und können ähnlich betrachtet werden wie eine Empfehlung eines Freundes zu beispielsweise einem guten Restaurant. Falls es nun mehrere Personen geben, welche das gleiche Restaurant empfehlen, steigt dieses in meiner Wahl eines Restaurants weiter nach oben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. SERP einer Google Suchanfrage mit den Keyword „TU Dresden“.

So ähnlich verhalten sich auch Suchmaschinen, falls viele fremde Webseiten den gleichen Link zu einer Webseite setzten, dann steigt diese im Ranking nach oben. Bereits hier könnte man erahnen, wie man das System der Suchmaschinen unterlaufen könnte, um seine eigene Webseite im Ranking zu verbessern.

Die Vorteile einer Suchmaschinenoptimierung wurden bereits Mitte der 1990er Jahre, mit Aufkommen der ersten Suchmaschinen, erkannt. Die ersten Versionen von Suchmaschinen verließen sich, verglichen mit heute auf sehr profane Algorithmen, aufgrund dessen die Ergebnisse mit Onpage sowie Offpage Kriterien leicht manipulieren werden konnten. Suchmaschinen entwickelten daraufhin diffizilere Rankingalgorithmen, welche eine Manipulation deutlich erschwerten. In Stanford entwickelten die späteren Gründer von Google, Larry Page and Sergey Brin, den PageRank. Dieser Algorithmus legt den Grundstein für den Erfolg von Google und berechnet für jede Webseite eine Zahl zwischen eins und zehn, wobei der Wert 10 das obere Ende darstellt und spiegelt die Menge und Qualität von verwiesenen Links der Webseite wieder (vgl. Online Marketing Breuer o.J.). Das bedeutet, der PageRank diente als Indikator, wie wahrscheinlich es für einen durchschnittlichen Internetnutzer es ist, auf einer zufälligen Webseite zu landen. Dieser Algorithmus wird voraussichtlich heutzutage immer noch von Google für seine Algorithmen genutzt, jedoch um weitere Faktoren ergänzt. Für die Bestimmung einer Webseite nach dem PageRank kann man die Webseite unter Abbildung 3 benutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3. PageRank Ermittlung für die Webseite der TU Dresden über: pr.comlex.de.

Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangssituation jeder Webseite, gibt es kein universelles Mittel um erfolgreich SEO zu betreiben, jedoch sollte man immer auf folgendes achten: Die Webseite sollte klar strukturiert sein und beim Generieren von Nutzern sollte es sich um „echte“ Nutzer handeln.

2.1.4 Suchmaschinenmarketing

Der Begriff des Suchmaschinenmarkting (SEM) setzt sich zusammen aus dem Optimieren von Webseiten (SEO) und dem Bezahlen für ein hohes Webseiten Ranking (SEA) auf der SERP (vgl. Fischer 2010, S.229). In der englischen Fachsprache ist SEA, als „Paid Listing“ bekannt. Im weiteren Verlauf wird vor allem der Prozess des SEA im Rahmen des SEM genauer erläutert. Im Gegensatz zum SEO Verfahren, wo die Ergebnisse zu einem Keyword nicht durch Geld beeinflusst werden können, kann man mithilfe von sogenannten Bezahlprogrammen der Suchmaschinenbetreiber seine Webseite im Ranking weiter oben platzieren. Der berühmteste Abkömmling dieses Geschäftsmodell, welches jährlich wächst (vgl. Abbildung 4), ist „Google AdWords“. Unter der Suchleiste und rechts neben einer SERP kann man die bezahlten Suchergebnisse finden (vgl. Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4. weltweite Werbeausgaben für bezahlte Werbeschaltung in Suchmaschinen von 200-2009 und einer Prognose bis 2016 in Milliarden US-Dollar.

(Quelle: Statista 2009)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5. SERP einer Google Suchanfrage mit dem Keyword „Weihnachtsgeschenke“.

Wobei sich juristische sowie private Personen einen Platz auf der SERP, für ein bestimmtes Keyword erkaufen können um ihre Produkte besser zu vermarkten (vgl. Erlhoffer 2011, S.55). Die Idee zum Anzeigen von kommerziellen Links zu passenden Keywords ist besonders relevant für Unternehmen, weil die Nutzer gleichzeitig zu den Informationen auch noch das passende Angebot zu einem Produkt vorfinden. Falls man bspw. auf der Suche nach einer Reise nach Schweden oder einen Abenteuerurlaub auf Hawaii buchen möchte, kann man sich nicht nur informieren, sondern es werden einem auch passende Angebote auf der SERP präsentiert. Nach den Abgaben von Knippelmeyer verwenden 67% aller Personen das Internet vor der Buchung einer Reise oder Urlaubs (vgl. 2008).

Die Nutzung des Services lässt sich, basierend auf der Art und Weise zu zahlen in 2

Kategorien gliedern (vgl. Erlhofer 2011 S.27f). Das erste Modell nennt man „Cost per Mile“, kurz CPM genannt. Diese Art der Werbung bezeichnet die reine Einblendung von Werbebannern, im Bezahlprogramm von Google wird dieser Service als „Displaywerbung“ bezeichnet. Jedes Mal wenn ein User eine Webseite aufruft, wird ein Werbebanner angezeigt. Der Werbetreibende zahlt dem Portal einen gewissen Betrag für eine vorher vereinbarte Anzahl an Seitenabrufen, bei dem das Werbebanner erscheint.

Ein Modell was vor allem in der Praxis von Werbetreibenden gegenüber dem CPM bevorzugt wird, ist, dass sogenannte „Cost per Click“ Verfahren, kurz CPC genannt. Da man nicht für das Erscheinen des Werbebanners zahlt, sondern nur dann wenn ein Internetnutzer auch auf die geschaltete Anzeige klickt. Das Verfahren setzt sich zusammen aus dem Preis pro Klick, welcher sich aus dem Auktionsmodell ergibt und dem Budget des Werbekunden.

Nehmen wir an Person A möchte für 30€ pro Tag Werbung für das Keyword „Tandemfahrt“ auf Googles Bezahlprogramm „AdWord“ schalten. Sein Konkurrent Person B möchte ebenfalls bezahlte Werbung zu dem gleichen Keyword schalten. Person A bietet Google für einen Klick 0,20€ wohin gegen Person B fünf Cent mehr pro Klick bietet. Die Werbung von Person A würde somit nach der Werbung von Person B gelistet. Person A hat wiederum die Möglichkeit sein Angebot zu erhöhen auf bspw. 0,30€. Damit könnte Person A pro Tag 100 Werbeanzeigen auf Googles SERP schalten.

Durch die gegenseitige Überbietung stellt sich ein Auktionsmodell ein, wobei der Höchstbietende den lukrativeren Platz auf der SERP des Suchmaschinenbetreibers erhält.

2.2 Die Theorie des Long Tail

Das Phänomen des Long Tail wurde erstmals im Jahre 2004 durch den amerikanischen Autor Chris Anderson und seinen Artikel "The Long Tail" einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Inspiriert wurde seine Arbeit von einem Werk der Autoren Brynjolfsson, Hu und Smith (Vgl. Brynjolfsson 2003) . Sie konnten herausarbeiten, dass durch die Digitalisierung und Zunahme des Internethandels auf den Büchermärkten, ein Trend zu erkennen ist, welcher zeigt, dass Konsumenten zunehmend auf Nischenprodukte zurückgreifen, wenn Preise und Angebot für diese attraktiver werden.

Anderson führte diese Ansätze nun fort und versucht zu verallgemeinern. Er erarbeitet in seinem ausführlichen Werk aus dem Jahr 2006 (Vgl. Anderson 2006) grundlegende Vorteile von Internetanbietern, welche eine große Produktpalette anbieten können, im Vergleich zu den bis dahin vorherrschenden Konzept der Einzelhändler, welche bedingt durch geringere Lagermöglichkeiten und einer kleineren Anzahl an potenziellen Kunden, eher auf ein verdünntes Warensortiment mit Fokus auf die sich am besten verkaufenden Waren legten.

Der Begriff "Long Tail" bezieht sich auf Nischenprodukte, also Waren und Güter welche nicht zu den Verkaufsschlagern zählen, da sie meist nicht eine breite Masse, sondern nur spezialisierte und gut informierte Kunden ansprechen. Im traditionellem Konzept der Einzelhändler gab es für diese Art von Produkten meist keinen Platz, da sich die Bereitstellung dieser Produkte auf Grund der sehr geringen Nachfrage nicht lohnte und der begrenzt vorhandene Lagerplatz nur für gewinnbringende und sich regelmäßig verkaufende Güter verwendet werden sollte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6. Geordnete Nachfragekurve mit Einteilung in Head und Tail. (Quelle: http://www.marketingdigital.pro/author/administrador/)

Abbildung 6 zeigt grob die Verteilung der meistverkauften Produkte (Head), also jene mit großem Absatz, welche sich auf eine eher geringe Anzahl von Waren beschränkt und das lange Ende (Long Tail) welcher sich aus einer schier unendlichen Anzahl unterschiedlicher Produkte zusammen setzt, welche auf den jeweiligen Märkten jedoch kaum Gewicht besitzen.

Durch die Entstehung des Internethandels bieten sich diesen Nischenprodukten nun jedoch

ganz neue Möglichkeiten. Anderson zeigt am Beispiel drei unterschiedlicher Unternehmen, wie stark der Umfang des Warenangebots vom gewöhnlichen Einzelhändler zum Internetanbieter sein kann. Dazu liegen die Daten zum Umfang des jeweiligen Warenangebots der drei im Internet agierenden Unternehmen Amazon, Netflix und Rhapsody aus dem Jahr 2008 vor. Diese werden in Relation mit der Ausstattung vergleichbarer Einzelhändler, in diesem Falle Wal-Mart (Musik), Blockbuster (Filme) und Barnes und Noble (Bücher) gesetzt. Man kann feststellen, dass es im Umfang der Sortimente zwischen Offline- und Onlinehändlern extreme Unterschiede gibt (siehe Abbildung 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7. Vergleich des Umfangs der angebotenen Warenpalette bei Offllineund Online Unternehmen.

(Quelle: Anderson 2006, S. 24)

Desweiteren zeigt der untere Teil der Grafik die Anteile vom Umsatz der Internethändler die durch Produkte generiert werden, welche die Einzelhändler nicht anbieten. Im Umkehrsinn zeigt dieser Anteil den Umsatz welcher den traditionellen Händlern entgeht, da sie die Produkte des Long Tail nicht kostendeckend anbieten können. Anderson beschreibt in der Folge sechs Thesen, welche im Ergebnis zu einer grundlegenden Veränderung der Nachfragestruktur führen sollen (Anderson 2006, S. 53). Diese lauten wie folgt:

[...]

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Suchmaschinenmarketing und Suchmaschinenoptimierung. Die Bedeutung des "Long Tail"-Instrumentes für die Tourismusbranche
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Fakultät Verkehrswissenschaften “Friedrich List”)
Note
2,1
Autoren
Jahr
2015
Seiten
46
Katalognummer
V302351
ISBN (eBook)
9783668001480
ISBN (Buch)
9783668001497
Dateigröße
4914 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
suchmaschinenmarketing, suchmaschinenoptimierung, bedeutung, long, tail, tourismusbranche
Arbeit zitieren
Alexander Kruppa (Autor)Martin Deutscher (Autor)Sven Daehne (Autor), 2015, Suchmaschinenmarketing und Suchmaschinenoptimierung. Die Bedeutung des "Long Tail"-Instrumentes für die Tourismusbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302351

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