Erinnern gegen das Vergessen. KZ-Gedenkstätten als Mahnmale für die Nachkriegsgeneration


Fachbuch, 2015
184 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Die Entwicklung der deutschen Erinnerung um das Konzentrationslager Auschwitz. Tendenzen einer Gedächtniskultur in DDR und BRD
Einleitung
1945-1949
Betrachtungen zur DDR
Erinnerungskultur der BRD bis 1990
Einblicke in die Kultur der Erinnerung um Auschwitz heute
Exkurs – Auschwitz im Blickfeld der Geschichtsforschung

Bibliographie

Abkürzungsverzeichnis

Verarbeiten, Verharmlosen, Verleugnen – gesellschaftlicher Umgang mit der Shoa
Einleitung
Verarbeiten
Verharmlosen
Verleugnen
Fazit
Literaturverzeichnis

Regionale Erinnerungskultur in NS-Täterorten. Die KZ-Gedenkstätten Dachau und Mauthausen im Vergleich
Einleitung
Erinnerungskultur in KZ-Gedenkstätten
Chronologische Entwicklung der KZ-Gedenkstätten
Denkmäler und Mahnmale in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Denkmäler und Mahnmale in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Totengedenktafel
Konflikte in der Erinnerungskultur
Vergleich
Quellen und Literatur
Anhang

Edgar Hilsenraths „Der Nazi und der Frisör“ Die „sozialen Geschlechter“ des Max Schulz. Ein Affront gegen die Erinnerungskultur?
Einleitung
„Der Nazi und der Frisör“, ein Tabubruch in der Holocaustaufarbeitung?
Holocaustliteratur, ein kurzer Forschungsüberblick
Die „sozialen Geschlechter“ des Max Schulz
Resümee
Literatur

Historisches Lernen in Gedenkstätten für die Opfer es Nationalsozialismus
Einführung
Was ist historisches Lernen?
Zur Geschichte der Gedenkstätten in Deutschland
Bildungsarbeit der Gedenkstätten im Wandel
Zusammenfassung und Schluß
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis

Einzelbände

Die Entwicklung der deutschen Erinnerung um das Konzentrationslager Auschwitz. Tendenzen einer Gedächtniskultur in DDR und BRD

Stefanie Zabel

Einleitung

Problementfaltung

Eine mögliche Definition und Behandlung von Auschwitz als Erinnerungsort stellt für die Forschung in mehrfacher Hinsicht ein Problem dar: widmet sich die Geschichtswissenschaft dem Vernichtungslager Auschwitz als konkreten Ort, so kann sie es nicht vermeiden, die gedankliche Verbindung zu Auschwitz als Tat (Verbrechen) der Nationalsozialisten, bzw. als Tat der Deutschen, herzustellen.

Die Behandlung von Auschwitz als Stätte der Erinnerung hingegen impliziert bereits bekannte Fakten wie die industrielle Vernichtung von über einer Million Menschen, wobei die Vernichtung der Juden in heutigen Nachschlagewerken insbesondere hervorgehoben wird.

Das Konzentrationslager Auschwitz wiederum als Tat der Nationalsozialisten hervorzuheben, lässt einen weiträumigen Horizont der Betrachtung zu: Auschwitz symbolisiert hierbei den gesamten Vernichtungsapparat des Dritten Reiches unter dem Führer Adolf Hitler. In diese gerade allegorische Sichtweise inbegriffen sind damit auch alle anderen Konzentrations- und Vernichtungslager der Deutschen sowie die seit Mitte der 1930er organisierte Hetze gegen Minderheiten wie Polen und Juden. Symbol der Politik der Verfolgung und industriellen Ausrottung stellt aufgrund der hohen Zahl der Opfer eben dieses Lager Auschwitz dar. Ähnliche Anstalten wie Belzec und Chelmno erlangten bis heute keine vergleichbare 'Berühmtheit': „Auschwitz dient […] als Synonym für das Grauen des Völkermords, als Metapher von Schuld und Verstrickung im Bewußtsein [sic] der Deutschen“[1].

Da sich beide Konzepte von Auseinandersetzungen mit Auschwitz – als Tat der Nationalsozialisten sowie als Ort – thematisch einander an vielen Stellen überschneiden, ist eine Untersuchung der Entwicklung der Erinnerungskultur in Deutschland ohne den Umgang mit beiden Perspektiven nicht möglich.

Ein zweites Problem, welches sich vor einer Bearbeitung des Themas stellt, ist die Vielfalt der Erinnerungskulturen in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges: nicht nur in kultureller Hinsicht begannen beide deutsche Staaten, die Bundesrepublik wie die Deutsche Demokratische Republik, eine Eigenart des Gedächtnisses gegenüber der Problematik Auschwitz zu entwickeln. Auch politisch, durch die verschiedentliche Ausrichtung der jeweiligen Staatsformen und -ziele bildeten sich schnell weitreichende Unterschiede in der Aufarbeitung der eigenen, der deutschen, Vergangenheit um Auschwitz.

Ein vergleichbares Bild ergibt sich, wenn die Geschichtswissenschaft die eigene Aufarbeitung innerhalb der Forschung reflektiert und daneben etwa die Aufarbeitungsformen der Geschehnisse durch die Öffentlichkeit gesetzt werden.

Die Spannweite der Erinnerungskultur in Deutschland ist demnach überaus facettenreich. Durch verschiedene Auslegungen der Geschehnisse, durch neuere und ältere Deutungen sowie durch Vergessen und Geschichtsverfälschung entsteht ein für Deutschland sehr mannigfaches Bild einer Erinnerungskultur um Auschwitz.

Die vorliegende Arbeit hat die kritische Darlegung der seit 1945 herausgebildeten Bildern der Erinnerung zum Ziel. Jeweilige Eigenheiten und Kontroversen der vielgestaltigen Erinnerungslandschaft sollen darin hervorgehoben und hinterfragt werden. Gleichzeitig sollen auch die Schnittpunkte zeitlicher oder örtlicher Kontinuitäten der Erinnerungskultur in den Blick genommen werden.

Forschungsstand

Die Beschäftigung mit dem „deutschen Gedächtnis“ um die Problematik Auschwitz lässt mittlerweile ein geradezu unüberschaubares Spektrum von Ansätzen und Konzeptionen innerhalb der Geschichtsforschung finden. Jedoch entstanden die relevanten Werke zu diesem Thema fast ausschließlich erst ab den 1980er Jahren.

Christian Meiers Untersuchung Vierzig Jahre nach Auschwitz, welche er kurz nach dem berühmten Historikerstreit von 1986 veröffentlichte, darf als eines der Hauptwerke dieser Forschungsrichtung angesehen werden.[2] Vor allem ist jedoch der Historiker Martin Broszat zu nennen, welcher sich bereits vor den 1980er Jahren mit Auschwitz und dem deutschen Gedächtnis beschäftigte.[3]

In anderen Arbeiten wird die Problematik häufig am Rande großer Untersuchungen zum Nationalsozialismus erwähnt;[4] genannt sei hier beispielsweise der Aufsatz Die Opfer- und Verfolgtenperspektive als Gründungskonsens? Zum Umgang mit der Widerstandstradition und der Schuldfrage der DDR von Jürgen Danyel.[5] Dieses Werk lässt einen vielschichtigen Einblick in die Erinnerungsarbeit der Deutschen Demokratischen Republik zum Thema zu. Generell jedoch bleibt festzustellen, dass die Aufarbeitung des Gedächtnisses in der BRD weiter gediehen war als jene der DDR.

Aufbau der Arbeit

Gegliedert ist die vorliegende Untersuchung in sechs Themenabschnitte. Der erste Teil behandelt die kurze Zeitspanne der Stunde Null, die Jahre 1945 bis 1949 – von der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten bis zur Gründung der beiden Staaten Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik.

Zum Zweiten wird die Erinnerungskultur der DDR um Auschwitz im Vordergrund stehen. Das Gedächtnis der BRD wird darauf folgend im dritten Abschnitt untersucht werden. Dieser Bereich teilt sich nochmals in sechs Themenschwerpunkte: die Jahre bis zum Ende der 1950er, dann die Betrachtung der Jahre bis 1968; die Verjährungsdebatten sowie der studentische Aufbruch 1968 werden darauf folgend einen zentralen Punkt einnehmen. Im weiteren Verlauf wird der Film Holocaust und seine Wirkungen auf die Bevölkerung untersucht werden. Die 1980er und 1990er werden danach Objekt einer genaueren Betrachtung. Zuletzt wird innerhalb des dritten Abschnittes der Historikerstreit von 1986 einer genaueren Reflexion unterzogen werden.

Viertens wird, nach dem Anschluss der DDR an die BRD, die Kultur des Gedächtnisses um das Vernichtungslager heute im Vordergrund stehen. Der fünfte Teil der Arbeit gewährt einen Einblick in die Erinnerungskultur der Geschichtsforschung zu Auschwitz und den Holocaust.

1945-1949

Nach dem Untergang des so genannten Dritten Reiches und der Einteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen, wurde dem deutschen Volk auf östlicher wie auf westlicher Seite die eigene Schmach des selbst verursachten und schließlich verlorenen Krieges recht schnell deutlich, vor allem durch die Besatzungspolitik der Siegermächte England, Frankreich, USA und Sowjetunion. Hervorgerufen durch verlorenen Krieg und Besatzung, formte sich eine der Politik gegenüber passive Haltung in der deutschen Bevölkerung heraus. Eine unmittelbare Folge davon war unter anderem die Rückkehr des Individuums in die eigene private Sphäre sowie die relative Gleichgültigkeit der Bevölkerung gegenüber Entscheidungen der Besatzungsmächte. Hier ist zu fragen, in wie fern sich diese angesprochene Passivität auch in der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit äußerte. Wie verhielten sich die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg in Bezug auf die Problematik Auschwitz ? Ist bereits von einer Erinnerungskultur zu sprechen?

Aufgrund der kollektiven Schweigsamkeit[6] nach 1945 können sich Historiker wie Christian Meier, eigentlich emeritierter Professor für Alte Geschichte, diesbezüglich nur auf Vermutungen stützen: Reaktionen wie Schuldgefühle, Scham, Betretenheit und Befürchtungen gegenüber der eigenen deutschen Vergangenheit, die man gerade in den ersten Jahren der Besatzung nicht so recht bewahrheitet sehen wollte, werden aufgelistet. Allerdings gibt es für diese Haltungen keine empirischen Befunde: „wieweit sich das aber verbal äußerte, ist unklar“.[7]

Fest steht jedoch, dass die Siegermächte des Ersten Weltkrieges ein eigenes Konzept erdachter Befehle, Situationen und politische Haltungen der ehemaligen Regierung unter Kaiser Wilhelm II. der deutschen Bevölkerung angetragen haben. Daher glaubten sicherlich nicht Wenige, dass Berichte um Vernichtungslager wie Auschwitz nur Verleumdungen gegenüber dem eigenen Volk und der eigenen ehemaligen Regierung Adolf Hitlers darstellen sollten – zur Strafe, diesem Regime bedingungslos gefolgt zu sein. Andererseits wiederum stellen Forscher wie Norbert Frei und Sybille Steinbacher dar, dass „Auschwitz keineswegs im geographisch nebulösen 'Osten' [lag], vielmehr gehörten Stadt und Lager seit der administrativen Zuordnung zu Ostoberschlesien Ende Oktober 1939 zum Deutschen Reich, mit anderen Worten: Das Auschwitz der 'Endlösung' lag […] auf damals deutschem Boden“[8]. Außer Acht gelassen wird allerdings hierbei, dass bis zum Ende des Dritten Reiches dieses Gebiet zwar formal zum deutschen Territorium gehörte, jedoch bis zuletzt hohe Auflagen für Ein- und Durchreisen bestanden. Ostoberschlesien, der Regierungsbezirk Kattowitz, war sicherheitspolizeilich abgeschottet. Daher ist nicht unbedingt von einem verbreiteten Wissen über Auschwitz auszugehen.

Nichtsdestotrotz wiegt in der Geschichtswissenschaft ein weiterer Aspekt für eine mögliche Erinnerungskultur um die deutschen Taten in Auschwitz schwer: „außerdem waren die meisten eher niedergeschlagen und betäubt und zu elementar mit der Sicherung des eigenen Lebens beschäftigt, als daß [sic] sie schon Distanz zu dem Geschehen hätten gewinnen können“[9].

Auch der Kalte Krieg hatte seine Auswirkungen auf die Erinnerungskultur um Auschwitz - „dieser globale Dualismus der Warte [drängte] nach und nach den Zweiten Weltkrieg und seine Vorgeschichten in den Hintergrund“[10].

Betrachtungen zur DDR

Gerade für den Bereich der sowjetischen Besatzungszone, der späteren Deutschen Demokratischen Republik, nahm die Anforderung der Existenzsicherung in hohem Maße einen Einfluss auf den Prozess der Gedächtnisentwicklung: durch die Demontage der verbliebenen Industrie und deren Abtransport in Richtung Sowjetunion stand die Bevölkerung vor einem Neuanfang, sowohl in der Wirtschaft, als auch in der Politik. Die Wirtschaft wurde unter dem Vorwand verstaatlicht, ehemalige Nationalsozialisten damit zu bestrafen – dies waren für die Sowjets Industriechefs und Großgrundbesitzer. Daneben wurden in der inneren Verwaltung und Justiz 90% des Personals entlassen, soviel wie nirgends sonst in Deutschland.[11]

Durch die Etablierung des Sozialismus galt es, den Blick nach vorn zu richten. Mit dieser Maxime einher ging letztlich die völlige Loslösung von der eigenen Vergangenheit im nationalsozialistischen Regime – man wollte sich, als marxistisch-leninistischen Staat, nicht für die Gewalt im Dritten Reich verantwortlich fühlen. Die SED-Regierung verstand sich von Anfang an als Gegner und erfolgreicher Bekämpfer des Nationalsozialismus; daher folgte nie eine Übernahme einer kollektiven Schuld seitens dieser regierenden Partei.[12] Folglich gab es finanzielle Entschädigungen für Opfer des NS-Regimes auf östlicher Seite Deutschlands nicht: „though his government had spent nothing in restitution payments to Jewish survivors, Ulbricht argued that it was his government, not Adenauer's, that had truly learned the lessons of the Nazi past“[13].

Überdies wehte nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 bereits ein weltpolitisch neuer Wind: zwei Großmächte, Sowjetunion und USA, standen sich in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik gegenüber, nachdem der gemeinsame Feind Adolf Hitler erfolgreich bekämpft worden war und damit der kleinste gemeinsame Nenner für eine dauerhafte Zusammenarbeit fehlte. Es begann auf allen Ebenen ein Wettrüsten, welches bis in die Wendejahre um 1990 andauern sollte und in der DDR nur wenig Raum für die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit bot.

Opfergruppen des Holocaust – Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle etc. - wurden zu einer einzigen Gruppe zusammengefasst: die der antifaschistischen Kämpfer. Daraus entstand die Heroisierung jener vom NS-Regime verfolgten Bevölkerungsgruppen.[14] Ein gewichtiges Resultat dessen war zum ersten, dass sich die Opfer des NS-Regimes durch die Erinnerungsarbeit der DDR eher verstanden fühlten als das der Fall auf westlicher Seite war. Zweitens konnte die Deutsche Demokratische Republik der tatsächliche Anerkennung einer Kollektivschuld und damit einer intensiven Erinnerungsarbeit ausweichen. Abermals sahen sich die Deutschen in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone nicht als direkte Tätergesellschaft an.[15]

Betrachtet man die justizielle Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der Deutschen Demokratischen Republik, so ist vor allem das 1949 verabschiedete Gesetz über den Erlaß [sic] von Sühnemaßnahmen für ehemalige Mitglieder und Anhänger der Nazipartei und Offiziere der Wehrmacht zu nennen. Grundlage dieser Verabschiedung war der Gedanke, dass Täter des Nationalsozialismus ihre Schuld dadurch wett machen, dass sie Aufbauhilfe für den neuen politischen Kurs des Sozialismus leisteten.[16]

Für diesen Abschnitt der Untersuchung ist also festzuhalten, dass eine Erinnerungskultur um Auschwitz nach 1945 nur in dem Maße von anfänglicher Leugnung und dem danach folgenden Verdrängen der Geschehnisse vorhanden war.

Für die Regierung war das Vernichtungslager ein Mittel, um die eigene Propaganda vom westlichen, kapitalistischen Feind zu schüren. Norbert Frei und Sybille Steinbacher halten hierbei fest, dass „im Osten [...] 'Ausschwitz' für die völkermörderische Konsequenz des notwendig in den Faschismus führenden kapitalistischen Systems [stand], und hätte es dazu eines Beweises bedurft, dann lag er scheinbar offen zutage in der Präsenz der IG Farben in Auschwitz-Monowitz“[17].

Erst vierzig Jahre nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik verabschiedete das damalige Parlament ein Bekenntnis zur Erinnerung an den Holocaust und Auschwitz[18]. Etwas vergleichbares wie die Bereitschaft „zur Mitverantwortung für Demütigung, Vertreibung und Ermordung jüdischer Frauen, Männer und Kinder“ hat es in der Bundesrepublik nie gegeben: „wir empfinden Trauer und Scham und bekennen uns zu dieser Last der deutschen Geschichte“[19].

Erinnerungskultur der BRD bis 1990

Das deutsche Gedächtnis 1945 bis zum Ende der 1950er Jahre

„Unmittelbar nach 1945 erschienen [...] viele erschütternde Zeugnisse über die Todeslager jenseits des Rheins. Aber diese Blüte war nur von kurzer Dauer. Die Wiederaufrüstung in Westdeutschland signalisierte den Niedergang der Konzentrationsliteratur. Die Erinnerungen an das Totenhaus standen der Politik des Westens im Wege: man verdrängte sie.“

Robert Merle, 1972[20]

In den Besatzungszonen Frankreichs, Großbritanniens und der USA – der späteren Bundesrepublik- ergibt sich zunächst ebenso ein Bild der bloßen Existenzsicherung seit dem Untergang des nationalsozialistischen Regimes 1945. Darüber hinaus aber schürte hier der aufkeimende Kalte Krieg eine mentale Disposition der Westdeutschen bezüglich ihrer eigenen Vergangenheit, die ganz im Zeichen des westlichen Großbündnisses stand - „die Idee der Freiheit und Demokratie der westlichen Allianz stand einem verzerrten Ideal sozialer Gleichheit gegenüber, das die Sowjetunion und sogenannte 'Volksrepubliken' in Osteuropa vertraten“[21].

Eine besonderes Phänomen bildeten die Nürnberger Prozesse, in welchen seit 1945 die 24 Hauptverantwortlichen für den Zweiten Weltkrieg und die Judenvernichtung im Dritten Reich verurteilt wurden.

Es wurden mit diesem öffentlichen Gerichtsverfahren Schuldige gefunden, welche die Last des Völkermords auf sich nahmen. Nichtsdestotrotz wurden seitens der Besatzungsmächte Fragebögen unter der Bevölkerung verteilt, welche den Grad der Schuld am Völkermord und am Zweiten Weltkrieg einschätzen sollten. Gleichwohl war nach diesen Verfahren zur Schaffung von Recht und Gerechtigkeit das Thema der Auseinandersetzung mit Auschwitz aufgrund der Aburteilung der Hauptschuldigen ad acta gelegt.[22] Tatsächlich bestand die Erinnerung an Auschwitz in der Verdrängung.

Anfängliche Schamgefühle verschwanden vermutlich innerhalb der Realisierung von Zukunftsvisionen und der Errichtung einer demokratischen Bundesrepublik – das westdeutsche Volk konnte durch den Antikommunismus im Glauben leben, „auf der richtigen Seite“[23] zu sein. Ähnlich wie in der DDR galt es, das Gedankengut der Feinde, hier Nationalsozialismus und Kommunismus, zu eliminieren. Daher verfolgte Adenauer auch eine Politik der Schuldabweisung: Anschläge auf jüdische Friedhöfe wurden als das Werk der Deutschen Demokratischen Republik angesehen, welche den gesellschaftlichen Frieden in der Bundesrepublik habe angeblich stören wollen.[24]

In den 1950er Jahren wurden auf Seiten der Bundesrepublik im politischen Feld einige Maßnahmen vorgenommen, um sich auf politischer Ebene intensiver mit der Problematik Auschwitz und Holocaust auseinander zu setzen. 1953 beispielsweise ging die westdeutsche Regierung einen Vertrag mit Israel ein, um geschehene NS-Verbrechen wieder gut zu machen. Doch erst ab 1958 fanden Prozesse gegen die Verbrechen in Konzentrationslagern statt.

Weiterhin übernahm die Bundesrepublik die materielle Erblast. Wiedergutmachung und Entschädigung führten zu mehr internationaler Reputation; vor allem dadurch, dass die DDR eben diese verweigerte. Von Seiten Wolfgang Benz' werden die Wiedergutmachungsleistungen der Bundesrepublik jedoch lediglich als ein Alibi bei dem Umgang mit der Vergangenheit gewertet.[25] Tatsächliche Erinnerungsarbeit ist für ihn bis dahin nicht zu erkennen.

Eine Folge der Prozesse von 1958 war der Rücktritt zweier Minister aus ihrem Amt,[26] da sie ihre nationalsozialistische Vergangenheit nicht leugnen konnten. Nichtsdestotrotz war die Bundesrepublik in großen Teilen weiterhin unter einem Schleier des Schweigens gehüllt; dies galt in gewissen Teilen auch für die Politik: der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer beklagte sich zwar über die Vergesslichkeit der Deutschen in Bezug auf ihre eigenen Verbrechen; dennoch hält Meier fest, dass „er […] zugleich sorgfältig darauf bedacht [war], zu betonen, daß [sic] die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen an den NS-Verbrechen nicht beteiligt war“[27] - es wurde jede historischen Verantwortung negiert. Nach dem Befund des Autors Christian Meier begnügten sich die Deutschen im Großen und Ganzen damit, während des NS-Regimes zu Untaten wie Auschwitz gezwungen worden zu sein „und dann auch noch alles mögliche im Rahmen [der] schwachen Kräfte zugunsten mancher Benachteiligter oder Opfer des Regimes abgemildert zu haben“[28] - eine deutliche Aburteilung seitens des Historikers in der Zeit der Wendejahre um 1990.

Die 1940er wie die 1950er waren sowohl auf westdeutscher als auch auf ostdeutscher Seite von der Priorität des Auf- und Ausbaus der eigenen Wirtschaft und des neuen politischen Systems nach dem Regime Hitler bestimmt. Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur haben in dieser Zeit keine Chance auf eine Entfaltung, wie sie in den darauf folgenden Jahren und Jahrzehnten geschehen sollte: „man sah keinen Grund, die unermeßlichen [sic] Morde und Bedrückungen […] der deutschen Gesellschaft selbst zuzurechnen, sich selbst also ihretwegen in Frage zu stellen“[29].

Versuche der Aufarbeitung: Justiz und Literatur von 1958 bis 1968

Für das Ende der 1950er Jahre ist eine Aufarbeitung der Taten des nationalsozialistischen Regimes zumindest auf dem juristischen Sektor zu ersehen: eine Serie von Anklagen ehemaliger Nationalsozialisten mündete in den Frankfurter Auschwitzprozess von 1964 und 1965. Diesem Verfahren voraus ging die Gründung der Ludwigsburger Zentrale zur Verfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen. Erstmals führte der Umgang mit der eigenen, verbrecherischen Vergangenheit der Deutschen zur Mitte der 1960er Jahre in eine regelrechte Nachprüfung. Scheint zunächst die bloße juristische Notwendigkeit eine Rolle gespielt zu haben, so bot doch die Verjährung von NS-Verbrechen als zentrales Problemfeld innerhalb mehrerer großer Debatten in den Jahren 1964 und 1965 einen zwangsläufigen Anlass zur Reflexion.[30]

Ein Jahr später sollte die Aburteilung der deutschen Gerichte, welche seit Ende des Zweiten Weltkrieges die Urteile über NS-Verbrecher gefällt hatten, innerhalb der so genannten Königsteiner Entschließung folgen, welche von der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages ins Leben gerufen wurde. Zu milde[31] sei mit den ehemaligen Verbrechern der Konzentrations- und Vernichtungslager des Dritten Reiches umgegangen worden. Mit dieser Entschließung sei erstmals nach dem Untergang des Regimes Hitler „die Verantwortung […] der kleinen Vollstrecker, die Beteiligung und das Mitwissen unendlich vieler […] deutlich [geworden]“[32].

Ein Versuch, dieses überaus problematische Kapitel jüngerer deutscher Vergangenheit zu verarbeiten, wurde in der Belletristik bereits Ende der 1950er deutlich, obgleich Christian Meier der kulturellen Bewegung keine große Bedeutung beimisst. Es entstanden Dramen von Günter Grass (Blechtrommel, 1959) und der 1963 veröffentlichte Stellvertreter von Hochhuth. Überdies wurden in den westdeutschen Theatern eine Reihe von Aufführungen inszeniert, welche die Haltung der Deutschen unter Adolf Hitler und auch danach durchaus kritisch betrachteten. Darunter sind Werke wie Friedrich Dürrenmatts Besuch der alten Dame von 1958, Max Frischs Andorra von 1961 und Zeit der Schuldlosen von Siegfried Lenz, ebenfalls erschienen im Jahr 1961, namhaft.

Von Bedeutung ist nach Meier im weiteren die Verjährungsdebatte von 1965, welche er lediglich als „bemerkenswert“[33] hervorhebt. Allerdings geht er darauf folgend in keiner Weise auf Inhalte und Akteure dieser Debatte ein.[34]

Insgesamt wurden vier Debatten im deutschen Bundestag abgehalten: 1960, 1965, 1969 und 1979. Stets erhob sich die zentrale Frage, ob die durch den Nationalsozialismus begangenen Morde verjähren können oder nicht. Ein vollendetes Ergebnis wurde erst 1979 erreicht, als Mord nicht mehr der Verjährung unterliegen sollte. Zuvor war immer wieder ein Hinauszögern seitens der Politik zu vernehmen.

Studentischer Aufbruch 1968

Durch den allmählich zutage tretenden Generationenkonflikt und der studentischen Revolte 1968 wurden nicht nur die damals vorherrschenden gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Welthaltungen angefochten. Eine nicht unwesentliche Rolle spielte vielmehr auch die Bezugnahme auf die Vergangenheit der eigenen Eltern bzw. Großeltern durch die jüngere Generation. Die „Mitläuferschaft“, der Holocaust und vor allem die Geschehnisse in Auschwitz gerieten in den kritischen Blickpunkt junger Menschen. Ein Ergebnis dieses Aufarbeitungsversuches ist in der vollkommenen Offenlegung einer Unmündigkeit, bzw. autoritären Mentalität, der früheren Generation zu sehen, die mit Hitler mitmarschierte. Aus dieser Erkenntnis heraus resultierte die stärkere Hinterfragung der Älteren, welche erstmals überhaupt massiven Vorwürfen ihrer Kinder und Enkeln ausgesetzt waren. Bis dahin konnte sich die NS-Generation durch Schweigen und fehlende Urteile verhüllen. Nun sollten die Ausreden der Vergangenheit nicht mehr gelten. Die Generation von 1968 „lud […] das Erinnerungspotential von neuem auf“[35].

Doch gleichzeitig mit der Verurteilung der Älteren kam die 68er-Generation, dies hat Christian Meier richtig erkannt, in den Genuss, sich durch den Fingerzeig auf andere selbst von der Schuld der Deutschen rein zu waschen - man selbst war es ja nicht gewesen; Schuld hatten die Eltern und Großeltern, die Vernichtungslager wie Auschwitz zuließen und auf Befehl hin Menschen ermordeten.

Dieser „moralische Rigorismus“[36] ist gleichwohl schwierig anzusehen insofern, als er eine Fluchtmöglichkeit vor der eigenen Vergangenheit der Deutschen zulässt. Meier geht hier von der Schuldhaftigkeit des gesamten deutschen Volkes über die Generationen hinweg seit den Untaten des NS-Regimes aus. Durch den Ansatz, diesen Fingerzeig der 68er als Flucht vor der eigenen Vergangenheit zu betrachten, räumt der Historiker eben dieser Haltung nichts rühmliches ein. Jedoch ist diese Aufarbeitung einer Generation deshalb so von Bedeutung, weil sie als erste seit dem Zweiten Weltkrieg eine konkrete Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit zulässt; wenngleich die Betrachtungsweise eher von emotionaler als von rationeller Natur[37] ist.

Für die Untersuchung der Haltung der Generation 1968 steht jedenfalls fest, dass „es zu der Übung [kam], aus ungefährdeter Gegenwart heraus die Taten der Eltern und Großeltern vom hohen Roß [sic] aus zu verurteilen“[38].

Wolfgang Mommsen sieht die Thematik vom Vernichtungslager Auschwitz jedoch auch aus einer anderen Perspektive: das Problem von 1968 sei das folgende, dass die jüngere Generation unzufrieden mit dem unzulänglichen moralischen Engagement der Älteren war, „die keine geistige Führung boten. Und die Älteren boten keine geistige Führung, weil sie dazu angesichts ihrer NS-Vergangenheit nicht in der Lage waren“[39].

Holocaust (1979)

Im Jahr 1979 wurde erstmals im deutschen Fernsehen eine Aufarbeitung der Taten der Nationalsozialisten in Auschwitz und in anderen Vernichtungslagern ausgestrahlt - Holocaust, ein Hollywood-Film, erhielt Rekordeinschaltquoten und erfuhr eine breite Resonanz von Betroffenheit unter den Deutschen. Für die Geschichtswissenschaft, welche bis dato das Thema Auschwitz nur marginal, indes nüchtern, einer genaueren Betrachtung unterzog, war die Reaktion der Bevölkerung ein Signal – sie, die deutschen Historiker, mussten sich der Frage stellen, warum die Aufarbeitung dieser Geschehnisse bisher nicht publikumsnah geschah, sondern nur in abgeschwächter Form und im Format forschungsinterner Aufsätze und anderen Schriften – die deutsche Bevölkerung kannte das Ausmaß der Taten nicht. Hierbei zutage trat ein von Martin Broszat erkanntes Problem: „nicht nur die wissenschaftliche Erstproduktion, auch die immer wieder neue Reproduktion scheint nötig, wenn die Kontinuität geschichtlichen Wissens – über wenige Spezialisten hinaus – einigermaßen erhalten bleiben soll“[40].

Broszat sieht in der Ausstrahlung des Filmes zwei Kernaspekte, die es zu nennen gilt: erstens zeigten die Reaktionen auf dieses Werk, dass sich die meisten Deutschen nicht in Scham und daraus resultierendem Schweigen hüllten; zweitens verliert, so befürchtet der Forscher, der Holocaust durch die Dramatisierung seinen Wahrheitsgehalt und könnte damit als erdachtes Szenario die faktischen Begebenheiten um Auschwitz an den Rand drängen: „der durch den Film gegebene Erinnerungsanstoß möge anhalten, viele einzelne optische Eindrücke aber ausgewischt und ersetzt werden durch genauere, von historischer Einbildungskraft geleitete Aufnahme dessen, was damals war und geschah“[41]. Der Historiker Frei stellt am Rande seiner Untersuchungen klar, „dass die konkrete historische Erforschung dessen, wofür zunächst der Begriff 'Auschwitz' und seit der gleichnamigen Fernsehserie von 1979 dann der Begriff 'Holocaust' stand, erst im Laufe der achtziger Jahre langsam auf Touren kam“[42].

1980er und 1990er Jahre

Generell war die deutsche Gesellschaft in den 1980er Jahren weitaus aufgeschlossener als jene kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch ist zu Recht anzumerken, dass zwar „eine umfangreiche Forschung, Geschichtsunterricht und die verschiedenen Medien […] für bessere Kenntnisse gesorgt [haben]. Und doch trifft man immer wieder auf Nichtwissen oder auf peinliche Weisen, sich den Konsequenzen aus dem Wissen zu entziehen“[43].

Bei dem so genannten Bitburg -Problem[44] verwechselte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl den Ersten mit dem Zweiten Weltkrieg und bedauerte die militärische Auseinandersetzung – nicht den Massenmord seitens der Deutschen in Auschwitz. Diesen Vorwurf macht zumindest Christian Meier dem ehemaligen Bundeskanzler.[45] Hieran an schließt sich jedoch unweigerlich die Frage, wie viel Gewicht speziellen, einzelnen Fällen von rhetorischen Missgeschicken bzw. Missverständnissen auf höchster politischer Ebene konzediert werden darf, um für das Konstrukt der Erinnerungskultur um Auschwitz in Deutschland tragfähig zu erscheinen.[46]

Dem Fehler Kohls wurde insoweit Rechnung getragen, dass sich nicht die politischen Staatsvertreter abschließend selbst die Hand gaben, sondern lediglich zwei Beauftragte der jeweiligen Militärs diesen symbolisch relevanten Akt übernahmen.

Wird die Geschichte der Literatur in Deutschland seit 1945 in den Vordergrund gerückt, so ist zusammenfassend festzustellen, dass es zwar einige das Geschehen in Auschwitz aufarbeitende Romane seit 1945 gegeben hat, diese jedoch Abhandlungsformen waren, welche in der Geschichtsforschung bedauerlicherweise in einem nur sehr allgemeinen Rahmen Aufnahme gefunden haben.[47] So wurden vorwiegend drei Romane dieser Gattung berücksichtigt: Doktor Faustus von Thomas Mann, Anna Seghers Das siebte Kreuz und Stalingrad von Theodor Plivier – jenen drei Romanen fehlt es trotz der Thematisierung an inhaltlicher Tiefe; für die deutsche Geschichte in Auschwitz fehlt es an einer Aufarbeitung wie Krieg und Frieden von Leo Tolstoi, doch „da war der Verlust an Sinn und Namen […] im Wege“[48].

Historikerstreit

Im Juli 1986 versuchten Wissenschaftler innerhalb des so genannten Historikerstreits eine Antwort auf die Fragen zu geben, ob die Taten der Nationalsozialisten tatsächlich als in der Geschichte singulär zu betrachten sind und ob es überhaupt erlaubt sei, den Holocaust und Auschwitz in irgendeiner Form zu relativieren.[49] Dem voraus ging Ernst Noltes Betrachtungsweise der Problematik von 1974. Seiner Meinung nach habe jeder Staat und jede Staatsform seine ganz eigene Hitlerzeit mit eigenen Ungeheuerlichkeiten und Opfern zu stämmen.[50] Nolte sollte mit seiner Ansicht nur wenig Unterstützung finden; die meisten beteiligten Akteure waren wie Eberhard Jäckel der Überzeugung, dass Auschwitz nicht mit anderen Verbrechen gleichzusetzen ist, da nie zuvor ein Staat die Ausrottung einer gesamten Menschengruppe, einschließlich Frauen, Kinder und Säuglinge geplant und industriell in die Tat umgesetzt hatte.

Von Bedeutung ist dabei, dass es einen solchen Diskurs in Deutschland überhaupt gegeben hat. Ausgelöst wurde dieser durch die über die Jahrzehnte hinweg andauernde Verantwortlichkeitsübertragung für die Taten der Nationalsozialisten, die von einigen wenigen nicht mehr weiter hingenommen werden wollte. Als Beispiel sei ein Zitat von Franz Josef Strauß aus dem Jahre 1969 angeführt: „Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen erbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nicht mehr hören zu wollen“. Christian Meier bemerkt zu diesem Aspekt sehr treffend, dass Arbeit offenbar immer noch frei mache.[51]

Weiterhin sei Helmut Schmidt zu nennen, welcher die 1980er Jahre mit den Worten „die deutsche Politik der achtziger und neunziger Jahre [dürfe] nicht mehr im Schatten von Auschwitz stehen [...]“[52] einleitete. Es lässt sich also für diesen Abschnitt festhalten, dass mehrere Versuche in der Politik unternommen wurden, um die Verantwortung für die Taten des NS-Regimes von sich zu nehmen. Bis in die 1980er Jahre also findet der Beobachter diverse Verdrängungsversuche als Art der Erinnerung vor.

Einblicke in die Kultur der Erinnerung um Auschwitz heute

„Wir haben uns auch privat vielfach angewöhnt, diese Distanzierung von unserer Vergangenheit deutlich in unserm Verhalten zum Ausdruck zu bringen“[53] - so Christian Meier. Gleichzeitig erscheint bis heute immer wieder das Phänomen, die gesamte Thematik um Auschwitz sei aufgebraucht: „Und weil sie [die Deutschen] die vor mehr als vier Jahrzehnten begangenen Verbrechen als Teil der Geschichte – als abgeschlossene Vergangenheit – verstehen, während sie für die Opfer immer noch bis in die Realität des Alltags reichen, entstehen immer wieder Mißverständnisse [sic]“[54].

Andererseits wiederum ist bis heute die Zahl der Dokumentationen zu Themengebieten wie Holocaust und Auschwitz enorm gestiegen; Zeitzeugen schildern in jenen Dokumentationen ihren Weg durch den Holocaust.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, bis in die heutige Zeit hinein, wird die Kollektivbezeichnung, das 'Wir', für die Zeit zwischen 1933 und 1945 sorglich vermieden. Es scheint, als könne sich durch diese Entwicklung eine Distanz zu den Untaten des NS-Regimes leichter halten. Allerdings ist durch dieses Verfahren die Offenheit für die deutsche Geschichte gewährleistet. Dennoch resultiert daraus auch, dass die Geschehnisse im Vernichtungslager von Auschwitz weniger als Teil unserer Geschichte ausgelegt werden, sondern als die in sich abgeschlossene Geschichte eines Volkes von Mitläufern und Tätern. Damit fehlt die direkte Identifikation mit der (eigenen) Vergangenheit.

Für die historische Forschung ist daher eine neue Identität der Deutschen entstanden, die sich nicht, wie z. B. die Identität der Franzosen, aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nährt, sondern nur aus der Gegenwart und der Zukunft.[55] Allenfalls eine kurze Vergangenheitsspanne, nämlich die seit 1945, lässt sich in dieser Identität der Deutschen wiederfinden.

Forscher wie Wolfgang Benz sehen in der weiteren Entwicklung der Erinnerungskultur in Deutschland weiterhin Problematisches. Darunter fällt die angesprochene „Forderung vieler […], irgendwann […] müsse, amtlich, weltöffentlich und unwiderrufbar, das Ende der deutschen Zuständigkeit für Hitler und den nationalsozialistischen Staat erklärt werden“[56]. Durch die anhaltenden Gebärden einiger, welche einen Schlussstrich unter der Problematik Auschwitz fordern, wird „'Erinnern' [auch weiterhin] als Schulderklärung und erzwungene Selbstbezichtigung verstanden“[57], wenngleich nicht bei allen Deutschen.

Exkurs – Auschwitz im Blickfeld der Geschichtsforschung

Ein weiteren Punkt, den es innerhalb dieser Arbeit zu untersuchen gilt, ist der Bereich der Geschichtswissenschaft seit 1945. Vorab ist bereits zum Tragen gekommen, dass sich die Historiker in der Aufarbeitung der Geschehnisse im Vernichtungslager Auschwitz sehr schwer taten.[58] Innerhalb dieses Kapitels soll diese Problematik einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.

Zutage treten nicht wenige Gründe für das vehemente Schweigen, das nicht nur innerhalb der deutschen Bevölkerung, sondern auch in der Wissenschaft Einzug erhielt: erstens behielten viele Historiker aufgrund eines akuten Personalmangels nach 1945 ihren Posten an den Universitäten; ein Personalschub setzte erst am Ende der 1960er Jahre ein.[59] Damit war der überwiegende Anteil jener unter dem NS-Regime wirksam gewesenen Geschichtswissenschafter in eben diesem Zeitraum gegeben. Wolfgang Mommsen kritisiert diesbezüglich wie folgt: „es gab so gut wie keine Außenseiter, weil fast alle [Historiker] in gewisser Weise Dreck am Stecken hatten“[60]. Also wurde auf allen Seiten geschwiegen – man wollte nicht die eigenen Kollegen belasten.[61] Die Themen Auschwitz und Holocaust gerieten dadurch weit in den Hintergrund der Geschichtserinnerung.[62]

Nicht nur Hans Mommsen vertritt die Auffassung, dass „die damit zusammenhängenden Probleme [...] erst von der nachfolgenden Generation, die auf die Lehrstühle schrittweise nachrückte, aufgeworfen werden [konnten]. Sie mußten [sic] selbst so unabhängig sein, um unbefangen darüber zu reden und die zuvor beibehaltene partielle Tabuisierung der Problematik beiseite zu schieben [...]“[63]. Auch der Historiker Jürgen Kocka stellt auf die Frage nach der abnehmenden Seltenheit von Publikationen zur Problematik klar: „Die Leute, um die es geht, leben nicht mehr. Wer jetzt über sie schreibt, ist nicht mehr Kollege“[64].

Dieser kurze Exkurs hat somit erklärt, warum die heutige Geschichtsforschung offener mit der Problematik Auschwitz agiert als noch vor 30 Jahren.

Fazit und Ausblick

Für die Problematisierung der Entwicklung einer Erinnerungskultur um Auschwitz seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ergeben sich nach dieser Untersuchung drei Ergebnisse, welche für die Entwicklung des deutschen Gedächtnisses ausschlaggebend sind:

Zum einen ist es vordergründig die Frage nach der zeitlichen Distanz zum Geschehen, die das Bild der Erinnerung an NS-Verbrechen wie das Vernichtungslager Auschwitz massiv beeinflusste: während es noch in den 1950er Jahren eine Generation schweigsamer, deutscher Bürger gab, welche aus mutmaßlichem Schamgefühl diesen Weg der Erinnerung wählten, so waren es bereits Söhne und Töchter eben jener Altersgruppe, die im Rahmen der studentischen Revolte von 1968 die eigenen Eltern für ihre Taten und Untaten be- und verurteilten.

Gleichwohl sind die 1968er von darauf folgenden Generationen zu unterscheiden: das Bewusstsein für eine mögliche Verantwortung des gesamten deutschen Volkes über die Tätergeneration hinaus keimte erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts auf; und selbst bis heute konnte sich eine nationale Erinnerungskultur nur geringfügig durchsetzen.

Dass jedoch die Kultur um eine Erinnerung an einen Ort wie Auschwitz nicht nur gesellschaftlich-kultureller Natur ist, sondern – als zweiten auszumachenden Komplex dieser Untersuchung – vor allem auch Ergebnis politischer Interessen, zeigt nicht nur die in obigem Kapitel angestellte Betrachtung, sondern auch folgende Problematik: Untaten der Nationalsozialisten, die sich gegen Polen richteten, wurden erst in den 1960er Jahren in der Bundesrepublik offiziell eingeräumt; die Ermordung von russischen Kriegsgefangenen in Auschwitz wurde in den 1970er Jahren zwar im politischen Sinne publik; jedoch ist bis heute nicht von einer den Morden an den Juden vergleichbaren Erinnerungskultur zu sprechen. Christian Meier erkennt hierbei richtig, dass es nicht um bloße Wiedergutmachung seitens der deutschen Politik und Kultur geht.[65]

Ein weiteres Problem der Erinnerungskultur bildet die Tiefe der Forschung: Peter Longerich ist der Auffassung, „in Deutschland wurde über Auschwitz jahrzehntelang mehr geredet als geforscht“[66]. Resultierend daraus ist anzuerkennen, dass das Wissen um Auschwitz und den Holocaust, vor allem was den Ablauf der Deportationen betrifft, nur teilweise bzw. noch gar nicht erforscht ist.[67]

Norbert Frei hält wiederum nach seiner Untersuchung das Wesen der Zeitgeschichtsschreibung fest: „'Auschwitz' [ist] keineswegs von Anfang an ein bevorzugter Gegenstand der zeitgeschichtlichen Forschung gewesen [...] Zeitgeschichtsschreibung [findet] nicht im luftleeren Raum statt, also [ist] nichts, was außerhalb der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung sich ereignet“[68]. Demnach, so zeigte auch das Kapitel über die Geschichtsschreibung in Deutschland, verändert diese sich je nach Entwicklungsrichtung einer Gesellschaft – in den 1950ern wurde auf Seiten der Bevölkerung und der Wissenschaft geschwiegen; 30 Jahre darauf, mit dem aufkeimenden Interesse der Deutschen, stieg die Zahl der Veröffentlichungen zum Thema Vernichtungslager Auschwitz an.

Es stellt sich die Frage nach einer weiteren Dynamik der Auschwitz-Kultur in den kommenden Jahren. Dan Diner sieht eine Entwicklung des Gedächtnisses auf europäischer Ebene: „Es dürfte letztlich in einen Prozeß [sic] einmünden, in dem die verschiedenen kollektiven Erinnerungen in Europa eine Art wechselseitigen Kontenausgleich[69] vornehmen und ein gemeinsamer europäischer Kanon des Gedächtnisses geschaffen werden wird“[70]. Erkannt wird von Seiten Diners hierbei eine mögliche europäische Identität, welche allerdings auch Probleme mit sich bringt. Einige europäische Staaten könnten, so Diner, enorme Schwierigkeiten haben, den Holocaust als „allumfassendes Gründungsereignis“ anzusehen. Als Beispiel dient ihm das Schicksal der Polen - „letztendlich rivalisiert [das polnische] Kollektivgedächtnis mit dem der Juden“[71].

Till Bastian wiederum legt sein Hauptaugenmerk auf aktuelle rechtsradikale Entwicklungen in Deutschland und kommt zu dem Schluss, dass „ein halbes Jahrhundert nach der 'Selektion an der Rampe' eine schlimme Saat [keimt], die allerdings den nachdenklichen Beobachter kaum überraschen wird: Zu lange war das deutsche Geistesleben geprägt von Versuchen, an der 'Hitlerzeit' doch auch – und wider besseres Wissen – Positives zu finden: die Autobahnen natürlich, und daß [sic] Frauen damals noch nachts unbehelligt auf die Straße gehen konnten“[72]. Ergänzend dazu sei die Ausarbeitung von Wolfgang Benz angebracht: „Zwar wurde niemals Deutschland oder den Deutschen offiziell der Vorwurf kollektiver Schuld gemacht – in keinem Dokument, in keiner Handlung der Alliierten -, aber der Abwehrmechanismus gegen die imaginäre Pauschalverurteilung funktioniert reibungslos, ja man scheint geradezu darauf angewiesen“[73].

Warum derartige Probleme immer noch in der Bundesrepublik akut sind, ist Gegenstand der Forschung von Martin Broszat. Grundsätzlich, so erkennt der Historiker richtig, ist an der deutschen Geschichtswissenschaft zu Auschwitz zu bemängeln, dass sie nicht die jüdische Erlebnis- und Verhaltensgeschichte, sondern fast ausschließlich die deutsche Aktionsgeschichte der Judenverfolgung in den Mittelpunkt stelle[74]. An anderer Position signalisiert er deutlich seine Auffassung, dass Massenexekutionen und Gaskammern im Holocaust einen „Stilbruch der Geschichte“ entsprechen würden – damit nimmt er der Historie den Anspruch, eine tatsächliche Wissenschaft zu sein.[75]

Fest steht: eine tatsächliche Erinnerungsarbeit – falls es in Deutschland überhaupt eine solche gibt[76] - kann für das Thema Vernichtungslager Auschwitz nicht mit einem universalen Konzept bedacht werden. Je weiter sich das Datum der Befreiung des Lagers entfernt, desto unbegreiflicher wird offenbar die Schuldfrage seitens des deutschen Volkes: „Die Erinnerung an Auschwitz [verursacht] bei Juden ein Gefühl grenzenloser Hilflosigkeit, bei Deutschen dagegen wegen der durch die Strategie des Vergessens nicht aufzulösenden Schuldgefühle Unbehagen bis hin zur blinden Wut“[77]. Deutsche hapern bis heute mit dem Problem, die Taten des NS-Regimes von sich zu weisen und darauf zu hoffen, dass Täter- und Opfergeneration aussterben, um eine gewisse Ruhe in die Thematik zu bringen. Die Auswirkungen dieses Aussitzens des Problems werden sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Bibliographie

Bastian, Till: Auschwitz und die „Auschwitz-Lüge“. Massenmord und Geschichtsfälschung, 2. Auflage, München 1994.

Benz, Wolfgang: Auschwitz und die Deutschen. Die Erinnerung an den Völkermord, in: Herzig, Arno/Lorenz, Ina [Hrsg.]: Verdrängung und Vernichtung der Juden unter dem Nationalsozialismus, Hamburg 1992, S. 333-348.

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Broszat, Martin: „Holocaust“ und die Geschichtswissenschaft, in: Graml, Hermann/ Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Nach Hitler. Der schwierige Umgang mit unserer Geschichte. Beiträge von Martin Broszat, 2. Auflage, München 1987, S. 271-286.

Danyel, Jürgen: Die Opfer- und Verfolgtenperspektive als Gründungskonsens? Zum Umgang mit der Widerstandstradition und der Schuldfrage in der DDR, in: Danyel, Jürgen [Hrsg.]: Die geteilte Vergangenheit. Zum Umgang mit Nationalsozialismus und Widerstand in beiden deutschen Staaten, Berlin 1995, S. 31-46.

Diner, Dan: Der Holocaust in den politischen Kulturen Europas: Erinnerung und Eigentum, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 65-74.

Frei, Norbert/ Steinbacher, Sybille: Auschwitz. Die Stadt, das Lager und die Wahrnehmung der Deutschen, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 37-51.

Gall, Lothar: „Aber das sehen Sie mir nach, wenn ich die Rollen des Historikers und die des Staatsanwalts auch heute noch als die am stärksten auseinanderliegenden ansehe“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 300-318.

Herbert, Ulrich: Der Holocaust und die deutsche Gesellschaft, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 19-36.

Herf, Jeffrey: Politics and Memory in West and East Germany since 1961 and in Unified Germany since 1990, in: Cesarani, David [Hrsg.]: After Eichmann. Collective Memory and the Holocaust since 1961, London/ New York 2005, S. 40-64.

Kocka, Jürgen: „Wir sind ein Fach, das nicht nur für sich selber schreibt und forscht, sondern zur Aufklärung und zum Selbstverständnis der eigenen Gesellschaft und Kultur beitragen sollte“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 383-403.

Longerich, Peter: Auschwitz-Leugnen. Das Verfahren Irving gegen Lipstadt vor dem Londoner High Court, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 53-63.

Meier, Christian: Vierzig Jahre nach Auschwitz. Deutsche Geschichtserinnerung heute, 2. Auflage, München 1990.

Merle, Robert: Der Tod ist mein Beruf, Paris 1952, hier: 6. Auflage, Berlin 2003.

Mommsen, Hans: „Daraus erklärt sich, daß es niemals zuvor eine derartige Vorherrschaft alter Männer gegeben hat wie in der Zeit von 1945 bis in die 60er Jahre“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 163-190.

Mommsen, Wolfgang J.: „Die Jungen wollen ganz unbefangen die alte Generation in die Pfanne hauen“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 191-217.

Rurüp, Reinhard: „Das Dritte Reich hatte kein Problem mit den deutschen Historikern“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 267-280.

Schieder, Wolfgang: „Wir konnten keine Kommentare erzwingen, denn schließlich waren wir nicht das Hohe Gericht“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 281-299.

Schleier, Hans: Vergangenheitsbewältigung und Traditionserneuerung? Geschichtswissenschaft nach 1945, in: Pehle, Walter H./ Sillem, Peter: Wissenschaft im geteilten Deutschland. Restauration oder Neubeginn nach 1945?, Frankfurt am Main 1992, S. 205-222.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verarbeiten, Verharmlosen, Verleugnen – gesellschaftlicher Umgang mit der Shoa

Tetiana Chuvilina

Einleitung

Am 27. Januar 2006 wurde auf nationalen- und internationalen Ebenen an den 61. Jahrestag der Befreiung des größten Nationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz gedacht. Seit Kriegsende führten immer mehr Länder nationale Gedenktage an die Opfer des Nationalsozialismus ein. Auch internationale Organisationen wie der Europarat und die Vereinten Nationen gedenken am 27. Januar gemeinsam mit den Nationalstaaten an die Opfer des Genozides und fordern damit auch zum Kampf gegen Rassismus auf. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und dem Grauen des zweiten Weltkriegs ist mittlerweile zu einem Grundpfeiler des europäischen Selbstverständnisses geworden, welcher auf der Grundlage der Vergangenheit zur Toleranz, internationaler Verständigung und Einhaltung der Menschenrechte aufruft.

Doch wie setzt sich die deutsche Gesellschaft, von innen betrachtet, mit ihrer Vergangenheit auseinander? Besteht noch Interesse daran sich damit zu beschäftigen und mehr über den Holocaust zu erfahren? Wie steht es um die Schuldfrage und die Verantwortung der heutigen Generation? – Da ich diese Fragestellungen an sich, sowie auch Diskussionen über diese im Seminar etwas vermisst habe, jedoch der Meinung bin, dass sie sehr wichtig sind, werde ich mich nun in dieser wissenschaftlichen Abhandlung damit beschäftigen.

Um diese Fragen beantworten zu können, habe ich den Umgang mit der Shoa (auch Holocaust genannt; Hebräisch: große Katastrophe, Zerstörung – bezeichnet den Massenmord an den europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland) in drei Kategorien - Verarbeiten, Verharmlosen und Verleugnen – eingeteilt, für welche ich jeweils drei Beispiele aus der Gesellschaft vorstellen und diskutieren werde. Im Folgenden geht es darum die gesellschaftlichen Umgangsformen und ihre Quellen zu untersuchen um ein besseres Bild über die allgemeine Lage und ihre Tendenzen zu bekommen.

[...]


[1] Benz, Wolfgang: Auschwitz und die Deutschen. Die Erinnerung an den Völkermord, in: Herzig, Arno/Lorenz, Ina [Hrsg.]: Verdrängung und Vernichtung der Juden unter dem Nationalsozialismus, Hamburg 1992, S. 333.

[2] Vgl. Meier, Christian: Vierzig Jahre nach Auschwitz. Deutsche Geschichtserinnerung heute, 2. Auflage, München 1990.

[3] Dazu wurde innerhalb dieser Arbeit Broszats Aufsatz „Holocaust“ und die Geschichtswissenschaft, in: Graml, Hermann/ Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Nach Hitler. Der schwierige Umgang mit unserer Geschichte. Beiträge von Martin Broszat, 2. Auflage, München 1987, herangezogen.

[4] Bsp: Herbert, Ulrich: Der Holocaust und die deutsche Gesellschaft, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 19-36; Diner, Dan: Der Holocaust in den politischen Kulturen Europas: Erinnerung und Eigentum, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 65-74.

[5] Danyel, Jürgen: Die Opfer- und Verfolgtenperspektive als Gründungskonsens? Zum Umgang mit der Widerstandstradition und der Schuldfrage der DDR, in: Danyel, Jürgen [Hrsg.]: Die geteilte Vergangenheit. Zum Umgang mit Nationalsozialismus und Widerstand in beiden deutschen Staaten, Berlin 1995, S. 31-46.

[6] Wolfgang Benz nennt die kollektive Schweigsamkeit eine „Abwehrreaktion“, da sich die NS-Generation schlecht und ungerecht behandelt fühlte. Vgl. Benz, Wolfgang: Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Bundesrepublik, in: Danyel, Jürgen [Hrsg.]: Die geteilte Vergangenheit. Zum Umgang mit Nationalsozialismus und Widerstand in beiden deutschen Staaten, Berlin 1995, S. 48. Eine Übernahme einer Kollektivschuld wurde nie auf Seiten der Alliierten gefordert, sondern entspringt lediglich dem Gefühl der Deutschen. Vgl. ebd., S. 52.

[7] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 52.

[8] Frei, Norbert/ Steinbacher, Sybille: Auschwitz. Die Stadt, das Lager und die Wahrnehmung der Deutschen, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 48.

[9] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 52.

[10] Diner, Der Holocaust in den politischen Kulturen Europas, S. 66.

[11] Vgl. Benz, Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, S. 49.

[12] Vgl. Danyel, Die Opfer- und Verfolgtenperspektive als Gründungskonsens?, S. 34.

[13] Herf, Jeffrey: Politics and Memory in West and East Germany since 1961 and in Unified Germany since 1990, in: Cesarani, David [Hrsg.]: After Eichmann. Collective Memory and the Holocaust since 1961, London/ New York 2005, S. 49.

[14] Vgl. Danyel, Die Opfer- und Verfolgtenperspektive als Gründungskonsens?, S. 39.

[15] Vgl. ebd., S. 46.

[16] Vgl. Danyel, Die Opfer- und Verfolgtenperspektive als Gründungskonsens?, S. 43.

[17] Frei, Auschwitz. Die Stadt, das Lager und die Wahrnehmung der Deutschen, S. 38.

[18] Vgl. Benz, Auschwitz und die Deutschen, S. 334.

[19] Ebd., S. 334.

[20] Merle, Robert: Der Tod ist mein Beruf, Paris 1952, hier: 6. Auflage, Berlin 2003, S. 315.

[21] Diner, Der Holocaust in den politischen Kulturen Europas, S. 66.

[22] Zwar wurden weitere Urteile seitens der Besatzungsmächte gefällt. Diese wurden allerdings 1951 wieder aufgehoben : „Ein Erlaß [sic] der Länder der Bundesrepublik Deutschland hob jedoch im Jahre 1951 alle Urteile, die von alliierten Behörden ausgesprochen worden waren, wieder auf. Es hat dann auch seitens der deutschen Justiz Auschwitz-Prozesse gegeben, die 1960 in Münster begannen und vom Herbst 1963 bis 1965 sowie von 1977 bis 1981 vor dem Schwurgericht Frankfurt am Main verhandelt wurden“, in: Bastian, Till: Auschwitz und die „Auschwitz-Lüge“. Massenmord und Geschichtsfälschung, 2. Auflage, München 1994, S. 68. Adenauer begründete diese Entscheidung damit, dass Verständnis für einige Verfehlungen und Vergehen aufgebracht werden müsse, in: Benz, Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, S. 48.

[23] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 53.

[24] Vgl. Benz, Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, S. 54.

[25] Vgl. Benz, Auschwitz und die Deutschen, S. 335.

[26] Hierbei handelt es sich um den Minister Oberländer, welcher 1960 zurücktrat; sowie Krüger, welcher vier Jahre später sein Ministeramt niederlegte.

[27] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 53.

[28] Ebd., S. 54.

[29] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 53.

[30] Vgl. ebd., S. 55. Allerdings schneidet der Geschichtswissenschaftler Meier die Problematik hier nur an und konkretisiert bedauerlicherweise nicht durch weitere Ausführungen zur Debatte.

[31] Die Milde bezog sich vorwiegend auf den so genannten Befehlsnotstand, welcher kein Schuldausschließungsgrund darstellt. Befehlsnotstand definiert sich durch die Erklärung der Mittäter, man habe nur auf Befehl hin gehorcht und hätte bei Befehlsverweigerung harte Strafen auferlegt bekommen.

[32] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 56.

[33] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 57.

[34] Eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Verjährungsdebatten bieten Jeffrey Herf, Politics and Memory, S. 43ff sowie Wolfgang Benz, Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, S. 55ff.

[35] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 57.

[36] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 57.

[37] Sofern man die Betrachtung um den Holocaust und Auschwitz überhaupt als „rationell“ im Sinne der Gefühllosigkeit betrachten kann.

[38] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 57.

[39] Mommsen, Wolfgang J., „Die Jungen wollen ganz unbefangen die alte Generation in die Pfanne hauen“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 212.

[40] Broszat, Martin: „Holocaust“ und die Geschichtswissenschaft, in: Graml, Hermann/ Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Nach Hitler. Der schwierige Umgang mit unserer Geschichte. Beiträge von Martin Broszat, 2. Auflage, München 1987, S. 276.

[41] Ebd., S. 275. Broszat ist der Meinung, dass „die Wirklichkeit der geschundenen und moribunden, am Ende menschlicher Existenzmöglichkeit lebenden, angsterfüllt der nächsten 'Selektion' entgegensehenden jüdischen Häftlinge von Auschwitz […] die Einschaltquoten des Fernsehens drastisch reduziert [hätte]“, in: ebd., S. 275.

[42] Frei, Auschwitz. Die Stadt, das Lager und die Wahrnehmung der Deutschen, S. 39.

[43] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 59.

[44] Im Mai 1985 erfolgte ein Staatsbesuch seitens Ronald Reagans in Deutschland anlässlich des 40. Jahrestages des Sieges über das Hitlerregime. Beide Politiker, Helmut Kohl und Ronald Reagan, besuchten dabei den Soldatenfriedhof in Bitburg, auf welchem in makaberer Hinsicht auch SS-Offiziere beerdigt sind.

[45] Vgl. Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 59f.

[46] Es stellt sich im weiteren Verlauf die Frage, ob es eine feste Messlatte für die Erstellung einer Erinnerungskulturübersicht geben kann oder ein Nachzeichnen der Kultur des Gedächtnisses einer Nation subjektiv bleibt.

[47] Vgl. Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 71.

[48] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 71.

[49] „Zu den Wirkungen des Historikerstreits gehört, daß [sic] die Grenzen zwischen Aufklärung und Verweigerung durchlässig geworden sind. Positionen des 'Revisionismus', die von rechtsradikalen Apologeten Hitlers und trotzigen Leugnern nationalsozialistischer Verbrechen längt bezogen […] wurden in die Debatte eingeführt und gewannen Terrain“, in: Benz, Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, S. 59.

[50] Vgl. Bastian, Auschwitz und die „Auschwitz-Lüge“, S. 9883.

[51] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 129. 1988 wurde das Zitat von Strauß in der ZEIT neu angebracht (7.10.1988). Über ein Jahrzehnt wurden Strauß' Worte nicht vergessen, sondern lediglich konserviert und bei einem Skandal neu hervorgeholt. An Aktualität haben seine Worte damit nicht verloren. Durch die Verwendung eines Zitats eines Politikers ist damit auch die große Verantwortung der Menschen der Öffentlichkeit gegenüber dem Thema Auschwitz und Holocaust offenbar geworden.

[52] Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 58.

[53] Ebd., S. 61.

[54] Benz, Auschwitz und die Deutschen, S. 335.

[55] Vgl. Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 68ff.

[56] Benz, Auschwitz und die Deutschen, S. 337.

[57] Ebd., S. 336.

[58] Siehe Kapitel Holocaust, S. 14.

[59] Vgl. Rurüp, Reinhard: „Das Dritte Reich hatte kein Problem mit den deutschen Historikern“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 277: „Es gab zudem wenige Historiker, die neu in dieses System kamen, da der große Personalschub in den Universitäten erst Ende der 60er Jahre einsetzte.“

[60] Mommsen, W., „Die Jungen wollen ganz unbefangen die alte Generation in die Pfanne hauen“, S. 211.

[61] „Offensichtlich hatte man die Verfehlungen im Dritten Reich bei den Zeitgenossen als nicht so desavouierend angesehen, wie das heute der Fall ist“, in: Gall, Lothar: „Aber das sehen Sie mir nach, wenn ich die Rollen des Historikers und die des Staatsanwalts auch heute noch als die am stärksten auseinanderliegenden ansehe“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 315.

[62] „Nur ganz wenige Historiker haben sich, soviel ich jedenfalls weiß, mit ihrer NS-Vergangenheit selbstkritisch auseinandergesetzt. Dazu gehörten beispielsweise Reinhard Wittram und Hermann Heimpel, der darüber tief depressiv wurde“, in: Schieder, Wolfgang: „Wir konnten keine Kommentare erzwingen, denn schließlich waren wir nicht das Hohe Gericht“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 295. Ergänzend dazu sei Schleier zitiert: „Eine selbstkritische Abrechnung mit der Geschichtswissenschaft im Dritten Reich und sogar mit dem eigenen Verhalten unterblieb in der Regel“, in: Schleier, Hans: Vergangenheitsbewältigung und Traditionserneuerung? Geschichtswissenschaft nach 1945, in: Pehle, Walter H./ Sillem, Peter: Wissenschaft im geteilten Deutschland. Restauration oder Neubeginn nach 1945?, Frankfurt am Main 1992, S. 208.

[63] Mommsen, Hans, „Daraus erklärt sich, daß es niemals zuvor eine derartige Vorherrschaft alter Männer gegeben hat wie in der Zeit von 1945 bis in die 60er Jahre“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 185.

[64] Kocka, Jürgen: „Wir sind ein Fach, das nicht nur für sich selber schreibt und forscht, sondern zur Aufklärung und zum Selbstverständnis der eigenen Gesellschaft und Kultur beitragen sollte“, in: Hohls, Rüdiger/ Jarausch, Konrad H.: Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus, München 2000, S. 397.

[65] Vgl. Meier, Vierzig Jahre nach Auschwitz, S. 70.

[66] Frei, Auschwitz. Die Stadt, das Lager und die Wahrnehmung der Deutschen, S. 38.

[67] Vgl. Longerich, Peter: Auschwitz-Leugnen. Das Verfahren Irving gegen Lipstadt vor dem Londoner High Court, in: Henke, Klaus-Dietmar [Hrsg.]: Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung, Dresden 2001, S. 56: „Unser Wissen um die Geschichte der Vernichtungslager und um den präzisen Ablauf der Deportationen ist noch außerordentlich fragmentarisch und die präzise Rekonstruktion der Entscheidungsprozesse, an dessen Ende der Massenmord stand, ist nach wie vor umstritten“.

[68] Frei, Auschwitz. Die Stadt, das Lager und die Wahrnehmung der Deutschen, S. 39.

[69] „Einige Länder sind mit dem Deutschen Reich Bündnisse eingegangen, einige haben mit ihm kollaboriert, andere wurden überrannt und erobert, wieder andere setzten auf den Schutz ihrer Neutralität“, in: Diner, Der Holocaust in den politischen Kulturen Europas, S. 71.

[70] Diner, Der Holocaust in den politischen Kulturen Europas, S. 71.

[71] Ebd., S. 71.

[72] Bastian, Auschwitz und die „Auschwitz-Lüge“, S. 83f.

[73] Benz, Auschwitz und die Deutschen, S. 338.

[74] Vgl. Broszat, „Holocaust“ und die Geschichtswissenschaft, S. 284f.

[75] Vgl. ebd., S. 284: „Für die an erhabene Geschichtsideen gewöhnte Sprache und Reflexion des Historismus sind Massenexekutionen und Gaskammern ein 'Stilbruch' der Geschichte, über den man schnell hinwegzukommen sucht“.

[76] Hier sei nochmals auf die Alibi-Erinnerung durch finanzielle Zuschüsse an Opfer und Gedenkstätten sowie die fehlende Schuldannahme der Politik hingewiesen sowie auf: „Der offiziellen Feierlichkeit [zur Erinnerung an den Nationalsozialismus] steht freilich die Tabuisierung des Themas im Alltag gegenüber“, in: Benz, Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, S. 53.

[77] Benz, Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, S. 58.

Ende der Leseprobe aus 184 Seiten

Details

Titel
Erinnern gegen das Vergessen. KZ-Gedenkstätten als Mahnmale für die Nachkriegsgeneration
Autoren
Jahr
2015
Seiten
184
Katalognummer
V302457
ISBN (eBook)
9783956870101
ISBN (Buch)
9783956879104
Dateigröße
934 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erinnern, vergessen, kz-gedenkstätten, mahnmale, nachkriegsgeneration
Arbeit zitieren
Stefanie Zabel (Autor)Tetiana Chuvilina (Autor)Lilly Maier (Autor)Stefan Sebastian Bahn (Autor)Knut Maßmann (Autor), 2015, Erinnern gegen das Vergessen. KZ-Gedenkstätten als Mahnmale für die Nachkriegsgeneration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302457

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