Das Bevölkerungsgesetz von Thomas Malthus. Historischer Hintergrund, Aufbau und Kritikpunkte


Seminararbeit, 2010

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Entwicklung der Bevölkerungsgeographie
1.2 Ausarbeitung der Aufgabenstellung

2 Das Bevölkerungsgesetz (Malthus)
2.1 Thomas Robert Malthus vor historischem Hintergrund
2.2 Aufbau der Bevölkerungstheorie

3 Kritik
3.1 Kritik an der Bevölkerungstheorie
3.2 Kritische Strömungen

4 Herstellen eines Bezugs zur Gegenwart
4.1 Darstellung der heutigen Situation
4.2 Bewertung des Bevölkerungsgesetzes aus heutiger Sicht

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis
6.1 Primärliteratur:
6.2 Sekundärliteratur

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Malthusianische Theorem (Haggett 1983, S.198) S. 6

Abbildung 2: Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Lage und Bevölkerungswachstum (eigener Entwurf nach Malthus) S. 7

Abbildung 3: Bevölkerungswachstum (Harrison&Pearce 2000, S.14) S. 10

Abbildung 4:Weltweite Nahrungsmittelproduktion (Harrison&Pearce 2000, S. 56) S. 11

Abbildung 5: Unterernährung (Harrison&Pearce 2000, S.56) S. 11

1 Einleitung

1.1 Entwicklung der Bevölkerungsgeographie

Die Thematik der Bevölkerungsentwicklung ist ein immerwährend aktuelles Thema. Aristoteles beschäftigte sich bereits mit den Gesetzesmäßigkeiten der menschlichen Fortpflanzung. Er setzte sich mit der Frage nach der optimalen Bevölkerungsgröße und deren erforderlichen politischen Maßnahmen auseinander. Seit Menschengedenken dienen bevölkerungstheoretische Ansätze dazu, die zukünftige Entwicklung prognostizieren und somit Aussagen über spätere Lebenssituationen treffen zu können. Dazu betrachtet man Geburten- und Sterberate sowie Migrationsströme, das heißt, die Anzahl der Ein- und Auswanderer, die bei regionalen und lokalen Untersuchungen eine wichtige Rolle spielen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte entwickelte sich die Bevölkerungsgeographie deutlich weiter, sodass heute auf wesentlich präzisere Statistiken und Datengrundlagen zurückgegriffen werden kann. So sind auch heute noch Bevölkerungsprognosen für die Raumordnungs- und -entwicklungsplanung, einem Teilgebiet der Bevölkerungsgeographie, essentiell. Erforderliche Infrastrukturmaßnahmen und menschliche Bedürfnisse können so durch die berechnete Entwicklung aufeinander abgestimmt werden.

Weitere Forschungsrichtungen sind Untersuchungen zu Bevölkerungsverteilungen, -strukturen und -zusammensetzungen. Hier erfolgt eine differenziertere Betrachtung zu Ursachen und soziokulturellen Faktoren. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung und daraus resultierende Überlegungen zur Tragfähigkeit der Erde stellen ein anderes Forschungsfeld dar. Das heißt, der Zusammenhang zwischen Weltbevölkerung und Welternährung wird hier genauer untersucht. Mit dieser Thematik hat sich auch Thomas Robert Malthus Ende des 18. Jahrhunderts beschäftigt. Im Jahr 1789 veröffentlichte er erstmals seine im „Bevölkerungsgesetz“ zusammengefasste Theorie.

1.2 Ausarbeitung der Aufgabenstellung

Das Bevölkerungsgesetz soll nun Objekt dieser Arbeit sein. Um einen möglichst umfassenden Einblick in diese Thematik zu gewähren, wird zunächst der Theoretiker und sein historischer Hintergrund untersucht. Dann wird der Aufbau des Bevölkerungsgesetzes näher beleuchtet, mögliche Kritikpunkte geprüft und auf gegenwärtige Verhältnisse übertragen. Hierfür ist die Beschreibung der heutigen Situation notwendig, um auf dieser Grundlage eine wissenschaftliche Aussage über die Aktualität der Theorie treffen zu können.

2 Das Bevölkerungsgesetz (Malthus)

Um das Bevölkerungsgesetz und seinen Aufbau besser verstehen zu können, ist es hilfreich, zunächst einmal den Verfasser Thomas Robert Malthus näher zu betrachten sowie den historischen Hintergrund und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen genauer zu analysieren.

2.1 Thomas Robert Malthus vor historischem Hintergrund

Thomas Robert Malthus, der von 1766 bis 1834 in England lebte, war anglikanischer Geistlicher und zugleich aber auch Wissenschaftler. So wurde er 1805 zum weltweit ersten Professor für politische Ökonomie berufen (nach Streinmann 1991). Malthus lebte zur Zeit der frühen Industrialisierung, dem Übergang von einer Agrar- zur Industriegesellschaft. Durch die zunehmende Mechanisierung ging die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeitsplätze zurück, was eine Landflucht und Verstädterung zur Folge hatte. Gleichzeitig erlebte Großbritannien ein extremes Bevölkerungswachstum. Innerhalb kurzer Zeit stieg das Bevölkerungszahl von acht auf knapp 20 Millionen Menschen. Das Leben in der Stadt war für den Großteil der Bevölkerung geprägt von Massenarbeitslosigkeit und einem finanziellen Budget am oder unter dem Existenzminimum, kurz einer starken Verelendung der Massen.

Es gab einige Vertreter, die sich mit der Bevölkerungssituation und deren zukünftiger Entwicklung beschäftigten, Malthus widersprach diesen jedoch und näherte sich als einer der ersten der Thematik von naturwissenschaftlicher Seite (nach Leib&Mertins 1983). Seine Überlegungen und Erkenntnisse fasste er in dem Bevölkerungsgesetz zusammen, das 1798 erstmals erschien. 1803 veröffentlichte er eine zweite Fassung seines Werkes, die in insgesamt fünf Auflagen erschien. In der zweiten Fassung präsentiert Malthus eine weiterentwickelte und überarbeitete Ausgabe des Bevölkerungsgesetzes und liefert Belege und Beweise für seine aufgestellte Theorie (nach Khalatbari 1991).

2.2 Aufbau der Bevölkerungstheorie

Malthus beschäftigte sich im Bevölkerungsgesetz mit der Frage nach der Tragfähigkeit der Erde, also der maximal möglichen Anzahl an Menschen, die auf der Erde leben und gleichzeitig mit ausreichend Nahrung versorgt werden können.

Um dies beantworten zu können, stellte er zunächst zwei Postulate auf:

Zum einen geht er davon aus, dass Nahrung eine Existenzgrundlage für das menschliche Leben bildet und nur bei ausreichender Versorgung das Überleben der Menschheit gewährleistet wird.

Zum anderen nimmt er ein dauerhaftes Bevölkerungswachstum durch den natürlichen menschlichen Geschlechts- und Arterhaltungstrieb an.

Malthus stellt nun die Annahme auf, dass sich keine dieser beiden Komponenten zukünftig ändern oder an Bedeutung verlieren wird.

Daraus leitet Malthus die Theorie ab, dass die Wachstumsraten der menschlichen Bevölkerung und der Nahrungsmittelproduktion unterschiedlich groß sind. Er geht davon aus, dass das Bevölkerungswachstum exponentiell ansteigt und die jeweilige Verdoppelungszeit bei 25 Jahren liegt. Dabei stützt er sich auf Berichte aus Nordamerika, die eine solche Bevölkerungszunahme beschreiben (nach Malthus 1905). Zudem hat Malthus noch sogennante „checks“ eingebaut, also Hemmnisse, die dem Bevölkerungswachstum entgegenwirken. Er unterscheidet hier zwischen „positive checks“, die das Bevölkerungswachstum in Form von Hungersnöten, Kriegen, Seuchen oder anderer Naturkatastrophen exogen beeinflussen, und „preventive checks“. Hier sollen eine Heraufsetzung des Heiratsalters, eine geringere Heiratshäufigkeit und sexuelle Enthaltsamkeit einem Wachstum vorbeugen. Insgesamt bewirken diese Hemmnisse eine Verzögerung des Bevölkerungswachstums, jedoch keine Verhinderung.

Für die Zunahme der Nahrungsmittelproduktionsraten geht er von einem linearen Wachstum aus, also von gleichen Zuwachsraten in ebenfalls je 25 Jahren. Diese Annahmen bedeuten insgesamt, dass bei dem Schnittpunkt beider Kurven die maximale Tragfähigkeit der Erde erreicht ist, so viele Menschen können höchstens auf der Erde leben und noch mit ausreichend Nahrung versorgt werden (Abb.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Malthusianische Theorem (Haggett 1983, S.198)

Malthus geht jedoch davon aus, dass das Bevölkerungswachstum stärker zunimmt als die Nahrungsmittelproduktion und es somit zu einer Überbevölkerung kommt, die durch eine Nahrungsmittelunterversorgung gekennzeichnet ist. Malthus hat einen Zusammenhang zwischen dem Bevölkerungswachstum und der Nahrungsmittelproduktion hergestellt. (Abb. 2).

[...]

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Details

Titel
Das Bevölkerungsgesetz von Thomas Malthus. Historischer Hintergrund, Aufbau und Kritikpunkte
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Proseminar Humangeographie I
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V302619
ISBN (eBook)
9783668391994
ISBN (Buch)
9783668392007
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bevölkerungsgesetz, thomas, malthus, historischer, hintergrund, aufbau, kritikpunkte
Arbeit zitieren
Barbara Hedeler (Autor:in), 2010, Das Bevölkerungsgesetz von Thomas Malthus. Historischer Hintergrund, Aufbau und Kritikpunkte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302619

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