Situation und Probleme der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU


Seminararbeit, 2011

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung – eine Hinführung zum Thema

2. Definition konventionelle Landwirtschaft

3. Situation der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU
3.1 Naturräumliche Produktionsbedingungen
3.2 Agrosoziale Faktoren
3.3 Wirtschaftliche Produktionsfaktoren
3.4 Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

4. Probleme der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU

5. Synthese und Schluss

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: : Sinkende Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU (Europäische Kommission 2010a, S.17)

Abbildung 2: Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten (Europäische Kommission 2010a, S.16)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Durchschnittliche Betriebsgrößen in ausgewählten EG-Staaten (eigene Darstellung nach Martins & Tosstorff 2011)

1. Einleitung – eine Hinführung zum Thema

Verliert der Großteil der heutigen europäischen Bevölkerung zwar immer mehr den Bezug zur Landwirtschaft, so ist deren Bedeutung als Produzent von Grundnahrungsmitteln dennoch auch heute unverändert hoch.

Der durchschnittliche EU-Bürger beschäftigt sich heute weniger mit der Erzeugung und Weiterverarbeitung von Nahrungsmitteln. Im Fokus der Allgemeinheit steht die Landwirtschaft heute nur noch bei auftretenden Lebensmittelskandalen. Häufige Assoziationen, besonders mit der konventionellen Landwirtschaft, sind frühere Butterberge, die BSE-Seuche zu Beginn des neuen Jahrtausends, der Dioxinskandal am Anfang des Jahres, sowie der aktuelle EHEC-Erreger.

Die konventionelle Landwirtschaft hat durch die vor allem negativen, einseitig dargestellten und publizierten Schlagzeilen, die im Gedächtnis der Verbraucher verbleiben, einen schlechten Ruf.

Ziel dieser Arbeit soll es nun sein, einen möglichst umfassenden Einblick in die Thematik zu gewähren. Die Darstellung eines Situationsberichts der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU und die Analyse deren Probleme sind die Hauptgliederungspunkte. Im Rahmen dieser Arbeit kann nicht auf einzelne Details eingegangen werden, dennoch soll bestmöglich eine Analyse der konventionellen Landwirtschaft und der Agrarbetriebe präsentiert sowie die Zusammenhänge der einzelnen Teilaspekte herausgearbeitet werden. Die Betrachtung naturräumlicher, sozialer, wirtschaftlicher und politischer Aspekte scheint geeignet um die Thematik ausführlich und fundiert zu erörtern.

2. Definition konventionelle Landwirtschaft

Zunächst einmal ist es sinnvoll den Begriff „konventionelle Landwirtschaft“ genauer zu definieren.

Der Begriff der „konventionellen Landwirtschaft“ bezeichnet die agrarwirtschaftliche Nutzungsform, die vom Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe praktiziert wird. Diese Bezeichnung ist erst seit der Entwicklung weiterer, alternativer Betriebsformen entstanden, um eine Abgrenzung zu schaffen.

Folgende Definition von Spielmann fasst die wichtigsten Kriterien kurz zusammen:

„Voll-kommerzialisierte, auf ökonomisch effektiven Einsatz der Produktionsfaktoren ausgerichtete Agrarproduktion individualwirtschaftlichen Typs. Arbeitssparende Produktionsweisen mit hohem Kapital- und Energieaufwand. Dadurch Freisetzung zahlreicher Arbeitskräfte und niedrige Agrarquote.“ (Spielmann 1989, S.61)

Ergänzend zu der konventionellen Landwirtschaft gibt es noch alternative Produktionsmethoden. Strenge Bestimmungen der EU regeln hier Anbau und Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Beim ökologischen Landbau steht die nachhaltige Bewirtschaftung und ein geschlossener Nährstoffkreislauf im Vordergrund. 2004 wurden ca. 3,5% der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen durch ökologische Landbaubetriebe genutzt. (Europäische Kommission 2010b)

3. Situation der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU

Zunächst wird die Situation der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU ausführlich dargestellt, um einen Überblick zu vermitteln.

3.1 Naturräumliche Produktionsbedingungen

Die naturräumlichen Gegebenheiten stellen die Grundlage für die Landwirtschaft dar. Aufgrund der großen räumlichen Ausdehnung der EU-Mitgliedsstaaten gibt es eine große klimatische Variabilität innerhalb der Mitgliedsstaaten. Diese soll nun kurz herausgearbeitet werden.

Die Mitgliedsstaaten der EU lassen sich regional untergliedern. (Dornbusch 1996)

Die subpolare Zone befindet sich in den nördlichen Gebieten der EU. Das Klima ist boreal mit kalten Wintern und warmen Sommern. Durch die für die Landwirtschaft weniger geeigneten Podsolböden und die relativ kurze Vegetationsperiode von vier bis sechs Monaten wird diese Zone hauptsächlich forstwirtschaftlich genutzt.

Die Mittelbreiten erstrecken sich über weite Teile der EU-Mitgliedsstaaten. An den Westseiten des Kontinents herrscht maritimes Klima vor mit einer geringen Temperaturamplitude und ganzjährig hohen Niederschlägen. Nach Osten hin nehmen die Niederschläge ab und die Temperaturamplitude zu, hier herrscht kontinentales Klima vor. Die landwirtschaftliche Nutzbarkeit variiert dementsprechend. In den maritimen Gebieten findet sich vor allem Dauergrünland, im Nordosten Europas liegt die Kartoffel-Roggen-Gerste-Zone, diese Pflanzen sind anpassungsfähig an unideale Klimabedingungen und Bodenbeschaffenheiten und können deshalb in kontinentaleren Regionen angebaut werden. In Zentraleuropa dominiert der Weizen-Gerste-Anbau. Weizen ist bezüglich Bodenqualität und Klima deutlich anspruchsvoller, durch neue Züchtungen lassen sich jedoch neue, resistente Weizensorten auch in naturräumlich ungünstiger liegenden Gebieten anbauen. Intensive Viehhaltung wird zunehmend unabhängig von externen Faktoren wie Klima oder Boden betrieben. (Dornbusch 1996)

Die subtropische Zone im Süden Europas zeichnet sich durch ein winterfeuchtes, mediterranes Klima aus. Die Vegetationsperiode liegt hier im Frühjahr und Herbst, durch eine intensive Bewirtschaftung wie künstliche Bewässerung können jedoch die Produktionsbedingungen deutlich verbessert werden. Landwirtschaft geeignet sind für diese Zone Obst-, Gemüse- und Sonderkulturen.

Die Produktionsrichtungen der landwirtschaftlichen Betriebe lassen sich als „gemischte[...] Landwirtschaft mit unterschiedlichen Akzentuierungen in Ackerbau, Viehhaltung und Teilspezialisierungen“ (Dornbusch 1996, S.345) bezeichnen.

Durch die natürlichen klimatischen Gegebenheiten variiert die landwirtschaftliche Nutzbarkeit offensichtlich, jedoch tragen andere, anthropogene Faktoren, die in den weiteren Punkten behandelt werden ebenso zu der agrarwirtschaftliche Produktivität und Nutzung bei. Durch Intensivierung der agrarwirtschaftlichen Produktion können in der konventionellen Landwirtschaft erhebliche Verbesserungen der naturräumlichen Faktoren erzielt werden, sodass in natürlichen Ungunsträumen auch Landwirtschaft betrieben werden kann.

3.2 Agrosoziale Faktoren

Unter agrosozialen Faktoren versteht man die differenzierte Betrachtung der Agrarbetriebe und -betreibenden. (Heineberg 2007)

Die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe betrug in der EU 2007 rund 7,3 Millionen, allerdings sind hier Betriebe mit einer Fläche kleiner einem Hektar, nicht mit einbezogen. (Europäische Kommission 2010a) Es besteht eine klar abnehmende Tendenz bezüglich der Entwicklung der Gesamtzahl (Abb.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: : Sinkende Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU (Europäische Kommission 2010a, S.17)

Die Anzahl an landwirtschaftlichen Betrieben ist in den einzelnen Mitgliedsstaaten unterschiedlich hoch. So liegen rund 75% aller landwirtschaftlichen Betriebe der EU in nur sechs Mitgliedsstaaten. In Italien befinden sich 19% der agrarwirtschaftlichen Betriebe, in Polen 15%, in Spanien 13%, Rumänien; Griechenland und Frankreich liegen anteilig etwas darunter (Abb.2). (Martins & Tosstorff 2011)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten (Europäische Kommission 2010a, S.16)

Die Durchschnittsgrößen der landwirtschaftlich genutzten Flächen je Betrieb sind in den Mitgliedsländern unterschiedlich. (Tab.1) Die durchschnittlichen Betriebsgrößen sind in osteuropäischen Mitgliedsländern durchschnittlich geringer als in westeuropäischen. Die durchschnittlichen Betriebsgrößen der größeren Betriebe sind in den osteuropäischen Staaten hingegen mit Ausnahmen deutlich größer als in Westeuropa. Diese Agrarstruktur ist bedingt durch die ehemalige kommunistische Regierung. Große, staatlich betriebene landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften waren genauso prägend wie später auch sehr viele kleinere Subsistenzbetriebe. Die Privatisierung der großen Betriebe nach dem Ende der Sowjetunion erklärt die heute immer noch im Vergleich zu westeuropäischen Staaten hohen Durchschnittsflächen.

Tabelle 1: Durchschnittliche Betriebsgrößen in ausgewählten EG-Staaten (eigene Darstellung nach Martins & Tosstorff 2011)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachteilig an dieser Darstellung sind die Zahlen, die nicht nur konventionelle Betriebe beschreiben, und auch die Wirtschaftsform der Subsistenzwirtschaft, die untypisch für den konventionellen Landbau ist. Jedoch stellen konventionelle Betriebe den Großteil aller Betriebe und auch die osteuropäischen, kleinen Betriebe richten sich zunehmend marktwirtschaftlich aus, sodass diese Darstellung dennoch als geeignet für die Darstellung der Situation der konventionellen Landwirtschaft erscheint.

Zusammenfassend kann man sagen, dass in der EU eine relativ geringe Anzahl an Betrieben einen Großteil der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen bewirtschaftet.

Der Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft ist ebenfalls rückläufig. Dies ist bei fast gleichbleibendem Umfang der landwirtschaftlich genutzten Flächen möglich durch die Mechanisierung der Arbeitsprozesse. In der gesamten EU gab es 2010 einen Rückgang um zwei Prozent, was einer Verlangsamung im Vergleich zum Beginn des neuen Jahrtausends entspricht. Am höchsten war die Abnahme in Bulgarien mit einem Rückgang von zehn Prozent, in Polen mit neun Prozent und in Lettland mit sechs Prozent. Im Gegensatz dazu nahm der Anteil der in der Landwirtschaft beschäftigten in Rumänien um vier, in Großbritannien um rund eineinhalb Prozent zu. (Europäische Kommission 2010b)

Bei der Formulierung einer allgemeinen Aussage kommt es zu Unschärfen, die Entwicklung kann also nicht ohne Genauigkeitsverlust dargestellt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Situation und Probleme der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Proseminar Humangeographie II
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V302620
ISBN (eBook)
9783668007857
ISBN (Buch)
9783668007864
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
situation, probleme, landwirtschaft
Arbeit zitieren
Barbara Hedeler (Autor), 2011, Situation und Probleme der konventionellen Landwirtschaft innerhalb der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302620

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