Numa Pompilius, der zweite König von Rom. Leben, Herrschaft und Rezeption nach dem Tod


Referat / Aufsatz (Schule), 2014
10 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Einleitung

Biografie
Leben vor der Regentschaft

Interregnum
Alternative Erzählung

Herrschaft

Textstelle
Latein
Deutsch

Frieden

Religionspolitik

Wirtschaftspolitik

Kalenderreform

Rezeption nach seinem Tod

Darstellung bei Livius

Anhang

Quellen

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Einleitung

“InclitaiustitiareligioqueeatempestateNumaePompilierat.” („Rühmlich bekannt waren zu dieser Zeit Gerechtigkeit und frommer Sinn des Numa Pompilius“, Livius, Ab urbecondita, 1,18) - Mit dieser Aussage leitet der römische Geschichtsschreiber in seinem Werk „Ab urbecondita“ jenen Abschnitt über den sagenumwobenen zweiten König Roms Numa Pompilius ein, dem er in seinem Werk „ab urbecondita“ die Kapitel 18 bis 21 des ersten Buches gewidmet hat. Um diesen mystischen König ranken sich zahlreiche Erzählungen über die Politik des als sehr weise geltenden König. Livius betitelt Numa Pompilius als einen „Kenner des gesamten sakralen und profanen Rechts“ („consultissimusvir, [...], omnisdiviniatquehumaniiuris.“, Livius I, 18). Daher soll im Folgenden das Leben und der Charakter dieser wichtigen Persönlichkeit vorgestellt werden.

Biografie

Leben vor der Regentschaft

Numa Pompilius wurde angeblich im Jahre 750 v. Christus im 24 Meilen nördlich von Rom gelegenen Cures geboren, das damals unter der Herrschaft der Sabiner gestanden hatte. Sein angeblicher Geburtstag am 21. April soll mit dem Gründungstag Roms übereinstimmen. Heutzutage ist nur wenig über die Kindheit und frühen Jahre des sagenhaften Regenten Roms erhalten geblieben. Bekannt ist hierzu, dass er vor seiner Berufung zum zweiten römischen König mit seiner Ehefrau abgeschieden in Cures gelebt haben soll. Nach Plutarch soll er sogar ein Schwiegersohn des früheren sabinischen Königs Titus Tatius, der nach dem Raub der Sabinerinnen das römische Kapitol belagert hatte und sich später seine Herrschaft mit Romulus teilte, da er mit dessen Tochter Tatia verheiratet gewesen sein soll. Ebenfalls war Numa Pompilius bereits vor seiner Herrschaft als König für seine allumfassende Weisheit berühmt. Nach der Sage sei er bereits mit grauen Haaren geboren worden. Im späteren Verlauf seiner Jugend soll er dann auch ein Schüler des griechischen Philosophen Platon gewesen sein, der aber nach heutigen Wissensstand erst um 570 vor Christus geboren worden ist, sodass sich die Lebzeiten von Numa und Pythagoras nicht überschnitten haben können.

Seine spätere Geliebte Egeria lernte Numa Pompilius in dem Hain der Diana bei Aricia kennen, den er aus Trauer um sein Volk aufgesucht hatte, welches immer auf Krieg und Beute aus war und von dem er wollte, dass sich dieses an eine mildere Gesittung und ein friedliches Leben in strenger Zucht und Gerechtigkeit, sowie Furcht vor den Göttern gewöhnen sollte. Auf diese Weise traf er die weissagende Quellnymphe Egeria aus dem Stamm der Camenen, von der Pompilius sich eine Weissagung erhoffte. Es wurde auch über längere Zeit behauptet, dass der Familienname „Pompilius“ etruskischer Herkunft sei, da man diesen auf einer Urne in Perugia gefunden hatte.

Interregnum

Nachdem Romulus plötzlich im Nebel verschwunden war sollte es in Rom für ein Jahr keinen neuen König gegeben haben, bis ein neuer den Posten des Romulus eingenommen haben soll. Vom Senat wurde kein Vorschlag für einen neuen König eingebracht, da in dem jungen Volk niemand besonders herausragte. In dieser Zwischenzeit wurde die Regierung vom Senat gestellt, wodurch sich in der Folgezeit die Herrschaft auf gleich 100 Männer verteilte, die sich zu zehn Dekurien zusammenschlossen, deren Anführer die zehn angesehensten Männer Roms darstellten, die sich in der Regentschaft nach bestimmten Tagesrhythmen zu je fünf Tagen abwechselten. Der Grund für diese Kontrollübernahme war gewesen, dass man sich in Rom ohne einen Anführer von den umliegenden Mächten bedroht fühlte. Dieses Konzept stieß beim Volk von Beginn an auf nur wenig Gegenliebe.

Die Bevölkerung klagte, dass sie statt eines Herrn gleich hundert erhalten hätten und forderten, dass es wieder nur einen König geben sollte. Dabei forderte das Volk auch, dass es diesen König selbst bestimmen durfte. Der Senat gab nach und gestand dem Volk daraufhin dieses Recht unter einer Einschränkung[1] ein, sodass eine Wahl hätte stattfinden können. Im Folgenden soll das Volk dieses Wahlrecht aber wieder an den Senat abgetreten haben, sodass dieser Numa Pompilius zum neuen König von Rom bestimmte.

Alternative Erzählung

Wie so oft in der römischen Mythologie gibt es auch zu dieser Erzählung eine alternative Variante. Nach dieser sei es zu jener Zeit so gewesen, dass sich die beiden Völker der Latiner und Sabiner in der Wahl des Königs abgewechselt haben. Danach bestimmte immer allein ein Volk den König aus den Reihen des anderen Volks. Somit wählte die lateinische Bevölkerung nun allein den König Numa Pompilius, einen Sabiner.

Herrschaft

Als die Senatoren den Namen Numa gehört hatten sahen sie zwar, dass sich die Macht zu Gunsten der Sabiner verschieben würde, aber es wagte keiner einen anderen vorzuschlagen. Nachdem Pompilius zum König gewählt worden war, wollte er die Regierung, für die er gewählt worden war, nur zögerlich annehmen. Er bestand darauf, dass er die Königwürde erst annehmen könnte, nachdem ein Augurium abgehalten worden war. Nach dieser antiken Methode der Zukunftsdeutung wurde von einer Burg aus der Vogelflug unter der Leitung eines Augurs beobachtet und später gedeutet. Dabei spielte nicht nur die Art der Vögel eine Rolle, sondern auch die Flugbewegung, die Höhe, die Flugbahn, die Anzahl und Farbe der Tiere. Dies wurde Numa gestattet und er wurde im Folgenden von einem Augur auf eine Burg geführt, von der er aus nach Süden blickte. Der Augur bat, dass Jupiter Zeichen in der Form bestimmter Vögel schicken sollte. Diese Zeichen erschienen und Numa Pompilius wurde zum neuen König Roms ernannt.

Seine Regentschaft sollte viele Jahrzehnte andauern und Rom erlebte nach der sage in jenen Jahren eine regelrechte Blütezeit, da der weise König versuchte die auf Waffengewalt gegründete Stadt durch Recht, Gesetze und Sitten erneut zu gründen. Seine Regierungszeit wird häufig auf 715 – 672 v. Chr. angesetzt, es existieren jedoch unterschiedliche Angaben. Die Bevölkerung erlebte unter Numas Herrschaft eine Zeit des Friedens und der Freude. Daher verehrte man den milden und frommen König unter den Bewohnern sehr, sodass er unter anderem für sie als Muster aller Tugenden galt. Als er in hohem Alter friedlich im Schlaf starb wurde dies von seinem Volk tief betrauert. Auch seine Frau Egeria soll laut Ovid nach seinem Tod in die dichten Schatten des Hains von Aricia, woher sie stammte, geflohen sein und aus ihren Tränen zu einer nach ihr benannten Quelle zerflossen sein.

Textstelle

Die nachfolgende Textstelle entstammt dem Geschichtswerk „ab urbecondita“ von Titus Livius. Es werden die ersten drei Sätze des 19. Kapitels des ersten Buches übersetzt.

Latein

[19] Qui regno ita potitus urbem novam conditam vi et armis, iure eam legibusque ac moribus de integro condere parat. Quibus cum inter bella adsuescere videret non posse— quippe efferari militia animos—, mitigandum ferocem populum armorum desuetudine ratus, Ianum ad infimum Argiletum indicem pacis bellique fecit, apertus ut in armis esse civitatem, clausus pacatos circa omnes populos significaret. Bis deinde post Numae regnum clausus fuit, semel T. Manlio consule post Punicum primum perfectum bellum, iterum, quod nostrae aetati di dederunt ut videremus, post bellum Actiacum ab imperatore Caesare Augusto pace terra marique parta.

Deutsch

Nachdem er sich so der Königsherrschaft ermächtigt hatte, bereitete er vor, dass diese junge Stadt, die durch Gewalt und Waffen gegründet worden war, durch Recht und Gesetze sowie Sitten ein zweites Mal gegründet wird. Da er sah, dass diese sich während des Krieges nicht daran gewöhnen könne – freilich durch den Kriegsdienst wurden die Gemüter brutal – glaubte er, dass man das wilde Volk durch die Abgewöhnung der Waffen besänftigen müsse; Deshalb erbaute er den Janusbogen/ -tempel am untersten Teil des Infimum, dem Anzeiger des Friedens und des Krieges; geöffnet wenn die Bürger in Waffen stünden, geschlossen zeigte er den Frieden mit allen umliegenden Völkern an. Zweimal ist er dann nach Numas Herrschaft geschlossen gewesen: Einmal als T. Manlius Konsul war nach dem Ende des ersten punischen Krieges, abermals – Was die Götter unserem Zeitalter vergönnt haben, dies zu erleben -, nach dem Krieg von Actium, als der Feldherr Caesar Augustus den Frieden zu Land und dem Meer errungen hatte.

Frieden

Gleich zu Beginn seiner Herrschaft schloss Numa Pompilius Frieden mit allen Nachbarvölkern der Roms, sodass er im späteren Verlauf seiner Regentschaft von diesen häufig bei Streitigkeiten als Schiedsrichter gerufen worden sein soll. Auch soll die Erbauung des Janustempels in Rom auf die Zeit von Pompilius zurückzuführen sein, der dem römischen Gott Janus gewidmet war. Dieser stand für den Anfang und das Ende, den Ursprung, sowie die Türen und Tore. Dieser Tempel bedeutete auch die Einführung einer römischen Gepflogenheit die über die nächsten Jahrhunderte Brauch sein sollte. Die doppelten Tore des Tempels sollten immer dann, wenn Krieg herrschte, geöffnet werden. Sollte aber an allen Grenzen des römischen Reiches Frieden herrschen, sollten die Tore fest verschlossen sein. Voraussetzung war dafür aber ein römischer Sieg. Logischerweise blieben die Tore unter Numa Pompilius‘ Herrschaft verschlossen, was in der römischen Geschichte nur selten vorkam.

Religionspolitik

Numa Pompilius wollte vermeiden, dass die Römer, die bisher durch die Furcht vor den Feinden und das Militär in Schranken gehalten wurde, nicht in die Sittenlosigkeit zu verfallen, jetzt wo es keine Gefahren mehr von außen gab. Aus diesem Grund hielt er eine große Furcht der Bevölkerung vor den Göttern für eine sinnvolle Lösung die die drohende Ausgelassenheit dieser zu vermeiden. Um dies für die damals nur wenig gebildeten Menschen glaubhafter zu gestalten, erzählte er diesen er würde sich in der Nacht mit der Nymphe Egeria besprechen, die ihm vermittelt habe, dass es bestimmte Gottesdienste, die den Göttern gefallen würden, und dass es Priester für jeden Gott geben sollte.

[...]


[1] Der Senat musste sich mit dem Wahlergebnis trotzdem noch einverstanden geben.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Numa Pompilius, der zweite König von Rom. Leben, Herrschaft und Rezeption nach dem Tod
Note
1,1
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V303160
ISBN (eBook)
9783668283763
ISBN (Buch)
9783668283770
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Numa Pompilius, Livius, Latein, Oberstufe, Rom, Geschichte, Mythologie, Gründung, König
Arbeit zitieren
Marius Birnbreier (Autor), 2014, Numa Pompilius, der zweite König von Rom. Leben, Herrschaft und Rezeption nach dem Tod, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303160

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Numa Pompilius, der zweite König von Rom. Leben, Herrschaft und Rezeption nach dem Tod


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden