Auswirkungen des Sextourismus auf die indigene Bevölkerung

Am Beispiel Thailand


Hausarbeit, 2013
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Auswirkungen des Sextourismus auf die

Nora Striggow

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Heranführung an das Thema
1.2 Zielsetzung

2. Ursachen der Prostitution in Thailand
2.1 Die historische Grundlage
2.2 Die ökonomische Situation der thailändischen Bevölkerung
2.3 Die Rolle der Frau in Thailand

3. Der Weg in die Prostitution
3.1 Abzugseffekt junger Frauen
3.2 Zwangsprostitution

4. Kinderprostitution
4.1 Ursachen der Kinderprostitution
4.2 Folgen der Kinderprostitution

5. AIDS – Gefahr

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

ECPAT – End Child Prostitution, Pornography and Trafficking of Children for

Sexual Purposes; Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder und sexueller Ausbeutung

AIDS - Acquired Immune Deficiency Syndrome (Englisch für: erworbenes

Immundefektsyndrom; Krankheit, die das Immunsystem angreift und durch Körperflüssigkeiten übertragen wird)

1. Einleitung

1.1 Heranführung an das Thema

Der Sextourismus ist eine Sparte des Tourismus, die in der heutigen Zeit immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, weil die Menschen mit ihrem Sexualleben ungehemmter umgehen. In unserer heutigen aufgeklärten Gesellschaft stellt dies kein großes Problem dar, doch die Destinationen, die bereist werden, und die Menschen die dort leben, sind direkt vom Sextourismus betroffen.

Das Thema der vorliegenden Hausarbeit wurde aufgrund von Interesse am Sachverhalt, jedoch ebenso gewählt, weil die Auswirkungen des Sextourismus auf die indogene Bevölkerung nur selten angesprochen werden. Thailand als Beispiel für das Thema zu wählen, entstand aus dem Image, welches das Land eingenommen hat. Die persönliche Betroffenheit der Autorin verstärkte die Bedeutsamkeit der Problematik.

1.2 Zielsetzung

In der folgenden wissenschaftlichen Arbeit sollen die Auswirkungen des Sextourismus auf die indogene Bevölkerung verdeutlicht werden. Die Problemstellung ist hier, dass oft nur negative Folgen des Sextourismus genannt werden, doch wirkt sich der Prostitutionstourismus vielleicht auch positiv auf die einheimische Bevölkerung aus? Welche Hintergründe hat die Prostitution in Thailand und inwiefern hängen diese mit den Folgen zusammen? Diese Fragen sollen beantwortet werden, indem anfangs erst einmal die Ursachen als Basis für die Arbeit erläutert werden. Zu diesen gehören die historische Grundlage, die Stellung der Frau und die ökonomische Situation der Bevölkerung. Darauffolgend wird besprochen, wie die Frauen dazu kommen, sich zu prostituieren und inwiefern sie dies freiwillig oder unfreiwillig tun. Auf diese ersten beiden Punkte schließen sich als Folgen daraus die Problematiken der Kinderprostitution mit ihren Ursachen und Folgen und Ausführung über die Gefahr von AIDS an. Abschließend folgt ein Fazit der Autorin über die Erkenntnisse der Arbeit und inwieweit die Problematik geklärt werden konnte.

Laut Duden bezeichnet der Sextourismus den „Tourismus mit dem Ziel sexueller Kontakte“, wobei diese meistens mit den Einheimischen des jeweiligen Landes geknüpft werden. Durch die Nachfrage an intimen Kontakten mit der indogenen Bevölkerung entsteht ein Markt, auf dessen Angebotsseite die einheimischen Prostituierten stehen. Aus diesem Grund wird in der folgenden wissenschaftlichen Arbeit hauptsächlich auf die Prostitution eingegangen und weniger auf den Sextourismus als solchen.

2. Ursachen der Prostitution in Thailand

2.1 Die historische Grundlage

Der Grundstein für den Sextourismus wurde eindeutig in den sechziger Jahren gelegt, als amerikanische Soldaten für den Vietnam-Krieg nach Asien kamen (Krack, 2008, S.134). Während dieser Zeit suchten ca. 700.000 der Streiter jedes halbe Jahr für 4 Wochen Entspannung im Land des Lächelns und sie fanden unter anderem hübsch anzusehende Thailänderinnen, die sich ihnen für Geld anboten (Latza, 1989, S.217f.). Außerdem gab es in Thailand sieben Militärstützpunkte mit zusätzlich 50.000 US-Amerikanern, die ebenso die Angebote nutzten (Kirstges, 2003, S.38f.).

Die Zeit, in der die Krieger nach Thailand kamen, nannte sich „Rest & Recreation“, frei übersetzt Erholung und Entspannung, und diente dazu, den Soldaten neben des Ausspannens auch zu ermöglichen, das Erlebte zu verarbeiten und Dienste von Prostituierten in Anspruch zu nehmen (Kirstges, 2003, S.40). Ein Soldat verdiente im Jahr 10000 US-Dollar, wovon er jedoch nur einen kleinen Teil während seiner Arbeitszeiten ausgab und somit genug Geld für seinen vierwöchigen Erholungsurlaub in Thailand übrig hatte (Latza, 1989, S.221).

Viele der thailändischen Frauen erhofften sich längere Beziehungen mit den Amerikanern, doch diese Wünsche wurden nur in sehr wenigen Fällen erfüllt. Denn die Soldaten sahen die Prostituierten nur als Notlösung und nicht wie die späteren Sextouristen als Chance dem Alltag in ihren Heimatländern zu entfliehen. Außerdem waren diese Beziehungen nicht so tiefgründig wie solche mit amerikanischen Frauen, denn die waren nicht finanziell abhängig von den Männern und außerdem waren sie auf demselben Bildungsstand wie die Soldaten. (Latza, 1989, S.219f.)

Über 12 Jahre, von 1964-1976, entstand in den Ballungszentren eine Infrastruktur mit Bordellen, Bars, Striptease-Lokalen und Massagesalons, die nur auf die „Rest & Recreation“ der Soldaten ausgelegt war. Nachdem die Soldaten dann abgezogen waren, entstand nicht etwa ungenutztes Kapital, sondern stattdessen wurden die Lokalitäten von den Touristen genutzt. Die wurden angezogen durch die sinkenden Flugpreise, die Werbung, die die thailändische Regierung machte, aber auch durch den Einfluss von den Kriegsheimkehrern, die von dem Land schwärmten. (Kirstges, 2003, S.39)

2.2 Die ökonomische Situation der thailändischen Bevölkerung

Bei dem Gedanken an Thailand werden oft Reisfelder und die Fruchtbarkeit des Landes visualisiert. Genau aus diesem Grund ist die Frage, die man sich stellen sollte, warum trotz dieser Fertilität so viele Thailänder an Hunger leiden. Dies ist vor allem den europäischen Ländern zu verdanken, denn diese sehen ihre Chance darin, mit dem landwirtschaftlichen Reichtum des Landes ihr Geld zu verdienen. (Latza, 1989, S.233)

Die westlichen Unternehmen verwenden Kunstdünger und Pestizide um ihre Ernte zu steigern, welche jedoch die Fische in den Reisfeldern, früher eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Bevölkerung auf dem Land, aussterben lässt. Außerdem werden auf den Feldern zunehmend anstatt der eigentlich billigen Lohnarbeiter landwirtschaftliche Maschinen verwendet, denn diese arbeiten genauer und kosten auf die Dauer weniger. Solche Modernisierungen führen zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit vor allem in den ländlichen Gebieten Thailands, dort, wo man früher sein Geld mit der Lohnarbeit verdienen konnte. (Latza, 1989, S.234)

Dieser Arbeitsplatzmangel führt dann zu einem Abzug der Bevölkerung in die Städte. Doch hier sind selbstverständlich neben den Arbeitsplätzen auch die Wohnräume beschränkt und deshalb müssen viele Thailänder in den Armenvierteln rund um die Städte leben. (Latza, 1989, S.235)

Daraus resultierend fühlen sich viel thailändische Frauen dazu gezwungen, mit der Prostitution Geld zu verdienen. Sie sehen keinen anderen Ausweg genug Einkommen zu erwirtschaften, um sich ausreichend um die Familie kümmern zu können. Außerdem besteht auch eine große Nachfrage durch die immer weiter steigende Zahl an Sextouristen, die ins Land kommen jedoch auch an einheimischen jungen Männern, die in den meisten Fällen sogar ihre Unschuld in den Bordellen verlieren. (Latza, 1989, S.233)

Wie in der Tabelle 1 zu erkennen, nimmt das Pro-Kopf-Einkommen umso weiter ab, je mehr man in die ländlichen Regionen kommt. Der Norden und Nordosten Thailands besteht zu weiten Teilen aus Feldern und Kleinstädten. Der hohe Pro-Kopf-Einkommens-Wert in Bangkok und die umliegenden Gegenden ist zurückzuführen auf die reichen Unternehmer, die in der Hauptstadt leben. Da die Angaben nur Durchschnittswerte sind, ist dies selbstverständlich kein Grund dafür zu denken, dass alle in Bangkok lebenden Menschen gut verdienen oder eine Wohnung hätten. Rund um Bangkok gibt es viele Elendsviertel und es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeitsrate. (Sereewat-Srisang, 1990, S.10)

Tabelle 1: Durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen 1987

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Sudarat Sereewat-Srisang

2.3 Die Rolle der Frau in Thailand

In der thailändischen Gesellschaft nimmt die Frau nicht wie erwartet eine untergeordnete Position ein, sondern ist schon lange Zeit gleichgestellt mit dem Mann. Meistens übernimmt die Frau sogar die wirtschaftliche Verantwortung in der Familie und verwaltet die Einkünfte (Meyers-Herwartz und Lissner, 1981, S.17-18). Seit 1995 ist auch gesetzlich eine völlige Gleichberechtigung von Männern und Frauen vorgesehen, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt auch nur noch wenige Gesetze auf eine geschlechterspezifische Unterscheidung hindeuteten (Schiessling, 2011, S.2).

Auch im thailändischen Erbrecht ist eindeutig die Gleichstellung der Frau gegenüber dem Mann zu erkennen, denn es besagt, dass jeweils die jüngste Tochter der Familie das Elternhaus erbt, mit dem Vorbehalt, dass sie für die Eltern im Alter sorgt (Schiessling, 2011, S.2). Bis zum Tod dieser lebt sie nämlich zusammen mit ihrem Ehemann im Haus ihrer Mutter und ihrem Vater (Latza, 1989, S.246). Das restliche Eigentum der Familie wird Söhnen und Töchtern zu gleichen Teilen vererbt (Latza, 1989, S.246).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen des Sextourismus auf die indigene Bevölkerung
Untertitel
Am Beispiel Thailand
Hochschule
Fachhochschule Westküste Heide
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V303451
ISBN (eBook)
9783668018105
ISBN (Buch)
9783668018112
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, sextourismus, bevölkerung, beispiel, thailand
Arbeit zitieren
Nora Striggow (Autor), 2013, Auswirkungen des Sextourismus auf die indigene Bevölkerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303451

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