Interkulturelles Training. Vorbereitung türkischer Studierender auf einen Auslandsaufenthalt in Deutschland

Ein Orientierungstraining


Hausarbeit, 2014

27 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Konzeption des Interkulturellen Trainings
1.1 Zielgruppe
1.2 Ziele, Typ und Methodik des Trainings
1.3 Dauer, Ort und Rahmenbedingungen

2. Ablauf des Trainings
2.1 Tag 1: Grundlagen der Interkulturellen Kommunikation
2.2 Tag 2: Stereotype und Kulturdimensionen

Bibliographie

Abbildungen

Anhang

Einleitung

Im Zuge zunehmender Internationalisierungstendenzen bilden Auslandserfahrungen gerade im universitären Bereich wichtige Grundpfeiler für den Erwerb interkultureller Erfahrungen und Kompetenzen, die für das spätere Berufsleben immer wichtiger werden. So geben internationale Austauschprogramm wie „Erasmus“ interessierten Studierenden die Möglichkeit, im Ausland wichtige Erfahrungen zu sammeln[1]. Ein Auslandsaufenthalt stellt die Studierenden, von denen viele zum ersten Mal in einem anderen Land für eine längere Zeit leben, vor große Herausforderungen sowohl im universitären als auch im privaten Alltag. So können beispielsweise kulturell bedingte abweichende Verhaltensregeln und Normen zu Missverständnissen und zu einer Bildung von Stereotypen führen.

Ein interkulturelles Training, welches vor der Ausreise stattfindet, kann dazu beitragen, die Teilnehmenden zur Reflexion ihres eigenen kulturellen Selbstverständnisses anzuregen und für die interkulturellen Herausforderungen zu sensibilisieren. Allgemein spricht man hier von der Vermittlung interkultureller Kompetenz, die nach Haß folgendermaßen definiert wird:

"Interkulturelle Kompetenz umfasst (…) die Fähigkeit, Fremdes und Eigenes tolerant und kritisch in Beziehung zu setzen (Perspektivenwechsel), dabei Fremdes zu akzeptieren oder zu tolerieren und die Bereitschaft, die eigene Position neu zu überdenken." (2006: 307)

Das in dieser Arbeit vorgestellte interkulturelle Training richtet sich an in der Türkei aufgewachsene Germanistik-Studierende der Hacettepe-Universität in Ankara, welche im Rahmen von Erasmus ein Auslandsstudium in Deutschland verbringen werden. In diesem Orientierungstraining, welches vor Beginn des Auslandsaufenthaltes stattfindet, sollen die Studierenden über Sensibilisierung und Reflexion auf interkulturelle Herausforderungen im privaten und universitären Alltag in Deutschland vorbereitet werden.

Im ersten Teil werden – ausgehend von einer genauen Analyse der Zielgruppe – der Trainingstyp, die Trainingsziele sowie die Methoden näher bestimmt. Im zweiten Teil erfolgt eine detaillierte Beschreibung des geplanten Ablaufs des interkulturellen Trainings unter Berücksichtigung der angewandten Methoden, der Lernziele und des Lernmaterials.

1. Konzeption des Interkulturellen Trainings

1.1 Zielgruppe

Bei der folgenden Beschreibung [2] der Zielgruppe muss zunächst darauf hingewiesen werden, dass von verallgemeinernden Zuschreibungen abgesehen werden soll und etwaige gemeinsame Merkmale der Teilnehmer/innen hinsichtlich ihrer Charakterstruktur lediglich Tendenzen aufzeigen können. Wie sich herausstellen wird, gibt es innerhalb der Zielgruppe strukturell und individuell geprägte Unterschiede.

Die Zielgruppe des Interkulturellen Trainings setzt sich aus 20 bis 24-jährigen Studierenden der Hacettepe-Universität in Ankara mit dem Studienfach „Germanistik“ zusammen. Die zwölf Teilnehmer/innen (davon sind acht Personen weiblich und vier Personen männlich) befinden sich im vierten Fachsemester und werden in etwa zwei Monaten im Rahmen eines Austauschprogramms an verschiedenen Universitäten in Deutschland für ein halbes oder ganzes Jahr studieren. Da die Zahl der Studierenden gering ist und dieselben Seminare besucht werden müssen, kann davon ausgegangen werden, dass sich die Teilnehmer/innen bereits mehr oder weniger gut kennen.

Die in der Türkei aufgewachsenen Teilnehmer/innen haben ihre Hochschulreife an einer staatlichen Lise in der Türkei erworben und im Anschluss einen einjährigen Sprachkurs in Deutsch mit dem Abschlussniveau B1 am Fremdspracheninstitut der Hacettepe-Universität besucht, welcher für alle die Voraussetzung für den Beginn des Germanistik-Studiums bildet. Die Studierenden haben Grundkenntnisse in der Zielsprache Deutsch im Laufe ihres Studium erworben, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Unterricht eher kognitiv und oftmals nach Prinzipien der Grammatikübersetzungsmethode gehalten wird. Dies hat zur Folge, dass die Studierenden zwar über theoretische Kenntnisse der grammatischen Funktionsweise des Deutschen verfügen, ihre kommunikativen Ausdrucksmöglichkeiten im Deutschen aber noch eher gering sind. In den Seminaren  an der Universität wird dabei zumeist Türkisch als Metasprache verwendet, die Kommunikation auf Deutsch findet eher selten statt. Ein geringes Selbstvertrauen in der Verwendung des Deutschen sowie mangelnde Kenntnisse über pragmatische Aspekte im Diskurs – obschon diese im Fremdsprachenunterricht theoretisch behandelt wurden, kann von einer habituellen Aneignung pragmatischer Ausdrucksmittel nicht ausgegangen werden –  sind die Folgen des eher traditionell gestalteten Sprachunterrichts. Ähnlich verhält es sich mit dem Englischen, was als internationale Sprache häufig die Grundlage zur Kommunikation mit anderen Erasmusstudenten bildet: die Teilnehmer/innen haben Englisch in der Schule auf eine Weise erworben, bei der die kommunikative Kompetenz eher im Hintergrund stand. In ihrem Alltag haben sie wenig Kontakt zu internationalen Studierenden, weshalb sie untereinander zumeist Türkisch sprechen. Dementsprechend sind ihre Ausdrucksmöglichkeiten im Englischen nur begrenzt vorhanden.

Neben grundlegenden Kompetenzen in der deutschen Sprache verfügen die Lernenden über landeskundliche Kenntnisse über Deutschland sowie Kenntnisse der deutschsprachigen Literatur. Allgemeine interkulturelle Kompetenzen wurden im Studium noch nicht thematisiert. Des Weiteren besitzen die Studierenden keine beruflichen Vorerfahrungen und haben sich in bislang vier Semestern ein Selbstverständnis in der Rolle als Studierende an der Universität in Ankara angeeignet.

Hinsichtlich der Herkunft der Studierenden zeigt sich ein starkes Stadt-Land-Gefälle: Während etwa ein Viertel der Studierenden in Ankara aufgewachsen und mit dem Großstadtleben vertraut ist, stammen die übrigen Studierenden aus eher ländlichen Regionen – wie etwa aus Dörfern und Provinzen in Mittelanatolien oder aus südöstlichen Gebieten der Türkei. Da diese Regionen sowie auch die eher weniger international geprägte Stadt Ankara einen geringen Ausländeranteil aufweisen, kann davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmer/innen wenig bis gar keine Erfahrungen mit Menschen aus anderen Ländern gemacht haben. Ebenso gering ist der Anteil ausländischer Studierender an der Hacettepe-Universität, weshalb auch im universitären Alltag wenige Möglichkeiten zum interkulturellen Kontakt und damit zum Erwerb interkultureller Kompetenzen vorhanden sind. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass alle Teilnehmer/innen bisher ihr Heimatland noch nie verlassen haben: Der Auslandsaufenthalt in Deutschland ist für sie also das erste Mal, dass sie überhaupt in Kontakt mit einem fremden Land treten.

Was die kulturelle Orientierung der Teilnehmer/innen betrifft, kann festgestellt werden, dass sie zwar alle in der Türkei aufgewachsen sind, ihr kultureller Hintergrund aber – nicht zuletzt wegen des unterschiedlichen Stadt-Land-Gefälles – erheblich voneinander abweicht. Die Türkei ist ein Nationalstaat, welcher verschiedene (teils nicht als eigenständig anerkannte) Ethnien und Religionszugehörigkeiten mit verschiedenen kulturellem Selbstverständnis und Orientierungssystemen vereint. Eine Verallgemeinerung hinsichtlich bestimmter Kulturstandards ist daher immer mit Vorsicht zu genießen.

Die Türkei ist ihrem Selbstverständnis nach ein laizistischer Staat, bei dem Religion und Staat strikt voneinander getrennt sind (vgl. Fellner 1982: 8). Die türkische Bevölkerung ist mit einer Zugehörigkeit zum Islam von 99,8% hauptsächlich muslimisch geprägt, wobei diese sich nochmals in 70% Sunniten und 20-25% Alewiten aufteilen (vgl. Centrum für angewandte Politikforschung an der LMU München 2007). Atatürk, der Gründer der Türkei, sah die Grundlage einer modernen Türkei in einem Nationalbewusstsein, das für die Bildung der Identität dieser Nation unabdingbar sei (vgl. Fellner 1982: 8). Das ungebrochene Nationalbewusstsein zeigt sich ebenso an der Formel „Ne mutlu Türküm diyene“ (dt.: Glücklich schätzt sich derjenige, der sich Türke nennt), die in längerer Version immer noch jeden Morgen im Schulunterricht von den Schülern aufgesagt wird. Das nationale Selbstverständnis als Türke wird damit gefestigt und von der Mehrheitsgesellschaft bis heute angenommen[3].

Verschiedene politische, religiöse und kulturelle Meinungsverschiedenheiten führen in der Türkei seit ihrer Gründung zu Konflikten, wie es etwa bei der mangelnden Anerkennung von armenischen und kurdischen Minderheiten der Fall ist (vgl. Künnecke 2010: 103ff.). Im Allgemeinen werden in der Bevölkerung Diskussionen über „heiklen Themen“ vermieden, um die kollektive Harmonie zu wahren. Dies korreliert mit den Beobachtungen von Hofstede zur kulturellen Orientierung, welcher die Türkei im Gegensatz zum individualistischen Deutschland als eher kollektivistisch einstuft (vgl. Hofstede o.J.). Während in Deutschland Konflikte eher ausgetragen werden, spielt in der Türkei die Wahrung der Harmonie durch den kollektiven Meinungskonsens eine größere Rolle. In diesem Zusammenhang hat auch die Kommunikation in der Familie eine große Bedeutung, da Entscheidungen häufig mit vertrauten Personen und kollektiv getroffen werden. Ebenso korreliert mit dem Kollektivismus auch der Kommunikationsstil, welcher in der Türkei implizit ist, während Deutsche sich eher explizit ausdrücken. In der Türkei werden Aussagen, die das Gesicht des Anderen verletzen können, sogenannte „face-threatening-acts“ (vgl. Brown/ Levinson 1987), vermieden und stattdessen andere, indirektere Ausdrucksformen gewählt, wohingegen in Deutschland direktere Aussagen – bei der eine Trennung zwischen der Person und der Sache stattfindet – üblicher sind.

Im Vergleich zu Deutschland weist die Türkei eine höhere Machtdistanz auf (vgl. Hofstede o.J.), was insbesondere bei der Kommunikation zwischen Studierenden und Dozierenden eine wichtige Rolle spielt. Die in der Türkei aufgewachsenen Studierenden neigen eher dazu, in Seminaren den Ausdruck abweichender Meinungen aufgrund der hohen Machtdistanz und der kollektivistischen Prägung zu vermeiden, während in Deutschland aufgrund der niedrigeren Machtdistanz eine lockerere Atmosphäre in den Seminaren herrscht. Abweichende Meinungen sowie das Äußern von Kritik und Fragen sind an deutschen Universitäten nicht nur erwünscht, sondern sie werden von den Studierenden erwartet und gefordert.

Hinzu komm die sehr hohe Unsicherheitsvermeidung in der Türkei, welche noch höher als die Unsicherheitsvermeidung in Deutschland eingestuft wird (vgl. ebd.). Dies führt dazu, dass die Studierenden in den Seminaren weniger aktiv sind, da sie keine Fehler machen wollen. In der interkulturellen Kommunikation kann sich diese Unsicherheitsvermeidung darin ausdrücken, dass die Teilnehmer/innen unsicher bezüglich ihrer eigenen Selbstwahrnehmung und Äußerungen sind und daher nicht adäquat auf den Gesprächspartner reagieren können.

Ein weiterer Faktor ist die Organisation der Zeit, welche in der Türkei eher polychrom betrachtet wird. Dies bedeutet, dass mehrere Dinge zur gleichen Zeit erledigt werden können, was eine pragmatische und flexible Arbeitsstruktur erlaubt, während in der monochrom wahrgenommen Zeit in Deutschland das Funktionieren eines Arbeitsablaufes an einen festen Zeitplan geknüpft ist.

Bei der Teilnehmergruppe handelt es sich um lerngewohnte Studierende, welche ein hohes Interesse an der deutschen Sprache und Kultur zeigen. Sie gehen mit der Erwartung nach Deutschland, dort ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen zu erweitern, mit dem beruflichen Ziel, später in einem deutschsprachigen Land zu arbeiten oder in der Türkei Deutschunterricht zu erteilen. Obschon das interkulturelle Training im Rahmen des Austauschprogramms vorgeschrieben ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Studierende das interkulturelle Training freiwillig und mit einem hohen Interesse besuchen. Die Studierenden sind den an der Hacettepe-Universität vorherrschenden Frontalunterricht gewohnt, weshalb sie oft eine eher passive Teilnehmerrolle in den Seminaren einnehmen. Soziale Lernformen, bei denen die Lernenden untereinander agieren müssen, wurden in ihrem Studium bisher selten angewandt. Die Studierenden bringen sehr gute Voraussetzungen für das interkulturelle Training mit wie z.B. eine hohe Aufgeschlossenheit, Motivation, Hilfsbereitschaft und Neugier.

1.2 Ziele, Typ und Methodik des Trainings

Ausgehend von der Zielgruppenanalyse sollen im Folgenden nun der Trainingstyp, die Trainingsziele sowie die damit verbundene Methodik dargestellt werden. Während des Auslandaufenthaltes in Deutschland müssen die Studierenden einige Anforderungen bewältigen, die sowohl ihre Aufgaben und Funktionen im universitären als auch im privaten Bereich betreffen. Von Bedeutung ist etwa das Rollenverständnis als Studierende an einer deutschen Universität verbunden mit der Interaktion mit Dozierenden und anderen Studierenden, die Anpassung an die organisatorische Struktur der Universität und deren Arbeitsanforderungen, das Einüben in verschiedene Lernwege und Sozialformen (d.h. auch gemeinsames Arbeiten an Projekten, Gestaltung von Referaten, etc.) sowie die alltägliche interkulturelle Kommunikation zwischen deutschen Studierenden, anderen Austauschstudierenden und anderen Menschen in alltäglichen Situationen. Hinzu tritt die grundsätzliche Herausforderung, sich in einem anderen Land mit verschiedenen Kulturstandards zurechtfinden zu müssen.

Da die Teilnehmenden bisher wenige bis keine Erfahrungen mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis gemacht haben und sie zum ersten Mal ihre Heimat für eine längere Zeit verlassen, empfiehlt es sich, das Training vor allem kulturallgemein zu gestalten. Während ihres Aufenthaltes in Deutschland werden die Studierenden auch in Kontakt mit anderen Erasmusstudierenden aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen kommen, weshalb die Aneignung allgemeiner interkultureller Kompetenzen unbedingt notwendig ist. Dies impliziert die Bewusstwerdung und die Selbstreflexion ihrer eigenen Kultur, welche Voraussetzung für das Verstehen und den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen bilden. Das Training soll also insbesondere ein grundlegendes Verständnis von kulturbedingten Unterschieden im Denken und Handeln vermitteln. Kulturspezifische, d.h. deutschlandspezifische, Aspekte können ebenfalls mit einbezogen werden, insbesondere wenn es um Stereotype und den Vergleich von Kulturdimensionen nach Hofstede geht.

Das Training verfolgt das globale Ziel, die türkischen Studierenden auf die interkulturellen Herausforderungen an einer deutschen Universität im Umgang mit den Dozierenden und anderen deutschen Studierenden sowie auf interkulturelle Herausforderungen im alltäglichen Umgang mit anderen Erasmusstudierenden und anderen Menschen in Deutschland vorzubereiten. Es wird dabei nicht der Anspruch erhoben, alle kulturellen Differenzen zwischen der Türkei und Deutschland verstehen zu wollen, da alle möglichen interkulturellen Konflikte nie vollständig vermieden werden können. Vielmehr sollen die Studierenden für ein grundlegendes Verständnis von kulturbedingtem Denken und Handeln sensibilisiert werden, damit sie in interkulturellen Konfliktsituationen flexibel und selbstbewusst reagieren können. Unter der Berücksichtigung der Voraussetzungen der Teilnehmergruppe können weitere Teilziele und wichtige Aspekte bestimmt werden, die einen besonderen Stellenwert einnehmen.

Hinsichtlich der geringen Auslandserfahrung und dem national geprägten Selbstverständnis der Teilnehmenden ist es wichtig, den eigenen Ethnozentrismus kritisch zu hinterfragen und mithilfe von Empathiefähigkeit einen Perspektivwechsel zu vollziehen. Dies setzt voraus, dass man sich mit dem Werte- und Normenverständnis sowie mit den Dimensionen der eigenen Kultur auseinandersetzt und für grundlegende interkulturelle Differenzen sensibilisiert wird. Dieses Eigen- und Fremdverstehen erfolgt sowohl auf der kognitiven als auch auf der affektiven Ebene und kann zudem handlungsorientiert nachvollzogen werden. Damit verbunden ist außerdem die Sensibilisierung für die Fähigkeit, explizite und implizite Signale der fremden Kultur wahrnehmen und in ihrem kulturellen Orientierungssystem verstehen zu können. Die Studierenden können dann mit abweichende Werten und Verhaltensweisen anderer Kulturen angemessen umgehen, indem sie kulturell bedingte Differenzen nicht lediglich aus ihrer Perspektive nach der Angemessenheit beurteilen, sondern die dahinterliegenden kulturellen Programmierungen als Produkte kultureller Unterschiede wahrnehmen. In diesem Zusammenhang ebenso wichtig ist die Thematisierung der in Deutschland lebenden Deutschtürken, welche im Gegensatz zu den Kursteilnehmenden einen bikulturellen Migrationshintergrund haben und oftmals sowohl von der deutschen als auch der türkischen Gesellschaft abwertende Reaktionen erfahren, da sie von keiner der beiden Gruppen eine Zugehörigkeit zugesprochen bekommen.

[...]


[1] Es ist eine Zunahme der Erasmus-Förderung zu beobachten: von 2008 bis 2012 ist die Gesamtzahl der Mobilitäten von 27.894 auf 34.891 Plätze gestiegen (vgl. Erasmus Statistik o.J.)

[2] Die folgende Darstellung beruht auf Beobachtungen, die ich während meines dreimonatigen Praktikums an der Hacettepe-Universität machen konnte zuzüglich der theoretischen Überlegungen von Hofstede über die Kulturdimensionen der Türkei.

[3] Das von Atatürk initiierte nationale Selbstbewusstsein und die Identifikation als Türke mit dem Staat der Türkei wird heute von den Kemalisten sowie einem Großteil der Bevölkerung vertreten. Im Zuge des Regierungswechsels lassen sich in den letzten Jahren allerdings zunehmend gegenteilige Tendenzen beobachten, die sich etwa in der Aufweichung Atatürks radikaler Trennung zwischen Staat und Religion durch islamische Unterwanderungen in der Politik zeigt (vgl. dazu Bürgin 2004).

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Interkulturelles Training. Vorbereitung türkischer Studierender auf einen Auslandsaufenthalt in Deutschland
Untertitel
Ein Orientierungstraining
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V305446
ISBN (eBook)
9783668078321
ISBN (Buch)
9783668078338
Dateigröße
1944 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelles Training, Studenten, Universität, Auslandssemester
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Interkulturelles Training. Vorbereitung türkischer Studierender auf einen Auslandsaufenthalt in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305446

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