Ein zweiseitiger Markt. Blu-Ray vs. HD DVD


Seminararbeit, 2014

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung ... 3

2. Grundlage des Zweiseitigen Marktes ... 3

3. Grundlagen: Blu-ray vs. HD DVD ... 5

a. Vorläufer ... 5

b. Formatkrieg Blu-ray vs. HD DVD ... 7

4. Zweiseitiger Markt: Blu-ray vs. HD DVD ... 10

a. Problemstellung ... 10

b. Analyse ... 12

i. Erste(s) Modell(e) ... 12

ii. Erweiternde(s) Modell(e) ... 13

5. Fazit ... 13

6. Quellen ... 14

7. Anhang ... 15

1. Einleitung

Um das Modell des zweiseitigen Marktes auf den Formatkrieg zwischen Blu-ray und der HD DVD anzuwenden, müssen vorerst beide Begrifflichkeiten erläutert werden. Dabei ist eine Definition des zweiseitigen Marktes und seiner Komponenten von hoher Wichtigkeit.

Im Anschluss wird der Formatkrieg definiert und im historischen Kontext gesehen, wobei die Entwicklung der Videokassette(n) und der DVD eine wichtige Rolle spielt. Daraufhin folgt die Schilderung des Verlaufes des Formatkrieges zwischen der Blu-ray und der HD DVD, die als Substitute innerhalb des HD-Home-Entertainment-Markt gesehen werden.

Nachdem beide Teilgebiete definiert und erläutert wurden, kann der Formatkrieg auf das Modell des zweiseitigen Marktes angewendet werden. Um die Komplexität der handelnden Akteure innerhalb des Schemas zu verarbeiten, muss das Modell in zwei Teile getrennt werden.

Schlussendlich gibt ein Fazit einen Überblick der erhaltenen Ergebnisse.

2. Grundlage des Zweiseitigen Marktes

Der Begriff des mehrseitigen Marktes wurde aus dem Englischen twosided markets übernommen. Oft wird der zweiseitige Markt auch als mehrseitiger Markt (multisided market) oder als zweiseitige Plattform (twosided platform) bezeichnet.[1]

In der Regel besteht dieser Art von Markt aus einer Plattform (beispielsweise ein Unternehmen), "auf [welcher] zwei unterscheidbare Nutzergruppen zusammenkommen." [2] Beide Gruppen nutzen die Plattform auf verschiedene Art, doch bleiben nicht unabhängig voneinander:

"Zweiseitige Märkte zeichnen sich, [...], durch die Existenz zweiseitiger indirekter Netzwerkexternalitäten aus. Während Konsumenten beim Vorliegen direkter Netzwerkeffekte einen Nutzen aus der Größe des Netzwerkes erfahren, dem sie selber angehören – etwa der Anzahl der Teilnehmer eines Telefonnetzes oder der Anzahl der Nutzer einer Tauschbörse – steigt der Nutzen bei indirekten Netzwerkeffekten, wenn die Größe eines anderen verbundenen Netzes zunimmt. So profitieren die Anzeigenkunden einer Zeitung davon, wenn möglichst viele Kunden dem ,,Netzwerk” der Leserschaft dieser Zeitung beitreten ." [3]

Indirekte Netzwerkeffekt können zweiseitig positiv (beide Nutzergruppen profitieren) oder zweiseitig negativ (beide Nutzergruppen ziehen einen Nachteil aus ihrer Zusammensetzung) ausgeprägt sein. Es kann ebenfalls vorkommen, dass der Netzwerkeffekt auf einer Seite stärker wirkt, als auf der anderen:

"Die Existenz indirekter Netzwerkeffekte führt, [...] vor allem zu eine Anstieg der Nachfrage und somit auch ceteris paribus zu einem höheren Preis. Geht darüber hinaus von den Anzeigen [bzw. Nutzergruppe 2] ein negativer Effekt auf die Nachfrage nach Zeitungen aus [bzw. Nutzergruppe 1], so besteht für den Intermediär [bzw. die Plattform] der Anreiz die Anzeigepreise besonders hoch zu setzten, um die Auswirkungen der negativen Netzwerkeffekte zu begrenzen. Generell lässt sich festhalten, dass tendenziell der Markt " ausgebeutet" wird, von dem die schwächsten relativen (positiven) Netzwerkeffekte ausgehen." [4]

"In der Realität lässt sich [...] eine Vielzahl an Märkten identifizieren, die mit dem theoretischen Konzept der two-sided markets zu erfassen sind." [5] Ein häufig gewähltes Beispiel ist die Tageszeitung als Plattform, auf der die Nutzergruppe " Leser" auf die " Anzeigekunden" trifft. Die Tageszeitung bestimmt den Leser- und den Anzeigepreis. Im Gegenzug stellt die Plattform die Leser mit Inhalte und den Anzeigekunden mit Platz für ihre Anzeigen zur Verfügung. Zwischen den beiden Nutzergruppen existiert ein positiver zweiseitiger indirekter Netzwerkeffekt: Die Anzeigekunden profitieren von einer hohen Leserkundschaft, genau wie andererseits die Leser von einer hohen Anzahl von Anzeigen profitieren. "In allen Fällen profitiert jede Gruppe davon, wenn die jeweils andere Gruppe die Plattform einsetzt." [6]

3. Grundlagen: Blu-ray vs. HD DVD

a. Vorläufer

Um den Formatkrieg zwischen Blu-ray und HD DVD im Genaueren erläutern zu können, ist ein historischer Einblick der technischen Vorläufer von großer Bedeutsamkeit.

Sonys Betamax Videokassette wurde im Jahre 1975 in dem Home-Entertainment-Markt eingeführt. Zu der Zeit hatte es einen 100-prozentigen Marktanteil, da noch kein Substitut vorhanden war. So genieß Betmax vorerst seine Monopolstellung. Doch schon ein Jahr später brachte die Firma JVC ihr eigenes Videokasettenformat auf den Markt: die VHS. Die zeitgleiche Einführung der beiden inkompatiblen Substitute führte zu einem Formatkrieg:

"A format war describes competition between mutually incompatible proprietary formats that compete for the same market." [7]

Obwohl die Betamaxkasstte den zeitlichen Fortschritt, eine bessere Marketingstrategie hatte[8] und der VHS technisch überlegen war[9], machte sie im Jahre 1986 nur noch 3% des Marktanteils aus, während JVCs VHS 93% des Anteils besaß. Zwei Jahre später verkündigte Sony, dass sie selbst das Konkurrenzprodukt herstellen würden.

"[...] Sony got one simple decision wrong. It chose to make smaller, neater tapes that lasted for an hour, whereas the VHS manufacturers used basically the same technology with a bulkier tape that lasted two hours. " [10]

"Sonys Gründer Akio Morita meint, dass Lizenzprobleme zwischen Sony und anderen Unternehmen den Wachstum von Betamax hemmte und so VHS zum Erfolg verhilf." [11] Der Erfolg der VHS kann durch einen direkten Netzwerkeffekt erklärt werden: Je mehr Nutzer die VHS bevorzugten, desto mehr Filmehersteller und -studios produzierten ihre Filme mit JVSs VHS, da sie so mehr Nutzer erreichten (und folglich mehr verdienten).

In Europa gab es seit dem Jahre 1979 zusätzlich Philipps Video 2000 als Mitstreiter des Home-Entertainment-Formatkrieges. Das Produkt war jedoch zu teuer angesetzt[12], sodass Nutzer sich für die billigeren VHS-Kassetten entschieden.

Der Formatkrieg zwischen den verschiedenen Videokassetten zeigt, dass dieser für längere Zeit andauern kann (hier ca. 10 Jahre) und dass technische Überlegenheit nicht die entscheidende Rolle spielt. Der Erfolg der VHS basiert auf die größere Nutzergruppe, die durch eine Vielzahl von Anhaltspunkten dieses Produkt bevorzugten.

Im Jahre 1997 wurde die DVD auf dem Home-Entertainment-Markt eingeführt:

"This time, consumers did not witness a format war but there had in fact been one out of public sight between two mutually incompatible formats: one backed by a group led by Sony, and the other by a group led by Toshiba. A unified standard had been negotiated in the Technical Working Group created by five computer companies – Apple, Compaq, HP, IBM, and Microsoft – wary of being caught in a repeat of the costly videotape format war. The result was cross-industrial support of the DVD and all movie studios providing their releases in the new format." [13]

Bei der Einführung der DVD wurde durch eine vorherige Absprache zwischen Sony und Toshiba, die vorerst unabhängig voneinander ein DVD-Format entwickelten, ein Formatkrieg verhindert. Die DVD war und ist ein finanzieller Erfolg und behielt lange Zeit seine Monopolstellung, bis Anfang der 2000er-Jahre die Entwicklungen eines HD-Formats begangen.

[...]

[1] Vgl. Weiß, Marcel. " Zweiseitige Märkte: Die Grundlagen." 2. April 2010.

[2] Weiß, Marcel. " Zweiseitige Märkte: Die Grundlagen." 2. April 2010.

[3] Dewenter, Ralf. " Das Konzept der zweiseitigen Märkte am Beispiel von Zeitungsmonopolen.” MedienWirtschaft, Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie, 4/2007. S.2.

[4] Dewenter, Ralf. " Two-sided markets." MedienWirtschaft, Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie, 2/2006. S.5.

[5] Dewenter, Ralf. " Two-sided markets." MedienWirtschaft, Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie, 2/2006. S.1.

[6] Weiß, Marcel. " Zweiseitige Maerkte: Die Grundlagen." 2. April 2010.

[7] Henrichsen, Morten. " Why Blu-ray won the High Definition Optical Disc Format War." IT University of Copenhagen, 17. Dezember 2012. S.3.

[8] vgl. Shamsi, Aud Al; Bhargava, Vikas; Hsu, Karen; Palmer, Josh; Schelbert, Mark; Wong, Edmung. " High-Definition DVD Format War: HD DVD vs. Blu-ray Disc." 14. März 2007. S.1.

[9] Zielke, Elmar. " Betamax vs. VHS – Ein Vergleich der beiden Systeme.” Betamax-video.de, 2007.

[10] Schofield, Jack. " Why VHS was better than Betamax.” Theguardian.com, 25.01.2003.

[11] Owen, Dave. " The Betamax vs VHS Format War.” Mediacollege.com, 01.05.2005.

[12] Außerbauer, Michael. " Nostalgie: Video 2000 war gestern. Video-magazin.de, 29.02.2012.

[13] Henrichsen, Morten. " Why Blu-ray won the High Definition Optical Disc Format War." IT University of Copenhagen, 17. Dezember 2012. S.3.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ein zweiseitiger Markt. Blu-Ray vs. HD DVD
Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V307939
ISBN (eBook)
9783668060425
ISBN (Buch)
9783668060432
Dateigröße
665 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
HD DVD, Blu-ray, Formatkrieg, Zweiseitiger Markt, Home-Entertainment
Arbeit zitieren
Sophia Toth-Feher (Autor), 2014, Ein zweiseitiger Markt. Blu-Ray vs. HD DVD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307939

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