Die Eingliederung von Migranten ins deutsche Gesundheitswesen. Problemdarstellung und Lösungsansätze


Hausarbeit, 2014
28 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Migration - Begriffsbestimmung

3 Gesundheitliche Lage der Migranten und migrationsspezifische Probleme im Gesundheits- wesen
3.1 Sprach- und Kulturbarrieren
3.2 Unterschiedliches Krankheitsverständnis und Nutzungsverhalten

4 Integration ins Gesundheitswesen
4.1 Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention
4.2 Beratung und Behandlung
4.2.1 Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus
4.2.2 Wirtschaftliche Rationalität
4.2.3 Lösungsansätze
4.3 Migrantenspezifische Pflegeeinrichtungen
4.3.1 Migranten im deutschen Pflegesystem
4.3.2 Zugang zu Informationen
4.3.3 Multikulturelle Pflegeheime
4.3.4 Pflegepersonal

5 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Sehr viele Menschen leben und arbeiten weltweit als Migranten in einem Staat, in dem sie nicht geboren wurden. Sie verlassen aus verschiedenen Gründen ihre Heimat und verlegen ihren Lebensmittelpunkt an einen anderen Ort.1

Seit Mitte der 1950er Jahre haben die Migrationsbewegungen sehr stark zugenommen und so- mit an Bedeutung für die Wirtschaft, Politik, das Gesundheits- und Sozialwesen gewonnen. So wurde auch Deutschland zu einem der bedeutsamsten Migrationsländer und steht somit seit Jahren vor vielen Herausforderungen in Hinblick auf die Integration der Migranten in die deut- sche Gesellschaft.2

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Eingliederung von Migranten ins deutsche Gesundheitswesen. Diese Thematik spielt in Deutschland eine sehr wichtige Rolle, da noch immer eine Ungleichheit im Zugang zu der Gesundheitsversorgung zwischen Migranten und der einheimischen Bevölkerung des Landes vorzufinden ist.3

Zunächst soll das Begriffliche erläutert werden, da Migration durch die Größe des Themenfel- des nicht einfach zu definieren ist. Sobald die Definition von Migration griffig ist, wird auf die Probleme im Gesundheitswesen, mit denen die Migranten oft konfrontiert werden, eingegangen. Die Sprach- und Kulturbarrieren, das unterschiedliche Krankheitsverständnis sowie ein abwei- chendes Nutzungsverhalten von Gesundheitsdiensten durch Migranten im Gegensatz zur deut- schen Bevölkerung spielen dabei eine erhebliche Rolle. Im nächsten Schritt folgt die ausgiebige Auseinandersetzung mit der Integration der Migranten in das deutsche Gesundheitswesen, wo- bei das besondere Augenmerk auf die Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention, die Be- ratung und Behandlung der Migranten sowie auf die Pflege von älteren Migranten gerichtet wird. Abschließend folgt ein Fazit. Die vorliegende Arbeit unternimmt kontinuierlich den Ver- such, konkret auf die Problemdarstellung sowie die Lösungseinsätze einzugehen.

2 Migration - Begriffsbestimmung

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge definiert Migration auf folgende Weise: „Von Migration spricht man, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt über eine sozial bedeutsame Entfernung verlegt, von internationaler Migration, wenn dies über Staatsgrenzen hinweg ge- schieht.“4 Diese Definition bringt jedoch viele Schwierigkeiten mit sich, da gewisse Migran- tengruppen sozusagen „hinaus definiert“ werden können. Das Phänomen „Migration“ soll da- bei nicht nur mit den eigentlichen Zuwanderer (Migranten der Ersten Generation), sondern auch mit ihren in Deutschland geborenen Abkömmlingen (die zweite und höhere Generationen) as- soziiert werden. Aus diesen Gründen setzte sich in den letzten Jahren im wissenschaftlichen und politischen Diskurs das Konzept der „Menschen mit Migrationshintergrund“ durch.5

Der Definition des Statistischen Bundesamtes zufolge gehören zu den Menschen mit Migrati- onshintergrund: „[…] alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“.6 Um die Menschen mit Migrationshintergrund besser er- fassen und demensprechend besser auf sie eingehen zu können, wird der Migrationsstatus hier- bei in Zugewanderte und nicht Zugewanderte oder in Deutsche und Ausländer gegliedert.7

Die Ergebnisse des Mikrozensus aus dem Jahr 2012 geben Auskunft darüber, dass 16,3 Mio. Menschen in der Bundesrepublik Deutschland einen Migrationshintergrund haben. Dies entspricht 20 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes. Dabei ist anzumerken, dass die Deutschen mit 11% (9 Mio.) stärker als die Ausländer (9% und 7,4 Mio.) in der Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund vertreten sind. Hinsichtlich des Zuwanderungsstatus fällt auf, dass die „Bevölkerung mit eigener Migrationserfahrung“8 im Vergleich zu der ohne in der Überzahl liegt und 10.9 Mio. Menschen ausmacht.9

Es gibt darüber hinaus verschiedene Formen und dementsprechend vielfältige Gründe der Zu- wanderung nach Deutschland. Migranten können somit in verschiedene Gruppen unterteilt wer- den. Die erste Gruppe bilden die Gastarbeiter, die als Arbeitsmigranten nach Mitte der 1950er Jahre nach Deutschland kamen, und deren Nachfahren weiterhin in diesem Land ihr Leben führen (u.a. Italiener, Griechen, Türken, Spanier).10 Den Grund für die Auswanderung bildet hierbei die wirtschaftliche Not, also die Arbeitslosigkeit im Heimatland.11 Die zweite Gruppe setzt sich aus eingewanderten Aussiedlern und ihren Familien zusammen, die seit dem Jahr 1980 hauptsächlich aus der ehemaligen Sowjetunion, Polen und Rumänien kamen. Eine weitere Gruppe bilden die Flüchtlinge und Asylsuchenden, die aus dem Irak, Serbien und der Türkei nach Deutschland flüchteten. Die Gruppe der sogenannten Bildungsausländer, die studienbedingt nach Deutschland migriert, wächst ebenso stetig.12

Die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik ist hinsichtlich des Herkunftslandes dementsprechend sehr heterogen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren im Jahr 2012 die Menschen aus der Türkei mit 18,3 % in Deutschland am stärksten vertreten, gefolgt von den Migranten aus Polen (9,4%), der Russischen Föderation (7,4%) und Italien (4,6%). Dabei überrascht es nicht, dass die meisten Menschen mit Migrationshintergrund ihre Wurzeln in Europa haben. So kommen 69,7 % der 10,9 Mio. der ausländischen und eingebürgerten Bevölkerung der Bundesrepublik aus diesem Kontinent.13

Nach dem Auswandern werden die Migranten mit sehr vielen Problemen konfrontiert. Das größte Problem besteht in der Integration in die deutsche Gesellschaft. Unter anderem ist die Adaption in das deutsche Gesundheitssystem dabei sowohl für die Migranten als auch für die einheimische Bevölkerung, die in dem medizinischen Bereich tätig ist, mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Im Folgenden soll zunächst kurz auf die allgemeine gesundheitliche Lage der Migranten und dann auf die migrationsspezifischen Probleme im deutschen Gesundheitswesen näher eingegangen werden. Dabei ist anzumerken, dass sich diese Ausarbeitung weitgehend mit den zugewanderten Migranten der ersten Generation befasst, da viele der migrationsspezifischen Probleme bei den folgenden Generationen entfallen.

3 Gesundheitliche Lage der Migranten und migrationsspezifische Probleme im Gesundheitswesen

Die Bandbreite der Krankheiten der Zugewanderten unterscheidet sich nicht erheblich von der der Mehrheitsbevölkerung der Bundesrepublik.14 Allgemein lässt sich sagen, dass die zugewan- derten Personen im Vergleich zu den Einheimischen eine niedrigere Gesamtsterblichkeit auf- weisen. Dies ist vor allem auf den Auswahleffekt im Herkunftsland zurückzuführen, also auf die die Tatsache, dass nur gesunde Menschen die Auswanderung auf sich nehmen.15 Der soge- nannte „Healthy-migrant-Effekt“ besagt dementsprechend Folgendes: „Migranten haben zum Zeitpunkt der Zuwanderung auf Grund der (Selbst-) Auswahl besonders gesunder Individuen eine niedrigere Sterblichkeit als die Bevölkerung des Ziellandes.“16 Dieser Effekt kann über Jahre hinweg anhalten und erschwert somit die Interpretation von Morbiditäts- und Mortalitäts- daten.17

Obwohl das Krankheitsspektrum der Migranten und der Mehrheitsbevölkerung durchweg kongruiert, bestehen in manchen Gebieten bedeutsame Unterschiede im Bezug auf die Ausbreitung sowie die Relevanz mancher Gesundheitsprobleme.18

So leiden die Migranten, die selbst zugewandert sind, deutlich häufiger unter Infektionskrankheiten, die im Herkunftsland stark verbreitet sind. Als Beispiel hierbei ist die Tuberkulose zu nennen, die bei den Zugewanderten 5-mal öfter als bei deutschen Staatsangehörigen auftritt.19 Auch das Risiko des mütterlichen Todesfalls ist bei den kürzlich zugewanderten Frauen deutlich höher, besonders wenn man die Wahrscheinlichkeit der Müttersterblichkeit in Herkunftsund Zielland zum Vergleich heranzieht. Bei den in der Türkei lebenden Frauen ist hierbei beispielweise das 5-fache Risiko zu verzeichnen.20 Eine Bestätigung dafür, dass die Risikofaktoren, die im Herkunftsland bestehen, über Jahre seine Wirkung entfalten können, ist die höhere Wahrscheinlichkeit der Erkrankung von Migranten an Krebs.21

Hierbei ist zu betonen, dass das Erkrankungsrisiko bei den oben erwähnten Krankheiten auf- grund der besseren medizinischen Versorgung mit steigender Aufenthaltsdauer in Deutschland abgebaut wird. Die Anzahl der Fälle von Müttersterblichkeit ist in den vergangenen Jahren besonders zurückgegangen.22

Im Folgenden wird auf die Probleme im Gesundheitswesen eingegangen, mit denen die Men- schen mit Migrationshintergrund konfrontiert werden. Dabei wird das besondere Augenmerk auf die Sprach - und Kulturbarrieren, sowie auf das abweichende Krankheitsverständnis und unterschiedliche Nutzungsverhalten der Gesundheitsdienste durch Migranten gerichtet. Hierbei wird es wichtig sein, zu klären, ob bei Migranten eine Benachteiligung in der Versorgung be- steht.

3.1 Sprach - und Kulturbarrieren

Beim näheren Betrachten der Sprach- und Kulturbarrieren wird der Leser feststellen, dass die Probleme sich nicht auf einen Punkt beschränken, sondern sich hierbei vielfältige Probleme festhalten lassen.

Die Versorgungssituation von Migranten ist durchweg besorgniserregend. Auch kann die Mig- ration in ein Land mögliche Erkrankungsrisiken mit sich bringen.23 Migranten wandern mit ei- ner gewissen kulturellen Vorstellung in ihr Migrationsland ein.24 Im Laufe der Einwanderung hat die Lebensweise der Zugewanderten jedoch immer weniger Ähnlichkeit mit der tatsächli- chen kulturellen Lebensweise.25 Da die Medizin keine einheitliche Wissenschaft26 und somit bereits kulturell geprägt ist,27 kommt es diesbezüglich zu kulturellen Unterschieden.28 Viele Pa- tienten, die sich in Behandlung befinden, erhalten unangemessene Therapien.29 Häufig werden ihnen Medikamente ohne sachlichen Hintergrund verschrieben30 und die Diagnostik bei ernst- haften Erkrankungen (Krebserkrankungen, Herzinfarkte) verzögert sich dadurch.31

Ein schwerwiegender Punkt sind die Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patienten.

Häufig herrschen mangelhafte Kommunikationsfähigkeiten sowie Kommunikationsbereit- schaft auf Seiten des medizinischen Personals.32 Für eine ausreichende Beratung und Auseinan- dersetzung mit den Patienten fehlt es an Mitteln.33 Auch haben viele Patienten keine oder nur geringe Kenntnisse der deutschen Sprache, was die Kommunikation zusätzlich erheblich er- schwert.34 Verständigungsprobleme treten jedoch keineswegs nur bei der Behandlung von Mig- ranten auf, die keine guten Deutschkenntnisse besitzen. Auch bei Patienten, die gute Deutsch- kenntnisse aufweisen, gibt es häufig Kommunikationsprobleme.35 Dies geschieht häufig in Ab- hängigkeit von ihrem sozialem Status.36 Es wird deutlich, dass die Unterschiede im Krankheits- verhalten zwischen Migranten und Einheimischen sich nicht erheblich unterscheidet, sofern die soziale Lage der Individuen ähnlich ist.37 Auf Grund der immer wieder auftretenden Kommu- nikationsprobleme entstehen viele Fehldiagnosen.38

Um mit einem Migranten während der Behandlung eine vernünftige Kommunikation herstellen zu können, muss ein erheblicher Aufwand betrieben werden. Damit dies gewährleistet wird, greift die Medizin teilweise auf Dolmetscher zurück.39 Für solche Maßnahmen fehlt es jedoch an Finanzierungsmitteln und die Behandlungszeit ist sehr beschränkt, sodass dies nur in wenigen Fällen praktiziert wird.40 Des Weiteren kommt es vor, dass Migranten das Gesundheitssystem ihres Herkunftslandes auf das des Aufnahmelandes übertragen.41

Häufig sind die Beschwerden der Migranten schwierig zu erfassen, da sie möglicherweise Aus- druck eines interkulturellen Unbehagens sein können. Erwartungen, die Migranten sich vor der Auswanderung gestellt haben, bleiben unerfüllt und es entsteht Enttäuschung, welche sich auch in Heimweh äußert.42 Besonders Menschen, die aus Kriegsgebieten stammen, sind dazu mög- licherweise auf Grund der vorhergegangenen Belastungen schwer traumatisiert.43 Bei einem möglichen Todesfall beklagen sie die mangelnde Realisierbarkeit von Trauerritualen.44 Speziell Flüchtlinge sowie Migranten ohne Papiere und ohne Versicherungsschutz sind größeren Schwierigkeiten im deutschen Gesundheitssystem ausgesetzt. Ihre Zugangsbarrieren zur medi- zinischen Versorgung sind dezidiert. Sie erhalten ausschließlich bei akuten Krankheiten, sowie bei Schwangerschaft und Geburt Unterstützung.45 Zudem erweist es sich für das medizinische Personal häufig als schwierig, eine kultur- oder religionsangemessene Ernährung der Patienten zu ermöglichen.46

Neben den oben beschriebenen Sprach- und Kulturbarrieren tragen auch das unterschiedliche Krankheitsverständnis sowie das andere Nutzungsverhalten von Gesundheitsdiensten dazu bei, dass die Migranten nicht die benötigten Gesundheitsleistungen bekommen.47 Darauf soll im Folgenden kurz eingegangen werden.

3.2 Unterschiedliches Krankheitsverständnis und Nutzungsverhalten

Ein anderes Krankheitsverständnis der Zugewanderten gehört zu den klassischen Problemen, die im Zusammenhang mit ihrer Gesundheitsversorgung auftreten. Diese sind allerdings nicht nur auf die Sprache zurückzuführen, sondern vielmehr auf die unterschiedliche Krankheits- und Gesundheitskonzepte der verschiedenen Länder. Während sich diese in Deutschland auf ein naturwissenschaftliches Wissen stützen, werden sie in vielen Ländern nicht selten mit religiö- sen Erklärungen verbunden.48 So neigen viele Migranten dazu, ihre gesundheitlichen Be- schwerden als „Strafe Gottes“49 zu sehen. Dementsprechend werden die Symptome, die die Be- schwerden begleiten, anders wahrgenommen und dem Arzt weitergegeben. Typisch hierbei sind das stärkere Schmerzempfinden der Migranten und die allgemeine Mischung von seeli- schen und körperlichen Beschwerden. Vor allem Letzteres kann zu Missverständnissen in der Patient-Arzt-Interaktion führen und sich in oben erwähnten Fehldiagnosen und falscher Be- handlung äußern. Dies führt zum sogenannten „Einverständnis im Missverständnis“50.51 Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes schreibt hinzu: „Das Missverständnis besteht hin- sichtlich der Behandlungserwartungen und der Therapieoptionen. Beide Beteiligten sind über- zeugt, dass der bzw. die andere nur eine Reduktion der Schmerzsymptome wünscht beziehungs- weise leisten kann, aber nicht das Gespräch über die psychosozialen Hintergründe führen möchte.“52

Ebenso erweist sich das unterschiedliche Nutzungsverhalten der Gesundheitsdienste in der Bundesrepublik als migrationsspezifisches Problem, das zu Missverständnissen und dadurch zu einer nicht angemessenen Versorgung der Zugewanderten führen kann.53 Die Migranten sind nicht genügend über die Angebote des Gesundheitssystems informiert, weshalb bei Krankheit für sie der erste Ansprechpartner die Rettungsstellen und nicht der Hausarzt ist.54 Hierbei ist es nicht verwunderlich, dass die Gesundheitsdienste auch in den Abend- und Nachtstunden und an den Wochenenden in Anspruch genommen werden.55 Die fehlenden Informationen über Vorsorgeuntersuchungen führen dazu, dass gewisse Dienste durch die Migranten nicht genutzt werden. Erwähnenswert ist ebenso, dass Frauen mit Migrationshintergrund sehr oft ihren Arzt, insbesondere den Frauenarzt wechseln.56

Abschließend lässt sich festhalten, dass Migranten häufig eine andere Erwartung an ihre Mig- ration haben und diesbezüglich auf ihrem Weg während der Migration Enttäuschung erfahren müssen. Durch die vorhandenen Kommunikationsprobleme, Kulturbarrieren, das unterschied- liche Krankheitsverständnis sowie das andere Nutzungsverhalten der Gesundheitsdienste kommt es zusätzlich zu Missverständnissen während der Behandlung. In Zukunft sollte es er- möglicht werden, geeignete Interventionsmaßnahmen zu finden, um so ein besseres Zusam- menleben, mit weniger Missverständnissen, in der Gesellschaft gewähren zu können. Auf be- reits eingesetzte Interventionsmaßnahmen wird im Laufe der Arbeit noch eingegangen werden.

4 Integration ins Gesundheitswesen

Wie in den vorangegangenen Punkten dargestellt wurde, werden Migranten beim Zugang zum deutschen Gesundheitssystem mit Hürden konfrontiert. Daher werden in den folgenden Ab- schnitten verschiedene Lösungsansätze vorgestellt, die dabei helfen sollen, Migranten besser ins Gesundheitssystem zu integrieren. Der Fokus liegt dabei auf den Teilbereichen der Präven- tionsmaßnahmen und Gesundheitsförderung, der Beratung und Behandlung, und der Pflege von älteren Migranten. Es werden Verbesserungsvorschläge am deutschen Gesundheitswesen dar- gestellt, die es Migranten ermöglichen sollen, sich trotz kultureller oder sprachlicher Barrieren komplett zu integrieren. Dies würde ihnen die Möglichkeit eröffnen, die selben Behandlungsmöglichkeiten und gesundheitsfördernden Maßnahmen zu erhalten, wie die restlichen deutschen Mitbürger in Deutschland.

4.1 Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention

Interventionsstrategien werden in Krankheitsprävention und Gesundheitsförderungen unterteilt. Das Grundkonzept der Krankheitsprävention ist „die Vermeidung des Auftretens von Krank- heiten und damit die Verringerung ihrer Verbreitung und die Verminderung ihrer Auswirkung auf Morbidität und Mortalität der Bevölkerung“57, sprich die Verhinderung des Eintreffens ei- ner Krankheit, auch Vermeidungsstrategie genannt.58 Maßnahmen, die die Lebensbedingungen von Individuen verbessern und somit die personenbezogenen gesundheitlichen Entfaltungs- möglichkeiten vergrößern, werden gesundheitsfördernde Maßnahmen genannt.59 Beide gelten als wichtiger Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems. Viele der zur Unterstützung der Gesundheit der Migranten getroffenen Vorkehrungen, stellen sich aber als pro nihilo heraus. Wie in den vorherigen Abschnitten des Textes dargestellt worden ist, differenzieren sich die Anforderungen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund von denen der deutschen Bevölke- rung. Um dem Anteil der deutschen Bevölkerung mit Migrationshintergrund die gleichen Mög- lichkeiten und Unterstützungen zu garantieren, hat man sich im Gesundheitswesen auf Migran- ten einzustellen. Präventionsmaßnahmen haben keine ausschlaggebenden Auswirkungen, wenn diese nicht auf die Zielegruppe abgestimmt sind und gelten dann somit als ineffektiv und kön- nen nicht ihr theoretisches Potential erfüllen.

Gerald Caplan, einer der ersten Forscher, der sich gezielt mit Präventionsmaßnahmen auseinandergesetzt hat, teilt Prävention in drei Kategorien. Die Primärprävention, die Sekundärprävention und die Tertiärprävention.60

1) Primäre Prävention: Bezeichnet die Verhinderung beziehungsweise die Senkung von personenbezogenen Risiken, durch eine gezielte Ausrichtung von präventiven Maßnahmen an Risikobevölkerungsgruppen.61 Ein Beispiel wäre eine Anti-Drogen Kampagne in Schulen, die in Stadtgebieten situiert sind, in denen eine hohe Jugendkriminalitätsrate existiert, um potentielle Drogenkonsumenten vom Drogenkonsum fernzuhalten.62
2) Sekundäre Prävention: Ist die frühe Identifizierung und Behandlung von Auslösern und Folgen von Krankheiten.63 Beispielsweise das Verteilen von Flyern mit Informationsmaterial zur Früherkennung von migrationsspezifischen Krankheiten in Asylantenwohnheimen.64
3) Tertiäre Prävention: Ist „die wirksame Behandlung einer symptomatisch gewordenen Erkrankung mit dem Ziel, Verschlimmerung und bleibende Funktionsverluste zu verhüten“65. Der Fokus dieser Vorkehrung liegt dabei auf der Rehabilitation und der sozialen Wiedereingliederung von Patienten nach einer Krankheitsbehandlung,66 wie zum Beispiel die psychologische Rehabilitation von Migranten mit posttraumatischen Störungen.

Die drei Präventionsschritte werden in Tabelle 1 in Übersicht zur Veranschaulichung dargestellt.

Tab. 1: Unterscheidung der drei Präventionsschritte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hurrelmann, Laaser, Richter 2012, S.666

Damit solche Präventionsstrategien vom Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund angenommen werden, müssen Organisationen Strategien migrantenfreundlich gestalten. Bei spezifischen Strategien, wie es bei migrationsspezifischen Maßnahmen der Fall ist, ist zu be- achten, dass verhältnispräventive und verhaltenspräventive Faktoren zusammen einbezogen werden sollten. Verhältnisprävention ist die Veränderung von Lebensbedingungen und der Umwelt einer Person, um dessen Gesundheitszustand zu verbessern. Verhaltensprävention hingegen versucht dies durch direkte Einflussnahme auf den individuellen Gesundheitszu- stand der Zielperson.67

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1:Erfolgreiche Strategien zur Verbesserung von Zugang und Inanspruchnahmeverhalten von Mig- ranten

Quelle: J. Mayer 2011; S.28.

Der Österreichische Integrationsfond (Abk.: ÖIF) fand heraus, dass migrantenspezifische Prä- ventionsmaßnahmen am effektivsten sind, wenn diese partizipatorisch orientiert, kultursensibel, muttersprachlich, kostenlos und eingebunden in die Stadtteilarbeit und den Alltag der Ziel- gruppe angeboten wurden.68 In Abbildung 1 werden diese Faktoren kategorisch dargestellt und deren Einflussnahme bildlich veranschaulicht. Wie aus der Abbildung ersichtlich, tragen soge- nannte „keypersons“ eine gehobene Rolle in einer migrantenspezifischen Präventionsstrategie. Keypersons sind Menschen mit einer Schlüsselkompetenz oder Schlüsselrolle im Leben einer Person. Die Studie belegte, dass solche Schlüsselfiguren, wie Ärzte mit interkulturellen Kom- petenzen, Dolmetscher oder Familienmitglieder, einen effektiveren und kostengünstigeren Zu- gang für Institute zu einer Zielgruppe oder Zielperson ermöglichen.69 Diese Schlüsselpersonen können mehrere kulturelle und sprachliche Barrieren abbauen, was die Anzahl der Missver- ständnisse und der Misskommunikation zwischen deutschen Gesundheitsinstituten und der Migranten verringert.70

Gesundheitsförderung bezeichnet Methoden zur Verbesserung der individuellen Gesundheit und des Wohlbefindens einer Person. Zur gezielten Gesundheitsförderung von Migranten gibt es vier Hauptebenen, die bearbeitet werden müssen. Die Verminderung von Belastungen auf der individuellen und strukturellen Ebene und die Förderung von Ressourcen auf der individuellen und strukturellen Ebene.71

1) Eines der am häufigsten auftretenden Probleme, die bei der Verminderung von Belastungen behandelt werden, sind posttraumatische Störungen. Viele Migranten erleiden in ihren Herkunftsländern vor der Migration traumatische Erlebnisse (zum Beispiel: Folterung, Misshandlung, Kriegserlebnisse, usw.). Dabei hat man spezifische Ausrichtungen der Therapiemöglichkeiten anzubieten. Störungen können in unterschiedlichen Formen auftreten und werden von Personen immer unterschiedlich bewältigt. Es muss darauf geachtet werden, dass allen Individuen ein einfacher Zugang ohne Barrieren zu solchen Therapien gewährleistet wird.72

2) Beim Abbau von Belastungen auf der strukturellen Ebene (medizinisches und psychosoziales Versorgungssystem) verringert man das Potential der Überarbeitung von Migranten. Dies ist von Bedeutung, da die Mehrzahl von Migranten unter schlechten Arbeitsbedingungen in Branchen tätig ist, in denen der Körper unter konstanter starker Belastung steht. Aus diesem Grund ist ein erhöhtes Risiko der Erkrankung an chronischen Krankheiten oder durch Stress verursachte psychische Krankheiten sichtbar. Dies ist zu umgehen, wenn eine direkte gesetzliche Durchführung von stärkeren Arbeitsschutzmaßnahmen von Seiten des Arbeitgebers und der Abbau von Stigmatisierungen und Diskriminierungen an Migranten durch die Gesetzgebung ausgeführt wird.73

3) Die Stärkung von Ressourcen auf der individuellen Ebene bedeutet die Ausrichtung von Qualifizierungen von Fachpersonal zur persönlichen Verbesserung der individuellen transkulturellen Handlungskompetenzen in Form von Aus-, Fort- und Weiterbildungen. Beispielsweise sollten Ärzte und Krankenpfleger lernen, statt dem üblichen Nähe-Distanz-Konzept, ein familiäres Konzept bei Patienten mit Migrationshintergrund anzuwenden.74 Es ist zu beachten, dass Migranten als Ressource gefördert werden müssen. Dabei haben die Verbesserung vom gesundheitsbezogenen Wissensstand von Migranten und die Stärkung der Eigenverantwortung oberste Priorität. Die Steigerung vom individuellen Wissen über Krankheiten, Schwangerschaften, Drogen usw., sowie das Einhalten von ärztlich verschriebenen Behandlungsplänen hat einen positiven Einfluss auf den individuellen Gesundheitszustand.75

4) Die Stärkung von Ressourcen auf struktureller Ebene wird durch eine transkulturelle Öffnung ermöglicht. Dabei spielen die Integration von mehrsprachigen Mitarbeiten, der erleichterte Zugang für ausländische Ärzte zum medizinischen Versorgungssystem, die Vernetzung von verschiedenen Diensten der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung und die Einführung von Dolmetscherdiensten eine zentrale Rolle.76

Nur als Teil einer politischen Gesamtstrategie zur Stärkung der Lebensbedingungen von Migranten können die dargestellten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention bei Migranten ein positives Ergebnis vorweisen.77

4.2 Beratung und Behandlung

Während das vorangegangene Kapitel primär den Bereich der Präventions- und Aufklärungs- maßnahmen behandelt hat, soll im Folgenden der akute Krankheitsfall im Fokus stehen. Das heißt, dass versucht wird, einige spezielle Probleme zu vertiefen sowie Lösungsansätze darzu- stellen, die bei Personen mit Migrationshintergrund bei der direkten medizinischen Versorgung auftreten können. Exemplarisch steht die Institution Krankenhaus im Kern dieses Abschnitts, da in dieser sowohl Interaktionsschwierigkeiten zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Patienten deutlich werden, aber auch die wirtschaftliche Perspektive des Gesundheitswesens aufgezeigt werden kann.

4.2.1 Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus

Sieht man zunächst von der reinen medizinischen Behandlung oder gar Fehlbehandlung ab, ist der Besuch in einem Krankenhaus maßgeblich von der Kommunikation zwischen dem Pflege- personal und dem Patienten bestimmt. So fühlt sich ein Patient in der Regel nur dann gut be- handelt, wenn eine umfassende Einbindung in seinen Heilungsprozess stattfindet, also eine Aufklärung über Krankheitsbild und weiteres Vorgehen besteht. Umgekehrt muss sich der Pa- tient entsprechend verhalten und seiner Rolle anpassen. Wie Kapitel 3.2 bereits angedeutet hat, ist gerade die Interaktion zwischen Krankenhauspersonal und Patienten, aufgrund ihrer diver- gierenden Erwartungshaltungen an den jeweils anderen Standpunkt, auch ohne kulturelle Un- terschiede schwierig.78 Dies soll im Folgenden nochmals aufgegriffen werden.

Neben diesen unterschiedlichen Erwartungshaltungen an die jeweilig andere Rolle ist eine „[...] starke Machtasymmetrie zwischen dem Personal (besonders Ärzten) und Patienten vorhan- den.“79 So ist der Arzt nicht nur der institutionelle Vertreter des Krankenhauses, sondern auch medizinischer Experte. Der Patient hingegen ist nicht nur krankheitsbedingt eingeschränkt, son- dern übernimmt die Rolle des Hilfesuchenden und ist auf dem Gebiet der Medizin kaum oder gar nicht ausgebildet.80 Diese institutionalisierte Machtasymmetrie der beiden Rollenkomplexe zeigt sich ebenso in der direkten Interaktion, bzw. Kommunikation im Krankenhaus. So zeigen die Ergebnisse einiger Konversationsanalysen von Arzt-Patient-Gesprächen, dass Ärzte stets das Gespräch lenken und durch gezielt geschlossene Fragen eine möglichst schnelle Proble- merfassung gewährleisten wollen, wodurch Rückfragen des Patienten knapp abgehakt und lange Erklärungen vermieden werden.81

Diese, in aller Kürze, dargestellte Grundstruktur der Interaktion von Klinikpersonal und Pati- enten zeigt bereits die Schwierigkeit, eine für alle Parteien gerechte Patientenbehandlung be- reitzustellen, ohne dabei den Krankenhausbetrieb auf irgendeine Art und Weise zu beeinträch- tigen. Es ist also keine Kunst, sich vorzustellen, dass eine interkulturelle Kommunikation auf der Basis der dargestellten institutionalisierten Rollenmuster besondere Schwierigkeiten bein- haltet. Die größte Hürde ausländischer Patienten für eine funktionierende Kommunikation spie- len sprachliche Barrieren, die mitunter zu einem Mangel an Information und Aufklärung führen können und im weiteren Verlauf, auch unter dem Klinikpersonal, als Belastung für den rei- bungslosen Betrieb wahrgenommen werden können.82 Daran anschließend spielen die unter- schiedlichen Erwartungshaltungen in der interkulturellen Kommunikation eine wichtige Rolle, da sie durch Stereotypisierung schnell als eine Form der Diskriminierung gedeutet werden kön- nen. Dies verdeutlicht das folgende Zitat: „Zugewanderte Patienten nehmen an, dass das Per- sonal in einer bestimmten Weise von ihnen denkt, und umgekehrt haben Mitarbeiter bestimmte Vorstellungen über ausländische Patienten sowie deren Vorstellungen über sie.“83 Dabei ist nicht einmal gesagt, dass eine Diskriminierung stattfindet, sondern diese nur als solche gedeutet wird, während aus der Sicht des Klinikpersonal beispielsweise überzogene Erwartungshaltun- gen zurückgewiesen werden.84

Zusammenfassend zeigt sich, dass ein Großteil der Probleme auf einer ohnehin schwierigen institutionalisierten Rollenverteilung fußt, und diese durch die interkulturellen Probleme wie Sprachbarrieren, unterschiedliche Erwartungshaltungen und Stereotypisierung noch verschärft werden.

4.2.2 Wirtschaftliche Rationalität

Neben dem Beginn der Diskussion um die soziale Frage und die Entstehung der Armenhilfe führten Fortschritte in der Medizin, Technik und Organisation zu der Einrichtung, die für die Versorgung von erkrankten Mitgliedern der Gesellschaft unverzichtbar geworden ist.85 Das Krankenhaus wurde so zu einem „[...] Paradefall für die Verwirklichung von SG [sozialer Ge- rechtigkeit], die ja verlangt, dass zumindest die Grundbedürfnisse der Menschen unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Klassen, Schichten, Gruppen usw. zu gewährleis- ten ist.“86

Es erscheint dabei logisch, dass eine solche Einrichtung auch durch wirtschaftliche Faktoren bestimmt ist. Dennoch zeichnet sich ein Wandel ab, der sich immer mehr auch auf die gerechte Verteilung von Leistungen auswirkt. Darunter sind Faktoren wie die Reduzierung der Kranken- hauskapazitäten, die Einführung eines Bewertungssystems für die Dringlichkeit und Verweil- dauer von erkrankten Patienten, ein Konkurrenzkampf unter den Krankenhäusern und die zu- nehmende Privatisierung gemeint.87 Diese Faktoren begründen sich wiederum auf den stetigen demographischen Wandel und die damit zusammenhängenden, fehlenden Ressourcen im Ge- sundheitswesen. Die soziale Gerechtigkeit besteht, wie so oft, als ein unerreichbarer Horizont, wodurch sich die Frage ergibt, wie sich Unterschiede in der Behandlung und Betreuung recht- fertigen lassen. Dass diese Frage in der Regel durch die sozioökonomische Stellung des Pati- enten beantwortet wird, zeigen die „[...] Unterschiede bei der Verteilungsgerechtigkeit der Leis- tungen, weil der Zugang zu Krankenhausleistungen vom Bildungsgrad des Patienten und sei- nem Wohnsitz abhängt und die Behandlung von seinem Status als GKV-Patient oder Privatpa- tient, seiner sozialen Stellung, seinem Charakter und der Interessantheit seines Falles beein- flusst wird.“88

Für das Thema der Beratung und Behandlung von Migranten bedeutet diese ökonomische und organisatorische Abhängigkeit zwei wesentliche Aspekte. Erstens stellen sich die Unterschiede in der Behandlung, bedingt durch die sozioökonomische Stellung des Patienten als kulturüber- greifend dar, was zunächst die kulturellen Unterschiede negiert, jedoch gleichzeitig problema- tisch ist, da „[...] viele türkische und andere Einwanderer aus niedrigen Schichten stammen.“89 Zweitens, so hat bereits Punkt 4.2.1 versucht zu verdeutlichen, ist die Zuwendung zu einem bestimmten Patienten durch sein Verhalten und seine Krankheit mitbestimmt. Dies impliziert also, dass interkulturelle Schwierigkeiten in diesem Rahmen zu einer relativ schlechteren Be- ratung und Behandlung führen kann.

4.2.3 Lösungsansätze

Die gerechte Beratung und Behandlung im Krankenhaus gestaltet sich durch den institutionellen Rahmen, sowie den Wandel des Gesundheitswesen als besonders schwierig. Dies sollte jedoch keineswegs bedeuten, dass man Unterschiede - darunter auch kulturelle Unterschiede, nicht hinter einer ökonomischen Rationalität verorten darf.

Migrationsspezifische Probleme, wie sie bereits mehrfach in dieser Arbeit genannt wurden, sind bekannt und theoretische Lösungsansätze gibt es auch für das Krankenhaus zu genüge. Die Ansätze reichen vom Aufbau einer ethnokulturellen Kompetenz beim Krankenhauspersonal als Anforderung oder nachträgliche Förderung durch Schulungen über den Einsatz von professio- nellen Dolmetschern bis hin zu Schulungen für Patienten, wie bspw. werdende Mütter.90 Aus- gehend von den bekannten Problemen und den jeweiligen Lösungsansätzen unter dem Leitmo- tiv der sozialen Gerechtigkeit entstand das Projekt des „'Migrant-friendly-Hospitals': Eine eu- ropäische Initiative zur Verbesserung der Gesundheit und des Gesundheitswissens von Migran- ten und ethnischen Minderheiten durch Qualitätsverbesserung der Krankenhausdienstleistun- gen.“91 Dazu wurden in Pilotkrankenhäusern aus zwölf verschiedenen EU-Staaten, Needs As- sessements, also Beurteilungen aus der Patienten-, Mitarbeiter-, und Managementperspektive, sowie Assessements der Organisations- und Leistungsstruktur des Krankenhauses durchgeführt. Durch diese quantitative und qualitative Messung der spezifischen Lösungsansätze wurden drei spezifische Maßnahmen erarbeitet: Die Entwicklung von Dolmetscherangeboten, die Entwick- lung von migrantinnenfreundlicher Information und Schulung für Schwangere, sowie Trai- ningseinheiten für das Klinikpersonal.92

Dabei verwiesen bereits vorläufige Ergebnisse auf ein positives Bild der Maßnahmen. Allen voran die Einführung von professionellen Dolmetscherangeboten zur Aufhebung von Sprach- barrieren und die ethnokulturelle Schulung des Personals. Dass diese jedoch nicht unbedingt mit der finanziellen Situation des Gesundheitswesens vereinbar sind, sollte Kapitel 4.2.2 deut- lich gemacht haben. Dennoch sind die Erfahrungen, die in diesem Projekt gesammelt wurden, für eine ausgeweitete kulturelle Öffnung von Krankenhäusern von Bedeutung. Beispielsweise kann die interkulturelle Schulung innerhalb des räumlichen und zeitlichen Rahmens des Kran- kenhauses stattfinden, wodurch etwaige Kosten geringer ausfallen könnten.

Zudem lässt sich nicht nur auf der Patientenseite eine zunehmende kulturelle Heterogenität ver- zeichnen, sondern auch in den Reihen des Klinikpersonals, wodurch sich mit Hilfe von Kompetenzzuweisungen, kostengünstigere Alternativen zu professionellen Dolmetschern finden lassen könnten. Die wichtigste Erkenntnis ist jedoch die Abweichung von einer streng hierarchischen Struktur während der jeweiligen Veränderungen. So sollte die Geschäftsführung die kulturelle Öffnung aktiv befördern, sich jedoch nicht über die Wünsche von Patienten und Personal hinwegsetzen, sondern diese aktiv in den Prozess einbinden.

Zusammengefasst lässt sich in der Institution Krankenhaus ein Problem feststellen, dass weniger in der Akzeptanz von unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen der Patienten und Personal liegt, sondern in der praktischen Umsetzung der ethischen Vorgaben von sozialer Gerechtigkeit. Anders formuliert, sollte die Aufgabe nicht darin bestehen, die kulturübergreifende, gerechte Verteilung von Gesundheitsdienstleistungen neu zu erfinden, sondern die praktische Umsetzung zu garantieren. Ebenso hat sich gezeigt, dass das Hauptaugenmerk auf einer Verbesserung der interkulturellen Kommunikation bzw. der Kommunikation zwischen Arzt, Klinikpersonal und Patienten liegen sollte, denn ein gleichberechtigter Zugang für alle sozialen Gruppen wäre nur durch eine revolutionäre Neuerfindung des deutschen Gesundheitssystem und damit verbunden dem deutschen Wohlfahrtsstaat möglich.

4.3 Migrantenspezifische Pflegeeinrichtungen

Durch die steigende Anzahl älterer Migranten in Deutschland, deren spezifischen Gesundheits- zustand und verschiedene Vorstellungen und Erwartungen an die Pflege je nach Herkunftskul- tur (bspw. im Bezug auf die Beteiligung der Familie im Pflegefall) werden Migranten zu einem wichtigen Faktor in der auf die Zukunft gerichteten Konzeptplanung in der Altenbetreuung.

4.3.1 Migranten im deutschen Pflegesystem

Viele der in den 60er Jahren nach Deutschland immigrierten Arbeiter haben ihren Wunsch nach einer Rückkehr in ihr Heimatland im Alter verworfen und sind mittlerweile im Rentenalter.93 Migranten werden, wegen ihres schlechteren gesundheitlichen Zustands, gegenüber Einheimi- schen früher pflegebedürftig, ihre finanziell schlechtere Situation, gesundheitsgefährdende Ar- beitsbedingungen und ihre Wohnsituation sind nur einige der Gründe dafür.94 Die Gruppe der älteren Migranten wird in Zukunft stark anwachsen. Dadurch entstehen neue Anforderungen an Pflegedienste und Altersheime, wobei Konzepte entworfen werden müssen, die gleichermaßen auf die Wünsche und Bedürfnisse von Einheimischen und Migranten ausgelegt sind.95 Dabei ist stets zu beachten, dass es sich bei den nach Deutschland eingewanderten Menschen keines- falls um eine homogene Gruppe handelt. Es wird im Gegenteil vermutet, „dass die Heterogeni- tät der Zuwandernden insgesamt zunehmen wird und sich daher - ganz überwiegend in den Städten - entsprechend unterschiedliche Herausforderungen stellen werden: Es dürften hoch qualifizierte Arbeitskräfte verstärkt am internationalen Mobilitätsgeschehen beteiligt sein, aber auch die internationalen Armutswanderungen und illegale Migration werden voraussichtlich weiter zunehmen.“96 Auch unterscheiden sich Migranten in ihrer Nationalität und Herkunft. Somit wird die Thematik der (differenzierten) Altenpflege von Migranten in Zukunft noch wichtiger werden, die spezifische Versorgung muss als zukunftsrelevant begriffen und weiter ausgearbeitet werden.

Je nach Herkunftsland und kulturspezifischer Erziehung wird die Pflege im Alter mehr oder weniger als Aufgabe der Familie angesehen. So kann es dazu kommen, dass der Aufenthalt in und die Betreuung durch ein Altersheim manchmal strikt abgelehnt und überhaupt nicht in Er- wägung gezogen wird. Ein weiterer Faktor ist die Einstellung zu öffentlichen Pflegeanstalten im Heimatland. So werden diese in der Türkei bspw. häufig mit „Asylen und Armutshäusern“97 gleichgesetzt und kommen somit kaum als Möglichkeit in Frage. Der stationäre Aufenthalt im Altersheim ist oft „nur im äußersten Notfall eine Option.“98 Bei Arbeitsmigranten kann zusätz- lich festgestellt werden, dass häufig der dauerhafte Aufenthalt im Zielland zunächst nicht ge- plant war und die Lebensgestaltung auf eine Rückkehr ins Herkunftsland ausgerichtet wurde, weswegen eine Beschäftigung mit dem Leben und der Versorgung im Alter im Zielland oft kaum stattgefunden hat.99

4.3.2 Zugang zu Informationen

Weitere Gründe für die seltene Nutzung von (öffentlicher) Altenhilfe sind fehlende Informati- onen bzw. Informationsmöglichkeiten, eine vorurteilsbehaftete Wertung der wenigen bekann- ten Informationen oder Sprachprobleme.100 Migranten der ersten Generation und somit die äl- teren Menschen verfügen meist über schlechtere Deutschkenntnisse als die jüngeren Angehö- rigen der nachfolgenden Generationen.101 Organisationen und Institutionen sollten also mit den Netzwerken, in die ältere Migranten integriert sind, in Kontakt treten, um diese zu erreichen und den Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Migrantenvertretungen oder -zentren können dabei wichtige Hinweise auf die Bedürfnisse der Angehörigen ihrer Gruppe geben, weswegen eine Zusammenarbeit empfehlenswert ist. Auch können dadurch bspw. Informationsbroschüren in verschiedenen Sprachen angeboten werden oder Beratungsgespräche in der Muttersprache mit Dolmetschern geführt werden.

4.3.3 Multikulturelle Pflegeheime

Die Pflegeangebote deutscher Altersheime sind häufig auf die deutsche und überwiegend christlich orientierte Kultur ausgerichtet. Gerade im Alter legen Migranten allerdings zuneh- mend Wert auf die Beachtung und Akzeptanz ihrer Religion, Kultur, Sprache und ihren Essge- wohnheiten.102 Außerdem wird der „Möglichkeit des Austausches und des Zusammenlebens mit Menschen gleicher Herkunft eine hohe Priorität zugeschrieben.“103 Folglich sollten diese Aspekte unbedingt in die Planung eines Altersheims mit multikultureller Ausrichtung einflie- ßen.

„Die Grundlage einer kultursensiblen Pflege sollte also zunächst eine biografieorientierte Pflege darstellen, die das Individuum mit seiner ganz persönlichen Lebenswelterfahrung, mit seinen ganz individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt rückt.“104 Dabei liegt der Fokus auf der jeweiligen Kultur, „auch im Sinne von Religion, Ethnie, Nationalität“105, sie findet Beach- tung vor Faktoren wie sexueller Präferenz, Geschlecht usw. Hier sollte der Umstand der Hete- rogenität der Klienten unbedingt beachtet werden, so ziehen es manche von ihnen vor, Pflege durch Angehörige der eigenen Nationalität zu erfahren, wohingegen andere deutsches Pflege- personal vorziehen.106 Geschlechtsspezifische Bedürfnisse sollten dabei jedoch nicht ganz au- ßer Acht gelassen werden, durch die jeweiligen Rollenbilder der Klienten kann auch die Be- treuung durch männliches oder weibliches Personal präferiert oder abgelehnt werden.

4.3.4 Pflegepersonal

Bei der Ausbildung des Pflegepersonals ist das Erlernen einer „interkulturelle[n] Handlungs- kompetenz unabdingbar“107, damit es nicht zu Missverständnissen und falschem Umgang mit den betreuten Personen kommt. Vorstellungen von richtiger und angebrachter Pflege können hier ebenso variieren wie bei der bereits angesprochenen Festlegung auf eine Behandlungsmög- lichkeit oder Therapieform im Krankheitsfall im Krankenhaus oder im Fachgespräch mit einem Arzt. Das Personal sollte sowohl über allgemeine Informationen bezüglich Migration, differie- renden Migrantengruppen und Variationen von Religiösität verfügen, als auch über einen offe- nen und akzeptierenden Zugang zu den speziellen und unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Klienten, wobei mit diesen gegenüber den eigenen Vorstellungen und Anforderungen wertfrei umzugehen ist. Hilfreich kann dabei sein, sich einerseits die eigenen Werte und Ansichten be- wusst zu machen und diese kritisch zu hinterfragen und andererseits zu versuchen, die Perspek- tive der betreuten Personen nachzuvollziehen. So können Konflikte besser erkannt und adä- quate Lösungen schneller erarbeitet werden.108

Auch die Zusammensetzung des Pflegepersonals kann eine wichtige Rolle bei der Betreuung von älteren Migranten spielen. Häufig setzen sich die Pflegeteams und Altenheimen bereits aus Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund zusammen. Für einen erfolgreichen Umgang mit ihren Klienten sollten deren sprachliche und kulturelle Kompetenzen genutzt und gefördert werden. Dies erleichtert die zwischenmenschliche Kommunikation und die Konfliktbewältigung. Auch kann allein die Möglichkeit der Anwesenheit einer Person mit den gleichen Sprachkenntnissen Sicherheit in Notfallsituationen vermitteln. Innerhalb des Teams kann der Austausch von Erfahrungen und Weltsichten die Offenheit und das Verständnis für spezifische Verhaltens- und Sichtweisen gefördert werden.109

5 Schlussfolgerung

Obwohl Migration in verschiedensten Zusammenhängen ein Dauerbrenner in öffentlichen De- batten zu sein scheint und auch die Gesundheit eine immer entscheidendere Rolle im Alltag spielt, wird die Thematik der spezifischen Probleme von Migranten im deutschen Gesundheits- wesen nur selten angesprochen. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht nur ein erheblicher Teil - etwa 20% der Gesamtbevölkerung in Deutschland, einen Migrationshintergrund hat, sondern auch starke Unterschiede beim Zugang zu Gesundheitsdiensten zu verzeichnen sind. Die vor- liegende Arbeit hat verdeutlicht, dass Letzteres vor Allem bei Migranten der ersten Generation zu verzeichnen ist, da sich die Lebensweise im Zuge der Migration der Bevölkerung des Ziel- landes anpasst. So hat sich gezeigt, dass lediglich die Krankheitsbilder im Bereich der Infekti- onskrankheiten, bedingt durch die Situation im Herkunftsland, stark abweichen. Während also die Krankheitsbilder relativ angeglichen sind, bestehen die größten Probleme für Migranten der ersten Generation in Kommunikations- und Kulturbarrieren. Dabei beziehen sich die Kultur- barrieren nicht nur auf ein unzureichendes Verständnis des deutschen Gesundheitssystems, son- dern auch auf ein unterschiedliches Krankheitsverständnis, sowie Unterschiede im Nutzungs- verhalten der Gesundheitsdienste.

Zu diesen bekannten Problemen gibt es eine Vielzahl von Lösungsansätzen, die jedoch in der Realität nur schwierig umzusetzen sind. Auch im Bereich der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention, der in den letzten Jahren ohnehin stark an Relevanz gewonnen hat, gibt es Ansätze für spezielle Integrationsmaßnahmen. So hat sich gezeigt, dass gerade partizipato- risch orientierte Maßnahmen die effektivste Methode darstellen. Dabei wird auf die Bedeutung von Schlüsselfiguren im Alltag der Migranten gesetzt, die sich durch interkulturelle Kompe- tenzen auszeichnen. Im Bereich der Gesundheitsförderung zeigt sich jedoch, dass vor Allem eine Belastungsreduzierung, sowie eine Förderung der Ressourcen, sowohl auf der individuel- len als auch strukturellen Ebene, stattfinden muss. Diese Maßnahmen sind jedoch deutlich kos- tenintensiver als eine bereits vorhandene Betreuung durch den Aufbau besonderer Kompeten- zen zu verstärken. Ein ähnliches Bild hat sich auch im Bereich der direkten Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund ergeben. Das Beispiel Krankenhaus hat dabei bereits vor- handene Kommunikationsprobleme dargestellt, die bereits ohne den interkulturellen Faktor, nur schwierig zu behandeln sind. Auch in diesem Teilbereich sind die Ansätze am erfolgreichsten, die auf eine Stärkung der interkulturellen Kompetenz von Ärzten und Pflegepersonal oder pro- fessionelle Dolmetscher setzen. Gleichzeitig zeigt sich die wirtschaftliche Lage des Gesund- heitswesens erneut als bremsender Faktor. Zudem ist der direkte Zugang zu Leistungen im Krankenhaus maßgeblich durch die eigene sozioökonomische Stellung bestimmt, was diese Gruppe, aufgrund der häufig niedrigen sozioökonomischen Stellung der Migranten, besonders beeinflusst. In Bezug auf die Altersbetreuung lässt sich feststellen, dass zukünftige demogra- phische Entwicklungen das Konzept des Altersheims beeinflussen werden und dieses deswegen kontinuierlich reflektiert und überarbeitet werden muss. Angebote und Tagesabläufe sollten Raum für unterschiedliche kulturelle Lebensweisen bieten und akzeptierend mit den Klienten und ihren Bedürfnissen umgehen. Außerdem müssen Pflegeeinrichtungen als Möglichkeit des Lebens im Alter in der Öffentlichkeit präsenter werden um Pflegebedürftigen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund zur Verfügung zu stehen.

Insgesamt stellen die hier genannten Lösungsansätze im Rahmen ihres Umfangs effektive Alternativen zur jetzigen Situation der Migranten im deutschen Gesundheitswesen dar. Das größte Problem besteht jedoch auch in naher Zukunft in den Extrakosten, die auch die kostengünstigeren Ansätze beinhalten. Auch wenn sich daher zunächst nur minimale Erfolge einstellen, bleibt die Hoffnung, dass dieses Thema einen Platz in der breiten Öffentlichkeit findet, um so eine gerechtere Verteilung von Gesundheitsleistungen zu erreichen.

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[...]


1 Vgl. Krämer; Prüfer-Krämer (2004), S.9f.

2 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.7.

3 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.16.

4 Bundesministerium des Innern, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (2005), S.10.

5 Vgl. Statistisches Bundesamt (2013), S.5f.

6 Statistisches Bundesamt (2013), S.6.

7 Vgl. Statistisches Bundesamt (2013), S.6.

8 Statistisches Bundesamt (2013), S.7.

9 Vgl. Statistisches Bundesamt (2013), S.7.

10 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.12.

11 Vgl. Göckede; Bielz; Hansen (2000).

12 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.12.

13 Vgl. Statistisches Bundesamt (2013), S.7f.

14 Vgl. Razum; Spallek; Zeeb (2011), S. 558f.

15 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.31f.

16 Razum (2009), S.256.

17 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.31ff.

18 Vgl. Razum; Spallek; Zeeb, (2011), S. 558f.

19 Vgl. Razum; Spallek; Zeeb (2011), S. 559.

20 Vgl. Razum (2009), S.261f.

21 Vgl. Razum (2009), S.263f.

22 Vgl. Razum (2009), S.263f.

23 Vgl. Link (2008), S.13.

24 Vgl. Link (2008), S.34.

25 Vgl. Link (2008), S.34.

26 Vgl. Link (2008), S.34.

27 Vgl. Link (2008), S.35.

28 Vgl. Link (2008), S.35.

29 Vgl. Knipper; Bilgin (2009), S.66.

30 Vgl. Knipper; Bilgin (2009), S.67.

31 Vgl. Knipper; Bilgin (2009), S.68.

32 Vgl. Knipper; Bilgin, (2009), S.6.

33 Vgl. Knipper; Bilgin, (2009), S.6.

34 Vgl. Knipper; Bilgin, (2009), S.71.

35 Vgl. Knipper; Bilgin, (2009), S.71.

36 Vgl. Brucks; Salisch; Wahl (1986), S. 81.

37 Vgl. Brucks; Salisch; Wahl (1986), S. 81.

38 Vgl. Muthny; Bermenjo (2009), S.5.

39 Vgl. Muthny; Bermenjo (2009), S.5.

40 Vgl. Muthny; Bermenjo (2009), S.5.

41 Vgl. Knipper; Bilgin (2009), S.66.

42 Vgl. Muthny; Bermenjo (2009), S.5.

43 Vgl. Muthny; Bermenjo (2009), S.5.

44 Vgl. Muthny; Bermenjo (2009), S.5.

45 Vgl. Knipper; Bilgin (2009), S.68.

46 Vgl. Muthny; Bermenjo (2009), S.5.

47 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110f.

48 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110.

49 Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110.

50 Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110.

51 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110.

52 Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110.

53 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110f.

54 Vgl. Knipper; Bilgin (2009), S.6.

55 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110f.

56 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (2008), S.110f.

57 Hurrelmann; Klotz; Haisch (2007), S.11.

58 Vgl. Hurrelmann; Klotz; Haisch (2007), S.11.

59 Vgl. Hurrelmann; Klotz; Haisch (2007), S.12.

60 Vgl. Caplan (1964), S.16.

61 Vgl. Körber (2003), S. 32 f.

62 Vgl. Hurrelmann, Laaser, Richter (2012), S.668.

63 Vgl. Hurrelmann, Laaser, Richter (2012), S.668.

64 Vgl. Hornung (2007), S.335.

65 Walter, Schwartz (2003), S.189.

66 Vgl. Hornung, Rainer (2007), S.335.

67 Vgl. Rosenbrock, Kümpers (009), S.372.

68 Vgl. Mayer (2011), S.27.

69 Vgl. Schopf (2009), S.6.

70 Vgl. Walter et al. (2007), S.351.

71 Vgl. Hornung (2007), S.336.

72 Vgl. Hornung (2007), S.336.

73 Vgl. Hornung (2007), S.336.

74 Vgl. Domenig (2001), S.88f.

75 Vgl. Hornung (2007), S.337.

76 Vgl. Hornung (2007), S.337.

77 Vgl. Hornung (2007), S.337.

78 Vgl. Dreißig (2005), S. 37.

79 Dreißig (2005), S. 37.

80 Vgl. Dreißig (2005), S. 37.

81 Vgl. Dreißig (2005), S. 37f.

82 Vgl. Dreißig (2005), S. 33.

83 Dreißig (2005), S. 35.

84 Vgl. Dreißig (2005), S.34f.

85 Vgl. Firnkorn (2005), S. 11.

86 Firnkorn (2005), S. 11.

87 Vgl. Firnkorn (2005), S. 16.

88 Firnkorn (2005), S. 28.

89 Dreißig (2005), S. 36.

90 Vgl. Karl-Trummer; Novak-Zezula (2009), S.3.

91 Karl-Trummer; Novak-Zezula (2009), S. 4.

92 Vgl. Karl-Trummer; Novak-Zezula (2009), S. 5.

93 Vgl. Ernste; Merkel, (2012), S.2.

94 Vgl. Oppermann, (2010), S. 11.

95 Vgl. Oppermann, (2010), S.4.

96 Deutscher Bundestag (2002), S. 245.

97 Wettich, (2007), S.43.

98 Oppermann, (2010), S. 14.

99 Vgl. Ernste; Merkel, (2012), S. 1.

100 Vgl. Oppermann (2010), S. 23.

101 Vgl. Oppermann (2010), S. 10f.

102 Vgl. Oppermann (2010), S. 12f.

103 Oppermann (2010), S. 14.

104 Oppermann (2010), S. 16.

105 Oppermann (2010), S. 17.

106 Vgl. Oppermann (2010), S. 14.

107 Oppermann (2010), S. 17.

108 Vgl. Oppermann (2010), S.18f.

109 Vgl. Oppermann (2010), S. 19f.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Die Eingliederung von Migranten ins deutsche Gesundheitswesen. Problemdarstellung und Lösungsansätze
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Gesundheit und Sozialstruktur
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V308549
ISBN (eBook)
9783668066908
ISBN (Buch)
9783668066915
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie, Migranten, Gesundheitswesen, Problemlösungsansätze, Gesundheit, Sozialstruktur
Arbeit zitieren
Jörn Rothacher (Autor), 2014, Die Eingliederung von Migranten ins deutsche Gesundheitswesen. Problemdarstellung und Lösungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308549

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