Führungsverhalten zwischen Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung

Was sind die wichtigsten Aufgaben einer Führungsperson und wie können diese in der Praxis erfolgreich ausgeführt werden?


Essay, 2014
8 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Darstellung ausgewählter Aspekte

II. Reflexion: Empfehlungen für erfolgreiche Führung

III. Literaturverzeichnis

I. Darstellung ausgewählter Aspekte

„Führung ist bestimmte Bewegung, absichtsvoll, zielorientiert, Sinn gebend, potenziell mächtig und bewirkt, dass andere Menschen folgen.“ (Paschen & Dihsmaier, 2011, S.7) Wenn es sich bei den Geführten um Mitarbeiter in einer Organisation handelt, spricht man von personaler Führung. Darunter versteht man die direkte und zielgerichtete Einflussnahme von Vorgesetzten auf Mitarbeiter. (Felfe, 2009, S. 3) Hierbei ist zu beachten, dass auch die Mitarbeiter wiederum Einfluss auf die Führungskraft nehmen können, was im Begriff der „Führung von unten“ gipfelt. (Nerdinger, Blickle & Schaper, 2011, S. 91) Somit treten Führungskraft und Geführte in eine soziale Austauschbeziehung: erst durch die Anerkennung der Führungsposition durch die Mitarbeiter wird die Führungskraft wirkungsvoll und handlungsfähig. (Felfe, 2009, S. 5)

Doch wofür wird die Führungskraft anerkannt oder welche Eigenschaften muss er oder sie aufweisen, um erfolgreich führen zu können? Zunächst scheint es sinnvoll, sich dieser Frage in Betrachtung der Persönlichkeit von Führungspersonen zu nähern. Oftmals wird in diesem Zusammenhang das Stichwort „Charisma“ genannt. Darunter verstehen Paschen und Dihsmaier (2011, S. 30) die Wahrnehmung der Geführten, ein besonderes Führungserlebnis zu haben oder an einer großen Bewegung teilzunehmen. Die Schwierigkeit, Charisma zu umschreiben, seine Vergänglichkeit und die Ambivalenz, die Menschen beim Nachdenken über charismatische Führer empfinden, zeigt die begrenzte Nützlichkeit des Konstrukts zur Beschreibung von Führung. Andere auf die Person des Führenden bezogene Ansätze beschreiben die Eigenschaften ausgesuchter Führer. Dabei sind sowohl kognitive Kompetenzen als auch bestimmte Persönlichkeitsstrukturen von Interesse. Im Hinblick auf Kriteriumsvariablen wie den Führungserfolg ergeben sich aber im Regelfall nur moderate Zusammenhänge mit diesen Eigenschaften. (Nerdinger et al., 2011, S. 85)

Diese Erkenntnisse führten zu der Entwicklung, dass vorwiegend die Verhaltensweisen, die Führungspersonen in Führungssituationen an den Tag legen, zum Gegenstand des Forschungsinteresses erhoben wurden. Diese Verlagerung des Fokus‘ charakterisiert Führung damit auch als ein erlernbares Verhalten, das nicht grundsätzlich durch innere Personenfaktoren determiniert ist. (Schirmer, Walter & Woydt, 2009, S. 102) Vorteilhaft bei der Konzentration auf das Verhalten von Führungskräften ist dessen unmittelbare objektive Beobachtbarkeit, während Persönlichkeitseigenschaften nur durch Selbstbericht erfasst werden können, welcher erfahrungsgemäß Verzerrungen in Richtung der sozialen Erwünschtheit oder Erinnerungsfehlern unterworfen ist. Das Verhalten von Führungskräften kann also beobachtet, dokumentiert, klassifiziert und diagnostiziert werden. Des Weiteren können aus diesen Daten Empfehlungen zur Veränderung des Führungsverhaltens oder Konzepte abgeleitet werden, die in gezieltem Training oder Coaching zum Einsatz kommen können.

Grundlegend für die Beschreibung erfolgreichen Führungsverhaltens ist die Definition essentieller Aufgaben, welche zum Repertoire einer Führungskraft gehören: „Führung heißt Leistung ermöglichen.“ (Felfe, 2009, S. 6) Führungskräfte bedienen sich verschiedener Instrumente wie Feedback, Training und Coaching, um die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter zu fördern. Sie setzen Ziele, schaffen Anreize, kontrollieren Ergebnissen und vermitteln Ankerkennung, um die Motivation ihrer Mitarbeiter zu erhöhen. Kompetente und motivierte Mitarbeiter brauchen Handlungsspielräume, um aktiv werden können. Diese verschafft ihnen die Führungsperson durch Delegation. Auch die Organisation gehört zu den Kernaufgaben der Führungsperson. Damit ist gemeint, dass sie die einzelnen Aktivitäten ihrer Mitarbeiter koordiniert und plant, nötige Ressourcen beschafft und die Abteilung nach außen vertritt. Schließlich kümmert sich die Führungskraft auch um die immer wichtiger werdende Teamentwicklung, indem sie beispielsweise durch Gruppenarbeit den Zusammenhalt stärkt. (Felfe, 2009, S. 8)

Somit wurden die fünf Kernaufgaben Mitarbeiterentwicklung, Motivation, Delegation, Organisation und Teamentwicklung benannt, die zur erfolgreichen Führung nötig sind. In welchem Ausmaß, mit welcher Grundhaltung oder mit welchem Fokus die Führungskraft nun aber diese Ziele verfolgt, hängt von einer globaleren Beschreibung des Führungs-verhaltens ab - dem Führungsstil. Charakteristisch für Führungsstile ist, dass sie situativ zwar geringfügig angepasst werden müssen, generell aber als eine eher starre Verhaltenspräferenz angesehen werden, die einer bestimmten Person zuzuordnen ist. (Schirmer et al., 2009, S. 102) Dabei werden die Dimensionen „Mitarbeiterorientierung“ und „Aufgabenorientierung“ unterschieden. (Nerdinger et al., 2011, S. 86) In Tabelle 1 werden auf diese Unterscheidung bezogene Aussagen über Führungskräfte dargestellt. Vertrauensaufbau, Freundlichkeit und Achtung der Mitarbeiter stehen somit neben Strukturierung, Ergebniskontrolle und Aktivierung der Mitarbeiter.

Tabelle 1: Mitarbeiterorientierung vs. Aufgabenorientierung (nach Nerdinger et al., 2011, S. 86)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die obige Aufstellung soll verdeutlichen, dass sowohl Mitarbeiter- als auch Aufgabenorientierung wichtige Elemente erfolgreicher Personalführung sind und dass diese Dimensionen voneinander unabhängig von der Führungskraft verfolgt werden können. (Schirmer et al. 2009, S. 105) Im folgenden Abschnitt sollen aus den theoretisch erarbeiteten Konzepten konkrete Empfehlungen für das Verhalten einer beispielhaften Führungsperson abgeleitet werden, welche zunächst kurz vorgestellt wird.

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Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Führungsverhalten zwischen Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung
Untertitel
Was sind die wichtigsten Aufgaben einer Führungsperson und wie können diese in der Praxis erfolgreich ausgeführt werden?
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Veranstaltung
Studium Professionale - "Führung³: Personal, Teams, Gespräche“
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V310113
ISBN (eBook)
9783668084353
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mitarbeiterorientierung, Aufgabenorientierung, Führung auf Distanz
Arbeit zitieren
Franziska Kreisel (Autor), 2014, Führungsverhalten zwischen Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310113

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