Deutsche Entlehnungen im Bauwesen in polnischen Zeitschriften. Germanismen in der polnischen Sprache


Magisterarbeit, 2011

74 Seiten, Note: 1,0

Anna Nowak (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundbegriffe
2.1. Zur Begriffsbestimmung „Entlehnung“
2.2. Zur Begriffsbestimmung „Bedeutungswandel“

3. Deutsch-polnische Sprachkontakte aus historischer Sicht
3.1. Deutsches Lehngut im Polnischen
3.2. Perioden des Einflusses des Deutschen auf das Polnische

4. Deutsche Entlehnungen im Gegenwartspolnisch
4.1. Entlehnungen in den polnischen Mundarten
4.2. Entlehnungen in den polnischen Sondersprachen
4.3. Deutsche Entlehnungen im Polnischen Fachwortschatz

5. Exemplarische Analyse der Germanismen im Bauwesen anhand ausgewählter polnischer Zeitungen
5.1. Darstellung der ausgewählten Zeitschriften
5.2 Zusammenstellung der aufgelisteten Germanismen
5.3. Untersuchungsergebnisse

6. Zusammenfassung

7. Abkürzungsverzeichnis

8. Bibliographie
8.1. Quellen
8.2. Lexika
8.3. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das häufige Vorkommen von Entlehnungen in der Sprache ist allgemein bekannt und selbstverständlich. Oft sind sich die Menschen jedoch nicht bewusst, wie alt das Problem der Entlehnungen bzw. wie hoch der Anteil von fremdsprachigen Elementen in ihrer Muttersprache ist.

Das fremdsprachige Lehngut stellt eine Bereicherung des Wortschatzes jeglicher Sprache dar. Im Laufe der Jahrhunderte gab es enge kulturelle und wirtschaftliche Kontakte zwischen Polen und Deutschen und daher ist die Präsenz von Germanismen im heutigen Polnisch kein Wunder. Die Lehnwörter deutscher Herkunft gehören nicht zu der zahlreichsten Gruppe der Entlehnungen in der polnischen Sprache. Man kann aber feststellen, dass sie eine beträchtliche Anzahl Wörter und Termini ausmachen.

Die vorliegende Magisterarbeit setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen, insgesamt sind es neun Kapitel. Zu Beginn der Arbeit werden die grundlegenden Termini erläutert: die Entlehnung und der Bedeutungswandel; zwei Phänomene, die gleichzeitig vorkommen können und der Bereicherung des Wortschatzes dienen. Danach werden die deutsch-polnischen Beziehungen und der deutsche Einfluss auf die polnische Sprache im Verlauf der Jahrhunderte besprochen. Für jede Zeitperiode werden mehrere Entlehnungen angegeben, die innerhalb dieser Zeit in die polnische Sprache kamen. Der nächste Schritt besteht darin, den gegenwärtigen Bestand von Germanismen im Polnischen am Beispiel einiger Sprachvarietäten aufzuzeigen. Schließlich kommt es zum eigentlichen Ziel dieser Arbeit, der Analyse von Germanismen im Bauwesen anhand ausgewählter polnischer Zeitschriften.

2. Grundbegriffe

2.1. Zur Begriffsbestimmung „Entlehnung“

Entlehnungen kommen auf verschiedenen Stilebenen der Sprache mit größerer oder niedrigerer Intensität vor. Der Terminus „Entlehnung“ erscheint in der Sprachwissenschaft sehr oft und ist eines der Phänomene des Sprachwandels. Hadumod Bußmann definiert diesen Begriff in ihrem Lexikon der Sprachwissenschaft folgendermaßen:

„Vorgang und Ergebnis der Übernahme eines sprachlichen Ausdrucks aus einer Fremdsprache in die Muttersprache, meist in solchen Fällen, in denen es in der eigenen Sprache keine Bezeichnung für neuentstandene Sachen bzw. Sachverhalte gibt.“[1]

Wenn man von Entlehnungen spricht, meint man alle Elemente der Sprache, d.h. Laute, Phoneme, Wortbildungseinheiten, Wörter, Wendungen, Bedeutungen und syntaktische Konstruktionen, die aus einer anderen Sprache übernommen wurden.[2] Die zahlreichste Gruppe der entlehnten Elemente in der polnischen Sprache machen die Substantive (z.B. majster aus dem dt. Meister) aus. Seltener sind Affixe (z.B. Suffix –unek im Wort pocałunek – dt. Kuss, podarunek – dt. Geschenk und werbunek, aus dem dt. Werbung) oder strukturelle Lehnwörter, also Lehnübersetzungen (z.B. w międzyczasie aus dem dt. in der Zwischenzeit).[3]

In Bezug auf die Herkunft bezeichnet man die Entlehnungen aus der deutschen Sprache im Polnischen als Germanismen. Aufgrund der nicht immer friedlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschen und des Widerstands, den die polnische Bevölkerung mehrmals in ihrer Geschichte gegen deutsche Einflüsse leisten musste, wird Germanismus zugleich oft noch als Pejorativum, d.h. als eine unerwünschte Entlehnung aus dem Deutschen verwendet.[4]

Die Entlehnungen werden nach verschiedenen Aspekten klassifiziert. Je nachdem, wie ein Wort in die Zielsprache gekommen ist, unterscheidet man zwischen direkten und indirekten Entlehnungen. Von der direkten Übernahme eines Wortes spricht man, wenn ein Wort ohne Vermittler in die Sprache kommt. Als Beispiel dafür können solche Wörter aufgeführt werden, die in der Zeit der preußischen Besatzung aus dem Deutschen ins Polnische übernommen wurden, wie anunk (aus dem dt. Ahnung), habzacha (aus dem dt. Hauptsache) und tytka (aus dem dt. Tüte).[5] Im Falle der indirekten Entlehnung sieht die Situation anders aus; man spricht hier von Wörtern, die in die Zielsprache über eine andere, vermittelnde Sprache gekommen sind, was einen bestimmten Einfluss auf die Form des Wortes hatte. In seiner Arbeit weist T. Czarnecki (1970) darauf hin, dass viele deutsche Wörter über die tschechische Sprache ins Polnische gekommen sind. Eine solche Vermittlung kann man am Beispiel des altpolnischen Wortes durszlak beobachten, das aus dem mittelhochdeutschen durchslac über das alttschechische dršlák vermittelt wurde. Auch das polnische Wort lenno ist aus dem mittelhochdeutschen lēhen über das alttschechische léno gekommen.[6]

Die entlehnten Wörter werden nach der Stufe ihrer Assimilation in der Sprache klassifiziert. Es handelt sich dabei um eine lexikalische Entlehnung; dabei wird zwischen Fremdwort und Lehnwort unterschieden. Wenn ein gewöhnlicher Sprachbenutzer merken kann, dass er es mit einem aus einer fremden Sprache entlehnten Wort zu tun hat, wird dieses Wort als Fremdwort angesehen. Die Ursache dafür besteht darin, dass man es im Falle der Fremdwörter mit den Einheiten zu tun hat, deren lautliche und orthographische Angleichung sowie Flexionsanpassung im sprachlichen System sich noch nicht vollzogen haben.[7] Als Fremdwörter aus der deutschen Sprache im polnischen Wortschatz kann man solche Wörter wie kombi oder gestapo betrachten. Im Gegensatz zu Fremdwörtern werden Lehnwörter im engeren Sinne als Entlehnungen aus einer Gebersprache betrachtet, die sich phonetisch, graphemisch und grammatisch vollständig in die Nehmersprache eingepasst haben.[8] Meistens sind sich polnische Sprachbenutzer dessen nicht bewusst, wie viele Lehnwörter im engeren Sinne ihre Muttersprache beinhaltet. Je älter die Lehnwörter sind, desto schwerer ist es zu erkennen, dass sie fremder Herkunft sind. Gute Beispiele dafür sind die in der polnischen Gegenwartssprache allgemein verwendeten Lehnwörter aus mittelhochdeutscher Zeit wie barwa (aus dem mhd. farve – „Farbe“), rynek (aus dem mhd. rinc – „Ring“) und smakować (aus dem mhd. smecken – „schmecken“).[9]

Die weitere Klassifikation des Lehnwortschatzes unterscheidet semantische Entlehnung oder anders gesagt Lehnprägung. Von dieser Art der Entlehnung wird gesprochen, wenn nicht die Wortform, sondern der Wortinhalt aus der Fremdsprache in die Muttersprache mit ihren sprachlichen Mitteln übernommen wird.[10] Die Inhalte werden in Form einer Lehnbedeutung oder einer Lehnbildung angepasst:

- Mit einer Lehnbedeutung hat man es zu tun, wenn es zur Übernahme einer Bedeutung eines fremden Wortes und zu ihrer Übertragung auf ein Wort der Zielsprache kommt.[11] Dabei wird die frühere Bedeutung des Wortes verändert bzw. es wird eine Bedeutungserweiterung vollzogen. Als Beispiel für diesen Typ der Lehnprägung kann das polnische Wort kozioł dienen, das mit einer zusätzlichen Bedeutung versehen wurde. Neben seiner Grundbedeutung „ Bock “ meinte man damit seit der 2. Hälfte des 18. Jh. auch den „ Kutschbock “, was grundsätzlich vom deutschen Wort aufgenommen wurde.[12]
- Im Gegensatz zur Lehnbedeutung wird bei der Lehnbildung eine neue sprachliche Einheit unter dem Einfluss einer Fremdsprache gebaut. Je nachdem, ob die Neubildung die Bedeutung des fremden Wortes mehr oder weniger genau nachahmt, unterscheidet man zwei Arten der Lehnbildung: Lehnübersetzung und Lehnübertragung.
- Werden alle Elemente des fremden Ausdrucks semantisch genau in die heimische Sprache übersetzt, spricht man von den Lehnübersetzungen, die den Großteil der Lehnbildungen ausmachen. Auf diese Weise entstand der polnische Ausdruck punkt wyjścia; und zwar nach dem Vorbild des deutschen Wortes der Ausgangspunkt, oder przeddzień nach der Vortag.[13]
- Bei der freieren Wiedergabe des fremden Ausgangswortes, d.h. wenn die Glieder der fremden Form nur zum Teil nachgebildet werden oder es zu einer Übersetzung mit Bedeutungsveränderung kommt, hat man es mit einer Lehnübertragung zu tun. So wird das deutsche Wort Galgenhumor ins Polnische teilweise frei als wisielczy humor übersetzt.[14]

2.2. Zur Begriffsbestimmung „Bedeutungswandel“

Wenn ein fremdsprachiges Wort in ein anderes lexikalisches Umfeld kommt, muss es sich prinzipiell den Regelmäßigkeiten der aufnehmenden Sprache anpassen. Mit der Zeit kann sich nicht nur seine phonetische oder morphologische Form verändern, sondern auch seine Bedeutung. Die Übernahme fremden Wortmaterials als Lehngut vollzieht sich nicht immer mit gleichem Wert bzw. mit derselben Bedeutung für die Lexik. Der Grund dafür liegt darin, dass die Sprachbenutzer selbst über die Häufigkeit entscheiden, mit der jedes einzelne Wort gebraucht wird und ob es überhaupt zur Verwendung kommt. Wird ein Wort mit der neuen Bedeutung mehrmals von einer recht zahlreichen Gruppe von Sprechern verwendet, kann man vom Bedeutungswandel sprechen, weil entweder die Modifizierung oder völlige Veränderung der bisherigen Bedeutung des Wortes erfolgt.[15] Zur Änderung der Bedeutung kann es bereits kommen, wenn ein fremdes Wort bei der Übernahme entweder nicht genau oder nur teilweise verstanden wird.

Bei der Übernahme deutschen Lehngutes in die polnische Sprache können folgende Veränderungen im Bereich der Bedeutung festgestellt werden:

- Bedeutungsverengung: der Bedeutungsumfang wird kleiner, wenn ein Wort aus der Standardsprache in die Umgangssprache, Sondersprache, Fachsprache bzw. Mundart überging. Z.B.: dt. fressen „sich Sorgen machen, verschlingen“ > poln. frasować (sich Sorgen machen),
- Bedeutungserweiterung: der Bedeutungsumfang wird größer, wenn ein Begriff aus der Umgangssprache, Sondersprache, Fachsprache bzw. Mundart zur Standardsprache wechselt, z.B.: mhd. arkere (Erker) „herausragendes Teil eines Gebäudes bedeckt mit einem getrennten Teil des Dachs“ < poln. alkierz „Erker; kleines Zimmer, Sommerraum im Dachgeschoss, Veranda, Balkon“,
- Bedeutungsverschiebung: der Bedeutungsumfang bleibt unverändert, da der Bezug zur ursprünglichen Bedeutung nicht mehr erkennbar ist: dt. Raffel (1.“kammartiges Gerät zum Abstreifen von Beeren, Samenkörner o.ä.“, 2. „Raffeleisen, grobes Reibeeisen“, 3. abwert.: a. „großer, als hässlich empfundener Mund“, b. „loses Mundwerk“, c. “keifende, geschwätzige alte Frau“) – poln. rafla (1. „Netz zum Fischfang in Form einer Walze mit Öffnungen an beiden Seiten“ – dt. Bdt. 1. und 2. wurden verschoben, dt. Bdt. 3. wurde nicht übernommen).[16]

Darüber hinaus kann es bei den entlehnten Wörtern zu einer Veränderung des stilistischen Wertes kommen. Bestimmte Assoziationen bzw. Vorurteile können dazu führen, dass ein Wort entweder herabgesetzt wird oder eine höhere Position gewinnt, was man am Beispiel einiger polnischen Wörter sehen kann. Das polnische Wort grat erfuhr eine pejorative Bedeutungsänderung und wird im Sinne „verbrauchte, unbrauchbare Sache“ verwendet, im Gegensatz zu seiner Entlehnungsquelle mhd. gerœte, die „Ausrüstung; Hausrat; Gerätschaft“ bedeutet. Die Bedeutungsverschlechterung lässt sich auch am polnischen Wort konszachty (dt. Kundschaft) demonstrieren, das zuerst „Kontakte, Beziehungen“ bedeutete und im Laufe der Zeit seine Bedeutung zu „Intrigen, Schwindeleien“ degradierte. Wenn ein Wort an Prestige gewinnt, hat man es mit einer Bedeutungsverbesserung zu tun. So bedeutet das polnische Wort marszałek „Vorsitzender des Sejms, Senats oder Landtags; Anführer einer Konföderation: Vertreter des Adels auf dem Gebiet eines Kreises oder Gouvernements“ während das mhd. marschalc zunächst ein Pferdeknecht war.[17]

Die meisten deutschen Entlehnungen kamen als ganz neue Elemente der Lexik mit ihrer ursprünglichen Bedeutung in die polnische Sprache und wurden fest eingebürgert, denn es gab kein einheimisches Äquivalent für sie bzw. keine Wörter, die ihren Bedeutungswandel verursachen konnten.[18] Demzufolge überwiegen in der polnischen Sprache derartige Lehnwörter aus dem Deutschen, die ihre ursprüngliche Bedeutung beibehalten haben. Als solche Lehnwörter werden Fachausdrücke betrachtet, wie beispielsweise Berufsbezeichnungen (z.B. poln. furman – dt. Fuhrmann, poln. dekarz – dt. Dachdecker), Handwerkerbegriffe (z.B. poln. cyklina – dt. Ziehklinge, poln. bormaszyna – dt. Bormaschine) oder militärische Begriffe (z.B. poln. rekrut – dt. Rekrut, poln. feldmarszałek – Feldmarschall). Auch die zur Darstellung eines Zeitabschnittes dienenden Ausdrücke werden hinzugerechnet, denn sie haben keine Äquivalente im Polnischen, die ihre Verdrängung, Ersetzung oder Bedeutungsveränderungen bewirken könnten. Als solche betrachtet man nämlich Begriffe, die zur Wiedergabe der in der Zeit des Weltkrieges bestehenden Umstände gebraucht werden (z.B. poln. folksdojcz – dt. Volksdeutsch, poln. kacet – dt. KZ).[19]

Eine Anzahl Entlehnungen existiert im Polnischen parallel zu einheimischen Ausdrücken, was oft zur Synonymie führt, wie z.B. szacować und oceniać, jarmark und targ.[20] Dabei lässt sich eine Gleichberechtigung dieser Wörter feststellen: sowohl ihr stilistischer Wert als auch ihre Bedeutungen sind einigermaßen äquivalent. Es kann aber vorkommen, dass einer der beiden Ausdrücke bevorzugt wird, wobei die einheimische Entsprechung seltener zur Verwendung kommt und mit der Zeit sogar verschwindet. Es kommt dabei zur Spezialisierung des Inhalts, wodurch die Ursache für die Differenzierung der Entlehnung von ihrem bisher gleichwertigen Äquivalent erklärbar ist.[21]

3. Deutsch-polnische Sprachkontakte aus historischer Sicht

3.1. Deutsches Lehngut im Polnischen

Aufgrund der seit unvordenklichen Zeiten gepflegten interkulturellen Kontakte gibt es derzeit keine Sprache, die von fremden Einflüssen frei wäre. Über die Jahrhunderte kamen die Völker miteinander in direkte Berührung. Sie arbeiteten auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zusammen oder führten Kriege gegeneinander. Auch im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich florierten die internationalen Beziehungen, was dazu führte, dass sich die Sprachen wechselseitig beeinflussten und ihre Lexik bereicherten. Es gab mehrere Gründe dafür, fremdes Wortgut anzunehmen. Man musste die bisher nicht bekannten Gegenstände, Berufe und sie ausübenden Personen sowie verschiedene Begriffe benennen. Hohes Ansehen der Sprache oder die Nachbarschaft der Länder sind ebenfalls ein wesentlicher Faktor der Übernahme von fremden Sprachelementen. Die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen sowie die enge Nachbarschaft beider Länder hatten zur Folge, dass die Kontakte zwischen polnischer und deutscher Bevölkerung eng wurden. Daher war der gegenseitige Einfluss beider Völker aufeinander äußerst stark. Die Wirkung der deutschen Sprache war beträchtlich stärker und weitreichender als der Einfluss des Polnischen auf das Deutsche, wobei der Einfluss mal an Stärke zunahm, mal dagegen stark nachließ. Diese Sachlage lässt sich durch größere Bedeutung Deutschlands auf internationaler Ebene sowie durch seine führende Rolle in der Politik, in der Wirtschaft und im Militärwesen erklären. Obendrein begünstigte die deutsche Expansionspolitik nach Osten die Beeinflussung des Polnischen zusätzlich, weil dadurch ein nicht geringer Teil polnischer Gebiete vorübergehend von Preußen und später von Deutschland abhängig gemacht wurde.[22]

3.2. Perioden des Einflusses des Deutschen auf das Polnische

Nach T. Czarnecki kann man die Geschichte der deutsch-polnischen Sprachbeziehungen im Allgemeinen in drei Zeitabschnitte einordnen. Aus seiner Sicht dauert die erste Zeitspanne von 500 bis 1050, die zweite von 1050 bis 1600 und die letzte von 1600 bis 2000.[23]

Durch die Heirat mit der tschechischen Prinzessin Dubrawka (poln. Dobrawa, Dąbrówka) und die Annahme des römisch-katholischen Glaubens im Jahre 966 erreichte der in Polen herrschende Mieszko I. Stabilität und Unabhängigkeit. Die Christianisierung von Prag, d.h. von der Regensburger Diözese aus, änderte die deutschen militärischen Expansionspläne in den polnischen Territorien und verhinderte die Unterordnung der östlichen Gebiete unter Kaiser Otto I., der die Missionierung der Slawen durch das Erzbistum Magdeburg plante. Darüber hinaus ermöglichte dies Mieszko I. seinen Hof und die Dynastie auf dem Thron zu halten. Die Festigung der Macht spielte eine große Rolle, weil sich Wirtschaft und Handel am besten in Friedenszeiten entwickeln. Damals vermittelten die deutsche und tschechische Sprache bei der Übernahme der ältesten christlichen Terminologie sowie anderer lateinischer Wörter durch die Polen. Tomasz Czarnecki erwähnt ca. 235 deutsche Lehnwörter, welche in diesem Zeitraum in die polnische Sprache kamen.[24] Er teilt sie in „direkte“ und „indirekte“ Lehnwörter ein, wobei sich die zweite Gruppe wiederum in zwei Untergruppen klassifizieren lässt. Die Untergliederung der direkten Lehnwörter erfolgt nach dem Wahrscheinlichkeitsgrad der Übernahme. Hierzu zählen:

- sichere Lehnwörter: oksza, wielża
- wahrscheinliche Lehnwörter: łochew, łoś, orędzie, skarb, skarbić, stal, stępor, szuło, wątpie, żałomsza
- mögliche Lehnwörter: arcybiskup, belec, bełt, bławy, cebula, cesarz, ćwiek, grabarz, jadwient, jałmużna, japoszczoł, jarmuż, jarząg, karzeł, kielich, krukwa, kubeł, kula, lichtarz, listwa, łanwa, marcha, marchia, meszne, opiora, papież, pielgrzym, piełła, pilgrzym, piorła, proboszcz, przełat, szczebel, szkoła, warować
- zweifelhafte Lehnwörter: ałtarz, barta, morwa, puzdro, soł, żołtarz

Zur ersten Untergruppe der indirekten Entlehnungen aus der vorliterarischen Zeitperiode werden Wörter gerechnet, bei denen nicht festzustellen ist, ob es bei deren Übernahme zur Vermittlung einer Gruppe von Slawen kam. Sie konnten von vielen oder auch von allen slawischen Gruppen erfasst werden. Zu diesen „kulturellen Wanderwörtern“ zählen:

Suffix: -arz, beczka, brnia, buk, bukiew, Chełm, chlew, chutor, chwila, chycz, chyz, deska, cudzy, trześnia, głaz, grządziel, izba, jawor, klej, kojec, komora, ksiądz, król, kupić, kupować, lichwa, lek, lew, ług, łuk, misa, mosiądz, mozół, mrzana, niebozas, olej, pieniądz, piła, pług, pułk, wrzeciądz, rzemień, skrzynia, stępa, szkło, szłom, trąba, tyn, waga, ważyć, węborek, Włoch

Bei der nächsten Untergruppe der indirekten Entlehnungen kann man schon eine slawische Gruppe nennen, die beim Entlehnungsweg in die polnische Sprache vermittelt hat. Die Angabe der entlehnten Wörter folgt je nach Verbreitung:

- unter Vermittlung von Polaben und Sorben: karp, kawalec, kobiel, kotew, kót, marchew, rada, rzotchwa, Sas, skiba, skojec, szczery, szukać
- unter Vermittlung von Polaben und Pomoranen: skunia, szkuna
- unter Vermittlung von Mähren: cyrkiew, klasztor, żegnać
- unter Vermittlung von Tschechen (durch die südslawische Vermittlung ): arcy-, archa, biskup, cerkiew, chrzest, chrześcijanin, chrzcić, mnich, kusić, leść, ochabić, post, pościć, szkoda, boch, brzoskiew, młyn, młynarz, opica, opich, pigwa, wyza
- unter Vermittlung von Tschechen, entweder unmittelbar aus dem deutschen Raum oder über mährische Vermittlung: apich, barwa, bednarz, bednia, berło, bierla, bierzmowac, bernienie, cło, dratwa, dzięk, dziękować, gbeł, grabia, hrabia, huta, jedwab, jelce, Karzeł, kierlesz, kmin, komin, komnata, kościół, krzyżmo, kuchnia, lubczyk, łagiew, łubie, małżonka, marzec, moszcz, msza, murzyn, musiec, nieszpór, ocel, ochlica, ołtarz, opat, opłatek, owoce, pacierz, panew, paw, perła, petlica, pierła, piżmo, pop, przeor, puszka, putnia, pytel, róża, rupie, ruta, rzodkiew, rzesza, szkopiec, skrzatek, skrzot, spiża, stądew, stągiew, stodoła, struś, szałwia, szata, szatan, szczudło, szczyr, szla, szpiegować, trzebula, wahać się, warcaby, wykiew, wyz, żałm, żałtarz[25]

Bis zum 12. Jahrhundert konnte nur indirekter Kontakt zwischen polnischer und deutscher Bevölkerung bestehen, d. h. der deutsche Wortschatz wurde nur durch andere slawische Völker ins Polnische vermittelt und zwar hauptsächlich durch Tschechen, Sorben und Pomoranen.[26] Später, in der Zeit vom 13. bis 15. Jahrhundert, taucht in der polnischen Sprache eine große Menge von direkten Germanismen auf, was die Folge von intensiven wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschen und Polen aufgrund der sog. Deutschen Ostkolonisation bzw. der Deutschen Ostsiedlung war.[27] Da der polnische Staat nach den Tatareneinfällen in den Jahren 1237-1241, 1259 und 1287 entvölkert und zerstört war, wurde die Ansiedlung deutscher Kolonisten von den polnischen Fürsten, Herren sowie dem polnischen Klerus begrüßt und gerne unterstützt, da sie sich durch die Einwanderung westlicher Kolonisten eine florierende Wirtschaftsentwicklung und eine bessere Prosperität ihres Landbesitzes versprachen.[28] Daher kamen deutsche Bauern, Handwerker, Bergarbeiter, Kaufleute, aber auch Ritter und Geistliche nach Polen, wodurch die Bevölkerungsdichte zunahm. Die Siedler aus dem Westen verbreiteten ihre eigene Kultur, brachten ihre germanischen Mundarten mit und holten technische Neuerungen wie Dreifelderwirtschaft, Wind- und Wassermühlen oder Hufeisen mit und unterstützten so den Wirtschafsaufschwung im verwüsteten Polen. Da die schlesischen Gebiete reich an natürlichen Rohstoffen, vor allem Gold, Silber und Eisen waren, lockten sie agile deutsche Gutbesitzer bzw. wirtschaftlich begabte Kaufleute an.[29] Zu den wichtigsten Tätigkeiten der aus dem deutschen Raum kommenden Ansiedler gehörte der Landesausbau. Dementsprechend gründeten sie entweder neue Städte und Dörfer oder strukturierten schon bestehende Siedlungen nach deutschem Recht um. Dies geschah meistens nach dem Vorbild von Magdeburg, wobei auch Lübisches sowie Neumarkter und Kulmer Recht zu erwähnen sind. Die Ansiedlung erfolgte zunächst hauptsächlich in Schlesien, wo im Jahre 1211 Goldberg (poln. Złotoryja) als die erste urkundlich erwähnte Stadt nach deutschem Recht gegründet wurde. Darauf folgten u.a. Löwenberg (poln. Lwówek Śląski, 1217), Neumarkt (poln. Środa Śląska, 1235), Breslau (poln. Wrocław, 1242), Kulm (poln. Chełmno, 1233), Stettin (poln. Szczecin, 1243), Posen (poln. Poznań, 1253), Dirschau (poln. Tczew, 1260), Danzig (poln. Gdańsk, 1263) und Krakau (poln. Kraków, 1257).[30]

Die engen Beziehungen zwischen den schlesischen Piasten und dem deutschen Adel begünstigten die friedliche Entslawisierung und Verbreitung der deutschen Sprache auf polnischem Territorium. Ein Beispiel ist der Breslauer Herzog Heinrich I. der Bärtige (1202-1238) mit seiner Großmutter Agnes von Babenberg und seiner Mutter Adelaide von Sulzbach kann, dessen Heirat mit der deutschen Prinzessin Hedwig seine enge Verwandtschaft mit dem deutschen Hochadel bekräftigte.[31] Viele Herzöge aus dem Piastengeschlecht begeisterten sich so sehr für das Deutsche, dass sie entweder lieber die deutsche als die polnische Sprache verwendeten, oder derart dem Einfluss der fremden Sprache ausgesetzt waren, dass sie das Polnische ganz vergaßen.[32] Es kam ferner zur Verwendung sprachpolitischer Druckmittel zugunsten der deutschen Sprache, wenn auch nur vereinzelt. So stellte etwa der Breslauer Bischof Johann Roth den Bewohnern von Ottmachau (poln. Otmuchów) ein Ultimatum – entweder eignen sie sich binnen fünf Jahren die deutsche Sprache an, oder sie müssen das Land verlassen.[33] Zum Alltag gehörte hingegen die deutsch-polnischen Zweisprachigkeit, die den Entlehnungsprozess besonders förderte.[34]

Infolge des Zerfalls in Teilherzogtümer (1138-1320) befand sich Schlesien unter intensiven Einfluss des Deutschen Reiches. Die militärische Schwäche des polnischen Staates verstärkte den Druck der deutschen und tschechischen Herzöge auf sein Einflussgebiet. Nach dem Tod des letzten Krakauer Herzogs Kasimir des Gerechten († 1194) brach das Senioratsprinzip ab 1202 zusammen, wodurch Schlesien mit der Zeit ein unabhängiges Herzogtum wurde.[35] Die kleinen schlesischen Herzogtümer wurden jedoch nach und nach dem Königreich Böhmen unterstellt. In den Jahren 1327-1329 schworen mehrere Herzöge dem böhmischen König Johann von Luxemburg die Treue und übergaben ihre Teilfürstentümer als Lehen an das böhmische Königreich.[36] Kurz danach verzichtete der polnische König Kasimir der Große auf Schlesien. Infolge dessen geriet das schlesische Land zeitweilig unter luxemburgisch-böhmische Oberherrschaft. Seit 1526 war es über 200 Jahre lang in das österreichische Kaiserreich eingegliedert, bis es vom Königreich Preußen nach dem gewonnenen Krieg gegen Österreich 1742 angeeignet wurde und damit über Jahrhunderte zum deutschsprachigen Raum gehörte.[37]

Die Siedlungsbewegungen vollzogen sich auch in Kleinpolen, in weiter nödlichen Gebieten wegen der Tätigkeit des im Jahre 1226 von Konrad von Masowien herbeigeholten Deutschen Ordens und in Pommern.[38] Das Leben in Polen wurde von deutschem Recht organisiert und zudem beeinflusste die deutsche Bevölkerung alle Lebenssphären in dem zuvor polnischen Staatswesen stark. Selbst in Krakau machten die Deutschen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts 80% der reichsten Bürgerschicht aus und viele Familien deutscher Herkunft, wie etwa Wierzynek, Waldorf oder Bodner gehörten zu den angesehensten Einwohnern dieser Stadt.[39] Trotz fehlender oder nur geringer Kenntnissen der polnischen Sprache bekleideten die Deutschen oft wesentliche Ämter, waren in der Stadt- und Kirchenverwaltung tätig oder arbeiteten als Lehrer in polnischen Schulen.[40] Beispielsweise unterrichteten an der Universität Krakau in den Jahren 1400-1432 insgesamt 128 Professoren, von denen 50 deutscher Herkunft waren.[41]

T. Czarnecki ist der Meinung, dass man von zirka 2000 Entlehnungen sprechen kann, die das Polnische in dieser Periode annahm.[42] Dabei wurde die polnische Sprache vorwiegend durch ostmitteldeutsche, oberdeutsche und niederdeutsche Mundarten geprägt, wobei auch ein Einfluss des sich nach 1450 entwickelnden Neuhochdeutschen erkennbar ist.[43] Darüber hinaus wird auf die charakteristischen ostmitteldeutsch-schlesischen Lautphänomene hingewiesen. Es werden folgende Erscheinungen aufgezählt:

- ap. o / á für mhd. a: gorbuda (mhd. garbuode)
- ap. e für mhd. a: stelmecher (mhd. stelmacher)
- ap. a / á für mhd. ë: warsztat (mhd. wërcstat)
- ap. ar für mhd. ir: dardumdej (mhd. dirdumdei)
- ap. e / é für mhd. i: cel (mhd. zil)
- ap. ar für mhd. ur: szartuch (mhd. schürzentuoch)
- ap. ald für mhd. uld / old: hałderz (mhd. huldere)
- ap. a für mhd. o vor Gutturalen: baksztele (mhd. bocstele)
- ap. o / u für mhd. â: jormark (jârmarket)
- ap. e für mhd. â: melerz (mâlaere)
- ap. er für mhd. ür: fertuch (mhd. vürtuoch)
- ap. e / é für mhd. ei: kres / krés (mhd. kreis)
- ap. a für mhd. ou: ninak (mhd. niunouge)
- ap. e für mhd. öu: hetman (mhd. höubetman)
- ap. é / e für mhd. ie: nérka (mhd. niere)
- typische schlesische Dehnungsprozesse, z.B. vor r / l + Konsonant: bergrejcht (mhd. bercrecht)
- typischer schlesischer Wandel x > k: drak (mhd. drache)
- schlesisches –b / -d / -g im Auslaut: karb (mhd. kerp, kerbes)
- ap. p für mhd. b vor u und r: pracel, pusz ( mhd. bretzel, busch)
- Schwund des mhd. b vor Dentalen: hetman (mhd. höubetman)[44]

In der Semantik der zu jener Zeit entlehnten Begriffe wird der wirtschaftliche Charakter der deutsch-polnischen Kontakte wiedergegeben. Da die Zahl der deutschen Lehnwörter in dieser Epoche erheblich ist, werden sie nur exemplarisch dargestellt. Sie lassen sich in folgende Lebensbereiche einordnen:

- Handel und Handwerk: achtel (kleines Fass), ambus (Amboss), balwierz (Barbier), bednarz (Fassbinder), browar (Brauerei), cech (Zunft), ceglarz (Ziegelbrenner), celnik (Zöllner), firacyntel (Maß), folusz (Walkmühle), frymark (Tauschhandel), funt (Maßeinheit für die Masse), garbować (gerben), hebel (Hobel), jarmark (Jahrmarkt), koszt (Kosten), kuśnierz (Kürschner), lichwa (Wucher), litkup (Trinken während des Kaufs), ludwisarz (Glockengießer), łaszt (Maßeinheit für Getreide), malarz (Maler), mistrz (Meister), murarz (Maurer), obcęgi (Zange), płatnerz (Waffenschmied), rachować (rechnen), raszpla (Raspel), raszplować (raspeln), rymarz (Sattler), stelmach (Wagenmacher), szrobsztok (Schraubstock), ślusarz (Schlosser), waga (Waage), weksel (Wechsel),

- Bauwesen: bant (Balken, der zwei Dachsparren verbindet), belka (Balken), bruk (Pflaster), buchs (Teil der Wasserleitung), buksztela (bogenförmiges Holzgerüst), (cegła (Ziegel), dach (Dach), filar (Pfeiler), framuga (Türnische), furta (Pforte), ganek (Veranda), gasa (Straße), gmach (großes Gebäude), gont (Dachschindel), gzyms (Gesims), kielnia (Kelle), krużganek (Kreuzgang), lamus (Speicher), listwa (Leiste), łata (Latte), mur (Mauer), plac (Platz), ratusz (Rathaus), rura (Rohre), ruszt (Gestell), rynek (Marktplatz), rynna (Rinne), rynsztok (Straßenabfluß), strych (Dachboden), szosa (Straße), szyba (Scheibe), szynal (großer Nagel), śruba (Schraube), wykusz (Erker), ufnal (Nagel), żump (Brunnen)

- Hauseinrichtung: alkierz (kleines Zimmer), brotfas (Gefäß für Brot), brytfanna (Bratpfanne), kocioł (Kessel), kuchnia (Küche), lada (Kasten), łagiew (Gefäß für Flüssigkeiten), pudło (Schachtel), szuflada (Schublade), talerz (Teller), zegar (Uhr), zydel (hölzerner Schemel)

- Recht und Verwaltung: burgrabia (Burggraf), burmistrz (Bürgermeister), cekmistrz (Rathausmeister), czynsz (Miete), fołdrować (jemanden anklagen), fryszt (Verzögerung im Prozess), glejt (Schutzbrief), gmina (Gemeinde), jurgielt (Sold), ortyl (Urteil), sołtys (Ortsvorsteher), szarwark (Fronarbeit), sztrof (Strafe), tadynek (Gerichtsverhandlung), wargielt (Geldstrafe für einen Mord), wet (Andenken für den Richter), wilkierz (Beschluss), wójt (Gemeindevorsteher)

- Bergbau: antrycharz (Helfer des Hauers), barkracht (Steuereinnahmen aus Salzbergwerken), gwarek (Bergmann), hałda (Halde), huta (Hütte), kierat (Göpel), kilof (Spitzhacke), perlik (Schlägel), sztolnia (Stollen), sztygar (Leiter einer Bergwerksabteilung), szyb (Schacht)

- Sonstiges: abszlag (Umrahmung), batuch (Badetuch), bawełna (Baumwolle), begiel (in Öl zubereitetes Gebäck), bękart (uneheliches Kind), bigwanty (Rüstungsteil für die Beine), bindał (Binde), celstat (Schießplatz), fancz (Feindseligkeit), fartuch (Schürze), flądra (Flunder), fraucymer (Hofdamen), gnarować się (sich ernähren), hetman (Feldherr), jarmuż (Grünkohl), kacerz (Ketzer), kitel (Kittel), kołnierz (Kragen), krepel (in Fett gebackener Kuchen), łotr (Schurke), słojerz (Vorhang), szołdra (magerer Speck), żołnierz (Soldat)[45]

Außerdem verzeichnet man Personennamen, die ebenfalls in diesem Zeitraum entlehnt wurden, u.a. Biernat (Bernard), Dziećmiar bzw. Dziećmar (Dietmar), Dzietrzych (Dietrich), Godprzyd (Gotfried), Jadwiga ( Hedwig ), Jerzman (Herman), Małgorzata (Margarete), Olbrycht bzw. Olbracht (Albrecht), Walcerz (Walter), Zebrzyd (Siegfried)[46]

Die dritte Periode der deutsch-polnischen Sprachbeziehungen ist durch einige bedeutende Ereignisse kennzeichnet, wie die Teilungen Polens und die Besatzungspolitik in der Zeit des I. und II. Weltkrieges. Die Auswirkungen der wohl einschneidensten Ereignisse in der polnischen Geschichte sind noch bis heute zu spüren. Neben den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der deutschen Besatzungspolitik in Polen ist insbesondere der intensive Einfluss der Besatzer auf die polnischen Sprache zu betonen.

[...]


[1] H. B ußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft (1990 : 213).

[2] Vgl. S. U rbańczyk (Red.): Encyklopedia języka polskiego (1991 : 394).

[3] Vgl. Z. G ołąb, A. H einz, K. P olański: Słownik terminologii językoznawczej (1968: 440).

[4] Vgl. S. U rbańczyk (Red): a. a. O., S. 97.

[5] Vgl. Z. K lemensiewicz: Historia języka polskiego (1999 : 645).

[6] Vgl. T. C zarnecki: Pośrednictwo czeskie w staropolskich pożyczkach z niemieckiego. In: SFPS 9 (1970 : 40ff.).

[7] Vgl. H. B ußmann (Hrsg.): a. a. O., S. 253.

[8] Vgl. H. B ußmann (Hrsg.): a. a. O., S. 444.

[9] Vgl. J. W iktorowicz: Polnisch–Deutsch. In: H. G oebl, P. H. N elde, Z. S tary, W. W ölck (Hgg.): Kontaktlinguistik (1996 : 1598).

[10] Vgl. H. B ußmann (Hrsg.): a. a. O., S. 444.

[11] Vgl. H. B ußmann (Hrsg.): a. a. O., S. 443.

[12] Vgl. E. D oberstein: Zu den Lehnbildungen und Lehnbedeutungen nach dem Deutschen in der polnischen Sprache der Gegenwart. In: ZfSl 13 (1968 : 279).

[13] Vgl. E. D oberstein: a. a. O., S. 278.

[14] Vgl. E. D oberstein: ebenda.

[15] Vgl. K. S ikorska: Zum Problem des Bedeutungswandels deutscher Substantive im Polnischen. In: Acta Universitatis Lodziensis, Folia Germanica 3 (2002: 255).

[16] Vgl. A. K arszniewicz-Mazur: Zapożyczenia leksykalne ze źródła niemieckiego (1988: 27). K. S ikorska: a. a. O., S. 257.

[17] Vgl. D. B uttler: Rozwój semantyczny wyrazów polskich (1978: 136,144-145). W DLP Wörterbuch der deutschen Lehnwörter in polnischer Schrift- und Standardsprache, (Quelle: http://www.bis.uni-oldenburg.de/bis-verlag/wdlp/polnisch/marszale.pdf, Zugriff: 16.05.2011).

[18] Vgl. K. S ikorska: a. a. O., S. 259.

[19] Vgl. K. S ikorska: a. a. O., S. 257-258.

[20] Vgl. A. K arszniewicz-Mazur: a. a. O., S. 25.

[21] Vgl. K. S ikorska: a. a. O., S. 259.

[22] Vgl. B. N owowiejski: Zapożyczenia leksykalne z języka niemieckiego w polszczyźnie XIX wieku (na materiale czasopism ) (1996: 10,11). T. P ołomski: Rola zapożyczeń z języka niemieckiego w procesie kształtowania się polszczyzny na przestrzeni wieków, (Quelle: http://www.zse.neska.pl/publics/sprache_und_zeit.pdf, Zugriff: 16.08.2010) K. Z ielińska: Związki językowe polsko-niemieckie, (Quelle: http://www.publikacje.edu.pl/pdf/6004.pdf, Zugriff: 12.06.2010).

[23] Vgl. T. C zarnecki: Die deutschen Lehnwörter im Polnischen und die mittelalterlichen Dialekte des schlesischen Deutsch. In: M. K. L asatowicz, A. R udolph, N.R. W olf (Hgg.): Deutsch im Kontakt der Kulturen. Schlesien und andere Vergleichsregionen. Akten der V. Internationalen Konferenz des Germanistischen Instituts der Universität Opole, 19.-22. April 2004 (2006 : 39ff.).

[24] Vgl. T. C zarnecki: Tausend Jahre deutsch-polnische Sprachkontakte (Probleme mit der Chronologie der deutschen Lehnwörter im Polnischen). In: F. G rucza (Hrsg.): Tausend Jahre Polnisch-Deutsche Beziehungen. (2000: 293).

[25] Vgl. T. C zarnecki: a. a. O., S. 293-294.

[26] Vgl. T. C zarnecki: a. a. O., S. 294-295.

[27] Vgl. K. Z ielińska: Związki językowe polsko-niemieckie, (Quelle: http://www.publikacje.edu.pl/pdf/6004.pdf, Zugriff: 12.06.2010).

[28] Vgl. Z. K lemensiewicz: Historia języka polskiego (1999: 65).

[29] Vgl. Ch. H iguonet: Die deutsche Ostsiedlung im Mittelalter (1986: 182).

[30] Vgl. A. K arszniewicz-Mazur: Zapożyczenia leksykalne ze źródła niemieckiego (1988: 17).

[31] Vgl. Ch. H iguonet: a. a. O., S. 171-172.

[32] Vgl. Z. K lemensiewicz: a. a. O., S. 66.

[33] Vgl. Ch. H iguonet: a. a. O., S. 315.

[34] Vgl. T. C zarnecki: Die deutschen Lehnwörter im Polnischen und die mittelalterlichen Dialekte des schlesischen Deutsch. In: M. K. L asatowicz, A. R udolph, N.R. W olf (Hgg.): Deutsch im Kontakt der Kulturen. Schlesien und andere Vergleichsregionen. Akten der V. Internationalen Konferenz des Germanistischen Instituts der Universität Opole, 19.-22. April 2004 (2006: 45).

[35] Vgl. J. B ahlcke: Śląsk i Ślązacy (2001: 26-29).

[36] Vgl. M. C zapliński, E. K aszuba, G. W ąs, R. Ż erelik: Historia Śląska (2002: 71).

[37] Vgl. Ł. P iernikarczyk: Historia Śląska, (Quelle: http://www.polskiedzieje.pl/pozostale-artykuly/historia-slaska.html, Zugriff: 2.05.2011).

[38] Vgl. J. W iktorowicz: Polnisch–Deutsch. In: H. G oebl, P. H. N elde, Z. S tary, W. W ölck (Hgg.): Kontaktlinguistik (1996: 1598).

[39] Vgl. A. K arszniewicz-Mazur: a. a. O., S. 16.

[40] Vgl. Z. K lemensiewicz: a. a. O., S. 76.

[41] Vgl. Ch. H iguonet: a. a. O., 321.

[42] Vgl. T. C zarnecki: a. a. O., S. 42.

[43] Vgl. R. L ipczuk: Deutsche Entlehnungen im Polnischen-Geschichte, Sachbereiche, Reaktionen, (Quelle: http://www.linguistik-online.de/1_01/Lipczuk.html, Zugriff: 12.09.2010).

[44] Vgl. T. C zarnecki: a. a. O. S. 46-47.

[45] Vgl. K. Z ielińska: Związki językowe polsko-niemieckie, (Quelle: http://www.publikacje.edu.pl/pdf/6004.pdf, Zugriff: 12.06.2010). B. N owowiejski: a. a. O., 11. J. M azur: Geschichte der polnischen Sprache (1993: 114). Z. K lemensiewicz: a. a. O., S. 136-137.

[46] Vgl. Z. K lemensiewicz: a. a. O. S. 137. J. M azur: a. a. O., S. 114.

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten

Details

Titel
Deutsche Entlehnungen im Bauwesen in polnischen Zeitschriften. Germanismen in der polnischen Sprache
Hochschule
Uniwersytet Jagiellonski w Krakowie  (Instytut Filologii Germańskiej)
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
74
Katalognummer
V310983
ISBN (eBook)
9783668100329
ISBN (Buch)
9783668100336
Dateigröße
826 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanistik, Sprachwissenschaft, Entlehnungen, Bauwesen, Linguistik, Polnisch, Zeitschriften
Arbeit zitieren
Anna Nowak (Autor), 2011, Deutsche Entlehnungen im Bauwesen in polnischen Zeitschriften. Germanismen in der polnischen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310983

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