Vom Hafen in das Hinterland der USA. Herausforderungen für Logistikdienstleister bei dem Einsatz intermodaler Transportlösungen


Seminararbeit, 2015
29 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Sind Logistikdienstleister auch in Zukunft noch verlässliche Partner?

2. Begrifflichkeiten, Abgrenzung der Seminararbeit sowie die Vorgehensweise
2.1. Begrifflichkeiten
2.2. Was umschließt diese Seminararbeit?
2.3. Methodik

3. Transportmarkt vom Hafen in das Hinterland für intermodale Containerströme in den USA
3.1. Marktvolumen sowie Stellenwert für die Wirtschaft und Importcontainerströme
3.1.1. Übersicht des gesamten Umschlagsvolumens an den Tiefseehäfen in den USA
3.1.2. Der Stellenwert der US-Tiefseehäfen für die amerikanische Wirtschaft
3.1.3. Die Containerströme
3.2. Infrastrukturelle Rahmenbedingungen für den Transportprozess von Containern im Nachlauf und geplante Investitionen
3.2.1. Infrastrukturelle Rahmenbedingungen
3.2.2. Geplante Investitionen in die Infrastruktur
3.2.2.1. Geplante Investitionen in die Wasserinfrastruktur der Binnenschiffe
3.2.2.2. Geplante Investitionen in die Hafenanlagen
3.2.2.3. Geplante Investitionen in die Infrastruktur des Straßenverkehrs
3.2.2.4. Geplante Investitionen in die Infrastruktur des Schienenverkehrs

4. Herausforderungen im Prozess der Transportabwicklung vom Hafen in das Hinterland in den USA
4.1. Prognose des Containerverkehrs in den USA bis zum Jahr
4.2. Herausforderungen der infrastrukturellen Rahmenbedingungen für den Transportprozess

5. Handlungsempfehlung für Logistikdienstleister, um auch zukünftig verlässliche Partner zu sein

6. Reflektion

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 3-1 Die 25 Umschlagsstärksten Tiefseehäfen nach Containervolumen in den USA im Jahr 2011 getrennt nacht Importen und Exporten

Abbildung 3-2 Internationaler Warenhandel aufgeteilt nach den verschiedenen Transportmitteln im Jahr 2012

Abbildung 3-3 Frachtströme via Straße, Schiene und Binnenschifffahrtswege im Jahr 2010.

Abbildung 3-4 Containerströme in den USA

Abbildung 3-5 Die signifikanten Lkw-Routen auf den nationalen Highways im Jahr 2011

Abbildung 3-6 Die Auslastung der nationalen Highways zu Spitzenzeiten im Jahr

Abbildung 4-1 Die prognostizierten signifikanten Lkw-Routen auf den nationalen Highways im Jahr

Abbildung 4-2 Die Auslastung der nationalen Highways zu Spitzenzeiten im Jahr 2011

1. Sind Logistikdienstleister auch in Zukunft noch verlässliche Partner?

„Durch den Boom der Containerschifffahrt werden Hafenterminals zum Nadelöhr der Weltwirtschaft...Los Angeles und Long Beach, USA: Leercontainer türmen sich, weil die Schiffe ihrem Fahrplan hinterherdampfen.“1 Der Materialfluss der globalen Fließbänder nimmt immer stärker zu. Beispielsweise sind mehr als die Hälfte aller Waren, die nach China kommen, Halbfabrikate. Diese werden in China verarbeitet und wieder nach Europa oder in die USA exportiert. Internationale Reedereien beliefern mittels ihrer Containerschiffe Knotenpunkte wie Hongkong, Rotterdam, Hamburg oder Long Beach, rund um den Globus. Das Verteilersystem des Seehandels wird durch alles, was über den Nordatlantik, den indischen Ozean und den Pazifik kommt, gefüllt. Von diesen Drehkreuzen befördern Feeder, kleine Zubringerschiffe, Bahnen und Lkws, Container oder deren Ladung vom Hafen in das Landesinnere und die Leercontainer wieder zurück an die jeweiligen Seehäfen.2 Um heutzutage am Markt bestehen zu können, reicht es für Logistikdienstleister nicht mehr aus, lediglich eine schnelle Lieferkette für den Transport zwischen den Fertigungsstufen anbieten zu können. Es geht vielmehr darum, eine integrierte Transportkette anzubieten, die sich durch Pünktlichkeit, Transparenz und eine geschlossene Datenleitung von der Packstation bis zum Empfänger auszeichnet.

Jedoch korreliert dies mit dem aktuellen Zustand der Transportbewältigung und deren Zuverlässigkeit, die rund um den Hafen weder zufriedenstellend noch länger tragbar ist, geschweige denn zukunftsweisend. Vor amerikanischen Häfen, wie z. B. vor Long Beach in Los Angeles, warten Containerschiffe tagelang, bis ihre Ladung gelöscht wird.3

Der Grund dafür liegt in der rasant wachsenden Größe des Warenaustauschs in den USA. Waren es vor fünf Jahren noch rund 5.000 Standardcontainer pro Schiff, sind es mittlerweile im Schnitt rund 12.000 Standardcontainer, Tendenz steigend.4

Sollte Anfang 2016 die Erweiterung des Panamakanals fertiggestellt sein, wird das Umschlagsvolumen vor allem bei den Häfen im Osten und Süden der USA nochmals steigen, da danach auch Schiffe mit bis zu 13.000 Standardcontainern den Panamakanal passieren können und nicht wie bisher nur Schiffe mit bis zu 5000 Standardcontainern.5

Die daraus resultierende Mehrbelastung schlägt sich natürlich nicht nur auf die Infrastruktur im Hafenareal nieder, auch die Infrastruktur im Landesinneren wird sich auf diese größere Belastung einstellen müssen. Diese Entwicklungen drängen daraufhin, dass passende Transportprozesslösungen gefunden werden.

Die Frage, die sich daher stellt, ist, mit welchen Herausforderungen der Transport vom Tiefseehafen in das Hinterland konfrontiert wird, und wie man diesen Herausforderungen entgegen treten kann, so dass Logistikdienstleister auch zukünftig verlässliche Partner sein können.

Diese Seminararbeit richtet sich somit an alle Logistikdienstleister, die am Nachlauf eines Transports von einem Tiefseehafen in den USA in die HUBs im amerikanischen Hinterland beteiligt sind.

2. Begrifflichkeiten, Abgrenzung der Seminararbeit sowie die Vorgehensweise

2.1. Begrifflichkeiten

Ziel dieses Unterkapitels ist es, einige Basiselemente aus dem Bereich der Logistik darzustellen, die für das Verständnis dieser Seminararbeit notwendig sind.

Logistik

Die Logistik stellt im Rahmen des Leistungserstellungsprozesses der Unternehmung eine betriebliche Querschnittsfunktion dar, mit dem Ziel, räumliche und zeitliche Distanzen zu überwinden.

Daraus ergibt sich für die Logistik die Aufgabe der Planung, Steuerung und Kontrolle sowohl von betrieblichen Versorgungsprozessen, als auch von betrieblichen Entsorgungsprozessen.

Dementsprechend liegt die Aufgabe in der Planung, Steuerung und Kontrolle von Informations- und Materialflüssen sowohl innerhalb einer Unternehmung als auch zwischen der Unternehmung und ihren Lieferanten und Kunden.6

Transport

Im Zusammenhang mit der Erläuterung des Begriffs Logistik kann der Transport als die Überwindung der räumlichen Distanz im Rahmen der betrieblichen Leistungserstellung angesehen werden. Daraus ergeben sich die Aufgaben der Planung, Steuerung und Kontrolle von Materialflüssen sowohl auf operativer, taktischer als auch auf strategischer Ebene. Dabei wird zwischen dem innerbetrieblichen und dem außerbetrieblichen Transport unterschieden. Der innerbetriebliche Transport betrachtet alle Materialbewegungen innerhalb einer definierten Betriebseinheit und dies sowohl in ihrer räumlichen, zeitlichen als auch organisatorischen Verkettung mit den betrieblichen Aufgaben. Der außerbetriebliche Transport hingegen betrachtet den Transport zum einen vom Lieferanten zum Unternehmen und zum anderen den Transport vom Unternehmen zu seinen Kunden.7

Intermodaler Transport

Der intermodale Transport ist laut dem Gabler Wirtschaftslexikon die „Bezeichnung für den Transport von Gütern mit zwei oder mehr Verkehrsträgern ohne Wechsel des Transportgefäßes. Das Vorliegen eines einheitlichen Beförderungsvertrages ist dabei nicht zwingende Voraussetzung. Ziel des kombinierten Verkehrs ist es, durch Verknüpfung verschiedener Transportmittel durchgängige Transportketten vom Versender zum Empfänger (Haus-zu-Haus-Verkehr) zu bilden und dabei die spezifischen Vorteile der einzelnen Verkehrsträger zu nutzen.“8

Darüber hinaus lässt sich der intermodale Verkehr wie folgt in die Begriffe des multimodalen und des kombinierten Verkehrs einordnen: Der multimodale Verkehr beschreibt den Transport von Gütern mit zwei oder mehreren verschiedenen Verkehrsträgern. Der intermodale Verkehr beschreibt den Transport von Gütern in ein und derselben Ladeeinheit oder dem selben Straßenfahrzeug mit zwei oder mehreren Verkehrsträgern, wobei ein Wechsel der Ladeeinheit, aber kein Umschlag der zu transportierenden Güter stattfindet.

Der kombinierte Verkehr ist gleichzusetzen mit dem intermodalen Verkehr, bei dem jedoch der überwiegende Teil der in Europa zurückgelegten Strecke mit der Bahn, dem Binnenschiff oder dem Seeschiff bewältigt wird und dessen Vorlauf sowie Nachlauf auf der Straße so gering wie möglich gehalten wird.9

Das Hinterland

Nach Biebig/ Althof/ Wagner wird als Hinterland das „ [...] landeinwärts, hinter dem Hafen liegende [...] Territorium, welches durch die Herkunfts- und Bestimmungsorte der im Hafen abzufertigenden Güter und Passagiere begrenzt wird“, bezeichnet.10

2.2. Was umschließt diese Seminararbeit?

Diese Seminararbeit wird aus Sicht eines Logistikdienstleisters verfasst, welcher für den Nachlauf von Containertransporten verantwortlich ist, die aus Übersee kommen und in das Hinterland transportiert werden.

Somit beginnt die Untersuchung nach dem Hauptlauf, der mit dem Containerschiff bewältigt worden ist, also bei den Containerterminals der Seehäfen, und endet bei dem jeweiligen HUB (Hauptumschlagsbasis) im Hinterland. Ein spezielles Augenmerk wird hierbei auf die Schnittstelle zwischen der Anbindung des Tiefseehafens mit den nationalen Verkehrsnetzen gerichtet. Hierbei wird ausschließlich der Markt in den USA betrachtet.

2.3. Methodik

Dieser Seminararbeit liegen sowohl Bücher als auch Internetrecherchen zu Grunde. Die Quellen wurden entsprechend durchgearbeitet; themenrelevante Inhalte wurden sorgfältig zusammengetragen und in die Arbeit aufgenommen.

3. Transportmarkt vom Hafen in das Hinterland für intermodale Containerströme in den USA

3.1. Marktvolumen sowie Stellenwert für die Wirtschaft und Importcontainerströme

Im folgenden Unterkapitel wird sowohl eine Übersicht über das Umschlagsvolumen von Containern an amerikanischen Tiefseehäfen gegeben als auch das Stellengewicht der US-Tiefseehäfen für die amerikanische Wirtschaft bewertet. Darüber hinaus erfolgt ein Überblick über die wichtigsten Containerströme in den USA. Zum Verständnis wird hierfür zunächst die Abkürzung TEU als auch der Begriff des kombinierten Verkehrs näher erläutert.

Auf internationaler Ebene ist TEU die Maßeinheit, die für den Transport von Containern bestimmt ist. Mit dieser Frachteinheit lässt sich der freie Platz auf einem Containerschiff exakt angeben bzw. berechnen. Die Abkürzung TEU steht dabei für Twenty Foot Equivalent Unit. Damit wird die Größe eines 20-Fuß-Containers bezeichnet, welcher eine Länge von 6,1 Meter besitzt. Die Höhe wird dabei nicht berücksichtigt. Sie kann im Bereich von 4 Fuß, was als Halbhöhen-Container bezeichnet wird, bis 9 Fuß liegen, welcher als High Cube Container bezeichnet wird.11

3.1.1. Übersicht des gesamten Umschlagsvolumens an den Tiefseehäfen in den USA

Quelle: Sprung, Michael et al. Freight Facts and Figures 2013, 2013, S.29

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-1 Die 25 umschlagsstärksten Tiefseehäfen nach Containervolumen in den USA im Jahr 2011 getrennt nach Importen (blau) und Exporten (gelb)

2013 wurden 1.3 Milliarden Tonnen an Waren an den Seehäfen in den USA umgeschlagen. Diese hatten einen Wert von ca. 1.75 Billionen US-Dollar.12 2014 wurden 46.4 Mio. TEU's an US-Häfen umgeschlagen, was einem Wachstum um 4.1 % zum Vorjahreswert gleichkommt.13 Darüber hinaus generierte die amerikanische Wirtschaft durch ihre Tiefseehäfen im Jahr 2014 rund 4.6 Billionen US-Dollar, was in etwa 26 % des Bruttoinlandsprodukts der USA entspricht.14 Dabei ist festzustellen, dass die Anzahl der importierten Container in die USA generell größer ist als die Container, die aus den USA exportiert werden, wobei die Differenz zwischen Containerimporten und Containerexporten dazu tendiert, noch weiter auseinander zu gehen.15 Die Top Drei der Tiefseecontainerhäfen in den USA sind seit längerem die Häfen in Los Angeles, Long Beach und New York / New Jersey. Wie in Abbildung 3-1 zu sehen ist, bildeten diese drei Häfen die Top Drei in den Jahren 2011 und 2014. Im Hafen von Los Angeles wurden im Jahr 2014 rund 8.34 Mio. TEU's umgeschlagen. Dies entspricht einem Umschlagsanstieg um ca. 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Direkt dahinter folgt der Hafen von Long Beach, in dem 2014 etwa 6.82 Mio. TEU's umgeschlagen wurden, was einem Umschlagsanstieg von ca. 1.3 % im Vergleich zum Vorjahr gleichkommt.

[...]


1 Sanders, Constanze, Flut der großen Kisten, S.1

2 Vgl. Sanders, Constanze, Flut der großen Kisten, S.1

3 Vgl. Engelke, Petrina, Wie der Stau auf dem Ozean die Wirtschaft bremst

4 Vgl. Engelke, Petrina, Wie der Stau auf dem Ozean die Wirtschaft bremst

5 Vgl. Germany Trade & Invest (Hrsg.), US-Häfen benötigen Investitionsschub

6 Vgl. Andreas Deutsch (Hrsg.), Verlagerungseffekte im containerbasierten Hinterlandverkehr, S.9

7 Vgl. Andreas Deutsch (Hrsg.), Verlagerungseffekte im containerbasierten Hinterlandverkehr, S.9 f.

8 Vgl. Prof. Dr. Krieger, Winfried, Dr. von Stackelberg, Friedrich, Dr. Malina, Robert, kombinierter Verkehr

9 Vgl. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (Hrsg.), Kombinierter, multimodaler, intermodaler Transport / -Verkehr

10 Vgl. Andreas Deutsch (Hrsg.), Verlagerungseffekte im containerbasierten Hinterlandverkehr, S.73 f.

11 Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG, Twenty-foot Equivalent Unit (TEU)

12 Vgl. American Association of Port Authorities (Hrsg.), The State of Freight, S.2

13 Vgl. Germany Trade & Invest (Hrsg.), US-Häfen benötigen Investitionsschub, S.2

14 Vgl. American Association of Port Authorities (Hrsg.), The State of Freight, S.3

15 Vgl. The Journal of Commerce Magazine (Hrsg.), US container imports, exports mixed in September

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Vom Hafen in das Hinterland der USA. Herausforderungen für Logistikdienstleister bei dem Einsatz intermodaler Transportlösungen
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V310998
ISBN (eBook)
9783668097674
ISBN (Buch)
9783668097681
Dateigröße
2230 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hafen, hinterland, herausforderungen, logistikdienstleister, einsatz, transportlösungen
Arbeit zitieren
Nicolas Adepitan (Autor), 2015, Vom Hafen in das Hinterland der USA. Herausforderungen für Logistikdienstleister bei dem Einsatz intermodaler Transportlösungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310998

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