Die Berichterstattung über die Bundeswehr im Zuge des KPMG-Berichts vom Oktober 2014. Eine Frameanalyse


Bachelorarbeit, 2015
45 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einführung und Problemdefinition

2. Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Framing
2.1.1 Soziologische Grundlagen
2.1.2 Psychologische Grundlagen
2.1.3 Kommunikationswissenschaftliche Grundlagen
2.1.3.1 Begriffsdefinition
2.1.3.2 Die vier Stränge der Framing-Forschung nach Matthes
2.1.3.3 Medienframes
2.2 Die vier Frame-Elemente nach Entman
2.2.1 Problemdefinition
2.2.2 Ursachenzuschreibung
2.2.3 Lösungsvorschlag/Handlungsentwurf und Bewertung
2.2.4 Kritik am Ansatz von Entman
2.3 Methodische Zugänge und Instrumente
2.3.1 Vorgehensweise zur Analyse von Frames
2.3.2 Methodische Zugänge zur Analyse von Medienframes

3. Problembezogene Fragestellung
3.1. Forschungsdesign
3.2 Auswertung
3.2.1 Auswertung der Zusammenfassung der KPMG-Studie
3.2.2 SPIEGEL ONLINE
3.2.3 FAZ
3.2.4 HANDELSBLATT
3.2.5 ZEIT ONLINE
3.2.6 SÜDDEUTSCHE.DE
3.3 Zusammenfassung

4. Kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Probleme, Ursachen und Handlungsempfehlungen zu den großen Beschaffungsprojekten

Tabelle 2: Frame-Elemente SPIEGEL ONLINE

Tabelle 3: Frame-Elemente FAZ

Tabelle 4: Frame-Elemente HANDELSBLATT

Tabelle 5: Frame-Elemente ZEIT ONLINE

Tabelle 6: Frame-Elemente SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

1. Einführung und Problemdefinition

Im Oktober 2014 hat Verteidigungsministerin Frau Ursula von der Leyen den KPMG-Bericht über den Zustand des Beschaffungswesens innerhalb der deutschen Bundeswehr in Empfang genommen. Dieser Bericht liefert eine Bestandaufnahme und Risikoanalyse zentraler Rüstungsprojekte der Bundeswehr. Aufgrund der ver- muteten Missstände wurde von vielen Journalisten öffentlich über dieses Thema berichtet.

Doch wie gestaltet und entwickelte sich die Berichterstattung über den KPMGBericht im Oktober 2014 in den ausgewählten Online Medien und welche FrameElemente lassen sich identifizieren?

Am Beispiel des KPMG- Berichts soll in dieser Arbeit aufgezeigt werden, wie die journalistische Berichterstattung über die Bundeswehr in ausgewählten Medien ist, beziehungsweise wie sich der Medienframe gestaltet und ob die Berichterstattung der Journalisten mit dem KPMG-Bericht übereinstimmt.

Zur Auswertung wird methodisch in dieser Arbeit ein qualitativ interpretativer Zugang der Inhaltsanalyse nach Matthes angewendet. Zur besseren Verständlichkeit werden erst die theoretischen Grundlagen erläutert, um anschließend ausführlich den empirischen Teil darzustellen.

Im ersten Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen und der Inhalt der Arbeit erörtert sowie das Vorgehen der Untersuchung dargestellt. Dazu werden als erstes die Bestandteile des Forschungsfeldes vorgestellt und Framing als kommu- nikationswissenschaftliches Konzept erörtert. Danach folgt eine Begriffsdefinition des Frames, auf der die folgende Arbeit basiert. Im Weiteren folgt die Vorstellung der vier Stränge der Framing-Forschung nach Matthes mit der Fokussierung auf den Medienframe, der für diese Arbeit relevant ist. Anschließend werden die Frame-Elemente nach Entman vorgestellt. Darauf folgt die Vorstellung der bisher in der Forschung angewendeten methodischen Zugänge zur Erfassung von Frames. Im dritten Abschnitt wird die problembezogene Fragestellung aufgegriffen. Hierzu wird zunächst die qualitative Inhaltsanalyse als Untersuchungsmethode vorgestellt und begründet sowie das konkrete Vorgehen am ausgewählten Datenmaterial er- läutert. Anschließend wird die Auswertung der KPMG-Studie vorgenommen, ge- folgt von den einzelnen Onlinemedien. Abschließend werden die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse zusammengefasst und interpretiert.

Der abschließende Teil reflektiert die Inhalte der Arbeit kritisch und gibt einen kur zen Ausblick auf das Forschungsfeld und die Bedeutung der Studie für die Bundes- wehr. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu wissen, dass bereits Amtsvor- gänger von Frau von der Leyen als Verteidigungsminister ein ähnliches Vorgehen zur Verbesserung des Beschaffungswesens in der Bundeswehr anzustreben ver- suchten.

2. Begriffliche und theoretische Grundlagen

2.1 Framing

Das Wort Frame kommt aus dem Englischen und lässt sich mit Rahmen übersetzen. Ein Frame gibt demnach einen Rahmen vor, in dem ein Mensch denkt und Informationen verarbeitet, die er aus der Umwelt aufnimmt.

2.1.1 Soziologische Grundlagen

Den Grundstein für Framing in der Soziologie hat Goffman mit seinem 1974 er- schienenen Buch Frame Analysis gelegt. Sein Ausgangspunkt ist, dass eine Person erlebte Ereignisse verarbeiten muss. Eine Person verhält sich in einer Situation ab- hängig von der subjektiv interpretierten Situation, wobei die Verarbeitung einer Si- tuation über Rahmen (Frame) stattfindet, an denen sich die Person orientiert.1„Ein Rahmen kann als eine Sinnstruktur verstanden werden, die es einem Akteur ermög- licht, eine Situation zu erkennen und seine Handlungen darauf auszurichten, was eigentlich los ist.“2:

Eine Situation kann mehrfach gerahmt sein. Ein Rezipient kann also mehrere Rah- men gleichzeitig interpretieren. Eine Situation kann jedoch erst mit der Erkennung vom richtigen Rahmen bewältigt werden. Die Rahmenanalyse liefert Erklärungen und lässt Schlussfolgerungen zu, wie Menschen in ihrem Alltag Situationen wahr- nehmen und einordnen. Auch Werbung oder Nachrichten werden uns erzählerisch in Rahmen eingebettet und präsentiert, sodass für den Rezipienten Bezüge herge- stellt werden können. Der Rezipient ordnet so das Mediengeschehen in seinen All- tag ein.3

„Goffman versteht Frames als Metaverstehensanweisungen, durch die Personen eine Situation erkennen.“4. In der aktuellen Framing-Forschung ist dieser Ansatz nicht mehr der Schwerpunkt. Aktuell wird davon ausgegangen, dass nur einzelne Aspekte aus der Realität genutzt werden, um in einen kommunikativen Kontext Aufmerksamkeit zu erzeugen.5Goffman legt den Schwerpunkt seiner Forschung auf die interpersonelle Kommunikation. In vielen Abhandlungen wird dies nicht berücksichtigt.6

Obwohl die interpersonelle Kommunikation nicht der Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit ist, soll dieser historische Ursprung des Framing-Ansatzes der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Es ist für das Verständnis der Arbeit wichtig zu wissen, dass ein Mensch in Rahmen denkt und diese abruft, um eine Situation zu verarbeiten.

2.1.2 Psychologische Grundlagen

Die psychologische Grundlage ist der zweite historische Baustein des Framing-An- satzes. Wegweisend sind hier die Arbeiten von Tversky und Kahneman.7 „Kahnemann und Tversky (1981) widmen sich der Frage, warum identische Infor- mationen, die in verschiedenen Kontexten präsentiert werden, zu unterschiedlichen Entscheidungen führen können.“8: Durch einige Experimente konnten sie feststel- len, dass die Art der Präsentation von Informationen Einfluss auf eine Entscheidung haben kann. Eine Entscheidung hängt also davon ab, ob ein Problem positiv oder negativ dargestellt wird. Für die Kommunikationsforschung ist in diesem Zusam- menhang die Betonung von Frames im Mittelpunkt, nicht die Äquivalenz-Frames wie bei Tversky und Kahneman.9

In der Psychologie lässt sich der Begriff Frame als Schema wiederfinden. Hier wird Schema oftmals synonym verwendet. Schemata repräsentieren Wissen und fungieren sinnstiftend.10

Schemata sollen drei Funktionen übernehmen:

- Entlastung
- Strukturierung
- Ergänzung

Durch den Rückgriff auf vorhandene Schemata kann der Rezipient (kognitiv) entlastet werden, denn er muss nicht jede Situation neu verarbeiten (Entlastungsfunktion). Die Strukturierungsfunktion übernimmt die Bedeutungszuweisung der Information. Durch den Rückgriff auf alte Informationen können Schemata ergänzt werden (Ergänzungsfunktion). Die Funktion von Schemata ist für die Kommunikationsforschung insofern von Bedeutung, dass für die Berichterstattung auf Schemata zurückgegriffen wird, die der Rezipient bereits kennt.11

In diesen Zusammenhang kommt das sogenannte Priming zum Tragen. Der Priming-Effekt wurde zunächst in der Psychologie entdeckt und beschrieben. Er bezeichnet einen Prozess aus der Psychologie, der Informationen dahingehend beeinflusst, dass ein Reiz einen bestimmten Zusammenhang im Gedächtnis aufgrund vorangegangener Reize herstellt12.

Priming darf dabei nicht mit Framing gleichgesetzt werden. Beim Framing geht es um die Fokussierung bestimmter Aspekte eines Objektes, wobei diese Aspekte dann zur Bewertung eines Objektes genutzt werden. Beim Priming geht es darum, dass die Information auf den nachfolgenden Reiz angewendet wird.13„Priming kommt aus der psychologischen Forschung, kann aber auch auf Medien übertragen werden. Man spricht dann von Medien-Priming.“14.

2.1.3 Kommunikationswissenschaftliche Grundlagen

Der Framing-Ansatz ist ein interdisziplinärer Ansatz, der sowohl in der Soziologie als auch in der Psychologie und in der Medien- und Kommunikationswissenschaft angewendet wird. Diese Arbeit ist in der Kommunikationswissenschaft zu verorten, die beide Ansätze mitberücksichtigt. Hier wird der Framing-Ansatz verwendet, um politische Kommunikation zu erklären und zu verstehen.

In dieser Arbeit wird eine Analyse des Medienframes zu Berichterstattung über die Bundeswehr in Zusammenhang mit dem KPMG-Bericht in ausgewählten Online Medien im Oktober 2014 vorgenommen.

2.1.3.1 Begriffsdefinition

Mit dem Wissen über die soziologischen und psychologischen Grundlagen kann man ein kommunikationswissenschaftliches Konzept definieren. Die Untersuchung zur interpersonellen Kommunikation von Goffman und den psychologischen Ansatz der Schemata kann man wie Dahinden verstehen. Frames können kommunikationswissenschaftlich als Deutungsmuster verstanden werden, die bei der Bewertung und Sinngebung von Themen helfen.15

„To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text, in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation, and/or treatment recommendation for the item described.“16.

Anhand dieser Definition lassen sich zwei zentrale Funktionen von Frames ablei- ten: zum einen die Hervorhebung der Realitätsaspekte, die wahrgenommen werden und zum anderen die Strukturierung von Texten über die Realität.17 Des Weiteren kann noch zwischen kognitiven und textuellen Frames differenziert werden. Textuelle Frames stehen in dieser Arbeit im Vordergrund, deshalb wird im weiteren Verlauf nicht näher auf kognitive Frames eingegangen. Textuelle Frames sind textuelle Strukturen, die es dem Rezipienten erleichtern, die- sen zu verstehen. „Während jedoch textuelle Frames das Ergebnis eines Selektions- prozesses darstellen, sind kognitive Frames ein Instrument zur Durchführung von Selektion.“18. Die textuellen Frames definieren sich durch die Hervorhebung, die gewählten Aspekte und der Kohärenz. Die Kohärenz verlangt eine logische, argu- mentative und sachliche Widerspruchsfreiheit zwischen den gewählten Aspekten und den Hervorhebungen.19

Ein Frame besteht aus vier Elementen:

- Problemdefinition
- Ursachenzuschreibung
- Bewertung
- Handlungsempfehlung20

Die einzelnen Frame-Elemente werden in Kapitel 2.3. charakterisiert.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die soziologischen Grundlagen erklären das Denken in Schemata. Der Mensch braucht Frames, um in seinem Alltag Ent- scheidungen treffen zu können. Das Denken in Schemata wurde ebenfalls in der Psychologie aufgegriffen, weiterentwickelt und hilft dem Rezipienten Erinnerun- gen abzurufen. Journalisten arbeiten ebenfalls mit Frames bzw. Schemata, um die Berichterstattung in einen Kontext einordnen zu können. Der Journalist muss so nicht immer die Grundlagen für das Verständnis seines Artikels erklären, sondern kann auf Bekanntem aufbauen.

2.1.3.2 Die vier Stränge der Framing-Forschung nach Matthes 2014

Es gibt unterschiedliche Formen des Framing, die sich wie folgt unterteilen lassen:

- Strategisches Framing
- Journalistisches Framing
- Medienframes
- Rezipienten-Frames21

Unter strategischem Framing versteht man den Versuch eines Akteurs, seine ge- setzten Frames auf der öffentlichen Agenda erfolgreich zu platzieren. Akteure sind zum Beispiel große Organisationen, Verbände oder Unternehmen. Die Akteure möchten erreichen, dass ihre Anliegen die öffentliche Agenda bestimmen. In diesen Zusammenhang steht der erzeugte Frame im Wettbewerb mit anderen Frames von anderen Akteuren. In der Literatur wird davon ausgegangen, dass es zu einem Thema mehrere Frames gibt. Mittels der Setzung eines eigenen Frames soll inner- halb der Gesellschaft strategischer Einfluss gewonnen werden.22

Die nächste Form ist das journalistische Framing, das bestehende Frames aufgreift, um mit diesen zu interagieren. Er kann nicht nur die strategischen Frames der Kom- munikatoren übernehmen, sondern fügt diese in einen neuen Zusammenhang. Er deutet und interpretiert die Frames für seinen Zweck oder fügt eigene Aspekte hinzu. Des Weiteren greift er auf bestehende berufsspezifische Schemata zurück:23 „Diese Schemata machen eine Vorgabe, wie ein idealtypischer Bericht über ein be- stimmtes Thema aussehen soll.“24: Die Medienframes werden in Kapitel 2.1.3.3. gesondert behandelt.

Die Rezipienten wählen ähnlich wie Journalisten bestimmte Frames aus. Der Rezi- pient wählt hingegen aus dem Medienframes aus. Er kann diese vollständig über- nehmen, ihnen jedoch auch neue Aspekte hinzufügen oder diese verändern.25

2.1.3.3 Medienframes

Medienframes lehnen sich eng an den journalistischen Frames an26: „Medien-Fra- mes konstituieren sich in journalistischen Texten durch spezifische Muster von Problemdefinitionen, Verantwortungszuschreibungen, Bewertungen und Hand- lungsanweisungen.“27. Nach Robert Entman sind solche Muster Elemente eines Frames, sogenannte Frame-Elemente. In Kapitel 3 erfolgt eine Analyse der Frame- Elemente, die sich in der Berichterstattung der Online-Medien im zeitlichen Rah- men der Veröffentlichung der KPMG-Studie zur Lage der Bundeswehr wiederfin- den lassen.

Diese Analyse hat zwei Ziele: Zum einen werden die Frame-Elemente in den einzelnen Artikeln nachgewiesen und zum anderen soll der Versuch unternommen werden, einen dominanten Frame herausarbeiten, der sich im Verlauf der Berichterstattung für die einzelnen Online-Medien ergeben hat.

Ein Medienframe muss nicht zwingend Bestandteil von einem Medienangebot sein. Das Medienangebot setzt voraus, dass ein Anlass vorhanden ist. Der Medieninhalt muss nicht mit dem Medienframe übereinstimmen. Vielmehr ist der Medienframe Bestandteil des Medieninhalts.28„Zudem gilt: Jeder Medien-Frame ist Medienin- halt, doch nicht jeder Medieninhalt ist Bestandteil eines Medien-Frames.“29. In der Untersuchung in Kapitel 3 wird unterschieden, ob sich überhaupt ein Medienframe aus den Online-Medien ergibt und welcher Frame dies ist30.

Bei vielen Untersuchungen zu Medienframes steht die inhaltliche Analyse des Fra- mes im Vordergrund. Medienframes lassen sich in zwei Arten differenzieren: in- haltsbezogene und formal-stilistische Frames. Bei der ersten Sorte von Frame geht es nicht um stilistische, sondern um inhaltliche Aspekte. Bei den formal-stilisti- schen Frames steht die Struktur im Vordergrund und der Medieninhalt spielt keine Rolle.31In Kapitel 3 wird der Versuch unternommen, einen Frame in der Online- Berichterstattung über den KPMG-Bericht herauszuarbeiten mithilfe der von Ent- man definierten Frame-Elemente. Der Inhalt der online Berichterstattung wird durch eine qualitative-interpretative Inhaltsanalyse vorgestellt.

2.2 Die vier Frame-Elemente nach Entman 1993

Entman hat als Erster eine Definition für Frame-Elemente entwickelt: „Frames, then, define problems - determine what a causal agent is doing with what costs and benefits, usually measured in terms of common cultural values; diagnose causes - identify the forces creating the problem; make moral judgements - evaluate causal agents and their effects; and suggest remedies - offer and justify treatments for the problems and predict their likely effects.“32. In der Übertragung von Matthes (2007) hat ein Frame also vier Bestandteile: Problemdefinition/Thema, Ursachenzuschrei- bung/Verantwortungszuschreibung, Lösungszuschreibung/Handlungsaufforderung und Bewertung.

Die Definition und Systematisierung von Entmann liegt den meisten empirischen Forschungen zur politischen Berichterstattung zugrunde33.

2.2.1 Problemdefinition

Im ersten Schritt wird festgelegt, warum ein Thema bedeutsam ist und für die Öf- fentlichkeit Relevanz hat. Mit der Definition und Bezeichnung des Themas wird der Rahmen gespannt und gleichzeitig das Verständnis über dieses Thema mitver- mittelt, indem es in einem bestimmten Kontext präsentiert wird. Erst im Zusam- menhang mit einem Thema kann sich ein Problem ergeben:34„Ein Thema wird also in seinen sozialen, sachlichen und zeitlichen Kontext eingeordnet und damit defi- niert:“35. Dabei muss ein Problem nicht negativ besetzt sein, sondern auch das nicht Vorliegen eines Problems kann ein Problem darstellen, wobei Thema und Problem nicht gleichgesetzt werden dürfen, denn vielmehr gebe die Problemdefinition die Perspektive vor, mit der ein Thema betrachtet wird. Für die genauere Betrachtung eines Problems wird die Sichtweise eines Akteurs herausgegriffen.36

Journalisten greifen einzelne Punkte aus dem KPMG-Bericht auf und verwenden diese repräsentativ für die Berichterstattung. Die von den Journalisten ausgewählten Aspekte werden als Problem betrachtet, weil sie im KPMG- Bericht als ein momentaner unbefriedigender Zustand beschrieben werden beziehungsweise der bestehende Zustand auf Grundlage des Berichts geändert werden sollte. Das Thema ist durch den Bericht selbst schon vorgegeben, es geht um die Bestandsaufnahme des Beschaffungswesens der Bundeswehr.

2.2.2 Ursachenzuschreibung

Die Notwendigkeit zur Erörterung der Ursache eines Problems ergibt sich aus den Umständen selbst. Ein Problem bedarf der Lösung und der Vermeidung eines er- neuten Auftretens, wobei es eine positive oder negative Ursachenzuschreibung ge- ben kann. Eine positive Ursachenzuschreibung beanspruchen Akteure für sich und die negative werden bei anderen Akteuren oder Umständen verortet. Eine Ursache kann auf eine Person oder einen Umstand zurückgeführt werden, wobei ebenso eine Kombination aus beidem denkbar ist. Somit kann es auch mehrere Ursachen für ein Problem geben.37

[...]


1Vgl. Matthes (2014): 24.

2Matthes (2014): 24.

3Vgl. Matthes (2014): 24.

4Matthes (2007): 28.

5Vgl. Matthes (2007): 28.

6Vgl. Dahinden (2006): 38.

7Vgl. (Matthes (2007): 28).

8Matthes (2007): 28.

9Vgl. Matthes (2014): 26.

10Vgl. Dahinden (2006): 30.

11Vgl. Matthes (2014): 26 - 30.

12Vgl. Peter (2002): 22 f..

13Vgl. Matthes (2014): 29 - 30.

14Matthes (2014): 30.

15Vgl. Dahinden (2006): 14.

16Entman (1993): 52.

17Vgl. Dahinden (2006): 14.

18Potthoff (2014): 147.

19Vgl. Potthoff (2012): S 19 f..

20Vgl. Dahinden (2006): 14.

21Vgl. Matthes (2014): 14 - 19.

22Vgl. Matthes (2007): 33 f..

23Vgl. Matthes (2014): 15 f..

24Matthes (2014): 15 f..

25Vgl. Matthes (2014): 18 f..

26Vgl. Matthes (2014): 18.

27Matthes (2014): 18.

28Vgl. Potthoff (2012): 153f..

29Potthoff (2012): 153.

30Vgl. Potthoff (2012): 157.

31Vgl. Matthes (2014): 59 f..

32Entman (1993): 52.

33Vgl. Jecker (2014): 69.

34Vgl. Matthes (2007): 134 f..

35Matthes (2007): 135.

36Vgl. Matthes (2007): 135.

37Vgl. Matthes (2007): 135.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Die Berichterstattung über die Bundeswehr im Zuge des KPMG-Berichts vom Oktober 2014. Eine Frameanalyse
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
45
Katalognummer
V311027
ISBN (eBook)
9783668096073
ISBN (Buch)
9783668096080
Dateigröße
784 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berichterstattung, bundeswehr, zuge, kpmg-berichts, oktober, eine, frameanalyse
Arbeit zitieren
Pascual Cravaack (Autor), 2015, Die Berichterstattung über die Bundeswehr im Zuge des KPMG-Berichts vom Oktober 2014. Eine Frameanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311027

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