Roland Barthes und die Mythen des Alltags


Hausarbeit, 1992
26 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Gliederung

TEIL A DIE BEFREIUNG VOM SINN
I. Die Grundthemen des Autors Roland Barthes
II. Strukturalismus
III. Literaturkritik
IV. Literatur oder Geschichte
V. Der Schriftsteller
V.1 Ecrivain/ Ecrivant
V.2 Schreibweise
V.3 Diskontinuität

TEIL B DIE BEFREIUNG VON DER FORM
I. Was ist ein Mythos
I.1 Das sprachliche Zeichen
I.2 Wie erkennt man einen Mythos?
II. Anwendung des Barthes`schen Mythosbegriffs auf das „Erlanger Baby“
II.1 Der Diebstahl am sprachlichen Ausdruck
II.1.1 Hirntod
II.1.2 erleiden
II.1.3 Das Baby
II.1.4 Der Fötus
II.1.5 Das Kind
II.1.6 Schutz des ungeborenen Lebens
II.1.6.1 ungeboren
II.1.6.2 Leben
II.2 Rhetorische Figuren
II.3 Zusammenfassung
III. Erweiterung und Kritik des Barthes’schen Mythosbegriffs

Literatur

Anhang

TEIL A DIE BEFREIUNG VOM SINN

I. DIE GRUNDTHEMEN DES AUTORS ROLAND BARTHES

„Une vie: études, maladies, nominations. Et le reste? Les rencontres, les amitiés, les amours, les voyages, les lectures, les plaisirs, les peurs, les croyances, les jouissances, les bonheurs, les indignations, les détresses: en un mot: les retentissements? – Dans le texte – mais non dans l’œuvre. “[1]

Roland Barthes wurde am 12. November 1915 in Cherbourg, Frankreich, geboren. Er starb am 26. März 1980 an den Folgen eines Autounfalls. Dazwischen: ein abwechslungsreiches Tätigsein: Studium der Literatur, Theaterarbeit, zahlreiche Lehrtätigkeiten, Lektorat an der Universität von Alexandrien, Professur für Semiologie am College de France. Die lexikalischen Bezeichnungen für diesen Schreiber sind zahlreich: Semiologe, Marxist, Philosoph, Sprachwissenschaftler, Literaturwissenschaftler, Kritiker, Schreiber, Professor, Strukturalist, Ideologiekritiker.

Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die Ablehnung der apologetischen Funktion der bürgerlichen Literatur und er diese Funktion verdeckenden ästhetischen Wertkategorien der traditionellen Literaturwissenschaft.[2]

Barthes stritt um die Loslösung von Sprache und Literatur aus „mythologischen“ Festschreibungen durch Sinnüberfrachtungen und Fixierung von Bedeutungen sprachlicher „Zeichen“. Er suchte den „Nullpunkt der Literatur[3] – den Punkt, an dem Literatur indem sie nur sich selbst aussagt, indirekt auch etwas über die Bedingungen ihrer Entstehung und damit ihr historisches Umfeld aussagt -, sowie die „Leere“ des sprachlichen Zeichens – das Teil eines Sprech- und Schreibrituals ist und als solches nicht über Eigenbedeutung verfügt, sondern „Hülle“ ist.[4]

Barthes wollte auf der Ebene des Formalen – der Struktur – Wirklichkeit beschreiben – da ihm jede inhaltliche Aussage zwangsläufig ideologiegebunden erschien, suchte er nach Möglichkeiten, Literatur nicht endgültig bewertend zu beschreiben. Dabei thematisierte er selbst wiederholt zwei Widersprüche seiner eigenen Vorgehensweise:

1. Literatur selbst ist niemals Wirklichkeit, noch nicht einmal „Spiegel“ von Wirklichkeit, da sie Sprache ist. Jedes Sprechen „über“ etwas, verläuft auf einer „Meta-Ebene“ (es sei denn, es handelt sich um direkte Äußerungen von an einer konkreten Situation Beteiligten) – es ist kein direktes Aussagen dessen was geschieht, sondern ein interpretierendes Nachzeichnen. Dem Sprechen über Literatur kommt demgemäß bereits ein weiterer Abstraktionsgrad zu.
2. Barthes lehnt „ideologisches Sprechen“ nicht grundsätzlich ab, sondern fordert vom Sprechenden eine Offenlegung seiner ideologischen „Aprioris“ - nur so entgehe er der falschen Vorstellung von Objektivität, hinter der sich immer ein Machtanspruch verbirgt. In diesem Sinne träumte er von einer friedlichen Koexistenz der kritischen Sprachen, aus deren Gesamtheit „eine allgemeine Form entstehen würde, die das Intelligible wäre, das unsere Zeit den Dingen gibt.“[5]

Die Enttarnung der mythologischen Umdichtung von Geschichte in Natur, die Durchbrechung des Eindrucks von Totalität, Kontinuität und demzufolge Unüberwindbarkeit des bürgerlichen Entwicklungsgedankens und seiner Darstellung in der Literatur samt der dazugehörigen wiederkäuenden und so den Mythos verstärkenden Literaturkritik und –geschichtsschreibung, die Kennzeichnung des als evident dargestellten Zufälligen, die Frage nach der Verknüpfung von Sprache/Literatur und Macht – und schließlich die Lust am Texten[6] selbst sind die Grundthemen, um die Barthes in seinen essayistischen Texten kreist. Trotzdem er dabei vehement Standpunkte bezieht und verteidigt, scheint man seiner nie habhaft werden zu können. Seine Freunde beschreiben ihn als einen Mann, der in seiner Schreibweise präsent ist und dabei immer auf der Flucht vor der Fixierung oder Vereinnahmung durch eine Ideologie.[7] Lt. Röttger-Denker[8] unterteilte Barthes selbst sein Leben in drei Abschnitte:

1. Faszination durch Theater, Sprache, Diskurs, Möglichkeiten, der Mythenbildung der Bourgeoisie wissenschaftlich etwas entgegenzusetzen;
2. Wissenschaftlichkeit vor allem zur Zeit der Arbeit an der Semiologie: „’Dominizierend war für mich in dieser Periode meiner Arbeit, glaube ich, weniger die geplante Begründung der Semiologie als Wissenschaft, als vielmehr die Lust, eine Systematik zu erproben … ich bastelte … Systeme, Spiele: Bücher geschrieben habe ich nur aus Lust. ’“[9]
3. Das Eindringen in den Text – nicht in dessen Bedeutung, sondern in das signifikante. In seiner Ästhetik der Text-Lust geht es Barthes „um eine Verknüpfung von Körper und Sprache, es geht ihm um die mit ‚Haut bedeckte Sprache’, …“.[10]

Sein „Manna“-Wort (ein Wort, mit dem man auf alles antworten kann) wurde „Körper“, seine neue Schreibweise sollte nicht mehr den Anforderungen wissenschaftlicher Methodik gerecht werden, „wenngleich die in jener zweiten Phase gewonnenen Kategorien nicht vergessen, sondern im Sinne Hegels aufgehoben werden. Barthes geht weiterhin von ihnen aus, bleibt aber nicht bei ihnen stehen.“[11]

Bewertungsgrundlage des Lesbaren wurde in dieser „Phase“ das Subjekt, das Körper ist (im Gegensatz zur vorherigen Subjektivität). Das Verhältnis zwischen Text und Leer gründet auf dem Begehren. „’Die Lust am Text, das ist jener Moment, wo mein Körper seinen eigenen Ideen folgt- denn meine Körper hat nicht dieselben Ideen wie ich.’“[12]

II. STRUKTURALISMUS

In den 60er Jahren kam es in der französischen „Intelligenzija“ zu einer Abkehr vom bis dahin eher marxistisch-hegelianisch geprägten denken. Deleuze und Guatterie erfanden den Begriff des „Nomadismus“, der ein systemloses, „aber an allen Fronten operierendes Denken[13] bezeichnete, bei dem man sich auf Nietzsche und Heidegger „stützte“. Die französischen Intellektuellen suchten nach Möglichkeiten des experimentellen, den Logozentrismus (Derrida) auflösenden, die Schranken des gewöhnlichen Denkens überschreitenden (Foucault) und die bürgerliche Ideologie durchbrechenden Philosophierens, wobei die zahlreichen Diskurse, die unter den recht unterschiedlichen Denkern geführt wurden u.A. um Fragen der Aufhebung von macht, Befreiung der Sprache, Möglichkeiten des Sprechens/Schweigens kreisten. Das „Verschwinden des Subjekts“ wurde zum Schlagwort: einerseits als Forderung, den Diskurs nicht auf der Grundlage von personaler Autorität zu führen, andererseits als zum Teil schmerzhaft erlebtes, zum Teil mit Faszination betrachtetes Untergehen des Subjektes in einem Netz aus Relationen, in dem es selbst zum wissenschaftlichen Objekt wurde.

Während Foucault sich eher mit de „Störfaktoren“ beschäftigte, die Geschichte von Wahnsinn und Sexualität aus der Perspektive des Ausschlusses und des Aufbegehrens des Subjekts schrieb, zeigte sich Barthes in seinen Arbeiten fasziniert durch den spielerischen Umgang mit Relationen, „Puzzleteilchen“, Detailfragen und den Möglichkeiten, die Teilchen auf vielfältige Weise einander zuzuordnen. Die Ideologie des Bürgertums beruht auf der Annahme ewig währender, natürlicher Substanzen, die die „Verhältnisse“ bestimmen. In den 60er Jahren versuchte man, dieser Substanzlehre den Begriff der Struktur entgegenzusetzen. Levi-Strauss - der sich lt. Altwegg nicht als Strukturalist verstanden wissen wollte - erklärte den Strukturalismus (der an sich nicht einheitlich definiert ist) als eine Methode, „die sich die sozialen Tatsachen der Erfahrung in Form eines abstrakten Modells vorzustellen sucht, wobei nicht dessen Glieder, sondern die Beziehungen zwischen den Gliedern in Betracht kommen.“[14] Barthes brachte die Einsicht, dass man erst Bedeutungssysteme (die formaler Natur sind) erfassen müsse, bevor man die Substanz begreifen könne, zur strukturellen Analyse. Er versuchte, nicht Gegenstände zu beschreiben, sondern das System, innerhalb dessen sie „objektiv Bedeutetes“ darstellen sollten. Er ging davon aus, dass jedes kulturelle Objekt auf zweifache Art bedeutet: als Nutz-Ding und als Bedeutendes innerhalb eines Prozesses, in dem sich die Gesellschaft seiner Form und seines Inhalts bedient.[15] Das Ziel der strukturalistischen Tätigkeit definierte Barthes als Rekonstruktion eines Objektes bzw. der Regeln, nach denen es funktioniert.

„Die Struktur ist in Wahrheit also nur ein simulacrum des Objekts, aber ein gezieltes, ‚interessiertes’ simulacrum, da das imitierte Objekt etwas zum Vorschein bringt, was im unnatürlichen Objekt unsichtbar oder … unverständlich blieb.“[16] Das simulacrum spiegelt nicht die Wirklichkeit, sondern die Kategorien, nach denen das Objekt konstruiert, bzw. rekonstruiert und einem System zugeordnet wird. Lt. Barthes erlangen Objekte einen Systemstatus insofern, als sie durch die Sprache hindurchgegangen sind – so dass Bedeutendes (signifiant) und Bedeutetes (signifie) trennbar werden. Die Dinge stimmen also nicht mit ihrer Erscheinung überein, sondern gehören in eine künstliche Ordnung, die Foucault als „Repräsentation“ bezeichnet. Die Dinge werden zu semiologischen Objekten und werden mit Hilfe der Linguistik, die für Barthes die oberste Wissenschaft der Semiologie ist (anders als für Saussure, der die Linguistik als eine semiologische Methode ansah), untersucht. Mit Hilfe des Strukturalismus strebt Barthes einen Übergang vom Symbol- zum Paradigma-Bewusstsein an: ersteres sieht das Zeichen in seiner Tiefendimension, interessiert sich für das Bedeutete unter Zurückweisung der Form, die als etwas Determiniertes angesehen wird; letzteres vergleicht die Formen zweier Zeichen, die Variationen symbolischer Formen. Das Paradigma-Bewusstsein behält vom Bedeuteten nur dessen demonstrative Rolle, beseitigt aber nicht das Bedeutete.[17] Traum des Strukturalisten ist ein Syntagma-Bewusstsein, ein Bewusstsein von den Beziehungen zwischen den Zeichen, der Zwänge, Toleranzen, Freiheiten ihrer Verknüpfung. Das strukturale, semantische Bewusstsein sollte seinen Träger in die Lage versetzen, auf das Bedeutete zu verzichten und erlaubte somit, „sich operationelle Ganzheiten vorzustellen, … komplexe Klassifizierungen“, die es ermöglichen „wirklich kybernetische ‚Programme’ zu konzipieren, …, mythische ‚Reihen’ zu rekonstruieren.[18]

„Häufig beginnen die Texte Barthes’ wie Gelehrtenartikel: Eine Unterscheidung wird vorgenommen, Termini werden definiert. Der wissbegierige Leer freut sich bereits darüber: dies sind also, sagt er sich, wohlerprobte Waffen die ich künftig selbst gebrauchen könnte. Aber ganz allmählich und gleichsam durch den Effekt einer abgehärteten Strategie wird die Hoffnung enttäuscht, und wen es irgendwo auf der Welt Barthesianer gibt, so erkennen sie sich nicht an einem Vorrat gemeinsamer Begriffe; .. . Die Wörter Barthes’ ergeben niemals Waffen und verbieten das ‚Begreifen’; im weiteren Fortgang des Textes entgehen sie einer Präzisierung, zerspringen vielmehr, verstreuen und verlieren sich.“[19]

Barthes’ Anliegen im Umgang mit Texten/Sprache/Theorien ist es, der hermeneutischen Verriegelung die fragmentarische Offenheit entgegenzusetzen. Er betont in „Elemente der Semiologie“ die Vorläufigkeit seiner Aussagen und äußerte sich – rückblickend – distanziert-skeptisch über die strukturalistische Methode: so z.B. in „Sollers ecrivain“:

’ … mit der Struktur ist es fast wie mit der Hysterie bestellt; beschäftigen Sie sich damit, so steht sie außer Zweifel; tun Sie, als ob Sie sie ignorierten, so verschwindet sie. Alles in allem gibt es zwei Arten von Phänomene: die einen entziehen sich dem Blick (gehören zur Ordnung des ‚Geheimnisses’); die anderen entstehen aus dem Blick und existieren nur in dem Maße, wie man sie betrachtet (gehören zur Ordnung des ‚Schauspiels’). Allmählich beginne ich das Schauspiel (die Fiktion) der Struktur vorzuziehen, denn am Ende baut jede Struktur eine Fiktion auf, ein Theatergespenst’.’“[20]

Barthes betont hier also das Modellhafte des Strukturalismus und die Bedeutung des Standpunktes/der Perspektive. Struktur ist Fiktion, die erst durch den Blick des Betrachters zur realen (aus den Relationen gefilterten) Substanz wird. In „Barthes par barthes“ hebt er die Bedeutung des Strukturalismus als Versuch, sich gegen das Zum-Schweigen-verdammt-Sein zu wehren, hervor: er beschreibt sich selbst in einer Bar sitzend; die Bar als Ort unstrukturierten, gleichförmigen Lärmens, der ihm nicht die Freiheit der Wahl zwischen sprechen und schweigen lässt, zwingt ihn, sich die Struktur als eine Art Rettungsanker vor dem versinken in der Dumpfheit herbeizuwünschen:

La structure au moins me fournit deux termes dont je peux à volonté marquer l’un et renvoyer l’autre; elle est donc à tout prendre un gage (modeste) de liberté: comment ce jour-là donner un sens á mon silence, puisque, de toutes manières, je ne peux parler ?“[21]

III. LITERATURKRITIK

„The educational system was rigid and outdated. A liberal university admissions policy was combined with a teaching method based largely on formal lectures, and the vast student body found itself with no say in the running of a system that seemed to be largely irrelevant to its needs.”[22]

Diese streng gehaltene Gleichförmigkeit der etablierten Lehre wurde durch die ersten Veröffentlichungen Barthes` und der „nouvelle critique“ ins Wanken gebracht. Nicht genug, dass die unter dem Namen „nouvelle critique“ locker zusammengeschlossenen jungen Schreiber den Frevel besaßen, moderne, außerliterarische Theorien auf die Interpretation der sog. Klassiker der Literatur anzuwenden und damit die ewigen Wert-Fragen ins Zwielicht brachten –darüber hinaus wagten sie es auch, die universitäre Bildung selbst anzugreifen. „The New Critics despised the university establishment and met with opposition from it about the time of Barthes’ Sur Racine (1963;…).“[23] Darüber hinaus kam es zu einem öffentlichen Streit zwischen “alter” und “neuer” Kritik: als selbsternannter Vertreter der ersteren veröffentliche Raymond Picard sein Pamphlet unter dem Titel: „Nouvelle critique ou nouvelle imposture“, in de er – speziell am Beispiel von Roland Barthes – beweisen wollte, dass es sich bei der neuen Kritik nur um „abgelegte Hemden“ handele.[24] Seine Vorwürfe betreffen

- die Rolle des Kritikers; die Vertreter der n.c. nähmen sich selbst zu wichtig, stellten sich selbst anstatt das Werk in den Vordergrund;
- die Sprache; die n.c. betreibe verschwommene Wahrsagerei; ihre Sprache sei voller Neologismen und zeige einen pathologischen Charakter;
- die Indifferenz der n.c. gegenüber literarischen Strukturen;
- die Verallgemeinerung der n.c. von Einzelaussagen;
- den Widerspruch in dem die n.c. sich befindet, wen sie einerseits die Notwendigkeit, den Text mit Hilfe außerliterarischer Bezüge zu interpretieren, leugne und andererseits den Text als zeichenmaterial behandele, in das sie hinterrücks ihre eigenen Theorien einführten;
- die Nicht-Anerkennung universitärer Arbeit und totale Unkenntnis der Grundlagen wissenschaftlichen Vorgehens.

In „Kritik und Wahrheit“[25], seiner Antwort auf diese Vorhaltungen, gibt Barthes Beispiele, wie au diesem Streit eine „Hinrichtungskritik“ hervorging, die für ihn nur logische Folgerung einer Kritik, die den Diskurs verbietet, sind. Er reagiert, indem er

- der alten Kritik ihren Anspruch auf Objektivität vorwirft, hinter dem sich nichts als eine getarnte Ideologie verberge;
- dem Kritiker das Recht auf ein Urteil abspricht: seine Aufgabe sei die Rekonstruktion, nicht die Zensur;
- den Wahr-scheinlichkeitscharakter der alten Kritik hervorhebt, der sich auf das als evident und natürlich gesetzte berufe;
- eine Linie zeichnet, in der aufgrund von Diskursverboten Nichtübereinstimmungen zu Abweichungen, Fehlern Sünden, Krankheiten und schließlich Ungeheuerlichkeiten abgestempelt werden.

[...]


[1] Barthes, Roland: Roland Barthes par roland barthes. Éditions du Seuil, Paris, 1975

[2] Meyers Neues Lexikon. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, 1972

[3] Barthes, R.: Am Nullpunkt der Literatur. FaM, 1982

[4] Barthes, R.: Das Reich der Zeichen. FaM, 1981

[5] Barthes, R.: Literatur oder Geschichte. FaM, 1969, S. 121

[6] So auch der Titel eines seiner Bücher, in dem er vorschlägt, den Text als Körper wahrzunehmen und die Freude (Plaisir) am Text übergehen zu lassen in jouissance als erotischer und kritischer Wert der Textbetrachtung. Barthes, R.: Die Lust am Text. FaM, 1974

[7] Selbst die nahe stehenden Diskurspartner scheinen ratlos, sh. dazu: Henschen, H.H. (Hg.): Roland Barthes. München , 1988

[8] Röttger-Denker, G. Roland Barthes zur Einführung. Hamburg, 1989

[9] ebd. S.13

[10] ebd., S.28

[11] ebd., S.30

[12] ebd., S.44

[13] Altwegg, J./Schmidt, A.: Französische Denker der Gegenwart. München, 1987, S.7

[14] Schiwy, G.: Der französische Strukturalismus. Reinbek, 1969, S.15

[15] „Nährboden“ des Strukturalismus ist also die klassische Philosophenfrage nach Substanz und Relation. Das Problem hier scheint mir darin zu liegen, dass die Relation von Dingen untersucht werden soll, ohne dass zur Kenntnis genommen wird, dass die Dinge innerhalb eines Systems sowohl ihre Funktion als auch ihre Beziehung aus der vorher festgelegten Substanz herleiten. Eine derartige Vorgehensweise kann nur zu bestätigenden Aussagen über die Substanz kommen – ob sie diese dann ideologisch kritisiert , spielt keine Rolle mehr, da sie sie bestätigt und darüber hinaus den Beitrag/Widerstand des Subjekts verschwindend gering werden lässt. Wollte man wirklich „unvoreingenommen“ die Strukturen eines Textes betrachten, so würde die Aussage: der Autor beschreibt die hierarchische Gliederung eines Dorfes o.Ä. zu keiner anderen Feststellung führen, als dass der Autor dies eben tut. Alles weitere fällt in den Bereich der inhaltlichen Interpretation, die sich z.B. auf Kenntnis von biographischen Angaben stützt

[16] Barthes, R., IN: Schiwy, G., S.154

[17] Vgl. Barthes, R.: Literatur oder Geschichte, S.38ff

[18] ebd., S.41

[19] Todotov, R.: Der letzte Barthes. In: Henschen, S.131

[20] zit. nach Henschen, S.229

[21] a.a.O., S. 121

[22] Encyclopedia Britannica, 19, Macropedia, 1991

[23] ebd., Artikel über „French Literature“

[24] Picard, R.: Nouvelle critique ou nouvelle imposture. Paris, 1965

[25] Barthes, R. : Kritik und Wahrheit. FaM, 1967

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Roland Barthes und die Mythen des Alltags
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Diskursanalyse und Literaturwissenschaft
Note
2
Autor
Jahr
1992
Seiten
26
Katalognummer
V31198
ISBN (eBook)
9783638322744
ISBN (Buch)
9783640863419
Dateigröße
1282 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die Arbeit mit einer 1 oder 2 bewertet wurde, gebe daher vorsichtshalber eine 2 an.
Schlagworte
Roland, Barthes, Mythen, Alltags, Diskursanalyse, Literaturwissenschaft
Arbeit zitieren
Sabine Walther-Vuskans (Autor), 1992, Roland Barthes und die Mythen des Alltags, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31198

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