Information Lifecycle Management. Konzeptionelle Überlegungen


Diplomarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Kurzfassung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung und -abgrenzung
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Vorgehen

2 Grundlagen
2.1 Der Produktlebenszyklus
2.1.1 Vorbemerkung
2.1.2 Die vier Phasen des Produktlebenszyklus
2.1.3 Einflussfaktoren
2.1.4 Product Lifecycle Management (PLM)
2.1.5 Kritik am Produktlebenszyklus-Konzept
2.2 Technische Grundlagen
2.2.1 Speichermedien
2.2.2 Speichertechnologien
2.2.2.1 Direct Attached Storage (DAS)
2.2.2.2 Network Attached Storage (NAS)
2.2.2.3 Storage Area Network (SAN)
2.2.3 Arten von Daten

3 Problemanalyse
3.1 Datenwachstum
3.2 Administration
3.3 Gesetzliche Regelungen
3.4 Kosten
3.5 Upgrade-Strategien
3.6 Zusammenfassung

4 Information Lifecycle Management
4.1 Überblick: Der Lebenszyklus von Informationen
4.2 Das ILM-Konzept
4.2.1 Systems Managed Storage
4.2.2 Das Neue an ILM
4.2.2.1 Lebenszyklen
4.2.2.2 Bezug zu Geschäftsprozessen
4.2.2.3 Speichernetzwerke
4.2.3 Klassifikation der Daten
4.2.4 Storage-Management
4.2.5 Begriffe
4.2.6 Kann man ILM kaufen?
4.3 Notwendige Schritte für ILM
4.3.1 Notwendige Infrastruktur
4.3.2 Der Weg zu unternehmensweitem ILM
4.4 Strategie zur Einführung von ILM
4.5 Bereits verfügbare Lösungen
4.6 Noch zu lösende Probleme
4.7 Zusammenfassung

5 Vorbereitung der Evaluation
5.1 Vorbemerkung
5.2 Projektplan
5.3 Analyse der Umgebung und Bedarfsermittlung
5.3.1 NAS-Cluster
5.3.2 Redundanz und Ausfallsicherheit
5.3.3 Platzaufteilung
5.3.4 Distributed File System (DFS)
5.3.5 Backup und Snapshots
5.3.6 Bedarfsermittlung
5.4 Auswahl geeigneter Lösungen
5.4.1 Marktüberblick
5.4.2 Fazit
5.5 Implementierung

6 Evaluation File Lifecycle Management
6.1 Überblick über die Vorgehensweise
6.2 Funktionsweise
6.3 Übersicht über die Konfigurationsparameter
6.3.1 Allgemeine Einstellungen
6.3.2 Active-Storage-Konfiguration
6.3.3 Regeln und Policies
6.4 Erarbeiten einer „optimalen“ Konfiguration
6.4.1 Vorbemerkung
6.4.2 Anzahl der Speicher-Ebenen
6.4.3 Klassifikation der Dateien
6.4.3.1 Nach betrieblicher Relevanz
6.4.3.2 Nach Alter
6.4.3.3 Beispiel einer Analyse
6.4.3.4 Zusammenfassung
6.5 Auswirkungen auf die Datensicherheit
6.6 Auswirkungen auf die Kosten
6.6.1 Vorbemerkung
6.6.2 Migration von 50 % der Daten
6.6.3 Migration von 70 % der Daten
6.6.4 Business Continuity
6.6.5 Zusammenfassung
6.7 Ergebnis und Fazit

7 Zusammenfassung und Ausblick

Quellenverzeichnis

Stichwortverzeichnis

Anhang

Ehrenwörtliche Erklärung

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit mit dem Thema

„Konzeptionelle Überlegungen zu Information Lifecycle Management“

selbstständig und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Quellen und Hilfsmittel angefertigt habe.

Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten und nicht veröffentlichten Schriften entnommen wurden sind als solche kenntlich gemacht.

Die Arbeit ist in gleicher oder ähnlicher Form oder auszugsweise im Rahmen einer anderen Prüfung noch nicht vorgelegt worden.

Efringen-Kirchen, den 20.08.2004

Hinweis zum Umfang der Arbeit

Der Textteil der vorliegenden Arbeit – beginnend mit der Einleitung bis ausschließlich Quellenverzeichnis – umfasst 12 716 Wörter.

Kurzfassung

In den letzten Jahren mussten sich IT-Verantwortliche immer weniger über mangelnde Rechenleistung ihrer Infrastruktur Gedanken machen – jedoch immer mehr über einen Mangel an Speicherplatz. Dies wird hervorgerufen durch ein immenses Datenwachstum, welches sich zum einen aus immer neuen betriebswirtschaftlich notwendigen Applikationen (z.B. CRM, Data Warehouse) ergibt, und welches durch neue gesetzliche Bestimmungen zur Datenhaltung und Datenarchivierung zusätzlich noch verstärkt wird. Auch durch den zunehmenden Kostendruck sind deshalb neue Lösungen gefragt, die die Speicherhersteller in Form von ILM liefern.

Dieses erinnert stark an das traditionelle Hierarchical Storage Management (HSM), bei dem Informationen über die Zugriffshäufigkeiten und das Alter von Daten gesammelt werden und diese dann gemäß diesen Informationen, und damit gemäß ihrer Wichtigkeit, auf hochverfügbarem oder aber auf billigerem Speicher abgelegt werden. Das Neue an ILM ist jedoch, dass sich dies nicht auf einen Großrechner beschränkt, sondern dass dieses Konzept auf die komplette Speicher-Infrastruktur, im Idealfall in einem SAN, angewandt wird. Außerdem spielen bei der Klassifikation der Daten noch weitere Aspekte eine Rolle, z.B. die Unterstützung von Geschäftsprozessen.

Das Thema ILM ist noch so jung, dass noch längst nicht alle Teilaspekte dieser großen ILM-Vision technisch realisiert und verfügbar sind. Diese Arbeit gibt einen Überblick über ILM, sowohl was die bereits eingesetzten Aspekte betrifft, als auch jene Aspekte, die sich noch in der Entwicklung befinden. Des Weiteren wird ein Teilaspekt im Rahmen einer betrieblichen Problemstellung genauer betrachtet. Bei der Hoffmann-La Roche AG gibt es einen Einsparungsbedarf im Bereich Windows-Fileservices. Hierzu wurde die Software „File Lifecycle Manager“ von Nuview hinsichtlich Technik und Kosten/Nutzen evaluiert.

In dieser Arbeit wird gezeigt, dass ILM einen interessanten Ansatz darstellt, der die Speicherwelt zwar nicht revolutioniert, der jedoch für jeden IT-Verantwortlichen mindestens eine Überlegung wert ist.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Produktlebenszyklus

Abb. 2: Technologiezyklen innerhalb eines Nachfragezyklus

Abb. 3: Speicherhierarchie

Abb. 4: Direct Attached Storage (DAS)

Abb. 5: Network Attached Storage (NAS)

Abb. 6: Storage Area Network (SAN)

Abb. 7: Der Lebenszyklus von Daten

Abb. 8: Speicherklassen im Lebenszyklus

Abb. 9: Storage-Management im Informations-Lebenszyklus

Abb. 10: Networked Tiered Storage

Abb. 11: Anwendungsspezifisches ILM

Abb. 12: Unternehmensweites ILM

Abb. 13: Projektplan

Abb. 14: NAS-Cluster Architektur

Abb. 15: Volume-Aufteilung eines Cluster-Knotens

Abb. 16: Snapshot

Abb. 17: Änderung nach Snapshot

Abb. 18: FLM-Architektur

Abb. 19: Ablauf FLM-Prozess

Abb. 20: Alter der Dateien

Abb. 21: Übersicht Struktur der Dateien

Abb. 22: Entwicklung des Platzbedarfs (FLM 50 %)

Abb. 23: Entwicklung des Platzbedarfs (FLM 70 %)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Phasen des Produktlebenszyklus

Tab. 2: Time since written > 20 d

Tab. 3: Time since read > 20 d

Tab. 4: Entwicklung des Platzbedarfs (FLM 50 %)

Tab. 5: Entwicklung des Platzbedarfs (FLM 70%)

Tab. 6: Übersicht Kosten

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Daten – Informationen

Anlage 2: Topologie NAS-Cluster

Anlage 3: Installation Nuview FLM

Anlage 4: Screenshots Nuview FLM

Anlage 5: Wachstum des Speicherbedarfs

Anlage 6: Preisentwicklung von Festplatten

1 Einleitung

1.1 Motivation

„640 Kilobyte ought to be enough for anybody.“ Bill Gates, 1981.

Bei diesem Zitat ging es zwar um Arbeits- und nicht um Massenspeicher, dennoch zeigt es sehr deutlich, wie sich in 20 Jahren nicht nur die Technologie selbst geändert hat, sondern auch die Ansprüche, die wir an sie stellen. So können wir heute in der Zeit der Terabytes über ein solches Zitat nur noch lachen. Laut einer Studie[1] der University of California in Berkeley sind allein im Jahr 2002 ca. 5 Exabyte[2] an neuen Daten generiert worden. Dies entspricht bei 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde ca. 800 Megabyte pro Person. Wohlgemerkt, dies sind nur die neu entstandenen Daten.

Dieses Datenwachstum findet insbesondere auch innerhalb der Unternehmen statt. Im Zeitalter des E-Business haben sich zahlreiche neue Applikationen entwickelt. Neben ERP-Systemen gibt es heute zunehmend auch Data-Warehouse-Systeme, Customer Relationship Management oder Supply Chain Management, um nur die wichtigsten zu nennen. Diese Applikationen zeichnen sich nicht nur durch ihre Lebensnotwendigkeit für die Unternehmen aus, sondern in ihrer Bedeutung für diese Arbeit insbesondere auch dadurch, dass sie einen enormen Bedarf an Speicherressourcen haben, der zudem auch immer weiter ansteigt. Die IT-Abteilung eines durchschnittlichen Unternehmens hat pro Jahr einen Bedarf an neuem Speicher von 50-70 % des bestehenden Speichervolumens[3]. Alte Daten können nicht einfach gelöscht werden, da es mittlerweile zahlreiche gesetzliche Bestimmungen gibt, zu deren Erfüllung umfangreiche Archive angelegt werden müssen und Daten jederzeit verfügbar sein müssen.

Bei fortdauerndem Speicherwachstum gilt es jedoch auch zu bedenken, dass die mit der Zeit gewachsene Landschaft an Speichersystemen in einem Unternehmen zunehmend komplexer wird. Die Systeme müssen auch wartbar und verwaltbar bleiben, und man benötigt insbesondere auch Administratoren, die den Überblick über die zunehmende Komplexität bewahren können, was jedoch ab einem bestimmten Maß kaum noch möglich ist.

Dem gegenüber steht der wachsende Kostendruck auf den IT-Abteilungen. Nach dem E-Business-Hype Ende der 90er-Jahre, fragte man sich in den letzten Jahren in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten als Erstes, wo IT-Kosten eingespart werden könnten. Dies passt allerdings nicht zu der oben geschilderten Problematik. Wenn immer größere Anforderungen in immer kleinere Budgets gezwängt werden, bekommt man früher oder später ein Problem. Daraus lässt sich leicht erkennen, dass hier viel Raum für neue Ideen und Konzepte ist, mit denen man allen Anforderungen und Rahmenbedingungen gerecht werden kann. Die Speicher-Hersteller haben reagiert und hier ein neues Schlagwort generiert, welches momentan in aller Munde ist: Information Lifecycle Management (ILM). Auch wenn man natürlich stets bedenken muss, dass auch Firmen wie EMC[4] oder HP[5] letztlich nur ihre Produkte verkaufen wollen, so scheint hinter ILM doch mehr zu stecken, als nur eine Marketing-Kreation. Es mag zwar keine Revolution der Storage-Technologie bedeuten, dennoch sollte in jedem größeren Unternehmen ein Blick darauf geworfen werden.

1.2 Problemstellung und -abgrenzung

Das in dieser Arbeit behandelte Problem ergibt sich aus dem fortdauernden, stetigen Informationswachstum, das zunehmend mehr Speicher notwendig macht, bei gleichzeitig zunehmendem Kostendruck auf die Informatik. Selbst wenn man genug Geld hätte, um unbegrenzt Speicher kaufen zu können, hätte man das Problem, dass der Aufwand für die Verwaltung dieses Speichers ebenfalls sprunghaft ansteigt. Es ist mit den zur Verfügung stehenden Mitteln also mittelfristig kaum noch möglich, genügend Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund sind die Speicher-Hersteller auf ILM gekommen, welches all diese Probleme lösen soll. Um dies möglich zu machen, sind allerdings einige Voraussetzungen nötig, ohne die ILM nicht funktionieren kann.

Neben diesem allgemeinen Teil soll auch eine konkrete betriebliche Problemstellung behandelt werden: Bei der Hoffmann-La Roche AG soll ILM zunächst im Bereich Fileservices evaluiert und gegebenenfalls auch eingeführt werden.

Genau wie ILM versucht jedoch auch diese Arbeit nicht, die Ursachen der Probleme, also in erster Linie das immense Informationswachstum, zu lösen, dies wird als gegeben und nicht beeinflussbar hingenommen. Es soll vielmehr ein Ansatzpunkt gefunden werden, um mit den Auswirkungen besser umgehen zu können. Diese Arbeit kann auch kein detaillierter, umfassender Leitfaden zur Einführung von ILM sein, jeden Teilaspekt genau zu betrachten würde den vorgegebenen Rahmen bei weitem sprengen.

1.3 Ziel der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das Konzept „Information Lifecycle Management“ und die dahinter stehende Philosophie zu geben, sowie Teilaspekte zu beleuchten, die durch ILM berührt werden. Daneben soll jedoch auch ein Teilaspekt, „File Lifecycle Management“ (FLM) am Beispiel der Hoffmann-La Roche AG, genauer betrachtet werden. Dies dient insbesondere dazu, zu prüfen, ob ILM, angesichts dessen was es derzeit leisten kann, bereits genug gereift ist, um einen konkreten Nutzen bieten zu können.

1.4 Vorgehen

Zunächst soll im folgenden Kapitel dargestellt werden, woher das Konzept eines „Lifecycles“ eigentlich stammt, bzw. wo dies überall bereits Anwendung findet. Dies ist notwendig, um die Übertragung des Konzeptes auf Informationen verstehen zu können. Außerdem sollen an dieser Stelle auch die bestehenden technischen Grundlagen zur Speicherung von Informationen erläutert werden.

Im darauf folgenden Kapitel soll dann eine umfassende Problemanalyse vorgenommen werden und die einzelnen Problemkreise bei der Speicherung von Informationen dargestellt werden, um dann anschließend auf das Konzept, welches hinter „Information Lifecycle Management“ steckt, als mögliche Lösung zu kommen.

Im Anschluss daran soll konkreter auf die betriebliche Problemstellung eingegangen werden. Hier steht der Bedarf an einer reinen File-Lifecycle-Management-Lösung im Vordergrund. Eine solche soll sowohl technisch als auch hinsichtlich des Kosten- und Nutzen-Aspektes evaluiert werden.

2 Grundlagen

2.1 Der Produktlebenszyklus

2.1.1 Vorbemerkung

Lebenszyklen kennt man ursprünglich aus der Biologie. Jede Pflanze, aber auch jedes Tier sowie der Mensch durchlebt einen Lebenszyklus, in vereinfachter Form charakterisiert durch eine Wachstumsphase, eine Reifephase (Adultphase) und schließlich eine Phase des Rückgangs. Doch nicht erst in der Informationstechnologie, sondern vor allem in der Betriebswirtschaftslehre macht man sich dieses Konzept schon seit längerer Zeit zunutze, in dem man beispielsweise auch Produkten oder Märkten einen Lebenszyklus zuspricht. An Hand spezieller Eigenschaften der verschiedenen Phasen leitet man darauf abgestimmte Strategien und Handlungskonsequenzen ab. Sucht man im Internet nach „Lifecycle Management“, so stellt man schnell fest, dass es offensichtlich sogar „in“ ist, allem und jedem einen Lebenszyklus zu verpassen. So findet man Dinge wie Customer Lifecycle Management, Service Lifecycle Management, Asset Lifecycle Management, Quote & Order Lifecycle Management oder gar Portal Lifecycle Management. Dies mögen teilweise bloße Marketing-Sprach-Spielereien sein, bei denen sich „Lifecycle“ in erster Linie gut anhören soll. Die bewährten Ansätze sollen im Folgenden aber genauer unter die Lupe genommen werden.

2.1.2 Die vier Phasen des Produktlebenszyklus

Allgemein wird der Lebenszyklus eines Produktes in vier Phasen unterteilt. Die Unterscheidung der Phasen erfolgt dabei im Wesentlichen an Hand der durch das Produkt generierten Umsätze. Die einzelnen Phasen sind dabei folgendermaßen charakterisiert[6]:

1. Einführungsphase: Direkt nach der Einführung eines Produktes sind die Verkaufszahlen und damit der Umsatz noch vergleichsweise niedrig. Das Produkt ist noch nicht in das Bewusstsein der Käufer gelangt, es muss durch Werbung zuerst bekannt gemacht werden, ein Marken-Bewusstsein geschaffen werden. Zusammen mit der Tatsache, dass der Umsatz noch niedrig ist, sorgen die hohen Marketing-Ausgaben dafür, dass hier meist ein Verlust erwirtschaftet wird. Beim Produktpreis gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder man versucht mit einer Penetrationsstrategie durch niedrige Preise schnell Marktanteile zu gewinnen, oder (insbesondere bei völlig neuen Marktsegmenten) man versucht die Entwicklungskosten durch relativ hohe Preise möglichst schnell wieder herein zu holen.
2. Wachstumsphase: Im Erfolgsfall erreicht das Produkt in dieser Phase einen immer höheren Bekanntheitsgrad, die Umsätze steigen sehr schnell an. Möglicherweise können neue Marktsegmente hinzu gewonnen werden, durch neue Produktvariationen, neue Verpackungen oder eine Verbesserung der Qualität. So kann der Kundenkreis noch weiter ausgeweitet werden. Die Marketing-Ausgaben bleiben in der Regel hoch, da in dieser Phase die ersten Mitbewerber auftauchen, so dass man die Kunden davon überzeugen muss, dass das eigene Produkt das bessere ist.
3. Reifephase: In dieser Phase werden die größten Umsätze erzielt. Das Umsatzwachstum verläuft nun sehr langsam, um irgendwann ganz zu verebben. Das Produkt hat mittlerweile einen sehr hohen Bekanntheitsgrad, die Marketingaktivitäten beschränken sich nun also darauf, Kunden von Mitbewerbern weg zu locken, neue Nutzer können kaum noch hinzu gewonnen werden. Das Hauptaugenmerk liegt in dieser Phase darauf, die bestehenden Marktanteile mindestens zu halten, und den Produktlebenszyklus möglichst zu verlängern. Da in dieser Phase die größten Gewinne abgeschöpft werden können, muss man sie so lange wie möglich am Leben erhalten.
4. Degenerationsphase: Die Phase der Gewinnabschöpfung ist nun zu Ende. Die Gründe dafür können entweder in einem gesättigten Markt liegen, in einem veränderten Geschmack der Kunden, oder aber darin, dass die dem Produkt zu Grunde liegende Technologie nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. So lange noch ein gewisser Gewinn erwirtschaftet wird, bleibt das Produkt im Portfolio. Eventuell kann nach einer „Auffrischung“ ein Relaunch erfolgen, der dann wiederum mit starken Marketingaktivitäten einhergeht; oder aber es steht bereits ein Nachfolgeprodukt in den Startlöchern.

Andere Quellen[7] gehen auch von fünf Phasen aus: hierbei wird zusätzlich eine Sättigungsphase differenziert betrachtet, die zwischen Reife- und Degenerationsphase angesiedelt ist. In dieser Phase findet zwar bereits ein Umsatzrückgang statt, dieser ist jedoch noch so schwach, dass er lediglich darauf zurückzuführen ist, dass mittlerweile nur noch „Ersatzkäufe“ getätigt werden, keine wirklichen Neuanschaffungen mehr. Das Produkt ist jedoch noch nicht völlig „out“.

Wenn man sich die Umsätze eines Produktes während seines Produktlebenszyklus im Zeitverlauf vor Augen führt, so kommt man zu einer grafischen Darstellung, die in etwa so aussehen könnte:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Produktlebenszyklus[8]

Nach Kotler/Bliemel[9] lassen sich die einzelnen Phasen des Produktlebenszyklus sowie die jeweils zugehörigen Marketing-Strategien folgendermaßen übersichtlich darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Phasen des Produktlebenszyklus

2.1.3 Einflussfaktoren

Auch wenn das Wort „Lebenszyklus“ einen idealtypischen Verlauf wie bei einem lebenden Organismus suggeriert, so ist natürlich in der Realität solch ein klar geregelter Ablauf wie oben beschrieben kaum anzutreffen. Zum einen gibt es sehr große Unterschiede im Verlauf solcher Zyklen je nach Art des Produktes. Viele Nahrungsmittel verkaufen sich beispielsweise über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert, während stark von der Technologie abhängige Produkte meist einen eher kurzen Lebenszyklus aufweisen. Zum anderen sind die äußeren Einflüsse auf ein Produkt bzw. auf einen Markt so groß und vielschichtig, dass sich kaum ein so idealer Lebenszyklus mit solch glatter Umsatzkurve ergeben wird. Vielmehr spielen eine Menge von Faktoren (die selbst in Form eines Lebenszyklus verlaufen) eine Rolle, die das Idealbild des Produktlebenszyklus sprengen. Die drei wichtigsten Einflussfaktoren sind nach Zingel[10] folgende:

[...]


[1] vgl. [Berk03]

[2] 1 Exabyte entspricht 1000 Petabyte bzw. 1 Million Terabyte

[3] vgl. [Hori03]

[4] www.emc.com

[5] www.hp.com

[6] vgl. [Netm04]

[7] siehe [Zing00]

[8] Quelle: [Unib96]

[9] vgl. [KoBl95], S. 586

[10] vgl. [Zing00]

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten

Details

Titel
Information Lifecycle Management. Konzeptionelle Überlegungen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Lörrach, früher: Berufsakademie Lörrach
Note
1,1
Autor
Jahr
2004
Seiten
76
Katalognummer
V31207
ISBN (eBook)
9783638322812
ISBN (Buch)
9783638702836
Dateigröße
1223 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzeptionelle, Information, Lifecycle, Management
Arbeit zitieren
Thomas Sturm (Autor), 2004, Information Lifecycle Management. Konzeptionelle Überlegungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31207

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