Memos. Konzeptioneller Entwurf eines fiktiven Projektes zum Thema Selbstreguliertes Lernen


Projektarbeit, 2012
25 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Exordium

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Vorstellen der Projektinhalte
2.2 Zielgruppe
2.3 Theorien zu Selbstreguliertem Lernen

3 Trainingskonzept
3.1 Lernformen

4 Evaluation

5 In the end - Forschungsausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

8 Abkürzungsverzeichnis

1 Exordium

Dies ist eine theoretische Arbeit zum Thema Selbstreguliertes Lernen, wel­che ebenso eine pädagogisch-psychologischer Perspektive impliziert. Die grundlegende Struktur differenziert sich in die Abschnitte 'Erfassung', 'Kon­zept' sowie 'Intervention'. Diese Intitulation ist jedoch nicht verßafiter dem In­haltverzeichnis zu entnehmen. Die Erfassung entspricht in diesem den theo­retischen Grundlagen; dem Konzept und der Intervention. Die Intervention entspricht dem Trainingskonzept und sich eo ipso anschließend, folgt die Eva­luation. Diese wird durchgeführt, um einen entsprechenden Projekterfolg bzw. -misserfolg aufzeigen zu können.

Die Klimax 'Erfassung - Konzept - Intervention' entspricht bzw. spiegelt sich ergo ebenfalls in der Struktur dieser Hausarbeit wieder. Sprich; sie zeichnet sich in den theoretischen Grundlagen, dem Trainingskonzept und der Eva­luation ab (siehe hierzu auch Inhaltsverzeichnis auf Seite zwei dieser Haus­arbeit).

In Kapitel zwei wird detailliert auf die theoretischen Grundlagen zu Notier­techniken eingegangen. Ferner erfolgt eine Vorstellung der Projektinhalte so­wie eine spezifische Betrachtung der Zielgruppe; sprich, es wird eine Ziel - gruppenanalyse simuliert. Den Abschluss des zweiten Kapitels bildet eine theoretische Betrachtung des Selbstregulierten Lernens, in welchem adäqua­te Theorien zum Selbstregulierten Lernen präsentiert werden.

Im dritten Kapitel wird auf das Trainingskonzept zu den Notiertechniken und der Lernform innerhalb des Trainingskonzeptes eingegangen. Im folgenden Kapitel wird analysiert, inwiefern sich eine fiktive Evaluation generieren las­sen würde und welche spezifischen Schritte innerhalb dieser Evaluation durchgeführt werden müssten. Der abschließende Forschungsausblick in Ka­pitel fünf gestaltet das Finale dieser Hausarbeit und verweist auf weiteres Forschungspotential zur Thematik der Notiertechniken.

Die hier präsentierte Projektarbeit soll logischerweise keine Ergebnisse vor­wegnehmen, da deren Durchführung nicht stattfindet. Ergo wird in dieser Hausarbeit das Vorgehen der Projektarbeit erläutert, methodisch exponiert und referiert; sowie wissenschaftlich fundiert aufgearbeitet. Der inhaltliche Fokus bezieht sich auf das Selbstregulierten Lernen und die Förderung des selbigen.

Das Thema Selbstreguliertes Lernen findet sich mannigfaltig und in den un­terschiedlichsten Fachliteraturen der Pädagogikwieder1.

Um einen speziellen Bezug zur Medienpädagogik; sprich, der Pädagogik des E-Learning und der Neuen Medien, zu generieren sei auf folgendes Zitat ver­wiesen:

„Medienkompetenz rekurriert in zentraler Weise auf die Selbstorganisationsdispositio­nen und -fähigkeiten des Menschen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen in ihren immer mehr durch Medialisierung gekennzeichneten Lebenswelten in der Lage sein, Medien selbst organisiert, reflektiert und kreativ zu nutzen, ihre symbolische Um­welt eigenständig zu strukturieren und mit Sinn zu verstehen, und zwar unter medial, sozial wie gesellschaftlich unbestimmten Bedingungen, in denen immer weniger feste Traditionen und Autoritäten sowie klare Zielmarken der Lebensführung durchscheinen und erfahrbar werden. Somit ist der Diskurs über Medienkompetenz seit den 1970er Jahren - nicht nur beeinflusst von der Wiederentdeckung sozialer Handlungstheorien, sondern auch von einen Paradigmenwechsel in der Medienwirkungsforschung - die medienpädagogische Antwort auf einen aktiven Mediennutzer, der nicht mehr nur durch Medien sozialisiert wird. Bezogen auf Kinder und Jugendliche ist das Aufwach­sen (mit Medien) verstärkt auch dadurch geprägt, dass die Heranwachsenden sich selbst sozialisieren (müssen).“ (Hugger, 2008, S. 95)

Die hier dokumentierte Projektarbeit beschäftigt sich inhaltlich mit der The­matik 'Notizenmachen'. Wie bedeutsam diese zunächst trivial erscheinende Thematik ist, deutet folgendes Zitat an.

„Insbesondere Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II sowie Studierende fül­len über Jahre hinweg tausende von Seiten mit Notizen. Auch für das Lernen am Ar­beitsplatz spielen Notizen eine wichtige Rolle. Strategien zur Wissensgenerierung auf der Grundlage von Texten oder Vorträgen als Teil des persönlichen Wissensmanage­ments werden in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt zunehmend wichtiger (Reinmann-Rothmeier & Mandl, 2000)2.“ (Staub, 2006, S. 59)

Diesen letzten Gedankengang memorierend sei auf die folgenden Seiten ver­wiesen.

2 Theoretische Grundlagen

Innerhalb dieses Kapitels findet eine theoretische Fundierung zur Thematik 'Notizenmachen' bzw. zur 'Notiertechnik' statt. Die hier präsentierten wissen­schaftstheoretischen Ansätze lassen sich ebenso bzw. in didaktisch reduzier­ter Form und Ausdrucksweise auch in der gängigen Sachliteratur sowie der Belletristik finden3. In diesem letztgenannten Literaturbereich werden sie häu­fig unter Siogans wie 'Kreativitätstechnik / -en', 'Mindmapping' oder (als wis­senschaftstheoretisches Setting) 'Alltagspsychologie' erwähnt.

In dieser Hausarbeit erfolgt eine Distanzierung von diesem Betrachtungsni­veau. Dies geschieht unter dem Vorbehalt nichtsdestotrotz die im vorherigen Absatz angesprochenen Siogans zu verwenden, da sie zum Verstehenspro­zess und zurAnschaulichkeit der Inhalte dieser Hausarbeit konstruktiv beitra­gen.

Folgendes Zitat von Staub expliziert den exakten Zusammenhang des Selbstregulierten Lernens und der subjektiv-studentischen Applikation von Notiertechniken. Beide Aspekte lassen sich innerhalb einer pädagogisch-psy­chologischen Perspektive der Metakognition zuordnen.

„ln den experimentellen Arbeiten zum Notizenmachen bestimmten die Versuchspläne, ob, und in selteneren Fällen auch in welcher Form, Notizen anzufertigen waren. Damit hatten sich die Lernenden die Frage nach dem situationsadäquaten Einsatz von Noti­zen nicht zu stellen. Die Metakognitionsforschung hatjedoch gezeigt, dass sich erfolg­reiche Lerner darin auszeichnen, dass sie über ein reiches Repertoire an flexibel er­setzbaren Strategien verfügen (Brown, 1984; Schunk & Zimmerman, 1994)4. Lern­techniken wie das wie das Unterstreichen von Textteilen, das mündliche Zusammen­fassen, das Notieren von Paraphrasen oder das Visualisieren gelten dann als Be­standteil von Strategien, wenn zugleich auch ein Wissen dazu vorhanden ist, wann, wo und wie diese Techniken produktiv zu verwenden sind. Eine Strategie besteht aus einer Kombination von spezifischen Techniken, die bewusst im Hinblick auf Ziele aus­gewählt werden und deren Ausführung überwacht wird (Pressley, Borkowski & Schneider, 1987; Wade et al., 1990)5. Der gute Strategiebenutzer zeichnet sich da­durch aus, dass er aus einem breiten Repertoire an Techniken zielbewusst [quasi in­tentional, K. E.] auswählt und ihren Einsatz kontinuierlich an die sich verändernden Anforderungen der Situation anzupassen versteht.“ (Staub, 2006, S. 66)

Dieses Zitat von Staub verdeutlicht, dass Studenten, welche Notiertechniken verwenden essenziell metakognitiv tätig sind. Meist benutzten sie ebenfalls differente Lernstrategien, welche intentional integriert werden. Zur erfolgrei­chen Aufgaben- bzw. Lernanforderungsbewältigung werden diese Lernstra­tegien stets von neuem situationsspezifisch adaptiert.

Bezüglich der Intentionalität der Notiertechniken bzw. des Notizenmachens führt Staub weitere interessante und substanzielle Aspekte aus:

„Auch das Notizenmachen steht im Dienste von Handlungszielen. Aus handlungstheo­retischer Sicht spielen Ziele für den Umgang mit neuer Information eine zentrale Rolle. Ein aktives Handlungsziel erzeugt eine Perspektive, unter der Informationen gesucht, verarbeitet und im Hinblick auf ihren Informationswert in antizipierten Verwendungszu­sammenhängen bewertet werden (Muthig & Piekara, 1984)6. Aus dieser Sicht werden Lernanstrengungen oder externe Speicherungen dann erforderlich, wenn neue Infor­mationen für die aktuelle Zielerreichung als relevant eingeschätzt wird. Da die interne Speicherung von größeren Informationsmengen sehr aufwendig ist, kann die externe Speicherung neuer Information [sic] in Form von Notizen von sofort notwendigen Lern­anstrengungen entlasten. Allerdings ist jeder neue Zugriff auf extern gespeicherte In­formation mit entsprechendem Suchaufwand auch immer wieder neu zu bezahlen. Ob bei der Verarbeitung von Textelemente Notizen angefertigt werden, hängt davon ab, inwieweit die entsprechenden Informationen unter der gegebenen Zielsetzung als re­levant beurteilt werden (Muthig & Piekara, 1984; Spiel, 19927 ). Unter verschiedenen Zielsetzungen kann sich die Relevanz identischer Textteile unterscheiden (Piekara et al., 1987)8. (Staub, 2006, S. 66 f.)

Die Notiertechniken bzw. das Notizenmachen sekundiert den Lerner dahin­gehend, dass die Lernanstrengungen dezimiert werden können. Erfolgt die Verwendung eines Inhaltsverzeichnisses oder eine Differenzierung des Lern­materials durch 'Laßeis' bzw. 'Poster - notes', kann auch der von Staub angespro­chene Suchaufwand dezimiert werden.

Welche weiteren Vorteile und intentionale Bereicherungen für Studierende durch Notiertechniken bzw. durch das Notizenmachen resultieren; konkreti­siert folgendes Zitat von Staub:

„Für Studierende liegt das übergeordnete Ziel für das Anfertigen von Notizen vor allem darin, in den besuchten Lehrveranstaltungen gute Leistungen zu erzielen (Van Meter et a(., 1994)9. Im Hinblick auf dieses Globalziel werden weitere Teilziele wichtig, die je nach Situation gleichzeitig oder mit wechselnder Bedeutung die Handlungsregulation beeinflussen. Die von Van Meter et af. (1994) befragten Studierenden nannten mit großer Übereinstimmung folgende Teilziele als Gründe dafür, warum sie Notizen ma­chen: um [sic] die Aufmerksamkeit während der Lehrveranstaltungen fokussiert zu hal­ten, zum besseren Verstehen und Lernen der präsentierten Inhalte während der Lehr­veranstaltung, zur Strukturierung und zusammenhängenden Darstellung der in der Veranstaltung dargebotenen Informationen, zur Bereitstellung von Grundlagen für spätere Prüfungsvorbereitungen sowie zur Sammlung von Hinweisen für das Lösen von Hausaufgaben.“ (Staub, 2006, S. 67)

Es existieren ergo mehrere differente Motive und Motivationsfaktoren, welche Studierende dazu effizieren Notizen anzufertigen. Wie das letzte Zitat von Staub verdeutlicht, stehen diese Motive und Motivationsfaktoren in direkter Relation mit den sogenannten (bzw. in dem Zitat von Staub so definierten) 'Teilzielen' und 'Globalzielen' beim Lernen, welche letztlich maßgeblichen Einfluss aufdie (Lern-) Leistungen haben.

Zusätzliche positive Aspekte, welche aus Notiertechniken bzw. aus dem Noti­zenmachen resultieren, sind im Memorieren bzw. in der Behaltensleistung der Studierende zu fixieren.

„Notizen werden nicht allein zur Förderung der langfristigen Behaltensleistung ange­fertigt. Sie können auch der Planung und Steuerung von anspruchsvollen Problemlö- seprozessen und Handlungen dienen, wie beispielsweise dem Verfassen von Texten (Alcorta, 2001)10, dem Lösen von komplexen mathematischen Textaufgaben (Aebli, Ruthemann & Staub, 1986)11 oder dem Lösen von naturwissenschaftlichen Experi-

[...]


1 Exemplarisch sei an dieserStelle aufSiebert, 2006, S. 327 verwiesen. Hier wird das Selbstregulierte Lernen als Maxime 'Selbstmanagement' enumeriert.

2 Im Originaltext wird auf- Reinmann-Rothmeier, G. & Mandl, H. (2000). Individuelles Wis­sensmanagement. Strategien für den persönlichen Umgang mit Information und Wissen am Arbeitsplatz. Bern: Huber, - verwiesen.

3 Dieser Literaturbereich dient eo ipso nicht als Referenz für diese Hausarbeit. Der Vollständig­keit halber und um mögliche Missverständnisse bei der Leserin / dem Leser zu vermeiden, sei aufdieses Faktum hingewiesen.

4 Im Originaltext wird auf - Brown, A. L. (1984). Metakognition, Handlungskontrolle, Selbst­steuerung und andere, noch geheimnisvollere Mechanismen. In F. E. Weinert& R. H. Kluwe (Hrsg.), Metakognition, Motivation undLernen (S. 60-109). Stuttgart: Kohlhammer, - sowie - Schunk, D. H. & Zimmermann, B. J. (Eds.). (1994). Self-regulation of learning and perfor­mance. Issues and educationalapplications. Hillsdale, NJ: Erlbaum, - verwiesen.

5 Im Originaltext wird auf - Pressley, M., Borkowski, J. G. & Schneider, W. (1987). Cognitive strategies: Good strategy users coordinate metacognition and knowledge. Annals ofChild Developement, 4, 89-129. - sowie - Wade, S. E., Trathen, W. & Schraw, G. (1990). An ana­lysis of spontaneous study strategies. Reading Research Quarterly, XXV (2), 147-166. - ver­wiesen.

6 Im Originaltext wird auf- Muthig, K.-P. & Piekara, F. H. (1984). Externe Speicher von Text­information in Abhängigkeit von Textkomplexität und Handlungskontext. Zeitschrift fürEnt­wicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 16, 206-219. - verwiesen.

7 Im Originaltext wird auf - Spiel, C. (1992). Behalten und externe Speicher: Zum Stellenwert von Notizen. In H. Mandl & H. F. Friedrich (Hrsg.), Lern- und Denkstrategien - Analyse und Intervention (S. 231-248). Göttingen: Hogrefe. - verwiesen.

8 Im Originaltext wird auf- Piekara, F. H.; Ciesinger, K.-G. & Muthig, K.-P. (1987). Notizen- anfertigen und Behalten. Zeitschriftfür Pädagogische Psychologie, 1, 267-280. - verwiesen.

9 Im Originaltext wird auf-Van Meter, P.; Yokoi, L. & Pressley, M. (1994). College-students theory of note-taking derived from their perceptions of note-taking. Journal ofEducational Psychology, 86 (3), 323-338. - verwiesen.

10 Im Originaltext wird auf-Alcorta, Μ. (2001). Utilisation du brouillon et développementdes

11 capacitiés d'écrit. Revue Française de Pédagogie, 137 (octobre-novembre-décembre), 95­103. - verwiesen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Memos. Konzeptioneller Entwurf eines fiktiven Projektes zum Thema Selbstreguliertes Lernen
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (E-Learning und Medienkommunikation)
Veranstaltung
Lehr-Lernforschung
Autor
Jahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V314953
ISBN (eBook)
9783668145382
ISBN (Buch)
9783668145399
Dateigröße
893 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
memos, konzeptioneller, entwurf, projektes, thema, selbstreguliertes, lernen
Arbeit zitieren
Kristina Eichler (Autor), 2012, Memos. Konzeptioneller Entwurf eines fiktiven Projektes zum Thema Selbstreguliertes Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314953

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Memos. Konzeptioneller Entwurf eines fiktiven Projektes zum Thema Selbstreguliertes Lernen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden