Kugelstoßen in erster Grobform erlernen (8. Klasse, Mittelschule)


Unterrichtsentwurf, 2015

25 Seiten, Note: 2,0

Manuel Homeier (Autor)


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Sachanalyse
2.1 Standstoßtechnik
2.2 Rückenstoß- oder Angleittechnik
2.3 Sicherheitsmaßnahmen beim Kugelstoßen

3. Bedingungsanalyse
3.1 Beschreibung des physischen und psychosozialen Entwicklungsstandes der Altersgruppe im Allgemeinen
3.2 Relevanz des Themas für diese Altersgruppe im speziellen
3.3 Bezug zum Lehrplan
3.4 Zielsetzung der Unterrichtseinheit

4. Didaktische Analyse

5. Konkretisierung der Ziele und Sequenzplanung
5.1 Begründung der Wahl drei konkreter Ziel
5.2 Darstellung der Sequenzplanung

6. Tabellarischer Stundenentwurf

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Sparte der Leichtathletik fristet oft ein Schattendasein in der öffentlichen Aufmerksamkeit und in der Medienlandschaft. Dieses Interesse spiegeln manchmal die Schüler im Schulsport wider, wobei die Leichtathletik eine vielseitige Abwechslung ist. Die vier großen Ballsportarten erfreuen sich großer Beliebtheit und ziehen viele Sportbegeisterte an, wobei gerade auch Leichtathletik in seiner Vielseitigkeit eine Chance für den Schulsport bietet. Die Leichtathletik beinhaltet nicht nur Disziplinen für schnelle, kleine und sprunggewaltige Athleten. Gerade die starken Männer und Frauen fühlen sich in den Wurfdisziplinen, insbesondere dem Kugelstoßen zuhause.

Die Bekanntheit des Kugelstoßens stieg in den 90er Jahren und Anfang des letzten Jahrtausends. Weltrekorde und bessere Leistungen der Weltspitze weckten Interesse. Allerdings erschütterten systematisches Doping und die Aberkennung von Medaillen das Kugelstoßen. Der Versuch möglichst weit zu stoßen ist immer an die Ausführung der optimalen Technik gekoppelt. So perfektionierte der Olympiasieger Parry O´Brien in den 1950er Jahren die Rückenstoßtechnik. Während 1972 Baryschnikow als erster die Drehstoßtechnik zeigte und ihr zum Durchbruch verhalf (Rosenfelder, 2011, S. 87).

Die verschiedenen Techniken und die Tatsache, dass auch schwerere Schüler Erfolgserlebnisse im Sport verbuchen können, zeigt, welches Potenzial im Kugelstoßen steckt. Vorrangiges Unterrichtsziel dabei ist es nicht eine perfekte Technikausführung von jedem Schüler zu fordern, vielmehr werden altersgemäße Angebote geschaffen worin sie Erlebnisse sammeln. Gerade im schulischen Bereich ist es notwendig neue pädagogische Anregungen zu schaffen, um die Attraktivität zu gewährleisten. Bewegungsangebote und methodisch-didaktische Programme helfen ein vielseitiges Sinnerlebnis für eine Schülergruppe darzubieten (Belz, M & Frey, G. 2009, S. 8).

Aufgrund der Diversität insbesondere im körperlichen Entwicklungsstadium der Schüler können neue Bewegungsangebote für übergewichtige Schüler geschaffen werden. Wie erwähnt beinhaltet die Leichtathletik nicht nur Disziplinen für schnelle und kleine Schüler, gerade starke und körperlich robuste Schüler erfahren neue Erfolgserlebnisse im Sport, beispielsweise durch das Kugelstoßen. Im Folgenden soll gezeigt werden, unter welchen Voraussetzungen Schüler in einer achten Klasse der Mittelschule das Kugelstoßen in seiner ersten Grobform erlernen.

2. Sachanalyse

Das verwendete Sportgerät in der Zielform ist die Eisenkugel zum Stoßen auf der Kugelstoßanlage. Zum Erlernen können Alternativgeräte verwendet werden. Ein Mindestbestand an Schlag- und Medizinbälle, sowie verschiedenen Kugeln sollte vorhanden sein.

Die Techniken im Kugelstoßen sind vielseitig. Für eine korrekte Ausführung einer komplexen Technik benötigen Schüler reichlich Übung, deswegen wird zu Beginn als Grundlage und erste Grobform das Stoßen aus dem Stand, die sogenannte „Standstoßtechnik“ beschrieben. Im Folgenden wird die olympisch erfolgreiche Technik „Rückenstoß-/Angleittechnik“ beschrieben. Die Drehstoßtechnik wird für die Mittelschüler als nicht geeignet betrachtet, deshalb konzentriert sich diese Ausarbeitung auf die Standstoßtechnik, die zur Angleittechnik weitergeführt werden kann. Die Bewegungsbeschreibungen werden aus Vereinfachungsgründen allesamt für „Rechtsstoßer“ erläutert – stoßen der Kugel mit der rechten Hand.

2.1 Standstoßtechnik

Die Standstoßtechnik ist eine vereinfachte Technikform zum Ausstoßen der Kugel mit vorgelagertem Oberkörpereinsatz. Dabei steht der Stoßende am vorderen Ende des Innenkreises. Der linke Fuß ist gegen die Innenseite des Balkens gestemmt und das Bein annähernd gestreckt in einer Seitgrätsche. Über dem rechten Bein verharrt der Oberkörper zur Einleitung der Bewegung, das Knie ist leicht gebeugt. Die Kugel ist in der Stoßauslage von schräg unten gegen den Hals gedrückt – Finger liegen hinter, nicht unter der Kugel (Rosenfelder, 2011, S. 95). Die Kugel wird mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger leicht umschlossen und liegt locker in der vorderen Handfläche und den unteren Fingergliedern. Der Ellbogen ist angehoben. Die linke Körperseite zeigt mit leichter Grätschstellung in Stoßrichtung. Die Bewegung wird durch eine leichte Innenrotation des Knies und durch ein Anheben des Oberkörpers eingeleitet, sodass eine Verwringung zwischen Schulter- und Beckenachse erreicht wird. Der Oberkörper wird nur leicht gebeugt und befindet sich über dem rechten gebeugten Bein. Es folgt eine Dreh-Streck-Bewegung und Aufrichten des Oberkörpers. Während der Streckung der rechten Beinmuskulatur und Aufdrehen der Hüfte, unterstützt der Rumpfbereich eine flüssige Bewegung. Mit hohem Ellbogen wird die Armstreckung eingeleitet. Der hohe Ellbogen ist ein wesentliches Merkmal für das Kugelstoßen im Kontrast zum Werfen. Das Ausstoßen der Kugel beginnt mit der Streckung des Ellbogen-gelenks, unterstützt durch eine zusätzliche Streckung des linken Bein- und Fußgelenks, bis hin zum Abklappen der Stoßhand. Abschließend erfolgen das Abfangen des Körpers und der Bewegungsabschluss im Kreis. Im Wettkampfmodus schließt sich das Standstoßtechnik – Bewegungsbeschreibung http://www.sportunterricht.de/lksport/uereiku.html Verlassen des Kreises über die hintere Hälfte – gekennzeichnet durch eine weiße Linie – an. Ergänzend zur Standstoßtechnik wird nun die Rückenstoß bzw. Angleittechnik erläutert. Diese ist für ein tieferes Technikverständnis im Kugelstoßen notwendig und wird bei längeren Unterrichtsequenzen im Kugelstoßen einer Mittelschule eingeführt.

2.2 Rückenstoß- oder Angleittechnik

Die Rückenstoßtechnik wurde in den 1950er Jahren von dem US-Amerikaner Parry O’Brien eingeführt. Mit ihr dominierte er mehrere Jahre die Disziplin. Die Form dieser Bewegungsausführung wird auch heuten noch von Spitzenathleten angewendet. Die Angleittechnik gliedert sich in drei Phasen. Die Angleitphase, die Hauptbeschleunigungsphase und die Abfangphase (Hinz, 1991, S. 41).

Ziel der Angleitphase ist, die vorwiegend horizontal gerichtete Geschwindigkeit aus Sportler und Kugel verbunden mit der vorgespannten Körperhaltung, einen effektiven Spannungsaufbau für die Hauptbeschleunigungsphase zu schaffen. Dabei muss der Sportler möglichst locker und entspannt bleiben, auch wenn er sich auf die maximale Stoßweite konzentriert. Die Druckbewegung des rechten Beines und die Schwungbewegung des linken Beines (Rechtsstoßer) sind explosiv und in horizontaler Bewegungsrichtung auszuführen. Der Oberkörper wird dabei nur wenig aufgerichtet. Der Rücken ist dem Stoßbalken zugewandt. Hinz (1991, S. 42) unterscheidet drei Varianten der Auftaktbewegung.

2.3 Sicherheitsmaßnahmen beim Kugelstoßen

Kugelstoßen in der Schule impliziert häufig heterogenes Verhalten im Umgang mit dem Sportgerät. Seitliche Abweichungen beim Ausstoß, große Weitendifferenzen und das Gewicht des Sportgeräts erfordern allgemein gültige Verhaltensregeln.

Bei Aufstellungen mit begrenzter Länge des Übungsfeldes empfiehlt sich das Stoßen in zwei Gruppen nacheinander durchzuführen. Schirnhofer (2014, S. 12) empfiehlt dabei einen seitlichen Abstand von drei Metern, darüber hinaus weist sie darauf hin, dass alle Geräte, die nicht für die Übungen verwendet werden entfernt werden müssen. Linkshänder agieren in der linken Hälfte der Gruppe und Rechtshänder auf der rechten Seite. Nur nach einem Kommando des Lehrers darf ausgestoßen werden und die Kugel, nachdem alle ihre Bewegung ausgeführt haben, wieder gemeinsam zurückgetragen werden. D. h. sie dürfen weder gerollt noch gestoßen werden. In der Halle werden Hallenkugeln mit Gummiummantelung verwendet, im Freien Eisenkugeln in den dafür vorhergesehenen Anlagen (Rosenfelder, 2011, S. 87).

Unmittelbar an der Wurfhandseite hält sich bei Stoß niemand auf, wobei die Gruppe etwa immer auf gleicher Höhe bleibt. Bei anderen Organisationsformen, wie dem Stoßen innerhalb der Stoßanlage oder im Stationenbetrieb, sowohl in der Halle als auch im Freien, befindet sich niemand im Wurfsektor! (Belz, M & Frey, G. 2009, S. 131).

3. Bedingungsanalyse

Die betrachtete Schülergruppe ist eine 8. Klasse einer Mittelschule in Bayern, die im nächsten Jahr den qualifizierenden Mittelschulabschluss anstrebt. Der Sportunterricht in Bayern wird überwiegend geschlechtergetrennt durchgeführt, daher konzentriert sich die Ausarbeitung auf eine heterogen männliche Schülergruppe.

3.1 Beschreibung des physischen und psychosozialen Entwicklungsstandes der Altersgruppe im Allgemeinen

Die männliche Klasse mit heranwachsenden Männern ist im Normalfall eine weitgehend altershomogene Gruppe. Es befinden sich alle Schüler im selben Entwicklungsstadium, mitten in der Pubertät (Wilbers, 2014, S. 379f).

Dabei bilden sie ihre eigene Identität. Um diese Entwicklung positiv zu begleiten, birgt der Sportunterricht eine Chance die Jugendlichen zu unterstützen. Die Bildung der eigenen Identität ist ein wichtiger Aspekt der Selbständigkeitsentwicklung (Mönks, 2000, S. 196). So übernehmen Jugendliche Werte und Normen von ihren Eltern, vor allem bilden sie sich ihre eigene Identität und erarbeiten diese.

Der Gruppenzusammenhalt ist mit Herausforderungen verbunden, da ein Gruppenführer seine Gruppenmitglieder stark manipulieren kann. Das hängt allerdings von den Normen innerhalb der Gruppe ab. Parallel zur sozialen Entwicklung, die neben der Schule auch in der Freizeit stattfindet, entwickelt sich der Körper stark weiter. Der sexuelle Reifungsprozess birgt neue Herausforderungen mi dem eigenen Körper, wobei auch das körperliche Wachstum noch andauert (Mönks, 2000, S. 185 – 187).

Neben dieser entwicklungspsychologischen Darstellung beschreibt Berk (2007, S. 546ff) die emotionale und soziale Entwicklung in der Adoleszenz, die vor allem in der Pubertät bedeutsam ist. Im Lauf dieser Phase wird die Selbstsicht des jungen Menschen komplexer, organisierter und konsistenter. So bewertet sich der Teenager differenzierter, wodurch die Lehrkraft mit Rückmeldungen ein positiveres Selbstkonzept erzeugen kann. Alle diese Entwicklungsvorgänge müssen vor dem Hintergrund der Familie und der Beziehungen zu den Eltern betrachtet werden, die ihnen Moral- und Wertvorstellungen vermitteln. Denn durch ihr Zuhause werden die Jugendlichen sehr stark geprägt (Berk, 2007, S. 565f). Aber Berk (2007, S. 568 – 574) verdeutlicht auch, dass in der Phase der Adoleszenz die Peerbeziehungen, Cliquen und der Umgang mit dem anderen Geschlecht großes Gewicht haben. Die Relevanz für die Schule wird nun im folgenden Teil dargelegt.

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Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Kugelstoßen in erster Grobform erlernen (8. Klasse, Mittelschule)
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V315136
ISBN (eBook)
9783668145900
ISBN (Buch)
9783668145917
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kugelstoßen, Mittelschule, erste Grobform
Arbeit zitieren
Manuel Homeier (Autor), 2015, Kugelstoßen in erster Grobform erlernen (8. Klasse, Mittelschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315136

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