Welche Faktoren beeinflussen die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern?

Ansätze aus der Pädagogik


Facharbeit (Schule), 2014

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Fragestellung

2. Unterschiedliche Unterrichtsmethoden als Lernfaktor

3. (Leistungs-) Angst, Leistungsdruck und Schulleistungen

4. Das Bildungsbewusstsein

5. Der Lehrer als Informationsvermittler und Autoritätsperson

6. Die Leistungsmessung

7. Über verhaltensauffällige Personen

8. Bildungsungleichheiten

9. Abschließende Zusammenfassung und Beantwortung der Leitfrage

10. Literaturverzeichnis

1. Einführung in die Fragestellung

Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich im Besonderen mit der Frage nach den verschiedenen Faktoren, die die Lernleistung der Schüler und Schülerinnen beeinflussen. Die Fragestellung ist insofern interessant, als dass nun eine unikale Darstellung möglicher Faktoren sichtbar wird. In den letzten Jahren wurden in den Medien zahlreiche Themen, wie zum Beispiel die Diskussion rund um Bildungsungleichheiten, diskutiert, die sich auf die Lernleistung auswirken können. Dies war einer der Hauptgründe dafür, dass ich während des Seminarpraktikums an einer Grundschule war und mich dort mit der Fragestellung eingehend beschäftigt habe. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Aspekte einen Erfolg in der Schule, speziell bei der Lernleistung, beeinflussen können. Sei es beispielsweise während des Unterrichts, wie der Lehrer mit den Schülern umgeht, oder die mediale Umrahmung des Ganzen. So wurde auch mir während des Praktikums an einer Grundschule ein Einblick in die „sonderbare“ pädagogische Welt der Lehrer gewährt. Teilweise war es für mich befremdlich, wie manche Lehrer und Lehrerinnen mit Kindern der ersten Klasse umgingen. Es wurde entgegen meiner Vorstellungen von einer Grundschule, nicht nur laut geschrien, sondern auch noch weitere, nicht nennenswerte Dinge angewandt, die in der heutigen Zeit einfach nicht mehr ganz zeitgemäß sind. All dies verstärkte nur noch meinen Wunsch, selbst Lehrer zu werden, denn schließlich kann man dann, nur dann, vieles besser machen. Ab diesem Zeitpunkt stand dann auch die endgültige Fragestellung als Leitfrage dieser Arbeit, fest. Ich habe während der Recherche zahlreiche Bücher aus der Bibliothek der Leibniz Universität zu Hannover ausgeliehen, daher sollten diese recht zuverlässige Quellen darstellen. Die Internetquellen stellen ebenfalls einen hohen Wahrheitsgehalt dar, da diese zumeist auch als Buch erschienen sind. Während der gesamten empirischen Arbeit wurde versucht, Personen- und Berufsbezeichnungen möglichst sowohl in männlicher, oder auch in weiblicher Form zu verwenden. Wo dies aus etwaigen Gründen nicht möglich ist, wird darauf verzichtet und stellvertretend für beide Geschlechter jeweils eine der beiden Formen gewählt. Niemand soll sich so durch die Verwendung femininer oder maskuliner Ausdrücke benachteiligt fühlen.

2. Unterschiedliche Unterrichtsmethoden als Lernfaktor

Als angehender Lehrer oder Lehrerin sollte man sich unbedingt intensiv mit Methodenfragen beschäftigen. Auch wenn man zunächst denkt, dass man sich damit ganz unbefangen auseinandersetzen könne, ist dies leider doch ein Akt der Unmöglichkeit. Ein jeder der im Laufe seines Lebens einmal zur Schule gegangen ist, kann bestätigen, dass einige der verwendeten Unterrichtsmethode besser angekommen sind und eventuell sogar zu einem Lernerfolg geführt haben, der ohne diese nicht erfolgt wäre. Schließlich sind die meisten Menschen in Deutschland auch bis zu 13 Schuljahre aktiv in der Schule gewesen und haben so Wissen angehäuft. Es reizt also die Frage nach der richtigen Definition für ‘Unterrichtsmethode‘, dennoch sei gesagt, dass diese nur relativ weit gefasst werden kann. In den Werken zur Pädagogik von Hanna Kipper, Hilbert Meyer, oder auch Wilhelm Topsch wird dieser Aspekt sehr deutlich. Die jeweiligen Definitionen sind zwar in sich ambivalent, bilden allerdings nacheinander betrachtet ein Gesamtbild. Unterrichtsmethoden seien also Formen und Verfahren, die in der Schule angeeignet werden.1

So fasste auch 2008 ein gewisser Dr. Manfred Rosenbach eine eigene Definition zusammen, die jeweils in zwei eigene Definitionen gegliedert ist. Laut Rosenbach sei eine ‘Unterrichtsmethode‘ eine Art Weg, den sowohl Pädagogen und die zu Beschulenden zu beschreiten hätten, in der Annahme, jeweils das Finitum erreichen zu können. Das heißt konkret, entweder die gewünschten Inhalte des jeweiligen Unterrichts zu vermitteln oder sich diese anzueignen. Die zweite Definition umfasst die Aussage, eine ‘Unterrichtsmethode‘ sei ein Paradigma für Abläufe oder auch bestimmter Verhaltensweisen für Lehrer und Lehrerrinnen. Diese könnten nur durch diese Paradigmen ihren Unterricht sehr zielgerichtet und effizient durchführen. Unterrichtsmethoden sind demnach sehr vielfältig, und können einen idealen Leitfaden für den Lehrer in seiner Berufung darstellen, so sei doch eine Vereinfachung der Unterrichtsplanung und der Durchführung die Folge.2

Auch die zu Beschulenden könnten Vorteile, zu denen man die höhere Effizienz und Nachhaltigkeit zählen kann, erhalten. In einer empirischen Untersuchung, einer Dissertation, untersuchte 2008 Frau Dr. Anja Renken anhand einer Untersuchung an einem Gymnasium just diese Effizienz und Nachhaltigkeit von Unterrichtsmethoden. Renken kommt bei ihren Ausführungen zu dem Schluss, dass die Nutzung verschiedener Wahrnehmungskanäle, wie beispielsweise der Tastsinn, die Fähigkeit Informationen durch das Sehen zu erfassen, oder sogar die gesamte Nutzung aller zur Verfügung stehenden Erfassungsmöglichkeiten von Informationen, möglicherweise essentiell seien. Das beste Ergebnis zur Effizienz und Nachhaltigkeit sei nicht mit den althergebrachten Unterrichtsmethoden erreicht worden, wie „Stationenlernen“, sondern durchweg mit solchen, die mehrere Wahrnehmungskanäle nutzen

würden. Nur diese seien in der Lage, auf verschiedenste Lerntypen gleichermaßen ein zu gehen, erarbeitete Unterrichtsinhalte sollten so länger reproduzierbar sein und dementsprechend in das Langzeitgedächtnis übergehen. Die Kumulation könne so nachhaltiger und umfassender erfolgen. Am Optimum orientiert, solle man also lieber abwägen, welche Unterrichtsmethode man verwenden möge, diese sollte dann allerdings möglichst allen Kindern gerecht werden.3

3. (Leistungs-) Angst, Leistungsdruck und Schulleistungen

In seiner Arbeit zu Schulangst und Lernerfolg beschreibt Ralf Schwarzer, ein Professor für Schulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, Angst als eine Art Mysterium, das ein jeder täglich erlebe und durch dieses nachhaltig beeinflusst wird. Lehrer und Lehrerinnen bedenken, laut Schwarzer, zu wenig, dass auch Kinder von Angst, mit anderem Namen Schulangst, betroffen sein könnten, dieses würde schlichtweg unterschätzt werden. So gäbe es auch in der Schule zahlreiche Umstände, die situativ zu Angstzuständen führen könnten. Dazu werden etwa Klassenarbeiten, schriftliche Klausuren, mündliche Leistungsüberprüfungen oder auch der soziale Gruppendruck gezählt. Angst ist ein Merkmal ein jeder Person, das in allen Situationen mehr oder minder mitbedingt. In einigen Situationen, auch in der Schule, wird Angst empfunden, obwohl gar kein Grund für einen Angstzustand vorhanden ist. Oftmals erzeugt schon ein Gedanke an zurückliegende- oder zukünftige Ereignisse ein gewisses Unbehagen. Die Gründe dafür, dass jemand Angst davor hat, eine gewisse Anforderung nicht bestehen zu können, sind nicht eindeutig bestimmbar.4

Die Schulleistungen werden unmittelbar von Angst bestimmt, so zeigen u.a. einige Untersuchungen, wie sie Ralf Schwarzer aufführt, dass Angst mit schlechteren Schulleistungen einhergeht. Auch erwähnenswert ist, dass die allgemeine Leistungsbereitschaft ebenfalls unter der Angst leidet.5

Heutzutage wird von vielen Eltern die Auffassung geteilt, dass bereits mit dem Grundschul- eintritt der Kinder die Berufslaufbahn beginnt, somit die Weichen für den späteren Berufserfolg gestellt werden. Die Schüler werden nicht mehr geschont, die Eltern werden nervös, unruhig und reagieren sehr sensibel auf kleinste Veränderungen der Leistungen ihres Kindes. Sie ordern Nachhilfeunterricht im Falle dessen, dass schlechte Noten ausgesprochen werden. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte unterstützt diese Annahme, dass man nun früh die Weichen für die Kinder stellen müsse. Absolvierten in den 60er Jahren nur rund sechs Prozent der zu Beschulenden das Abitur, ist es nun bereits etwa ein Drittel. Analog zu dieser Entwicklung hat sich der Arbeitsmarkt disparat entwickelt, es ist somit schwieriger geworden einen Arbeitsplatz nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung zu erhalten. Es stellt sich also die Frage, ob es langfristig gut ist, die Kinder solch einem durch diese Tatsachen auftretenden Leistungsdruck auszusetzen, zumal sie sich während der Schulzeit noch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung befinden.6

[...]


1 Vgl. Kipper, H.; Meyer H.; Topsch W. (2002): Einführung in die Schulpädagogik, Berlin: Cornelsen, S.109.

2 Vgl. Rosenbach, Dr. Manfred (2002): Unterrichtsmethode, Quelle: http://ods3.schule.de/aseminar/gestaltung/untmethode.htm, 03.02.2014

3 Vgl. Renken, Dr. Anja (2008): Empirische Untersuchung zur Lerneffizienz und Nachhaltigkeit von Unterrichtsmethoden im Geographieunterricht des Gymnasiums am Beispiel der Unterrichtseinheit „China – Der Drei-Schluchten-Damm“ in Klasse 8, Quelle:http://edoc.ub.uni-muenchen.de/10054/1/Renken_Anja.pdf, 05.02.2014.

4 Vgl. Schwarzer, Ralf (1975): Schulangst und Lernerfolg, Düsseldorf: Schwann, S. 9 ff.

5 Vgl. ebd., S. 80 ff.

6 Vgl. Hurrelmann, Klaus (2008): Schülerinnen und Schüler unter Leistungsdruck – Wie kann die Schule wieder Spaß machen?, Quelle:www.lwl.org/wjt-download/.../Referat_Professor_Hurrelmann.pdf, 15.02.2014.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Welche Faktoren beeinflussen die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern?
Untertitel
Ansätze aus der Pädagogik
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V315361
ISBN (eBook)
9783668141148
ISBN (Buch)
9783668141155
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gymnasium, Lernen, Lehrer, Lehramt, Pädagogik, BIldung, Lernfaktoren, Lernleistung, Problem, Schule, Abitur, Leistungsbewertung, Unterrichtsmethoden
Arbeit zitieren
Celin Sommermeyer (Autor:in), 2014, Welche Faktoren beeinflussen die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315361

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