Stress im Beruf als Auslöser für Alkoholsucht und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit


Bachelorarbeit, 2013

94 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ... 1

2 Theoretische Grundlagen ... 3
2.1 Definitionen und Grundlagen ... 3
2.1.1 Stress ... 3
2.1.2 Arbeit als Auslöser für Stress ... 6
2.1.3 Alkoholsucht ... 7
2.2 Stresskonzepte im theoretischen Bezugsrahmen ... 9
2.2.1 Transaktionelles Stresskonzept von Lazerus ... 9
2.2.2 Die Salutogonese von Antonovsky ... 11
2.2.3 Stress in Organisationen nach Kahn et al. ... 12
2.2.4 Auswirkungen von sozialem Stress auf Gesundheit und Krankheit nach French ... 13
2.2.5 Stressoren im Berufsleben ... 14
2.2.6 Stressbewältigung durch den Konsum von Alkohol ... 15
2.2.7 Studie zur psychosozialen Arbeitsbelastung ... 17
2.3 Theoretische Analyse des Alkoholkonsums in Deutschland ... 19
2.3.1 Messung der Alkoholabhängigkeit und des Alkoholmissbrauchs ... 19
2.3.2 Ursachen für Alkoholabhängigkeit aus Soziologischer Perspektive ... 20
2.3.3 Empirische Untersuchung zur Erklärung von Alkoholkonsum ... 21
2.3.4 Alkoholtrinkmotivation nachWichard Puls et al. ... 23

3 Stress bei der Arbeit, Alkohol und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit ... 26
3.1 Präventive Ansätze ... 26
3.2 Anamnese ... 30
3.3 Behandlung ... 34
3.4 Resozialisation ... 37
3.5 Lösungsansätze zur Stressreduzierung (work life balance) ... 38

4 Darstellung der Hypothesen ... 40
4.1 Hypothese 1 ... 40
4.2 Hypothese 2 ... 40
4.3 Hypothese 3 ... 41
4.4 Hypothese 4 ... 41

5 Forschungsmethode und Ausführung ... 42
5.1 Quantitative Sozialforschung ... 42
5.2 Beschreibung der Datenerhebung ... 43

6 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse ... 45
6.1 Überblick und allgemeine Daten ... 45
6.2 Suchtbezogene Daten ... 48
6.2.1 Abhängigkeitsdauer Alkohol ... 48
6.2.2 Rückfalle ... 49
6.2.3 Polytoxikomanie ... 50
6.3 Ergebnisse zur Hypothese 1 - Menschen im Ruhestand und Alkohol ... 51
6.3.1 Befunde ... 51
6.3.2 Interpretation und Diskussion ... 51
6.4 Ergebnisse zu Hypothese 2 - Polytoxikomanie ... 53
6.4.1 Befunde ... 53
6.4.2 Interpretation und Diskussion ... 54
6.5 Ergebnisse zu Hypothese 3 - Stressoren unterschiedlicher Lebensbereiche ... 55
6.5.1 Befunde ... 55
6.5.2 Interpretation und Diskussion ... 56
6.6 Ergebnisse zu Hypothese 4 - Soziale Beziehungen im Beruf ... 58
6.6.1 Befunde ... 58
6.6.2 Interpretation und Diskussion ... 60

7 Zusammenfassung und Fazit ... 62

Literaturverzeichnis ... 65

A Anhang ... 72

A.1 Fragebogen ... 72
A.2 SPSS Auswertungen - Alter ... 75
A.3 SPSS Auswertungen - Geschlecht ... 76
A.4 SPSS Auswertungen - Beruf ... 77
A.5 SPSS Auswertungen - Abhängigikeitsdauer ... 78
A.6 SPSS Auswertungen - Rückfälle ... 79
A.7 SPSS Auswertungen - Polytoxikomanie ... 80
A.8 SPSS Auswertungen - 1. Hypothese ... 81
A.9 SPSS Auswertungen - 2. Hypothese ... 82
A.10 SPSS Auswertungen - 3. Hypothese ... 83
A.11 SPSS Auswertungen - 4. Hypothese ... 85

Abkürzungsverzeichnis

A. ... Anhang
AA ... Anonyme Alkoholiker
et. ... al und andere
etc. ... et cetera
f. ... folgende
ff. ... Plural von f.
Hrsg. ... Herausgeber
usw. ... und so weiter
vgl. ... vergleiche
WHO ... World Health Organisation
z.B. ... zum Beispiel

Abbildungsverzeichnis

6.1 SPSS Grafik - Alter ... 45
6.2 SPSS Grafik - Geschlecht ... 46
6.3 SPSS Grafik - Beruf ... 47
6.4 SPSS Grafik - Abhängigkeitsdauer ... 48
6.5 SPSS Grafik - Rückfaälle ... 49
6.6 SPSS Grafik - Polytoxikomanie ... 50

A.1 SPSS Tabelle-Alter ... 75
A.2 SPSS Grafik-Alter ... 75
A.3 SPSS Tabelle-Geschlecht ... 76
A.4 SPSS Grafik-Geschlecht ... 76
A.5 SPSS Korrelationen-Beruf-Abhängigkeitsgrund ... 77
A.6 SPSS Grafik-Beruf ... 77
A.7 SPSS Tabelle-Abhängigkeitsdauer 1 ... 78
A.8 SPSS Tabelle-Abhängigkeitsdauer 2 ... 78
A.9 SPSS Grafik-Abhängigkeitsdauer ... 78
A.10 SPSS Tabelle-Rückfälle ... 79
A.11 SPSS Grafik-Rückfälle ... 79
A.12 SPSS Tabelle-Polytoxikomanie ... 80
A.13 SPSS Grafik-Polytoxikomanie ... 80
A.14 SPSS Tabelle-Abhängigkeitsdauer-66-älter 1 ... 81
A.15 SPSS Tabelle-Abhängigkeitsdauer-66-älter2 ... 81
A.16 SPSS Tabelle-Abhängigkeitsgruende-66-älter ... 81
A.17 SPSS Polytoxikomanie-Abhängigkeitsdauer-unter-10-Jahren ... 82
A.18 SPSS Polytoxikomanie-Abhängikeitsdauer-über-10-Jahre ... 82
A.19 SPSS Abhängigkeitsgründe 1 ... 82
A.20 SPSS Abhängigkeitsgründe 2 ... 82
A.21 SPSS Sozialstressoren 1 ... 83
A.22 SPSS Sozialstressoren 2 ... 83
A.23 SPSS Sozialstressoren 3 ... 83
A.24 SPSS Sozialstressoren 4 ... 83
A.25 SPSS Sozialstressoren 5 ... 84
A.26 SPSS Korrelation-Sozialstressoren 1 ... 84
A.27 SPSS Korrelation-Sozialstressoren 2 ... 84
A.28 SPSS Berufsstressoren 1 ... 85
A.29 SPSS Berufsstressoren 2 ... 85
A.30 SPSS Berufsstressoren 3 ... 85
A.31 SPSS Berufsstressoren 4 ... 85
A.32 SPSS Berufsstressoren 5 ... 86
A.33 SPSS Abhängigkeitsgründe-Beruf ... 86

Kapitel 1 Einleitung

Der Leistungsdruck der Gesellschaft steigt. Ein wandelndes Phänomen, dass sich in den unterschiedlichsten Lebensbereichen besonders im Beruf widerspiegelt und den Menschen bis in den Abgrund treiben kann.

„Die Wirkungszusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen einerseits und psychischen Störungen andererseits sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik gerückt. Die aktuelle Diskussion gründet vor allem auf der Annahme, dass immer mehr Erwerbstätige durch steigende Anforderungen und zunehmende Belastung der Arbeit an Stress und psychischen Beschwerden leiden und infolgedessen erkranken. “ [LoA.13]

Ich möchte mich in meiner Bachelorarbeit mit dem Zusammenhang von Arbeitsbedingungen, sozialen Einflussfaktoren und Alkoholabhängigkeit beschäftigen. Ziel meiner Arbeit ist es primär herauszufinden, in wie fern Probleme bei der Arbeit als Folge für Alkoholsucht verantwortlich gemacht werden können.

Meine Bachelorarbeit beginnt mit theoretischen Grundlagen. Hier gehe ich zunächst auf Begriffsdefinitionen meines Themas, Stresskonzepte im theoretischen Bezugsrahmen und auf die theoretische Analyse des Alkoholkonsums in Deutschland ein. Als nächstes erläutere ich die Bedeutung der Sozialen Arbeit bezüglich Stress im Beruf und Alkoholsucht.

Damit ich meiner Forschungsfrage nachgehen kann, habe ich vier Hypothesen aufgestellt, die auf partielle Aspekte der Forschungsfrage abzielen. Für das Belegen oder Widerlegen meiner aufgestellten Hypothesen habe ich mich entschlossen, Daten durch einen Fragebogen zu erheben. Wie ich dabei vorgegangen bin und für welche Methodik ich mich entschieden habe, werden angedeutet. Im Anschluss beziehe ich die Befunde mithilfe des SPSS auf die vier einzelnen Hypothesen und interpretiere und diskutiere diese. Zu guter Letzt fasse ich nochmal die wichtigsten Punkte meiner Arbeit zusammen und ziehe ein Fazit.

Die zunehmend mediale Interesse und die persönliche Betroffenheit eines Verwandten brachten mich auf die Idee und gaben mir die Motivation, das Thema „Stress im Beruf als Auslöser für Alkoholsucht und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit“ genauer zu analysieren.

Kapitel 2 Theoretische Grundlagen

„Über die Zusammenhänge zwischen Alkoholmissbrauch und Arbeitssituation gibt es bereits seit der Jahrhundertwende Arbeiten, die sich auf Statistiken stützen. Die damaligen Aussagen wurden durch beschreibende statistische Arbeiten der 60er und 70er Jahre bestätigt und erweitert.“ ([FeKüSo98], S. 81)

Ein ernst zunehmendes Thema, das im Lauf der Zeit an Bedeutung gewonnen hat und immer mehr in den Fokus gesundheitspolitischer Diskussionen rückt.

2.1 Definitionen und Grundlagen

In den folgenden Kapiteln werden die verschiedenen Begrifflichkeiten zu meinem Thema Stress, Arbeit und Alkohol definiert und voneinander abgegrenzt.

2.1.1 Stress

Für Stress gibt es keine einheitliche Definition. Vielmehr gibt es verschiedene wissenschaftliche Theorien, die versuchen Stress genauer zu beschreiben.

„Der Begriff Stress kommt ursprünglich aus der Physik, genauer aus der Werkstoffkunde. Dort bezeichnet man den Zug oder Druck auf ein Material als Stress. Mittlerweile hat sich die Bezeichnung aber vor allem für ein psychologisches Phänomen eingebürgert.“ [DrKe13]

„Ich habe grade keine Zeit, ich bin im Stress.“ Oft hört man diesen Satz aus dem Munde eines Menschen im Berufs- aber auch Privatleben, der damit den Interaktionspartnern verdeutlichen will, dass dieser sich gerade in einem unangenehmen Spannungszustand befindet. Offensichtlich wird Stress von vielen Menschen mit Zeitdruck in Verbindung gebracht. Doch nach genauerer Betrachtung beziehungsweise Analyse von Stress wird deutlich, dass es sich jedoch um ein viel komplexeres Phänomen handelt. Stress ist eine Art Schutzmechanismus für unseren Körper. Dadurch, dass wir über unsre Sinnesorgane unsre Umwelt bewerten, kann sich der Körper bei einer subjektiv empfundenen Bedrohung entweder auf Angriff oder Flucht einstellen. Dabei finden in unserem Körper komplexe biologische Prozesse statt, da der Organismus versucht, alle möglichen Energiereserven abzurufen. Stress wird individuell unterschiedlich verarbeitet, was bedeutet, dass Stress für die eine Person krankmachend sein kann jedoch für eine andere Person keinen weiteren Einfluss auf dessen Gesundheitszustand haben muss. Ist unser Körper kontinuierlich sogenannten Stressoren (Stressfaktoren) ausgesetzt, wirkt Stress chronisch und kann als Auslöser für die unterschiedlichsten Erkrankungen verantwortlich gemacht werden. Stress wird somit im eigentlichen Sinne negativ assoziiert. Doch nicht immer hat Stress negative Auswirkungen auf Körper, Seele und Sozialverhalten. Stress kann auch gesundheitsfördernd sein. Es wird diesbezüglich zwischen Distress (negativer Stress) und Eustress (positiver Stress) unterschieden. Distress als gesundheitsschädlicher Stress entsteht aus einer komplexen Interaktion der Umwelt mit kognitiven, emotionalen und verhaltensbezogenen Prozessen (vgl. [CoGrRi00], S. 13 f.).

Situationen werden als Bedrohungen wahrgenommen und können vorerst nicht bewältigt werden. Eustress hingegen kann beispielsweise die Wahrnehmung eines Reizes sein, der positive Emotionen auslöst und die Leistungsfähigkeiten eines Menschen erhöhen (Beispiel: Freude beim Torjubel, Verliebt sein, etc.).

PULS beschreibt in seinem Buch Arbeitsbedingungen, Stress und der Konsum von Alkohol drei grundlegende Stresskonzepte, nämlich die reaktionsbezogenen-, situationsbezogenen- und relationalen Stresskonzepte:

Die „Reaktionsbezogenen Stresskonzepe“ beziehen sich lediglich auf spezifische Reaktionen von Stress und zwar unabhängig von den Stressoren. Der Grundgedanke dieses Ansatzes liegt bei SELYE, der mit seiner aufgestellten These annahm, dass der Organismus unspezifisch auf jede Anforderung reagiert. Extreme Stressoren wie beispielsweise Hitze oder Intoxikationen verursachen ein stereotypes Muster körperlicher Veränderungen, die sich in drei Phasen widerspiegeln lassen. Die Alarmphase, Phase des Widerstands und die Phase der Erschöpfung. Dieser Ansatz gilt allerdings als veraltet und wird kritisiert, da SELYE von extremen Stressoren ausgegangen ist, die in der Regel eher selten auf die breite Masse zu treffen und da dieser Ansatz nicht auf subjektiven Bewertungs- und Interpretationsprozessen beruht (vgl. [PuWi03], S. 57 ff.).

Als zweites Stresskonzept beschreibt PULS die „Situationsbezogenen Stresskonzepte“. Diese beziehen sich auf stressrelevante Situationen mit unterschiedlichem Ausmaß.

„Die Kategorie des „Ereignisses“ ist dabei sehr weit gefasst uns reicht von physikalischen Reizen mit schmerzhafter, intensiver oder neuartiger Qualität über Ereignisse von großer Bedeutung, längerer Dauer und größerer Komplexität wie gesundheitliche Beeinträchtigungen, Naturkatastrophen, Kriege, ökonomische Krisen usw..“ ([PuW.03], S. 60)

Dieses Stresskonzept eignete sich besonders bei der Erforschung der Auswirkungen kritischer Lebensereignisse und im Bereich der Untersuchung von Arbeitsstress.

Die Analyse kritischer Lebensereignisse beruht teils auf dem Situationsbezogenem Stresskonzept, wobei das allgemeine Anpassungssyndrom von SYLE auch wesentlichen Einfluss darauf hat. Im heutigen stressrelevanten Kontext haben kritische Lebensereignisse nur noch geringe Berührungspunkte mit der Stressforschung und beziehen sich eher auf die Sozialepidemiologie und auf die soziologischen Ungleichheitsforschung. Auch in Konzeptionen mit der physikalisch-technischen Anwendung des Stressbegriffs (Belastung und Beanspruchung) finden Situationsbezogene Stresskonzepte ihre Anwendung. Es wird hier im Sinne von Verhältnisprävention untersucht, in wie Fern objektive, von außen auf den Menschen einwirkende Faktoren den gesundheitlichen Zustand eines Arbeiters beeinflussen. Es geht im Wesentlichen um die Untersuchungen der Arbeitsbedingungen und um die individuelle Wahrnehmung von situationsbedingten Handlungsanforderungen sowie deren Bewertung. Problematisch ist der Ansatz aufgrund der unterschiedlichen individuellen Wahrnehmung und Reaktion objektiv gleicher Situationen (vgl. [PuWi03], S. 60).

Mittlerweile herrscht eher die verbreitete Ansicht, dass die Stressauswirkungen von Arbeitsprozessen nicht zu hoch zu bewerten sind, da sie unter anderem immer von individuellen kognitiven Verarbeitungsprozessen abhängig sind (vgl. [ZaD.89], S. 171).

Als drittes Stresskonzept bezieht sich PULS auf die „Relationalen Konzepte“. Relationale Konzepte basieren auf Umgebungs- und Person-Merkmalen. Im Fokus der relationalen Stresskonzepts liegt die Hypothese, dass Stress im Sinne einer erlebten Überforderung oder Bedrohung besteht, die durch Missverhältnisse zwischen subjektiven Anforderungen und persönlichen Handlungsmöglichkeiten bedingt ist (vgl. [JeM.90], S. 4).

Der entscheidende Begründer des relationalen Konzepts war LAZARUS und seine Mitarbeiter mit der transaktionalen Stresstheorie. Alle weiteren entwickelten theoretischen Ansätze anderer Forscher beruhen auf dem Ansatz der transaktionalen Stresstheorie (vgl. [PuWi03], S. 60 ff.).

2.1.2 Arbeit als Auslöser für Stress

„Arbeitsbedingter Stress wird verstanden als emotionale und psychophysiologische Reaktion auf ungünstige und schädliche Aspekte der Arbeit, des Arbeitsumfeldes und der Arbeitsorganisation. Stress ist ein Zustand, der durch hohe Aktivierungs- und Belastungsniveaus gekennzeichnet ist und oft mit Gefühlen verbunden ist, man könne die Situation nicht bewältigen. “ [EuKo97]

Stressoren in der Arbeitswelt haben relevante Einflüsse auf den Gesundheitszustand eines Arbeiters und können die Entstehung von Suchterkrankungen mit verursachen oder verstärken.

Schon vor über 15 Jahren wurde nach Angaben der betrieblichen Suchtkrankenhilfe geschätzt, dass in den Betrieben ungefähr 5 Prozent alkoholgefährdete oder alkoholabhängige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tätig sind sind (vgl. [PuWi03], S. 22). Heute nimmt die Anzahl tendenziell aufgrund der zunehmenden Anforderungen der Betriebe eher zu.

Oftmals wird in sehr angespannten Stresssituationen zu suchtfördernden Substanzen wie Nikotin oder Alkohol gegriffen um lediglich für einen kurzen Moment einen schmerzlindernden oder entspannenden Zustand zu erreichen. Dabei bleiben keine Berufe von arbeitsbedingtem Stress verschont. Führungspostionen stehen nicht selten wegen hoher Verantwortung und Statusunsicherheit unter Stress. Auf mittlere betrieblicher Hierarchieebene sind die Betroffenen meist in sogenannten „Sandwichpostionen“, was bedeutet, dass sie den Anforderungen ihrer Vorgesetzten gewachsen sein müssen und parallel ein Arbeitsteam zu betreuen haben. Häufige psychische Gesundheitsstörungen, die durch arbeitsbedingten Stress verursacht werden, sind laut internationalen Studien Burnout, chronische Erschöpfungen und depressive Verstimmungen.

Deutlich zugenommen haben in den letzten Jahren arbeitsbedinge psychische Belastungen, wobei die schon länger vorhandenen gesundheitsgefährdende Elemente wie Unfälle, Lärm, extreme Temperaturen, Gefahrstoffe oder körperliche schwere Arbeiten nicht abgenommen haben und nach wie vor weit verbreitet sind. Zwischen psychischen und physischen Belastungen besteht eine Interdependenz, was bedeutet, dass diese sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Wenn Führungskräfte ihre Funktion als Vorgesetzte nicht wahrnehmen können, hat dies meist erhebliche gesundheitliche Konsequenzen für deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. So fühlen sich Beschäftigte häufig unzufrieden, wenn sie ihre Arbeitsprobleme nicht mit ihren Vorgesetzten besprechen können, wenn die Vorgesetzten die Leistung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht oder zu wenig anerkennen oder wenn Vorgesetzte Aufgaben und Verantwortungsbereiche nicht eindeutig zuweisen. Unzufriedenheit kommt auch dann zustande, wenn die Vorgesetzten nicht über die fachlichen und sozialen Führungsqualifikationen verfügen, um gesundheitsorientiert zu führen (vgl. [ReReWiZi08], S. 95-97).

2.1.3 Alkoholsucht

Alkoholsucht setzt sich aus den zwei Begrifflichkeiten Alkohol und Sucht zusammen. Zunächst möchte ich näher den Begriff des Alkohols beschreiben und anschließend Sucht beziehungsweise Abhängigkeit definieren.

Der Begriff Alkohol kommt ursprünglich aus Arabien und bedeutet feines Pulver und Augenschminke (vgl. [FeKüSo98], S. 1).

Alkohol wird in der heutigen Gesellschaft multifunktional ge- und verbraucht und weist eine ganze Reihe von Eigenschaften auf, die sonst nur selten von einer einzigen Substanz nachweislich erforscht wurden. Neben dem Konsum des Alkohols als Genuss- und Suchtmittel in Form einer legalen Droge als Getränk beziehungsweise Nahrungsmittel, findet man Alkohol zudem auch in zahlreichen Chemikalien sowie Parfums und ist zugleich als Desinfektionsmittel im medizinischen Sektor heutzutage nicht mehr wegzudenken.

Weiterhin kann Alkohol das Bewusstsein verändern und als Gift oder als Heilmittel wirken (vgl. [FeKüSo98], S. 1).

Der geschichtliche Verlauf des Alkohols zeigt, dass alkoholische Getränke schon seit tausenden von Jahren auf der Erde in den unterschiedlichsten Kulturen konsumiert werden. So waren es die Sumerer, die schon 3000 v.Chr. beschreiben konnten, wie Bier hergestellt wird. Die Römer und Griechen tranken überwiegend Wein, die Chinesen gewannen durch Reis Alkohol und die Germanen bevorzugten Bier und Honigwein. Früher in der Zeit bis zum 16. Jahrhundert wurde Bier von den Nord- und Mitteleuropäern sogar als Grundnahrungsmittel angesehen und Biersuppe sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern konsumiert. Ab dem 19. Jahrhundert wurde schließlich Wein und hochprozentiger Alkohol in Massen hergestellt was folglich auch dazu führte, dass Alkohol in der Gesellschaft häufiger konsumiert wurde und zu Suchtproblemen führte.

Heute wird der Konsum der Kulturdroge Alkohol gesellschaftlich nur dann anerkannt, wenn er in Maßen und kontrolliert eingenommen wird. Trunksucht wird größtenteils gesellschaftlich abgelehnt (vgl. [MaP.09], S. 2].

Sucht kommt ursprünglich von „siechen“ (=krank sein) und nicht etwa von „suchen“, wie ist oftmals fälschlicherweise übersetzt wird (vgl. [TrB.04], S. 587).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ersetze allerdings den Begriff Sucht durch den Begriff Abhängigkeit. Sucht beziehungsweise Abhängigkeit beschreibt eine zwanghafte Befriedigung eines Bedürfnisses in Verbindung mit körperlicher und/oder psychischer Abhängigkeit. Dabei spürt der Betroffene einen unerträglichen Zustand der inneren Spannung oder Leere, der als zwingend wahrgenommen wird. Die zwanghafte kontinuierliche Befriedigung eines Bedürfnisses charakterisiert unter anderem Sucht. Jedes mögliche Bedürfnis kann zur Sucht ausarten wie zum Beispiel der Sexualtrieb, Nahrungsaufnahme oder Arbeitstrieb. Oft wollen Betroffene durch diese extreme Befriedigung der Bedürfnisse ihre unerträglichen körperlichen oder seelischen Belastungen beseitigen oder betäuben. Nicht selten kommt es vor, dass die Betroffenen nach kurzzeitiger Abstinenz einen erhöhten Bedarf nach dem Suchtstoff haben und bei stoffgebundener Abhängigkeit oft härtere Drogen konsumiert werden (vgl. [DoHäSt87], S. 591 f.).

FEUERLEIN, KÜFNER und SOYKA beschreiben die Entstehung von Sucht durch die Voraussetzung der Gewöhnung, sowohl in pharmaökologischer wie in psychologischer Sicht. Sie ist eine spezifische Reaktionsminderung nach fortgesetzter Reizwiederholung (vgl. [FeKüSo98], S. 5). Oftmals wird auch der Begriff Alkoholismus in der breiten Fachliteratur genannt. Dieser wurde durch einen schwedischen Arzt im 19. Jahrhundert etabliert und beinhaltet die beiden Störungen Alkoholmissbrauch (schädlicher Gebrauch von Alkohol) und Alkoholabhängigkeit (vgl. [FeKüSo98], S. 1 f.).

Unterschieden wird zudem zwischen stoffgebundener und stoffungebundener Abhängigkeit. Alkoholabhängigkeit lässt sich der Kategorie „stoffgebundene Abhängigkeit“ zuordnen. Typische Stoffe mit Abhängigkeitspotential sind beispielsweise Alkohol, Opiate (Opium, Morphium, Heroin), Cannabinoide (Haschisch, THC), Sedativa oder Hypnotika (Benzodiazepine...), Cocain, andere Stimulantien einschließlich Coffein (Amphetamine...), Halluzinogen (LSD..), Tabak und flüchtige Lösungsmittel etc. (vgl. [FeKüSo98], S. 6).

Alle diese oben aufgeführten Substanzen lassen sich auch den Rubriken „weiche und harte Drogen“ zuordnen, je nach Schädlichkeit und Suchtpotential. Zudem werden manche von ihnen legal und manche illegal erworben.

„Stoffungebundene Abhängigkeiten“ können beispielsweise Glücksspielsucht, Arbeitssucht, Kaufsucht, Internetsucht, Macht, Herrsch- und Kontrollsüchte und selbstverletzendes Verhalten sein (vgl. [KuH.07], S. 164 ff.).

Ich fokussiere mich in meiner Bachelorarbeit jedoch auf die stoffgebundene Alkoholabhängigkeit, da sie in unserer Gesellschaft stark verbreitet ist, die Dunkelziffer der alkoholabhängigen Menschen hoch ist und der wachsende Leistungsdruck in unserer Gesellschaft tendenziell ansteigt.

2.2 Stresskonzepte im theoretischen Bezugsrahmen

In folgenden Unterpunkten gebe ich in Kürze die meiner Meinung nach relevantesten Stresskonzepte im theoretischen Bezugsrahmen wieder.

2.2.1 Transaktionelles Stresskonzept von Lazerus

„Psychologischer Stress ist eine bestimmte Beziehung zwischen Individuum und Umwelt, die von der Person als entweder beanspruchend oder die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigend bewertet wird. Das Individuum sieht das eigene Wohlbefinden durch diese Beziehung als gefährdet an.“ ([LaSuFo84], S. 19)

Das transaktionale Modell von LAZARUS ist ein kognitionspsychologischer Ansatz und beschreibt die Stressentstehung durch die Transaktion zwischen Person und Umwelt, welche über die fünf Sinne wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten stattfindet. Die subjektive Einschätzung und Bewertung einer Situation entscheidet über die Konsequenzen des individuellen Wohlbefindens. Seine Stresstheorie beruht hauptsächlich auf der Bewertung und der Bewältigung eines Reizes, wobei er 1991 sein Konzept auf die Berücksichtigung von Emotionen erweiterte und gleichzeitig die Bewältigungsfaktoren vernachlässigte. Wird ein Mensch beispielsweise bedroht, fühlt er sich ängstlich und flieht. Erlebt ein Mensch einen Schaden oder Verlust, reagiert er möglicherweise verärgert, wird traurig und passiv. Bewertet er Stress jedoch als eine Herausforderung, zeigt er Interesse, strengt sich an und ist zugleich neugierig. LAZARUS nahm an, dass nicht der eigentliche Reiz als solcher für den Betroffenen relevant sei, sondern immer die individuelle und kognitive Verarbeitung. Ist eine Situation neu oder unbekannt für den Betroffenen, entstehen gedanklich drei Phasen, die sich innerhalb des Gehirns abspielen können. Die primäre Bewertung, die sekundäre Bewertung und die Neubewertung. Stress entsteht nach LAZARUS lediglich nur dann, wenn die vorhandenen Ressourcen nicht ausreichend sind, um eine stresshafte Situation zu bewältigen. Bei der Primären Bewertung wird zuerst überprüft, ob ein Ereignis irrelevant, angenehm positiv oder gleichgewichtsstörend ist (vgl. [LaSuFo84], S. 32 f.). Ist ein Ereignis irrelevant, hat dies keinerlei Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Betroffenen. Wird ein Ereignis zudem als angenehm beziehungsweise positiv empfunden, werden keine Anpassungsfähigkeiten abgerufen. Ist jedoch ein Ereignis gleichgewichtsstörend, erfolgt ein Adaptionsbedarf mit der Bewertung des Reizes entweder als Herausforderung (positive Aktivierung), als Bedrohung oder als Schaden und Verlust.

Durch die sekundäre kognitive Bewertung rufen die Betroffenen Bewältigungsressourcen ab und versuchen die Kontrolle über die Situation zu behalten. Dabei versuchen sie sich gegebenenfalls Hilfe über soziale Netzwerke zu holen. Die Phasen der primären und sekundären Bewertung können gleichzeitig und auch hintereinander stattfinden.

In der Neubewertungsphase werden neue Informationen über die relevanten Situations- und Personenaspekte gegeben. Diese Phase ist inhaltlich identisch mit der primären und sekundären Phase und erfolgt zeitlich gesehen nach den ersten zwei Phasen (vgl. [PuWi03], S. 65 f.).

Mit dem Coping-Konzept beschreibt LAZARUS alle Anstrengungen, die eine Person unternimmt, um eine stresshafte Situation zu bewältigen. Die Anstrengungen gehen oft in die problem- und emotionsorientierte Richtung. Unter problemorientierten Coping versteht er beispielsweise die Informationssuche, aktive Auseinandersetzungen mit dem Stressor, Verhaltensveränderung, Kontrollüberzeugungen oder soziale Unterstützung. Mit emotionsorientiertem Coping dagegen geht es vielmehr um das emotionale Verarbeiten einer Erkrankung, nach der Biografisierung oder nach der Suche nach dem Sinn des aufkommenden Stresssors (vgl. [LaSuFo84], S. 845).

2.2.2 Die Salutogonese von Antonovsky

„Wir sind alle sterblich. Ebenso sind wir alle, solange noch ein Hauch von Leben in uns ist, in gewissem Ausmaß gesund.“ ([AnFr97], S. 23)

Die Salutogense von ANTONOVSKY ist ein sehr verbreiteter, ressourcenorientierter Ansatz und besagt, dass Gesundheit und Krankheit dynamische Befindlichkeiten sind. Wie auch bei LAZARUS Stresstheorie spielt die subjektive Bewertung von Stressoren eine entscheidende Rolle. „Salus“ und „Genese“ kommen aus dem lateinischen Sprachgebrauch und bedeuten „Gesundheit“ und „Entstehung“. Er geht somit in seiner Theorie der zentralen Frage nach, wie Gesundheit entsteht und stellt zugleich die Untersuchung der Widerstandsfähigkeit einer Person in den Mittelpunkt. Sein Ausgangspunkt war die Erforschung des Bewältigungsverhaltens von Überlebenden des Holocaust (vgl. [AnFr97], S. 15).

Über seine Metapher vom Lebensfluss, bei der er davon ausgeht, dass der Fluss der Strom des Lebens sei, versucht er seine Vorstellungen von der Salutogenese bildlich zu verdeutlichen. Ein Großteil des Flusses ist sowohl im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne verschmutzt und es gibt Gabelungen im Fluss, die zu leichten Strömungen oder in gefährliche Stromschnellen und Strudel führen. ANTONOVSKY stellt sich dabei die Frage, wie man ein guter Schwimmer wird, wenn man sich in einem Fluss befindet, dessen Natur von historischen, soziokulturellen und physikalischen Umweltbedingungen bestimmt wird? (vgl. [AnFr97], S. 92) Die Antwort auf diese Frage gibt er über das sogenannte Kohärenzgefühl. Dies ist eine Grundorientierung, die das Ausmaß eines umfassenden, dauerhaften und gleichzeitig dynamischen Gefühls des Vertrauens ausdrückt. Das Kohärenzgefühl ist keine Copingstrategie sondern eine Ebene tiefer anzusiedeln. Sie besteht aus drei Komponenten:

1. Verstehbarkeit im Sinne einen Stimulus als geordnete, konsistente, strukturierte Information zu verarbeiten. Die Verstehbarkeit ist wiederum abhängig von den individuellen kognitiven Fähigkeiten und entwickelt sich in einer stimmigen Umwelt.

2. Handhabbarkeit bedeutet die Überzeugung zu haben, dass sich Probleme lösen lassen beziehungsweise Mut und Optimismus zu besitzen und festigt sich im Gleichgewicht von Erholung und Anstrengung.

3. Bedeutsamkeit als Synonym für die Einstellung, dass die Anforderungen und Probleme einen Sinn für die Person haben. Sie entwickelt sich am Besten, wenn eine Person in Entscheidungsprozesse eingebunden ist, Engagement Erfolg bringt und positiv bewertet wird (vgl. [AnFr97], S. 36).

BECKER erklärt das Modell der Salutogenese von ANTONOVSKY vereinfacht. Ein Stresssor (psychosozial, physisch oder biochemisch) führt zu einem Spannungszustand einer Person, der jedoch aufgrund des Kohärenzgefühls erfolgreich bewältigt wird. Das Kohärenzgefühl baut sich wiederum durch spezifische Lebenserfahrungen auf, die abhängig vom soziokulturellen und historischen Kontext mit Hilfe von psychosozialen, genetischen und konstitutionell generalisierten Widerstandsquellen entstehen. Wird ein Stesssor nicht erfolgreich bewältigt, führt dies zu einem Stresszustand, der wiederum eine Erkrankung auslösen kann (vgl. [BeP.82], S. 11).

2.2.3 Stress in Organisationen nach Kahn et al.

Der theoretische Stressansatz in Organisationen von KAHN et al. baut auf LAZARUS Stresstheorie auf und untersucht hauptsächlich die Einflüsse, die Organisationen auf die Entwicklung von Stressempfindungen haben. Durch Störungen in der Abstimmung zwischen den Rollen-Sendern und den Rollen-Übernehmern entsteht Stress in Organisationen, die durch folgende drei Punkte ausgelöst werden können:

1. Eigenschaften der Organisationen wie beispielsweise die finanzielle Ausstattung, das Setting des Arbeitsplatzes, die Produkte etc..

2. Eigenschaften der Persönlichkeit wie beispielsweise Werte- und Normenvorstellungen, Vulnerabilität, Gewohnheiten etc..

3. Zwischenmenschliche Beziehungen, die teils aufgrund der formalen Eigenschaften der Organisation bedingt sein können (Macht oder Fähigkeit zur Einflussnahme, affektive Bindungen, wechselseitige Abhängigkeit und der Stil der Kommunikation) (vgl. [GrS.83], S. 130 f.).

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten

Details

Titel
Stress im Beruf als Auslöser für Alkoholsucht und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen  (Fakultät für Sozialwesen)
Note
1,9
Autor
Jahr
2013
Seiten
94
Katalognummer
V316234
ISBN (eBook)
9783668156623
ISBN (Buch)
9783668156630
Dateigröße
1973 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alkoholsucht, Stress, soziale Arbeit, Abhängigkeit, Einflussfaktoren, Arbeitsbedingungen, soziale Faktoren, Stresskonzept, Sozialarbeit
Arbeit zitieren
Martin Riedacher (Autor), 2013, Stress im Beruf als Auslöser für Alkoholsucht und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316234

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Stress im Beruf als Auslöser für Alkoholsucht und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden