Techniken der (Selbst-)Präsentation in „Wir alle spielen Theater“ von Erving Goffman. Zu Ort und ortsbestimmtem Verhalten


Ausarbeitung, 2015

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bühnenbild
2.1 Vorderbühne
2.2 Hinterbühne
2.3 Außenregion

3 Kritische Reflexion

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Diese Ausarbeitung bezieht sich auf das Seminar mit dem Titel „Allgemeine Soziologie“ von Prof. Dr. Barbara Hölscher im Wintersemester 2014/2015 an der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel. In der Seminarveranstaltung wurden verschiedene Handlungstheorien auf Mikro- und Makroebene von verschiedenen Referatsgruppen bearbeitet, vorgestellt und am Ende interpretiert. Neben Literatur von Emilé Durkheim, Heinz Abels und Max Weber wurde auch das Thema der Handlungstheorie nach Erving Goffman referiert. In der Veranstaltung wurde sich mit seinem Werk „Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag“ auseinandergesetzt. Hierbei vergleicht Goffman Interaktionen mit einem Theaterstück. Teil dieser Ausarbeitung ist es, das Kapitel „Ort und ortsbestimmtes Verhalten“, zu reflektieren. Interaktionen ähneln dem Aufbau eines Theaters und sind entsprechend unterteilt. Zum einen gibt es die Vorderbühne, in der das so genannte Publikum das Schauspiel der Darsteller beobachten kann. Des Weiteren gibt es die Hinterbühne, wo die Darsteller unter sich sind und als Ensemble (Team) über weitere Abläufe sprechen und agieren. Als Sonderform gibt es die Außenregion, in der Goffman weitere Personen betrachtet, die mit dem Schauspiel nicht konfrontiert sind und in dieses hinein geraten. In dieser Ausarbeitung werde ich das Bühnenbild, welches „die ganze räumliche Anordnung umfasst“ (Goffman 2011: 23), genauer definieren und am Ende mögliche Kritikpunkte zu seiner Theorie beleuchten.

2 Bühnenbild

Die Region wird als Ort definiert, der durch Schranken der Wahrnehmung begrenzt ist (vgl. Goffman 2011: 99). Goffman unterteilt diese in Region 1, einen akustischen Ort, welcher nicht visuell z. B. durch Glaswände begrenzt ist und Region 2, die z. B. durch spanische Wände als abgeschlossen, stark eingegrenzt und oft zeitlich begrenzt gilt (vgl. Goffman 2011: 99). In letzterem Fall ist es möglich, „die Vorstellung zu beobachten und sich von der Bestimmung der Situation leiten zu lassen“ (Goffman 2011: 99). Das bedeutet, dass er den Begriff „Bühnenbild“ als Oberbegriff der räumlichen Anordnung sieht, in welchem in bestimmten Situationen agiert wird. Grundsätzlich definiert sich die Vorstellung als eine Aufführung, die von Darstellern durch ein räumlich und zeitlich begrenztes Rollenspiel ausgeführt wird (vgl. Goffman 2011: 99 f.). Die einstudierten Rollen werden aufgrund der Ortsbestimmungen (Regeln für das Verhalten für bestimmte Orte) eingenommen und der Teil der Fassade, das Bühnenbild, in Regionen unterteilt (vgl. Goffman 2011: 100). Die Einteilung gliedert sich in Vorderbühne, Hinterbühne und in die Außenregion, welche im Folgenden näher erläutert werden (vgl. Goffman 2011: 100 ff.).

2.1 Vorderbühne

Die Vorderbühne ist die Region, in der die Aufführung stattfindet und sich die einzelnen Schauspieler vor dem Publikum darstellen (vgl. Goffman 2011: 100). Im Bereich der Hinterbühne wird von den Darstellern eine Rolle einstudiert, um sie dann vor dem Publikum, auf der Vorderbühne, ausführen zu können (vgl. Goffman 2011: 217). Die Darsteller treten im Bereich der Vorderbühne in Anwesenheit des Publikums auf und führen dort die eingespielten Szenen (eingeübtes Rollenverhalten) vor, so dass ihr Agieren aufgrund der darstellerischen Fähigkeiten beurteilt wird (vgl. Goffman 2011: 114). Der Darsteller versucht durch seine Rolleninszenierung die Deutung der Situation zu kontrollieren und den von ihm gewünschten Eindruck zu vermitteln. Der Gegenpart der Eindrucksvermittlung wird vom Publikum übernommen. Dieses überprüft, reflektiert und urteilt über die Rolle des Darstellers.

Auch wenn das Publikum die Geschehnisse der Vorderbühne kontrolliert, so bleibt dennoch das Verhalten der Darsteller förmlich, wichtige Aspekte, wie z. B. die Höflichkeit und der Anstand, werden in Anwesenheit des Publikums betont und der Teil der Fassade bleibt vor diesem erhalten (vgl. Goffman 2011: 104). Neben der Rolleninszenierung, die eine gewisse Fassade der Darsteller aufrechterhält, ist die Zugangskontrolle zwischen Vorderbühne und Hinterbühne ein wichtiger Punkt (vgl. Goffman 2011: 217). „Der Zugang zu diesen Regionen wird unter Kontrolle gehalten, um das Publikum daran zu hindern, hinter die Bühne zu schauen, und um Außenseiter davon fernzuhalten, eine Aufführung zu besuchen, die nicht für sie bestimmt ist.“ (Goffman 2011: 217).

Alle Tätigkeiten im Bereich der Hinterbühne halten sich an gewisse Normen, die in Höflichkeitsnorm und Anstandsnorm gesplittet sind (vgl. Goffman 2011: 100).

Die Höflichkeitsnorm meint das Erscheinungsbild des Darstellers und impliziert die Art wie ein Darsteller sein Publikum behandelt, so lange der Darsteller mit diesem spricht oder gestikuliert (vgl. Goffman 2011: 100). Diese Regel tritt bei Interaktionen auf und beschreibt eine zuvorkommende und anbietende Art und Weise des Umgangs (vgl. Goffman 2011: 100).

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Techniken der (Selbst-)Präsentation in „Wir alle spielen Theater“ von Erving Goffman. Zu Ort und ortsbestimmtem Verhalten
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Soziologie)
Veranstaltung
Seminar: Allgemeine Soziologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V317203
ISBN (eBook)
9783668162723
ISBN (Buch)
9783668162730
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie, allgemeine soziologie, goffman, wir alle spielen theater, Ort und ortsbestimmtes Verhalten
Arbeit zitieren
Steffi Lücking (Autor), 2015, Techniken der (Selbst-)Präsentation in „Wir alle spielen Theater“ von Erving Goffman. Zu Ort und ortsbestimmtem Verhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317203

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