Familie und soziale Ungleichheit. Entstehung, Merkmale und sozialstrukturelle Folgen


Ausarbeitung, 2015
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Herkunftsfamilien
2.1 Herkunft anhand Bildung
2.2 Herkunft anhand Familiensolidarität

3 Sozialstrukturelle Folgen

4 Kritische Reflexion

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Diese Ausarbeitung bezieht sich auf das Seminar mit dem Titel „Einführung in die spezielle Soziologie“ im Sommersemester 2015 an der Christian- Albrechts-Universität zu Kiel. In der Seminarveranstaltung wurden verschiedene Theorien und Analysen sozialer Ungleichheiten von verschiedenen Referatsgruppen bearbeitet, vorgestellt und am Ende diskutiert. In dieser Ausarbeitung wird das Thema Familie und soziale Ungleichheit genauer definiert sowie am Ende mögliche Kritikpunkte beleuchtet. Hierzu werden verschiedene Familienformen und ihre Herkunft dargestellt und Auswirkungen durch Erziehung und Bildung näher beschrieben. Ein Teil dieser Ausarbeitung ist es, zu zeigen, wie soziale Ungleichheit innerhalb der Familien von Kindheit an entsteht. Ein anderer Teil soll unterschiedliche Merkmale der sozialen Ungleichheit reflektieren. Eine Unterteilung der Herkunftsfamilien erfolgt dabei anhand der Sozialisation, aber auch im Bildungsniveau. In der Sozialisation wird in Erziehungsziel, Erziehungsverhalten und Kontrollmittel differenziert. Hingegen ist die Bildung in Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit unterteilt. Im weiteren Verlauf prägen auch elterliche Unterstützungen das Zusammenleben der Familie und haben einen hohen Einfluss auf mögliche Ausbildungen bei Kindern. Neben der Familiensolidarität sind auch sozialstrukturelle Folgen von Ungleichheiten ein wichtiger Aspekt. Diese Folgen wirken sich nicht nur auf das Leben innerhalb einer Familie aus, sondern besonders auf das Einkommen, welches eines der wichtigsten Determinanten sozialer Schichtung ist.

In dieser Ausarbeitung wird die Herkunft der Familien sowie die Entstehung und Folgen sozialer Ungleichheit genauer definiert. Zum Ende werden mögliche Kritikpunkte beleuchtet.

Als zusätzlichen Vermerk wird an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, dass für eine bessere Lesbarkeit in dieser Ausarbeitung nicht beide Geschlechtertermini genannt werden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich dennoch beide Geschlechter angesprochen fühlen sollen.

2 Herkunftsfamilien

Familie bedeutet, dass diese ihren Ursprung in der Herkunft hat. Die Herkunft einer Familie ist immer mit gewissen Folgen für sie verbunden, bei denen es darum geht, wie soziale Ungleichheit entsteht (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Quelle: Eigene Darstellung

Die sozialstrukturellen Merkmale der Herkunftsfamilie wirken sich auf die Persönlichkeitsund Leistungsentwicklung der Kinder aus. Das bedeutet, dass diese durch die Herkunft der Eltern bzw. Familie geprägt sind. Vor allem Bildung, Beruf und Einkommen, aber auch sozialstaatliche Leistungen und die Zugehörigkeit zum soziokulturellen Milieu beeinflussen die Lebens- und Familienformen eines Individuums. Entscheidungen bringen Folgen einher, welche sich auf den Beruf und dadurch auf die Lebens- und Familienform auswirken. Diese können Beeinflussungen auf die Kinderlosigkeit bzw. Kinderzahl mit sich bringen und diese dann wiederrum auf eine mögliche Karriere bzw. auf den Lebensstandard. Je nach Art der gewählten Lebens- und Familienform, wird die nächste Generation beeinflusst und der Kreislauf beginnt erneut.

Durch Erziehung kann die Sozialisation der Kinder beeinflusst werden und ist je nach Sozialschicht unterschiedlich gestaltet. Es wird nach unterer Schicht und mittlerer bzw. oberer Schicht unterschieden. Zur unteren Schicht zählen vor allem Problemgruppen von Obdachund Langzeitarbeitslosen. In diesen Schichten wird zwischen Erziehungsziel, Erziehungsverhalten und Kontrollmittel der Erziehung unterschieden.

Das Erziehungsziel beschränkt sich bei der unteren Schicht vor allem auf Gehorsamkeit und Anpassung. Diese Zielsetzungen sind zwar seltener geworden, blieben aber bisher weiterhin erhalten. Heutzutage ist eher das Anstreben der individuellen Autonomie zu sehen. Das zeigt sich in der mittleren bzw. oberen Schicht deutlich, denn Erziehung zur bloßer Normbefolgung und Konformität bereitet weniger auf komplexe Aufgaben statushöherer Positionen vor. Bei den mittleren bzw. oberen Schichten sind daher auch Rolleninstanz und kreative Eigenständigkeit gefragt.

Beim Erziehungsverhalten sind Unterschiede zwischen unterer und mittlerer bzw. oberer Schicht zu beobachten, jedoch unterscheiden sie sich weniger als die Erziehungsziele. Folgende Beispiele zeigen, dass sich je Sozialschicht andere Konsequenzen im Erziehungsverhalten ergeben. Bei der unteren Schicht reagieren Eltern eher auf das beobachtbare Verhalten ihrer Kinder und dessen Konsequenzen. Zum Beispiel zerstört das Kind einen Gegenstand, indem es diesen fallen lässt, sodass die Eltern in diesen Bezug auf das Verhalten tätig werden können. Bei der mittleren bzw. oberen Schicht orientieren sich Eltern eher an den Absichten der Kinder. Hier wird beispielsweise angenommen, dass das Kind bei einer Aufgabe helfen möchte.

Auch beim Kontrollmittel der Erziehung differenzieren sich die sozialen Schichten voneinander. Die untere Schicht setzt meist körperliche Strafen, mit machtorientieren Erziehungstechniken und wenigen Konsequenzen ein. Hingegen legt die obere Schicht Wert auf Argumentation, sowie konsequente und psychologische Kontrollformen.

2.1 Herkunft anhand Bildung

Deutlich wird immer wieder, dass soziale Ungleichheit in Zusammenhang mit dem Bildungsniveau von Personen steht. Das Bildungsniveau einer Person gibt oft einen Hinweis über seine soziale Herkunft. Unter anderem wird das Bildungsniveau über den

Bildungsabschluss definiert. Dieses dient als Statuszuweisung und stellt

Leistungsgerechtigkeit über Vergabe der Noten her. Diese Leistungsgerechtigkeit ist die Maßgabe der Leistung, statt leistungsfremder Kriterien. Die Aufgabe ist die Schaffung von Chancengleichheit, um damit individuelle Leistungspotenziale zu entfalten. Dabei dient die proportionale Chancengleichheit als Maßstab. Chancengleichheit gibt es, wenn alle Bevölkerungsgruppen im Maße ihres Bevölkerungsanteils auf allen Stufen des Bildungswesens vertreten sind. Deutschlands Bildungseinrichtungen erfüllen dies noch nicht zur vollkommenen Zufriedenheit. Zwar sind die Bildungschancen in Deutschland gut, jedoch ist eine höhere Schul- oder Ausbildung für Kinder aus unteren Schichten oder für Menschen mit Migrationshintergrund nur schwer zu erreichen.

2.2 Herkunft anhand Familiensolidarität

Familie ist nicht nur Zusammenleben, sondern induziert auch unmittelbare Einflüsse bzw. Prägungen auf die Ausbildungsphase eines Menschen und darüber hinaus auf alle späteren Lebensphasen. Die finanzielle Unterstützung der Kinder während und nach der Ausbildung wird über das elterliche Vermögen definiert. Das bedeutet, dass ungleiche finanzielle Transferleistung zwischen den sonst physisch gleichen Kindern bestehen. Die finanzielle Stellung determiniert somit eine Chancenungleichheit. Vorteile erlangen Menschen mit finanziell besserer Lage. So sind Kinder bei einer finanziell guten Lage des Elternhauses besser gestellt, da sie beispielsweise keinen Nebenjob parallel zum Studium annehmen müssen oder nur durch vorhandene eigene finanzielle Rücklagen ein Auslandsstudium absolvieren können. Ebenso geraten diese Kinder, nach einem Abschluss, nicht in das Bedrängnis einen Arbeitsplatz finden zu müssen, damit der Lebensstandard aufrechterhalten werden kann.

Neben der finanziellen Unterstützung gibt es noch die elterliche Unterstützung. Hierzu zählen Bürgschaften, Bereitstellen von Wohnraum, Überlassen eines Autos oder die Unterstützung des Kindes in psychischer Hinsicht. Beispiele können unter anderem das Wecken des Ehrgeizes, das Erteilen von Ratschlägen oder Mut machen neuer Situationen sein. Auch innerhalb der Familie sind in den unterschiedlichen Sozialschichten Ungleichheiten bezüglich der Familiensolidarität festzustellen, da diese bei Kindern aus höheren Schichten besser ausgeprägt sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Familie und soziale Ungleichheit. Entstehung, Merkmale und sozialstrukturelle Folgen
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die spezielle Soziologie: Familiensoziologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V317205
ISBN (eBook)
9783668163478
ISBN (Buch)
9783668163485
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Vorgabe der Seminararbeit: 5 Seiten
Schlagworte
Familiensoziologie, soziale Ungleichheit
Arbeit zitieren
Steffi Lücking (Autor), 2015, Familie und soziale Ungleichheit. Entstehung, Merkmale und sozialstrukturelle Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317205

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