Generation Stress. Burnout als Produkt der modernen Arbeitswelt?

Stresskompetenztraining als möglicher Präventionsansatz


Bachelorarbeit, 2014
49 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung ... 6

2 Zielsetzung ... 8

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand ... 9

3.1 Erschöpfungssyndrom Burnout – Theoretische Grundlagen ... 9
3.1.1 Verbreitung ... 11
3.1.2 Symptome und Verlauf von Burnout ... 12
3.1.3 Ätiologie ... 14
3.1.4 Abgrenzung chronisches Erschöpfungssyndrom ... 16
3.1.5 Differenzialdiagnose Depression ... 17
3.1.6 Erklärungsmodelle ... 17

3.2 Stress ... 19
3.2.1 Zahlen zu Stress ... 19
3.2.2 Stressgeschehen ... 22
3.2.3 Stressreaktion ... 22

3.3 Das Training von Stresskompetenz und Entspannung ... 24
3.3.1 Erlernen der Stresskompetenz ... 24
Im körperlichen Bereich ... 24
Im psychischen Bereich ... 25
Im geistigen Bereich ... 25

4 Methodik ... 26

4.1 Literaturrecherche ... 26

4.2 Burnout und dessen Ursachen ... 26

4.3 Messen von Burnout ... 27
4.3.1 Die Überdruss – Skala ... 27
4.3.2 Das Maslach Burnout Inventory ... 30

4.4 Burnout-Prävention? ... 33

5 Ergebnisse ... 34

5.1 Burnout und das Allgemeine Adaptionssyndrom – zwei Begriffe – ein Syndrom? ... 34

5.2 Noch im Stress oder schon Burnout? ... 34

5.3 Herausforderungen in der Arbeitswelt ... 35

5.4 Ernüchternde Bilanz ... 37

5.5 Moderne Stressoren ... 38
5.5.1 Überforderung durch Multitasking ... 38
5.5.2 Mobbing – Gefahr durch Mitmenschen ... 39

5.6 Stressbewältigung als Burnout-Prophylaxe ... 40

5.7 Entspannungstechniken – Der direkte Weg zum Stressabbau ... 41
5.7.1 Autogenes Training ... 42
5.7.2 Progressive Relaxation ... 42

6 Diskussion ... 44

7 Zusammenfassung ... 45

8 Literaturverzeichnis ... 47

9 Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungsverzeichnis ... 50

9.1 Abbildungsverzeichnis ... 50

9.2 Tabellenverzeichnis ... 50

1 Einleitung und Problemstellung

„Was wir aufbauen, sind unsere Talente und Fähigkeiten, was wir erbringen, sind Überstunden für ein Minimum an finanziellem Ausgleich. Wir arbeiten zu viel, zu lange und zu intensiv. Wir fühlen einen inneren Druck zu arbeiten und zu helfen, und wir fühlen einen Druck von außen zu geben… Aber genau wegen dieses Engagements tappen wir in die „Burnout-Falle““, so Freudenberger in seiner ersten Publikation 1974.

Als „Burnout“ wird ein psychovegetatives Erschöpfungssyndrom infolge einer chronischen Beanspruchungsreaktion bezeichnet, welches laut Burisch (2011) beruflich bedingt ist. Es beschreibt einen fortschreitenden Prozess, welcher mit wechselhaften Gefühlen der Erschöpfung und Anspannung einhergeht (Jaggi, 2008).

Lange Zeit wurde das Phänomen zunächst nur in den „helfenden“ Berufen beschrieben, doch zunehmend erstreckte es sich auf andere Berufsgruppen aus.

Mittlerweile ist die „Erkrankung“ in aller Munde. Medien berichten wiederkehrend von dem Thema, die Literatur wird von Fach- und Ratgeberbüchern überschwemmt, und auch immer mehr bekannte Persönlichkeiten äußern sich der Erkrankung. Ein wahrer Hype ist um das Syndrom entstanden und es scheint, als bräche eine ganze Epidemie aus.

Doch die Symptome sind nicht neu. Eine starke Ähnlichkeit zur Neurasthenie widerlegt das Vorurteil einer Modediagnose (siehe 3.1). Doch warum hat die Verbreitung des Phänomens in den letzten 30 Jahren so massiv zugenommen?

Die vorliegende Arbeit möchte hier ansetzen und sich mit der Ätiologie beschäftigen. Da Burnout mit einer Selbstverständlichkeit den Arbeitsbedingungen zugeschrieben wird, soll sich die Thematik mit dem komplizierten Geflecht unterschiedlicher Ursachen beschäftigen. Der Begriff „Stress“ steht dabei immer im Fokus. Kein anderer hat in den letzten 40 Jahren mehr Popularisierung erfahren in den Humanwissenschaften. Man spricht von Stress am Arbeitsplatz, in Schule und Kindergarten, über Beziehungs-, Freizeit- und Leistungsstress bis hin zu Stress im Verkehr, Krankenhaus, Supermarkt und auch Urlaub. Kaum ein Bereich des alltäglichen Lebens wird nicht mit diesem Begriff assoziiert (Kaluza, 2011, S. 12).

Die vorliegende Arbeit soll sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Burnout-Phänomen und Stress beschäftigen. Dabei sollen mögliche Präventionsansätze vorgestellt werden, um möglichst früh Symptome und Warnzeichen des Erschöpfungssyndroms zu erkennen.

Burnout ist ein schleichender Prozess, welcher ohne Hilfe fast schicksalsmäßig verläuft (Seidel, 2011, S. 19) und fatale Folgen für die Gesundheit und Psyche haben kann.

Anmerkung

Aus Gründen der Einfach- und Lesbarkeit wird in dieser Arbeit die männliche Schreibweise gewählt. Beide Geschlechter sind jedoch gleichermaßen gemeint.

2 Zielsetzung

Ziel der Thesis ist es, den möglichen Zusammenhang zwischen Stress und dem chronischen Erschöpfungssyndrom Burnout darzustellen und herauszufinden, ob die Erkrankung ein reines Arbeitsbedingungsproblem ist. Dabei soll die Diagnose auf eine prägnante Art verständlich gemacht werden und dem Leser dessen Geschichte und Verlauf offengelegt werden. Es soll herausgefunden werden, wie das Burnout-Syndrom entsteht und wie es gemessen werden kann.

Das Stresskompetenztraining soll dabei als Präventionsansatz in Bezug auf das Erschöpfungssyndrom dargestellt werden, mit Beispielen aus der Entspannnungsmethodik.

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

In unserem Breitengrad sind mehr als 60% der Angestellten im tertiären Sektor, dem der Dienstleistung tätig. Im Kontext der Globalisierung fordern die Unternehmer immer mehr von ihren Arbeitnehmern. Unternehmergeist und Teamdenken stehen an erster Stelle, eine übersteigerte Arbeitsqualität und Flexibilität stehen außer Frage. Daneben werden vermehrt Entscheidungs- und Gestaltungsbefugnis übertragen, welche zu unfruchtbaren und lang anhaltenden Diskussionen führen können. Maßnahmen der neuen Arbeitsplatzgestaltung werden mit dem interessant klingenden Begriff „Reengineering“ umschrieben. „Immer weniger Mitarbeiter sollen immer mehr leisten“ (Jaggi, 2008, S. 15).

Doch sind all diese Umstände und der massive wirtschaftliche Konkurrenzdruck alleiniger Auslöser der „Burnout-Epidemie“?

3.1 Erschöpfungssyndrom Burnout – Theoretische Grundlagen

Burnout, das ist die junge Lehrerin, welche bereits nach ihrem ersten Schuldienstjahr gealtert aussieht, nach der Arbeit in einen Erschöpfungsschlaf fällt, nachts über ihren Stundenvorbereitungen brütet und von sich selbst nie gedacht hätte, dass sie einmal so wird wie ihre Kolleginnen - die Kinder anschreit, Strafarbeiteten verteilt und als einzigen Zweck des Unterrichts die Zeugnisse sieht.

Burnout ist die 19-jährige Krankenschwester, die sich ihre Arbeit als eine Fortsetzung ihres Privatlebens vorgestellt hatte, in dem sie einen Freund, diverse Freundinnen und zwei Katzen verwöhnt, doch nach einer Weile auf ihrer ersten Station an Patienten, anderen Schwestern und Ärzten kein gutes Wort mehr verliert, innerlich lacht wenn sich andere bei ihr ausheulen und sie als besseren Mensch sehen. Burnout ist auch der Professor, der nach seiner Assistentenzeit rasch avanciert, in den ersten Jahren seine Tür für jedermann offen hielt, sich in Studienreform und Selbstverwaltung immer engagierte aber heute nun, Begegnungen mit Studenten, „diesen narzisstischen Kretins“ auf ein Minimum beschränkt, Konferenzen ächzend absitzt, um rasch wieder zwischen seinen Bücherwänden zu verschwinden (Burisch, 2010, S. 2).

Ein Blick zurück zeigt, dass bereits vor über 100 Jahren sehr ähnliche Symptome unter dem Begriff „Neurasthenie“ verzeichnet wurden. Bis heute listet das Diagnosesystem der Weltgesundheitsorganisation Leitlinien zur Diagnose von Neurasthenie auf: geistige Ermüdbarkeit und Erschöpfung, Schlafstörungen und die Unfähigkeit zu entspannen. Hinzu kommen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Niedergeschlagenheit, Arbeitsunfähigkeit und die subjektive Beeinträchtigung des Empfindens. Diese deutlichen Parallelen zum Burnout (siehe 3.1.2) widerlegen das Vorurteil einer Modediagnose. Somit ist die Existenz von Burnout als Konzept folglich nicht neu, doch deren Verbreitung steigt zunehmend (Hedderich, 2009, S. 13).

Hell präsentierte auf dem Symposium „Burnout im Spannungsfeld zwischen Lebenskrise und psychiatrischer Krankheit“ die Ablösung der Trenddiagnose „Neurasthenie“ durch „Burnout“, siehe Abb. 1 (2007).

[Dies ist eine Leseprobe. Abbildungen und Tabellen können nicht dargestellt werden.]

Abb. 1: Ablösung Neurasthenie durch Burnout, modifiziert nach Hell, 2007

Burnout ist nach Jaggi (2008, S. 6) keine Krankheit im engeren Sinne „mit eindeutig zuteilbaren diagnostischen Kriterien“ sondern vielmehr „eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überbelastung“.

Das Syndrom beschreibt einen fortschreitenden Prozess mit wechselhaften Gefühlen und Anspannung. Maslach & Leiter (2001, S. 20) beschreiben das Syndrom als Maßstab für die Diskrepanz zwischen dem Wesen eines Menschen und dessen zu erbringende Leistung. Für sie gilt es jedoch als Krankheit, die sich schrittweise und gleichmäßig ausbreitet mit einem Verschleiß von Werten, Würde, Geist und Willen. Ein Teufelskreis, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt.

Aus der Sicht des Patienten ist Burnout zwar keine psychische Erkrankung, aber doch wie eine Krankheit zu verstehen (Jaggi, 2008, S. 11).

[...]

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Generation Stress. Burnout als Produkt der modernen Arbeitswelt?
Untertitel
Stresskompetenztraining als möglicher Präventionsansatz
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
49
Katalognummer
V317618
ISBN (eBook)
9783668270268
ISBN (Buch)
9783946458869
Dateigröße
1634 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
generation, stress, burnout, produkt, arbeitswelt, stresskompetenztraining, präventionsansatz
Arbeit zitieren
Desiree Schwegler (Autor), 2014, Generation Stress. Burnout als Produkt der modernen Arbeitswelt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317618

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Generation Stress. Burnout als Produkt der modernen Arbeitswelt?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden