Reduplikation als grammatische und sprachliche Form im Chinesischen


Hausarbeit, 2015

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Definitionen

2 Grundformen der Reduplikation
2.1 Die vollständige Doppelung
2.2 Die jeweilige Doppelung
2.3 Die unvollständige Doppelung

3 Untypische Form des Verbs - AABB
3.1 Bildung vom Typ „AABB“
3.2 Grammatische Bedeutungen vom Typ „AABB“
3.3 Syntaktische Funktionen vom Typ „AABB“
3.4 Phonetische Realisierungen vom Typ „AABB“

4 Fazit

5 Literatur

1 Einleitung und Definitionen

Unter Reduplikation versteht man die einmalige oder mehrfache Wiederholung eines Teils der Basis, der aus einem Wort besteht, ohne dass weitere Elemente dazukommen. Wenn die ganze Basis redupliziert wird, gleicht die Redupliaktion der Komposition (vgl. Bauer 2003: 31). Mehrfachwiederholung, wie zum Beispiel „ mamamama “, treten sehr selten auf. Meistens wird nur einmal gedoppelt (z. B. renren „jeder“). Das Phänomen „Reduplikation“ ist in verschiedenen Sprachen zu finden. Im Deutschen sind die Bildungen fast ausschließlich auf Substantive beschränkt, fehlen im Verbalbereich und kommen beim Adjektiv selten vor (vgl. Fleischer/ Barz 1995: 48). In anderen Sprachen hingegen ist Reduplikation ein zentraler Wortbildungsmechanismus. Es gibt zahlreiche Beispiele aus Maya-Sprachen sowie australischen und afrikanischen Sprachen (vgl. Schlobinski 1994: 239).

Chinesisch ist eine typisch isolierende Sprache. Isolierend bedeutet, dass die Wörter unveränderlich sind. Anders als bei flektierenden oder agglutinierenden Sprachen, gibt es im Chinesischen so gut wie keine Markierung am Wortende. Die grammatischen Beziehungen werden im Satz durch das Hinzufügen anderer Wörter ausgedrückt (vgl. May 2013). Aufgrund dieser Wortbildungsart ist es schwer zu entscheiden, was die Silbe, das Morphem, das Wort und die Wortgruppe im Chinesischen sind. Es gibt es keine klare Grenze zwischen jedem Wort. Im Deutschen existiert zwischen jedem selbständigen Wort eine Leerstelle. Man kann sehr deutlich sehen, wo ein Wort anfängt und wo es endet. Aber im Chinesischen ist dies ganz anders. Aus diesen Gründen wird in dieser Arbeit das Wort „Zeichen“ benutzt. Ein Wort kann aus einem Zeichen oder mehreren Zeichen bestehen.

Im Vergleich zu den indo-germanischen Sprachen fehlen im Chinesischen Flexionen. Es existieren jedoch reichlich viele Reduplikationsformen. Im Chinesischen ist Reduplikation ein wichtiges grammatisches und sprachliches Mittel. Bei vielen Wortarten wird die Reduplikation verwendet und kann auch mehrere Funktionen ausüben (vgl. Zhu/ Culp/ Best 1995: 183).

In dieser Arbeit werden zunächst die Grundformen der Reduplikation im Chinesischen beschrieben. Danach soll der Schwerpunkt auf der „AABB-Form“ von Verben der Reduplikation liegen. Unterschiedliche Aspekte, wie die Bildung des Typs, die grammatischen Bedeutungen, die syntaktischen Funktionen und die phonetischen Realisierungen, werden vorgestellt. Abschließend wird ein Ausblick auf die Forschung der chinesischen Sprache angeboten.

2 Grundformen der Reduplikation

Im Chinesischen gibt es verschiedene Formen, mit denen man die Reduplikation realisieren kann. Die Reduplikation kann auf verschiedene Wortarten angewendet werden. Sie kann in drei Klassen eingeteilt werden1 (vgl. Ge 2014: 99f).

2.1 Die vollständige Doppelung

Ein ganzes Wort wird gedoppelt. Zum Beispiel:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nomen und Zähleinheitswort bilden die größte Gruppe dieses Typs. Nach der Doppelung der Nomen und Zähleinheitswörter wird die Bedeutung von „jede“ hinzugefügt. Durch die Doppelung drücken die Verben aus, dass die Aktion über einen kürzeren Zeitraum stattfindet. Neben der Grundbedeutung des Verbs hat es noch die Bedeutung: „für kürzere/kurze Zeit“. Die Adjektive erhalten durch Doppelung die Bedeutung von „ein bisschen“. Aber sie kann auch die Grundbedeutung vom Adjektiv betonen. Darüber hinaus verleiht die Doppelung des Adjektivs dem Wort eine positive Konnotation. Mit der Doppelung honghong wird die Bedeutung „sehr rot“ ausgedrückt (vgl. Ge 2014: 99f; Zhu/ Culp/ Best 1995: 186f).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Es gibt verschiedene Einteilungsweisen. Hier wird die Einteilung von Ge angewendet. 3

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Reduplikation als grammatische und sprachliche Form im Chinesischen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Germanistische Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Morphologische Analysen
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V318438
ISBN (eBook)
9783668177246
ISBN (Buch)
9783668177253
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reduplikation, Chinesisch, Morphologie
Arbeit zitieren
Hang Xu (Autor), 2015, Reduplikation als grammatische und sprachliche Form im Chinesischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318438

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