Die Hauberggenossenschaft. Eine Genossenschaftsform im Wandel


Seminararbeit, 2014
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Geschichte des Siegerländer Haubergs

3.) Die Betriebsweise der Haubergwirtschaft

4.) Die Hauberggenossenschaft
4.1) Rechtsstatus der Hauberggenossenschaft
4.2) Organisation & Verfassung der Hauberggenossenschaft

5.) Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Quellen

1.) Einleitung

Die Hauberggenossenschaft ist eine spezielle Genossenschaftsform, die bereits seit mehreren Jahrhunderten den Rahmen für ein Niederwaldbewirtschaftungssystem darstellt und vor der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ihre Hochzeit erlebte. Hauberge finden sich heute im Rheinischen Schiefergebirge (speziell im Dreiländereck) und im Schwarzwald. In ihrer Blütezeit erstreckten sich die Gebiete, in denen die Genossenschaftsform anzutreffen war bis in das Saarland, die Pfalz, das Neckargebiet, den Odenwald und nach Franken.1 Auch in anderen europäischen Ländern waren vergleichbare Genossenschaftsformen zu finden, die heute jedoch heute mit wenigen Ausnahmen keine Bedeutung mehr haben. Die erhöhte Brennholznachfrage der letzten Jahre rückt die Haubergwirtschaft und ihre genossenschaftliche Organisationsform wieder ein wenig in den Vordergrund der Diskussion um den deutschen Forstbestand. So lassen sich einigen Monographien der letzten zehn Jahre finden, die die Hauberggenossenschaft bzw. die Haubergwirtschaft als Thema aufgreifen und ihren Wandel, sowie ihre Bedeutung erklären.2 Auch ein Aufsatz von Frank Schüssler in der Geographischen Rundschau von 2008 stellt die Hauberggenossenschaft und ihre Betriebsweise vor und erklärt ihre heutige Bedeutung.3 Drüber hinaus gibt es einige Forscher, die sich im 19. Und 20. Jahrhundert bereits intensiv mit der Haubergwirtschaft und den dazugehörigen Genossenschaften befasst haben und die damaligen geltenden Haubergordnungen untersucht haben. In diesem Kontext sind besonders Walter Delius und Josef Lorsbach zu nennen, die die wissenschaftliche Grundlage für viele im 20. Jahrhundert erschienenen Betrachtungen der Haubergwirtschaft und ihren Genossenschaften legten.4 Der Bestand an Literatur dieses spezielle Thema betreffend ist relativ gering, jedoch kann auf die Haubergordnungen der vergangenen Jahrhunderte einfach zugegriffen werden. Diese Quellen stellen einen wichtigen Bestandteil in der Forschung bezüglich der Hauberggenossenschaften und ihrer Betriebsweise dar und werden im Folgenden auch als Grundlage dieser Seminararbeit dienen.

2.) Die Geschichte des Siegerländer Haubergs

387. V.Chr. standen die Kelten vor Rom und belagerten die Stadt mit modernen Waffen, die ursprünglich aus Eisenerz hergestellt waren, bis sie sie schließlich niederbrannten. Herzog Brennus und seine Gefolgsleute hielten damit eine neue Art der Waffentechnologie in den Händen: Waffen aus Metall. 5 Waffen und Werkzeuge aus Metall waren oftmals wirkungsvoller als solche aus Bronze und darüber hinaus war der Herstellungsprozess des Eisen bzw. des Metalls leichter. Eisen bzw. Metall bedeutete gleichzeitig auch ein Machtfaktor. Durch den Besitz des Werkstoffes erhöhte sich die Tauschkraft bzw. die Kaufkraft des Besitzers. 6

Die Kelten kamen in den Besitz des Eisenerzes auf ihrer Wanderung in den Norden um 500 v.Chr. und waren imstande die erforderlichen Rohmaterialien zum Schmelzen wie Erze und Holzkohle selber herzustellen und abzubauen.7 Sie siedelten sich zu dieser Zeit im Siegerländer Hauberg an, der ihnen in den folgenden 600 Jahren als Abtragsort für das Eisenerz diente und infolgedessen wirtschaftlich gänzlich ausgenutzt wurde. Landwirtschaftlich war das Gebiet nicht gut zu nutzen, da die Gegend überwiegend aus Hängen und Sümpfen bestand. Die Produktion des Metalls erfolgte in über 1000 Grad heißen Meilern, sogenannten Hangwindöfen, die aus Lehm und Steinen freistehend oder am Hang errichtet wurden.8 Sie waren 1,50 Meter hoch und wurden in einer derartigen Position gebaut, sodass der hangaufwärts wehende Wind den gesamten Tag über den Ofen anheizen konnte. Rund 500 verschiedenen Öfen wurden in dem Siegerländer Hauberg gefunden, was einen riesigen Bedarf an Holz nach sich zog.9 Aufgrund dieses hohen Holzbedarfs wurde der einstige Buchenwald in kurzen Abständen kahlgeschlagen. Die Forscher und die Naturwissenschaftler konnten anhand von Holzkohlerückständen aus der La Tène Zeit belegen, dass es sich bei dem Wald im Siegerland um ein Birken-Eichen Niederwald handelte und, dass dieser mit einem kurzen Umtrieb von etwa 10-15 Jahren bewirtschaftet wurde.10 Der Wald hatte in dieser Zeit jedoch keine Möglichkeit, sich vollständig zu regenerieren, womit die Kelten sich selber ihre wirtschaftliche Grundlage nahmen. Schlussendlich konnten die Kelten aufgrund des fehlenden Forstbestandes keine Öfen mehr beheizen und somit kein Eisen mehr schmelzen. Sie zogen weiter und das Siegerland war in der Zeit von 200 n.Chr. bis zum 9. Jahrhundert unbewohnt, was dem Wald ausreichend Zeit zur Regeneration gab. In dieser Zeit erholte sich der Forstbestand so gut, dass sich aus dem Eichen-Birken Wald wieder ein Buchenwald entwickelte und die Franken, als nächste Siedler im Siegerland wieder einen Niederwald vorfanden.11

Die Franken entwickelten die Verhüttungstechniken stetig weiter und betrieben darüber hinaus im 12. Jahrhundert bereits Stollenbergbau, um das Eisenerz abzubauen. Sie produzierten auf diese Weise in kürzerer Zeit mehr Eisen, als die Kelten und entwickelten die sogenannten Rennöfen, die sich im Aufbau von den Hangwindöfen unterschieden und in kürzerer Zeit eine höhere Temperatur erzeugen konnten.12 Darüber hinaus bedienten sie sich später der Wasserkraft um die mit den Öfen verbundenen Blasebalg Systeme zu betreiben.13 Die Nachfrage des Siegener Eisens war in den umliegenden Gebieten recht hoch: Besonders in Köln, Frankfurt und Nürnberg war das Metall beliebt und wurde von dort aus bis nach Holland und England verkauft.14 Da die Besiedlung des Siegerlandes am Anfang im Auftrag der Könige des fränkischen Königshauses erfolgte, standen die Wirtschaftlichkeit und die Erträge der Eisenverhüttung besonders im Vordergrund und wurden besonders kontrolliert.15 Daraus ist zu schließen, dass auch der Forstbestand unter besonderer Beobachtung stand und die Franken rechtzeitig merkten, dass ihre hohe Eisenproduktion nicht ohne Folge für die Natur blieb. Der hohe Holzbedarf für die Herstellung der Holzkohle war neben der Wasserkraft der Hauptgrund für erste Forstordnungen, die den Bewirtschaftungszeitraum, sowie die Menge des zu bewirtschafteten Waldes festlegten.16 Es wurden jährliche Betriebszeiten für die Hütten bestimmt: Die sogenannten Hüttenreisen, ein Zeitraum von zwei bis vier Monaten in denen die Eisenhütten bewirtschaftet wurden.17 Da die Hütten in den Haubergen zu dieser Zeit bereits genossenschaftlich und gewerkschaftlich organisiert waren, konnten die Landesherren, die durch Steuern und durch eine Teilhaberschaft an den Hütten beteiligt waren, diese Schonzeiten durchsetzen.18 Einer der frühesten bekannten Verordnungen ist die Forstordnung von 1562 von Graf Johann von Nassau, die für Strafen, Neupflanzungen, Bauverordnungen oder die Verwendung des Holzes genaue und strikt einzuhaltende Regularien aufstellte.19 Darüber hinaus wurde hier bereits eine Umtriebszeit von 16 Jahren für den Buchenwald festgelegt und der Hauptgrund für die Aufstellung der Verordnung niedergeschrieben: Sie sollte die Erhaltung des Gewerbes mit Eisen, Kupfer, Silber und Blei sicherstellen.20 Aus dieser Verordnung entwickelte sich 1586 die erste Haubergordnung, die nicht die Haubergwirtschaft neu definieren sollte, sondern die Durchführung der bestehenden Verordnungen als Ziel hatte.21 Lorsbach führt im Folgenden an, dass eben dieser Wille nach Einhaltung der Verordnungen von dem Volk und nicht von den Landesherren ausging, die lediglich den Rahmen für die Umsetzung und Aufstellung der Verordnung boten.22 Somit kann das Volk als Schöpfer der Haubergwirtschaft angesehen werden. 23

Diese Forstordnung und die Haubergordnungen gelten als Vorläufer der ersten Jahnverordnung aus dem Jahr 1718 und wurde von Fürst Wilhelm Adolph am 01. Mai 1711 erlassen.24 Der Fürst legte fest, in welcher Art und Weise das Gebiet unterteilt werden sollte und ab wann der Wald wieder bewirtschaftet werden durfte.25 Die Nachhaltigkeit war auch zu dieser Zeit fester Bestandteil der Verordnungen und wurde schriftlich festgehalten. Verstöße wurden mit Strafen geahndet, die ebenfalls aus der Jahnordnung zu entnehmen waren. Die Haubergordnungen aus dem 19. Jahrhundert unterscheiden sich z.T. bezüglich des Inhalts nur sehr gering von den heute bekannten Haubergordnungen.26

Ein weiterer wichtiger Faktor in der Geschichte der Haubergwirtschaft ist der wirtschaftliche Ertrag. Das Forsteinrichtungswerk für die Oberförsterei Hainichen führt folgenden Daten an, woraus sich eine wirtschaftliche Bilanz von einem Hektar Hauberg während des 19. Jahrhunderts ableiten lässt:27

Ein Kubikmeter waldtrockender Eichenknüppel wiegt 19 Zehnter = 950 kg, ein Kubikmeter Birkenknüppel 16 Zentner = 800 kg. Im Durchschnitt mag ein spezifisches Gewicht von 0,9 t je Kubikmeter angenommen werden dürfen. Bei einer mittleren Derbholzmasse von 40 cbm ist also der Ertrag 36 t = 36000 kg = 720 Zentner je Hektar. Der loco-Wald-Wert je Zentner Haubergsholz beträgt etwa 6 DM, mithin der Bruttoertrag jedes Hektar Haubergsschlags 4320 Dm. Verteilt auf achtzehn Jahre Umtriebszeit ergibt sich ein durchschnittlicher Bruttoertrag von 240 DM je Hektar und Jahr.28

Als 1861 die Ruhr-Siegen Eisenbahn in Betrieb genommen wurde, verlor die Holzkohle aus dem Siegerländer Hauberg ihre Bedeutung, da auf diese Art und Weise günstigeres Steinkohle-Koks in das Siegerland transportiert werden konnte.29 Bereits drei Jahre später war der erste Koks-Hochofen errichtet und durch den Bedeutungsverlust der Holzkohle Herstellung rückte die Lohegewinnung der Haubergwirtschaft in den Mittelpunkt des Wirtschaftssystems.30 Doch auch die Loheerzeugung rentierte sich in den 1870-er Jahren nicht mehr sodass die Haubergwirtschaft schlussendlich ihre Bedeutung verlor. Lediglich die folgenden zwei Weltkriege brachten der Haubergwirtschaft einen letzten Konjunkturaufschwung. In dieser Zeit wurden vermehrt Lederwaren benötigt, die unteranderem mit Lohe aus den Siegerländer Haubergen hergestellt wurden.31 Bis in die 60-er Jahre gaben viele Bewohner des Siegerlandes ihren ehemaligen Beruf auf und suchten sich Arbeit in der örtlich ansässigen Industrie. Die zum Ende des 19. Jahrhunderts begonnene Überführung des Niederwalds in einen Hochwald wurde fortgesetzt und das Gewerbe kam größtenteils zum Erliegen. Von der einst so vielfältigen Nutzung der Hauberge ist heutzutage ausschließlich die Brennholzgewinnung übrig geblieben, wenn auch der Niederwald aufgrund der steigenden Brennstoffkosten wieder an Bedeutung gewinnt. Finanziell lohnt sich die Haubergwirtschaft heutzutage jedoch kaum noch.

3.) Die Betriebsweise der Haubergwirtschaft

Aus den Betriebsplänen der Hauberggenossenschaften lässt sich relativ einfach auf die Betriebsweise der Genossenschaftsform schließen. Die Betriebsweise der Hauberge ist jedoch besser zu verstehen, wenn zunächst eine Definition formuliert wird. Walter Delius stellt diese wie folgt auf: „Unter Haubergen versteht man an Berghängen liegenden (…) Niederwaldungen, die (…) abgetrieben werden, um aus den bestehenden Wurzelstöcken von selbst wieder aufzuwachsen.“32 Die Hauberggenossenschaft ist unterteilt in verschiedene Haubgergsflächen, die zusammen einen Haubergverband bilden. Dieser umfasst neben den Hochwaldflächen auch die Niederwaldflächen und sonstige Gebiete umfasst. Auf den Niederwaldgebieten liegt besonderes Augenmerk, da nahezu ausschließlich diese für den Haubergbetrieb in Betracht kommen. Sie sind unterteilt in 16 bis 20 Haue - je nach Umtriebszeit des Niederwaldstückes.33 Eine dieser Parzellen wird pro Jahr von den Genossen bewirtschaftet, wobei sie sich an die „Allgemeinen Vorschriften über die Bewirtschaftung der Genossenschafts-Hauberge“34 zu halten haben. Diese Verordnung fällt in das späte 19. Jahrhundert, jedoch ist davon auszugehen, dass die Hauberge in den Jahrhunderten davor auf dieselbe Art und Weise bewirtschaftet wurden: In jedem Jahr wird ein anderes Hau, das sogenannte Jahreshau von den Genossen bewirtschaftet. Dazu wird zuerst das Hau von Zweigen und kleineren Büschen befreit, wonach das Lohschälen der Eichen beginnt. Hierbei werden die Eichen von ihrer Rinde befreit, aus der in den Ledergewerben Gerbstoffe gewonnen werden.35 Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Bäume bereits von Ästen befreit und das Abschlagen der Bäume beginnt. Sie werden bis auf die Wurzel geschlagen, sodass aus dem verbliebenen Stamm ein neuer Baum erwachsen kann. Das gewonnene Holz wird dann entweder zu Holzkohle verarbeitet (bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts) oder als Brennholz verwendet (Ende des 19 & 20. Jahrhundert).36 Nach dem Schlagen der Bäume bereiten die Genossen, die alle für sich in ihren Teilen des Haus arbeiten, den Hau für die Aussaat des Roggens vor. Nach einigen Jahren, wenn die Bäume erneut ausgetrieben haben, wird der geschlagene Hau mit Vieh bestellt und dann nach Ende der Umtriebszeit erneut geschlagen.37 Für die weitere Bewirtschaftung des Roggens und des Viehs sind in der Haubergsordnung von 1879 Paragraphen festgelegt. Diese bestimmen die Bewirtschaftung des Haus auch in den Folgejahren nach dem Schlag bzw. der Aussaat. Anhand der Abfolge der unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen lässt sich die Vielseitigkeit der Nutzung der Hauberge erkennen.

4.) Die Hauberggenossenschaft

Die Hauberge wurden, wie bereits beschrieben, genossenschaftlich bewirtschaftet und zeichnen sich durch diese Form der Bewirtschaftung deutschlandweit aus. Zu Diskussionen in der Forschung führte die Suche nach dem Ursprung des genossenschaftlichen Betriebs. Karl Friedrich Schenck und Johann Heinrich Schenck gehen von einer Aufteilung der Hauberge mit festem Besitztum aus38. Ihnen wurde jedoch bereits im 19. Jahrhundert von Heinrich von Achenbach widersprochen, dessen Schrift von 1863 von der bayrischen Staatsbibliothek online zur Verfügung gestellt wurde und die zeitgenössische Diskussion aufgreift.39 Die Autoren Schenck beziehen ihre Äußerungen auf verschiedene historische Dokumente: Die Forts- und Holzordnung des nassauischen Fürsten Friedrich Wilhelm Adolf von 171140 oder den Siegener Ratsschluss von 155341 und die daraus resultierenden Verordnungen von 156242. Sie erkennen darin eine vermeintliche Zusammenführung der zuvor getrennten Gebiete. Gänzlich nachzuvollziehen ist diese These allerdings nicht. Spätere Wissenschaftler lasen aus den Quellen eher eine Manifestierung bestehender Zustände heraus und erklärten anhand der Dokumente, dass wenn schon im 16. Jahrhundert ein Vorhandensein der genossenschaftlichen Betriebsform aufgezeigt werden kann, dieser Zustand aufgrund einer sehr langsamen wirtschaftlichen Entwicklung weit in die Vergangenheit zurückreichen muss.43 Darüber hinaus gibt die Infrastruktur verglichen mit dem lokalen Auftreten der Genossenschaftsform Aufschluss darüber, dass jedes Dorf seine Hauberggenossenschaft gegründet hatte und in dieser Art und Weise das ihm zugewiesene Stück Wald bewirtschaftete. Demnach existiert die Hauberggenossenschaft ähnlich so lange wie die Hauberge selbst. Hierbei rücken rechtliche und organisatorische Dimensionen in den Betrachtungsvordergrund und werden im Folgenden einzeln diskutiert.

4.1) Rechtsstatus der Hauberggenossenschaft

Die Grundlage für die genossenschaftliche Betriebsform stellen die Haubergverordnungen dar, die die genossenschaftliche Struktur regeln. Im Folgenden beziehe ich mich auf die Haubergordnung aus dem Jahr 1879 des Kreises Siegen, die in der Monographie von Alfred Becker im Anhang als Kopie zu finden ist.44 Sie legen z.B. fest, dass „die Hauberggenossenschaft (…) unter ihrem Namen Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen [kann J.N.], Eigentum und andere dingliche Rechte an Grundstücken erwerben, vor Gericht klagen oder verklagt werden.“45 Die Genossenschaft erweist sich demnach als Verband von Einzelpersonen, die gemeinsam eine eigene Rechtspersönlichkeit darstellen.46 Das deutsche Genossenschaftsrecht lässt Raum für Sonderrechte einzelner Genossen innerhalb der Genossenschaft: Die rechtliche Grundlage der Existenz einer eigenen juristischen Persönlichkeit ist demnach gegeben, obwohl einige der Genossen besondere Rechte genießen.47 Da die Hauberggenossenschaft somit dem Grundsatz des Körperschaftsrechts unterliegt, ist sie an folgende Parameter gebunden, wie den Teilungsausschluss, den festgelegten Zwang zur Bestellung einheitlicher Organe oder der Macht der Mehrheitsbeschlüsse. Dadurch kann beispielsweise der Nutzungsumfang des Haubergs reguliert werden.48

[...]


1 Vgl.: Schüssler, Frank: Die Haubergwirtschaft in: Geographische Rundschau. Heft 60. 2008 S. 61

2 Rasch, Manfred: Siegerland. Eine Montanregion im Wandel. Essen. 2014 oder Traut, Rene & Hellmann, Thomas: Siegen und das Siegerland. Hamburg. 2012.

3 Schüssler, Frank: Die Haubergwirtschaft in: Geographische Rundschau. Heft 60. 2008 S. 61

4 Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. & Delius, Walter: Hauberge und Hauberggenossenschaften des Siegerlandes. Eine rechtsgeschichtliche und dogmatische Untersuchung. In: Otto von Gierke/Julius von Gierke (Hrsg.): Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte. Heft 10. Breslau². 1973.

5 Vgl.: Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal. 1991. S. 11

6 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 8

7 Vgl.: Ebd. S.11

8 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 8

9 Vgl.: Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 12

10 Vgl.: Ebd. S. 11

11 Vgl. Ebd. S. 14

12 Vgl. Ebd. S. 14

13 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 9

14 Vgl.: Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 14

15 Vgl.: Schenck, Karl Friedrich: Statistik des vormaligen Fürstentums Siegen. Siegen 1820. S.4

16 Vgl.: Rasch, Manfred: Siegerland. Eine Montanregion im Wandel. Essen. 2014. S. 20 ff.

17 Vgl.: Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 16

18 Hausrath, Hans: Geschichte des deutschen Waldbaus. Von seinen Anfängen bis 1850. Freiburg. 1982. S. 187

19 Von Lilienstern, Rühle & Friedemann, August: Corpus Constitutionum Nassovicarum. Dillenburg. 1796. S.179 f.

20 Vgl.: Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 16

21 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 51

22 Vgl.: Ebd. S. 51

23 Vgl.:Delius, Walter: Hauberge und Hauberggenossenschaften des Siegerlandes. Eine rechtsgeschichtliche und dogmatische Untersuchung. In: Otto von Gierke/Julius von Gierke (Hrsg.): Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte. Heft 10. Breslau². 1973. S.41

24 Vgl.: Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 134 (Verordnung abgedruckt im Anhang)

25 Vgl.: Ploennies, Philip: Die Jahresausschläge des Ferndorfer Haubergs (Staatsarchiv Münster).1727

26 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 9

27 Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 35

28 Zitat: Ebd. S.35

29 Vgl.: Rasch, Manfred: Siegerland. Eine Montanregion im Wandel. Essen. 2014. S. 20 ff.

30 Vgl.: Ebd. S. 29

31 Hein, Herta: Die Haubergwirtschaft des Siegerlandes unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse im Kreis Siegen. Münster. 1950 S.133

32 Zit. nach: Delius, Walter: Hauberge und Hauberggenossenschaften des Siegerlandes. Eine rechtsgeschichtliche und dogmatische Untersuchung. In: Otto von Gierke/Julius von Gierke (Hrsg.): Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte. Heft 10. Breslau². 1973. S.6

33 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 14

34 Erlassen aufgrund der Haubergordnung von der Königlichen Regierung zu Arnsberg §32 der Haubergordnung von der Königlichen Regierung zu Arnsberg vom 27. Dezember 1880.

35 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 15

36 Vgl.: Ebd. S. 15

37 Vgl.: Delius, Walter: Hauberge und Hauberggenossenschaften des Siegerlandes. Eine rechtsgeschichtliche und dogmatische Untersuchung. In: Otto von Gierke/Julius von Gierke (Hrsg.): Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte. Heft 10. Breslau². 1973. S.7

38 Vgl.: Schenck, Karl Friedrich: Statistik des vormaligen Fürstentums Siegen. Siegen 1820. S.134

39 Vgl.: Achenbach, Heinrich von: Die Haubergs-Genossenschaften des Siegerlandes : ein Beitrag zur Darstellung der deutschen Flur- und Agrarverfassung. Siegen. 1863 S. 16

40 Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 134 (Verordnung abgedruckt im Anhang)

41 Von Lilienstern, Rühle; Friedemann, August: Corpus Constitutionum Nassovicarum. Dillenburg. 1796. S.157.

42 Ebd.: S. 181, 182

43 Vgl.: Delius, Walter: Hauberge und Hauberggenossenschaften des Siegerlandes. Eine rechtsgeschichtliche und dogmatische Untersuchung. In: Otto von Gierke/Julius von Gierke (Hrsg.): Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte. Heft 10. Breslau². 1973. S.25

44 Becker, Alfred: Der Siegerländer Hauberg. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Waldwirtschaftsform. Kreuztal, 1991, S. 154

45 Ebd. S. 141

46 Vgl.: Lorsbach, Josef: Hauberge und Haubergsgenossenschaften des Siegerlandes. In: Seraphim, Hans-Jürgen (Hrsg.): Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Karlsruhe. 1956. S. 107

47 Vgl.: Ebd. S. 107

48 Vgl.: Ebd. S. 107

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Hauberggenossenschaft. Eine Genossenschaftsform im Wandel
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V319401
ISBN (eBook)
9783668185142
ISBN (Buch)
9783668185159
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hauberg, Hauberggenossenschaft, Genossenschaftsform, Geschichte, Wirtschaftsgeschichte, BWL, History, Lahn Kreis
Arbeit zitieren
Jannik Nitz (Autor), 2014, Die Hauberggenossenschaft. Eine Genossenschaftsform im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319401

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