Grundlagen des Bildungscontrolling. Definitionen, Ziele und Aufgaben


Akademische Arbeit, 2007

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung ...3

2 Definition von Bildungscontrolling ...3

3 Ziele und Funktionen des Bildungscontrolling ...4

4 Aufgaben des Bildungscontrolling ...9

5 Anforderungen an das Bildungscontrolling ...11

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur) ...15

1 Einleitung

In dieser Arbeit werden die einzelnen Bausteine des Bildungscontrolling (BC) detailliert und nach Definitionen, Zielen, Funktionen und Aufgaben geordnet, dargestellt, wobei die Verwendung der Begriffe in der Literatur nicht klar voneinander abzugrenzen sind. [1] Danach werden die Anforderungen an das BC diskutiert.

2 Definition von Bildungscontrolling

In diesem Abschnitt werden unterschiedliche Definitionen zu dem Begriff „Bildungscontrolling“ vorgestellt, um dann in einem zweiten Schritt eine Definition für die vorliegende Arbeit abzuleiten.

Unter dem Begriff des BC werden unterschiedliche Ansätze subsumiert bzw. als Synonym verwendet. Das Konzept „Bildungscontrolling“ ist eine relativ junge Disziplin im Bereich der beruflichen Weiterbildung und findet sich seit Anfang 1990 in der Literatur. [2] Diese Tatsache erklärt auch die Vielzahl unterschiedlicher Definitionen des Begriffs, die im Wesentlichen die Bandbreite der Diskussionen zum Unternehmenscontrolling widerspiegeln.

Das Spektrum der Definitionen reicht von einer rein betriebswirtschaftlichen Orientierung auf Basis von Kennzahlen, bis hin zu einer umfassenden Betrachtung des gesamten Bildungsgeschehens. [3]

So setzt Becker den Schwerpunkt stärker auf eine ökonomische Steuerung der Bildungsarbeit, indem er BC als „ein ganzheitlich-integratives Instrument der Unternehmensführung“ bezeichnet, dass „ den erreichten und/oder erwarteten Bildungsnutzen in Relation zu den vorgegebenen Bildungszielen und eingesetzten Ressourcen evaluieren (soll). Das Bildungsgeschehen soll mit den Unternehmens- und Mitarbeiterzielen verbunden werden. Bildungscontrolling schließt an jedem Element des Funktionszyklus betrieblicher Weiterbildung an (Bedarfsanalyse, Zielsetzung, Gestalten von Bildungsmaßnahmen, Realisierung der Maßnahmen, Erfolgskontrolle und Transfersicherung) “.[4]

Während in dieser Definition sowohl die ökonomische Betrachtung wie auch die Bildung in Form von Bildungsnutzen und Bildungszielen im Vordergrund stehen, ist die Definition von Wunderer/Sailer eng am allgemeinen Controllinggedanken anzusiedeln: BC ist „[...] ein Managementinstrument, das die bewusste, systematische wie integrierte Planung (Soll) und Kontrolle (Soll-Ist-Vergleich) bildungswirtschaftlicher Tatbestände in messbaren – oder zumindest objektiv erfassbaren – Informationen umfasst und die Rückkopplung zwischen Kontrolle und Planung sicherstellen soll, wobei die Ergebnisse der Abweichungsanalyse zur Grundlage des Planungsmodells werden “.[5]

Diese Definition bezieht sich eindeutig auf die Definition des Controllings von Horváth. Auch hier wird der Schwerpunkt auf eine Koordination der Planung und Kontrolle mit der Informationsversorgung gelegt.

Aufgrund seiner ganzheitlichen Betrachtung des gesamten Bildungsprozesses soll diese Definition für die vorliegende Arbeit übernommen werden.

3 Ziele und Funktionen des Bildungscontrolling

Die Ziele des BC sollten sich stets an den obersten Unternehmenszielen orientieren, die wiederum an die Ziele der einzelnen Unternehmensbereiche gekoppelt sind. [6] Sie ergeben sich aufgrund der geschäftsstrategischen Ausrichtung des Unternehmens und müssen daher in die strategische Unternehmensplanung integriert werden.[7] Dadurch soll eine langfristige Anpassung der Weiterbildungsaktivitäten an die wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen Entwicklungen der Umwelt gewährleistet werden. [8]

Die mit betrieblicher Bildung verfolgten Ziele lassen sich in eine Zielhierarchie einfügen, sodass eine Reihe von Ober- und Unterzielen entsteht. [9]

Oberstes Ziel des BC ist es, durch eine optimale Planung, Organisation und Durchführung von betrieblicher Bildungsarbeit strategische Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern zu sichern.[10] Diese hängen maßgeblich von der adäquaten Bereitstellung, Erhaltung und Entwicklung der Humanressourcen ab. [11]

Die Ausrichtung an den obersten Unternehmenszielen dient auch der Rechtfertigung von steigenden Bildungskosten, die im Rahmen der wachsenden Qualifikations- und Leistungsanforderungen auf die Unternehmen zukommen. [12]

Sind die Bildungsziele definiert, wird das oberste (strategische) Bildungs- und Entwicklungsziel „heruntergebrochen“ und in einzelne Unterziele zerlegt, damit eine operative Bearbeitung möglich wird. [13]

Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit werden im Bereich des BC durch folgende Zielsetzung erreicht: „ Zielsetzung von Bildungscontrolling ist demnach die Steuerung und Dokumentation von Kosten, Qualität und Erfolg betrieblicher Bildungsleistungen. Die Bildungsleistungen müssen an den Unternehmenszielen ausgerichtet sein “.[14]

Aus dieser Definition können u.a. folgende Unterziele des BC genannt werden:[15]

- Aufwand und Nutzen der Weiterbildung erfassen und bewerten

- Stärkere Integration der Weiterbildung in die Unternehmensplanung

- Begründung von Weiterbildungsinvestitionen

- Transparente Gestaltung des Weiterbildungsprozesses

- Adäquate Steuerung der Motivation der Mitarbeiter

- Koordination der Bildungsaktivitäten hinsichtlich Planung, und Kontrolle

- Steigerung der Effektivität und Effizienz von Weiterbildung

- Optimierung zukünftiger Planung, Organisation und Durchführung von Bildungsaktivitäten

Aus den beschriebenen Ober- und Unterzielen des BC lassen sich vier zentrale Funktionen des BC ableiten, die im wesentlichen den Funktionen des Unternehmenscontrolling entsprechen:[16]

- Informationsfunktion

- Koordinationsfunktion

- Steuerungsfunktion

- Frühwarnfunktion

Im Rahmen der Informationsfunktion des BC geht es darum, ob und in welchem Maße die gesetzten Bildungsziele erreicht wurden und inwieweit die Erreichung der Ziele auf die eingeleiteten Bildungsmaßnahmen zurückzuführen ist.[17]

Die Informationsfunktion wird durch die systematische Erfassung, Aufbereitung und Analyse aller relevanten Daten realisiert. [18] Die so gewonnen Daten werden dann dem Unternehmensmanagement für rationale Entscheidungsfindungsprozesse und einer zielgerichteten Steuerung der Bildungsaktivitäten zur Verfügung gestellt, um dadurch die Effektivität und die Effizienz der Bildungsprozesse zu optimieren.[19] „ Hauptaufgabe ist die Bereitstellung von richtigen, relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt für die richtigen Personen in der richtigen Art und Weise “.[20]

[...]


[1] vgl. Seeber (2000), S. 28

[2] vgl. Gnahs/Krekel (1999), S. 18

[3] vgl. Seeber (2000), S. 28

[4] Becker (1999), S. 399

[5] Wunderer/ Sailer (1987, S. 506 f.) – zitiert nach Seeber (2000), S. 27

[6] vgl. Lang (2006), S. 25

[7] vgl. Papmehl (1999), S. 46

[8] vgl. Gnahs/Krekel (2000), S. 215

[9] vgl. Bank (2000), S. 52

[10] vgl. Hummel (2001), S. 28

[11] vgl. ebenda

[12] vgl. ebenda

[13] vgl. Lang (2006), S. 60

[14] Hummel (2001), S. 28

[15] vgl. ebenda; sowie Gnahs/Krekel (2000), S. 218

[16] vgl. Seeber (2000), S. 25 ff.; sowie Immenroth (2000), S. 54 ff.

[17] vgl. Lang (2006), S. 18 f.

[18] vgl. Seeber (2000), S. 28

[19] vgl. ebenda

[20] Horak (1995), S. 120

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Grundlagen des Bildungscontrolling. Definitionen, Ziele und Aufgaben
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Krefeld
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V320511
ISBN (eBook)
9783668190962
ISBN (Buch)
9783668190979
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, bildungscontrolling, definitionen, ziele, aufgaben
Arbeit zitieren
Marianne Stracke (Autor), 2007, Grundlagen des Bildungscontrolling. Definitionen, Ziele und Aufgaben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320511

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