Hitlerismus und Kemalismus. Ein Vergleich anhand der Theorie der Imagined Communities von Benedict Anderson


Hausarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 1,0


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage: Die Nation als vorgestellte Gemeinschaft
2.1 Kulturelle Wurzeln nach Anderson
2.2 Offizieller Nationalismus in der imaginierten Gesellschaft

3. Hitlerismus
3.1.Kulturelle Wurzeln des Hitlerismus
3.2.Offizieller Nationalismus unter Adolf Hitler

4. Kemalismus
4.1 Kulturelle Wurzeln des Kemalismus
4.2 Offizieller Nationalismus Atatürks

5. Vergleich und Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Adolf Hitler und Mustafa Kemal kamen in den 1930er Jahren an die Macht. Sie beide versuchten eine homogene Nation im jeweiligen Staat zu etablieren. Beide erschufen sich einen ausgeprägten Personenkult und formten eine monopolisierte Partei und einen monopolisierten Staat, die die Macht bündelten. Atatürk – Vater der Türken – und Führer wurden sie genannt.

Es muss jedoch betont werden, dass ein Vergleich keinesfalls einer Gleichsetzung entspricht. Die beiden Herrschaftsbeispiele Hitlers und Kemals unterscheiden sich in einigen Punkten, vor allem wenn es um die Härte und das Ausmaß ihrer jeweiligen Modelle zur Schaffung einer einheitlichen Ethnie geht und letztendlich am Erfolg ihrer jeweiligen Konzepte. Jedoch gibt es viele Punkte an denen sich die beiden Ansätze gegenüberstellen lassen. So ist es kaum verwunderlich, dass sich in der Vergangenheit schon einige Autoren an einem Vergleich versucht haben.[1]

Eine besonders interessante Theorie in der Nationalismusforschung hat der US-amerikanische Politikwissenschaftler Benedict Anderson[2] mit seinem Buch „Die Erfindung der Nation“ 1983 erstmals präsentiert.[3] Er führt darin an, dass Nationen eine Form von imgainierten gesellschaftlichen Beziehungen darstellen. Den Nationalismus Hitlers und Kemals hat er in seinem Buch nicht explizit beleuchtet. Es bietet sich also an diese beiden Formen eines Nationalismus­verständnisses gemeinsam zu untersuchen, im Besonderen die kulturellen Wurzeln und den Offizielle Nationalismus nach Anderson.

Zur Anwendung der Theorie Andersons auf den Kemalismus hat sich die Monographie von Günter Seufert und Christopher Kubaseck mit dem Titel „Die Türkei. Politik Geschichte Kultur“ als besonders ergiebig gezeigt.[4] Für den Hitlerismus war das Werk „Geschichte Deutschlands. Von 1648 bis heute“ von Michael Epkenhans maßgeblich für die Erarbeitung der Thematik.[5]

Dementsprechend wird in dieser Arbeit zunächst die theoretische Grundlage Andersons und darauf folgend zuerst der Hitlerismus und dann der Kemalismus anhand der genannten Aspekte bearbeitet, um die beiden historischen Modelle besser zu verstehen und abschließend zu vergleichen. Nach Andersons Theorie stellt sich die Frage, welche kulturellen Wurzen dem Hitlerismus bzw. dem Kemalismus zu Grunde liegen und welche Gestalt der offizielle Nationalismus in den jeweiligen Regierungsformaten einnahm. Was war also passiert, um das jeweilige Nationalismusverständnis möglich zu machen und wie gebar sich dieses?

2. Theoretische Grundlage: Die Nation als vorgestellte Gemeinschaft

Anderson geht also von einer imaginierten Nationsvorstellung aus. Darin definiert er die Nation als „eine vorgestellte politische Gemeinschaft – vorgestellt als begrenzt und souverän“[6]. Mit dem Terminus vorgestellt beschreibt er das Phänomen, dass die Mitglieder einer Nation die meisten anderen Personen innerhalb dieser Nation nicht kennen können und dennoch die Fiktion besitzen eine Gemeinschaft zu bilden. Er führt weiter aus, dass begrenzt bedeutet den Nationalismusbegriff auf ein bestimmtes Territorium zu beziehen, die Grenzen sind dabei in Abhängigkeit von anderen Nationen definiert und können durchaus variabel sein. Souverän umschreibt das Ziel einer Nation ein unabhängiger und mächtiger Staat zu sein.[7] Anderson versteht dabei die Nation als ein kulturelles System ähnlich der Verwandtschaft oder Religion und nicht wie eine Weltanschauung.[8]

Aus diesem Verständnis ergibt sich die Frage nach der Wirkungsmacht des Nationalismus.[9] Dafür hat er mehrere Erklärungen, die er im ersten Kapitel seines Buches unter dem Titel „Kulturelle Wurzeln“ thematisiert. Ein weiterer Aspekt ist die Ansicht Andersons zum „Offiziellen Nationalismus“.

2.1 Kulturelle Wurzeln nach Anderson

Benedict Anderson führt drei grundlegende kulturelle Modelle an, deren Zerfall er als Ausgangsbedingung für die Entstehung der Nationen sieht.

Zunächst nennt er den Bedeutungsverlust der religiösen Gemeinschaften wie Islam, Christentum, Buddhismus und auch Konfuzianismus in Bezug auf ihren Wahrheitsanspruch und den damit verbundenen Wahrheitssprachen, wie Latein und Arabisch, die an Reichweite und Plausibilität verloren.[10] Die großen Sakralkulturen verloren also laut Anderson nach dem Mittelalter an Zusammenhalt. Bedingt wurde dies unter anderem durch Forschungsreisen[11] und die Degradierung der heiligen Sprachen zugunsten der Landessprachen.[12]

Als nächstes führt er das Abhandenkommen der religiösen Legitimation der herrschenden Dynastien als mitverantwortlich an. Das Königtum sah sich auch durch eine Gottheit bestätigt und definierte seine Staaten durch Zentren. Die Grenzen waren dabei recht porös. Durch das Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert sahen sich die Herrscher genötigt ihre Legitimation öffentlich zu verteidigen. Das alte natürliche Legitimationsprinzip schwand und die monarchische Erbfolge wurde als neuer Standard gesetzt.[13]

Als dritten Faktor nennt Anderson den Wandel der Wahrnehmungsform der Zeit. In der christlichen Denkweise des Mittelalters gab es keine konsequente Trennung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Erst die „Gleichzeitigkeit von Vergangenheit und Zukunft in einer unmittelbaren Gegenwart“[14] gestatten die Imagination einer Nation. Das Beobachten von gleichzeitigen Geschehnissen wurde laut Anderson in Europa ab dem 18. Jahrhundert durch Romane und Zeitungen möglich. Diese technischen Mittel schafften Repräsentationsmöglichkeiten für ein Bewusstsein von Nationalität. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Massenproduktion von Büchern und die Möglichkeit des zeitgleichen Konsums von Zeitungen, gefördert durch den Kapitalismus.[15]

Der diskrete Verlust der drei verbundenen Glauben an die besonderen Schriftsprachen, an die göttlich eingesetzten Monarchen und der Zeitvorstellung als vorherbestimmt und Erlösung versprechend führte, verbunden mit ökonomischen Veränderungen und schnelleren Kommunikationswegen, zu neuen Möglichkeiten einer Verbindung zwischen Sinn, Macht und Zeit. Durch das Druckgewerbe gab es eine neue Vorstellung von Gleichzeitigkeit und damit eine Chance für Reflexion über sich selbst und die Beziehung zu anderen.[16]

2.2 Offizieller Nationalismus in der imaginierten Gesellschaft

Anderson bezieht sich bei der Verwendung des Terminus „Offizieller Nationalismus“ auf Robert Seton-Watson, er hat dessen Idee eines Offiziellen Nationalismus aufgegriffen und weiter entwickelt.[17]

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es laut Anderson in Europa durch die philosophisch-lexikographische Revolution zu einem Aufstieg nationalistischer Bewegungen und Ideen.[18] Der offizielle Nationalismus hatte nach Anderson nun die Funktion, die durch die Naturalisierung der europäischen Dynastien in Legitimationsnot geratenen Monarchen im Amt zu bestätigen. Durch die Annahme eines offiziellen Nationalismus konnte die dynastische Macht beibehalten und gleichzeitig die Naturalisierung vollzogen werden. Es kam also im Europa des 19. Jahrhunderts zu einer Fusion von Nation und dynastischem Reich, ein gewaltsamer Zusammenschluss zweier konträrer politischer Ordnungen. Der Herrscher wurde damit „einer unter vielen Gleichen“[19]. Dies geschah, so Anderson, als Reaktion auf bereits bestehende nationalistische Volksbewegungen. Die europäischen Imperien kleideten sich nun in den Mantel des Nationalismus aus, Angst vor Marginalisierung durch entstehende oder Ausschluss aus aufkeimenden vorgestellten nationalen Gemeinschaften.[20] Als Mittel zur „Überstülpung“ der nationalen Gedanken dienten ein modernisiertes Bildungssystem, staatliche Propaganda, Militarismus, Umschreiben der offiziellen Geschichte usw., um die Identifizierung von Dynastie und Nation zu bestätigen. Eine Erziehung zur Nation von teils sehr heterogenen Staaten wurde versucht. In Vielvölkerstaaten bestand das Problem, dass eine Nationalisierung sehr kostspielig war.[21] Diese revolutionäre Nationalisierung führte wiederum zu Antinationalisierungsbewegungen.[22]

Der Nationalisierungsprozess hatte zur Folge, dass nun ein Modell einer „Nation von Bürgern“[23] zur Verfügung stand. Der Offizielle Nationalismus verdeckte damit meistens das Aufeinandertreffen von Nation und dynastischem Reich.[24] Später löste sich der offizielle Nationalismus von der monarchischen Herrschaftsform.

Das Zentrale an dieser Entwicklung war das Vorhandensein eines offiziellen Nationalismus. Es gab nun ein Modell, welches von gesellschaftlichen und politischen Systemen kopiert werden konnte.[25] „Das einzig durchgängige Merkmal dieser Form des Nationalismus war – und ist – sein offizieller Charakter: Er geht vom Staat aus und dient an erster Stelle dessen Interessen.“[26]

3. Hitlerismus

Adolf Hitlers Drittes Reich und der damalige deutsche Nationalismus gründeten sich auf der Ideologie des Feindes, dem Kampf der Rassen, der Vorstellung der erwählten deutschen Nation und dem Mythos des Herrenmenschen. Die Implikationen dieser Einstellungen waren ein radikaler, universeller Antisemitismus und eine imperialistische Lebensraumdoktrin.[27]

3.1. Kulturelle Wurzeln des Hitlerismus

Ein wichtiger Punkt ist laut Anderson die Einführung von Zeitungen. Wie sah also die Situation in Deutschland aus? Die ersten gedruckten Zeitungen gab es in Deutschland schon im 17. Jahrhundert. Dementsprechend ist es gemäß Andersons These auch nicht verwunderlich, dass schon früh ein deutsches Nationalbewusstsein vorgestellt wurde. Die ältesten bekannten Wochenzeitungen in deutscher Sprache erschienenen ab 1609. Ab 1660 gab Tomotheus Ritzsch die erste deutschsprachige Tageszeitung heraus.[28]

Nun zur historischen Ausgangslage. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation kam 1806 nach jahrhundertelanger Herrschaft durch die Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. zu seinem Ende. Durch Expansionen der Nachbarn und schließlich die Napoleonischen Kriege hatte der Herrscher keinen Ausweg mehr gesehen.[29] Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war vor- und übernational und erfüllte damit keine Modellfunktion für die Schaffung eines Nationalstaats.[30] Auf dem Wiener Kongress 1815 schlossen sich die deutschen Einzelstaaten zum „Deutschen Bund“ zusammen und behielten so ihre Souveränität unter einem gemeinsamen Auftreten. Es galt das Credo einer Kulturnation.[31]

Bedingt durch die französischen Revolution 1789[32], kam es 1830, mit der sogenannten Julirevolution, die aus Paris in Teile des späteren Deutschlands übergeschwappt war, dazu, dass die ersten Monarchen deutscher Staaten (wie Kurhessen, Sachsen, Braunschweig und Hannover) sich genötigt sahen ihren Untergebenen Verfassungen zuzubilligen. Beim „Hambacher Fest“ im Mai 1832 haben sich dort mehr als 20 000 Menschen versammelt, um einen einheitlichen Nationalstaat und eine demokratische Verfassung zu fordern. Durch gewalttätige Verfolgung wurde diese Bewegung zunächst niedergeschlagen. Nachdem im Februar 1848, wiederum in Frankreich, die sogenannte Julimonarchie gestürzt wurde, kam es zur Revolution von 1848 im späteren Deutschland. Nach teils blutigen Kämpfen setzten sich die Revolutionäre mit ihren liberalen Forderungen nach Pressefreiheit, Vereins- und Versammlungsfreiheit, Geschworenengerichten, Auflösung stehender Heere zugunsten von Volksbewaffnung und von Verfassungen zunächst durch. Ihr letztes Ziel, die Schaffung eines einheitlichen Nationalstaats, erreichten sie jedoch nicht.[33] Ermöglicht wurde dieses Aufbegehren maßgeblich durch das Vorhandensein eines Modells in Frankreich. In ganz Europa kam es zu ähnlichen Bewegungen. Durch dieses Vorbild und durch die Existenz eines Massenmediums, der Zeitung, konnte die Idee eines Nationalstaats für Deutschland erst imaginiert werden.

Nach drei Kriegen (gegen Dänemark, Österreich und Frankreich) kam es schließlich im Januar 1871 zur Proklamation des Deutschen Kaiserreichs in Versailles, die Geburtsstunde des zweiten Deutschen Reiches.[34] Die Monarchen der deutschen Staaten und später im Deutschen Reich versuchten sich den Umständen anzupassen und die Idee einer Nation für sich zu nutzen. Doch angesichts der protestierenden Massen, waren ihre Legitimation und damit ihr gesamter Herrschaftsanspruch schon längst ins Wanken geraten. Schon während des 17. Jahrhunderts begann die selbstverständliche Legitimation der Monarchien in Westeuropa zu zerbröckeln. Im deutschen Fall waren es die Habsburger, die mit dem Verlust ihrer religiösen Legitimation konfrontiert waren.[35] Ein Höhepunkt dieser Entwicklung war das Jahr 1789. Danach sahen sich alle Herrscher genötigt das Prinzip der Legitimation öffentlich verteidigen zu müssen. Die Monarchien wurden naturalisiert.[36] Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Republik ausgerufen und die Monarchie kam zu ihrem unausweichlichen Ende.

3.2. Offizieller Nationalismus unter Adolf Hitler

Die Weimarer Republik übernahm 1919 als parlamentarische Demokratie die Aufgabe der Herrschaft. Die Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles war ein Rückschlag für die junge Republik. Danach stellte sich keine Stabilität ein. Diese Unsicherheit nutzten Adolf Hitler und die Nationalsozialisten. Hitler propagierte die Vorstellung einer erwählten deutschen Nation, gespickt mit rassistischen, antisemitischen und fremdenfeindlichen Elementen.[37]

Er nutzte die Idee der Nation als elementaren Bestandteil der Legitimation seiner Vorstellungen. Nach der sogenannten Machtergreifung im Frühjahr des Jahres 1933 baute Hitler das deutsche Regierungssystem zu einer nationalsozialistischen Diktatur um.[38] Um seinen Machtanspruch zu sichern etablierte er einen mächtigen Offiziellen Nationalismus. Hitlers Regime nutzte dafür viele Mittel, die auch Anderson anführt. Ein starker Militarismus wurde etabliert, nachdem im Rahmen des Versailler Vertrages fast gänzliche die Demilitarisierung Deutschlands vollzogen worden war.

Die Gleichschaltung bildete einen weiteren bedeutenden Bestandteil des Offiziellen Nationalismus Hitlers. So wurde auf politischer Ebene das föderale System aufgelöst, Gewerkschaften abgeschafft, Beamte gefeuert und Parteien verboten. Auch im gesellschaftlichen Bereich wurde interveniert, so wurden Presse, Rundfunk, Kunst und Kultur angepasst. Ab 1934 wurden „undeutsche“ Bürger in Konzentrationslager gesperrt. Somit wurde ein neues nationalsozialistisches Herrschaftssystem, das in allen Lebensbereichen präsent war, etabliert. Dies führte zur uneingeschränkten Macht Hitlers.[39] Zudem wurde dadurch das Bild einer entstehenden Volksgemeinschaft vermittelt, die die vorhergehende Zerklüftung der Gesellschaft überwand. Elementarer Bestandteil dieser Entwicklung war die massenwirksame Inszenierung Hitlers als Symbol für Einheit und Zusammenhalt des deutschen Volkes.[40] Deutlich wurde dies bei Auftritten, Reden und in seinem Buch „Mein Kampf“, welches unter anderem bei Eheschließung, Schulabschluss und Aufnahme in die Partei geschenkt wurde.[41] Damit hatte es eine ähnliche Funktion wie die Zeitung: Als einheitliches Schriftstück wirkte es durch seine weite Verbreitung an der Schaffung einer gemeinsamen deutschen Identität mit.

Zudem nutze der Hitlerismus die Umdeutung der Geschichte als Mittel zur Nationalisierung. Exemplarisch dafür steht schon der Terminus „Drittes Reich“ mit dem er Deutschland betitelte. Ursprünglich war damit das christliche Reich des Heiligen Geistes gemeint. Ferner baut der Begriff auf dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation als „Erstes Reich“ und Deutschland seit der Reichsgründung 1871 als „Zweites Reich“ auf. Das Dritte Reich sollte nun zur Herrschaft einer großdeutschen Volksgemeinschaft führen.[42] Damit wurden der Anspruch auf das Vorherige und der Bezug zur Geschichte hergestellt.

Zu betonen ist die ausschließende Form des deutschen Nationalismus unter Hitler. Durch die Konstruktion eines Selbst- und Fremdbildes wurden klare rassische Grenzen gezogen, wer als arisch (und damit deutsch) galt und wer nicht. So wurde 1938 auf Basis der Nürnberger Rassengesetze von 1935 „eine quantitative Erfassung sämtlicher ihrer Rasse nach jüdischer Personen sowie der Mischlinge ersten und zweiten Grades“[43] geplant und durchgeführt. Eine Meldepflicht für prinzipiell als nicht-deutsch deklarierte Juden folgte.[44] Dem zum Trotz fühlten sich viele Juden als Deutsche und blieben trotz völliger Entrechtung in Deutschland.[45]

4. Kemalismus

Kemal Atatürks türkischer Nationalstaat basierte auf den sogenannten Prinzipien des Kemalismus: Republikanismus, Nationalismus, Volkstum, Laizismus, Etatismus, und Reformismus, mit deren Hilfe Mustafa Kemal versuchte von oben herab einen homogenen türkischen Nationalstaat zu schaffen.[46]

Zunächst soll geklärt werden wo die kulturellen Wurzeln Atatürks Politik der Türkifizierung liegen, bevor der Offizielle Nationalismus behandelt wird.

4.1 Kulturelle Wurzeln des Kemalismus

Der Kemalismus lässt sich als Paradebeispiel für Andersons These der Kulturellen Wurzeln anführen, da sich nahezu alle Umstände, die er als Quellen der Nationalismusvorstellung benennt, in dessen Vorgeschichte wiederfinden lassen. Um diese zu identifizieren, muss auf die Zeit des Osmanischen Reichs zurückgeblickt werden.

Das Osmanische Reich war in Klassen und Religionsgemeinschaften geteilt. Die Unterteilung bestand nicht nur in Glaubensgemeinschaften, sondern auch in Verwaltungs- und Sozialgemeinschaften. Dadurch wurde den Bewohnern des Reiches ein hohes Maß an kultureller Freiheit gewährt, doch ein gemeinsames Staatsbürgerbewusstsein ist bei einer solchen Organisation schwer zu imaginieren.[47] Nun begann das altehrwürdige Reich seit Anfang des 19. Jahrhunderts zu bröckeln. Griechenland erreichte 1829 seine Unabhängigkeit, 1861 musste der Sultan das Libanongebirge zur autonomen Verwaltungseinheit ernennen, 1862 kam es zu Aufständen in Armenien, Kreta und Bulgarien folgten wenige Jahre später.[48] Durch zentralisierende Reformen versuchte der Sultan zwischen 1839 und 1876 einen offiziellen osmanischen Nationalismus zur weiteren Legitimation seiner Herrscher zu etablieren. Ziel war der Erhalt des absolutistischen Regimes, propagiert wurde „die Einheit der islamischen Welt.“[49] Doch die Fläche des Herrschaftsgebietes reduzierte sich und ausländisches Eindringen stand bevor.[50] Hinzu kam eine wachsende wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ausland nach dem zweiten Staatsbankrott 1881.[51]

Ein wichtiger Meilenstein für den türkischen Nationalismus war währenddessen die offizielle Erlaubnis durch den Sultan in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts zum Druck von türkischsprachigen Zeitungen.[52] So benennt auch Anderson den Umstand, dass es 1876 bereits sieben türkischsprachige Tageszeitungen in Konstantinopel gab, als Ursprung des türkischen Nationalismus. Dies impliziere die Abneigung gegen das Ottomanische, der damaligen Amtssprache der Dynastie, die aus Elementen des Türkischen, Persischen und Arabischen zusammengesetzt war[53] und schuf gleichzeitig die Vorstellung einer türkischsprachigen Gemeinschaft innerhalb des Osmanischen Reiches.

In diesem politischen Vakuum entstand die Bewegung der Jungtürken. Diese waren eine westlich orientierte, gebildete Elite, die einen starken türkischen Nationalismus zur Schau trug. Elementar war dabei die Ablehnung der religiös-dynastischen Herrschaft des Sultans. Ihnen vorausgegangen waren die Neuosmanen, die aber mit ihren „liberalen Forderungen […] gepaart mit ihrem Bekenntnis zum muslimischen Charakter des Staates“[54] Mitte des 19. Jahrhunderts noch gescheitert waren. Die jungtürkischen Oppositionellen formierten sich im Milieu der Militär- und Verwaltungsschulen, die fest in muslimisch-türkischer Führung waren. Sie wurden durch ihre pro-türkische Einstellung zur Keimzelle des türkischen Nationalismus.[55] Die angestrebte Türkisierung durch die Jungtürken war „nichts andere (sic!) […] als die Übernahme der westeuropäischen Idee von Nation und ihre m Nationalstaat.“[56] Das jungtürkische „Komitee Einheit und Fortschritt“ kam am Vorabend des Ersten Weltkrieges an die Macht und versuchten mit allen Mitteln eine Nation zu etablieren: „Türkisch wurde zur einzigen amtlichen Sprache, das Schulwesen der Minderheiten und die nichttürkische Unternehmerschaft geriet unter Druck. Seinen Höhepunkt fand der nationale Wahn mit der Vertreibung der Armenier und der Auslöschung armenischen Lebens in Anatolien.“[57]

Allen Bemühungen zum Trotz kam es nach mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen 1918 zur bedingungslosen Kapitulation und damit zum offiziellen Ende des Osmanischen Reiches. Im Vertrag von Sèvres wurde 1920 die Teilung des Territoriums zwischen Griechen, Franzosen, Italienern, Armeniern, Kurden und Anderen festgelegt. Unter der Führung Mustafa Kemals formierte sich ein nationaler Widerstand der Türken gegen ihre Besatzer.[58] Der Sultan hatte den Vertrag unterzeichnet. Jedoch wurde seine Autorität nicht anerkannt. Kemal „erklärte (schon 1919, Anmerkung der Autorin) die vollkommene Unabhängigkeit des türkischen Territoriums“.[59] Aus diesem Konflikt ging der türkische Unabhängigkeitskrieg hervor. Kemal war ab 1920 der neue Chef der Nationalregierung. Nach erfolgreichen Kämpfen wurde schließlich 1923 der Vertrag von Lausanne geschlossen, der die Unabhängigkeit des neuen Staates garantierte.[60] Einige Monate später, im Oktober desselben Jahres, gab daraufhin Mustafa Kemal die Gründung der türkischen Republik bekannt.[61]

Alle laut Anderson relevanten Punkte zur Schaffung einer Vorstellung von Nation waren also für die türkische Republik vorhanden: Der Bedeutungsverlust der religiösen Legitimation durch den Islam und der Bedeutungsverlust der heiligen Sprache für das Türkische. Deutlich gemacht durch die Ablehnung der Herrschaft des Sultans durch die westlich ausgebildeten Jungtürken. Der Wandel der Wahrnehmungsform der Zeit generell, durch Zeitungen, die die Möglichkeit zur Imagination von Gleichzeitigkeit und sprachlicher Gemeinschaft schafften, speziell durch türkische Blätter. Gleichzeitig sind die Geschehnisse Ausdruck des Scheiterns der Jungtürken beim Versuch einen offiziellen populären Nationalismus über das Osmanische Reich zu stülpen. Sie waren nicht im Stande einen eigenen offiziellen Nationalismus in den Vordergrund zu rücken und zur Legitimation zu nutzen, weshalb es zur Gründung der neuen türkische Republik kam, um sich endgültig von der alten Legitimation zu lösen.

Im Kampf um die Unabhängigkeit hatte die türkische Nation zu sich selbst gefunden, doch so schnell konnte der Wechsel von einem islamischen Reich mit jahrhundertelanger Tradition zu einem modernen türkischen Nationalstaat nicht von statten gehen.[62] Dazu bedurfte es der Etablierung eines Offiziellen Nationalismus in der neugeborenen Republik.

4.2 Offizieller Nationalismus Atatürks

Ausgangspunkt war also wie bereits dargelegt die Gründung der türkischen Republik 1923. Nun soll beleuchtet werden welche Mittel zur Schaffung eines Offiziellen Nationalismus herangezogen wurden. Zunächst muss aber auf die Modellfunktion der europäischen Nationalismen eingegangen werden, deren Bedeutung als solche Anderson anführt.

Die Jungtürken, die für die Ablösung des Sultanats und die Gründung der türkischen Republik maßgeblich verantwortlich waren, waren westlich geprägt, und teilweise auch dort ausgebildet worden. So besuchte beispielsweise Mustafa Kemal, der spätere Präsident, eine Privatschule nach westlichem Vorbild und wurde von den Gedanken der europäischen Aufklärung geformt.[63] Das Vorhandensein eines Modells der Nation war also maßgeblich verantwortlich für die Entstehung der türkischen Republik.

Da nun eine Nation von der neuen türkischen Führungselite imaginiert wurde, musste diese Vorstellung auch in der Bevölkerung etabliert werden. Dazu verwendete die Regierung unter Kemal viele Mittel, die auch Anderson zur Etablierung anführt. Zur Überbrückung der Unterschiede zwischen der osmanischen Elite und den Bauern, Hirten und Religionsgelehrten verschiedenster Ethnien, nutzte Kemal zwei Methoden, zum einen ideologische Einbindung und zum anderen Zwang.[64] Er versuchte so die heterogene Bevölkerung zu einer homogenen Nation zu erziehen. Zwei maßgebliche Merkmale dieser Nation sollten die westliche (anstelle der religiösen) Ausrichtung und das Bekenntnis zum Türkentum sein.[65] So wurde ganz im Geiste der europäischen Aufklärung versucht die Rolle der Religion in Leben der Menschen zu dezimieren: Das Kalifat wurde 1923 offiziell abgeschafft und die Dynastie ebenfalls, religiöse Schulen wurden geschlossen und alle Bildungseinrichtungen dem Erziehungs­ministerium unterstellt, islamisches Rechts wurde durch die Schließung des „Ministeriums für religiöse Recht und fromme Stiftungen“ eliminiert.[66] Zudem wurde das „Hut-Gesetz“ eingeführt, welches religiöse Kopfbedeckungen verbot und westliche Kleidung förderte.[67] Eine weitere Maßnahme zur Schaffung einer homogenen Nation war die Sprachreform. So wurde 1923 die lateinische Schrift für den Gebrauch der türkischen Sprache eingeführt. Zudem mussten Familien türkische Nachnamen annehmen.[68] Dazu kamen radikale Siedlungsgesetze, die die Zerstreuung ethnischer Minderheiten zum Ziel hatten.[69]

Diese teils enormen Einschnitte in das Leben der Bevölkerung wurden nicht von allen Gruppen teilnahmslos hingenommen. Schon 1925 kam es zu einer kurdischen Revolution. Die Kurden hatten wie die Armenier besonders unter dem Offiziellen Nationalismus der Türkei zu leiden. Dieser sprach ihnen öffentlich keinen Minderheitenstatus zu.[70]

5. Vergleich und Fazit

Die Erfindung der Nation ist ein höchst spannender Ansatz Nationalismen weltweit zu betrachten. Allerdings fällt bei einer genaueren Betrachtung von Andersons Theorie der starke Fokus auf den Kolonialismus auf, wie ihn auch schon Partha Chatterjee kritisiert hat.[71] Dadurch sind einige Teile der Theorie Andersons nicht auf den Kemalismus oder Hitlerismus anwendbar. Es gab keine deutschen oder türkischen Kolonien als die Beiden an die Macht kamen. Dennoch ist es möglich, dieses Modell mit seiner hervor­stechenden Definition von Nationalismus für eine Anwendung heranzuziehen.

So lässt sich im Hitlerismus und im Kemalismus die These der kulturellen Wurzeln wiederfinden, wobei der Hitlerismus auf ganz andern historischen Umständen fußt. Die türkische Republik war das erste offizielle Gebaren einer türkischen Nation, während Hitlers Drittes Reich eher als ein Wiederaufflammen deutschen Nationalismus interpretiert werden kann. Die kulturellen Wurzeln der Deutschen reichen in dem Sinne weiter zurück, da in Deutschland bereits vor Hitlers Machtergreifung ein Nationalstaat existierte vor, während im Kemalismus dieser erst durch Atatürk etabliert wurde. Allerdings war der deutsche Nationalismus in der Weimarer Republik kaum handlungsfähig. Die Regierenden schafften es nicht sich den Nationalismus zu Nutze zu machen und damit ihre Legitimation zu stärken. So blieb die Regierung schwach. Ebenso wenig schaffte es die Dynastie der Sultane das Osmanische Reich mit Panislamischen Vorstellungen am Leben zu halten. Doch Hitler und Kemal haben es geschafft einen starken Offiziellen Nationalismus zu nutzen, um ihre Herrschaft zu legitimieren.

In Bezug auf den Offiziellen Nationalismus sind sich die zwei Modelle ähnlicher, wenn es auch bedeutende Unterschiede gibt. Beide Regierungen versuchten mit teils gleichen Maßnahmen, wie Siedlungsgesetzen, einen homogenen Nationalismus über die jeweilige Bevölkerung zu stülpen. Die Reichsgründung in Deutschland 1871, wie auch die Gründung der Türkischen Republik 1923 erfolgten beide von oben herab. Dementsprechend wurde auch der Nationalismus Hitlers wie Kemals von oben herab verordnet. Doch beide Herrscher konnten ihren Nationalismus auf kulturelle Wurzeln, wie sie Anderson anführt, aufbauen. Ein Wandel der Erfahrung der Zeit durch Zeitungen ist in beiden Modellen rekonstruierbar, ebenso eine veränderte Herrschaftstechnik der Dynastien und Monarchien. Durch die Umstände der Französischen Revolution und Modelle alternativer Herrschaftsformen waren diese in Legitimationsnot geraten. Der Grundstein für den jeweiligen Nationalismus wurde also gelegt lange bevor die Beiden an die Macht kamen.

Dieter Langewiesche führt an, dass die gesellschaftliche Konstruktion der Nation durch ihre Selbstbilder vollzogen wird. Bei dieser These, die auf Andersons Definition von Nation aufbaut, sieht er die Geschichte der Nation als „eine Geschichte von Deutungskämpfen“[72]. Damit stellt er die Frage, wer die Historie bestimmt. Genau dieser Deutungskampf ist es, den der Offizielle Nationalismus versucht zu gewinnen. Die deutsche Nation, wie auch die Staaten, die aus dem Osmanischen Reich hervorgegangen sind, repräsentierten eine Bevölkerung mit unterschiedlichsten Selbstbildern, die von oben herab vereinheitlicht werden sollten. Nur so war die Schaffung eines homogenen Nationalstaates möglich.

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[...]


[1] Vgl. Glasneck, Johannes: Kemal Atatürk und die moderne Türkei, Freiburg 2010, S. XXIV.

[2] Vgl. Munro, André: Benedict Anderson. Irsih political scientist, in: http://www.britannica.com/ biography/ Benedict-Anderson [15.08.2015].

[3] Anderson, Benedict: Imagined Communities. Reflections on the Origin and Spread of Nationalism, London 1983.

[4] Seufert, Günter; Kubaseck, Christopher: Die Türkei. Politik Geschichte Kultur, 2. Aufl., München 2006.

[5] Epkenhans, Michael: Geschichte Deutschlands. Von 1648 bis heute, 2011 Paderborn.

[6] Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Berlin 1998, S. 14.

[7] Vgl. Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Berlin 1998, S. 14f.

[8] Vgl. Jansen, Christian; Borggräfe, Henning: Nation, Nationalität und Nationalismus, Frankfurt 2007, S. 92.

[9] Vgl. Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Berlin 1998, S. 16.

[10] Vgl. ebd. S. 19ff.

[11] Vgl. ebd. S. 22.

[12] Vgl. ebd. S. 24.

[13] Vgl. ebd. S. 25f.

[14] Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Berlin 2005, S. 32.

[15] Vgl. Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Berlin 1998, S. 28-36.

[16] Vgl. ebd. S. 37f.

[17] Vgl. ebd. S. 113.

[18] Vgl. ebd. S. 77.

[19] Ebd. S. 79.

[20] Vgl. ebd. S. 98.

[21] Vgl. ebd. S. 92.

[22] Vgl. ebd. S. 81.

[23] Ebd. S. 87.

[24] Vgl. ebd. S. 95.

[25] Vgl. ebd. S.159.

[26] Ebd. S. 159.

[27] Vgl. Epkenhans, Michael: Geschichte Deutschlands. Von 1648 bis heute, 2011 Paderborn, S. 82ff.

[28] Vgl. Rehm, Margarete: Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart. In: http://hub.ib.hu-berlin.de/~wumsta/rehm.html [05.09.2015].

[29] Vgl. Wunderlich, Dieter: Das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, in: http://www.dieterwunderlich.de/hl_roemisches_reich_dt_nation.htm [23.09.2015].

[30] Vgl. Langewiesche, Dieter: Nation, Nationalismus, Nationalstaat in Deutschland und Europa, München 2010, S. 83.

[31] Vgl. Kunze, Rolf-Ulrich: Nation und Nationalismus, Darmstadt 2005, S. 80.

[32] Vgl. Epkenhans, Michael: Geschichte Deutschlands. Von 1648 bis heute, 2011 Paderborn, S. 24.

[33] Vgl. ebd. S. 41ff.

[34] Vgl. ebd. S. 50ff.

[35] Vgl. ebd. S. 28f.

[36] Vgl. Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, 2. erweiterte Aufl. Berlin 1996, S. 29.

[37] Vgl. Epkenhans, Michael: Geschichte Deutschlands. Von 1648 bis heute, 2011 Paderborn, S. 83.

[38] Vgl. ebd. S. 80.

[39] Vgl. ebd. S. 88ff.

[40] Vgl. ebd. S. 92.

[41] Vgl. o.A.: Hitler, Adolf: Mein Kampf, 1925/26, in: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/ artikel_44547 [23.09.2015].

[42] Vgl. o.A.: Warum heißt es „Drittes Reich“? In: http://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks /zeit/politik/frag-doch-mal-3/warum-heisst-es-drittes-reich/ [23.09.2015].

[43] Wipplinger, Hans: Die Glaubensjuden in Bayern auf Grund der Volks- und Berufszählung vom 16. Juni 1933, in: Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts 70 (1938), S. 447.

[44] Vgl. Wietog, Jutta: Volkszählungen unter dem Nationalsozialismus. Eine Dokumentation zur Bevölke­rungsstatistik im Dritten Reich, Berlin 2001, S. 88.

[45] Vgl. ebd. S. 101f.

[46] Vgl. Steinbach, Udo: Geschichte der Türkei, 5. Aufl., München 2010, S. 35f.

[47] Vgl. Seufert, Günter; Kubaseck, Christopher: Die Türkei. Politik Geschichte Kultur, 2. Aufl., München 2006, S. 69.

[48] Vgl. ebd. S. 72.

[49] Ebd. S. 75.

[50] Vgl. Ferman, Leyla: Dezentralisierung und ethnische Konflikte: lokale Ebene und Kurdenfrage in der Türkei, Berlin 2014, S. 130.

[51] Vgl. Seufert, Günter; Kubaseck, Christopher: Die Türkei. Politik Geschichte Kultur, 2. Aufl., München 2006, S. 76.

[52] Vgl. ebd. S. 70.

[53] Vgl. Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, 2. erweiterte Aufl. Berlin 1996, S. 80 und 231.

[54] Seufert, Günter; Kubaseck, Christopher: Die Türkei. Politik Geschichte Kultur, 2. Aufl., München 2006, S. 73.

[55] Vgl. ebd. S. 76f.

[56] Ebd. S. 80.

[57] Ebd. S. 77.

[58] Ebd. S. 81f.

[59] Ebd. S. 82.

[60] Vgl. ebd. S. 82f.

[61] Vgl. ebd. S. 83.

[62] Vgl. Jung, Dietrich; Piccolo, Wolfgang: Turkey at the crossroads: Ottoman legacies and a greater middle east, London 2001, S. 66.

[63] Vgl. Seufert, Günter; Kubaseck, Christopher: Die Türkei. Politik Geschichte Kultur, 2. Aufl., München 2006, S. 85.

[64] Vgl. ebd. S. 85.

[65] Vgl. ebd. S. 87.

[66] Vgl. ebd. S. 88

[67] Vgl. o.A.: Türkei will Hut-Pflicht aufheben, in: http://www.welt.de/aktuell/article110774999/Tuerkei-will-Hut-Pflicht-aufheben.html [23.09.2015].

[68] Vgl. Kreiser, Klaus; Neumann, Christoph K.: Kleine Geschichte der Türkei. Bonn 2005, S. 52 f.

[69] Vgl. Yegen, Mesut: „Prospective-Turks“ or „Pseudo.Citizens:“ Kurds in Turkey, in: Middle East Journal 64 (2009), S. 587-615, S. 600f.

[70] Vgl. Speckmann, Thomas: Kurden. Von Atatürk verraten, in: http://www.zeit.de/2014/45/kurden-tuer kei-atatuerk-unabhaengigkeitskrieg [25.09.2015].

[71] Vgl. Chatterjee, Partha: Whose Imagined Community? In: Balakrishna, Gopal (Hrsg.): Mapping the Nation, New York 2012, S. 214-225.

[72] Langewiesche, Dieter: Staatsbildung und Nationsbildung in Deutschland – ein Sonderweg? Die deutsche Nation im europäischen Vergleich, in: v. Hirschhausen, Ulrike; Leonhard, Jörn (Hrsg.): Nationalismen in Europa. West- und Osteuropa im Vergleich, Göttingen 2001, S. 49-67, S. 61.

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Hitlerismus und Kemalismus. Ein Vergleich anhand der Theorie der Imagined Communities von Benedict Anderson
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Politische Wissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Nation, Nationalismus, Nationalstaat im internationalen Vergleich
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V322708
ISBN (Buch)
9783668218451
Dateigröße
640 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hitler, Atatürk, Türkei, Deutschland, Nationalismus, imagined community, Benedict Anderson, vorgestellte Gemeinschaft, Vergleich
Arbeit zitieren
Anna Grimminger (Autor), 2015, Hitlerismus und Kemalismus. Ein Vergleich anhand der Theorie der Imagined Communities von Benedict Anderson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322708

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