Buchführung „alla Veneziana“. 500 Jahre doppelte Buchführung in Deutschland


Fachbuch, 2016

114 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Exposé

1. Einleitung

2. Wie alles anfing! (Als die Buchführung eigentlich noch keine Buchführung war)

3. Ohne Geld keine doppelte Buchführung: Eine kurz gefasste Darstellung der Geschichte des Geldes

4. Die einfache Buchführung

5. Luca Pacioli und die doppelte Buchführung

6. Die Entstehung der doppelten Buchführung in der Praxis

7. Die Einführung der doppelten Buchführung in Deutschland

8. Keine Buchung ohne Beleg: Jede Buchung braucht einen Grund

9. Treu und Glauben: Der Mensch und die Buchführung

10. Recht und Gesetz in der Buchführung

11. Soll und Haben: Die doppelte Buchführung heute

12. Über Risiken und Nebenwirkungen der Buchführung

13. Literaturliste

Exposé

Buchführung „alla Veneziana“, 500 Jahre doppelte Buchführung in Deutschland

Wann entstand die doppelte Buchführung?

Wie stellte Luca Pacioli sie dar?

Was davon ist heute noch gültig?

Eigentlich könnte in diesem Jahrzehnt ein Jubiläum gefeiert werden! Aber es findet nicht statt, weil niemand daran denkt. Das ist schade, denn das Thema berührt alle in irgendeiner Weise. Es geht um die doppelte Buchführung, die im ausgehenden Mittelalter in Oberitalien entstand, Anfang des 16. Jahrhunderts in Deutschland eingeführt wurde und heute noch praktiziert wird. Niemand kann sagen, er hätte mit ihr nichts zu tun. Für die Wirtschaft ist sie lebenswichtig und mittlerweile hat sie auch unser Privatleben fest im Griff.

Die doppelte Buchführung entstand im 14. und 15. Jahrhundert in Oberitalien und wurde vor genau 500 Jahren, im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, von Kaufleuten aus Augsburg und Nürnberg in Deutschland eingeführt. Der italienische Franziskaner-mönch Luca Pacioli spielte hier eine wichtige Rolle. Er veröffentlichte 1494 ein Mathematikbuch und stellte darin in einem Kapitel die doppelte Buchführung nach der venezianischen Art vor. Heute wird Pacioli in vielen Büchern zum Rechnungswesen zwar als Gründer oder Wegbereiter der Buchführung genannt, was er genau gesagt hat, wird nicht weiter erwähnt.

Die Entstehung der Buchführung verlief parallel zu den Veränderungen in der Art und Weise des Wirtschaftens. Zum Begriff der „doppelten Buchführung“ gehörte damals mehr als nur das Buchen und Gegenbuchen von Geschäftsfällen. Für die Buchungen auf Konten verwendete man mehrere Bücher. Wirklich neu war der Abschluss von Konten zum Ende eines Geschäftsjahres: Ein Schlussinventar wurde erstellt und die Salden der Konten im Gewinn- und Verlustkonto und der Bilanz gebucht. Eine ausgeglichene Bilanz bewies, dass die Rechnungslegung insgesamt korrekt war.

Anfangs war die doppelte Buchführung nur eine Sache der Kaufleute, heute ist sie als eine Säule der Wirtschaft und in sehr vielen Bereichen des Lebens präsent. Ohne sie läuft nichts mehr, jeder hat mit ihr zu tun, was z.B. ein Blick auf den Bankauszug oder die Gehaltsabrechnung bestätigt. Jedoch verbinden viele Menschen die Buchführung mit der Pflicht, Steuern zu zahlen. Gäbe es nicht die Steuern, könnte man auch auf die Buchführung verzichten. Ein Fehlschluss, der das eigene Interesse und den Nutzen der Buchführung für die Betroffenen unterschlägt und zu Vorurteilen und Vorbehalten gegen die Buchführung führt. Hier nun die Themen des Buches:

Die Buchführung vor der doppelten Buchführung

Erste Anzeichen für Buchführung gab es, seit die Menschen eine Schrift besaßen und schreiben konnten. Das erste Anliegen war, Dinge zu inventarisieren. Das Inventar entstand als erstes Instrument der Buchführung. Die Römer verfügten bereits über ein ausgefeiltes System der Buchführung, besonders was das Führen von Büchern betraf. Die Buchführung änderte sich im Lauf der Zeit und passte sich an die parallel verlaufende Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an.

Ohne Geld keine Buchführung

Solange noch Ware gegen Ware getauscht wurde und später nur die Münze als Geld bzw. Tauschmittel existierte, war es nicht zwingend notwendig, über diese Handelsvorgänge Buch zu führen. Erst als Geschäfte auf Kredit getätigt wurden und Kreditansprüche auf Kontokorrentkonten gegenseitig verrechnet wurden, wurde es sinnvoll, diese Ansprüche und Zahlungsversprechen schriftlich zu fixieren. Die Einführung und Verwendung von Buchgeld, das sagt ja schon der Name, war ohne Buchführung nicht mehr möglich. Das Geld hat sich ebenso verändert, wie die dazu gehörende Wirtschaft. Ein Meilenstein, fast schon eine Revolution war die Erfindung des Wechsels, der den Zahlungsverkehr vereinfachte. Er existierte als Zahlungsmittel seit dem Mittelalter und hat erst in jüngster Zeit durch den elektronischen Zahlungsverkehr seine Bedeutung verloren.

Einfache Buchführung

Die Buchführung, die als solche bezeichnet werden kann, gab es erst, seitdem die Kaufleute ihre Handelsgeschäfte in einem Buch zu Papier brachten. Notizzettel und andere Behelfsformen hatten sich als unbrauchbar erwiesen. Die Darstellung der Geschäfte in einem Buch sorgte für Klarheit, Übersicht und die Möglichkeit zum Nachschlagen und der Kontrolle von Einträgen. In der Phase der einfachen Buchführung entstand auch das Bedürfnis nach einer Vollständigkeit der Dokumentation. Wenn anfangs nur Kreditgeschäfte erfasst wurden, galt dies später für alle Geschäftsfälle. Dies war die Vorstufe zur doppelten Buchführung.

Die doppelte Buchführung nach Lucio Pacioli

Lucio Pacioli behandelte in seinem Buch verschiedene Instrumente der Buchführung, die größtenteils auch heute noch im Gebrauch sind. Er betonte dabei immer wieder, wie wichtig eine klare Ordnung und Gliederung für die Qualität der Buchführung sind. Pacioli stellte ein Musterinventar vor, behandelte das Journal und die dort übliche Art des Buchens in Soll und Haben. Danach erläuterte er Memorial und Hauptbuch als weitere Bücher der Rechnungslegung. Intensiv behandelte er das Registratursystem, mit dessen Hilfe die Einträge zu einem Geschäftsfall in den verschiedenen Büchern gefunden und überprüft werden konnten. Beim Abschluss der Konten zum Ende eines Geschäftsjahres ging er auf die Gewinn- und Verlustrechnung ein, eine Abschlussbilanz gab es bei ihm noch nicht. Er stellte aber dar, wie die Soll-Salden und Haben-Salden zu addieren waren und beide Summen den gleich hohen Wert ergeben mussten. Diese Aufgabe der Schlussbilanz erledigte er noch als Nebenrechnung. Bilanzieren war für ihn ein abschließender Rechenvorgang, bei dem er die Rechenlegung auf Richtigkeit prüfte.

Die Entstehung der doppelten Buchführung in der Praxis

Schon zur Zeit Paciolis behoben etliche Kaufleute den Mangel in dessen Darstellung und beendeten das Geschäftsjahr mit Schlussinventar und Schlussbilanz. Auch beim Hauptbuch wichen sie von Paciolis Vorschlag ab. Statt nur ein Buch einzurichten teilten sie es nach thematischen Gesichtspunkten auf. So gab es dann ein Schuldbuch, Warenbuch, Kassenbuch, um nur die wichtigsten Varianten zu nennen. Die Aufwendungen wurden auch detaillierter erfasst, was vor allem für die Kaufleute, die auch Bergbau und Hüttenwerke betrieben, zwingend war. Das Kapitel zeigt auch, wann bzw. in welchem Jahr die Kaufleute die einzelnen Instrumente einführten.

Die Entstehung der doppelten Buchführung in Deutschland

Zu den Pionieren in Deutschland zählten Kaufleute vorwiegend aus Augsburg und Nürnberg. Nach vorliegenden Belegen waren die Fugger in Augsburg die Ersten, die die doppelte Buchführung in ihrem Handels- und Montanunternehmen einführten. Ihr Hauptbuchhalter Matthäus Schwarz war einerseits Revisor, bei dem die Fäden, sprich die Buchführung aus allen Faktoreien bzw. Filialen des Unternehmens zusammen liefen. Andererseits sah er sich auch als Buchhaltungsexperte, der notwendige Änderungen am System vornahm, wenn er dies als sinnvoll erachtete. 1518 veröffentlichte er seine Sicht der Buchführungspraxis in einer Handschrift. Andere Handelshäuser vollzogen ebenfalls den Wechsel von einer einfachen zur doppelten Buchführung. In diesem Kapitel werden auch Beispiele für die wirtschaftlichen Aktivitäten der Handelshäuser vorgestellt und ihre Beteiligung an Expeditionen nach Amerika und Indien. Die Handelshäuser prägten mit ihrer wachsenden Macht und ihrem Reichtum die Wirtschaft. Dies geschah in einer Zeit der Umwälzung. Städte mit langer Handelstradition wie Venedig verloren an Bedeutung, dafür traten andere Wirtschaftsräume (Portugal, Spanien, Niederlande) in den Vordergrund. Die Kaufleute brauchten ein wirksames Kontrollmittel. Mit der doppelten Buchführung hatten sie zur rechten Zeit das richtige Instrument parat.

Keine Buchung ohne Beleg: Jede Buchung braucht einen Grund

Vor 500 Jahren gab es zwar schon Belege, wie z.B. Rechnungen, sie waren aber nicht Grundlage der Buchführung. Unklar ist auch, ob es damals zu jedem Geschäftsfall auch schon irgendeinen Beleg gab. Stattdessen trugen die Kaufleute alle Einzelheiten des Geschäftsfalls akribisch in ihre Handelsbücher ein. Ihnen war die Vollständigkeit der Information wichtig, damit sie auch zu einem späteren Zeitpunkt den Geschäftsfall rekonstruieren konnten. Die Zunahme der geschäftlichen Belege und ihre größer werdende Bedeutung hing auch davon ab, ob Botendienste verfügbar waren, die die Belege von Ort zu Ort transportieren konnten. Parallel zur Entwicklung der Buchführung entstanden in Oberitalien Botendienste, die regelmäßig Briefe zu fest vereinbarten Zeiten an bestimmte Orte transportierten. Diese Botendienste wurden von Kaufleuten betrieben und waren die Vorläufer der Post. Um 1500 gab es auch Postdienste in Süddeutschland, die Sendungen u.a. nach Oberitalien und allen bekannten Wirtschaftsräumen lieferten. Belege wurden erst am Ende des 19. Jahrhundert als Grundlage der Buchführung gesetzlich anerkannt. Sie galten fortan als Beweismittel bei Fragen zur Richtigkeit der Buchführung und wurden deshalb auch aufbewahrt.

Treu und Glauben: Der Mensch und die Buchführung

Die Kaufleute machten die Buchführung nicht nur für ihren eigenen Zweck. Sie benötigten die Handelsbücher, um auch Ansprüche auf ausstehende Zahlungen gegenüber Dritten geltend machen zu können. Pacioli betonte immer wieder, dass die Kaufleute redlich und gewissenhaft ihre Bücher führen sollten. Nur wenn sie in der Lage waren, die Tadellosigkeit ihrer Aufzeichnungen zu beweisen, würde auch ein Gericht oder eine Behörde diese als Beweis akzeptieren. Es ging ihm also um die Seriosität des Kaufmanns. Beim Prinzip von Treu und Glauben steht der Mensch als Risikofaktor im Blickpunkt: Was ist zu tun, damit Unternehmer und Mitarbeiter die Buchführung nicht manipulieren, sich zu Unrecht Vorteile verschaffen oder illegal bereichern möchten.

Recht und Gesetz in der Buchführung

Rechtliche Regelungen zur Buchführung gibt es schon lange, im Lauf der Zeit hat sich allerdings ihre Funktion verändert. Lange Zeit sorgte sich das Recht um die Beweiskraft der Buchführung. Kaufleute wollten vor Gericht ausstehende Zahlungen einklagen, den Beweis hierfür musste ihre Buchführung liefern. Aus diesem Grund wurde in Gesetzen festgelegt, wie Handelsbücher ordnungsgemäß zu führen waren. Diese Gesetzgebung und Rechtspraxis entwickelte sich zuerst in einigen Handelsstädten, später gab es auch in einzelnen Ländern entsprechende Regelungen. Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kümmerte sich in Deutschland das Recht nur um die Beweiskraft von Handelsbüchern. Zum Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich die Zielsetzung der Gesetzgebung. Jetzt wurden einzelne Elemente bestimmt, die zu einer kaufmännischen Buchführung zweifelsfrei gehörten. Dies fand ihren Niederschlag im neuen Handelsgesetzbuch und vor allem in den Gesetzen, die für Aktiengesellschaften neu geschaffen wurden. Gleichzeitig gab es eine Änderung im Steuerrecht. Die Staaten in Deutschland verfolgten nun das Ziel, auch das Leistungspotenzial, sprich das Einkommen von Bürgern und Unternehmen direkt zu besteuern. Dies wiederum bedeutete für die Buchführung, dass sie vor neuen Anforderungen gestellt wurde.

Die doppelte Buchführung heute

Die Buchführung orientiert sich heute an gesetzlichen Vorgaben aus Handelsgesetzbuch und Abgabenordnung. Nach der Einführung von internationalen Standards und Regeln (IAS / IFRS) können Konzerne heute neben der Steuerbilanz für das deutsche Finanzamt auch eine Bilanz nach internationalen Standards erstellen, die für die Information von Kapitalanlegern gedacht ist. Das deutsche Steuerrecht weicht in einigen Punkten von den internationalen Regeln ab. Deutlich spürbar wird dies bei der Bewertung von Vermögensposten. Nach IAS / IFRS erscheinen sie mit ihren Zeitwerten in der Bilanz. Dagegen unterstellt das deutsche Steuerrecht, dass Vermögensposten in der Regel ständigen Wertminderungen unterliegen und deshalb nur zum geminderten Wert in die Bilanz aufgenommen werden dürfen.

Zum Autor

Nach Jahren in der Marktforschung für Medien als angestellter und selbstständiger Marktforscher war ich Lehrer an einer privaten Wirtschaftsschule und unterrichtete mehrere Fächer im Bereich Wirtschaft. Dabei war das Rechnungswesen ein besonderer Schwerpunkt.

Thomas Scheer

Dipl.-Volkswirt

1. Einleitung

Eher zufällig habe ich vor ein paar Jahren entdeckt, dass wir in diesem Jahrzehnt ein Jubiläum feiern können, nämlich „500 Jahre doppelte Buchführung in Deutschland, bzw. in Bayern“. In vielen Lehrbüchern zur Buchführung wird in der Einleitung auf den italienischen Franziskanermönch Luca Pacioli hingewiesen, der 1494 in einem Buch u.a. die Grundlagen der doppelten Buchführung nach der in Venedig eingeübten Praxis dargestellt hatte und damit die Vorlage für die Form lieferte, in der sie im Grund heute noch angewendet wird. Diese Art der Buchführung wird auch von einigen Autoren, die Bücher zum Thema geschrieben haben, weit über seine Entstehungsphase hinaus als italienische doppelte Buchführung bezeichnet. Ein weiterer Impuls für die Befassung mit dem Thema war die Kaufmannspraxis der Fugger, einer in Augsburg ansässigen und für die damalige Zeit sehr bedeutenden Kaufmannsfamilie. Die Fugger stellten 1511 zum ersten Mal eine Bilanz nach den Regeln der doppelten, venezianischen Buchführung auf. 1518 übernahm dann der Hauptbuchhalter der Fugger, Matthäus Schwarz, sein Wissen über die Art der von ihm angewandten doppelten Buchführung in eine Handschrift. Schwarz hatte damals die Funktion des Revisors in der Augsburger Zentrale der Fugger inne. Seine Aufgabe war es, die Bücher der verschiedenen Niederlassungen bzw. Filialen der Fugger – die damals als Faktoreien bezeichnet wurden – zu prüfen. Dabei ging es ihm bei seiner Aufsichtsfunktion nicht nur um die Richtigkeit der Zahlen, sondern auch um die richtige Form der Buchhaltung. Er hinterfragte sie und wenn es sich aus seiner Sicht ergab, ergänzte er das System der Buchführung auch um die notwendigen Neuerungen. Da die Kaufleute in Augsburg und Nürnberg die ersten waren, die in Deutschland die italienische Art der doppelten Buchführung praktizierten, sind die Belege aus dem Hause Fugger Beweis genug, dass die doppelte Buchführung nun seit 500 Jahren hierzulande praktiziert wird. Für ein Element der doppelten Buchführung, das Buchen und Gegenbuchen von Geschäftsfällen, gibt es noch ältere Belege aus den verschiedensten Regionen. Insgesamt entstand die doppelte Buchführung schon vor ca. 600 Jahren und ihre Wiege liegt damit in Oberitalien. Zur Entwicklung der doppelten Buchführung in Deutschland hält Emil Sehling fest: „In Deutschland war die doppelte Buchführung vor dem 16. Jahrhundert nicht bekannt. Das beweisen die uns erhaltenen Handelsbücher größerer Firmen“.[1]

Sich an die Einführung der doppelten Buchführung in Form eines Jubiläums zu erinnern ist sinnvoll, denn die heutige Wirtschaft ist ohne Buchführung nicht mehr denkbar. Zum einen, weil sie die wichtigste Erfolgsziffer, den Gewinn, ermittelt und zum anderen, weil ohne sie die Komplexität der Wirtschaftsprozesse nicht beherrschbar, nicht kontrollierbar wäre. Beim Blick auf die Geschichte der Buchführung ist für mich folgender Aspekt wichtig: Heute denkt man beim Wort Buchführung sofort an eine Fülle von gesetzlichen Regeln. Die Buchführung ist aber nicht durch Gesetze oder staatliche Regeln entstanden, sondern sie war eine Erfindung von Kaufleuten, die durch die Nutzung der Buchführung zunächst mal ihren eigenen Nutzen und Vorteil im Sinn hatten. Die doppelte Buchführung ist auch nicht wie ein Meteorit als fertiges Produkt plötzlich vom Himmel gefallen. Sie ist eine Dienstleitung, die sich parallel zur Art und Weise des Wirtschaftens und den dazugehörenden Zahlungsmodalitäten entwickelt hat. Die doppelte Buchführung nach der italienischen Methode war ein Meilenstein in ihrer Geschichte. Danach ging die Entwicklung jedoch weiter, auch wenn sich am Grundgerüst seither wenig geändert hat. Im Vergleich zu anderen Themenbereichen gehört sie zu den Grundsäulen der Volks- und Betriebswirtschaftslehre und kann auf eine sehr lange Tradition verweisen, ähnlich wie das Geld- und Bankwesen.

Umso mehr war ich überrascht, als ich bei der Suche nach Literatur und Quellen, die mich über die Geschichte der Buchführung informieren sollten, auf den ersten Blick recht wenig fand. Nach einigen Recherchen stellte ich fest: Es gibt im Moment kein aktuelles deutschsprachiges Buch und keine andere Quelle, die ausführlich die Geschichte der Buchführung darstellt. Die letzten Bücher stammen aus den Jahren 1913 und 1933, beide sind von Balduin Penndorf verfasst, ehemals Professor für Betriebswirtschaftslehre in Leipzig.[2] Im ersten Buch liefert er einen Abriss der Geschichte. Das zweite Buch enthält eine Übersetzung des Buchkapitels von Luca Pacioli, der ersten schriftlichen Darstellung der doppelten Buchführung nach der in Venedig üblichen Praxis. Balduin Penndorf fertigte die Übersetzung an und ergänzte das Buch um eine kurze Abhandlung der Entstehung der doppelten Buchhaltung.

Penndorf stützte seine Abhandlungen zur Geschichte der Buchhaltung nicht auf Sekundärquellen. Sondern er suchte selbst verschiedene Archive auf und konnte dort die alten, noch vorliegenden Original-Handelsbücher in Augenschein nehmen. Sein Beitrag zur Geschichte der Buchhaltung ist also auf ein Studium dieser Original-Quellen zurückzuführen. Etliche Beispiele für die damals übliche Art des Buchens aus diesen Archivunterlagen wurden in seine Bücher übernommen. Alle Quellen bzw. Autoren, die um 1500 lebten und von Penndorf zitiert werden, stehen in der Tradition Paciolis und der von ihm beschriebenen Buchführungsmethode.

Im Jahre 2015 erschien die deutsche Ausgabe eines Buches der australischen Autorin Jane Gleeson-White mit dem Titel: Die doppelte Buchführung und die Entstehung des modernen Kapitalismus.[3] Dieses Buch behandelt die Geschichte der Buchführung nur sehr oberflächlich. Der Autorin geht es um etwas anderes, sie versucht eine These zu belegen, nach der der moderne Kapitalismus nur entstehen konnte, weil es die doppelte Buchführung gab. Kurz gefasst: Die doppelte Buchführung ist der Grund für die Entstehung und Entwicklung des Kapitalismus. Sie bescheinigt der Buchführung eine gewisse Genialität, soweit kann man ihr folgen. Doch die Praxis zeigt, dass die Art der Geschäfte die Motoren sind und die Kaufleute bei ihrer Arbeit nicht die Getriebenen der Buchführung. Die Innovationen, die Art der Geschäfte, die Position im Wettbewerb und viele andere Faktoren liefern die Anforderungen, mit denen ein Rechnungswesen bzw. die Buchführung zurechtkommen muss. Die doppelte Buchführung ist nun seit fünf Jahrhunderten in der Lage, alle Veränderungen und Entwicklungen in der Wirtschaft zahlenmäßig zu dokumentieren. Ihre Grundidee hat also weiterhin Bestand.

Jeder Mensch hat mit der Buchführung zu tun, ganz gleich in welcher Form sie geführt wird. Etliche Menschen wissen es, andere sind sich darüber gar nicht bewusst. Ob sie es mit der Buchführung in einer einfachen Form oder mit der sogenannten doppelten Buchführung zu tun haben, spielt erst mal auch keine Rolle für sie. Dennoch, ohne Buchführung geht heute nichts mehr. Auch wer als Privatperson der Buchführung mit Skepsis oder Ablehnung begegnet, verlässt sich jedenfalls darauf, dass andere ihre Buchführung zu seinen Gunsten korrekt erledigen. Zum Beispiel in der Bank: Wer möchte schon seine Kontoauszüge ständig nach Fehlbuchungen untersuchen müssen? Keiner muss sich Sorgen machen, die Banken buchen in der Mehrzahl der Fälle richtig. Allerdings können auch ihr Fehler passieren. Wer überprüft schon regelmäßig seine Lohn- und Gehaltsabrechnung? Wer überprüft den Steuertarif und berechnet nochmals die abgezogenen Beiträge zu den verschiedenen Arten der Sozialversicherung? Keiner! Lieber verlässt man sich darauf, dass die Berechnungen stimmen.

Wer regelmäßig für sich festhalten möchte, wieviel Geld er beim Einkaufen ausgibt, wird seine Ausgaben in ein privates Haushaltsbuch eintragen, auch das ist Buchführung. Jemand, der sich selbstständig machen will, muss Buchführung gar nicht beherrschen. Er kann dies an eine Steuerberatung delegieren. Was er aber können sollte, ist das Kalkulieren von Preisen für seine Waren oder Dienstleistungen. Ein bisschen sollte er vom Thema doch verstehen und ein wenig darin eintauchen. Es ist nützlich zu wissen, welche Kostenarten er in der Kalkulation zu berücksichtigen hat. Dabei muss er aber nicht unbedingt wissen, wie dann die Steuerberatung oder sein Buchhalter die Kosten und Erlöse buchen wird. Besser wäre es schon, wenn er etwas vom Thema verstehen würde, aber es geht auch ohne.

Die Entstehung und Entwicklung der Buchführung ist eng an die Art und Weise des Wirtschaftens geknüpft. Mit Veränderungen in der Wirtschaft entwickelte sich auch die Buchführung von einem einfachen Aufzeichnen von Geschäftsvorfällen bis zur heute praktizierten und komplizierten Art und Weise. Die Buchführung führt also in der Wirtschaftsgeschichte kein Eigenleben, sondern sie ist Teil der Wirtschaft, ein wichtiges Rad im Getriebe. Sie wurde den Veränderungen in der Geschichte der Wirtschaft angepasst und dabei hat sich auch ihre Bedeutung verändert. Früher verschaffte sie dem Besitzer des Unternehmens den nötigen Überblick über sein Einkommen und Vermögen, heute ist sie in das Controlling eingebunden, das jedem Mitarbeiter, der irgendwie Verantwortung trägt, genau zeigt, wie es um die wirtschaftliche Situation seiner Abteilung oder des Unternehmens steht. So kann er seine Motivation passend zu den aktuellen Zielen formatieren. Heute geht nichts mehr ohne Buchführung und sie ist zu einer Pflicht geworden, die von Gesetzen und Verordnungen diktiert wird. Nach dem Handelsgesetzbuch (HGB)[4] ist „Jeder Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung ersichtlich zu machen.“ (§ 238 Abs. 1 S. 1 HGB)

Mit dem Namen „doppelte Buchführung“ wird heute viel verbunden. Doppelt kann viel bedeuten. Ein Schüler fragte einmal im Unterricht, nachdem die Grundlagen schon längst abgehandelt waren, ob denn das, was wir hier machten, wirklich die doppelte Buchführung sei? Mich überraschte die Frage zunächst. Ich ging positiv darauf ein und erklärte nochmals die Grundlagen der doppelten Buchführung. Dies hat den Schüler nicht zufrieden gestellt! Die Pause kam und ich überlegte noch, wie er zu dieser Frage käme. Mir dämmerte dann, dass er mit „doppelter Buchführung“ eine legale und eine illegale meinte, die illegale, die parallel zur legalen Buchführung geführt wird. Meine Vermutung stimmte, denn er stellte schon davor etliche Fragen, die darum gingen, wie man ein illegales Geschäftsgebaren in der Buchführung behandelt bzw. darin unterbringt. Für diese Art, die doppelte Buchführung so zu interpretieren, gibt es sicher noch andere Beispiele.

Doppelt meint wirklich vielerlei. Einmal die Aussage, dass zu einem Geschäftsfall eine Buchung und Gegenbuchung gehört. Dass darin eine Leistung mit der dazugehörenden Gegenleistung dargestellt wird, die Darstellung der Ware oder Dienstleistung in Wertform mit der dazu gehörenden Zahlung. Es geht also in der Buchführung um zwei Informationen, die Information über die Höhe des Geldes und die über die Art der Ware oder Dienstleistung. Doppelt heißt auch, die Geschäftsfälle zweimal zu buchen, nämlich in Journal und Hauptbuch. Die Buchungen in Büchern ist heute keine doppelte Arbeit mehr, wenn die Buchführung mit einer ERP-Software einfach erledigt wird. Zur doppelten Buchführung im klassischen Sinn gehören auch der Abschluss von Konten und die Darstellung der Geschäftstätigkeit zusammengefasst im Gewinn- und Verlustkonto und der Bilanz. Die Gleichheit aller Soll- und Habenbuchungen bescheinigt dem Kaufmann die Richtigkeit seiner Buchführung insgesamt. Auf diese Weise schließt sich der Buchungskreislauf. Dieses Verfahren ist ein Glanzpunkt im System der doppelten Buchführung.

Dann gibt es noch Dinge, die eigentlich ganz selbstverständlich, aber erwähnenswert sind. Die Buchführung gibt es erst, seit die Menschen zählen und ihre wirtschaftliche Tätigkeit in einer Maßeinheit ausdrücken und festhalten können. Die zweite Voraussetzung war, die Menschen mussten schreiben können, sie brauchten eine Schrift. Buchführung gibt es erst, seit es Schriftlichkeit gab. Die erste (oder eine der ersten) Schrift war die Keilschrift. Ihre Zeichen wurden in Tontafeln geritzt. Die Sumerer, die ca. 3500 v. Chr. in Mesopotamien lebten, haben auf Tontafeln in Abrechnungen die Mengen von Gütern festgehalten, die in die Lagerstätten von Palästen und Tempeln aufgenommen (Wareneingang) und aus dem Magazin herausgenommen (Warenausgang) wurden. Diese Aufzeichnungen sind im Sinne einer Inventarisierung zu sehen, denn es wurden die Mengen festgehalten, die von Menschen geliefert bzw. an sie ausgegeben wurden.[5] In dieser Zeit wurden die Waren noch nicht mit Geld bewertet und gemessen, sondern es ging allein um die Mengen an Gütern. Es gab bereits Mengeneinheiten, wie der Liter (hat mit der heutigen Messgröße wohl nichts zu tun), Getreidemengen wurden in Liter dargestellt.

Es gibt in der Buchführung noch Festlegungen, die wie selbstverständlich erscheinen. Dazu gehören die Abgrenzung des Zeitraums, die Entscheidung für einen Wertmaßstab, wie die Darstellung der Geldbeträge in EURO sowie die Wahl der Schriftsprache, z.B. Deutsch oder eine andere Sprache. Diese Themen haben sich heute in der Buchführung keineswegs erübrigt, denn es gibt im Steuerrecht dazu klare Regeln. Das Handelsgesetzbuch (HGB) schreibt vor: „Bei der Führung der Handelsbücher und bei den sonst erforderlichen Aufzeichnungen hat sich der Kaufmann einer lebenden Sprache zu bedienen. Werden Abkürzungen, Ziffern, Buchstaben oder Symbole verwendet, muss im Einzelfall deren Bedeutung eindeutig festliegen.“ (§ 239 Abs. 1 HGB) Lebende Sprache kann auch bedeuten, die Buchführung in Englisch zu führen. Eindeutiger ist dann die Regelung zum Jahresabschluss: „Der Jahresabschluss ist in deutscher Sprache und in EURO aufzustellen.“ (§ 244 HGB) Zum Zeitraum sagt das Gesetz: „Der Jahresabschluss ist innerhalb der einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen.“ (§ 243 Abs. 3 HGB) Zum Jahresabschluss gehören Inventar, Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz. (Dazu später mehr.) Man sieht, selbst einfache und als selbstverständlich erscheinende Dinge werden heute nicht dem Zufall überlassen, sondern sie sind ordentlich geregelt.

Meinen Beitrag sehe ich als eine Anregung, sich mal wieder mit der Geschichte der Buchführung zu beschäftigen. Für mich ist interessant zu sehen, welche Elemente der Buchführung in Vergangenheit und Gegenwart noch gelten und inwieweit die Elemente der Grundidee von vor 500 Jahren heute noch gültig sind. Fest steht, durch die Buchführung zieht sich von damals bis heute immer noch derselbe „rote Faden“, der die Richtung vorgibt. Es wäre wünschenswert, die wenigen alten Bücher aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts in eine heute besser lesbare Sprache zu übertragen, damit diese Bücher leichter und ohne Verständnisprobleme wieder studiert werden können. Denn mit dem Wissen der Geschichte lässt sich die Gegenwart besser verstehen.

Besser, als mit dem folgenden Zitat, kann man abschließend das Für und Wider zu diesem Thema nicht auf den Punkt bringen. Johann Wolfgang Goethes stellt in seinem Roman ‚Wilhelm Meisters Lehrjahre‘ fest: „Welche Vorteile gewährt die doppelte Buchhaltung dem Kaufmanne! Es ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes, und ein jeder Haushalter sollte sie in seiner Wirtschaft einführen.“

2. Wie alles anfing! (Als die Buchführung eigentlich noch keine Buchführung war)

Mit der Erfindung der Schrift und der Möglichkeit, Ergebnisse des Wirtschaftens messen zu können, beginnt auch die Geschichte der Buchführung. Die Motive dafür scheinen die gleichen zu sein, die auch heute für die Buchführung gelten. Man wollte etwas schriftlich festhalten, weil man Vorgänge kontrollieren, später nachvollziehen oder vielleicht Dinge beweisen wollte. Aus diesem Bedürfnis heraus entstanden die ersten Aufzeichnungen. Die Darstellung von wirtschaftlichen Dingen gehört “zum Frühesten, das Menschen der schriftlichen Aufzeichnung für wert befanden.“[6]

Schon in der Antike hatten die Menschen damit begonnen, wirtschaftliche Vorgänge schriftlich festzuhalten. Aus der Obed-Zeit, die von 5500 bis 3500 v. Chr. dauerte, gibt es Funde von Zählmarken und Stempelsiegeln, die als Kontrollmittel in der Wirtschaft eingesetzt wurden. Etwas später hatten die Sumerer etwa 3500 v. Chr. in Keilschrift auf Tontafeln Abrechnungen festgehalten. Fast zeitgleich entstanden die ägyptischen Hieroglyphen. „Keilschrift war vor allem im Wirtschaftssystem wichtig. Die ältesten Tontäfelchen mit Keilschriftzeichen sehen aus wie ein Formular und haben die Größe einer Kreditkarte. Verwaltungsfachkräfte ritzten darauf etwa das Zeichen für Bier (ein symbolischer Krug) oder Schafe (Kreise mit einem Kreuz darin) ein, an der Kante des Täfelchens vermerken sie mit Kerben die Anzahl der Waren. Eines der ältesten Täfelchen zeigt: vier Bier, vier Schafe und ein Symbol für den Verwalter selbst, ein Rechteck.“[7] Noch älter sind Markierungen, die die amerikanische Archäologin Denise Schmandt-Besserat als Token bezeichnet: Diese Token „waren unterschiedliche geometrische Tonkörper, darunter Kugeln, Scheiben, Zylinder, Dreiecke und Rechtecke. Die ältesten waren 10 000 Jahre alt und recht einfach, die jüngeren hatten komplexe Formen. Mit diesem Zeichensystem ließ sich etwa das Hab und Gut eines Dorfbewohners auflisten.“[8] Man kann wohl davon ausgehen, dass bei dieser Ansammlung von Zeichen noch nicht von einer Schrift gesprochen werden kann.

Es gibt noch weitere Hinweise über die ersten Schritte der Buchführung. Etwa 3000 v. Chr. gab es in Ägypten und Babylonien erste Darstellungen von Soll und Haben auf Papyrusrollen. Eine Loseblattbuchführung auf präparierten Palmblättern wurde in Indien gefunden, diese stammt aus der Zeit um 200 n. Chr.

Parallel zur Entwicklung im späten Mesopotamien wurde in Griechenland über den verpachteten Grund und Boden Buch geführt. „Überhaupt spielte Grundpacht (in Griechenland) eine größere Rolle, wobei der verpachtete Boden letztlich in der Verfügungsgewalt des Palastes verblieb, wo ein genaues Kataster geführt wurde. Akribisch Buch geführt wurde auch über die (Tier-)Herden: Texte vermerken den Bestand an Schafen, die von einem namentlich genannten Hirten gehütet wurden, und eventuelle Fehlzahlen; außerdem das Geschlecht der Tiere und den erwarteten Ertrag an Wolle.“[9] Aus der Zeit des 5. Jahrhunderts v. Chr. gibt es aus Griechenland Aufzeichnungen über die Schlussabrechnungen der Kassenbuchhalter des Attischen Seebundes, die den „Zehnten“ für die Göttin Athena ermittelten.

Es gibt umfangreiche Hinweise auf die intensive Buchführung der Römer, allerdings ohne dass man auf konkrete Buchführungsunterlagen zurückgreifen könnte.[10] Im Verlauf der Jahrhunderte, in denen das römische Reich bestand, wurden Instrumente entwickelt und genutzt, die der späteren doppelten Buchführung sehr ähnlich sind. Der Staat entwickelte und pflegte selbst eine Buchführung, die sich aus der Einführung des Zensus, der Volkszählung ergab. Der Zensus diente dazu, das Vermögen der römischen Bürger zu zählen bzw. zu schätzen. Nach Maßgabe der Höhe des Vermögens wurden dann die Steuern berechnet, die die Bürger als Tribut an den Staat zu entrichten hatten. Es versteht sich von selbst, dass der Staat über die ermittelten Vermögen und erhaltenen Steuern Buch führte.

Ein weiterer Impuls ging im römischen Reich von den Bankern und Kaufleuten aus, die für den Güter-, Geld- und Darlehensverkehr ein methodisches Rechnungswesen entwickelten und nutzten. Die Bankiers hatten hier die Vorreiterrolle und in der Folge übernahmen die vermögenden Bürger deren Buchhaltung. Da im Zensus nicht nur das Grundeigentum sondern auch das ganze Mobiliarvermögen berücksichtigt wurde, legten die Bürger zur eigenen Kontrolle Hausbücher an, in denen die verschiedensten Vermögensbestandteile registriert bzw. gebucht wurden. Später auch ausstehende Forderungen, weil diese auch als Grundlage der Besteuerung dienten. Diese Hausbücher konnten dann die Bürger beim Zensus vorlegen und per Eid bestätigen, dass darin nichts Unrichtiges aufgenommen wurde. Das Hausbuch hatte also Beweiskraft. Wenn ein Bürger diesen Eid mit ruhigem Gewissen leisten wollte, musste er den Umfang seines Vermögens genau kennen und vollständig dokumentieren. Denn als Staatsbürger wurde er umso mehr geachtet, je mehr er an Abgaben an den Staat abführte. Deshalb sah er sich aus eigenem Interesse dazu verpflichtet, sein Vermögen vollständig und gewissenhaft in das Hausbuch aufzunehmen, denn das Ergebnis des Zensus verlieh ihm die Einstufung seiner politischen Wichtigkeit. Bei seiner Buchführung hatte er stets die Stufe seines Standes in der römischen Gesellschaft im Blick. Es ist jedoch abschließend zu erwähnen, dass Bürger ohne Vermögen und Sklaven keine Bücher führten, d.h. sie konnten durch Abgaben an den Staat nicht ihren Status verbessern. Der Zensus hatte nicht in allen Jahrhunderten der römischen Herrschaft diese Bedeutung.

Die Römer nutzten in der Buchführung schon mehrere Bücher. Es gab solche, die nur dem eigenen Zweck dienten und es gab das Hauptbuch, das für den Zensus angelegt wurde und die anderen Bücher an Bedeutung und Beweiskraft übertraf. Zum Beispiel hatten die Römer in einem Kassenbuch den Kasseneingang (Accepta) und Kassenausgang (Expensa) getrennt festgehalten. Im Kassenbuch wurde nicht nur der Geldverkehr gebucht, sondern auch der Wert aller Zu- und Abgänge von Vermögensbestandteilen. In das Hauptbuch (Kodex rationum) wurden die Beziehungen zu Schuldnern und Gläubigern, d.h. die gegenseitig entstandenen Schuldverhältnisse eingetragen. In diesem Buch waren Konten eingerichtet und die Gutschriften und Lastschriften wurden nach heute üblichen Grundsätzen gebucht.

Wie die Buchführung konkret aussah, lässt sich heute mit Quellen nicht mehr belegen. Es gibt z.B. kein Hausbuch mehr, das man in Augenschein nehmen könnte. Das Wissen über die Buchführung der Römer stützt sich auf Erzählungen, Berichte und Reden, wobei öfters Cicero mit einer seiner Reden zitiert wird. Man kann davon ausgehen, dass der Innenteil der Bücher bzw. die Art des Buchens sehr unterschiedlich waren, je nach dem Beruf oder dem Zweck, den der Bürger mit der Buchführung verfolgte. Sicher ist, dass im Kassenbuch die Ausgaben und Einnahmen in getrennten Rubriken gebucht wurden. Es gab auch schon, analog zur heutigen doppelten Buchführung, Gegenbuchungen zum Geldverkehr auf Personen- und Sachkonten, die im Hauptbuch standen. Konten wurden auch durch die Berechnung von Salden abgeschlossen. Durchstreichungen, Rasuren und andere Veränderungen, deren Grund unklar war, konnten dem Bürger in der Weise schaden, dass seine Buchführung bei Prozessen nicht mehr als Beweismittel akzeptiert wurde.

Eine besondere Art von Büchern waren die Kalendarien. In das Staatskalendarium buchte der Staat sein Vermögen und die Schulden. In einem Privatkalendarium taten die Bürger dasselbe, wobei sie hauptsächlich das landwirtschaftliche Vermögen darin registrierten. Die Kalendarien sind mit einem regelmäßig aktualisierten Inventar vergleichbar, wobei es auch das Inventar als Bestandsaufnahme zu einem Stichtag gab. Die Kalendarien gab es ca. 500 Jahre lang. Der Beginn ihrer Praxis lässt sich nicht genau bestimmen.

Das Führen von Büchern war während der gesamten Dauer der römischen Herrschaft nicht üblich. Das Hauptbuch (Kodex) wurde irgendwann nicht mehr geführt. Wann dies passierte, lässt sich nicht genau sagen. Es muss aber während der Zeit gewesen sein, als auch der Zensus nicht mehr regelmäßig durchgeführt wurde.

Die Hinweise aus der Antike kann man dahingehend verstehen, dass Menschen beim Beginn der Buchführung zuerst Inventare erstellt haben. Als sie erstmals eingeführt wurden, gaben sie darüber Auskunft, was dem Tempel oder dem Palast gehörte. Die Römer erstellten später mit ihrem Buchführungssystem Vermögensaufstellungen, die dazu dienten, Steuern bzw. Abgaben der Bürger zu berechnen. Herrschaftliche Ansprüche sollten auf diese Weise erfüllt werden bzw. nicht in Vergessenheit geraten. So könnte man es als Fazit formulieren.

Das Inventar ist eines der ältesten Instrumente der geschäftlichen Aufzeichnung und ist auch heute noch fester Bestandteil der Buchführung. In ihm werden alle Vermögensposten und Schulden eines Unternehmens detailliert aufgeführt. Die Pflicht, Inventare zu erstellen, ist heute gesetzlich geregelt: „Jeder Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes seine Grundstücke, seine Forderungen und Schulden, den Betrag seines baren Geldes sowie seine sonstigen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden anzugeben.“ (§ 240 Abs. 1 HGB) „Er hat demnächst für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres ein solches Inventar aufzustellen.“ (§ 240 Abs. 2 S. 1 HGB)

Im privaten Bereich werden Inventare erstellt, wenn z.B. bei einem Erbfall der Umfang des Nachlasses ermittelt werden soll. Behörden können von Privatpersonen Inventare anfordern, wenn sie die Vermögensverhältnisse der betreffenden Person kennen lernen möchten, um Ansprüche auf die Zuweisung öffentlicher Mittel überprüfen zu können. Halten wir fest: Das Inventar zählt zu den ältesten Instrumenten der Buchführung und es existiert noch heute.

3. Ohne Geld keine doppelte Buchführung: Eine kurz gefasste Darstellung der Geschichte des Geldes

Weil die Entstehung der Buchführung eng mit der des Geldes verbunden ist, sollen nun einige Schritte in der Entstehung des Geldes dargestellt werden. Dabei können nicht alle Quellen erwähnt werden, die die Entwicklung von Geld in den verschiedenen Regionen und Ländern belegen. Es geht darum, grundlegende Änderungen in der Form und Handhabungen von Geld kurz aufzuzeigen.

Der Handel in Mesopotamien oder in Griechenland war am Anfang ein Tauschhandel, ein Austausch von Waren, der an bestimmten Handelsplätzen oder entlang von Handelsrouten stattfand. Mitgebrachte Waren aus anderen Regionen wurden an den Plätzen gegen heimische und nichtheimische Waren getauscht. Aus Keilschriftentexten ist ein assyrischer Handelsplatz mit Namen Kaniš bekannt. Dort haben assyrische Kaufleute vom frühen 20. bis zum späten 18. Jahrhundert v. Chr. Handel betrieben. „Kaniš war der Endpunkt einer Handelsroute, über den die mesopotamische Macht Assyrien Metalle – Silber, Gold und vor allem Kupfer aus Anatolien bezog, wohin sie im Gegenzug Textilien lieferte und Zinn, das die Assyrer selbst aus Iran importierten. Die Militärmacht Assur konnte so den Metallbedarf vor allem ihrer Waffenschmieden decken und gleichzeitig – in Form des Silbers – eine universell konvertible ‚Währung‘ erhandeln, die sich gegen andere Güter tauschen ließ.“[11] Dieses Zitat soll zeigen, wie umfangreich schon zur damaligen Zeit Handelsbeziehungen zwischen den verschiedenen Regionen waren. Zum zweiten reichte bei der Verschiedenheit der Waren das Tauschprinzip ‚Ware gegen Ware‘ nicht mehr aus, es wurde ein spezielles Tauschmittel benötigt, das sich mit Silber als einem universelles Mittel anbot. Von Geld kann man hier noch nicht sprechen, nur von einem allgemein akzeptierten Tauschmittel bzw. Zahlungsmittel, mit dem sich der Austausch von Waren besser durchführen ließ.

Nicht nur Silber wurde als Tauschmittel benutzt, sondern auch andere Metalle. Für den Tauschhandel wurden für die Nutzung der Metalle Gewichte festgelegt. „Aus dem Babylonien der Ur-III-Zeit (spätes 3. Jahrtausend v. Chr.) haben sich Gewichte aus unterschiedlichsten Metallen und in den verschiedensten Formen erhalten, die als Zahlungsmittel verwendet wurden. Kupfer, Gold, Bronze, Zinn, und besonders Silber galten überall als konvertible Währung und kamen besonders im Fernhandel zum Einsatz. Im Lokalhandel waren Gerstensäcke ein beliebtes Tauschmedium.“[12] In Urkunden aus der damaligen Zeit ist zu lesen, mit wie vielen Gerstensäcke bestimmte Spezialisten, wie zum Beispiel schreibkundige Menschen, entlohnt wurden, da sie Empfangsberechtige des Tempels waren.[13] Mit der Verwendung von Metallen als allgemein gültiges Tausch- und Zahlungsmittel nutzte man auch die Möglichkeit, anhand der Gewichte von Metallen den Gegenwert der Tauschware zu berechnen, es wurde also immer noch Ware gegen Ware getauscht, für die auszutauschenden Mengen wurden aber Werte berechnet bzw. festgelegt, indem der Wert und Gegenwert mittels Metallgewichten bestimmt wurde.

Mit der Münze entstand das erste Zahlungsmittel in der Antike, das als Geld bezeichnet werden kann. „Eine Münze ist ein – meist, aber nicht zwingend – rundes Geldstück aus Metall, dessen Größe und Zusammensetzung standardisiert sind und für dessen Echtheit die ausgebende Institution bürgt, in der Regel ein Staat.“[14] Wenn vorher durch Gewichte das Vertrauen in die Gültigkeit des Tauschmittels bzw. Zahlungsmittel hergestellt wurde, war nun mit der Münze ein Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Staates gefordert, der die Münze herstellte, in Umlauf brachte und für den Wert geradestand. Der Wert der Münzen richtete sich damals nach dem zur Herstellung notwendigen Gehalt an Metallen. Man musste die Münzen nicht mehr wiegen, um ganz sicher zu gehen, sondern der Staat, der auf einer Seite der Münze mit einem eingeprägten Symbol oder Zeichen repräsentiert war, garantierte die Echtheit des Geldstücks. Was vielleicht auf den ersten Blick als eine Verschlechterung des Tauschmittels aussah, wurde durch die vielfältige Verwendbarkeit und die einfachere Handhabung der Münze als Zahlungsmittel mehr als ausgeglichen.

„Die ältesten datierbaren Münzen aus Elektron, einer natürlich vorkommenden Gold-Silber-Legierung, stammen aus dem Königreich Lydien; geprägt wurden sie Mitte des 7. Jh.s v. Chr., gefunden in der ionischen Stadt Ephesos.“ Etwa um 550 v. Chr. entstand die Münzprägung in Griechenland, etwa 100 Jahre später in Phönizien. „Ins 4. Jh. v. Chr. datiert das früheste gemünzte Geld aus Indien, ins 3. vorchristliche Jahrhundert die Anfänge der Münzprägung in China.“[15]

Für die Kaufleute war die Einführung von Münzen von großem Vorteil. Wenn sie sich auf den Weg zu Marktplätzen machten, mussten sie nicht mehr im Vorfeld darüber befinden, ob sie denn beim Tausch der eigenen gegen fremde Waren auch nur solche erhielten, die sie auch selbst gebrauchen konnten. Sie konnten sich also bei der Wahl der Marktplätze darauf konzentrieren, ob und wie gut ihre Waren nachgefragt und gekauft wurden. Mit den erhaltenen Münzen konnten sie auch weiter zu anderen Märkten ziehen. Wenn auf diesen Märkten die Münzen als Geld akzeptiert wurden, konnten sie sich dann dort die gewünschten Waren kaufen. Mit der Münze als Zahlungsmittel wurde der Handel ausgeweitet. Die Geschäfte wurden in ihrem Volumen umfangreicher und der Handelsraum erweiterte sich. Daneben entwickelte sich die Münze schon im antiken Griechenland zu einem allgemein nutzbaren Zahlungsmittel. Alle möglichen Formen von Zahlungen, zum Beispiel Lohnzahlungen oder Abgaben an den Staat, wurden nun mit diesem Geld getätigt.

Mit der Münze entstand auch die Geldwirtschaft. Man begann, Geld auszuleihen oder die Händler kauften Waren auf Kredit. Sie wurden Besitzer der Ware, vereinbarten aber für die Zahlung einen späteren Zeitpunkt, an dem sie als Händler durch die Weitervermittlung der Waren das nötige Geld eingenommen hatten. Mit diesem Geld konnten sie dann die Schulden begleichen. Da die Handelsrouten im antiken Griechenland weitgehend auf dem Meer verliefen, wurden diese Warenkredite auch als Seedarlehen bezeichnet. Dieses Darlehensgeschäft blühte im 4. Jahrhundert v. Chr. in Athen und machte etliche Händler sehr reich, die sich darauf spezialisiert hatten, Darlehen gegen Zahlung von Zinsen an die Warenhändler zu vergeben.[16]

Die Abwicklung des Seehandels im antiken Griechenland ist für sich allein schon eine spannende Geschichte. Im Hinblick auf die Entwicklung der Buchführung sind jedoch die vielen Details gar nicht so wichtig. Wesentlich ist hier aus meiner Sicht die Überlegung, dass ein Kreditgeschäft ohne schriftliche Aufzeichnung im großen Stil nicht möglich war. Zwischen dem Zeitpunkt der Übergabe der Ware und dem Termin, an dem die Zahlung erfolgen sollte, lagen Wochen und Monate. Denn die Fahrt auf dem Meer benötigte viel mehr Zeit als heute. Damit ein Kredit nicht in Vergessenheit geriet, wurde er – so meine These – sicher irgendwie schriftlich dokumentiert.

Später gab es im antiken Griechenland auch die Möglichkeit, Darlehen durch Verpfändung von Grund und Boden zu vergeben. Durch das Aufstellen von Schuldstelen auf dem verpfändeten Land wies man auf die geänderten Eigentumsverhältnisse hin. Die Vergabe der Darlehen war somit belegt. Für die Übergabe von Geld an einen Schuldner erhielt der Gläubiger als Sicherheit einen Rechtsanspruch auf dessen Land.

Ein weiterer Schritt in der Entwicklung des Geldes geschah in Europa mit der Einführung des Wechsels im späten Mittelalter. „Der Wechsel war eine italienische Erfindung, die sich aus den Finanzierungsinstrumenten des Messehandels im 12. und 13. Jahrhundert entwickelt hatte.“[17] Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Hinweise auf eine parallel entstehende doppelte Buchführung.

Der Wechsel ist eine schriftlich abgefasste Urkunde, in der die Verpflichtung zur Zahlung einer bestimmten Geldsumme verbrieft wird. Im Handelsgeschäft hat der Aussteller des Wechsels Waren verkauft, die nun der Empfänger der Ware, sprich der Kunden zu zahlen hat. Auf einer Wechsel-Urkunde legt der Aussteller fest, dass der Kunde, als Bezogener des Wechsels, an den Begünstigten Geld zahlen muss. Der Begünstigte ist entweder der Aussteller selbst oder eine dritte Person. Falls eine dritte Person zum Begünstigten wird, erhält sie durch die Ausstellung des Wechsels das Recht, als Begünstigter den Anspruch auf das Geld in eigenem Namen gegenüber dem Bezogenen einzufordern. Damit haben die Vertragspartner zwei Rechtsgeschäfte abgeschlossen, einmal das Grundgeschäft, das die Lieferung der Ware regelt, und zum anderen das Wechselgeschäft, das die Zahlung regelt. Sollte das Grundgeschäft nicht erfüllt werden, weil z.B. eine mangelhafte Lieferung erfolgte, hat dies keine Auswirkung auf das Wechselgeschäft, die Einlösung des Wechsels kann vom Bezogenen nicht verweigert werden. Wird ein Wechsel vom Geldschuldner nicht unterschrieben, stellt er nur eine Zahlungsaufforderung dar und wird als “Tratte“ bezeichnet. Dem Aussteller bleibt in diesem Fall bei der Einlösung des Wechsels die Beweispflicht. Diese Beweispflicht entfällt, wenn der Geldschuldner durch seine Unterschrift den Wechsel akzeptiert hat, dann wird der Wechsel als „Akzept“ bezeichnet.

Das Schriftstück muss die Bezeichnung ‚Wechsel‘ tragen. Auf einem Wechsel wird die zu zahlende Geldsumme festgehalten, der Name des zur Zahlung verpflichteten Schuldners (Bezogener), der Name desjenigen, der das Geld erhalten soll (Begünstigter), der Zeitpunkt, an dem die Zahlung erfolgen soll, die Angabe von Zahlungsort, Datum und Ort der Ausstellung sowie die Unterschrift des Ausstellers. Der Wechsel wird vom Gläubiger des Geldes ausgestellt, wobei er schon beim Ausfüllen des Wechsels einen anderen Empfänger des Geldes, den Begünstigten, festlegen kann. Der Gläubiger hat also ein Dokument in der Hand, in dem der Geld-Schuldner sich dazu verpflichtet, zu einem später vereinbarten Zahlungszeitpunkt das Geld zu zahlen. Der Gläubiger kann aber auch den Wechsel seinerseits als Zahlungsmittel nutzen. Wenn er selbst Waren vor dem im Wechsel vereinbarten Zahlungsziel kauft, kann er als Geldschuldner den Wechsel an seinen, einen neuen Gläubiger weitergeben, der dann vom dem im Wechsel genannten Schuldner das Geld einfordert. Dieser Vorgang wird als „Indossament“ bezeichnet und der weitergegebene Wechsel als „Rimesse“. Eine weitere Möglichkeit ist das Einreichen des Wechsels bei der Bank. Die Bank zahlt dem Einreicher des Wechsels nicht den vollen Betrag aus, da sie für den Zeitraum bis zur Fälligkeit Kreditzinsen (Diskont) berechnet und abzieht. Als neuer Besitzer wird die Bank am Verfalltag den Betrag beim Geldschuldner einlösen. In all diesen Fällen spricht man beim Wechsel von einer Holschuld, denn der Aussteller muss sich am Verfalltag darum kümmern, dass der Schuldner (Bezogener) ihm das Geld gutschreibt.

Die Entwicklung des Wechsels erfolgte in Europa in zwei Schritten. Er diente zuerst dazu, „Geld in einer Stadt oder einem Land aufzunehmen und in einer anderen Stadt oder einem anderen Land zu überweisen. Damit war ein Geldumtausch verbunden, für den ein bestimmter Wechselkurs festgelegt wurde.“[18] Da zu diesem Zeitpunkt auch die Münzen nur in einer bestimmten Region gültig waren, wurde der Wechsel zuerst als ein über ein Währungsgebiet, soweit man davon reden kann, hinweg nutzbares Zahlungsmittel eingesetzt. Es wurde Geld an fremde Plätze bargeldlos übertragen. Ein in einheimischer Währung an einen Geldwechsler eingezahlter Geldbetrag wurde an einem anderen Ort in der dort herrschenden Währung wieder ausgezahlt, indem der ausgestellte Wechsel dort vorgelegt wurde.

Später haben sogenannte Reiseschecks diese Tradition fortgeführt. Man kaufte vor dem Start der Reise bei seiner Bank Schecks, die in Fremdwährung, z.B. US-Dollar, ausgestellt waren. Diese Schecks in heimischer Währung wurden auf der Basis des aktuell gültigen Wechselkurses bezahlt. Im Ausland legte man den Scheck einer Bank vor und erhielt den auf dem Scheck genannten Betrag, z.B. 100 US-Dollar. Der Reisescheck verlor mit der Zeit an Bedeutung, da es einfacher ist, auch im Ausland mit Bank- und Kreditkarten an Bankautomaten Geld zu besorgen.

Erst später, in einem zweiten Schritt nutzten die Kaufleute den Wechsel als Zahlungsmittel im Warenhandel. Der Verkäufer als Aussteller des Wechsels vereinbarte mit dem Käufer einen Kauf auf Kredit. Der Käufer bekam die Ware sofort, die Geldzahlung erfolgte später, so wie es im Wechsel festgelegt war. Diese Zahlungsanweisung konnte der Verkäufer wiederum an einen anderen Kaufmann, der ihm Geld schuldete, weitergeben. Dieser Kaufmann durfte dann die im Wechsel festgelegte Geldsumme zum darin vereinbarten Zeitpunkt vom Schuldner einziehen. Die Weitergabe von Wechseln, als „Indossament“ bezeichnet, wurde seit dem 16. Jahrhundert in einigen Regionen eingeführt.

Ein großer Teil des Warenhandels wurde damals auf Messen getätigt und es gab Städte, die für ihre Messen bekannt waren, und die von den Kaufleuten regelmäßig besucht wurden. Bestimmte Messen waren für die Kaufleute der damaligen Zeit sozusagen Pflichttermine. So entstand die Praxis, den Zeitpunkt für die Fälligkeit des Wechsels und damit der Zahlung einfach auf den nächst folgenden Messetermin festzulegen. „Die Kaufleute bezahlten ihre Käufe auf den Warenmessen mit Wechseln und legten deren Fälligkeit auf den nächsten Messetermin. Sie erhielten so Kredit, den sie mit dem Erlös aus dem Verkauf der Ware begleichen konnten. Die Käufer dieser Waren bezahlten ebenfalls mit einem Wechsel; und so lag es nahe, die fällig gewordenen Wechsel auf den Messen gegeneinander zu verrechnen, zu scontieren. So entstand im Anschluss an die Warenmesse eine eigenständige Wechselmesse.“[19]

Mit dem Ausstellen eines Wechsels wurde Geld in Papierform geschaffen, ein Kreditpapier. Die Kaufleute konnten Wechsel ausstellen und in Empfang nehmen, ohne zu diesem Zeitpunkt Geld in Form von Münzen besitzen zu müssen. Das bedeutete, auch der Schuldner des Geldes musste keine Münze in der Tasche haben, wenn er die Ausstellung des Wechsels akzeptierte. Er verpflichtete sich aber, das nötige Geld bis zum Zeitpunkt der Zahlung, dem auf dem Wechsel vereinbarten Termins, zu besitzen. Mit der Ausstellung von Wechseln und ihrer Verrechnung auf den Wechselmessen begann der bargeldlose Zahlungsverkehr bzw. der Wechsel war eine erste Form von Papiergeld.

Der Wechsel begann als eine Vereinbarung unter Kaufleuten und entwickelte sich zu einem Zahlungsmittel, für das erst später gesetzliche Regelungen erlassen wurden. Schon im 16. Jahrhundert entstanden erste, meistens nur lokal gültige gesetzliche Regelungen. Es würde jetzt das Thema sprengen, alle Stufen in der Entwicklung des Wechselgeschäfts zu beschreiben, denn dann müsste man auf alle Gesetze eingehen, die in den verschiedenen Ländern im Lauf der Zeit zum Wechselgeschäft erlassen wurden. Zwei Ereignisse aus der neueren Zeit seien dennoch erwähnt: 1930 wurde in Genf ein einheitliches Wechselgesetz verabschiedet, das von vielen Ländern unterzeichnet wurde. Diesem Datum gingen 1910 und 1912 Wechselgesetzkonferenzen voraus, die in Den Haag stattfanden. Das in Deutschland gültige Wechselgesetz stammt aus dem Jahr 1933.

Der Wechsel war einige Jahrhunderte lang ein gängiges Zahlungsinstrument im Geschäftsverkehr, hat aber gegen Ende des letzten Jahrhunderts seine Bedeutung verloren. Er wurde zuerst vom Scheck abgelöst, auch der Scheck hat heute (zumindest in Deutschland) an Stellenwert verloren. Zu dieser Entwicklung könnte beigetragen haben, dass man heute leichter über Geld verfügen kann und Bankkonten mit einem Kreditrahmen ausgestattet sind, der Zahlungen jederzeit ermöglichen soll. Das heißt, es gibt neue Mittel, die die Verfügbarkeit von Geld erleichtert haben. Der Wechsel wurde deshalb bei vielen Zahlungsvorgängen nicht mehr benötigt. Für die Banken war das Geschäft mit Wechseln ein wichtiges Dienstleistungsangebot. Die Aussteller von Wechseln, die im Geschäftsverkehr mit Kunden ausgestellt wurden, konnten diese Wechsel an eine Bank weitergeben und diese überwies ihnen das Geld nach Abzug von Zinsen auf das Geschäftskonto. Die Bank wiederum konnte den Wechsel an die Landeszentralbank verkaufen und refinanzierte sich auf diese Weise; wiederum mit dem Abzug eines Zinses, der von der Notenbank als amtlicher Diskont-Satz festgelegt wurde. Die Zentralbank legte bei Fälligkeit des Wechsels diesen der (im Wechsel) genannten Bank vor und kassierte von ihr das Geld. Die Bank selbst wendete sich an den Bezogenen, den Kunden des Geschäftsvorgangs, der die Ware bis dahin noch nicht bezahlt hatte, was er nun nach Vorlage des Wechsels umgehend tun musste. Da das Geschäft mit Wechseln doch sehr umfangreich war und mit jedem neu ausgestellten Wechsel Geld entstand, versuchte die Zentralbank die durch Wechsel entstandene Geldmenge durch die Gestaltung des Diskont-Zinssatzes zu steuern. Der Diskontzinssatz war Jahre lang ein geldpolitisches Instrument der Notenbank. Über seine Höhe wurde im Wirtschaftsteil der tagesaktuellen Medien und den Nachrichten berichtet, so wie heute über den Stand von Aktienindices und die Veränderung des Dollar-Wechselkurses. 1999 wurde der Wechsel abgeschafft und durch den Basiszinssatz ersetzt, allerdings spielte er zu dieser Zeit als Zahlungsmittel zwischen Kaufleuten und Privatpersonen kaum noch eine Rolle. Das Diskontgeschäft, also der Wechselankauf der Banken zu einem Vorzugszins, wurde eingestellt. Der Wechsel ist aber bis heute noch existent und wird bei Zahlungen unter Kaufleuten oder unter Banken noch genutzt.

Statt den Wechsel als Kreditmittel zu nutzen, war es in einigen Regionen auch üblich, Inhaber-Schuldscheine als Kreditinstrument einzusetzen. Es wurde mit Schuldscheinen gezahlt und sie wurden auch genutzt, um andere finanzielle Verpflichtungen zu begleichen. Das Ausstellen von Wechseln und Schuldscheinen durch die Kaufleute war nicht mehr an das Vorhandensein von Münzen auf Edelmetallbasis gebunden, diese Praxis vergrößerte die Geldmenge. Den auftretenden Unsicherheiten und Zweifeln in das Vertrauen dieser Praxis des Geschäftsverkehrs wurde schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch die Gründung von städtischen Giro- und Wechselbanken begegnet. „Die Girobanken standen unter städtischer Aufsicht, und die Kunden mussten nicht befürchten, dass ein plötzlicher Run auf die Bank diese illiquide gemacht hätte. Der Zahlungsverkehr wurde an der städtischen Girobank zentralisiert. Kaufleute unterhielten Konten bei dieser Bank, zogen darauf Wechsel, und die Bank überwies die Beträge von einem zum anderen Konto; Zahlungen in banco verdrängten zumindest im Handel das Bargeld.“[20] Damit war der bargeldlose Zahlungsverkehr geboren. Geld, das nur auf Bankkonten existierte, wurde als Buchgeld bezeichnet. Buchgeld ist heute das am meisten genutzte Geld.

Bisher war noch nicht von der Banknote als Teil des Bargelds die Rede. Banknoten aus Papier gab es bereits in China, von ca. 1000 bis 1400 n. Chr. an. In Europa wurde Papiergeld später eingeführt, um 1500 in Spanien. Es war als Ersatz für Münzen gedacht und war in der Anfangszeit jederzeit durch Münzen gedeckt. Bei der Entwicklung des Papiergeldes taten sich im weiteren Verlauf mehrere Städte hervor, die natürlich wichtige Handelsplätze waren. Ein Meilenstein ist u.a. die Gründung der Bank von England im Jahr 1694, die das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten bekam. Lange verpflichteten sich die Banken, die Banknoten herausgaben, diese durch eine entsprechende Menge an Münzgeld zu decken, zuerst noch als Silbermünzen später ausschließlich als Goldmünzen. Diese Deckungspflicht wurde erst im 20. Jahrhundert, zu Beginn des 1. Weltkriegs aufgehoben.

In der Zeit, als die doppelte Buchführung entstand und auch in Deutschland Fuß fasste, gab es vielerlei Sorten von Münzen, die einen lokalen Geltungsbereich hatten. Das Münzprivileg besaßen die Feudalherren und Städte. Entsprechend der territorialen Struktur war das mittelalterliche Geldsystem zersplittert. Es gab eine periodische Münzverschlechterung. Die Feudalherren führten regelmäßig Münzneuerungen durch, bei denen sie Münzen mit geringerem stofflichem Wert als die alten Münzen prägten und in Verkehr brachten. Ihr Gewinn bestand darin, dass sie mit geringerem Aufwand Münzen schufen, diese aber zum Nennwert in den Umlauf brachten und an der gestiegenen Differenz zwischen den Kosten der Münze und ihrem Nennwert verdienten. Aus Sicht der Bevölkerung waren die neuen Münzen weniger wert, dies führte zur Inflation und sie konnte sich für die neuen Münzen auch weniger kaufen. Deshalb gab es gegen die Umwechselung oft Widerstand und der Umtausch von alter gegen neue Münze musste mit Nachdruck und Härte durchgeführt werden.

Euro-Banknoten und Münzen gelten heute als gesetzliches Zahlungsmittel. Soll eine Geldschuld getilgt werden, dann ist jedermann durch Gesetz dazu verpflichtet, Bargeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Hierfür können Banknoten in unbegrenzter Höhe genutzt werden, sie sind also ein unbeschränkt einsetzbares gesetzliches Zahlungsmittel. Auf Münzen trifft dies nicht zu, sie sind nur beschränkt nutzbar, denn mehr als 50 Münzen oder Münzen mit einem Gesamtwert von über 200 Euro muss niemand als Zahlungsmittel akzeptieren.

Damit steht uns heute einmal das Bargeld für Zahlungen zur Verfügung. Eine bedeutendere Rolle als das Bargeld spielt jedoch das Buchgeld. Es handelt sich um Einlagen, die Nichtbanken auf Bankkonten anlegen und die sie kurzfristig, eigentlich jederzeit, in Bargeld umwandeln können. Das tun die Nichtbanken aber nicht, gemeint sind damit Unternehmen, Privatpersonen und alle Kontoinhaber, die keine Bank sind. Sie verwenden ihr Buchgeld stattdessen für bargeldlose Zahlungen, die Banken in ihrem Auftrag durchführen. Dieser Zahlungsverkehr besteht aus Überweisungen von Bankkonto zu Bankkonto. Eine Lastschrift auf dem einen Konto wird als Gutschrift auf einem anderen Konto gebucht. Auch beim Einkaufen zahlen viele Menschen schon bargeldlos. Sie nutzen Geld- oder Kreditkarten oder haben eine Zahlungsberechtigung auf dem Smartphone, ohne gleichzeitig Bargeld in der Tasche haben zu müssen. Mit der Entwicklung der Technik und des Internets sind neue Formen des bargeldlosen Zahlens entstanden, z.B. PayPal. Deshalb gegen werden andere Formen der Zahlung nicht mehr benötigt und sind verschwunden, wie der Euroscheck.

Neben der Zahlung mit Bargeld und Buchgeld gibt es als weitere Möglichkeit noch den Kredit, den ein Verkäufer beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen dem Käufer einräumen kann. Beide Parteien vereinbaren, dass die Zahlung zu einem späteren Termin erfolgen kann (Zahlungsversprechen). Gewöhnlich geht die Initiative vom Verkäufer aus, der den Termin vorschlägt, bzw. einfach festlegt. Anders gesagt handelt es sich hier um einen Verkauf bzw. Kauf auf Ziel. Kreditkäufe waren schon im antiken Athen üblich.

4. Die einfache Buchführung

Bei Käufen geht es um einen Austausch von Gütern oder Waren gegen Geld. Der Käufer erhält die Ware, der Verkäufer das Geld. Die doppelte Buchführung hält bei einem Geschäftsfall zwei Informationen fest. Die eine Information ist der Wert der gekauften oder verkauften Waren, detailliert aufgeschlüsselt nach der Art der Ware. Die zweite Information ist die Summe des Geldes, die dafür ausgegeben oder eingenommen wurde. Die einfache Buchführung beschränkt sich nur auf eine Information, sozusagen die wichtigste, sie hält nur fest, wieviel Geld bei den Geschäftsvorgängen ausgegeben bzw. eingenommen wurde.

Ein Beispiel für die einfache Buchführung ist das Führen eines Kassenbuches. Auf einem Blatt Papier werden zwei Spalten eingerichtet, in die eine werden die Einnahmen, in die andere die Ausgaben eingetragen. Wenn wir wissen möchten, wie hoch das Bargeld ist, werden wir von der Summe der Einnahmen die der Ausgaben abziehen und erhalten den Saldo des Kontos. Das ist in diesem Fall das Geld, das zum Zeitpunkt, zu dem wir den Saldo berechnen, auch wirklich in der Kasse sein muss. In einer Kasse kann es nie ein Minus geben. Entweder ist gar kein Geld drin oder es ist ein Betrag in Münzen und Scheinen vorhanden, den wir als Saldo berechnet haben. Wenn der berechnete Saldo von der Geldsumme in der Kasse abweicht, kann es dafür mehrere Ursachen geben. Vielleicht sind im Kassenbuch nicht alle Ein- und Ausgaben erfasst oder nicht genau erfasst oder es ist beim Umgang mit dem Geld ein Fehler unterlaufen. Schlussendlich ist auch möglich, dass Geld aus der Kasse entwendet wurde.

Man kann einwenden, dass man ein Kassenbuch, wenn es das einzige Instrument der Buchführung ist, eigentlich nicht braucht. Es reicht, wenn man sieht, dass Bargeld vorhanden ist. Wenn man weiß oder fühlt, dass es für alle Fälle ausreicht, braucht man es erst recht nicht. Es ist schon richtig, es ist nicht so entscheidend nur die Geldbeträge einzutragen, sondern viel interessanter ist die Information zum Geschäftsfall, die hinter dem Eintrag steht. Das bedeutet, im Kassenbuch wird auch notiert, wofür Geld ausgegeben wird und woher das Geld kommt, das eingenommen wurde. Ähnliches gilt für ein Bankbuch, in dem die Kontobewegungen, die Buchung im Soll und Haben bzw. zu Lasten oder zu Gunsten, protokolliert werden.

Die Führung eines Kassen- oder Bankkontobuches ist eine einfache Buchführung, die aber auch heute noch üblich ist. Als einfache Buchführung wird bezeichnet, wenn kleine Gewerbebetriebe, Freiberufler und landwirtschaftliche Betriebe nur dazu verpflichtet sind, eine Einnahmenüberschuss-Rechnung zu erstellen und dem Finanzamt vorzulegen. Einnahmen werden erst dann gebucht, wenn sie auch tatsächlich zugeflossen sind, und Ausgaben, wenn sie auch tatsächlich abgeflossen sind. Dies wird als „Zu- und Abflussprinzip“ bezeichnet. Es genügt hierfür also, die tatsächlich in der Kasse und auf Bankkonten protokollierten Bewegungen festzuhalten. Für den Nachweis der Vollständigkeit der Buchungen stehen die gesammelten Belege und die Kontoauszüge der Bank als Beweis- und Kontrollmittel zur Verfügung. Für diese Form der Gewinnermittlung gibt es beim Finanzamt ein eigenes Formular. Darin ist allerdings vorgesehen, dass bei dieser Einnahmenüberschuss-Rechnung einzelne Ein- und Ausgaben nach Kostenarten getrennt darzustellen sind. Man kommt also nicht umhin, für die verschiedenen Ein- und Ausgabearten Konten einzurichten. Da nun mehrere Konten geführt werden, ist diese scheinbar einfache im Ansatz bereits eine doppelte Buchführung, die das Finanzamt von den Steuerpflichtigen verlangt. Nur bei ganz kleinen Geschäftsumfängen, sprich bei Kleinstunternehmen würde es ausreichen, wenn die steuerpflichtige Person für seine einfache Buchführung nur ein Kassenbuch führt und als Nachweis dem Finanzamt vorlegt.

Kommen wir zurück zur Geschichte. Da man sehr schnell feststellen kann, ob und in welchem Umfang Bargeld vorhanden ist, führten die Kaufleute im Mittelalter anfangs auch keine Kassenbücher. (Ausnahme: Die Römer führten schon Kassenbücher.) Sie notierten stattdessen zuerst nur Vorgänge, die leicht in Vergessenheit geraten konnten, nämlich die Fälle, in denen Schulden entstanden. Im Einkauf entstanden Schulden, wenn die gekaufte Ware nicht sofort bezahlt wurde. Oder wenn die Kaufleute Schulden ihrer Kunden akzeptierten, die die Waren sofort erhielten, aber die Zahlung erst zu einem späteren Termin leisten mussten. Man sprach damals von einem Kauf auf Kredit. Heute wird dies auch als Kauf bzw. Verkauf auf Ziel oder Zielkauf und Zielverkauf bezeichnet.

Dieses Geschäftsgebaren ist übrigens noch älter als die einfache Buchführung, sie wurde bereits schon in der Antike praktiziert. Um nun den Überblick zu behalten, schrieben die Kaufleute anfangs diese Geschäftsvorfälle zuerst auf Notizzettel. Weil ihnen diese Art der Dokumentation nicht, suchten sie nach einem Mittel, mit dem sie die Vollständigkeit der Aufzeichnung ihrer Geschäftsfälle garantieren konnten und begannen damit, ihre Aufzeichnungen in ein Buch einzutragen. So begann die einfache Buchhaltung im späten Mittelalter. Die Buchführung bedeute also, die Geschäftsvorfälle in einem Buch festzuhalten und nicht mehr auf Notizzetteln oder nur im Gedächtnis zu speichern. Da es damals noch keinen Bürofachhandel gab, in dem man schnell mal ein leeres Buch oder Heft kaufen konnte, war die Anschaffung eines Buches mit spürbaren Kosten verbunden. Das war den Kaufleuten aber die Sache wert.

Am Anfang der Buchführung stand die einfache Form. Die Kaufleute hatten ihre bisherige Praxis aufgegeben und sich dazu entschieden, die Geschäftsfälle in einem Buch zu dokumentieren. Sie begannen aber nicht gleich, alle Geschäftsvorfälle lückenlos einzutragen, sondern sie beschränkten sich auf die Fälle, bei denen die Lieferung von Waren schon erfolgt war, aber für die Zahlung ein späterer Termin vereinbart worden war. Sie buchten also nur die Käufe und Verkäufe auf Ziel oder auf Kredit. Wenn dann zum vereinbarten Zeitpunkt die Zahlung eintrat, wurde der Fall im Buch einfach durchgestrichen, was bedeutete, die gelieferte Ware wurde bezahlt.

Für diese Praxis gab es keinerlei Vorgaben von staatlichen oder anderen hoheitlichen Stellen. Diese Praxis entwickelten die Kaufleute selbst, Verbesserungen erfolgten nach eigenem Gutdünken. Irgendwann bemerkten sie, dass es doch besser war, alle Geschäftsvorfälle zu registrieren und trugen dann auch Barkäufe und Barverkäufe in das Buch ein. Da die Geschäftsvorfälle auch sehr unterschiedlich waren, legten sie irgendwann mehrere Bücher an, d.h. Bücher für spezielle Arten von Geschäften, oder sie richteten im Buch spezielle Kapitel für gleichartige Geschäfte ein.

Eines der ältesten Buchführungsbücher, das von deutschen Kaufleuten erstellt wurde, stammt aus Lübeck. Es ist ein Beleg für die eben beschriebene einfache Buchführung. In der Literatur werden diese Buchführungsbücher auch als Handlungsbücher bezeichnet. Der Hanse-Kaufmann mit Namen Hermann Wittenborg hatte dieses Handlungsbuch 1310 angelegt bzw. eröffnet. Es wurde nach seinem Tod von seinem Sohn Johann weiter benutzt. „Das Handlungsbuch der Wittenborgs besteht aus zwei aneinandergehefteten Lagen Papier von verschiedener Größe, die durch einen dünnen, braunen Lederumschlag mit rechts überschlagender Kappe ohne Schließen zusammengalten sind und besteht im ganzen aus 40 Blättern. Es enthält durchaus nicht alle Handelsgeschäfte, sondern nur diejenigen, bei denen Kredit gewährt worden war. Bei den Eintragungen werden meist die Schuldner, das zugrunde liegende Geschäft, die Schuldsumme und der Zahlungstermin bezeichnet. War das Geschäft erledigt, so wurde die Buchung durchgestrichen.“[21]

Aus dieser Beschreibung kann man schlussfolgern, dass es sich um eine Loseblattsammlung in geordneter Form handelte. Der Kaufmann hatte damals alles, was für den Geschäftsvorgang wichtig war, in dieses Handlungsbuch eingetragen. Die Einträge waren also nicht irgendwelche Kurzinformationen, sondern kurze und klare Beschreibungen des Geschäftsvorgangs. Der Grund dafür war wahrscheinlich ganz einfach, es gab außer diesem Eintrag, keinen weiteren Nachweis in schriftlicher Form. Es gab für etliche Geschäftsvorgänge noch keine Belege, wie Bestellung, Auftrag, Lieferschein, Rechnung usw., die heute Grundlage der Buchführung sind und aufbewahrt werden müssen. Der Eintrag ins Handelsbuch war der einzige Nachweis bzw. Beweis für ein Geschäft, das, solange keine Zahlung erfolgte, noch nicht abgeschlossen bzw. in der Schwebe war. Wenn das Geschäft durch die Zahlung beendet wurde, wurde der Vorgang im Handlungsbuch einfach durchgestrichen, aber so, dass man immer noch sehen konnte, welche Art von Geschäft im Buch notiert war.

Diese Praxis erinnert an einen noch heute gültigen Grundsatz der doppelten Buchführung, sofern sie noch handschriftlich erfolgt: Ein falscher Eintrag darf nicht radiert werden. Man darf ihn nur in einer Art (mit einer Linie) durchstreichen, damit man den Eintrag noch lesen kann. Das Durchstreichen signalisiert heute, dass der Vorgang ungültig ist. Im Handelsgesetzbuch steht dazu: „Eine Eintragung oder eine Aufzeichnung darf nicht in einer Weise verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist.“ (§ 239 Abs. 3 S. 1HGB) (Auch die Römer wendeten schon diese Regel bei ihrer Buchführung an.)

Von dieser Praxis verabschiedeten sich die Kaufleute später. Erledigte Geschäftsfälle wurden nicht mehr einfach nur durchgestrichen. Man richtete drei Spalten auf einer Buchseite ein. In der ersten Spalte wurde der Geschäftsfall beschrieben, in einer zweiten Spalte wurde der vereinbarte Kaufpreis und in die dritte Spalte Zeitpunkt und Höhe der erfolgten Zahlung eingetragen.

Eine weitere Variante bestand darin, in dem Handlungsbuch bei jedem Einkauf so viel Platz zu lassen, dass man auch den Verkauf der Waren dazuschreiben konnte. Auf diese Weise konnte man auf einen Blick sehen, welcher Geld-Überschuss beim Verkauf der Waren erzielt worden war.

Der Grundsatz, die Geschäftsfälle zeitgerecht bzw. fortlaufend zu buchen galt damals noch nicht. Wie schon erwähnt, enthielten die einzelnen Buchungen mehr Informationen als heute üblich, da zu den Geschäftsfällen wahrscheinlich keine Belege existierten, die die zusätzlichen Informationen zur Buchung enthielten. Balduin Penndorf schlussfolgert aus den Einträgen des Kaufmanns Wittenborg, dass damals doch sehr umständlich gebucht wurde. Diese Umständlichkeit „ist jedenfalls hervorgegangen aus dem Bestreben, alles, was mit einem bestimmten Geschäftsvorfalle zusammenhängt, auch im Zusammengange zu buchen. Dadurch wird die Übersichtlichkeit erleichtert und eine gewisse Ordnung erzielt. Wird eine solche Eintragung auf einmal erfolgt sein oder hat Wittenborg noch andere Bücher gehabt? Ich möchte diese Frage verneinen; denn nirgends ist eine Andeutung auf ein anderes Buch enthalten. Wohl aber wird er sich zunächst manches auf Zetteln aufgeschrieben und dann zusammenhängend gebucht haben.“[22] Diesem Lübecker Kaufmann war es wichtig, in seinem Handlungsbuch an einer Stelle alles zu einem Geschäftsvorgang zu erfahren. Er wollte eine klare Auskunft sowohl über den Einkauf als auch über den Verkauf, somit hatte er mit dem Eintrag in seinem Handlungsbuch solange gewartet, bis das Handelsgeschäft mit der Ware abgeschlossen war. Klarheit und Übersichtlichkeit, zwei Grundsätze, die auch heute noch zu den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung gehören, waren für den Kaufmann das Motiv, sein Handlungsbuch zu führen.

Die ersten Einträge im Wittenborg‘schen Handlungsbuch (aus dem Jahr 1310) waren noch in lateinischer Sprache verfasst, spätere Einträge erfolgten bereits in niederdeutscher Sprache. Auch die Handlungsbücher anderer Kaufleute waren noch in Latein geschrieben. Bereits im 14. Jahrhundert wechselte man vom Lateinischen in die damals gebräuchliche deutsche Sprache. Diese Änderung nahmen die Kaufleute offenbar nach eigenem Ermessen vor. Aber ab dem 15. Jahrhundert notierten die Kaufleute ihre Geschäftsfälle ausschließlich in niederdeutscher Sprache in ihre Handlungsbücher.

Die Schreibweise bei den Zahlen änderte sich noch früher. Die lateinischen wurden durch die arabisch indischen Ziffern abgelöst. Der italienische Kaufmann Fibonacci aus Pisa reiste um 1200 in die arabische Welt. Dort lernte er das Zahlensystem der arabischen Kaufleute kennen. Nach seiner Rückkehr nach Italien verfasste er ein mathematisches Lehrbuch, in dem er das arabische Zahlensystem vorstellte und mit praktischen Beispielen erläuterte. In der Folge wurde das römische Zahlensystem durch die arabischen Zahlen ersetzt, die kaufmännische Abrechnungspraxis gehörte mit zu den ersten Bereichen, in denen sie angewendet wurden und in denen sie sich schließlich durchsetzten.

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurden alle Einträge von Geldwerten durch arabische Zahlen beschreiben, die römischen Zahlen wurden nur noch bei Datumsangaben und zur Gliederung der Buchführung genutzt. Mit dem arabischen Zahlensystem konnte man einfach besser rechnen, wobei am Anfang eine mehrstellige Zahl anders geschrieben wurde als heute. Die Zahl drei Tausend, fünf und vierzig – 3 045 – als Beispiel, schrieb man noch in folgender Weise 3000.45. Man grenzte den Tausend-Bereich vom Hundert- Bereich ab und füllte die offenen Stellen im Tausend-Bereich mit Nullen aus. Allerdings setzte sich die heutige Schreibweise sehr bald durch. Der Hanse-Kaufmann Wittenborg verwendete im Handlungsbuch von 1310 schon arabische Zahlen.

Neben diesem Beispiel aus Lübeck gibt es noch andere Hinweise auf die Ausbreitung und Entwicklung der Buchführung, die eher noch als einfache Buchführung zu sehen ist. Auch aus Lübeck liegt eine Pergamentrolle aus dem Jahr 1180 vor, darin sind 160 Geschäftsfälle in einfachster Form niedergeschrieben. Noch älter ist die Verordnung Karls des Großen, die aus dem Jahr 795 stammt. Er verpflichtete darin die Krongüter und Reichshöfe zu einem umfassenden Jahresabschlussbericht mit Vermögensaufstellung und stellte dafür auch Musterformulare bereit.

Eine weitere Stufe war in der Buchführung die Einführung von Kontokorrentkonten. Hier taten sich anfangs zwei Kaufleute zusammen und richteten ein Konto ein, auf dem sie gegenseitig ihre eingeräumten Forderungen mit Verbindlichkeiten verrechneten. Damit musste nicht jeder Geschäftsfall bezahlt werden, sondern in bestimmten Zeitabständen nur der Saldo aus Forderungen und Verbindlichkeiten. Das bedeutete, waren aufgelaufene Forderungen nicht durch die angefallenen Verbindlichkeiten vollständig gedeckt, blieb ein Teilbetrag an Forderungen übrig (der Saldo), der dem Gläubiger unter den beiden Kaufleuten zustand. Deshalb musste der andere Kaufmann den noch ausstehenden Betrag begleichen. Dieser Ausgleich blieb nicht lange eine Angelegenheit zwischen zwei Kaufleuten, sondern es gab bald Spezialisten, die sich mit dem Verrechnen von Forderungen und Verbindlichkeiten beschäftigten, so dass mehrere Kaufleute in den Genuss kamen. Sie mussten nicht mehr für alle durchgeführten Geschäftsvorgänge Münzen in der Tasche haben, sondern nur so viel Geld, wie für die Bezahlung des Saldos notwendig war. In Europa gab es bereits im antiken Athen und im römischen Reich erste Formen der Kontokorrentrechnung. In Genua waren 1263 städtische Oberkontierer damit beschäftigt, für die Stadtverwaltung Einzelkonten anzulegen.

Die Beschränkung der Buchführung auf nur ein Buch, wurde schon im späten Mittelalter von einigen Kaufleuten als Hindernis erkannt. Die Praxis, unbedingt alle Geschäftsvorfälle in einem Buch der Buchführung festzuhalten, stellten sie ein. Das Anlegen mehrerer Bücher und das Aufzeichnen aller Geschäftsvorfälle wurden deshalb zu Meilensteinen auf dem Weg zur doppelten Buchführung.

Auch wenn die Anfänge der Buchführung zunächst nur als einfache Buchführung zu sehen sind, entwickelten sich damals bereits zwei Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung: Vollständigkeit und Klarheit. Beide Grundsätze sind heute noch gültig. Dem Grundsatz derKlarheit wurde man damals durch das Anlegen mehrerer Bücher gerecht. Den Grundsatz der Vollständigkeit setzte man durch die vollständige, lückenlose Erfassung aller Geschäftsvorgänge um.

Hierzu ein Beispiel: Der Kaufmann Johann Tölner lebte Anfang des 14. Jahrhunderts in Rostock, von ihm gibt es ein Handlungsbuch, das Einträge im Zeitraum 1345 bis 1350 enthält.[23] Tölner hatte zwei Bücher angelegt: Ein Handelsbuch, das die Geschäfte einer Handelsgesellschaft festhielt, und ein Buch, in dem die Privatgeschäfte seines Sohnes notiert wurden. Während das Buch der Handelsgesellschaft, die im Tuchhandel aktiv war, für die Vorgänge zwischen Kaufleuten reserviert war, wird im Buch des jüngeren Tölner der Handel mit kleineren Mengen bzw. Größen von Tüchern festgehalten, denn seine Kunden kamen aus allen Schichten der Bevölkerung. Ich würde dies so interpretieren, dass die Handelsgesellschaft im heutigen Sinn als Großhandel arbeitete, während das Geschäft des Jüngeren als Einzelhandel gesehen werden kann. Seine Privatgeschäfte hatte Johann Tölner noch im Buch der Handelsgesellschaft untergebracht. „Die von Tölner angewandte Buchhaltung bedeutet entschieden ein Fortschritt. Zunächst werden nicht nur die Kreditgeschäfte aufgezeichnet, sondern alle Geschäfte. Sodann kann man das Bestreben nach Einhaltung einer gewissen Ordnung beobachten.“[24] Penndorf, der, so mein Eindruck, die Handelsbücher von Tölner einsehen konnte, erkannte in den Aufzeichnungen von Johann Tölner noch keine Umsetzung der Grundzüge der doppelten Buchführung, er stellte aber fest, „dass diese Abrechnung deutlich ist und einfachen Verhältnissen vollkommen entspricht.“[25] Tölner und Wittenborg, auf den ich oben schon eingegangen bin, lebten ungefähr zur selben Zeit, hatten aber deutlich andere Vorstellungen vom Sinn ihrer Buchführung. Während es Wittenborg genügte, diese nur auf Kreditgeschäfte zu beschränken, war Tölner bereits damals mehr darum bemüht, seine Buchführung im Sinne der Vollständigkeit und Klarheit anzulegen.

Eine andere Möglichkeit bestand auch darin, sich zwar auf nur ein Buch zu beschränken, darin aber verschiedene Rubriken anzulegen. Ein Beispiel dafür ist das Handlungsbuch von Vicko von Geldersen, einem Kaufmann in Hamburg, der in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts tätig war und 1391 verstarb. Sein Handlungsbuch besteht aus vier Teilen, „die der Herausgeber als Handlungsbuch, Rentenbuch, Schuldbuch und letztwillige Verfügungen bezeichnet.“[26] Das Handlungsbuch wurde für geschäftliche Einträge und auch für private Einträge genutzt. Der Kaufmann war wohl bemüht, in die Darstellung der geschäftlichen Einträge eine gewisse Ordnung zu bringen, was aber u.a. auch deshalb nicht gelang, weil er zu einem Einkauf auch den Verkauf dazuschreiben wollte. Ein späterer Verkauf wurde beim Einkauf vermerkt. Einkauf und Verkauf sah von Geldersen offenbar als Einheit und das Geschäft war sozusagen erst mit dem Verkauf der Ware abgeschlossen. Damit waren die Einträge in diesem Buch nicht zeitlich chronologisch geordnet. Lediglich eine Sortierung nach Warenverkäufen im Inland und anderen Geschäftsvorfällen war erkennbar. Der Kaufmann hatte außerdem in sein Handlungsbuch nur Kreditgeschäfte aufgenommen.[27]

[...]


[1] Sehling, Emil, Zur Geschichte der doppelten Buchführung, besonders in Nürnberg, Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig, 1907, S. 2.

[2] Penndorf, Balduin, Geschichte der Buchhaltung in Deutschland, Gloeckner, Leipzig 1913, Nachdruck Vero, Norderstedt 2014.

Pacioli, Luca, Abhandlung über die Buchhaltung, (Nach dem ital. Original von 1494 ins Deutsche übersetzt mit einer Einleitung über die italienische Buchhaltung im 14. und 15. Jahrhundert und Paciolis Leben und Werk vers. von Balduin Penndorf), Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1933, Schäffer-Pöschel, Stuttgart, 1992.

[3] Gleeson-White, Jane, Soll und Haben. Die doppelte Buchführung und die Entstehung des modernen Kapitalismus, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2015.

[4] Handelsgesetzbuch, 57. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 2015.

[5] Sommer, Michael, Wirtschaftsgeschichte der Antike, C.H.Beck, München 2013, S. 32.

[6] Sommer, S. 32.

[7] Filser, Hubert, Bilder zu Buchstaben, Süddeutsche Zeitung, 22./23.11.2014, S. 37.

[8] Filser, S. 37.

[9] Sommer, S. 35.

[10] Vgl. Beigel, Rudolf, Rechnungswesen und Buchführung der Römer, Sändig, Wiesbaden, 1968, unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1904.

[11] Sommer, S. 35 – 36.

[12] Sommer, S. 103.

[13] Vgl. Sommer, S. 32.

[14] Sommer, S. 102.

[15] Alle Zitate in diesem Absatz: Sommer, S. 102 – 103.

[16] Vgl. Sommer, S. 105.

[17] North, Michael, Kommunikation, Handel, Geld und Banken in der frühen Neuzeit, Oldenbourg, München 2014, S. 32.

[18] North, S. 32.

[19] North, S. 32.

[20] North, S. 34.

[21] Penndorf, S. 3 – 4.

[22] Penndorf, S. 6

[23] Vgl. Penndorf, S. 7 ff.

[24] Penndorf, S. 9.

[25] Penndorf, S. 9.

[26] Penndorf, S. 10.

[27] Vgl. Penndorf, S. 10.

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten

Details

Titel
Buchführung „alla Veneziana“. 500 Jahre doppelte Buchführung in Deutschland
Autor
Jahr
2016
Seiten
114
Katalognummer
V322749
ISBN (eBook)
9783668231290
ISBN (Buch)
9783668231306
Dateigröße
1158 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zum Autor: Nach Jahren in der Marktforschung für Medien als angestellter und selbstständiger Marktforscher war Thomas Scheer Lehrer an einer privaten Wirtschaftsschule und unterrichtete mehrere Fächer im Bereich Wirtschaft. Dabei war das Rechnungswesen ein besonderer Schwerpunkt.
Schlagworte
Buchführung, doppelte Buchführung, Wirtschaftsgeschichte, Steuern, Luca Pacioli, Accounting, einfache Buchführung
Arbeit zitieren
Thomas Scheer (Autor), 2016, Buchführung „alla Veneziana“. 500 Jahre doppelte Buchführung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322749

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