Die Meinungsbildung als Mengung von Wissen und Vermutungen – Oder wie man Nichtwissen verschleiert


Wissenschaftliche Studie, 2016
38 Seiten

Leseprobe

Inhalt:

Einleitung

Vom Beherrschen in der Forschung

Das Beherrschen und Überwachen

Die Grenzen geistigen Vorstellens, Beginn von Mutmaßungen.

Die Meinung als eine Entwicklungsstufe des Denkens

Das Überbrücken von Wissens- und Denk-Lücken durch Meinung

Die Annahme als Voraussetzungs-Kriterium

Kritisches Denken als Ausdruck von Zivilcourage

Die Denkformen des Menschen in vorwissenschaftlicher Zeit

Die Basis von Vorstellungen und Thesen/Theorien sind Daten

Begriffe und Messen/Meßgrößen

Die Messung der Lufttemperatur, die von Strahlungsgrößen

Annahmen als Grundbestandteil in Vorstellungen über Prozess-Systeme

Annahmen als Voraussetzung für Vorstellungen, Modelle als Abbild

Die Unsicherheiten bei der Einschätzung des CO2 in seiner Bedeutung für das Klima

Vereinfachung und Annahmen

Vereinfachungs-Möglichkeiten

Die Mittelwertermittlung

Fehler, Vernachlässigungen

Die Sonnenstrahlung

Das Kohlendioxid

Der Stand menschlicher Erkenntnis und Weisheit

Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Anmerkungen:

Wörtliche Zitate (Texte) sind kursiv.

Die meisten Zitate der in den Fußnoten enthaltenen sind solche in Kurzform „tinyurl.com“

Dülmen, den 11.05.2016

Einleitung

Das markanteste Problem seit dem Auftauchen des Menschen und seiner sukzessiven Ero-berung unserer Erde ist das Wachsen der Bevölkerung, das immer noch zunimmt und in den letzten 2 Jahrhunderten exponentiell zugenommen hat und mit dem Ausdruck Überbevölke-rung belegt wird[1], weil die Belastbarkeit in Ausbeutung und Wohlstandssucht offensichtlich überfordert wird. Konzepte zum Vorbeugen von daraus entstehenden Gefahren liegen zwar vor, aber sie sind weltmäßig nicht einheitlich und schwer in die Realität umzusetzen. Die Dra-matik wird deutlich, wenn man den spezifischen Bedarf an Energie pro Individuum Mensch und die Vorräte in der Erdrinde betrachtet bzw. die derzeitige nicht gewährleistbare kontinu-ierliche allseitige Verfügbarkeit durch naturgegebene Energien. Das gilt natürlich auch für andere Stoffe und Rohstoffe, für die Nahrung und Bekleidung usw.

Es bleibt nicht aus, dass die verschiedenen Einzelprobleme eigentlich in ihrer Wichtigkeit ge-ordnet werden müssten, wenn man sich z.B. zunächst auf ein Schrumpfen der Weltbevölke-rung einigt wie in Weltbevölkerungskonferenzen der UNO versucht wurde. Aber real hat die Geburtenregulierung ihre Schwachseiten, die Effizienz ist schwer durchgängig und zeitlich steuerbar. Denn jedes einzelne Individuum benötigt zur menschengerechten Existenz einen Mindestbedarf, der sodann kulturell langsam hochgeschraubt wird; wer möchte nicht alles ein besseres Leben – im Vergleich zu wohlhabenden – führen? Die Menschheit ist in sich zu verschieden, um alle mit allem zu befriedigen, um überall gleiche Menschenrechte zu wahren, um ein „demokratisches „ System als das „wahre“ zu verwirklichen, wenn doch der dazu nöti-ge Mindeststandard an Wissen und kritischem Denkvermögen nicht vorliegt, wenn es eben keine einheitliche Meinung gibt – trotz aller Publikumsorgane und Verkündungen.

Eine elementare Bedrohung für jedermann soll dadurch bestehen, dass unser Klima, unsere Atmosphäre stofflich mit dem Verbrennungsprodukt Kohlendioxid so geformt wird, dass die Lufttemperatur für den Menschen unerträglicher wird. Diese Behauptung muss aber glaub- und vertrauenswürdig sein mindestens anhand von Messdaten, was wiederum Realisierung der enormen Forderungen an die entsprechende Messtechnik und Gewinnung und Verarbei-tung der Daten voraussetzt. Gegenwärtig simuliert man unter bestimmten Annahmen und modellierten Vorstellungen auf physikalischer Basis das Weltklima und schaut, was dabei herauskommt und ob es annehmbar ist, wenn auch zunächst für eine installierte Wissenschaft-ler-Konferenz. Darüber hinaus will man möglichst viele auf der Erde dazu bringen, die kata-strophale Entwicklung des Klimas als solche zu sehen und dass sich alle an die demnach be-schlossenen Abmachungen und Maßnahmen hält. Allerdings seien in der relevanten Analyse „eine ganze Reihe Annahmen enthalten“, betont Heitzig. Erstens geht die Spieltheorie in der hier verwendeten Form davon aus, dass alle Akteure sich weitgehend rational verhalten. Zweitens wird angenommen, dass die Akteure im Wesentlichen das Ziel des Klimaschutzes teilen. Und drittens ist das Modell der internationalen Klimapolitik stark vereinfacht. „Es ist eine Modellstudie, die von einem im schlimmsten Falle rein eigennützigen Verhalten der Akteure bei ihrer langfristigen Kosten-Nutzen-Optimierung ausgeht. [2]

In Wissenschaft und Forschung sind Annahmen in der Form von Hypothesen gebräuchlich. Aber b ei der Formulierung einer Hypothese ist es üblich, die Bedingungen anzugeben, unter denen sie gültig sein soll. [3] Jedoch werden ohne sie Annahmen auch in Gedankengebäude und in Meinungen eingebaut und das ist nachfolgend zum Thema gemacht.

Vom Beherrschen in der Forschung

Mancher meint, Forschen hänge damit zusammen, zu erfahren, was dahinter steckt, wie etwas zu verstehen sei, dann ist das über das viel nähere gedacht, nämlich, ob etwas zu gebrauchen ist – und man ahmt es nach; heute noch dort vorzufinden, wo von der Natur (Bionik) gelernt wird, um es für den Menschen zu nutzen. Wir trennen so zwei Zweige des Erforschens von-einander: die übergeordnete, die philosophische, wissenschaftliche Forschung [4] von der „an-gewandten“, d.h. man will nicht nur etwas „wissen“, sondern will es zum Nutzen des Men-schen, zu dessen Zwecken einsetzen können. Hier ist Forschung streng an die Maßstäbe der Nützlichkeit, an der effizienten Erarbeitung des Zieles, an dessen Sinn gebunden. Wird das Klima etwa um seiner selbst willen erforscht? Doch zumindest nicht allein, denn der Anteil des Nichtwissens in dieser jüngsten Forschung ist ganz offensichtlich hoch und das wird wohl noch längere Zeit so dauern, man wird die vielen offenen Probleme nicht (genügend) beherr-schen. Die Aufarbeitung zufälliger Entdeckungen[5] oder die Furcht vor Verknappung kohlen-stoffhaltiger Brennstoffe[6] kann nicht Ausgangspunkt heutiger konkreter Spezialforschung sein, es sei denn, man begnügt sich mit Einzelfragen und - obwohl deren Bedeutung im Gesamtgeschehen unklar ist – und entscheidet (bereits) aus Zwischenständen der Erkenntnis heraus. Das birgt aber Risiken.

Wenn Forschung nicht lediglich die Fortsetzung der Neugier mit anderen Mitteln ist[7], dann ist die Bindung an einen Zweck nicht nachrangig. Aber auch eine Klimaforschung kann unter einer engen Motivation stehen und sich deswegen den Stand der wissenschaftlichen For-schung für politische Entscheidungsträger zusammenzufassen lassen.[8] Im Verlaufe der Zeit wurden so zahlreiche Forschungen initiiert und durchgeführt, von den Regierungen der am IPC beteiligten Staaten gefördert, so dass eine gewisse Interessenslenkung möglich erscheint. Dabei ist Klimawandel an sich – soweit wir das erkennen können - sehr dynamisch und erd-geschichtlich ein Merkmal auch der Zustandsänderungen der Atmosphäre in Art und Ge-schwindigkeit.[9] Es ist erstaunlich, dass man sich aus historischen, nur bedingt verlässlichen Daten, also aus dürftiger Datenlage eine Schlussfolgerung erlaubt z.B. über einen CO2-Kon-zentrations-Sprung im letzten Jahrhundert[10], eben ohne hinreichend Details zu kennen, aber gerade hier kann der Teufel stecken, denn des Teufels Küche ist undurchsichtig. Kann der Mensch hier und In welchem Grad Übeltäter sein?

Das bestimmen zu wollen erscheint so manchem kühn, denn der Mensch ist unvollkommen, wie es heißt[11]: Wenn du über irgendeine Frage im Zweifel bist und still hältst und zwingst dich nicht zu glauben, dass etwas Unerwiesenes bewiesen sei, und du versuchst nicht, etwas zu verwerfen, oder als falsch zu erklären, wovon das Gegenteil nicht bewiesen ist, und du trachtest nicht, das zu erkennen, was du nicht zu erkennen vermagst, so hast du damit bereits die menschliche Vollkommenheit erreicht. In einem anderen Sinnspruch wird sogar erklärt: Es ist weise, viele Dinge zu erforschen; aber es ist noch weiser, bei Zeiten zu erkennen, dass wir an unseren Grenzen früher ankommen als an den ihrigen.

Es mutet gewagt an, aus einem (bloßen) Einfluss des Menschen im Klimageschehen einen grundlegenden oder gar ein Übergewicht anthropogener Schuld abzuleiten. Die wissenschaft-liche Forschung käme nicht voran, wenn sie von Feststellungs-Behauptungen ausgehen würde, wie nachfolgend eine solche dargestellt wird, und wenn sie diese außerdem noch jeweils auf Aussagesicherheit analysieren wollte, obwohl diese klar fragwürdig ist:

Auch wenn die Menge des menschengemachten Kohlendioxids im Rahmen des globalen Kohlenstoffkreislaufs klein wirkt, so bringt sie doch das natürliche Gleichgewicht durchein-ander, weil die Menge, die von der Natur absorbiert werden kann, beschränkt ist. Deshalb sammelt sich Kohlendioxid in der Atmosphäre an. Durch Aktivitäten der Menschheit hat die CO2-Konzentration deshalb verglichen mit der vorindustriellen Zeit (vor 1750) bereits um rund ein vierzig Prozent zugenommen.[12]

Dazu ein Wort von anderer Seite: Die Kirche verlangt nicht, den bewundernswerten Fort-schritt der Wissenschaften anzuhalten [...] Bei manchen Gelegenheiten gehen aber einige Wissenschaftler über den formalen Gegenstand ihrer Disziplin hinaus und übernehmen sich mit Behauptungen oder Schlussfolgerungen, die den eigentlich wissenschaftlichen Bereich überschreiten. In einem solchen Fall ist es nicht die Vernunft, die da vorgeschlagen wird, sondern eine bestimmte Ideologie, die einem echten, friedlichen und fruchtbaren Dialog. [13]

Das Verlassen der strengen und nüchternen Denkwelt muss kritisch und in aller Verantwor-tung herausgestellt werden, weil hierdurch die Gefühlswelt, insbesondere die Ungewissheit, z.B. mit der menschlichen Existenzangst berührt und angesprochen werden kann und das politisch die notwendige Zukunfts-Klarheit stört und Verwirrung hervorruft, vielleicht auch agierend benutzt wird. Manche einfachen Experimente führen zu unendlichen, leider frucht-losen Debatten – und das liegt nicht im Sinne von Rationalität.[14]

Wenig hilfreich ist, wenn die Wissenschaft bereits trotz einer beschränkten Datenlage eine Wahrscheinlichkeitsaussage macht, eine Katastrophe voraussagt und ihr eine größere Be-deutung zumisst ohne das Zustandekommen klarzustellen. Seltene Ereignisse, Extreme usw. sind Eigenheiten der Natur, die bereits im Altertum zu einem Orakel herausgefordert haben und bei gewisser Nutzung in Heimtücke ausarten können.[15]. Es steht den Menschen Furcht und Zittern an, wenn die gewaltigen Götter solche Boten furchtbarer Warnung uns zu schrecken suchen.[16] Die auf ElNino etc. zurückgeführten beschriebenen Ereignisse können nicht mit unangreifbarar Sicherheit als Auswirkungen von ENSO- Extremereignissen be-zeichnet werden. Viele Wetterereignisse werden durch El Niño bzw. La Niña allerdings wahrscheinlicher bzw. unwahrscheinlicher. Aber ihre einzige Ursache ist ENSO in den seltensten Fällen. Durch Statistiken und Grafiken wird im Artikel weiter illustriert, wie man zu der Annahme kommt, dass ein Einfluss seitens ENSO vorliegt. Doch auch diese Daten können bestenfalls als Indiz, nicht als Beweis angesehen werden. So lange im Einzelfall nicht mit hoher Verlässlichkeit geklärt ist, ist gegenüber zu einfachen Verknüpfungen von Ursache und Folge Zurückhaltung angebracht. [17] Niemand ist jedoch daran gehindert, zu spekulieren.

Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief.

Andre Kostalny.[18]

Das Beherrschen und Überwachen

Bei der Entwicklung der Technik hat man relativ schnell erkannt, dass infolge der Grenzen menschlichen Vermögens Detail-Themen in Rangfolge und in ihrer Wertigkeit zu ordnen sind, um effizient arbeiten und die Aufwendungen bzw. Kosten im Griff behalten zu können.

Das wäre eine armselige Wissenschaft, die die große, tiefe, geheiligte Unendlichkeit des Nichtwissens vor uns verbergen wollte, über welcher alle Wissenschaft wie bloßer oberfläch-licher Nebel schwimmt.[19] Da ist Controlling unabdingbar, auch, um eine Entartung von Forschung oder von Manipulation von Daten zu verhindern.[20] Dabei kommt es nicht darauf, etwas in dieser Richtung vorzugeben, sondern darauf, exzellente Forschung zu konzentrieren auf das, was wirklich das Problem erfolgreich löst oder zu lösen scheint. Es spielt keine Rolle, wie großartig deine Theorie ist, es spielt auch keine Rolle wie klug du bist – wenn es sich nicht durch Experimente belegen lässt, dann ist es einfach falsch.[21]

Wenn man es sich auch wünscht, es gibt kein menschliches Wesen, das das Universalwissen heutiger Zeit verkörpert, aber – bedauerlicherweise - auch keine Institution, die fernab aller menschlichen Schwächen und Vorurteile beurteilen kann, wann das „richtige, wahre“ gesagt wird. Wissenschaftler bemühen sich zwar weitgehend, rein sachlich Verhältnisse der Umwelt zu erforschen, aber sie sind nicht frei von Überlegungen der Finanzierbarkeit von relevanter Arbeit. Das Ziel in der Wissenschaft [22] soll nicht nur ein Ergebnis produzieren , sondern die-ses soll einen Zugewinn an Erkenntnissen bringen, ja es muss so sein, und es soll eine Aus-sage-Sicherheit [23] durch Gewissheit (in den logischen Schlüssen [24] ) erreicht werden, um die Menschen vor Irrtum zu bewahren. In der Praxis werden Schlussfolgerungen aber verschie-dentlich (zunächst) vorläufig gezogen, die evtl. später revidiert werden müssen, sogenannte nicht monotone Logiken. [25] Die Methode des Vorbehaltes ist in den modernen Wissenschaften üblich. So sind auch heute noch die Abgrenzungen zwischen Wissenschaft und Glauben nicht abgeschlossen, so meint ein Logiker im 19. Jahr-hundert, der Unterschied zwischen Wissen und Glauben beruhe auf dem Anteil von Gefühlen, Wissen beruhe auf (evidenter) Anschau-ung und bei Glauben sei Wissen sekundär. [26]

Leider liefert die Schulbildung keine Fundamente für ein Unterscheidungsvermögens von sicherer Gewissheit, solidem Wissen und Freiheit des Denkens, aber mit Ungewissheit, woran man Wahrheit erkennen kann. Der junge Mensch verlangt in der Zeit seiner Adoleszenz nach Wahrheit, nach dem Erlebnis: Ja! Das ist wahr! Wenn sich das Erlebnis nicht einstellt, geht die Sache ihn nichts an, die gerade verhandelt wird. [27] Er kann jedoch nicht selbst heraus-finden, ob das, was der Lehrer ihm beizubringen versucht, der rechte Weg zum unabhängigen, frei von vorgegebenen Denkbahnen ist. Das zeigt sich beim Anmelden von Zweifeln, dem Entstehen von Misstrauen, wenn man verlangt, offen für andere Ansichten zu sein mit der Bereitschaft, die Argumente, Denkweisen anderer auf Wahrheitsgehalt zu „prüfen“.[28] Was ist aber dann, wenn (fast) alles ungeeignet ist, frei urteilen und beurteilen zu können, wenn die Medien, die Lehrmittel, die digitalen Welten voll von Halbwahrheiten, Lügen oder sogar Falschmeinungen sind? Wenn es doch so leicht ist, schnell an „Wissen“ heranzukommen, wie schön, wenn man nicht mehr nötig hat, nachzudenken, abzuwägen, zu forschen.[29] Es ist zu einfach, zu verlangen, sinnvoll mit den Medien umzugehen, wenn man das eben nicht gelernt hat, wenn man nicht dazu „erzogen“ ist, Eigeninitiative in der Richtung auf „Wahrheit“ zu entwickeln[30], eben nicht, auf Propagandisten, Vielversprecher etc. hereinzufallen, wer ist denn nun wirklich Rattenfänger und wer nicht? Man klagt über Krankheiten von Demokratie, meint tatsächlich aber dieVerursacher dessen, eben die anders denken, andere Meinung haben als der darüber Klagende oder Parteigebundene, schlicht: Abweichler. Polemisieren, Abwerten ist nicht die Art höherer Kultur.

Ein Pfeiler unserer freiheitlichen Lebensform ist die ausschließlich am Wahrheitsideal orien-tierte Wissenschaft und Forschung, die in Einhaltung von Rechten und Pflichten transparent sein sollte.[31] Was wird aber aus einer von Drittmitteln finanzierten Einrichtung oder was ist sie, wenn sie fast ausschließlich von einer Seite finanziert wird? Ist das bereits ein Argument, an Unabhängigkeit und „Freiheit“ zu zweifeln? Ein Controlling gibt es nicht, vor allem da nicht, wo die finanzierende Seite am (ihr positiven) Ergebnis interessiert ist.

Die Grenzen geistigen Vorstellens, Beginn von Mutmaßungen.

Ein wesentliches Kriterium für die Individualität das menschlichen Erkenntnis- und Beurtei-lungsvermögen sind die Grenzen der jeweiligen (detaillierten) Beobachtungsgabe und der Vorstellung skraft. Ein Grundzug der Denkweisen ist schon in der Evolutionsfrühe die Ein-fachheit und die Zerlegung des Ganzen in kleinere verständliche „Teile“.[32] Das Denken in Rationalität und in Funktionszusammenhängen z.B. bei der Atmosphäre, die ein hochdimen-sionales,nicht-lineares Prozess-System ist, das wir nur näherungsweise in seinem stochasti-schem Verhalten „verstehen“ und beschreiben können[33] wird schwieriger. Bereits die unge-heure Ausdehnung der Gashülle und die vielen gleichzeitig verlaufenden und interagierenden Vorgänge lassen eine hinreichend abbildtreue Darstellung eher unwahrscheinlich erscheinen. Schon die Beobachtung der Wolken im Entstehen und Vergehen ist ein Schauspiel enormer Intensitäten und Geschwindigkeiten. Eine Wolke ist keine unveränderliche Masse, die in der großräumigen Strömung schwimmt wie etwa ein Schiff im Meer. Sie ist vielmehr eine sich ständig ändernde Ansammlung von durch Kondensation von Wasserdampf entstehenden Tröpfchen und Eisteilchen, die beim Mischen mit der Umgebungsluft auch wieder verdam-pfen. Die Wolkenteilchen werden durch Reflektion und Streuung des Lichtes sichtbar. Die Wolke ist so ein Tracer, der Vorgänge in der Atmosphäre und ihre Eigenschaften sichtbar macht, nicht nur Windgeschwindigkeit und Windrichtung durch den Wolkenzug, sondern auch vieles andere mehr. [34]

Wir kämpfen uns im Erforschen von Aufgabenkomplexen von Segment zu Segment. Über die Prozessdynamik, ihre Ursachen und Deutungen wird geforscht; ein Ende ist aber noch nicht abzusehen.[35] Daher ist die Vorläufigkeit von Klima-Modellen evident, denn wenn man nicht alles um den Erdball herum weiß, kann man es auch nicht (vollends korrekt) modellieren.

So geht z.B. die naturwissenschaftliche Beschreibung der Welt immer von Denkmodellen aus, denen bestimmte Weltmodelle zugrunde liegen. Stets bestimmt dabei eine Grundannahme gleichsam als Apriori den weiteren Gang der Erkenntnis. [36] Bei der Frage, was z.B. Licht sei, geht man normalerweise von der unmittelbaren Anschauung aus, aber erst die Vorstellung der Aufsplittung in Welle und Materie sowie der experimentelle Befund und die Vorstellung der Quantentheorie ermöglichten eine vernünftige Beschreibung des scheinbaren Dualismus. Das weitverbreitete Dilemma des vorstellenden Verstehens und des Übersetzens in Sprache ge-hört heute – und nicht nur hier in der Physik – zum alltäglichen Erscheinungsbild unserer Welt. So stellt man sich die Atmosphäre, die eine Mischung hauptsächlich von Gasen ist und von der Schwerkraft am Erdkörper festgehalten wird, oft als eine Menge von (kleinen) Luft-paketen[37] vor, aber es handelt sich um ein Kontinuum, das auf der Wetterkarte an Hand von Isobaren, Isothermen usw. dargestellt wird, oder anders ausgedrückt, um ein offenes System um den ganzen Erdball herum, in das hinein die Strahlungsenergie der Sonne wirkt und physi-kalisch Änderungen hervorruft, das an Hand von Naturgesetzen wie auch repräsentativer Pro-benahmen, Messungen etc. zu erfassen und zu verstehen versucht wird. Die Menchen wollen seit jeher ihr Leben gestalten, aber immerfort stoßen sie hier mit ihren Vorstellungen an die Grenzen der Wirklichkeit (Realität), weil sie nicht allein in dieser Welt sind und vieles ihnen (zu) komplex[38] erscheint. Der wissenschaftlichen, denkenden und erkennenden Redlichkeit sollte es geschuldet sein, kein Modell absolut zu setzen und als „die Wahrheit“ zu verkünden.

Das menschliche Vorstellungsvermögen endet bereits, wenn zu viele Einflussgrößen in und auf das System und Funktionszusammenhänge zu beachten sind. So wird die Strahlung von vielen Parametern beeinflusst, darunter der Sonnenstand, die Reflektionsfunktion der Erdo-berfläche, die Profile von Druck, Temperatur, Feuchte und Spurengaskonzentrationen, die Anzahl, Zusammensetzung und Form von Partikeln (Aerosole) sowie Wasser- und Eiswolken. Wolken sind die wichtigste Komponente, denn

- der Einfluss von Wolken (Reflexion von Sonnenstrahlung sowie das Zurückhalten thermischer Strahlung) ist groß im Vergleich zu den anderen Einflussparametern;
- etwa 70% der Erdoberfläche sind im Mittel von Wolken bedeckt;
- die zeitliche und räumliche Variabilität der Bewölkung (Bedeckungsgrad, Flüssig- und Eiswassergehalt, Tröpfchen- und Partikelgröße) ist sehr hoch.[39]

Nicht selten – so z.B. in der Politik - will oder muss man Entscheidungen treffen, ohne die letzte Klarheit über den Sachverhalt erreicht zu haben – und nicht selten fängt man eine Untersuchung an und möchte bereits vor dem Abschluss wissen, welches Ergebnis wohl herauskommt, obwohl man nicht weiß, ob alle Voraussetzungen für eine korrekte Unter-suchung erfüllt sind. Dann behilft man sich mit einer Annahme oder Vermutung, d.h. man stellt sich vor, dass etwas sei, aber man kann es nicht beweisen; man trifft sie deshalb im Allgemeinen vorläufig. Gefährlich wird es bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern bereits aus verschiedenen Motiven gefestigter Thesen, wenn man also etwas gewissermaßen als bewiesen betrachtet, was erst durch sorgfältige Messungen bestätigt sein müsste, oder man trifft (quantifizierende) Wertungen, in denen vage Hochrechnungen enthalten sind.[40]

Man vergisst einfach den projektbezogenen Entscheidungs-Vorbehalt, der einzuschließen wäre.

So ist das Kohlendioxid ist der öffentlichen Meinung zum Beelzubub geworden; es sollte wegen seiner (großen) schädlichen Beeinflussung unseres atmosphärisch bedingten Energie-haushaltes eigentlich verbannt werden. Einerseits ist das Molekül aber reaktionsträge und andererseits unterliegt es ständig Transporten und es kommen neue Gasmengen hinzu. Niemand weiß so recht, wie die Verweildauer in der Atmosphäre tatsächlich ist, wie sie genau zu messen ist.[41] Aber es nimmt als Spurengas am Prozess teil, kann entdeckt werden[42] und es wird aus der Atmosphärenmasse herausgenommen.[43] Das Kohlendioxid der Atmosphäre absorbiert (zwar) einen Teil der Infrarotabstrahlung der Erdoberfläche, (aber) die absor-bierte Infrarotenergie wird nahezu vollständig in Form von kinetischer Energie an Luftmole-küle abgegeben. Nur ein sehr geringer Energiebetrag wird von den Kohlendioxidmolekülen in Richtung Erdoberfläche abgestrahlt. [44] Das sehen aber nicht alle so. Aus den vielen Stellung-nahmen und Kommentaren zum Thema CO2-in-der-Atmosphäre ist herauszulesen, dass einerseits Zweifel an der Gewichtung des CO2 aufkommen[45], andererseits hier z.T. indivi-duell enorme gedankliche Beharrlichkeiten herrschen; es fehlt die Bereitschaft, auf Argumen-te und Darlegungen einzugehen und das Diskussionsniveau möglichst (von allen auf gleicher Denk-Basis) hoch zu halten.[46]

Es ist leider so, dass man sich manches vorstellen kann, aber nicht messen, sodass man mögli-cherweise die Grenzen der Realität oder von Verhälnismäßigkeit überschreitet, etwas für Realität ausgibt, was messtechnisch oder experimentell nicht überprüft und bewiesen werden kann. Dann produziert man u.U. Streit, wenn dieses Vorgegebene bestritten wird. Beispiel-haft hierfür ist die sogenannte Gegenstrahlung [47] als Element eines Treibhauseffektes in der Atmosphäre. Dieser Begriff kann als ein mathematisches Konstrukt angesehen werden[48], besser wird nur von Nettostrahlung gesprochen[49] ; gemessen kann nur durch Strahlungs-messer (Pyrgeometer) „richtig“, wenn auch die anderen Energieflüsse mit erfasst werden[50].

Wenn eine These zum Paradigma und dann zum Dogma wird, dann gilt die Macht der Ver-künder mehr als die bloße Vernunft eines Laien, möglicherweise gerät die Freiheit des kriti-schen Denkens und Prüfens in den intergrundHintergrund,[51]

Das wäre fatal für Neues. Hierzu sei ein Kommentar aus einer Leserzuschrift aufgeführt:

Diejenigen, die heute sich in der Wissenschaft tummeln und ihr gesamte Arbeit auf Spekula-tionen aufbauen, um die harte wissenschaftlich Arbeit zu vermeiden, die sind in der Wissen-schaft fehl am Platz. Das Ziel der Wissenschaft besteht darin, Wissen zu schaffen, aber nicht über Risiken zu spekulieren, die real gar nicht existieren. Ich habe als Insider erlebt, wie im Falle des sogenannten Waldsterbens nicht die Forschung, sondern die Forschungsmittel im Vordergrund des Interesses standen. Besondere Forschungsergebnisse waren nebensäch-lich. [52]

Hinsichtlich einer Beeinflussbarkeit des Individuums sind psychologisch stabile Zustände günstiger einzuschätzen als Schwankungen, z.B. in Trends, die mit Angstgefühlen gepaart sein können, vor allem, wenn ihre Größe nicht vorhersehbar ist, was zu Unsicherheiten und Irrititationen Anlass gibt. Instabile Zustände bedingen eine hohe Suggestibilität. Selbst kleine Gerüchte können großen Einfluss haben, weil sie auf Menschen in einen instabilen Zustand treffen. Man ist leicht beeinflussbar und passt sich Meinungen anderer an. [53] Beispiele hierfür sind Katastrophen an Kernkraft-Reaktoren und solche des Klimas, die zudem in Ursachen, Dauer, Höhe und Auswirkung unbestimmt sind.So werden z.B. bereits die Rauchfahnen aus Schornsteinen für Fanale schädlichen CO2 gehalten, aber dieses Gas ist unsichtbar.[54] Bei allemmuss man sich auch vergegenwärtigen, dass die Informationen an einen herangetragen, vermittelt werden, wobei die Grenzen zwischen Vorstellung und Realität verwischt werden – beispielhaft im Fernsehbild [55] – , ja nicht nur das, sie werden dort mit den Mitteln der Kom-munikation sogar mit Vermutungen, Falschnachrichten usw. vermengt; oft es schwierig – oder gar unmöglich – Realitätsbeschreibungen von Interpretationen eines einzelnen Men-schen zu unterscheiden. Der Mensch unterliegt – besonderes beim Anschauen von Bildern – der Illusion, er verstünde das Objekt, aber er deutet es vielleicht nicht richtig: was sieht er bei der Temperaturverteilung der Luft vom Satelliten aus? Offenbar ist sie nicht gleichmäßig, aber auf den Mittelwert kann man daraus wohl auch nicht schließen?[56]

Das ist aber gerade die Crux unserer Zeit, das Analysiervermögen des Individuums von Problemen oder Hypothesen hat individuelle Grenzen. Manchmal kann das Individuum sich sogar nicht wehren, denn wie soll er die Wahrheit herausfinden? Das wiederum erschwert nicht nur eine vernünftige Auseinandersetzung, insbesondere beim Austausch von Meinun-gen; sondern es hilft, dass der Mächtigere (an Meinungsmache[57] ) gewinnt.

Die Meinung als eine Entwicklungsstufe des Denkens

Wann und wie das menschliche Individuum im Laufe seiner Evolution aus dem sinnlichen Wahrnehmen seiner Umwelt das Denken „gelernt“ hat und durch dies Lehren gezogen hat, also gedacht hat, wissen wir nicht. Man kann sich vorstellen, dass ein Denken schon dann einsetzte, wenn aus der Wiederholung vom Geschehen über ein Gedächtnis der Vorgang auf die Zukunft übertragen wird, wenn also einst der vorsteinzeitliche Jäger sich darauf einstellen konnte, dass das Verhalten seines Objektes, des Tieres sich in der gleichen oder ähnlicher Weise wiederholen wird, wie es bisher war, er also das historische Geschehen gedanklich in die Zukunft projiziert, wenn er Sachverhalte abstrahieren und zu Denk-Symbolen verarbeiten konnte, wenn er das Denk-Symbol durch wiederholtes Anwenden in der Form von Annah-men (einer Vorstellung) schließlich noch als praktischen Erfolg verbuchen konnte und so in seine Denk- und Verhaltensweise übernahm.[58] Nicht zuletzt half das voneinander lernen in der Gemeinschaft zu vermehrtem Denkvermögen an sich. Heute gehört in diese Kategorie das Austauschen von Meinungen, soweit sie den Stand des Wissens inhaltlich darstellen.

Jedes Individuum sammelt – ursächlich genetisch bedingt –zunehmend kognitive Erfahrung. In der heutigen psychologischen Praxis kann somit auf ein Denken als Simulation von Erfah-rungen geschlossen, in die nach und nach persönliche unmittelbare Erfahrung eingebaut wird, also gedeutet werden.[59] Ein positives Nutzen des Denkens kann unter bestimmten Vorausset-zungen zu einem Erkenntnisgewinn führen, insbesondere dann, wenn dabei intensiv Gebrauch vom kritischen Denken gemacht wird. Der eine oder andere übernimmt nicht nur „Erfah-rung“, sondern überlegt darüber hinaus und sinnt nach Verständnis von Zusammenhängen. Derzeit setzt man die Anfänge wissenschaftlichen Denkens erst in eine relativ späte kulturel-le Epoche, man vermutet sie jedoch teilweise schon im Altertum, wobei der Begriff „wissen-schaftlich“ verschwommen ist.[60], jedoch sollte wenigstens die Nachvollziehbarkeit der jewei-ligen gedanklichen Vorgehensweise enthalten sein und vorausgesetzt werden können.[61]

Dass das Denken Ideen unterschiedlicher Wertigkeit produziert, wird in verschiedenen Ana-lysemethoden genutzt; z.B. offenbaren sich die individuellen kreativen Fähigkeiten beim „brainstorming“.[62] Viele glauben, dass unsere politischen Überzeugungen rational sind und dass wir sie durch sorgsames Abwägen von Argumenten erreichen", sagt Hibbing. "In Wirklichkeit sind sie aber nicht rational, wir rationalisieren sie nur hinterher."[63]

Die sozialen Netzwerke, die Kommentare zu Themen in Kommunikationsorganen, bei Leser-briefen usw. zeugen nicht nur von Vielfalt, sondern sie sind ein Spiegelbild des Denkens in der Gesellschaft, ihr Kundtun scheint in ihrer sehr bedingten Nützlichkeit zu liegen; sie wer-den kaum oder nicht beachtet, es sind eben Meinungen, selbst dann, wenn sie wissenschaft-liche Argumente sind, vielleicht, weil sie nicht dem politischen Zeitgeist entsprechen.[64] Ob das noch Demokratie ist, sei dahingestellt[65], insbesondere, ob sie überhaupt ein Spiegelbild von Überlegungen, durchdachten Sachverhalten sind. Die Demokratie im Sinne aktiver Teilnahme an der Gestaltung politischen Willens schrumpft. Regierungen können wohl gewählt und auch wieder abgewählt werden, die Themenhoheit bzw. Themendefinition liegt jedoch in einem Spannungsfeld zwischen (Partei-)politischen AkteurInnen, PR-Kampagnen und den Massenmedien. Die WählerInnen können darauf nur marginal Einfluss nehmen.[66]

Ob die Vorstellung einer elektronischen Teilhabe auch wirklich zum Tragen kommt, ist frag-lich. Im Sinne einer kollaborativen Demokratie geht es vielmehr dort darum, dass jedem und jeder die Möglichkeit offensteht, sich zu beteiligen, und dass die Chancen dazu in einer Ge-sellschaft gerecht verteilt sind. Das setzt eben voraus, dass Jugendliche lernen, zu partizipie-ren, und die dazu erforderlichen Fähigkeiten erwerben. Das heißt zugleich, kritisch denken zu lernen – und da erhält man aus der Öffentlich so gut wie kein Echo.

Oft können „Meinungsäußerungen“ dieser modernen Art allerdings eine Analyse über die Mehrfachschreiber und ihren Wissenshintergrund herausfordern[67] und zu einer Rangordnung der so produzierten Meinungs-Werte beitragen.[68] Wo der Mensch nicht mehr der schweigende Untertan ist, ist es nicht nur nicht gefährlich, ihn um seine Meinung zu fragen, sondern es wird schließlich eine Notwendigkeit, sei es auch nicht, um seinen Willen und seine Wünsche zu berück-sichtigen oder ihm seine Irrtümer und falsch verstandenen Interessen zu Bewußtsein zu bringen, sondern um ihn den eigenen Interessen gemäß zu formen. [69]

Das Überbrücken von Wissens- und Denk-Lücken durch Meinung

Irgendwann in kultureller Zeit muss es dazu gekommen sein, dass die Menschen einem Ziel zustreben und alle Kraft daran setzen, es zu erreichen. Dabei war es offensichtlich so, dass das „ Bessere“ die Triebkraft war, d.h. sich in Individuum Wünsche kumulierten, vielleicht eigene mit denen anderer Mitmenschen oder gar eines, unter dem man sich zusammenschar-te.[70] Selber zu denken ist laut einer Studie britischer Wissenschaftler viel zu anstrengend für einen Großteil der Menschen. [71] Ungeachtet dessen war der Mensch neben seinen Wahrneh-mungssinnen mit Gefühlen ausgestattet, aus denen konkretes Verlangen resultierte. Jedenfalls wird seit langem davon ausgegangen, dass der „Kampf ums Überleben“ das Primäre gewesen sei und dann wären die weiteren solche, Bedingungen für ein Erleichtern dessen zu schaffen gewesen und dann immer so weiter. Wir können das nur annehmen, wissen tun wir es nicht. In unseren Zeiten können wir sowohl (massenhafte) Fluchtbewegungen als auch organisierte Demonstrationen, aus den verschiedensten Gründen, beobachten. Der Drang, sich unterzuord-nen hat sich im Laufe der Geschichte nicht an sich geändert, die Grundzüge des Nichtauffal-lens in der Masse, sich nicht zu einer eigenen persönlichen Meinung offen bekennen zu müssen, gelten unvermindert. [72]

Offensichtlich wurden in sehr frühen Zeiten – gemäß den Sagen etc. - die Ansichten oder Meinungen eines Individuums für wertvoll er als die eines anderen oder der Gemeinschaft gehalten, weil sie Erfolg demonstrierten. In späterer Zeit kamen für eine solche Auszeichnung Forderungen nach (belegbarer) Verwertbarkeit von Erfahrungen und Erkenntnissen hinzu und damit konnte man zu einer Maßskala anzulegender Merkmale und Prinzipien kommen. Dennoch dauert es wohl lange, bis das Analysevermögen des Menschen genügend ausge-bildet war, um aus gewissen Denkvorstellungen über Grenzübergänge, z.B. mit der Vorstel-lung immer kleiner werdender Intervalle[73], weitere, darüber hinausgehende Vorstellungen zu entwickeln. Aber das geschah nur punktuell, weshalb und wegen der Fülle zu lösender Proble-me unsere reale Welt voll von Unvollkommenheiten theoretischer Überlegungen ist, dass man zu vorläufigen Denk-Methoden übergehen musste und sich dessen immer bewusst war oder sein sollte. Eine Erkenntnismöglichkeit für eine politische Führung besteht noch in der Aus-wertung von Meinungskundgebungen verschiedener Art, worunter die Petition [74] herausragt. – Da man keine Reaktionen von Redaktionen (Leserzuschriften), Fernsehsendungen (Kommen-tare) usw. wahrnehmen kann, wird dieses Ventil von Äußerungen dort offensichtlich nur zum Schein benutzt. Wieweit das bei den Petitionen der Fall ist, kann nicht beurteilt werden. Hier ist eine Äußerung in Ersuchen und Beschwerden kanalisiert und wird sachgemäß von einer politischen Institution, die gegenüber der Bundesregierung aber nur empfehlenden Charakter hat[75], mit einer Entscheidungs-Begründung bearbeitet.[76] Von den eingereichten Online-Petiti-onen werden nur etwa 5 % veröffentlicht.[77] Das Ergebnis der im Jahr zwischen 15 und 20 Tausend eingereichten Petitionen sind weniger als 10 % in dem Sinne erfolgreich, als dem Anliegen entsprochen wurde.[78] Die Chance, wirklich etwas ändern zu können, zeigt das Bei-spiel der Forderung nach voller und realitätsbezogenen amtlicher Information über das Ge-samtgebiet Arbeitslose, Niedrigverdiener usw. ist nahezu Null; einfach deshalb, weil es gegen die Absicht, etwas offiziell „besser“ darzustellen, als es ist, geht[79]

[...]


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Überbevölkerung

[2] http://tinyurl.com/hreuyrf http://tinyurl.com/j6uxzh9

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Hypothese

[4] http://tinyurl.com/za6x96c

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Forschungsgeschichte_des_Klimawandels

[6] http://tinyurl.com/zx7c3rq

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_Quadbeck-Seeger

[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change Kurzfassungen

[9] http://tinyurl.com/zszfplx

[10] http://tinyurl.com/hdg44qd S.6, dazu vgl. http://tinyurl.com/gtfyv6r

[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Maimonides

[12] http://tinyurl.com/j7rn3b3

[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)

[14] https://tinyurl.com/hkctxzt

[15] http://tinyurl.com/zz4hzxz http://tinyurl.com/hjbtqg7 Beispiele von Katastrophen-Hinweisen

[16] William Shakespeare http://tinyurl.com/j2lxv7d Beispiele von Apokalypse.

[17] http://tinyurl.com/hm69olq

[18] https://de.wikipedia.org/wiki/André­_Kostolany

[19] https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Carlyle

[20] http://tinyurl.com/z38gr6f http://tinyurl.com/hld7dwe S.5 nur globale Mittelwerte sind zuverlässig!?.

[21] https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Feynman

[22] http://tinyurl.com/hrdnvxe S.32

[23] Schlötel, W. Die Logik. Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht. 1854, S. 4

[24] wenn-Sätze sind in heutigen Gerichtsprozessen verpönt, denn das sind Bedingungen in einem Denkmodell und nicht unbedingt Beweise. Dagegen Urteil mathematisch: wenn ein Dreieck gleiche Seiten hat, dann hat es auch gleiche Winkel = Konstruktion eines Vorder- und Nachsatzes als logische Operation. Twesten, S. 53

[25] http://plato.stanford.edu/logic-nonmonotonic/ in http://de.wikipedia.org/wiki/Logik

[26] Twesten, A.D.Ch. Logik, 1825, S. 292 bis 295. siehe Fn. 1

[27] http://tinyurl.com/h3tmhv6

[28] http://tinyurl.com/jzega5b S. 108

[29] http://tinyurl.com/jkzuwjj

[30] http://tinyurl.com/zlwn74k

[31] http://tinyurl.com/jy2ff45 S. 119

[32] http://tinyurl.com/zbh9lwh

[33] http://tinyurl.com/hxsvjjb

[34] http://tinyurl.com/je9dj4f

[35] http://tinyurl.com/h7thhqc beispielhaft.

[36] http://tinyurl.com/h3t7aj8

[37] Beispiel: Leserkommentar 100 in http://tinyurl.com/jdwlygn Zustand in Nachbarschaft

[38] https://de.wikipedia.org/wiki/Komplex

[39] http://tinyurl.com/jgxmwnd

[40] http://tinyurl.com/gpoa8ph

[41] http://tinyurl.com/zdwpjsm

[42] http://tinyurl.com/jxaxqhl

[43] http://tinyurl.com/h9dwawc

[44] www.fachinfo.eu/fi035.pdf

[45] http://tinyurl.com/jsgo77o

[46] http://tinyurl.com/zd72kej

[47] http://tinyurl.com/jdwlygn http://tinyurl.com/h43ylpm http://tinyurl.com/gwv5ptj http://tinyurl.com/gqxjad9

[48] http://tinyurl.com/h5bkr67

[49] https://tinyurl.com/z44b9d2 Folie 9 vgl., „Glashauseffekt“ https://tinyurl.com/zos4yd5 Folie 10

[50] http://tinyurl.com/zjbnwmw

[51] http://tinyurl.com/h47y8ss

[52] http://tinyurl.com/jmehusr Nr. 29 Prof. Gerhard Kramm, Univ. Fairbanks/Alaska, Geophys. Institut

[53] http://tinyurl.com/z8svcbh Abschnitt 5. S. 85

[54] https://tinyurl.com/h74lt69

[55] http://tinyurl.com/jexta2j S. 59

[56] http://tinyurl.com/j9lnbtd

[57] http://tinyurl.com/hs3k59h

[58] http://tinyurl.com/htwgduk Exaption

[59] https://tinyurl.com/jmffsus Kognitionspsychologie

[60] https://tinyurl.com/zlctta6 S.134

[61] http://tinyurl.com/j39hshx

[62] https://de.wikipedia.org/wiki/Nutzwertanalyse

[63] http://tinyurl.com/zy9w6vs

[64] http://tinyurl.com/jxjos3x http://tinyurl.com/jrdekyv UBA und Erderwärmung, Verfasser JMosef Joffe https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Joffe

[65] http://tinyurl.com/jy65l63

[66] http://tinyurl.com/zkyd9wx S. 19 und 21

[67] http://tinyurl.com/jalv444 Beispiel, Kommentarchreiber-Meinungs-Basis.

[68] https://de.wikipedia.org/wiki/Werturteil Werturteilsstreit

[69] http://tinyurl.com/hfc8eo9

[70] http://tinyurl.com/gugru8u

[71] http://tinyurl.com/hnwgmmp http://tinyurl.com/z8yd7we

[72] http://tinyurl.com/j9f4nnw

[73] https://de.wikipedia.org/wiki/Differentialrechnung#Geschichte

[74] https://de.wikipedia.org/wiki/Petition

[75] http://tinyurl.com/jumnket

[76] http://tinyurl.com/j4jvaph

[77] https://de.wikipedia.org/wiki/Online-Petition

[78] http://tinyurl.com/hw25gvm

[79] http://tinyurl.com/zn8c3k9

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Die Meinungsbildung als Mengung von Wissen und Vermutungen – Oder wie man Nichtwissen verschleiert
Autor
Jahr
2016
Seiten
38
Katalognummer
V322798
ISBN (eBook)
9783668225053
ISBN (Buch)
9783668225060
Dateigröße
772 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es ist schwierig, den Text einem Fachbereicht zuzuordnen, da er mehrere Bereiche tangiert. In erster Linie dürfte hier die öffentliche Meinung (Politik) in Frage kommen. Er hat aber auch einen philosophischen Hintergrund und gehört zu den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens.
Schlagworte
meinungsbildung, mengung, vermutungen, oder, nichtwissen
Arbeit zitieren
Dr.-Ing. Adalbert Rabich (Autor), 2016, Die Meinungsbildung als Mengung von Wissen und Vermutungen – Oder wie man Nichtwissen verschleiert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322798

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Meinungsbildung als Mengung von
Wissen und Vermutungen – Oder wie man Nichtwissen verschleiert


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden