Führt eine flache Hierarchie zu größerer Effizienz? Ein Vergleich verschiedener Führungspsychologien


Hausarbeit, 2016
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff Hierarchie
2.1 Herkunft und Definition
2.2 Grundtypen der Hierarchie
2.3 Formen der Klassifizierung

3 Die flache Hierarchie
3.1 Aufbau der flachen Hierarchie
3.2 Chancen kurzer Entscheidungswege
3.3 Gefahren kurzer Entscheidungswege

4 Alternative Führungsformen

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Monohierarchie vs. Polyhierarchie

Abbildung 2: Vergleich Steile Hierarchie – Flache Hierarchie

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Grundtypen der Hierarchie

„Sobald eine gewisse Anzahl lebender Wesen vereinigt ist, einerlei, ob eine Herde Tiere oder eine Menschenmenge, unterstellen sie sich unwillkürlich einem Oberhaupt, d.h. einem Führer“ (LeBon, 1911) [1]

1 Einleitung

Ob in Familien, Vereinen, Unternehmen, der Tierwelt oder gar in Gefängnissen, die Rangfolge und Rangordnung ist in vielen sozialen Umfeldern erkennbar. Um dieses umfassende Thema zu kategorisieren, gibt die Arbeit einen Einblick in die betriebliche Hierarchie und ihre verschiedenen Organisationsformen. Dabei geht sie konkret auf die Führungsform einer flachen Hierarchie eines Unternehmens ein, welche auf kurze Entscheidungswege setzt.

Um sich diesem Thema anzunähern, beschäftigt sich der erste Teil mit dem allgemeinen Begriffsverständnis der Hierarchie. Woher kommt der Begriff und was bedeutet er? Im weiteren Verlauf geht es um die verschiedenen Grundtypen. Hierbei wird zum Ausdruck gebracht, welche verschiedenen Arten es gibt und in welchem Teilbereich sie angewendet werden. Ziel ist es, dem Leser das Wesentliche zu vermitteln, ohne dabei in die Tiefe der Thematik einzutauchen. Welche verschiedenen Organisationstypen kennen wir bereits und wenden wir in der heutigen Zeit an?

Der zweite Teil beschäftigt sich speziell mit einer Organisationsform, der flachen Hierarchie. Er beantwortet spezifisch die Frage, ob diese im Vergleich zur steilen Hierarchie mit kürzeren Entscheidungswegen eine effizientere Arbeitsmethode birgt. Welche Chancen ergeben sich daraus? Welche Gefahren können dadurch im Unternehmen entstehen?

Der letzte Part verschafft dem Leser einen kurzen Einblick über alternative Führungs- und Organisationsformen und erläutert diese.

Im Fazit dieser Hausarbeit folgt eine Abwägung der Ergebnisse mit einer begründeten Stellungnahme.

2 Der Begriff Hierarchie

2.1 Herkunft und Definition

Woher kommt der Ausdruck „Hierarchie“? Hierfür gehen wir weit zurück in das 17. Jahrhundert n. Chr. Der Begriff setzt sich aus dem altgriechischen Wort für heilig, hieros bzw. ἱερός, und Führung, archē bzw. ἀρχή zusammen. Im früheren Gebrauch bzw. in kirchenlateinisch wurde es als „Rangordnung der Weihen“ bezeichnet. Um festzulegen, ob eine Hierarchie steil oder flach aufgebaut ist, kommt es auf die Anzahl der Ebenen an. Je mehr Stufen zwischen der untersten und der obersten Ebene folgen, desto steiler ist die Hierarchie. Im Gegenstück spricht man bei weniger Entscheidungswegen von einer flachen Hierarchie.[2]

In der heutigen Zeit ist es ein Ordnungsprinzip in nahezu allen Organisationen und Netzwerken, sozialer oder unternehmerischer Art. Die Hierarchie dient dazu, verschiedene Ebenen in einer Rangfolge unter- bzw. überzuordnen. Dabei gibt es ein oberstes Element mit beliebig vielen untergeordneten Elementen. Die Klassifizierung (Einordnung) oder Klassierung (Einteilung) birgt oftmals schon eine Wertigkeit der Rangordnung in sich. Ein wichtiger Parameter für die Einteilung oder die hierarchische Ordnung in einem System ist häufig mit der Intensität des Beitrages oder Dauer der Zugehörigkeit verbunden. So steht ein Mitglied im System in der Ebene höher, je größer der Beitrag ist. Ein wohl sehr bekanntes Beispiel hierfür ist der Internationale Währungsfonds (IWF). Hierbei spielt vor allem die Beitragshöhe eine große Rolle für die Verteilung der Stimmanzahlen.[3]

Im Allgemeinen gibt das Ordnungsprinzip dem jeweiligen Vorgesetzten das Recht, Befehle durch eine autoritäre Weisung zu geben. Dieses Recht muss nicht zwangsläufig ausgeübt werden. Wird jedoch von diesem Recht Gebrauch gemacht, so ist auf Grund der arbeitsvertraglichen Gehorsamspflicht, der autoritären Weisung Folge zu leisten.

2.2 Grundtypen der Hierarchie

Hierarchietypen lassen sich nach folgenden Kriterien differenzieren. Zum einen, inwiefern die Führungskräfte aus dem freien Wettbewerb auf die Führungspositionen gelangt sind, und zum anderen, welchen Teil sie an Entscheidungsprozessen beitragen.[4] Siehe hierzu zunächst die untenstehende Tabelle.

Ta belle 1 : Grundtypen der Hierarchie Quelle: Deeg & Weigler, Die Integration von Individuum und Organisation, 2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Den bekanntesten Grundtyp aller Hierarchien stellt die Autokratische Hierarchie dar - eine Zusammensetzung der Führungsspitzen als eine autoritäre und herrschende Einheit. Die Entscheidungen liegen klar bei der Führungsspitze, kleinere bzw. speziellere Aufgaben werden gegebenenfalls an untergeordnete Spezialabteilungen delegiert. Diese unterliegen der Gehorsamspflicht, sodass durch die Führungsetage eine Erwartungshaltung zur Erfüllung der Aufgaben besteht und mit einer strengen Kontrolle zu rechnen ist.[5]

In der Kompetitiven Hierarchie werden die Führungsspitzen nicht intern, sondern im freien Wettbewerbsumfeld vergeben. Diese Form der Stellenvergabe gleicht einer Demokratie. Ähnlich wie in der autokratischen Hierarchie besteht das Prinzip der Führung aus den Weisungsbefugnissen der Elite. Durch das demokratische Wahlverfahren zur Besetzung der Leitungspositionen haben die Untergeordneten kein Partizipationsrecht, können jedoch die personelle Stellenbesetzung beeinflussen. Die Kompetitive Hierarchie wird auf Grund des sehr demokratischen und umweltorientierten Aufbaus vorwiegend in Wohltätigen Organisationen oder sogenannten Dritten Sektoren („Non-Profit -Sektor“, z.B. Krankenhäuser) angewandt.[6]

Bei Fluktuierenden Hierarchien herrscht ein stetiger Wechsel der jeweiligen Kompetenzträger und Entscheidungsverantwortlichen, da die Stellenbesetzung je nach Aufgabenstellung der Organisationmitglieder von Situation zu Situation neu vergeben wird. Die jeweiligen Mitglieder bestimmen somit eigenständig die Hierarchiestruktur. Die Hierarchieform ist mit ihrer temporären und flexiblen Struktur hauptsächlich darauf ausgelegt, Variablen der Umwelt zu bezwingen.[7]

In dem vierten Grundtyp der Hierarchie, der Partizipativen Hierarchie, bindet die Führungskraft die jeweiligen untergeordneten Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse ein. Dies stellt einen grundlegenden Unterschied zur Autokratischen Hierarchie dar. Durch die Einbindung des Mitarbeiters soll die Selbstständigkeit gefördert und motivationale Defizite vermieden werden. Gefahr hierbei ist die Entstehung langer Sachdiskussionen resultierend aus vielen verschiedenen Meinungen, welche den Entscheidungsprozess bis zur endgültigen Lösungsfindung erheblich verzögern würde.[8]

2.3 Formen der Klassifizierung

Die Hierarchie wird grundsätzlich in die Monohierarchie (starke Hierarchie bzw. auch Hierarchie mit Einfachvererbung genannt) und in die Polyhierarchie (schwache Hierarchie oder Hierarchie mit Mehrfachvererbung genannt) unterschieden. Der Unterschied besteht in der Klassifizierung. Bei der Monohierarchie ist die Reihenfolge klar geregelt - jedes Element ist genau einer Oberkategorie zugeordnet. Diese Klassifizierung kann Vorteile haben, da die Struktur für den Nutzer klar und übersichtlich ist. Problematisch jedoch ist, dass nahezu alle Dinge polydimensional sind. So kann zum Beispiel ein Mountainbike sowohl unter die Kategorie Fahrzeug als auch unter die Kategorie Sportgeräte fallen. Siehe hierzu die untenstehende Abbildung.[9]

[...]


[1] (LeBon, 1911, S. 83)

[2] (http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/hierarchie.html, 2016)

[3] (https://de.wikipedia.org/wiki/Hierarchie, 2016)

[4] Dahl, 1971

[5] (Weber, 2006), (Wild, 1973)

[6] (Schumpeter, 2005)

[7] (Reihlen, Entwicklungsfähige Planungssysteme, 1997)

[8] (https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenf%C3%BChrung, 2016), (http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/partizipative-fuehrung.html, 2016)

[9] (http://glossar.hs-augsburg.de/Monohierarchie, 2016)

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Führt eine flache Hierarchie zu größerer Effizienz? Ein Vergleich verschiedener Führungspsychologien
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie München e. V  (VWA)
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V323154
ISBN (eBook)
9783668223219
ISBN (Buch)
9783668223226
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hierarchie, Führungspsychologie, Wirtschaftspsychologie, Hausarbeit, Hausarbeit Hierarchie
Arbeit zitieren
Marcel Guntow (Autor), 2016, Führt eine flache Hierarchie zu größerer Effizienz? Ein Vergleich verschiedener Führungspsychologien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323154

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