Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensgründung. Exemplarische Darstellung an einem Startup-Unternehmen für Handyspiele


Hausarbeit, 2016
34 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. 1.Einführung

2. 2. Charakteristika von Startup-Unternehmen
2.1 Definitionen von Startup-Unternehmen
2.2 Lebenszyklus von Unternehmen
2.3 Startup-Probleme bei Startup-Unternehmen
2.4 Strategische Erfolgsfaktoren

3. 3. Das Executive Summary - Planung des Unternehmens
3.1 Die Geschäftsidee
3.1.1 Rechtsform
3.1.2 Standort
3.1.4 Psychologische Aspekte der Gründung
3.1.5 Anforderungen und Kompetenzen der Unternehmensgründer
3.2 Die App der Wahl
3.2.1 Finanzierung und Kosten
3.2.2 Zielgruppe
3.2.3 Stärken und Schwächen
3.3 Marktanalyse
3.3.1 Mitbewerber im Wettbewerb
3.3.2 Markt- und Umsatzplanung
3.3.3 Personalplanung
3.3.4 Kosten/Tilgungsplanung
3.3.5 Investitionsplanung
3.3.6 Rentabilitätsplanung
3.3.7 Liquiditätsplanung
3.3.8 Kapitalbedarfsplanung und Finanzierungsplan
3.4 Marketing
3.5 Rechtliches
3.6 Risiko
3.7 Ziele und Visionen
3.8 Zeitplan

4. 4. Schlussgedanken

5. Glossar

6. Literaturverzeichnis

1.Einführung

„Es gibt da draußen immer noch Welten zu erobern.“

(Rupert Murdoch 1931)

Diese Erkenntnis spiegelt einen äußerst innovativen und sich pausenlos im Fortschritt befindlichen informationstechnischen Markt wieder, der durch extrem kurze Entwicklungszyklen stetiger Veränderung unterliegt.

Innerhalb dieser Branche stellen sich Apps mittlerweile als Standard auf nahezu jeglicher Art von multimedialen Endgeräten dar. Sie werden für nahezu alle Bereiche und Gelegenheiten entwickelt, stetig optimiert und an neue Systeme angepasst.

Neben äußerst nützlichen Anwendungen wie Kalender- und Adressfunktionen, Karten- oder Navigations-Apps, sowie den vielen kleinen Helfern des alltäglichen Lebens (Hotelbuchungen, Preisvergleiche, Bus- und Zugfahrpläne etc.), existieren Apps beispielsweise in den Sparten Kreativität (Fototools, Malprogramme) und Musik. Auch kulturelle Interessen (interaktive Museen, Zeitungen und Zeitschriften) werden durch eine Vielzahl an Apps bedient. Social-Networking (Facebook, Twitter etc.) erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit und auf fast jedem Handy installiert.

Apps bieten dem Kunden größtmögliche individuelle Flexibilität und Mehrwert im Alltag. Spiele-Apps scheinen auf den ersten Blick nicht zwingend diesen Auswahlkriterien zu unterliegen, allerdings profitieren sie aufgrund von Veränderungen der gesellschaftlichen Lebensweise und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Entwicklung von ihrer Kurzweil, die diese Programme auszeichnet.

Bedingt durch Stress und Hektik des alltäglichen Lebens geht der Trend vermehrt in die Richtung des kleinen Spielvergnügens zwischendurch. Jedoch sind weder sämtliche Potenziale in diesem Sektor ausgeschöpft, noch alle Bereiche vollständig abgedeckt.

An dieser Stelle setzt diese Arbeit an und versucht, bezogen auf die vorliegende Aufgabenstellung, die Idee eines Unternehmens für Spiele-Apps darzulegen und gleichzeitig aufzuzeigen welche erforderlichen Schritte nötig sind, um diese Idee im Rahmen einer Startup-Gründung zu verwirklichen.

2. Charakteristika von Startup-Unternehmen

2.1 Definitionen von Startup-Unternehmen

Größtenteils wird der neuzeitliche Begriff des Startup-Unternehmens im Kontext der Globalisierung mit technologischem Fortschritt und Entwicklung verbunden. Allerdings erkannte bereits Wirtschafts- und Sozialökonom J.A. Schumpeter (1911) Potenziale dieser Art der Unternehmensstruktur.

So sah er die dynamische Flexibilität des Unternehmers als Kernelement bei der Durchsetzung von Innovationen im laufenden Wettbewerb. Pionierunternehmer setzen neue Kombinationen und erwirtschaften Monopolgewinne. „ Neue Kombinationen“ wird in den Ausführungen Schumpeters im Sinne von Innovation verstanden. Durch schnelle Maximierung der Rendite und des damit einhergehenden Wachstums eines Unternehmens wird der Markt von weiteren Unternehmern betreten. Durch die damit rückläufige Gewinnspanne werden Pionierunternehmer erneut dazu gezwungen, weitere innovative Ideen zu entwickeln.[1]

Bedingt durch ihr hohes Innovationspotenzial gelten junge Startup-Unternehmen seit einigen Jahren im deutschen Wirtschafts- und Technologiesektor als großer Hoffnungsträger, um den Abstand zu den technologisch enteilten USA wieder etwas verringern zu können.[2]

Dies wird auch durch aktuelle Fondgründungen vom BMWi in Kooperation mit der KfW und EIF verdeutlicht, wonach Deutschland für Wagniskapitalgeber deutlich attraktiver gestaltet werden soll.[3]

Wie notwendig diese Maßnahmen sind, zeigten bereits Brettel/Rudolf und Witt, die die Wichtigkeit der Eigenkapitalfinanzierung durch Risikokapitalgeber für Startups hervorheben. Ferner sehen sie die Finanzierung von Wachstumsunternehmen - wie Startups auch genannt werden -, aufgrund des erhöhten Risikopotenzials als größte betriebswirtschaftliche Herausforderung. Sie stellen zudem die Bedeutsamkeit der Wachstumsunternehmen für Volkswirtschaften heraus und begründen dies durch stattfindende innovative Wertschöpfungsprozesse und damit einhergehend Arbeitsplatz schaffenden Maßnahmen sowie die hohe Rendite auf investiertes Kapital.

Somit grenzen sie Startups von mittelständischen Unternehmen ab, bei denen traditionell die Finanzierung über Bankkredite überwiegt.[4]

Weitere Definitionen findet man in den Gabler Kompaktlexika für Unternehmensgründung 2005 und 2009 sowie im Gabler Kompaktlexikon Wirtschaft 2011, wo es heißt:

„Im wirtschaftlichen Kontext jede Form einer Unternehmensgründung. Manchmal wird S. allerdings bewusst eingeschränkt auf originäre Gründungen (nicht Übernahmen) verwendet. Die Verwendung in deutschsprachigen Texten erfolgt eher umgangssprachlich oder unter vorläufiger Zurückstellung weiterer Präzisierung“.[5]

„Unternehmen, das aufgrund einer innovativen Geschäftsidee neu gegründet wird. S.-u.-U. verfügen in den meisten Fällen nur über ein geringes Startkapital. Zur Ausweitung ihrer Geschäfte sind sie somit darauf angewiesen, Startkapital (Venture-Capital) zu erhalten, z.B. durch Business Angels, oder durch Börsengang (Initial Public Offering (IPO))“.[6]

Nach Fischer lassen sich neben der Vielzahl von Definitionen auch verschiedene Synonyme in Bezug auf Startup-Unternehmen anwenden.

Begrifflichkeiten wie technologieorientierte Unternehmensgründung (TOU), junge Technologieunternehmen (JTU), High-Tech-Gründungen, Hochtechnologieunternehmen, verwandte Begriffe wie Small Offices/ Home Offices (SOHOS) oder eben den vorrangig verwendeten Begriff Startup-Unternehmen.[7]

Fischer stellt zudem heraus, dass alle existierenden Definitionen die Forschungs-und Entwicklungsorientierung sowie den Technologiegrad der Innovationstätigkeiten in sich vereinen, so dass diesen Merkmalen zentrale Bedeutung zukommt.[8]

Steve Blank, amerikanischer Unternehmer, Dozent und Autor definiert das Startup-Unternehmen ins Deutsche übersetzt als

eine temporär existierende Organisation auf der Suche nach einem skalierbaren und nachhaltigen Geschäftsmodell"[9]

Eric Ries der mit seinem äußerst erfolgreichen zweiten Startup Anlauf IMVU durch Steve Blank als Investor profitierte, stellte eine weitere Definition auf.

„menschliche Institution, die ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung in einem Umfeld extremer Ungewissheit entwickelt“[10]

2.2 Lebenszyklus von Unternehmen

Der Begriff des Lebenszyklus bezieht sich auf die Absatzentwicklung eines Produktes unter Berücksichtigung bestimmter Phasen, die es durchläuft.[11]

Dieses Konzept kann jedoch auch durch Integration aller produzierten Güter und Dienstleistungen auf ein Unternehmen übertragen werden[12] Die Unterteilung in Lebensphasen eines Unternehmens hilft bei der Differenzierung unterschiedlicher Kapital- und Beratungsbedürfnisse sowie bei möglichen Finanzierungs- und Beratungsalternativen.

Ein Startup-Unternehmen durchläuft verschiedene Entwicklungsphasen. Nach klassischer Verlaufsideologie unterscheidet man in Early-Stage-Phase, Expansion-Stage-Phase sowie die Later-Stage-Phase. Die Early-Stage-Phase differenziert sich dabei noch in Seed- und Startup-Phase. Weitere Unterteilungen finden sich in der Later-Stage-Phase, die in Bridge- sowie die MBOIMBI-Phase unterteilt wird.[13]

Das folgend dargestellte Lebenszyklusmodell nach Geigenberger 1999, S. 49 und Schefczyk 1998, S. 37ff" veranschaulicht dies.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Lebenszyklus eines Unternehmens nach Geigenberger 1999 und Schefczyk 1998

2.3 Startup-Probleme bei Startup-Unternehmen

Bis in die Later-Stage-Phase oder Reifephase schaffen es nur wenige Neugründungen. Viele Unternehmensgründungen unterschätzen das Fehlerpotenzial, welches eine Gründung mit sich bringt. Denn oft bedarf es nicht nur einer innovativen Geschäftsidee, sondern zudem einer ausgeprägten Polyvalenz der Gründer, so dass sämtliche den Gründungsprozess begleitende, interdisziplinäre Anforderungen gemeistert werden können.

Jörg Binnenbrücker, Gründer des Risikokapitalgebers Capnamic-Ventures verfasste einen Beitrag zum Thema Gründungsfehler, die es als Startup-Unternehmer zu vermeiden gilt. Dazu zählte er unter anderem Beratungsresistenz gegenüber Ratschlägen gerade in der Anfangsphase, Defokussierung sowie Prioritätenverlust hinsichtlich Kunden, Produkt und Ressourcen und Fehler beim Recruiting, welche ebenfalls häufig zum ungeplanten Exit des Startups führen, da die dadurch meist teamintern fehlende Fachkompetenz, Defizite vor allem im Management schonungslos aufdeckt.[14]

Auch Gonzalo Martin Villa, Chef des Startup-Gründerzentrums Wayra des spanischen Telekom Riesen Telefonica erkennt identisches Fehlerpotenzial. Er beruft sich dabei auf die Erfahrung, der von ihm betreuten 315 Startup Gründungen, von denen lediglich 41 aufgeben mussten.[15]

Einen äußerst interessanten Ansatz verfolgt das durch Eric Ries - Mitbegründer von IMVU - entwickelte Modell des Lean-Startup. Er lehnt allgemeingültige und traditionelle Managementmethoden als Erfolgsfaktor eines Startup Unternehmen ab.

Ries begründet dies durch die besondere Art der Unternehmensstruktur, die ein Startup gewöhnlich vorweist. Disruptive Innovation sowie stetige Evaluation verlangen nach einer neuen Form des Managements.

Häufiges Scheitern eines Startups liegt für ihn sowohl an der peniblen Orientierung an einen klassischen Businessplan, einer zurechtgelegten Strategie oder auch an zu intensiver Marktforschung sowie an der Konzeptlosigkeit, die sich aus dem für Startups festgestellten Unvermögen klassischer Managementmethoden bedingt.[16]

2.4 Strategische Erfolgsfaktoren

„Strategische Erfolgsfaktoren sind die zentralen Untersuchungseinheiten in der empirischen Strategieforschung für die Unternehmens- und Marketingplanung. Der Erfolgsfaktorenansatz beruht auf der Annahme, dass […] wenige aber grundlegende Einflussgrößen existieren, die […] entscheidend sind. Erfolgsfaktoren können sowohl durch Merkmale des Unternehmens als auch durch dessen Umwelt begründet sein. Forschungsergebnisse über Erfolgsfaktoren beruhen sowohl auf Studien über Einzelunternehmen als auch auf breit angelegten Quer- und Längsschnittanalysen von u.a. in drei Quellen […] Den wohl bedeutsamsten Beitrag lieferten die Befunde der PIMS-Forschung […] über generelle und wirtschaftszweigbezogene quantitative Analysen […] Den Einfluss von Unternehmensdaten. Je nach Art der analysierten Einflussgrößen werden qualitative und quantitative Erfolgsfaktoren unterschieden. Die grundlegenden Hypothesen zum Einfluss von Erfolgsfaktoren finden sich qualitativen Faktoren auf den Unternehmenserfolg stellen […] heraus. Die dritte Quelle untersucht Erfolgsfaktoren als kritische Größen […] nicht primär ausgerichtet auf die Aufdeckung von Erfolgsfaktoren großer Reichweite, sondern verbindet das Erfolgsfaktorenkonzept mit dem Problem des Designs strategischer Informations- und Entscheidungssysteme.“[17]

3. Das Executive Summary - Planung des Unternehmens

3.1 Die Geschäftsidee

Nach eingehender Marktanalyse schon während der Studienzeit planen die beiden Gesellschafter das zugrundeliegende Startup-Unternehmen in einen als hochpotentiell einzustufenden Marktsektor der Handy- und Tablet-Apps zu implementieren – Spiele für Kinder.

Zwar existiert in dieser Sparte ein umfangreiches Angebot – selbst für die Kleinsten – welches jedoch bis auf wenige Ausnahmen hinsichtlich Bedienung, sinnvollem oder pädagogisch wertvollen Inhalten als größtenteils wenig innovativ und inspiriert bezeichnet werden kann.

Hauptaugenmerk der Planungen liegt auf dem Einsatz von Handy und Tablet für Kinder mit körperlich-motorischen und/oder kognitiven Beeinträchtigungen. Die Kinder sollen spielerisch erlernen, wie sie diese Geräte als zusätzliches Lernmedium, prothetisches Hilfsmittel und Werkzeug zur gezielten Förderung einsetzen können. Somit wird in hohem Maße Motivation und Lernerfolg garantiert.[18]

[...]


[1] vgl. Schumpeter 1942, S. 100 zitiert nach Fischer 2004, S. 7

[2] vgl. http://www.kas.de/wf/doc/kas_29348-544-1-30.pdf?160114114853

[3] vgl. http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=757598.html

[4] vgl. Brettel/Rudolf/Witt 2005

[5] vgl. Gabler Kompakt Unternehmensgründung 2005 und 2009

[6] vgl. Gabler Kompakt Wirtschaft 11.Auflage

[7] vgl. Fischer 2004

[8] vgl. Fischer 2004

[9] vgl. http://www.daniel-bartel.de/was-ist-ein-startup.html

[10] vgl. Ries 2014, S.28

[11] vgl. Gabler Kompakt Wirtschaft, S355

[12] vgl. Zimmer 1998, S. 41ff.

[13] Vgl. Engelmann et al. 2000, S. 25ff und Geigenberger 1999, S. 48ff.

[14] vgl. http://www.gruenderszene.de/allgemein/fehler-startups-vermeiden

[15] vgl. http://www.welt.de/wall-street-journal/article125386484/Das-sind-die-fuenf-gro essten-Fehler-von-Firmengruendern.html

[16] vgl. Eric Ries, 2014, S.16 bis 21

[17] http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/erfolgsfaktoren/erfolgsfaktoren.htm

[18] vgl. Bezirksregierung Münster, PPT, 2015

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensgründung. Exemplarische Darstellung an einem Startup-Unternehmen für Handyspiele
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
34
Katalognummer
V323204
ISBN (eBook)
9783668233164
ISBN (Buch)
9783668233171
Dateigröße
632 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensgründung, Startup, Erfolgsfaktoren
Arbeit zitieren
Ingo Stolp (Autor), 2016, Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensgründung. Exemplarische Darstellung an einem Startup-Unternehmen für Handyspiele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323204

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