Der kategorische Imperativ unter Honneths Perspektive des reflexiven Rechts


Seminararbeit, 2015

20 Seiten, Note: 11

Anonym


Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung

B. Inhaltsangabe der Textfundstelle S. 171-175 aus dem Werk 1 „Kritik der praktischen Vernunft“ von Immanuel Kant

C. Systematische Einordnung in das Werk des Autors
I. Die Kantische Handlungstheorie in Grundzügen
II. Moralisches Handeln nach Kant
III. Der kategorische Imperativ unter Honneths Perspektive 10 des reflexiven Rechts

D. Stellungnahme
I. Der kategorische Imperativ im Ganzen
II. Der kategorische Imperativ und ich

Literaturverzeichnis

Cassirer, Ernst/ Bast, Rainer A.

Rousseau, Kant, Goethe 1991

Höffe, Otfried (Hrsg.)

John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit

2. Auflage, 2006

(zitiert als: Bearbeiter, Eine Theorie der Gerechtigkeit)

Höffe, Otfried (Hrsg.)

Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft

2. Auflage, 2011

(zitiert als: Bearbeiter, Kritik der praktischen Vernunft)

Honneth, Axel

Das Recht der Freiheit 2013

Jensen, Bernhard

Was heißt sich orientieren? Von der Krise der Aufklärung zur Orientierung der Vernunft nach Kant

Kant, Immanuel

Kritik der praktischen Vernunft 2013

(zitiert als: Kant, Kritik der praktischen Vernunft)

Kant, Immanuel

Zum ewigen Frieden: ein philosophischer Entwurf 2008

(zitiert als: Kant, zum ewigen Frieden)

Niedringhaus, Sönke

Die Rechtfertigung politischer Gerechtigkeit 2014

Sala, Giovanni B.

Kants „Kritik der praktischen Vernunft“: ein Kommentar 2004

Steinbeck, Wolfram

I. Kant zu ehren, ed. J. Kopper und R. Malter; Kritik der reinen Vernunft; Kritik der praktischen Vernunft; Kritik der Urteilskraft; Kant Brevier, ed. W. Weischedel; Materialien zu Kants Kritik der Urteilskraft, ed. J. Kulenkampff. in: Kant-Studien; 1975, Band 66, Ausgabe 1, Seiten 149-151 (zitiert als: Steinbeck, Kant-Studien, 1975, 149)

Tugendhat, Ernst

Der Begriff der Willensfreiheit

A. Einleitung

Diese Arbeit handelt von einer Textfundstelle aus dem Werk die „Kritik der praktischen Vernunft“ von Immanuel Kant, dessen These sich auch in Honneths Werk „Das Recht der Freiheit - Grundriss einer demokratischen Sittlichkeit“ wiederfindet. Anhand einer Inhaltsangabe soll die zu besprechende Textfundstelle in dieser Arbeit zunächst ausführlich beleuchtet werden. Es folgt eine systematische Einordnung der Textfundstelle in das Werk des Autors innerhalb derer die Kantischen Handlungstheorie in Grundzügen dargestellt und auf das moralische Handeln nach Kant eingegangen wird. Darauf aufbauend wird die Textfundstelle aus Kants Werk in Honneths Perspektive des reflexiven Rechts, die er im zweiten Kapitel seines Werks „Das Recht der Freiheit“ darstellt, eingeordnet, gefolgt von einer Stellungnahme des Bearbeiters.

B. Inhaltsangabe der Textfundstelle (S. 171-175) aus dem Werk „Kritik der praktischen Vernunft“ von Immanuel Kant

Die Textfundstelle, die in dieser Arbeit thematisiert werden soll, befindet sich im ersten Teil des ersten Buchs des Werks „Kritik der praktischen Vernunft“ von Kant. Es handelt sich dabei um einen Auszug aus dem dritten Hauptstück. Das dritte Hauptstück von Kant trägt den Titel „Von den Triebfedern der reinen praktischen Vernunft“ und behandelt unter anderem in einem Teil dieses Hauptstücks die „Kritische Beleuchtung der Analytik der reinen praktischen Vernunft“, worin sich auch die dieser Arbeit zugrunde liegende Textfundstelle befindet.1

Auf den Seiten 171-175 behandelt Kant die Bestimmungsgründe der Kausalität eines Wesens und dessen Selbstgesetzgebung in Bezug auf die unvermeidliche Naturnotwendigkeit und leitet daraus seine These des kategorischen Imperativs ab.2

Kant leitet die Textfundstelle damit ein, was wäre, wenn man einem Wesen Freiheit beilegen wollen würde. Man könnte dieses Wesen jedoch nicht einfach „vom Gesetz der Naturnotwendigkeit aller Begebenheiten“, weder „in seiner Existenz“ noch in seinen Handlungen, ausnehmen, da dies ungefähr so wäre, als es „dem blinden Ungefähr zu übergeben“.3

Das Gesetz der Naturnotwendigkeit beschreibt Kant als „Kausalität der Dinge, sofern ihr Dasein in der Zeit bestimmbar ist“. Die stetige Naturkette ist für Kant eine unendliche Reihe von Begebenheiten, die sich nach einer schon vorher bestimmten Ordnung immer weiter fortsetzt und nirgends von selbst anfängt. In jedem Zeitpunkt untersteht man eben dieser Naturkette, durch die man zum Handeln bestimmt wird. Dies liegt nicht in der Gewalt „eines jeden Wesens“. So schlussfolgert Kant, dass die Freiheit, wenn dieses „die Art wäre, wonach man sich (...) das Dasein dieser Dinge an sich selbst vorzustellen hätte“ als ein nichtiger und unmöglicher Begriff zu verwerfen wäre.4

Möchte man die Freiheit doch noch retten, so müsste man das Dasein eines Wesens mit dem „Gesetze der Naturnotwendigkeit“ und der Freiheit vereinen, wobei Kant hier Schwierigkeiten in der Umsetzung sieht, die dies „untunlich zu machen scheinen“.5

Kant fragt sich, wie denn ein Wesen frei sein kann, wenn es doch unter der „unvermeidlichen Naturnotwendigkeit steht“ und möchte nicht eine Ausflucht darin finden, die „Art der Bestimmungsgründe der Kausalität eines Wesens“ an einen „komparativen Begriff der Freiheit“ anzupassen, wonach der bestimmende Naturgrund sich innerhalb des wirkenden Wesens befindet.6 Diese Form der komparativen Freiheit beschreibt Kant anhand des Beispiels eines geworfenen Körpers so, dass der geworfene Körper im Flug auch nicht von außen getrieben wird, sondern aus sich selbst heraus. Auch die Bewegung einer Uhr könne man danach als frei bezeichnen, „weil sie ihren Zeiger selbst treibt“. Die Handlungen eines Menschen könne man im Rahmen der komparativen Freiheit erst dann als frei nennen, wenn diese Handlungen durch innere, aus eigenen Vorstellungen erzeugte Begierden und somit „nach unserem eigenen Belieben bewirkte Handlungen sind“. Dies ist nach Kant jedoch ein „elender Behelf“ und kann dieses schwere Problem nicht lösen.7

Kant kommt hingegen auch zu der Erkenntnis, dass immer „Bestimmungsgründe der Kausalität eines Wesens“ ein Subjekt handeln lassen, was er kritisch als eine psychologische Freiheit bezeichnet. Dies lässt nach Kant auf eine Naturnotwendigkeit schließen, „die mithin keine transzendentale Freiheit übrig“ lässt.8 Weiter führt er aus, dass man die Naturgesetze der Kausalität auch als Mechanismus bezeichnen kann, worunter man auch verstehen kann, dass Dinge, die diesem Mechanismus unterworfen seien eigentlich materielle Maschinen sein müssten. Wenn die Freiheit des Willens keine andere, als die beschriebene wäre, so, so Kant, wäre das nicht besser „als die Freiheit eines Bratenwenders“, der, einmal aufgezogen auch „von selbst seine Bewegungen ausführt“.9 Diesen „Widerspruch zwischen Naturmechanismus und Freiheit in ein und derselben Handlung“ muss man lösen. Kant tut dies, indem er die gewonnenen Thesen aus seinem Werk „die Kritik der reinen Vernunft“ weiterentwickelt hat.10 Das Subjekt, das sich auch seiner bewusst ist, betrachtet sich „als bestimmbar durch Gesetze, die es sich durch Vernunft selbst gibt“. So ist für das Sinneswesen jede Handlung „im Bewusstsein seiner intelligibelen Existenz“ nicht Folge seiner Kausalität sondern jede Handlung erfolgt „dem inneren Sinne gemäß“. Das Vernunftwesen unterscheidet sich von einem Wesen das der natürlichen Kausalität unterliegt, indem es auch jede Handlung hätte unterlassen können, da das zum „Phänomen seines Charakters, den es sich selbst verschafft“ hat, gehört und sich „die Kausalität jener Erscheinungen selbst zuzurechnen hat“.11 Auch spricht Kant an dieser Stelle dem Menschen ein Gewissen zu, welches im Innern eines Menschen zu ihm selbst spricht, sobald man sich gesetzeswidrig verhält.12

C. Systematische Einordnung in das Werk des Autors

Das von Kant geschaffene literarische Werk wird von vielen Autoren auch als Werk von Weltbedeutung bezeichnet, welches jedoch als Primärtext schwer zugänglich sei.13 Die „Kritik der praktischen Vernunft“ wurde von Kant nach der „Kritik der reinen Vernunft“ 1788 im Zeitalter der Aufklärung gegen Ende des 18. Jahrhunderts verfasst.14 In seinem Werk die „Kritik der praktischen Vernunft“ geht er nun vor allem der Frage der Vernunft nach.15 Nach der „Kritik der praktischen Vernunft“ hat Kant noch die „Kritik der Urteilskraft“ veröffentlicht.

Um die Textfundstelle in das Werk Immanuel Kants einordnen zu können muss man zunächst wissen, dass Kant ein Enthusiast der reinen Rechtsidee gewesen ist.16 Nach Kant hat es keinen Sinn mehr, dass Menschen auf der Erde existieren, wenn das Recht verkümmert oder vernichtet werden würde.17 So handelt auch dieses Werk von Kant von den Vorstellungen Kants über Moral und Sinnlichkeit nach den Gesetzen.

Es ist wohl zunächst nicht ganz offensichtlich, welche Funktion dieses dritte Hauptstück innerhalb der Kantischen Theorien erfüllen soll, wenn man dessen systematische Funktion untersucht.18 Sein Werk beginnt im ersten Hauptstück mit den praktischen Grundsätzen, behandelt im zweiten Hauptstück dann die wesentlichen Begriffe, wie beispielsweise das „Gute“ und „Böse“ und beschäftigt sich im dritten Hauptstück mit der Sinnlichkeit. Wobei sich Kant mit dem Thema der Sinnlichkeit bereits ausführlich in den ersten beiden Hauptstücken beschäftigt hat. Im ersten Hauptstück zeigt er, dass Handeln aus Bestimmungsgründen der Sinnlichkeit zu Heteronomie führt, und, dass autonomes (also moralisches) Handeln von den Sinnen unabhängig bestimmbar sein muss.19 Bereits am Ende des ersten Hauptstücks steht für Kant fest, dass die Möglichkeit des moralischen Handelns besteht, weshalb fraglich erscheint, wieso er im dritten Hauptstück noch einmal die Sinnlichkeit aufgreift.20

[...]


1 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 125 ff.

2 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 171-175.

3 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 169-171.

4 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 169-171.

5 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 169-171.

6 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 171-172.

7 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 171-172.

8 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 172-173.

9 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 173-175.

10 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 173-175.

11 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 175-176.

12 Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 175-176.

13 Steinbeck, Kant-Studien, 1975, S. 150.

14 Jensen, S. 45.

15 Sala, S. 20.

16 Cassirer, S. 58.

17 Cassirer, S. 58.

18 Scarano, Kritik der praktischen Vernunft, S. 117, 8.1.

19 Scarano, Kritik der praktischen Vernunft, S. 117, 8.1.

20 Scarano, Kritik der praktischen Vernunft, S. 118, 8.1.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der kategorische Imperativ unter Honneths Perspektive des reflexiven Rechts
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Freiheit in Rechtsinstitutionen
Note
11
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V323515
ISBN (eBook)
9783668227576
ISBN (Buch)
9783668227583
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
imperativ, honneths, perspektive, rechts
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Der kategorische Imperativ unter Honneths Perspektive des reflexiven Rechts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323515

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