Ausbeutung der 'Großen' durch 'Kleine Organisationen'


Hausarbeit, 2004

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Collective Action- Die Logik des kollektiven Handelns
Die Bedeutung des Rationalen Handelns
Die Entstehung von Organisationen und deren Zweck
Die Gruppengröße als entscheidendes Merkmal ihrer Effizienz?!

Aktionsfähigkeit von Gruppen in Abhängigkeit der Organisationsgröße
Lähmung der Gruppen durch ihre Größe
Das Trittbrettfahrerproblem und die Verwendung von kollektiven- und selektiven Anreizen
Das Kollektivgut als Nebengut?!

Ausbeutung von Großen Organisationen durch Kleine Organisationen
Die Entstehung der Opec
Die Opec in den Siebzigern
Opec heute
Die Problematik der Opec Staaten
Ist die Effizienz einer Gruppe wirklich ihre Größe zurückzuführen?
Warum kann es zu einer Ausbeutung von großen Organisationen durch Kleingruppen kommen?

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Angeregt durch Olsons These, dass es zu einer Ausbeutung der „Großen“ durch kleine Gruppen kommen kann, da sie ein effektiveres Mittel zur Beschaffung von Kollektivgütern darstellen, behandelt diese Arbeit die Machtstellung der Opec auf dem Erdölmarkt. Die Opec repräsentiert hierbei die kleine Gruppe, die durch eine gute Stellung in einem Angebots Oligopol über die Möglichkeit verfügt die Fördermenge von Öl, einem der wichtigsten Rohstoffe unserer Zeit, zu verändern und somit den Preis auf dem Weltmarkt beeinflusst.

Dabei wird zunächst der Begriff der Rationalität und des rationalen Handelns eingeführt. Es wird die Entstehung von Interessensgruppen auf nationaler wie auf internationaler Ebene erklärt, sowie die Problematik der unterschiedlichen Gruppengrößen und wie diese bekämpft werden können.

Collective Action- Die Logik des kollektiven Handelns

Die Bedeutung des Rationalen Handelns

Es wird davon ausgegangen, dass jeder der Akteure in einem Wirtschaftsraum ein bestimmtes Ziel verfolgt und dieses möglichst wirtschaftlich erreichen will. Dies ist am besten durch rationales Handeln zu erreichen. Daher verwendet man in politischen wie in wirtschaftlichen Modellen den „Homo Politicus“ (analog zum Homo Oeconomicus der Wirtschaftslehre). Dabei handelt es sich um ein rein rational Handelndes „Wesen“, dass es so nur in der Theorie gibt. Man kann davon ausgehen, dass rationales Handeln am schnellsten und mit den geringsten Kosten zum gewünschten Ziel führt und daher alle Akteure darum bemüht sind, rational zu Handeln. In der Praxis, lassen sich die Akteure jedoch nicht ausschließlich von wirtschaftlichen Kennzahlen und rein rationalen Überlegungen leiten. Sie werden auch durch ihre Ängste z.B. vor Inflation, Kriegen beeinflusst. Auch Prestige und der Wunsch nach sozialer Anerkennung beeinflussen das Handeln. Dabei handelt es sich jedoch um ein irrationales Verhalten, dass nicht vorhergesehen werden kann und somit auch nicht in der theoretischen Analyse beachtet werden kann.

Bei dem Begriff „rational“, muss jedoch die Einschränkung gemacht werden dass sich „rational“ lediglich auf die Art des Handelns nicht aber auf das Ziel selbst bezieht. Dadurch ist es im Modell auch „erlaubt“ ein irrationales (oder unwirtschaftliches) Ziel mit rationalen Mitteln erreichen zu wollen

Die Entstehung von Organisationen und deren Zweck

Die Grundvoraussetzung für die Entstehung einer Internationalen Organisation ist die formale staatliche Souveränität der einzelnen Staaten. Diese staatliche Souveränität kann sich jedoch nach dem entstehen einer Internationalen Organisation verringern, sodass eine uneingeschränkte Souveränität nicht mehr gegeben ist.

Ebenfalls notwendig für das Entstehen einer Internationalen Organisationen ist wohl die faktische wechselseitige Abhängigkeit (Interdependenz) zwischen den formal souveränen Akteuren.

Allein durch eine gegenseitige Abhängigkeit, läßt sich noch nicht die Entstehung von Internationalen Organisationen erklären. Dazu muss es von den Akteuren ungewünschten Zuständen kommen, die dann durch eine Internationale Organisationen verändert und aufgelöst werden sollen. Dabei kann es sich um einen „zufällig“ auftauchendes Problem handeln, oder auch durch eines, von einem oder mehreren Akteuren provoziert. Die Internationale Organisation soll hierbei keine statische Methode zum Lösen von bestehenden Problemen nach Wunsch der Regierungen darstellen, vielmehr sollen die zwischen den Staaten bestehenden Probleme und Konflikte als vorerst gegeben hingenommen werden, durch die sich Internationale Organisationen herausbilden können.

Auf Seite der staatlichen Akteure muss erkannt werden, dass die Errichtung einer Internationalen Organisation eine kostengünstige und effektive Möglichkeit sein kann die zwischenstaatlichen Interessenskonflikte zu lösen und somit wirtschaftlich davon zu profitieren.

Diese Beschreibung für das entstehen Internationaler Organisationen kann auch für das Zustandekommen von „lokalen“ oder „regionalen“ Interessensgruppen gleich welcher Größe verwenden. Die Motivation für das Entstehen einer Organisation bleiben immer die selben: Ein momentanes Mangelempfinden zu befriedigen, seine Macht zu festigen oder eine Verbesserung des sozialen Ansehens innerhalb der Gesellschaft zu .Ein weiterer wichtiger Punkt von (Internationalen) Organisationen besteht darin, die Kommunikation zwischen zwei oder mehreren „Parteien“ zu verbessern.. Als „Parteien“ können hierbei zwei Staaten oder auch Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Seite verstanden werden. Bei Internationalen Organisationen kann es sich dabei um die zwischenstaatliche Kommunikation von Preisabsprachen bei Rohstoffkäufen gehen, wie dies auch bei der Opec der Fall ist. Im nationalen Rahmen handelt es sich beispielsweise um Tarifverträge die zwischen Gewerkschaften und der Seite der Arbeitgeber ausgehandelt werde.

Dabei ist auch zu überlegen, dass das Handeln von Internationalen Organisationen jederzeit durch Eingriffe Seitens des Staates erfolgen können, die der Internationalen Organisation ihre Autonomie gibt. Der Staat verzichtet jedoch meistens auf einen solchen Eingriff, da hierbei die Chancen auf einen Konsens, der eine langfristige Perspektive darstellt, am besten sind.

Das Grundbedürfnis ist wohl innerhalb jeder der Gruppen dasselbe, anfallende Probleme selbstständig zu lösen, die eigenen wirtschaftlichen Kennzahlen zu verbessern (z.B. das Bruttoinlandsprodukt und Neuverschuldung bei Staaten, eine verbesserte Bilanz bei Unternehmen) und das soziale Ansehen zu erhalten oder zu verbessern.

Dies kann als die Beschaffung des Kollektivgutes angesehen werden. Selbstverständlich kann es sich bei der Beschaffung eines Kollektivgutes auch um die Befriedigung anderer Bedürfnisse handeln, wie dem nach Sicherheit durch die Polizei oder Militär. Dazu zählen auch das Bemühen um die Errichtung des Eurocorps. Zwischen Gewerkschaften und der Arbeitgeberseite, ist es Ziel der Gewerkschaften sichere Arbeitsplätze und höhere Löhne und Gehälter für die Mitglieder zu erlangen, und kann als das Kollektivgut betrachtet werden, dass eine große Gruppe versucht bereitzustellen.

Die Gruppengröße als entscheidendes Merkmal ihrer Effizienz ?!

In seinem Buch „Die Logik des kollektiven Handelns“ nennt M. Olson (1968) die Gruppengröße als ein wichtiges, wenn nicht entscheidendes Merkmal einer Gruppe bzw. Organisation für dessen Effizienz.

John James stellt fest, dass die „handelnden“ Gruppen meistens kleiner waren als die nicht „handelnden“ Gruppen, dies unterstützt Olsons These.

„In einer von ihm untersuchten Stichprobe lag die durchschnittliche Größe einer „handelnden“ Untergruppe bei 6,5 Mitgliedern, während der Durchschnitt der „nicht handelnden“ Untergruppen bei 14 Mitgliedern lag.“ (M. Olson „Die Logik des kollektiven Handelns“ S. 52). Auch die von ihm ermittelten Größen der Unterausschüsse des Senat in den USA zeigt: Die durchschnittliche Größe der Unterausschüsse liegt bei 5,4 Mitgliedern. Die Mitgliederzahl der Unterausschüsse des Repräsentantenhauses bei 7,8, bei dem Unterausschuss der Regierung von Oregon 4,7 Mitglieder und die Stadtverwaltung von Eugene / Oregon hat im Schnitt 5,3 Mitglieder (Quelle der Zahlen: M. Olson 1968). Daraus folgert Olson: „...die Gruppen, die die eigentliche Arbeit leisten, sind ziemlich klein.“.

Ein enormer Vorteil von kleinen Gruppen ist, dass Verwaltungs- und. Organisationskosten (Transaktionskosten) geringer sind als bei großen Gruppen. Die Entscheidungshierarchie, innerhalb der Gruppe ist kürzer, d.h. Entscheidungen können schnell und flexibel der Situation entsprechend getroffen bzw. modifiziert werden. Durch die geringe Größe der Gruppe bedingt entsteht zumeist ein „sozialer Druck“ der eine weitere Motivation für die Mitglieder darstellt ihren „Teil zum Ganzen“ beizutragen und sich nicht in der Masse der Gruppe zu „verstecken“, wie es in größeren Gruppen der Fall sein kann. Diese Problematik wird als „Trittbrettfahrer“- Problematik bezeichnet und wird im folgenden Text noch ausführlicher behandelt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ausbeutung der 'Großen' durch 'Kleine Organisationen'
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V33107
ISBN (eBook)
9783638336703
ISBN (Buch)
9783640256112
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ausgehend von Downs Theorie, dass "kleine Organisationen" effizienter arbeiten als "große" wird hier das Phänomen "OPEC" betrachtet. Der Auschauungsschwerpunkt liegt auf der Ausgangsfrage "Warum kann eine kleine Organisation (mehrere) große dominieren und sich gegen diese durchsetzen?"
Schlagworte
Ausbeutung, Großen, Kleine, Organisationen
Arbeit zitieren
Daniel Brücher (Autor), 2004, Ausbeutung der 'Großen' durch 'Kleine Organisationen', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33107

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