Welche Chancen und Risiken haben die neuen Arbeitszeitmodelle für den Arbeitskraftunternehmer?


Hausarbeit, 2003

14 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Veränderte Arbeitsbedingungen durch verstärkten Wettbewerb. Der Arbeitskraftunternehmer

Charakterisierung der neuen Arbeitszeitmodelle:

Kritik der Gewerkschaften an Neuen Arbeitszeitmodellen

Entstehende: Chancen

Fazit

Literaturverzeichnis/ Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Die zentrale Fragestellung der Hausarbeit lautet: „Welche Chancen und Risiken haben die neuen Arbeitszeitmodelle für den Arbeitskraftunternehmer?“. Als Ausgangspunkt dient unser Referat vom 17.06.2003. Ausgehend vom Text „Entgrenzte Arbeitszeit – Reflexive Arbeitszeit. Die Zeiten des Arbeitskraftunternehmers“ von Karin Jurczyk und G. Günter Voß, haben wir eine uns weiterführende Fragestellung entwickelt, die den Arbeitnehmer, bzw. den Arbeitskraftunternehmer in den Mittelpunkt stellt. Dabei scheint es uns als wichtig, die Rolle der veränderten Arbeitszeitmodelle in den Mittelpunkt unserer Darstellung zu nehmen. Die neuen Arbeitszeitmodelle, auf die wir auch auf den folgenden Seiten weiter eingehen, sind unserer Ansicht nach ein zentraler Faktor für diese Art der Betrachtung.

Die Hausarbeit stellt gleichermaßen eine Vertiefung unseres Referates dar. Dabei versuchen wir, anhand der Leitfrage den Blickwinkel zu erweitern, die dargestellten Fakten zu vertiefen, Bezüge zu anderen Literaturquellen zu liefern, sowie eine Bewertung der Arbeitswelt zu liefern.

Die Fragestellung „Welche Chancen und Risiken haben die neuen Arbeitszeitmodelle für den Arbeitskraftunternehmer?“ ist von aktueller Bedeutung und für ein breites Publikum relevant. Sie betrifft alle Arbeitnehmer. Kein Arbeitnehmer ist langfristig in der Lage, sich den wandelnden Arbeitsbedingungen zu entziehen.

Für die Betrachtung der veränderten Arbeitsbedingungen haben wir versucht den Wandel über wirtschaftliche und technische Veränderungen zu begründen. Im zweiten Abschnitt gehen wir konkret auf die Arbeitszeitmodelle ein. Hierbei steht insbesondere der Typus des „Arbeitskraftunternehmers“ im Vordergrund. Anhand des Arbeitskraftunternehmers stellen wir die veränderten Anforderungen und Prozesse dar. Teil 3 beschäftigt sich mit der Kritik an diesen Modellen. Dabei findet unsere Sichtweise aus der Position des Arbeitnehmers statt. Negative wie positive wirtschaftliche Folgen für die Arbeitnehmer, soweit vorhanden, bleiben hier außen vor. Um die Betrachtungsweise zu vervollständigen behandeln wir ebenso Chancen, die durch die Arbeitsmodelle entstehen.

Abschließend bieten wir im Fazit eine eigene Bewertung der veränderten Arbeitsbedingungen.

Veränderte Arbeitsbedingungen durch verstärkten Wettbewerb – Der Arbeitskraftunternehmer

Spätestens seit dem Beginn der industriellen Revolution, ist es das Ziel eines jeden Unternehmers, sein Kapital zu vermehren. Zu Beginn der industriellen Revolution waren die Arbeiter abhängig vom Lohn ihres Arbeitgebers. Diese schwache Position wurde bewusst ausgenutzt, um die „Ressource Arbeiter“ möglichst kostengünstig zu nutzen, geradezu auszubeuten. Die körperliche Arbeit wurde schwerer, die Arbeitszeiten verlängerten sich. So setze sich die Ausbeutung der Arbeiterklasse weiter fort. Erst dadurch, dass sich die Arbeitnehmer organisierten um ihre Interessen durchzusetzen, konnten sie die Ausbeutung stoppen, sie zumindest mindern. Es gelang das Arbeitsumfeld zu verbessern und die Arbeitszeiten zu verkürzen.

In der weiteren geschichtlichen Betrachtung kann man den Konflikt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern konsequent weiterverfolgen. Der Wunsch einer hohen Rentabilität seitens der Unternehmer bleibt bis heute bestehen. Es wird immer wieder überlegt, auf welche Art und Weise es möglich sei, trotz gewisser moralischen Einschränkungen und Gesetze die Rentabilität weiter zu erhöhen und die Ressource Mensch unter ökonomischen Gesichtspunkten optimal zu nutzen.

Man ging dazu über die Fertigungsprozesse effizienter und mit weniger Personal zu gestalten. Dies wurde unter anderem durch die Einführung des Fließbandes von Henry Ford begünstigt. Dabei greift Ford die Idee von Charles Babbage auf, der bereits in den dreißiger Jahren des Neunzehnten Jahrhunderts dazu überging bestimmte Arbeitsprozesse zu modularisieren. Die Grundidee dieser neuen Methode ist recht einfach zu verstehen: Jeder Arbeiter soll sich auf einen sehr kleinen Teil des Fertigungsprozesses spezialisieren. Durch diese Spezialisierung wird versucht das Arbeitstempo zu erhöhen. Der Arbeiter hat nie die Gelegenheit die Arbeit seinem Tempo anzupassen, sondern muss sich stets seinem Umfeld anpassen.

Im zwanzigsten Jahrhundert ereigneten sich für die Wirtschaft zwei Elementare Änderungen. Zum einen wechselte der Nachfragelastige Markt zu einen Angebotsüberhang. Die Betriebe mussten ihre Produktbreite erweitern um dem Markt weiterhin gerecht werden zu können.

Der zweite Punkt besteht in der forschreitenden Globalisierung. Diese wurde durch verbesserte (schnellere und kostengünstigere) Transportmöglichkeiten und eine schnelle und weltweite Kommunikation sowie der zu Verfügung stehenden EDV begünstigt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts öffneten sich die einzelnen Volkswirtschaften gegenüber dem „globalen Markt“. Staaten betrieben schon immer Handel untereinander, um sich auf diese Weise Zugang zu bestimmten, seltenen Gütern Zugang zu sichern. Doch erst durch die verbesserte Kommunikation waren nicht mehr allein Staaten oder großen Handelskonsortien wie einst der Hanse oder Fugger vorbehalten Handel mit anderen Staaten zu treiben. Es konnten auch immer mehr kleine oder mittelständische Betriebe Im- und Export betreiben. Nahezu alle der großen Konzerne begannen verstärkt global zu agieren. Durch neue Produktionstechniken (Maschinen, Computer) war es möglich schneller neue Produkte zu designen und diese in großen Stückzahlen herzustellen. Dies förderte den Angebotslastigen Markt. Da Kartellbildung und Preisabsprachen unter Konzernen gesetzlich verboten sind baute sich ein enormer Erfolgsdruck zwischen den einzelnen Unternehmen auf. Der Druck wirkte sich dahingehend aus, als dass einzelne Unternehmen gezwungen waren ihre Kosten zu senken um auf dem Markt attraktiv zu erscheinen und bestehen zu können.

Die Ausbeutung der Arbeitnehmer fällt heute nicht so leicht, wie die der Arbeiter zu Beginn der industriellen Revolution. Gesetze, Staat und Gewerkschaften existieren heute um die Arbeitnehmer vor Ausbeutung zu schützen. Der Unternehmer von heute muss sich also in einem klar abgesteckten Rahmen bewegen um seine Ziele zu verfolgen.

Die Fronten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind in Verhandlungen meist verhärtet. Es gilt auf dem dünnen Grat von einer Verhinderung der Ausbeutung sowie ein gesundes Wirtschaftswachstum zu sichern und neue Arbeitsformen zu balancieren. Eine dieser neuen und stark diskutierten Arbeitsmodelle ist dass vom Typ „Arbeitskraftunternehmer“.

Charakterisierung der neuen Arbeitszeitmodelle

Die Anforderungen an Arbeitskräfte haben sich seit Beginn der Informationsgesellschaft grundlegend geändert. Die Anzahl der „höher qualifizierten Berufe“ ist gestiegen. Bildung hat an Wert gewonnen und ist gerade in Ländern mit geringen natürlichen Ressourcen (Erdöl, Gold, Coltan etc.) , so auch in Deutschland, so wichtig wie noch nie in der Geschichte. Der Anteil an schwerer körperliche Arbeit ist drastisch gesunken. Die Charakteristik des volkswirtschaftlichen Systems hat sich von der Produktionswirtschaft auf eine Informations- und Dienstleistungsgesellschaft verlegt. Der Bedarf an einer „höherwertigen“ Ausbildung geht u.a. auch auf die Einführung von neuen Informationssystemen wie z.B. PC’s, Workstations, Handy’s und dem Internet einher sowie der daraus resultierenden beschleunigten Kommunikation. Die zu bewältigenden Aufgaben gewannen kontinuierlich an Komplexität. Hinzu kam ein größeres Spektrum an kreativen Berufen in der Medien- und Werbebranche. Aus dieser „Richtung“ kamen auch Impulse zu einem „Ergebnisorientierten“ denken überzugehen. Nicht alleine die Verwendete Arbeitszeit für eine Aufgabe zählte sondern dass die Aufgabe gelöst wurde war entscheidend. Man ging dazu über, den Arbeitnehmern mehr Spielraum in Bezug auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit und Arbeitsweise zu gewähren. Dieses Konzept setze sich erstmals bei Xerox PARC (Palo Alto Research Center) durch. In Xerox PARC konnten sich die Ingenieure und Programmierer ihre Arbeitszeit (weitgehend) frei einteilen, ihre Arbeitstechniken frei entwickeln und neue kreative Ideen umsetzen.

Den Höhepunkt des Ergebnisorientierten Arbeitens wurde zu Zeiten der „New Economy“ erreicht.

Doch diese „neue Freiheit“ ist nicht billig erkauft. Diese „neue Freiheit“ kostete Freizeit, berufliche Sicherheit und oftmals auch die Gesundheit der Arbeitnehmer. Die nachfolgende Grafik soll die neuen Anforderungen Aufzeigen, die auf den Typus „Arbeitskraftunternehmer“ einwirken:

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Welche Chancen und Risiken haben die neuen Arbeitszeitmodelle für den Arbeitskraftunternehmer?
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V33112
ISBN (eBook)
9783638336741
ISBN (Buch)
9783638748995
Dateigröße
669 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Welche, Chancen, Risiken, Arbeitszeitmodelle, Arbeitskraftunternehmer
Arbeit zitieren
Daniel Brücher (Autor), 2003, Welche Chancen und Risiken haben die neuen Arbeitszeitmodelle für den Arbeitskraftunternehmer?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33112

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