Medien und Kulturtechnik. Von der Medienarchäologie zu Medientheorien und Medienökologie

Eine Zusamenfassung in Stichpunkten (SS 2015)


Zusammenfassung, 2015
10 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Medienarchäologie (21.04.)

Kittler/ Aufschreibesysteme -> Grammophon_Film_Typewriter (12.05.)

Medien als soziales Gedächtnis (28.04.)

Marshall Mc Luhan (5.05.)

Medientheorien der Störung (26.05.)

Medienkultur (9.06.)

Körpertechniken und Kulturtechniken (2.6.)

Die technologische Bedingung. Über die technische Frage im 20.Jh. (19.05.):

Medienepistemologie (16.06.)

Medienaisthetik (23.06.)

Medienökologie (30.06.)

Medienarchäologie (21.04.)

Die Archäologisierung des Denkens im 20. Jh.

-Archäologie der Seele: Freud (1856-1939):

-Mensch vervollkommnet seine Organe mit Werkzeugen (z.B. Brille) -> Prothesengott
-Text: Externes, Seele: Inneres

-Archäologie der Moderne: Benjamin (1892-1940):

-dialektische Bewegung -> neuer Erkenntnisse der Gegenwart entscheiden auch darüber, wie wir die Vergangenheit sehen

-Archäologie des Wissens: Foucault (1926-1984):

-Archäologie:

-beschreibt die Diskurse als spezifizierte Praktiken im Element des Archivs
-Analyseform, die weder Geschichtsschreibung noch Epistemologie ist
-zeigt, wie Werkzeuge sich in der Kultur entwickeln und spiegeln diese wieder

-ist Archiv(iologie):

-in seiner Totalität nicht beschreibbar, vor allem nicht das Eigene

-Aussagensystem -> Gesamtheit der geäußerten und als wertvoll erachteten Diskurse (Sammlung der Apriori)
-ist (historisches) Apriori: -nicht Gültigkeitsbedingung für Urteile, sondern Realitätsbedingung für Aussagen -> Aussage muss real, aber nicht gültig sein (kann irgendwann wiederlegt werden)
-historischen Bedingungen, darüber, was gesagt/ gedacht werden darf (z.B. die Erde ist rund)-> Gültigkeit, auf die sich innerhalb eines Diskurses unbewusst geeinigt wird, damit überhaupt diskutiert werden kann -> gesellschaftliche Regel

à Historisches Apriori (Foucault)

-> Technisches Apriori (Kittler) Archäologisches Objekt Technischer Gegenstand Zeichenverarbeitung Signalverarbeitung Kulturelle Semantik vor aller Semantik Makrotemporalität (Geschichte) Mikrotemporalität (technische Prozesse)

-Eigenzeit der Medien Narrative Geschichte Medienarchäographie (Denkstil und Methode) Narratives kulturelles Gedächtnis Zählendes kulturelles Gedächtnis

-Archäologie der Medien: Kittler (1943-2011) – Grammophon_Film_Typewriter:

-seitdem gibt es Speicher, die akustische und optische Daten festhalten und wiedergeben können
-> Trennung zwischen zwei technischen Medien: 1. Solche, die Daten fixieren und 2. einem Zwischending zwischen einem Werkzeug und einer Maschine (Schreibmaschine)
-> Trennung geht einher mit Autonomie (von Optik, Auge (Kino), Akustik, Ohr (Phonographie) und Schrift (Maschinenschreiben))
-> Ausdifferenzierung -> technisches Apriori
-Archiv -> Aufschreibesystem
-Zusammenhang zwischen Medien und Kultur soll geschaffen werden
-Technik bedingt den Menschen (Mensch bedingte vorher die Technik)
-Archäologie technischer Objekte: Simondon (1924-1989)

Kittler/ Aufschreibesysteme -> Grammophon_Film_Typewriter (12.05.)

-1. Transformation der Sprache: -Kittlerdeutsch -> geisteswissenschaftlicher Gelehrter mit dem Imponiergestus eines Ingenieurs (erklärt Geisteswissenschaften technisch) -> Weg finden zwischen Medienmaterialismus und Mathematik -Nur was schaltbar (technisch) ist, ist überhaupt

-2. Transformation der Perspektive/ Inhalt: -Technisch-Mediales Apriori -> jede kulturelle Form sei das Ergebnis von Datenverarbeitungsprozessen und gesellschaftlichen, kulturellen, epistemologischen Strukturen seien technischen Vermittlungsverhältnisse vorausgestellt -> Denken, das nach medientechnisch-historischen Einschnitten sucht -Trennung zwischen 1. Daten speichernden Medien und 2. Medien zwischen einem Werkzeug und einer Maschine (Schreibmaschine) -> Trennung geht einher mit Autonomie von Optik, Auge -> Kino, Akustik, Ohr -> Phonographie; Schrift -> Maschinenschreiben -> Ausdifferenzierung -> funktionaler Medienbegriff-> Mensch macht Technik nicht zur Erweiterung seiner Sinne, sondern Technik schafft Voraussetzung, wie wir etwas verwenden (es gibt erst die Technik und dann ihre Verwendung)

-3. Transformation der Theorie: -Antihermeneutik -> Mensch nicht mehr im Mittelpunkt (-> Kehrseite: Technik könnte überhand nehmen) -Mensch verläuft über zu Apparaturen -> nicht mehr abgegrenzt zur Technik zu betrachten -Technik bedingt den Menschen (vorher umgekehrt) -Botschaft Kittlers: Radikalisierung Nietzsches Gedankens -> Medien seien das Maß aller Dinge -> 4. narzisstische Kränkung des Menschen -> Medien bestimmen unsere Lage

-1. Typografisches Aufschreibesystem (WAS wurde als wichtig erachtet und WIE wurde es festgehalten?) 1800: Sprache, Schrift und Dichtung -Schrift -> Massenmedium und Speicher -Buch als Leitmedium -Schrift -> Fordert unmenschliche Speicherkapazität -Texte stehen auf Ebene ihrer puren Existenz, nicht in ihrem Inhalt in Frage

-2. Aufschreibesystem 1900: Sinnesdaten und Zerlegung -erstmals möglich, Schrift, Ton und Bild zu speichern durch neue, technische Medien

-Verbund technischer Urmedien (Film, Grammophon, Typewriter)

-> Unterschiede zwischen den Medien verschwimmen durch Digitalisierung

-alphabetisches Monopol wird gebrochen

1.Speicherung (Lokalisierung): seit dem amerikanischen Bürgerkrieg
2.Übertragung (Isolierung): seit dem ersten WK, elektrische Übertragungstechniken für Speicherinhalte: Radio, Fernsehen
3.Verarbeitung (Thematisierung): seit dem zweiten WK, Computer

-3.Aufschreibesystem 2000: Universalmedium Computer

-durch Zahlen: Modulation, Transformation, Synchronisation: Verzögerung, Speicherung, Umtastung

-> totaler Medienverbund auf Digitalbasis

-Computer: alles integrierendes Leitmedium

Medien als soziales Gedächtnis (28.04.)

-Platons und Sokrates Schriftkritik: -Platon: Schrift nicht für innen (Gedächtnis), sondern für Erinnerung (außen) -> Schrift führt zu Vergessen durch Vernachlässigung des Gedächtnisses -Sokrates: Rede sei an einen Ort gebunden -> Philosophie -> Wahrheit nur dann

-Das Sozialgedächtnis der Massenmedien: -Massenmedien: -nach Luhmann: keine Interaktion und Anwesenheit zwischen Sender und Empfänger durch Zwischenschaltung von Technik (Theater, Telefon: kein Massenmedium, da menschliche Anwesenheit) -durch vier Kriterien definiert: Periodizität, Publizität (Allgemein-Zugänglichkeit), Vielseitigkeit und Aktualität -neu sein -> selbst erzeugte Gegenwart der Massenmedien -> können sich nicht selbst reflektieren -> Paradoxon (Bild schreibt nicht über Bild) -Funktion: Apparat des Vergessens, denn des Erinnerns (durch Aktualisierungen)

-Das Internet-Gedächtnis: -im Internet kann nicht mit Menschen, nur mit Computern, in Anwesenheit der Sender und Empfänger (Menschen) kommuniziert werden -User bilden dritte Schicht: sind Schnittstellen, haben PCs zu bedienen -Struktur: hängt mit „Klicks“ zusammen -> wenige -> weit weg -> vergessen; viele -> nah -> erinnern -virtuelles, potentielles, operationales Gedächtnis -bestärkt soziale Erinnerungen -Internet: -kein Massen-, sondern Netzwerkmedium, da es keine Aktualität produziert -> lediglich massenmediale Orientierung -stellt sich jedem Nutzer anders dar (jeder sieht etwas anderes) -> informelle Kommunikation-> kein Massenmedium

1.soziale Gedächtnisse überlagern sich historisch. Mit dem Internetgedächtnis verschwinden das rhetorische Gedächtnis der Buchkultur und das massenmediale nicht. Sie verlieren nur ihren Alleinstellungsanspruch 2.neues soziales Gedächtnis basiert auf der Formatierung von Verfahren, die zum Teil Verdichtungen und Ausschließungen bewirken ABER 3. Das Internet-Gedächtnis ist programmierbar und kann insofern über sich reflektieren; aufgedeckte interne Paradoxien gefährden nicht seine Struktur, anders als bei Massenmedien Würde 4. Der labile „PageRank“ (Seite ist populär, wenn viele populäre Seiten auf sie verweisen) um einen „SearchRank-Algorithmus“ erweitert, könnten schwach verlinkte Seiten durch den Wert ihrer Suchaufrufe im Seitenwert gehoben werden. -> notwendig zu Sicherung des sozialen Gedächtnisses

Marshall Mc Luhan (5.05.) Mc Luhan:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

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Details

Titel
Medien und Kulturtechnik. Von der Medienarchäologie zu Medientheorien und Medienökologie
Untertitel
Eine Zusamenfassung in Stichpunkten (SS 2015)
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Einführung Medien und Kulturtechnik
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V335078
ISBN (eBook)
9783668250208
Dateigröße
670 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medien, kulturtechnik, medienarchäologie, medientheorien, medienökologie, eine, zusamenfassung, stichpunkten
Arbeit zitieren
Ricarda Fritzsche (Autor), 2015, Medien und Kulturtechnik. Von der Medienarchäologie zu Medientheorien und Medienökologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335078

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