Investitions- und Finanzmanagement. Ein Überblick


Zusammenfassung, 2016
30 Seiten, Note: 1,00

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Investitionen und Finanzierung im Überblick

Investitionsmanagement

Investitionsrechnung zur Entscheidungsfindung

Finanzmanagement

Finanzierungsziele

Aufgaben des Finanzmanagements

Arten der Finanzierung im Überblick

Finanzierung durch geeignete Finanzierungsarten

Eigenfinanzierung

Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung

Finanzplan und finanzwirtschaftliche Analyse

Investitionen und Finanzierung im Überblick

Die Aktiva ist die Seite der Mitteverwendung (Investition).

Die Passiva ist die Seite der Mittelherkunft (Finanzierung).

Man unterscheidet:

- Investitionen im engeren Sinn

(Mittelverwendung für das Anlagevermögen)

- Investitionen im weiteren Sinn

(Mittelverwendung für Vermögenswerte, d. h. auch Umlaufvermögen)

Investitionsmanagement

Arten von Investitionen je nach:

- Investitionsgut (Was?)

- Immaterielle Vermögensgegenstände (Lizenzen, Datenverarbeitungsprogramme)
- Sachanlagen (Gebäude, Maschinen, Pkws, Lkws)
- Finanzanlagen (Beteiligungen an Unternehmen, festverzinsliche Wertpapiere)

- Investitionszeitpunkt (Wann?)

- Gründungsinvestitionen (Kauf einer Maschine bei Gründung des Unternehmens)
- Laufende Investitionen (Eine Maschine wird nach 10 Jahren durch eine neue ersetzt)

- Investitionszweck (Warum?)

- Ersatzinvestition (ein unbrauchbares Betriebsmittel wird ersetzt)
- Rationalisierungsinvestition (ein Betriebsmittel wird durch ein wirtschaftlicheres ersetzt)
- Erweiterungsinvestition (zusätzliche Maschinen werden verkauft)

Ablauf eines Investitionsprozess

Investitionsmanagement zählt zu den wichtigsten unternehmerischen Führungsaufgaben. Es umfasst die systematische Planung, Entscheidung, Durchführung und Kontrolle von Investitionen im Rahmen des Investitionsprozess im Unternehmen.

- Investitionsplanung

- Investitionsbedarf wird unternehmensintern von den einzelnen Abteilungen oder unternehmensextern z. B. von Kunden angeregt.
- Die Ziele und das Anforderungsprofil der Investition werden festgelegt.
- Informationen über mögliche Investitionsalternativen werden beschafft.

- Investitionsentscheidung

- Vor- und Nachteile der Investitionsalternativen werden mithilfe von qualitativen und quantitativen Entscheidungskriterien einander gegenübergestellt
- Finanzierungsmöglichkeiten der vorgesehen Investitionen werden überprüft.
- Entscheidung für eine Investition wird getroffen

- Durchführung der Investition

- Das Investitionsgut wird von Mitarbeitern bestellt.
- Vor Lieferung und Inbetriebnahme werden die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen.
- Die Investition wird finanziert und bezahlt.

- Kontrolle der Investition

- Während des Investitionsprozess und zu dessen Abschluss wird kontrolliert, ob die Investitionen das festgelegte Anforderungsprofil erfüllt.
- Gegebenenfalls muss korrigierend eingegriffen werden.
- Außerdem soll für das Vorgehen bei zukünftigen Investitionen gelernt werden.

Entscheidungskriterien für die richtige Investition

- Quantitative Entscheidungskriterien

- Kosten
- Umsatz
- Gewinn
- Kapitaleinsatz
- Rentabilität
- Amortisationsdauer

- Qualitative Entscheidungskriterien

- Ökologische Kriterien (Umweltfreundlichkeit)
- Soziale Kriterien (Arbeitszufriedenheit)
- Technische Kriterien

Für quantitative Entscheidungen gibt es Verfahren der Investitionsrechnung. Für qualitative Entscheidungen wird die Scoring-Methode verwendet.

Investitionsrechnung zur Entscheidungsfindung

- Statische Verfahren
- nur eine Periode wird betrachtet
- die durchschnittlichen Periodenkosten und –erträge werden für den Vergleich herangezogen. Nicht berücksichtigt werden Schwankungen der Kosten und Erträge.
- einfachere Verfahren der Investitionsrechnung und sind relativ schnell
- Dynamische Verfahren
- mehrere Perioden werden betrachtet
- der Faktor „Zeit“ wird miteinbezogen
- komplexeres Verfahren und bessere Aussagequalität

Statische Verfahren der Investitionsrechnung

- Kostenvergleichsrechnung
- Gewinnvergleichsrechnung
- Rentabilitätsvergleichsrechnung
- Amortisationsrechnung (Pay-back-Methode)

Investitionsentscheidungen können sich auf verschiedene Situationen beziehen:

- Einzelentscheidung
- Auswahlentscheidung
- Ersatzentscheidung

Kostenvergleichsrechnung

Hier werden die durchschnittlichen Kosten pro Periode von zwei oder mehrere Investitionsalternativen herangezogen. Die Alternative mit den geringsten Kosten wird ausgewählt.

Berücksichtigt werden:

- Laufende Betriebskosten der Investition (werden durch das Investitionsgut verursacht)

- variable Betriebskosten (hängen von der Nutzung ab)
- fixe Betriebskosten (unabhängig von der Nutzung)

- Kapitalkosten der Investition

- Kalkulatorische Zinsen (((AW+RW)/2)*Zinssatz)
- Kalkulatorische Abschreibung ((AW-RW)/ND)

Die Gesamtkosten dienen als Vergleichsbasis, wenn Investitionsobjekte mit gleichen Ausbringungsmengen und gleicher Qualität verglichen werden.

Die Stückkosten dienen als Vergleichsbasis, wenn Investitionsobjekte mit ungleichen Ausbringungsmengen verglichen werden.

Vorteile:

- rasche Durchführung
- geringe Menge an Daten notwendig

Nachteile:

- Es wird nur eine Periode betrachtet. Bei längeren Nutzungsdauern besteht die Gefahr der Fehlprognose, weil die Durchschnittskosten des ersten Jahres für die gesamte Nutzungsdauer verwendet werden.
- Unterschiede der Investitionsobjekte hinsichtlich Qualität und erzielbarer Erlöse der damit erzeugten Produkte werden nicht berücksichtigt.
- Das Unternehmensziel Gewinnmaximierung wird unter Umständen nicht erreicht.

Gewinnvergleichsrechnung

Hier wird die Kostenvergleichsrechnung um die Erlöse erweitert. Es werden bei 2 oder mehrere Investitionsalternativen die Gewinne pro Periode verglichen. Die günstigste Investition ist jene, bei der der höchste Gewinn erzielt wird.

Die Gewinnvergleichsrechnung wird eingesetzt wenn:

- die Kapazität der zu vergleichenden Investitionsgüter verschieden ist oder

- die erstellten Leistungen von unterschiedlicher Qualität sind, sodass unterschiedliche Verkaufspreise erzielt werden.

Gewinn = Erlöse – Kosten

Vorteile:

- rasche Durchführung
- geringe Menge an Daten notwendig
- Investitionsobjekt mit unterschiedlicher Ausbringungsmenge und -qualität lassen sich reihen

Nachteile:

- Es wird nur eine Periode betrachtet und als repräsentativ unterstellt. Es kann zu Fehlprognosen führen denn Kosten und Erlöse schwanken meist im Zeitablauf
- In der Praxis sin die Erlöse oftmals einer Investition nicht eindeutig oder nur sehr schwierig zurechenbar
- Es kann keine Aussage über die Rentabilität des Kapitals getätigt werden.

Rentabilitätsvergleichsrechnung

Hier wird die Gewinnvergleichsrechnung um das eingesetzte Kapital ergänzt. Die Gewinne pro Periode werden in Verhältnis zum durchschnittlich aufgewandten Kapital gesetzt. Dadurch wird die durchschnittliche jährliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals berechnet.

Eingesetztes Kapital:

Netto-Anschaffungskosten

- Skonto/Rabatt

+ Bezugskosten

+ Montagekosten

Je höher die Rentabilität, desto besser! Ist die Rentabilität schlecht, kann überlegt werden, ob das Kapital besser angelegt werden kann als in Form einer Investition.

Rentabilität in % = ((Gewinn +kalk. Zinsen)*100/durschn. Kapitaleinsatz)

Durchschnittlicher Kapitaleinsatz: ((AW+RW)/2)

Manche Investitionen bringen keine unmittelbaren Erlöse, stattdessen kann die Kosteneinsparung herangezogen und als „Erlös“ betrachtet werden.

Rentabilität in % = ((Kostenersparnis*100)/durschn. Kapitaleinsatz)

Vorteile:

- rasche Durchführung
- geringe Menge an Daten notwendig
- Investitionsobjekt mit unterschiedlicher Ausbringungsmenge und -qualität lassen sich reihen
- Investitionsobjekte mit unterschiedlichem Kapitaleinsatz können gut verglichen werden

Nachteile:

- Es wird nur eine Periode betrachtet und als repräsentativ unterstellt. Diese Betrachtungsweise kann daher zu Fehlprognosen führen, denn Kosten und Erlöse schwanken meist im Zeitablauf.
- Es wird nicht berücksichtigt, wie das Differenzkapital bzw. das Kapital nach Ablauf der Nutzungsdauer alternativ angelegt werden kann.

Statische Amortisationsrechnung

Hier wird ermittelt, in welchen Zeitraum das eingesetzte Kapital einer Investition durch Gewinne bzw. Koteneinsparungen wieder zurückfließt. (Pay-back-Methode)

Je geringer die Amortisationsdauer, desto geringer ist das Risiko der Investition. Die Amortisationsdauer sollte innerhalb der Nutzungsdauer liegen, da sich die Investition sonst nicht vollständig amortisiert.

Sie ist eine Ergänzungsrechnung für die Kosten-, Gewinn- und Rentabilitätsvergleichsrechnung.

Es gibt 2 Methoden der Amortisationsrechnung:

- die Durchschnittsmethode
- die Kumulationsmethode

Durchschnittsmethode

Amortisationsdauer = ((AW-RW)/(jährlicher Gewinn + Kalk. Abschreibung))

Anstatt des Gewinns kann die Kostenersparnis herangezogen werden.

Amortisationsdauer = ((AW-RW)/jährliche Kostenersparnis)

Kumulationsmethode

Dieses Verfahren wird dann angewendet, wenn die jährlichen Rückflüsse aus der Investition verschiedene hoch sind. Es werden er Anschaffungswert und die laufenden Kosten der Investition so lange gegeneinander aufgerechnet, bis Einzahlungen (Erlöse) die gesamten (kumulierten) Auszahlungen (Kosten) erreicht haben. Die Kumulationsmethode ist somit bereits mehrperiodig und kann als Vorstufe zur dynamischen Methode angesehen werden.

kumuliert = bisherige

Berechnung:

Der Anschaffungswert und die laufenden jährlichen Auszahlungen werden addiert. Ebenso die jährlichen Einzahlungen. Die Investition amortisiert sich zu jenem Zeitpunkt, zu dem die Summe der Einzahlungen die Summe aus Anschaffungswert und laufenden Auszahlungen erreicht.

Vorteile:

- rasche Durchführung
- geringe Menge an Daten notwendig
- Das Management kann eine „Sollamortisationszeit“ für alle Investitionen vorgeben. dies ist ein einfaches Entscheidungskriterium, ob die Investition durchgeführt werden soll

Nachteile:

- Gibt nur Aufschluss über Dauer des Risikozeitraums und nicht über den erfolgsmäßigen Vorteil einer Investition. Sie sollte daher nur in Verbindung mit anderen Verfahren eingesetzt werden
- Zeitwert des Geldes wird auch hier nicht berücksichtigt
- die jährlichen Rückflüsse können in der Praxis zum Teil schwer geschätzt werden
- Erträge und Kosten nach der Amortisationsdauer werden nicht mehr berücksichtig. Wirkt sich besonders bei erheblich unterschiedlich hohen Nutzungsdauern der Investitionsalternativen negativ auf die Aussagekraft des Ergebnisses aus!

Dynamische Verfahren der Investitionsrechnung

- Kapitalwertmethode
- Annuitätenmethode
- Dynamische Amortisationsrechnung
- Interne Zinsfußmethode
- Simulationstechniken

Die dynamischen Verfahren rechnen mit Einzahlungen und Auszahlungen aller Perioden, die durch die Investition verursacht werden, und nicht wie bei den statischen Verfahren mit Erlösen und Kosten.

Sie berücksichtigen den unterschiedlichen zeitlichen Anfall von Zahlungen. Ein Kapital ist heute bei einem bestimmten Zinssatz in einem Jahr mehr wert.

Die dynamischen Investitionsrechnungen werden mit finanzmathematischen Methoden gerechnet. Die zu verschiedenen Zeitpunkten anfallenden Ein- und Auszahlungen werden auf einen bestimmten Zeitpunkt bezogen und auf- bzw. abgezinst. Man bedient sich dabei der Zinseszinsrechnung.

Dabei werden im Gegensatz zur einfachen Zinsrechnung die zu jedem Zinstermin fälligen Zinsen jeweils zum Kaptal dazugerechnet. Das Kapital bleibt also nicht konstant, sondern nimmt bei jedem Zinstermin um diese Zinsen zu. Sie werden beim nächsten Zinstermin mitverzinst.

Aufzinsen und Abzinsen von einzelnen Zahlungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufzinsen und Abzinsen von mehreren Zahlungen

Bei mehrmaligen gleich hohen oder verschieden hohen Zahlungen, die jeweils am Ende einer Periode anfallen, wird die Summe der Barwerte oder der Endwerte am einfachsten durch Addition der Barwerte oder Endwerte der einzelnen Perioden berechnet.

Kapitalwertmethode

Bei der Kapitalwertmethode werden die Zahlungsströme einer Investition für die gesamte Nutzungsdauer erfasst und auf den Anschaffungszeitpunkt hin abgezinst.

Berechnung

- Einzahlungen und Auszahlungen der Investition werden in jedem Jahr saldiert.
- Die dadurch ermittelten Einzahlungs- oder Auszahlungsüberschüsse werden auf den Anschaffungszeitpunkt hin abgezinst (=Barwert).
- Von der Summe aller Barwerte wird der Anschaffungswert abgezogen.
- Es verbleibt ein Überschuss oder Fehlbetrag, den man als Kapitalwert bezeichnet

Kapitalwert = Barwertsumme – Anschaffungswert

- Die jährlichen Abschreibungen sind keine Auszahlungen! Sie daher nicht berücksichtigt.
- Wird ein Teil der Investition durch einen Kredit aufgebracht, so zählt der aufgenommene Kreditbetrag als Einzahlung .Die restlichen Kreditraten sind als Auszahlungen zu behandeln.
- Liquidationserlöse am Ende der Laufzeit werden am Ende des letzten Jahres ebenfalls als Einzahlung berücksichtigt und über die gesamte Nutzungsdauer abgezinst.

Bewertung mithilfe der Kapitalwertmethode:

- Einzelinvestition

- Ist günstig, wenn der Kapitalwert positiv ist

- Vergleich zweier Investitionsobjekte

- Investitionsobjekt mit den höchsten Kapitalwert wird gewählt

- Kostenvergleich

(wenn Investitionen keine unmittelbaren Einzahlungen zugeordnet werden können)

- Investitionsobjekt mit dem niedrigsten Barwert der Kosten wird gewählt

Kapitalwertmethode beim Kostenvergleich

Der Kostenvergleich mithilfe der Kapitalwertmethode findet Anwendung, wenn Investitionen keine unmittelbaren Einzahlungen zugeordnet werden könne. Dabei gehen bei der Kapitalwertmethode nur Auszahlungen ein. Die Summe aller abgezinsten Auszahlungen nennt man „Barwert der Auszahlungen“ oder „Kostenbarwert“. Die Investition mit dem niedrigsten Kostenbarwert ist am rentabelsten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Investitions- und Finanzmanagement. Ein Überblick
Note
1,00
Autor
Jahr
2016
Seiten
30
Katalognummer
V335746
ISBN (eBook)
9783668258143
ISBN (Buch)
9783668258150
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Investitionsmanagement, Finanzmanagement, Investitionsprozess, Investitionsrechnung, Finanzierungsarten
Arbeit zitieren
Romana Jevsenak (Autor), 2016, Investitions- und Finanzmanagement. Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335746

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