Zainichi-Koreaner im japanischen Schulwesen


Magisterarbeit, 2013
134 Seiten, Note: 2,3
Iwan Müller-Schmidt (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ... 6
1.1 Problemstellung, Zielsetzung, Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit ... 6
1.2 Zur Materiallage ... 8
1.3 Glossar mit Erläuterungen ... 9
1.3.1 Assimilation ... 9
1.3.2 Bilingualität ... 10
1.3.3 Chongryeon ... 11
1.3.4 Diskriminierung ... 12
1.3.5 Ethnische Minderheit ... 13
1.3.6 Ethnische Identität/Ethnizität ... 13
1.3.7 Integration ... 14
1.3.8 Migration ... 15
1.3.9 Mindan ... 17
1.3.10 Zainichi-Koreaner ... 17

2 Hauptteil ... 20
2.1 Darstellung des Schullebens junger Zainichi-Koreaner im Kinofilm. ... 20
2.1.1 Sinn und Zweck der Roman- bzw. Filmanalyse ... 20
2.1.2 Zainichi-Geschichte: Identitätsverlust, Identitätssuche und Diskriminierung ... 22
2.1.3 Der Protagonist Sugihara als Schüler einer kor. und einer jap. Schule ... 24
2.1.4 Einschätzungen zu bzw. Resonanz auf Kaneshiros "GO!" ... 28
2.1.5 "Uri Hakkyo" - das Leben an einer koreanischen Schule in Hokkaido ... 29
2.2 Der japanische Monoethnizismus ... 31
2.2.1 Sinn und Zweck der Beschäftigung mit dem jap. Monoethnizismus ... 31
2.2.2 Wurzeln und Auswirkungen des jap. ethnozentristischen Denkens ... 32
2.3 Zwischen zwei Welten - Identitätssuche der Zainichi-Koreaner ... 36
2.3.1 Auswirkungen des jap. Ethnozentrismus auf die Identität der Zainichis ... 36
2.3.2 Zainichi-Koreaner zwischen Assimilation und Integration (aus jap. Perspektive) ... 38
2.3.3 Zainichi-Koreaner auf der Suche nach ihrer Identität (aus der Zainichi-Perspektive) ... 41
2.3.4 Sprache als wesentliches Element der Identität der Zainichis ... 45
2.4 Zainichi-Koreaner auf koreanischen und japanischen Schulen ... 48
2.4.1 Entwicklung der koreanischen Minderheitenschulen im Überblick ... 48
2.4.2 Zur Problematik der Schulwahl insbes. aus der Elternperspektive ... 49
2.4.3 Koreanische Minderheitenschulen ... 50
2.4.3.1 Vom Chongryeon betriebene Schulen ... 50
2.4.3.1.1 Besonderheiten der Chongryeon-Schulen ... 50
2.4.3.1.2 Ziele und Inhalt der Bildung ... 53
2.4.3.1.3 Der Problemkreis "Sprache" ... 55
2.4.3.1.4 Die Haltung Nordkoreas zu den Chongryeon-Schulen ... 60
2.4.3.2 Vom Mindan betriebene Schulen ... 61
2.4.4 Zainichi-Koreaner auf japanischen Schulen ... 65
2.4.4.1 Die Ausgangssituation: Assimilation, Ignoranz und wenig Pluralität ... 65
2.4.4.2 Ethnischer Unterricht ... 67
2.5 Reaktionen des jap. Bildungswesens auf Zainichis und auf koreanische Schulen ... 69
2.5.1 Kritik an der Benachteiligung kor. Schulen und von Zainichis im Schulwesen ... 69
2.5.2 Verzicht auf Kulturhoheit und Nichtanerkennung von Minderheitenschulen ... 70
2.6 Zainichi-Schüler und die Problemkreise Identität, Assimilation und Diskriminierung ... 73
2.6.1 Zusammenhang zwischen Schulleben und Identitätsproblemen ... 73
2.6.2 Verbergen der Identität vor dem Hintergrund von Assimilation und Diskriminierung ... 74
2.6.3 Hänseleien und Gewalt gegen Zainichi-Schüler ... 78
2.6.4 Diskriminierung von Zainichis im Arbeitsleben ... 81
2.7 Vergleich mit der Situation der Ainus im Schulwesen und in der Gesellschaft ... 82
2.7.1 Sinn und Zweck des Vergleichs und heutige Lage der Ainus ... 82
2.7.2 Schlussfolgerungen für die Zainichis ... 83
2.8 Internationaler Vergleich und Schlussfolgerungen ... 84
2.8.1 Lage koreanischer Minderheiten in den USA, China und Russland ... 84
2.8.2 Schlussfolgerungen für die Zainichis ... 88
2.9 Perspektiven der Zainichis in Schule und Gesellschaft Japans ... 89
2.9.1 Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Zainichis im Schulwesen ... 89
2.9.2 Faktoren wie "innere Haltung", "Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft" etc ... 93
2.9.3 Entwicklung der Bilingualität der Zainichis ... 95
2.9.4 Position im Beziehungsdreieck Japan-Südkorea-Nordkorea ... 96
2.10 Schlussfolgerungen für die Problematik von Migranten im deutschen Schulwesen ... 97
2.10.1 Sinn und Zweck des Blicks nach Japan ... 97
2.10.2 Weniger Diskriminierung und mehr Chancengleichheit für Migranten ... 99
2.10.3 Vermeidung von Gewalt unter Schülern und gegen Schüler ... 101
2.10.3.1 Die Ausgangslage ... 101
2.10.3.2 Tragen von Schuluniformen ... 102
2.10.4 Thematisierung der Problematik "Migranten im Schulwesen" im Film. ... 103
2.10.5 Entwicklung der Bilingualität von Migranten im deutschen Schulwesen ... 105

3 Schlussbetrachtung ... 107

4 Literaturverzeichnis ... 111

5 Abkürzungsverzeichnis ... 134

1 Einleitung

1.1 Problemstellung, Zielsetzung, Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Der Ausspruch "No soy coreano, ni soy japonés, yo soy desarraigado" stammt vom Vater des Schülers Sugihara. Dieser Satz drückt treffend die Situation von Koreanern in Japan aus, die trotz Jahrzehnten des Lebens in der Fremde nicht zu sich selbst finden und obendrein noch gegen Marginalisierungstendenzen zu kämpfen haben. Die Probleme "Entwurzelung", "Verlust der Muttersprache" und "Identität" ziehen sich wie ein Leitmotiv durch den Roman "GO!" des Zainichi-Autoren Kaneshiro und durch das reale Leben der Zainichis, d.h. der in Japan lebenden Koreaner. Auf Grund der durch Homogenität gekennzeichneten Bevölkerungsstruktur Japans bestehen bei der Migrationsproblematik wesentliche Unterschiede zu Deutschland; dies gilt gerade auch für den Bereich des Bildungswesens. Anders als in Deutschland gibt es in japanischen Schulen auf Grund der geringen Ausländerzahl kaum Schulklassen mit mehr als 10 % Migrantenkindern. Trotz dieses quantitativen Unterschiedes ist auch das jap. Bildungswesen mit Herausforderungen im Zusammenhang mit den Problemkreisen "Migration" und "Minoritäten" konfrontiert. Ein jahrzehntelang bestehendes Problem ist die Anwesenheit von Schülern kor. Abstammung. Ergänzend zum "Wie" bzw. der deskriptiven Darstellung der Situation der Zainichis im jap. Schulwesen soll dem "Warum" ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wird die schulbezogene Thematik nicht isoliert betrachtet. Wegen der Komplexität und Vielschichtigkeit der Problematik werden, soweit es dem Gesamtverständnis dient, auch historische Hintergründe und weitere z.T. interdisziplinäre Aspekte in die Erörterungen einbezogen. Ausgehend von Problemen der Gegenwart liegt der Untersuchungszeitraum im Schwerpunkt in den letzten drei bis vier Jahrzehnten. Allerdings erfordern einige Problemkreise eine z.T. weiter zurück in die Vergangenheit gehende Betrachtungsweise.

Hinter dem Thema "Zainichi-Koreaner im japanischen Schulwesen" verbirgt sich mehr als eine bloße länderbezogene Problematik. Dahinter stehen auch allgemeine, an vielen anderen Orten dieser Welt ebenfalls anzutreffende Fragestellungen zum Themenkreis Migration und Schulwesen. Der Blick auf die kor. Minderheiten in den USA, in China und in Russland wird nicht nur hinsichtlich deren Situation im dortigen Bildungswesen Aufschlüsse geben. Dabei können auch die Besonderheiten der Situation der Zainichis im jap. Schulwesen verdeutlicht werden. Des Weiteren können die Vergleiche u.U. Entwicklungsszenarien im Hinblick auf die Situation der Zainichis im jap. Schulwesen aufzeigen. Die internationalen Vergleiche können Erkenntnisse darüber geben, ob und was von der Situation im Ausland gelernt werden kann.

Im Mittelpunkt von Kap. 2.1 stehen die Filme "GO!" sowie "Uri Hakkyo". Die Problematik der Zainichis speziell im jap. Schulwesen und auch in der dortigen Gesellschaft insgesamt kommt in beiden Filmen klar zum Vorschein. Dem Betrachter wird ein Einblick in die Seelen- und Gefühlslage der Zainichis vermittelt. Es wird klar werden, wie sehr "Emotionen" bzw. "emotionale Belastungen" im Beziehungsdreieck Japan-Südkorea-Nordkorea bis hinein in die Gegenwart (und wohl auch in absehbarer Zukunft) eine wichtige Rolle nicht nur im Leben der Zainichis in der Gesellschaft, sondern auch im Schulalltag von Zainichi-Schülern spielen. In Kap. 2.2 wird ausgehend vom jap. Ethnozentrismus das Verhältnis Japans zu den Fremden betrachtet. Inwiefern nehmen die Zainichis bei der Problematik "Japan und die Fremden" eine besondere Stellung ein? Was führ(t)e den Konflikt der Zainichis mit der jap. Gesellschaft herbei und belastet das gegenseitige Verhältnis z.T. immer noch? Wie ist die Sitation der Zainichis im Hinblick auf die in der jap. Gesellschaft bestehenden Marginalisierungstendenzen einzuschätzen? In Kap. 2.3 soll ausgehend vom jap. Monoethnizismus sowie vor dem Hintergrund von Assimilation und Integration das Thema "Identität der Zainichis" untersucht werden. In Kap. 2.4 wird der Darstellung und Analyse der koranischen Minderheitenschulen sowie der Erziehung von Zainichi-Kindern an jap. Schulen ein Augenmerk gewidmet. Was bewegt Eltern, ihre Kinder auf eine Minderheitenschule oder doch lieber auf eine jap. Schule zu schicken? Was bieten die in kor. Trägerschaft stehenden Schulen inhaltlich den Kindern von Zainichis an? Was sind die Erziehungsziele und worin unterscheiden sich Chongryeon-und Mindan-Schulen voneinander und von jap. Schulen? U.a. wird auch erläutert, inwiefern die "Bilingualität" der Zainichis einige Besonderheiten aufweist. In Kap. 2.5 werden die Reaktionen des jap. Bildungswesens auf die kor. Schulen und auf die Zainichis im Schulwesen sowie die z.T. internationale Kritik daran betrachtet. Im Mittelpunkt von Kap. 2.6 stehen "Identität", "Assimilation" und "Diskriminierung". Hier kommt der Frage, welche Rolle Schulwesen und Erziehung in Bezug auf Identitätssuche und -findung spielen, eine Bedeutung zu. Es soll auch auf persönliche und institutionelle Diskriminierung von Zainichi-Schülern eingegangen werden, wobei auch ein Blick auf deren Situation nach Schulabschluss geworfen wird. In Kap. 2.7 wird ein Vergleich mit der Lage der Ainus durchgeführt. Es folgen in Kap. 2.8 Vergleiche auf internationaler Ebene. In Kap. 2.9 geht es um die Fragen, was das Bildungswesen zur Verbesserung der Situation der Zainichis tun könnte und wie sich die Situation der Zainichis im Schulwesen, abhängig von der Beziehung zur jap. Mehrheitsgesellschaft, entwickeln könnte. Zukünftigen Entwicklungen im Beziehungsdreieck Japan-Südkorea-Nordkorea und deren möglichen Auswirkungen auf die Zainichis im jap. Schulwesen soll ebenfalls Aufmerksamkeit geschenkt werden. Unter dem Aspekt "Was kann das deutsche Bildungswesen von der Situation der Zainichis im japanischen Schulwesen lernen?" wird in In Kap. 2.10 auf die Problematik der Migranten im deutschen Schulwesen eingegangen. In der Schlussbetrachtung erfolgt neben einer Reflektion über wesentliche Aspekte und Erkenntnisse dieser Arbeit ein abschließender Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

1.2 Zur Materiallage

Auf der Basis der vorhandenen Literatur soll der Sach- und Meinungsstand dargestellt und analysiert werden. Nicht zuletzt auf Grund der schwierigen Lage der Zainichis in der jap. Gesellschaft, welche durch das Beziehungsdreieck Japan-Südkorea-Nordkorea weiter verkompliziert wird, gibt es zur Zainichi-Problematik in vielen Punkten unterschiedliche Ansichten. Wo es sinnvoll erscheint, erfolgen dazu eigene Kommentare bzw. Stellungnahmen. Zum Thema existiert neben Monographien, Zeitschriftenaufsätzen etc. auch Material wie Zeitungsartikel, Internetresourcen etc. Ein Großteil des Materials liegt in jap. und kor. Sprache vor. Dessen Auswertung wurde im Rahmen dieser Arbeit im Falle des kor. Materials gar nicht und im Falle des jap. Materials nur an bestimmten Stellen durchgeführt. Die benutzte Literatur besteht im Wesentlichen aus englischsprachigem Material. Ein Teil davon stammt allerdings aus jap. oder kor. Feder. Japaner und Koreaner sind sich bewusst, dass deren Sprachen nur bedingt Wege zur Kommunikation mit dem Ausland eröffnen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde wird z.B. auf vielen jap. und kor. Websites auch die Weltsprache Englisch benutzt. Es gibt nur relativ wenig deutschsprachige Literatur. Soweit es zweckmäßig erschien, wurde auch Material über die Migrationsthematik im deutschen Schulwesen benutzt. Das ausgewertete Material stammt teils von Einrichtungen, die mit der Zainichi-Problematik auf Grund ihres Tätigkeitsbereiches befasst sind (z.B. Websites von Schulen). Ein Teil des Materials besteht aus Arbeiten von japanischen, koreanischen sowie nordamerikanischen Autoren, wobei letztere z.T. koreanisch- oder japanischstämmig sind. Begrenzte Sprachkenntnisse sind zwar ein Hindernis, aber kein Ausschlussgrund für eine Beschäftigung mit der Thematik.

Internetquellen wurden am 01.08.2013 auf Abrufbarkeit überprüft. Bei Zitaten aus jap. Texten erfolgt eine (soweit nicht anders angegeben vom Verfasser gefertigte) deutsche Übersetzung; bei Zitaten aus englischsprachigen Texten wird auf eine deutsche Übersetzung verzichtet. Jap. oder kor. Schriftzeichen werden nicht verwandt. Zur Transkription jap. Termini und Eigennamen wird im Allgemeinen das "Hepburn-System" benutzt.[1] Die Wiedergabe kor. Termini und Eigennamen erfolgt grundsätzlich durch die seit 2000 in Südkorea gebräuchliche "Revidierte Romanisierung".[2] Weder im Duden noch unter www.abkuerzungen.de enthaltene Abkürzungen werden am Ende der Arbeit in einem Verzeichnis erläutert.

1.3 Glossar mit Erläuterungen

1.3.1 Assimilation

Assimilation bezeichnet im Unterschied zur Integration die vollkommene Anpassung einer gesellschaftlichen Gruppe unter Aufgabe der ursprünglichen Identität. Ein zu einer Assimilationspolitik neigender Nationalstaat tendiert zu einer Betrachtung der ethnischen Minderheiten als die nationale Einheit bedrohenden Störfaktor.[3] In Bezug auf den Kontext der Migration geht es um Angleichungs- und Anpassungsprozesse der (in der Regel die Minderheit in einem Staatsgebilde bildenden) Migranten an die Kultur der Mehrheit, durch welche sie der Kultur der Mehrheit ähnlich werden bzw. mit dieser quasi verschmelzen. Aus der Sicht der Majorität im Staate geht es um einen entsprechenden Absorptionsprozess der (ethnischen) Minderheit.[4]

1.3.2 Bilingualität

Nach einer engen Definition des Begriffs "Bilingualität" wird hierfür "native-like control of two languages" gefordert.[5] Ideal wäre, wenn eine Person zwei Sprachen wie Muttersprachen beherrscht; nur in wenigen Fällen dürfte sie aber in der Lage sein, sich in beiden Sprachen "über jedes Thema gleichermaßen flüssig, rhetorisch versiert, lexikalisch differenziert [...] zu unterhalten".[6] Die meisten sich heute mit Bilingualität beschäftigenden Autoren lassen jedoch einen auch nicht perfekten Sprachbeherrschungsgrad genügen, wenn die Person dazu in der Lage ist, "sich ohne große Schwierigkeiten in zwei Sprachen mündlich oder auch schriftlich ausdrücken zu können".[7] Bei der als Folge der Migration entstehenden Bilingualität besteht die Besonderheit, dass einhergehend mit der Begegnung von zwei Sprachen auch der Kontakt zweier Kulturen erfolgt, wodurch neben einer bilingualen Identität auch ein "polykulturelles Selbstverständnis"[8] bzw. eine "bikulturelle Interaktionskompetenz"[9] entstehen kann.

1.3.3 Chongryeon

"Chongryeon" ist die Abkürzung von kor. "Jae Ilbon Joseonin Chongryeonhaphoe" (jap. "Zai Nihon Chōsenjin Sōrengōkai" oder kurz "Chōsen Sōren") und bedeutet "Generalverband der Nordkoreaner in Japan".[10] Er wurde 1955 als Nachfolgeorganisation des 1952 nach der Einstufung als "kommunistisch" aufgelösten Chōren gegründet.[11] Als mit Mindan konkurrierender Gegenpart betreut er Nordkorea verbundene Zainichis. Der Chongryeon war bis in die 1970er Jahren mit ca. 500.000 Mitgliedern stärker als Mindan.[12] Danach haben viele Zainichis den Chongryeon verlassen, wodurch sich das Kräfteverhältnis verschob.[13] Diese Lage hat Auswirkungen auch auf das vom Chongryeon betriebene Schulwesen.[14] Mangels offizieller Daten ist man im Hinblick auf den heutigen Anteil an der Zainichi-Population auf Schätzungen angewiesen; so werden "less than 10 percent [...] 40,000~50,000"[15] oder "roughly 25 percent of the 610,000 [...] Zainichi Koreans" angenommen.[16]

Aufgabe und Tätigkeit des Chongryeon werden wie folgt beschrieben: "[...] verfügt über eine geordnete Organisationsstruktur, die vom Ständigen Zentralen Komitee über Hauptquartiere in den Präfekturen bis hin zu den Zweigstellen und Ortsgruppen reicht. Dem Chongryon unterstehen Massenorganisationen [...]. Ferner hat er Unternehmen wie Presse-, Verlags- und Nachrichtenorgane, wissenschaftliche, künstlerische und sportliche Institutionen, Wirtschafts- und Handelseinrichtungen unter sich. Außerdem hat Chongryon ein wohlgeordnetes Bildungssystem geschaffen, das vom Kindergarten bis zur Hochschule reicht, sodass in Hunderten Schulen auf aller Ebene Zehntausende Kinder der koreanischen Landsleute in Japan eine demokratische und nationale Bildung erhalten."[17] Die Tätigkeit des Chongryeon erstreckt sich auch auf für im Alltag der Mitglieder wichtige Bereiche wie Arbeitssuche, Heiratsvermittlung, Rentenberatung etc.[18]

1.3.4 Diskriminierung

Diskriminierung bedeutet eine Benachteiligung z. B. Auf Grund einer bestimmten Gruppenzugehörigkeit. Eine institutionelle oder strukturelle Diskriminierung liegt beim "Zusammenspiel gesellschaftlicher Regeln und/oder institutioneller Verfahren" vor, wenn dies "zur Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen in zentralen Lebensbereichen" führt.[19]

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit interessiert insbes. die Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft bei Migranten. Gomolla/Radtke thematisieren in Bezug auf das deutsche Schulwesen die Problematik einer "institutionellen Diskriminierung" und eines "institutionellen Rassismus" gegenüber Migranten.[20] Eine Diskriminierung kann auf direkte oder indirekte Weise erfolgen. Das Deutsche Institut für Menschenrechte erwähnt als eine Form indirekter Diskriminierung explizit den Fall, dass "Schulunterricht in einer Sprache stattfindet, die sprachliche Minderheiten nicht beherrschen".[21] In Bezug auf die Zainichis geht es u.a. um die Frage, ob Formen von Diskriminierung gegenüber Zainichis im jap. Schulwesen existieren bzw. ob und inwieweit hiergegen Maßnahmen ergriffen werden bzw. ergriffen werden können.

1.3.5 Ethnische Minderheit

Als ethnische Minderheit kann eine im Verhältnis zur dominanten Bevölkerungsmajorität zahlenmäßig kleinere Gruppe innerhalb eines Staatsgebietes bezeichnet werden. Eine solche ethnische Minderheit unterscheidet sich objektiv in wesentlichen Merkmalen wie Abstammung, Religion, Kultur, Geschichte, Sprache etc. von der Bevölkerungsmehrheit des betreffenden Staatsgebietes. Auf subjektiver Ebene ist im Sinne einer sozialen Identität ein Zugehörigkeits- und Zusammenhörigkeits gefühl der Mitglieder einer ethnischen Minderheit konstituierend (einschl. des Willens zur Erhaltung der eigenen Identität).[22] Diese als Ethnizität zu bezeichnende Verbundenheit beeinflusst sowohl das individuelle Handeln der einzelnen Mitglieder als das kollektive Handeln der gesamten Gruppe.[23]

1.3.6 Ethnische Identität/Ethnizität

Jeder Mensch hat eine Gesamtidentität, wobei die ethnische Identität neben Name, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Persönlichkeit, Beruf, Fähigkeiten, Sprache etc. nur ein einzelner Bestandteil ist. Die ethnische Identität bezieht sich auf die verschiedenen Gemeinsamkeiten einer ethnischen Gruppe. Umfasst werden u.a. die gemeinsame Herkunft bzw. Abstammung, gemeinsame Traditionen bzw. Gebräuche, gemeinsame Sprache, ein gemeinsamer religiöser Glaube, wobei für die Selbstzuordnung von Individuen zu einer ethnischen Gruppe diese Gemeinsamkeiten nicht unbedingt kumulativ vorliegen müssen.[24] Ein Mensch kann u.U. mehrere ethnische Identitäten aufweisen. Ethnische Identität ist aber kein von Geburt an gegebenes Charakteristikum. Vielmehr entsteht diese im Laufe des Lebens "innerhalb des gesellschaftlichen Erfahrungs- und Tätigkeitsprozesses des jeweiligen Idividuums",[25] also u.a. durch Interaktion mit anderen als gleichermaßen einem Spiegel, in dem die eigene Identität erkennbar wird.[26] Bei Migranten fungiert als ein solcher Spiegel die Kultur der Gesellschaft des Aufnahmelandes bzw. deren einzelne Träger. Abhängig vom Verhältnis der eigenen Ethnie zur Mehrheitsesellschaft und der Anerkennung durch diese kann bei Migranten die Identifikation mit der eigenen Ethnie mit Gefühlen der Minderwertigkeit oder aber mit Stolz einhergehen.[27] In Bezug auf die Zainichis im japanischen Schulwesen geht es u.a. um die Frage, wie dem zu konstatierenden Mangel an ethnischem Bewusstsein der Zainichis im Rahmen des sog. "ethnischen Unterrichts" konstruktiv begegnet werden kann.

Der Sprache kommt bei der Identitätsbildung des Individuums eine große Bedeutung zu. Zum Zusammenhang zwischen Ethnizität und Sprache schreibt Fishman: "[...] ethnicity is linked to language, whether indexically, implementationally or symbolically."[28] Jedoch ist fraglich, ob hinsichtlich der ethnischen Identität die Beherrschung der (ursprünglichen) Muttersprache unbedingt vorauszusetzen ist.[29]

1.3.7 Integration

Eine Definition des Begriffs "Integration" lautet: "Integration ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess [...]. Erfolgreiche Integration setzt sowohl das Angebot an die Bevölkerung mit Migrationshintergrund zur Beteiligung als auch den Willen und das Engagement der Menschen mit Migrationshintergrund zur Integration voraus. Art und Umfang der Partizipationsmöglichkeiten und der Integrationsförderung richten sich nach dem rechtlichen Status und dem Bedarf der Menschen mit Migrationshintergrund."[30] Damit eine soziale und berufliche Integration gelingen kann, ist der Erwerb der Sprache des Aufnahmelandes und auch die Bereitschaft und Fähigkeit zu Änderung und Anpassung eine wesentliche Voraussetzung. Im Unterschied zum eher negativ konnotierten Begriff der "Assimilation" behalten die Migranten bei der Integration wesentliche Teile ihrer ursprünglichen kulturellen Identität. Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt sind "Schlüsselbereiche für das Gelingen sozialer Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und ihrer Familien".[31] Dem Schulwesen kommt daher bei der Integration von Migranten eine wichtige Funktion zu.

1.3.8 Migration

Migration bedeutet eine Wanderungsbewegung von Personen, die ihren Lebensmittelpunkt innerhalb eines Staates (Binnenwanderung) oder über Staatsgrenzen hinweg (internationale Migration) längerfristig oder auf Dauer verlegen.[32] Die Migration hat eine individuelle und eine gesellschaftliche Seite; beide hängen miteinander zusammen. Ursachen der Migration können politische, soziale, wirtschaftliche oder religiöse Beweggründe der Migranten sein, wobei zwischen sog. Push- und Pull-Faktoren unterschieden werden kann.[33] Folge der Migration ist eine über Sprachkontakte hinausgehende interkulturelle Kommunikation mit der Gesellschaft des Aufnahmelandes bzw. mit deren Mitgliedern. Auf sprachlicher Ebene wird insbes. die Sprache der Migranten beeinfIusst. Infolge der Migration kann es zur Bildung von ethnischen Minderheiten in der Gesellschaft des Aufnahmelandes kommen. Der Wechsel in eine andere Gesellschaft hat Einfluss auf die kulturelle Identität der Menschen mit Migrationshintergrund. Das Bundesamt für Statistik definiert: "Menschen mit Migrationshintergrund sind seit 1950 nach Deutschland Zugewanderte und deren Nachkommen." Danach haben bei einer Bevölkerung von fast 82 Millionen ca. 16 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund.[34] In Japan ist die Migrationsdichte erheblich niedriger. Laut Justizministerium waren im Dezember 2011 bei einer Bevölkerung von ca. 127 Millionen nur etwas über 2 Millionen Ausländer als in Japan wohnhaft registriert, davon 547.000 Koreaner.[35]

Im Bereich des Schulwesens werden durch die Migration Probleme in Schule und Unterricht für die Kinder der Migranten, aber auch für das ganze Schulsystem aufgeworfen. Das Schulwesen kann auf darin befindliche andere Ethnien in verschiedener Weise reagieren, z.B. durch Nichtbeachtung, Assimilation der einen, Segregation der anderen, Einräumung von Autonomie etc.[36] Allerdings kann bzw. sollte bei der Reaktion des Schulwesens auf andere Ethnien die Staatsangehörigkeit kein entscheidender Anknüpfungspunkt sein. Besonders zu berücksichtigen ist vielmehr die familiäre Sozialisation der einzelnen Migranten.[37]

Bei der während der jap. Kolonialzeit (1910-1945) erfolgten Migration von kor. Arbeitskräften nach Japan handelte es sich insofern um eine Binnenimigration, als Korea kein selbständiger Staat war und die kor. Migranten die jap. Staatsangehörigkeit hatten. Unabhängig von der Staatsangehörigkeit dieser "Binnenmigranten" waren die mit der Ethnizität zusammenhängenden Probleme durchaus existent.[38] Durch die voraussichtlich auch in Zukunft anhaltende oder gar noch stärkere Ausmaße annehmende Zuwanderung wird sich das Bild der Multiethnizität sowohl in Japan als auch in Deutschland für die Gesellschaft insgesamt weiterhin verkomplizieren, so dass auch für das Schulwesen die Herausforderungen entsprechend steigen werden. Die Tatsache, dass der absolute und prozentuale Anteil der Zainichi-Koreaner an der Ausländerpopulation in Japan insgesamt und damit auch im jap. Schulwesen in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist und noch weiter sinken könnte, ändert hieran prinzipiell nichts.[39]

1.3.9 Mindan

Der 1946 gegründete Mindan (kor. "Jae ilbon daehan minguk mindan"; jap. "Zai Nihon Daikan Minkoku Mindan") ist der Generalverband der mit Südkorea sympathisierenden Koreaner in Japan und betreut nach eigenen Angaben "half a million members out of 700,000 Korean compatriots".[40] Die Ziele seiner Arbeit sind: "Mindan is an ethnic organization, composed of Korean residents in Japan, and based on ethnic identity. Furthermore, Mindan is a social organization, driving movements a) to stop racial discrimination, b) to protect the rights of the minorities and the social weak, c) to achieve freedom and justice by extending human rights."[41] Der Tätigkeitsbereich lautet nach Mindan: "Life with dignity and ethnic pride. To make everyday life of the zainichi rich and bright, Mindan is driving following movements: Acquisition of local suffrage rights. Reinforcement and activation of Mindan organization, harmony of the zainichi. Support for the ethnic. Monetary facilities. Promotion of culture. Ethnic education. Improvement of the living standards."[42]

1.3.10 Zainichi-Koreaner

Die Vorfahren der Zainichis kamen während der jap. Kolonialzeit als Arbeitskräfte nach Japan. Ihre

Anzahl erreichte gegen Ende der Kolonialzeit mit über 2 Millionen einen Höhepunkt, als während des

2. Weltkrieges ein stark erhöhter Bedarf an Arbeitskräften in der Industrie, im Bergbau etc. bestand. Die Lage verschärfte sich durch den Dienst vieler jap. Männer in der Armee.[43] Nach Kriegsende kehrte ein großer Teil der Zainichis zurück nach Korea.[44] Die rechtliche Behandlung der in Japan verbliebenen Zainichis war zunächst ungeklärt.[45] Nach Inkrafttreten des Friedensvertrages von San Francisco (1952) verloren die Zainichis die jap. Staatsangehörigkeit und mussten sich für die süd- oder die nordkoreanische Staatsangehörigkeit entscheiden oder aber die Einbürgerung als jap. Staatsbürger beantragen.[46] 1959-1984 wurde eine große Zahl von Zainichis nach Nordkorea repatriiert.[47] Auch in den Jahrzehnten danach ging die Zahl der Zainichis weiter zurück.[48] Bei den als Ausländer registrierten Personen sind seit 2007 nicht mehr die Zainichis, sondern die Chinesen die größte in Japan lebende Minderheit.[49] Jedoch ist zu berücksichtigen, dass in den vergangenen Jahrzehnten eine große Zahl von Zainichis die jap. Staatsbürgerschaft erhalten hat.[50] Einschl. dieser eingebürgerten Personen wird von einer Gesamtzahl der Zainichis von ca. 800.000 ausgegangen.[51]

Die Terminologie ist uneinheitlich. Wörtlich übersetzt bezieht sich "Zainichi-Koreaner" (jap. Zainichi Kankokujin/Chōsenjin) auf "sich in Japan aufhaltende" Koreaner bzw. Süd- und Nordkoreaner.[52] Eine andere Übersetzung wäre "koreanische Residenten Japans"[53] Auch die Bezeichnungen "Korean-Japanese"[54] bzw. "Korea-Japaner"[55] oder "Japankoreaner"[56] implizieren eine Anerkennung jap. bzw. gemischter Identität und vermeiden die Festlegung auf pro-nordkoreanisch bzw. pro-südkoreanisch. Am geläufigsten ist der Ausdruck "Zainichi" ("sich in Japan aufhaltende Person"), obgleich dieser sich z.B. auch auf sich in Japan befindende Diplomaten, Geschäftsleute, etc. beziehen könnte. Wacker weist darauf hin, dass die Vorsilbe "zai" einen temporären Aufenthalt bezeichnet.[57] Demnach wäre ein Zainichi-Koreaner (kurz: "Zainichi") ein Koreaner, der sich (nur) für eine begrenzte Zeit in Japan aufhält. Durch die (mögliche) negative Konnotation der Vorsilbe "zai" könnten Missverständnisse entstehen, und zwar insbes. im Hinblick auf eine vermeintliche oder tatsächliche Intoleranz der jap. Mehrheit gegenüber den schon seit Generationen in Japan lebenden Koreanern.[58] Dies muss aber nicht unbedingt so intendiert sein; die u.U. negative Konnotation wird vielen Sprechern nicht bewusst sein. Der Begriff "Zainichi-Koreaner" ist keine Fremdbezeichnung; die in Japan lebenden Koreaner bezeichnen sich üblicherweise auch selbst als "Zainichi Kankokujin" bzw. "Zainichi Chōsenjin". Nach Fukuoka stammt der in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg geprägte Terminus sogar von den Zainichis selbst. Diese sahen damals ihren Aufenthalt in Japan als nur vorübergehend an. Heute fungiert der Terminus in gewisser Weise auch als Abgrenzung gegenüber Koreanern aus Süd- und Nordkorea.[59]

Auch in Japan geborene Mitglieder der zweiten und folgender Generationen sind Zainichis. Problematisch wird es bei denjenigen Zainichis, die die jap. Staatsangehörigkeit angenommen haben. Sofern diese sich selbst noch als "Zainichi-Koreaner" betrachten, kann nach dem Grundsatz "Minderheit ist, wer will"[60] der Begriff "Zainichi" insofern in einem weiteren Sinne verstanden werden, auch wenn der Wechsel der Staatsangehörigkeit ein tiefer Einschnitt ist. Der weite Zainichi-Begriff kann auch für Nachkommen aus gemischten Ehen angewendet werden. Ebenso ist der Grad der Beherrschung der kor. Sprache nicht unbedingt entscheidend. Bei kumulativem Vorliegen von solchen "Negativfaktoren" mag die Eigenschaft "Zainichi-Koreaner" jedoch fragwürdig erscheinen (selbst wenn die Betreffenden sich als solche fühlen oder bezeichnen sollten). Zu unterscheiden ist schließlich zwischen "Oldcomern" und "Newcomern". Bei den ersteren handelt es sich um Koreaner, die während der jap. Kolonialzeit nach Japan kamen (und deren Nachfahren), also um die Zainichis im engeren Sinne. Die Newcomer kamen nach der Normalisierung der japanisch-südkoreanischen Beziehungen seit den 80er Jahren. Im weiteren Sinne mögen sie zwar ebenfalls als Zainichis betrachtet werden. So können seit 1994 auch Newcomer Mitglied im Mindan werden.[61] Im Hinblick auf den Erfahrungshorizont, die Identität, die Bindung an Südkorea etc. existieren jedoch erhebliche Unterschiede.[62] Die Newcomer verfügen auch über eine eigene Organisation.[63] Es gibt darüber hinaus auch eine zahlenmäßig noch geringe Gruppe von nach Japan gelangten Nordkorea-Flüchtlingen.[64]

2 Hauptteil

2.1 Darstellung des Schullebens junger Zainichi-Koreaner im Kinofilm

2.1.1 Sinn und Zweck der Roman- bzw. Filmanalyse

In den letzten Jahren sind einige Filme entstanden, in denen Zainichi-Regisseure sich mit Problemen ihrer Ethnie auseinandersetzen. Beispiele hierfür sind die auf der Berlinale gezeigten Filme "Dear Pyongyang" (2005)[65] und "KAZOKU NO KUNI OUR HOMELAND" (2012)[66] der Regisseurin Yang. Bei zwei weiteren Filmen wird die Lage der Zainichis im Schulwesen thematisiert. Dies zeigt, welche Bedeutung dieser Thematik von Filmproduzenten und Publikum beigemessen wird. Der 2006 auf dem Internationalen Filmfestival in Pusan preisgekrönte Dokumentarfilm "Unsere Schule" (kor. "Uri Hakkyo") schildert das Leben an einer Chongryeon-Schule in Sapporo. Bemerkenswert am Zustandekommen des Films ist, dass eine Chongryeon-Schule einem südkoreanischen Regisseur (Kim Myeong-joon) die Dreharbeiten ermöglichte.[67] Nachfolgend soll ein Blick auf Kaneshiros Roman "GO!" (2000) bzw. dessen Verfilmung durch den Regisseur Isao (2001) geworfen werden. Es soll auch gezeigt werden, dass durch Darstellungen der Zainichi-Realität im Hinblick auf interkulturelles Lernen Impulse zum Abbau von Informationsdefiziten bzw. von Vorurteilen festgestellt werden können.

Im Roman "GO!" verkündet der Protagonist Sugihara bereits auf S. 1, dass es hier nur um "eine Liebesgeschichte" geht, "mit der Kommunismus, Sozialismus, Kapitalismus, Pazifismus [...] oder sonst ein Ismus nichts zu tun" hat. Auf dem ersten Blick steht das Privatleben im Vordergrund. Auf dem zweiten Blick kommt in diesem von Isao verfilmten Roman jedoch die komplizierte Lage der Zainichis in der jap. Gesellschaft zum Vorschein. "GO!" gibt Aufschluss darüber, wie die reale Situation der Zainichis in Japan ist und wie sie im Roman bzw. Film dargestellt wird. Aus zum großen Teil subjektiver Perspektive kann der Leser erfahren, was das Leben in einer fremden Kultur sowie die sich daraus ergebenden Konflikte für Zainichis im Allgemeinen und im Schulleben stehende junge Zainichis im Besonderen bedeuten. Es werden u.a. die Problematik von Assimilation und Sprachverlust sowie Identitätskonflikte und Erfahrungen von Diskriminierung deutlich. Auch kommen dem Verständnis der gegenwärtigen Lage dienende Hintergründe zum Vorschein, z.B. im Hinblick auf die Kolonialisierung Koreas, die Assimilation, die Migration als Entstehungsgrund der Zainichi-Minderheit sowie deren Lage im Spannungsfeld zwischen den beiden kor. Staaten und Japan seit Ende des 2. Weltkrieges. Bei der Darstellung historischer Hintergründe etc. kann allerdings nicht Exaktheit erwartet werden.[68] In erster Linie geht es in "GO!" um die durch die Monologe, Dialoge, Interaktionen etc. gegebenen Einblicke in "gefühlte Geschichte".

2.1.2 Zainichi-Geschichte: Identitätsverlust, Identitätssuche und Diskriminierung

Im Kinofilm "GO!" werden in Form einer Liebesgeschichte und eines Generationenkonfliktes Identitätskonflikte und Diskriminierung der Zainichis thematisiert. 2002 wurde der Film auf der Berlinale gezeigt. 2011 erschien eine deutsche Fassung des Romans.[69] Am Beispiel Sugiharas wird gezeigt, wie ein Zainichi seinen Weg in Schule und Gesellschaft sucht, aber tragischerweise niemals richtig findet. Die Äußerung des Vaters "Ich bin weder Koreaner noch Japaner, ich bin entwurzelt"[70] hätte auch vom Ich-Erzähler Sugihara oder von anderen Zainichis stammen können. Der Eindruck der Entwurzelung wird dadurch verstärkt, dass die Äußerung weder in koreanischer noch in japanischer, sondern in spanischer Sprache erfolgte. Die Themen "Entwurzelung" und "Identitätssuche" (man könnte auch sagen "Identitätsverwirrung"[71]) prägen den Roman, so wie sie auch das Leben der jungen Zainichis und das ihrer Eltern und Großeltern prägen, geprägt hatten und wohl auch zukünftige Generationen noch weiter prägen werden. Die Thematisierung solcher kollektiven Erfahrungen, welche viele Zainichis gerade auch in ihrer Zeit als Schüler betreffen, kann als literarischer bzw. filmischer Ausdruck kollektiver Identität verstanden werden.

Sugiharas Vater wechselt vom Chongryeon zum Mindan und tauscht damit auch die Staatsbürgerschaft. Vordergründig geschieht dies wegen einer Hawaiireise. Im Hintergrund steht auch die Sorge des Vaters um die Zukunft des Sohnes.[72] Auch Sugihara selbst macht sich Gedanken über die Perspektiven als Absolvent einer Chongryeon-Schule. Ein Mitschüler fragt ihn: "Wirst du wie ich auf die Oberschule gehen und später in einen von Landsleuten geführten Pachinko Laden, in ein Yakiniku Restaurant oder ins Geldgeschäft einsteigen? Oder willst du etwa Arzt oder Rechtsanwalt werden?"[73] Es gibt auf diese Frage keine direkte Antwort. Im Roman heißt es: "Wir sahen uns an und lachten. [...] In meiner Umgebung hatte jedenfalls keiner die Absicht, Arzt oder Anwalt zu werden, und niemand glaubte daran, es werden zu können. In dem System, in dem wir aufgewachsen waren, war das nicht möglich."[74] Sugihara erklärt, wieso sein auf der Insel Cheju (dem "Hawaii Koreas") geborener Vater die nordkoreanische Staatsbürgerschaft besitzt und warum er sie gegen die südkoreanische Staatsbürgerschaft eintauscht: "Mein Vater [...] besaß die nordkoreanische Staatsbürgerschaft. Er war ein sogenannter Zainichi Chosenjin, ein in Japan lebender Nordkoreaner, ein Kommunist. [...] Korea

war damals japanische Kolonie. Mein Vater bekam die japanische Staatsbürgerschaft, einen japanischen Namen und die japanische Sprache aufgezwungen und sollte, sobald er groß wäre, Soldat werden. [...] So besaß er also schon als junger Mann seine zweite Staatsbürgerschaft, und jetzt, mit Mitte Fünfzig, wollte er die dritte erwerben, um nach Hawaii zu fahren. Der Grund war einfach: Nordkorea unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Amerika, und daher können Nordkoreaner kein Einreisevisum bekommen. [...] Von einem Tag auf den anderen war ich von einem in Japan lebenden Nordkoreaner zu einem in Japan lebenden Südkoreaner geworden."[75]

Auch das Verhältnis zwischen Sugihara und seinem Vater wird im Roman thematisiert.[76] Vordergründig erscheint es als Generationenkonflikt. Es kommt aber auch zum Ausdruck, dass Perspektive und Gedankenwelt junger Zainichis anders sind als die ihrer Vorfahren, welche als koreanischstämmige Arbeiter kamen. Der Ausspruch "No soy coreano, ni soy japonés, yo soy desarraigado"[77] ist charakteristisch für Verlorenheit und Identitätssuche der Zainichis insgesamt. Diese Motive kommen auch an anderern Stellen zum Vorschein. In der Frage der Staatsbürgerschaft äußert Sugihara: "Eigentlich ist Staatsbürgerschaft so etwas wie ein Mietvertrag. [...] Wenn einem die Wohnung nicht mehr gefällt, löst man den Vertrag eben auf."[78] Danach kommt Sugihara zeitweise zu dem Entschluss, Norweger zu werden, da er angewidert ist von der Lektüre über die Homogenität in Japan und der minderwertigen Rolle der Koreaner in einem solchen Weltbild.[79]

2.1.3 Der Protagonist Sugihara als Schüler einer kor. und einer jap. Schule

Sugihara schildert den Personenkult: "Ich habe Koreanisch gelernt und koreanische Geschichte und alles über unseren Großen Führer Kim Il Sung [...]. Schon von klein auf wurde mir eingebleut, was für ein großer Mann er sei. [...] Ich fand es zwar irgendwie komisch, wie man uns diese blinde Treue zu Kim Il Sung aufzwang, aber es erschien mir selbstverständlich. Immerhin befand ich mich [...] in der 'Glaubensgemeinschaft' der nordkoreanischen Volksschule."[80] Dann beschreibt er den Druck auf die Schüler: "Ich hasste die Schule. Am schlimmsten war die letzte Stunde, wenn wir 'Rekapitulation und Selbstkritik' hatten. [...] Zunächst veranlasste der Lehrer einen Schüler, der auf dem Schulhof Japanisch gesprochen hatte, dazu, Selbstkritik zu üben, und dann zwang er ihn, die Namen anderer zu verraten, die Japanisch gesprochen hatten. Da man sich, wenn man schwieg, Ohrfeigen einhandelte und so lange Selbstkritik üben [...] musste, bis man weichgekocht war [...], verpetzten alle bereitwillig ihre Kameraden."[81] Dagegen kommt der Freundschaft zu auch in Gefahr zusammenhaltenden Kameraden motivierende Wirkung zu: "In der Mittelschule schwänzte ich selten. [...] Ich ging nur hin, weil meine Freunde dort waren. Sie waren wie Brüder für mich. [...] Der Stoff, der dieses zarte Etwas nährte, hieß 'Diskriminierung'. [...] am [...] Geburtstag des damaligen Kaisers, gingen die rechtsgesinnten [...] Jungs der japanischen Schulen auf 'Nordkoreanerjagd'. [...] und deshalb mussten wir auf dem Weg zur Schule und zurück Gruppen bilden."[82]

Nach dem Wechsel der Staatsangehörigkeit des Vaters will Sugihara Perspektiven nutzen und bereitet sich auf die Aufnahmeprüfung einer jap. Oberschule vor. Er teilt dies den Lehrern mit und gerät in eine Außenseiterrolle: "[...] überraschenderweise reagierten sie panisch. Das lag nicht daran, dass die Schülerzahlen an der koreanischen Schule kontinuierlich abnahmen und man befürchten musste, dass dies, wenn es so weiterginge, für die Schule das Aus bedeuten könnte, und sie es daher gar nicht schätzten, wenn auch nur ein einziger Schüler verlorenginge. Ich wurde zum Konrektor gerufen, der mir folgendes mitteilte: 'Wir haben nichts dagegen, dass du auf eine japanische Schule gehst. Aber wir wollen nicht, dass andere Schüler davon erfahren und es dir nachtun.'"[83] Danach erlebt Sugihara Schikanen: "Irgendwann nickte ich dann während des Unterrichts ein [...]. Wir hatten gerade Geschichte der Revolution des Marschalls Kim Il Sung. Eine Ohrfeige des Lehrers weckte mich. [...] Da die Lehrer [...] bereits Wind davon bekommen hatten, dass ich meine nordkoreanische Staatsbürgerschaft abgelegt und stattdessen die südkoreanische angenommen hatte, waren die Schikanen umso schlimmer. Auch mein Vater wurde von seinen ehemaligen Kameraden aus dem Generalverband [...] gedemütigt. [...] 'Du Volksverräter' sagte mein Lehrer und trat mir in die Magengrube. [...] Und dann, zum Schluss, sagte er 'Du Landesverräter' und gab mir noch eine Ohrfeige. Mir war nicht klar, was er mit 'Landesverräter' meinte. Die wörtliche Bedeutung kannte ich natürlich, aber dafür hielt ich mich nicht. [...] Doch dann erschien jemand, der es für mich in Worte fasste. Er tat es wie ein Held: 'Wir hatten nie ein Land', hörte ich jemanden hinten im Klassenzimmer sagen."[84] Die bestandene Aufnahmeprüfung bringt Sugihara neue Probleme ein. Beim Gespräch mit dem Konrektor und dem Jahrgangsstufenleiter der privaten Oberschule erhielt Sugihara folgenden Rat: "[...] dass ich die neue Schule nicht unter meinem richtigen Namen, sondern unter einem landläufigen Namen besuchen solle [...] Dies hieß, ich sollte einen japanischen Namen annehmen und meine Herkunft geheimhalten, da ich sonst 'ziemlichen Hänseleien' ausgesetzt sein könnte". Seine Reaktion war nicht etwa "Ich bin stolz auf meinen [...] von meinen Vorfahren ererbten koreanischen Namen. Ihn zu verheimlichen, hieße, meinen Stolz aufzugeben". Vielmehr folgte er dem Rat der Lehrer. Jedoch wollte er seine ethnische Zugehörigkeit weder "verheimlichen noch bewusst zur Schau stellen".[85] Sugiharas Identität wird aber durch die Erwähnung der kor. Herkunftsschule im Schülerverzeichnis auch den Klassenkameraden bekannt. Einige von Sugiharas jap. Mitschülern wollen sich nun als "Herausforderer" profilieren. Sugihara kann sich aber durchsetzen und verschafft sich den Respekt seiner Mitschüler.

Auf der Geburtstagsparty seines jap. Freundes Kato lernt Sugihara die schöne Japanerin Sakurai kennen. Unmittelbar vor der geplanten Liebesnacht in einem Love Hotel gesteht Sugihara seine Herkunft. Er teilt ihr nicht nur seinen kor. Namen mit, sondern gesteht auch die mit dessen Verbergung verbundenen Ängste: "Lee wie in Bruce Lee ... Aber er ist zu nicht-japanisch, so dass ich Angst hatte, ich würde dich verlieren, wenn ich ihn dir sage."[86] Von ihrer Familie ist Sakurai dazu erzogen, Koreaner als minderwertig anzusehen: "Mein Vater sagt, Koreaner und Chinesen hätten unreines Blut."[87] Ihre enttäuschte Reaktion der sexuellen Abweisung überrascht Sugihara, der offenbar nicht damit gerechnet hatte, dass das Problem der ethnischen Identität solche Auswirkungen auf die Beziehung haben könnte. Nach Monaten ruft Sakurai zu Weihnachten Sugihara an und bittet um ein Date. Die Identitätsprobleme eines am Rande der jap. Gesellschaft stehenden jungen Zainichis auf den Punkt bringend stellt Sugihara Sakurai die Frage: "Wer bin ich?" Zögernd antwortet sie: Ein Zainichi- Koreaner." Dies veranlasst Sugihara, gegen den Sockel einer Büste zu treten und wütend zu entgegnen: "Manchmal hätte ich Lust, euch Japaner allesamt umzubringen. Wie könnt ihr uns ohne mit der Wimper zu zucken als Zainichi bezeichnen? Ich bin nicht in Japan ansässig. Ich bin in diesem Land geboren und aufgewachsen. Ihr könnt mich doch nicht genauso nennen wie die amerikanischen Soldaten, die hier stationiert sind [...]. Zainichi bedeutet doch, dass ich ein Fremder bin, der irgendwann wieder aus eurem Land verschwinden soll. [...] Habt ihr jemals darüber nachgedacht?"[88] Ohne darauf direkt zu antworten gesteht Sakurai, dass sie ihn nicht nur trotz, sondern sogar wegen seiner Andersartigkeit liebt. Da Sugihara somit als wenn auch andersartiges Individuum akzeptiert wird, endet der Film als Love Story mit einem Happy End.

Kennzeichnend für die Situation junger Zainichis sind auch die Dialoge Sugiharas mit den Schulfreunden Jon Il und mit Miyamoto. Die Mutter von Jon Il ist Japanerin, sein Vater Koreaner. Daher wäre er an sich für eine Identität als "Grenzgänger" prädestiniert gewesen. Jon Il legt aber den Schwerpunkt seiner Identität bewusst auf den kor. Teil. Dies erklärt den Entschluss, eine Chongryeon-Schule zu besuchen und später dort Lehrer zu werden. Plötzlich redet Jon Il jedoch Japanisch, nämlich als Sugihara vom Lehrer wegen seines Entschlusses zum Wechsel auf eine jap. Schule getadelt wird. Da auf einer Chongryeon-Schule Japanisch Sprechen nicht erwünscht ist, wird die Aufmerksamkeit des Lehrers weg von Sugihara und hin zu Jon Il gelenkt. Noch eine weitere Szene verdeutlicht Aufopferung und Opferperspektive der Zainichis. Jon Il sieht an einem U-Bahnhof, wie ein in traditioneller kor. Tracht gekleidetes Mädchen von einem jap. Jugendlichen bedrängt wird. Menschen stehen in der Nähe und schauen weg. Nur Jon Il kommt dem Mädchen zu Hilfe, wird jedoch durch einen Messerstich ermordet. Als er stirbt, steht ihm außer dem Mädchen keiner zur Seite.

Sugihara lehnt jedoch später das Rachesinnen seiner Ex-Klassenkameraden von der Chongryeon-Schule ab. Er ist überzeugt, dass dies nicht im Sinne des friedliebenden Jon Il gewesen wäre. Eines Tages trifft Sugihara einen Zainichi namens Miyamoto: "Anders als du war ich von Anfang an auf einer japanischen Schule. Ich kann kein Koreanisch und weiss auch nichts über die koreanische Geschichte und Kultur. Trotzdem bin ich ein Zainichi. Seltsam, findest du nicht? [...] Wäre ich in Amerika geboren, wäre ich ein koreanischstämmiger Amerikaner und hätte die Rechte eines amerikanischen Staatsbürgers. Ich würde wie ein Mensch behandelt. Aber hier ist das anders. Selbst wenn ich mich vorbildlicher als jeder Japaner verhalte, wird man mich, solange ich die südkoreanische Nationalität besitze, nie als vollwertigen Menschen behandeln. [...] Dieses Land bietet nur zwei Möglichkeiten: Assimilierung oder Ausschluss."[89]


[1] Vgl. Coulmas (2007), S. 6.

[2] Vgl. The National Institute of the Korean Language (o.J.), Romanization of Korean. Jedoch werden andere Transkriptionen gelegentlich bei Zitaten, Literaturangaben, Internetadressen etc. verwandt (vgl. hierzu Coulmas, a.a.O.).

[3] Heckmann (1992b), S. 212.

[4] Simpson/Yinger (1985), S. 15ff.

[5] Bloomfield (1933), S. 55f.

[6] Tracy (2007), S. 88.

[7] Triarchi-Herrmann (2003), S 20.

[8] Hinnenkamp (2010), S. 231 ff.

[9] Lüdi/Py (1984), S. 33.

[10] In Nordkorea und vom Chongryeon selbst wird die Transkription "Chongryon" benutzt. Im angloamerikanischen Sprachraum ist "Chongryun" üblich.

[11] Vgl. Mitchell (1967), S. 100ff.; Inokuchi, S. 140ff.

[12] Kim (2009a).

[13] Vgl. i.e. Fukuoka (2000), S. 22 (m.w.N.).

[14] Vgl. i.e. Kap. 2.4.1 sowie 2.4.3.1.

[15] Kim (2009a).

[16] McBride (16.12.2008).

[17] NAENARA, Demokratische Volksrepublik Korea (2003-2013); vgl. auch Chongryeon (2013), Was für eine Organisation ist Chongryeon? Detailliertere Ausführungen zu Chongryeon bei O.V. (2001), KIM IL SUNG, LEBENSABRISS, S. 239ff.; Kim (1995), S. 1ff.; Gohl (1976), S. 60ff.

[18] Chongryeon (2013), Zentrum für landsmännisches Leben, Inhalte der Beratung.

[19] Deutsches Institut für Menschenrechte (2013).

[20] Gomolla/Radtke (2009), S. 15ff., S. 35ff.

[21] Deutsches Institut für Menschenrechte (2013).

[22] Blumenwitz (1992), S. 29f.

[23] Heckmann (1992a), S. 56.

[24] Zu Ethnizität vgl. Schnell (1990), S. 43ff.; Wenning (1992), S. 54ff.; Hansen (2001), S. 18 ff.

[25] Mead (1991), S. 177.

[26] Vgl. Assmann (2007), S. 144ff.

[27] Vgl. auch Isaacs (1975), S. 38ff.

[28] Fishman (1989), S. 7.

[29] Vgl. Kap. 2.3.4.

[30] Berliner PartIntG (15.12.2010).

[31] Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (2007), S. 61.

[32] Gabler Verlag (Hg.) (o.J.), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Migration. Sehr ausführlich zur Migrationsthematik Bade (2000).

[33] Lee (1966), S. 47ff.

[34] Statistisches Bundesamt (19.09.2012).

[35] Hōmushō, 24.02.2012.

[36] Vgl. i.e. Hansen/Wenning (2005), S. 29ff (insbes. S. 45ff.).

[37] Ahrens (2011), S. 4.

[38] Vgl. i.e. Yamawaki (2003), S. 38ff. (m.w.N).

[39] Vgl. die Daten des jap. Ministry of Internal Affairs and Communications, Statistics Bureau, 2013, aus denen ein steter Rückgang der Anzahl der Zainichis hervorgeht.

[40] Mindan (o.J.), About Mindan. Introduction. Organization of the zainichi, by the zainichi, for the zainichi.

[41] Mindan (o.J.), Objectives of Mindan.

[42] Mindan (o.J.), Activities of Mindan; vgl. auch Gohl (1976), S. 46ff.

[43] Mitchell (1967), S. 75ff.

[44] Mitchell (1967), S. 100 ff.

[45] Vgl. Gohl (1976), S. 25ff.; Mitchell (1967), S. 107 ff.; Kashiwazaki (2000a), S. 13ff.

[46] Kashiwazaki (2000a), S. 22f.

[47] Vgl. Statistiken über die Repatriierung von Zainichis nach Nordkorea bei Mindan (o.J.), Erläuterungen zu Mindan, Statistiken sowie Mindan (o.J.), Mindan Support Center for Refugees from North Korea.

[48] Vgl. Mindan (o.J.), Erläuterungen zu Mindan, Statistiken.

[49] Vgl. i.e. die Daten des Ministry of Internal Affairs and Communications, Statistics Bureau, 2013 (mit den Vergleichsangaben für die vergangenen Jahre) sowie Mindan (o.J.), Erläuterungen zu Mindan, Statistiken.

[50] Vgl. Mindan (o.J., Erläuterungen zu Mindan, Statistiken); danach haben in den Jahren 1952-2011 insgesamt 333.206 Zainichis die jap. Staatsbürgerschaft erworben.

[51] O.V. (2007), Social Status of Zainichi Korean Women in Japan, S. 40 (m.w.N.).

[52] Vgl. auch Iwata-Weickgenannt (2011), S. 239.

[53] Wacker (2006), S. 1ff.

[54] Vgl. Hester (2008), S. 139ff.

[55] Fels (o.J.), Eine Staatsangehörigkeit ist wie eine Mietwohnung.

[56] Iwata-Weickgenannt (2011), S. 239.

[57] Wacker (2006), S. 6.

[58] Wacker, a.a.O.; vgl. auch die Empörung Sugiharas im Roman"GO!" (Kap. 2.1.3).

[59] Fukuoka (2000), S. xxxvii.

[60] Hansen/Wenning (2005), S. 152ff.

[61] Vgl. Ishikida (2005), S. 49 (m.w.N.).

[62] Vgl. i.e. Lie (2008), S. 138ff. (m.w.N.).

[63] Haninhe (2001-2011), The Federation of Korean Associations.

[64] Mindan (o.J.), Mindan Support Center for Refugees from North Korea.

[65] Berlinale (Filmarchiv) (2006), Dear Pyongyang.

[66] Berlinale (Filmarchiv) (2012), KAZOKU NO KUNI OUR HOMELAND.

[67] Vgl. Haga (2007).

[68] Zur Geschichte der Zainichis vgl. Chapman (2008), S. 14ff; Mitchell (1967); Wagner (1951); Weiner (1994); ders. (2009).

[69] Zitate bzw. Textverweise mit Seitenangaben beziehen sich auf diese Übersetzung von Bierich.

[70] Kaneshiro (2011), S. 87.

[71] O.V. (30.09.2011), Romeo aus Tokyo.

[72] Vgl. Yonaha (2011), S. 288.

[73] Kaneshiro (2011), S. 61.

[74] Kaneshiro (2011), S. 61.

[75] Vgl. i.e. Kaneshiro (2011), S. 7-12.

[76] Vgl. z.B. Kaneshiro (2011), S. 15ff.

[77] Kaneshiro (2011), S. 87.

[78] Kaneshiro (2011), S. 82; vgl. Fels (o.J.), "Eine Staatsangehörigkeit ist wie eine Mietwohnung".

[79] Kaneshiro (2011), S. 84ff.

[80] Vgl. i.e. Kaneshiro (2011), S. 49.

[81] Vgl. i.e. Kaneshiro (2011), S. 51f.

[82] Kaneshiro (2011), S. 58.

[83] Kaneshiro (2011), S. 64.

[84] Kaneshiro (2011), S. 65f.

[85] Kaneshiro (2011), S. 24.

[86] Kaneshiro (2011), S. 160.

[87] Kaneshiro (2011), S. 157.

[88] Kaneshiro (2011), S. 202.

[89] Kaneshiro (2011), S. 176.

Ende der Leseprobe aus 134 Seiten

Details

Titel
Zainichi-Koreaner im japanischen Schulwesen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Abschlussarbeit
Note
2,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
134
Katalognummer
V336367
ISBN (eBook)
9783668259973
ISBN (Buch)
9783668259980
Dateigröße
1078 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Japanisches Schulwesen, Zainichi-Koreaner, Koreanische Minderheit in Japan, Migration in Japan, Nordkoreanische Schulen in Japan, Minderheitenschulen in Japan, Migrationspolitik, North Korean Schools in Japan, Korean minority in Japan, Soren, Mindan, Chongryeon, Bilingualität, Migration und Schulwesen, Koreans in Japan, Zainichi, Minderheitenpolitik
Arbeit zitieren
Iwan Müller-Schmidt (Autor), 2013, Zainichi-Koreaner im japanischen Schulwesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336367

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