Warum ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen so gering? Elektromobilität als EU-Projekt


Hausarbeit, 2016
11 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gründe für die fehlende Nachfrage

3 Förderung der Elektromobilität
3.1 Förderung auf EU-Ebene
3.2 Förderung auf nationaler Ebene
3.3 Bewertung der Förderinstrumente

4 Handlungsempfehlungen zur Implementierung der Elektromobilität

5 Elektromobilität als EU-Projekt

6 Fazit
6.1 Investition in Forschung und Entwicklung
6.2 Weiterführung der Abgasnormen

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Ziel der Branche der Elektromobilität ist es, die Permanenz von Mensch und Umwelt zu sichern. Um dies zu erreichen, muss der CO2-Ausstoss verringert werden. Das Er- reichen des globalen Ölfördermaximums wird zur Verringerung des CO2-Ausstosses beitragen und die Nutzung alternativer, nachhaltiger Energien notwendig machen. Diese Zukunftsperspektive begünstigt, vorausgesetzt, der benötigte Strom wird nachhaltig er- zeugt, die Implementierung der Elektromobilitätstechnologie. Die Elektromobilitätstech- nologie soll eine große Rolle als Mobilität der Zukunft einnehmen. Viele Staaten haben hierfür klare Ziele gesetzt: Deutschland möchte bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen bringen. Auch die Niederlande verfolgt das gleiche Absatzziel, wenn auch bis 20251. Frankreich zeigt sich optimistisch: zwei Millionen, bis 20202.

Sollten die EU-Mitgliedstaaten ihre Ziele erreichen, würde dies eine erste signifikante Verbesserung der CO2-Werte bedeuten. Ob und inwiefern die Absatzziele erreicht werden, hängt jedoch von der Akzeptanz und Kaufbereitschaft der europäischen Bevölkerung ab. Der Schaffung von Kaufanreizen für ein Elektrofahrzeug oder Elektrofahrrad ist hierbei große Bedeutung beizumessen. Da es bereits zahlreiche supranationale Förderinstrumente und nationale Privilegien für Elektromobilität gibt, stellt sich die Frage, warum die Nachfrage für Elektromobilität noch relativ schwach ist.

2 Gründe für die fehlende Nachfrage

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers veröffentlichte im Juni 2010 die Studie „Elektromobilität- Herausforderungen für Industrie und öffentliche Hand“. Das Veröffentlichungsdatum erscheint zunächst nicht aktuell, wohingegen die Ergeb- nisse auch in der Gegenwart verwertbar sind. Sie spiegeln die Gründe für die fehlende Nachfrage wider.

Befragt wurden 503 potenzielle Nutzer von Elektromobilität, davon alle aktive Autofahrer im Alter zwischen 18 und 70 Jahren. Die Frage, welche Voraussetzung erfüllt sein muss, sodass der Kauf eines Elektroautos in Erwägung gezogen wird, beantworteten 89 % der Befragten wie folgt: die Elektroautos werden billiger in der Anschaffung3.

Die Finanzierung der Elektroautos ist sehr teuer, einen Smart ForTwo ElectricDrive gibt es ab 19.899,16 €4. Er ist damit nahezu doppelt so teuer, wie das entsprechende Modell mit Ottomotor. Auch für ein Elektrofahrrad muss der europäische Bürger viel zahlen, oftmals ein Vielfaches des Preises eines herkömmlichen Fahrrads. Nicht nur die Finan- zierung, auch die Leistung eines Elektromotors wird in der Studie von den Befragten bemängelt. Die Reichweite einer Ladung reicht höchstens für 150 Kilometer5.

Beide Aspekte, Finanzierung und Leistung, wurden bei der Bereitstellung von Fördergeldern berücksichtigt. Ein Blick auf die bereits bestehenden Förderinstrumente sollte eine anschließende Handlungsempfehlung möglich machen.

3 Förderung der Elektromobilität

3.1 Förderung auf EU-Ebene

Das EU-Förderprogramm „Horizont 2020“ stellt Fördermittel für Innovation und For- schung in Höhe von 77 Milliarden Euro zur Verfügung6. Die Struktur des Strategiepa- piers wird von drei Schwerpunkten bestimmt, deren Umsetzung durch die Fördermittel unterstützt wird:

Die Lösung gesellschaftlichen Herausforderungen, die führende Rolle in der Industrie und die Wissenschaftsexzellenz7.

Das Thema Elektromobilität ist für alle drei Schwerpunkte relevant und sollte somit ausreichend finanzielle Unterstützung durch „Horizont 2020“ bekommen. Auch das Strategiepapier „Europa 2020“ schafft gute finanzielle Voraussetzungen für die Förderung der Elektromobilität. Zu den Kernzielen gehören auch die Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20% (Basisjahr 1990), sowie die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien auf 20%. Zudem sollten künftig 3% des BIP der EU für Forschung, Entwicklung und Innovation aufgewendet werden8.

Auf europäischer Ebene bestehen verschiedene Programme zur Förderung von Elekt- romobilität. Eine der größten Initiativen ist die „European Green Cars Initiative“ (EGCI). Sie hat das Ziel nachhaltige Mobilität, besonders die Elektromobilität, zu fördern. 2009 wurde sie von der Europäischen Kommission in einer privat-öffentlichen Partnerschaft geschaffen und beinhaltet zahlreiche Ausschreibungen zu Elektrotechnologie für Elektro-PKW, aber auch zu Elektro-LKWs und Infrastruktur. Das Fördervolumen beträgt fünf Milliarden Euro, wobei vier Milliarden von der Europäischen Investment Bank zur Verfügung gestellt werden. Eine Milliarde Euro werden im Zuge des 7.EU-Forschungs- rahmenprogramms gestellt9.

Im Rahmen der „European Green Cars Initiative“ werden zahlreiche Projekte gefördert. Eines davon ist „Green eMotion“, das mit 24 Millionen Euro bezuschusst wird. Es soll eine funktionierende Vernetzung der regionalen und nationalen Projekte zur Elektromo- bilität sicherstellen und somit Abstimmungen und Kooperationen auf europäischer Ebene möglich machen10. Das jüngste Beispiel für die Notwendigkeit sich auf europäi- schem Niveau abzustimmen bietet der EU-Beschluss vom 23.04.2014. Dieser setzt den bereits in Deutschland verwendeten Stecker „Typ 2“ als europäischen Standard.

3.2 Förderung auf nationaler Ebene

Fördermittel einzelner Staaten gibt es viele, sie unterscheiden sich jedoch in Umfang und Ansatz. In Frankreich, Spanien, Portugal und Großbritannien wird der Kauf eines Elektroautos direkt vom Staat subventioniert. Das sogenannte französische Bonus-Ma- lus-System bezuschusst den Kauf eines reinen Elektrofahrzeugs mit 7000 Euro und liegt damit weit über dem durchschnittlichen Zuschuss der übrigen Mitgliedsstaaten von 5000 Euro11. Deutsche Inhaber eines Elektrofahrzeugs werden 5 Jahre lang von der KFZ- Steuer befreit. Zudem ist es in Deutschland möglich, günstige Kreditkonditionen für Elektrofahrzeuge zu bekommen. Österreich erlaubt Elektrofahrzeugen die kostenlose Nutzung öffentlicher Parkplätze, sowie die Nutzung der Fahrbahnen des öffentlichen Verkehrs12. Die unterschiedlichen Förderinstrumente lassen sich wie folgt zusammen- fassen:

Zuschüsse, Steuerprivilegien, Nutzungsprivilegien, Kapitalbereitstellung13.

Auch Elektrofahrräder werden, wenn auch nur auf regionaler Ebene, gefördert. In Wien wurde bis 2011 der Kauf eines Elektrofahrrads, -mopeds, -motorrads mit maximal 300 Euro (30% des Anschaffungswertes) unterstützt14. Das EU-konfinanzierte Projekt „Go Pedelec!“ war 2010 das erste Projekt auf europäischer Ebene zur Förderung von Elekt- rofahrrädern. Es beteiligten sich Stadtgemeinden, Non-Profit Organisationen, sowie drei Privatunternehmen aus Tschechien, Deutschland, Ungarn, Italien, Niederlande und Österreich. Den Kern des Projektes bildeten 15 Road-Shows in fünf Ländern, bei denen Passanten auf Parcours ein Pedelec testen konnten. Ziel des Projektes war die Bewusstseinsbildung für Elektrofahrräder15.

3.3 Bewertung der Förderinstrumente

Wie wirksam die einzelnen Förderinstrumente sind ist umstritten. Bei Kaufzuschüssen verhält es sich bei der Bewertung der Wirksamkeit ähnlich wie bei der Abwrackprämie. Es ist nicht klar zu erkennen, ob die Kaufentscheidung aufgrund der Begünstigung ge- troffen wurde oder ob es sich hierbei lediglich um einen Mitnahmeeffekt handelt. Da alle Förderinstrumente eine steigende Nachfrage zum Ziel haben, muss deren Be- wertung nachfrageorientiert durchgeführt werden. Die zwei Hauptgründe für eine aus- bleibende Nachfrage sind die hohen Anschaffungskosten und die Leistungsschwäche von Elektrobatterien.

Der Einsatz von Kaufprämien sorgt zwar für eine temporär erhöhte Nachfrage, diese kann jedoch als „Scheinnachfrage“ bezeichnet werden, da sie durch den staatlichen Zu- schuss nicht vom Kunden selbst ausgeht. Sie besteht nur solange die finanzielle Unter- stützung gewährleistet wird und generiert damit keine nachhaltige, autonome Nachfrage. Auch die Nutzungsprivilegien sind keine langfristigen Maßnahmen. Die Möglichkeit der Nutzung von Fahrbahnen des öffentlichen Verkehrs schafft einen Anreiz, der wiederum nur solange besteht, bis auch die entsprechenden öffentlichen Fahrbahnen ähnlich stark genutzt werden.

4 Handlungsempfehlungen zur Implementierung der Elektromobilität

Ziel sollte demnach sein, eine autonome und nachhaltige Nachfrage zu schaffen. Da die erfolgreiche Platzierung eines Produkts auf dem Markt eine betriebswirtschaftliche Frage darstellt, sollte eine Handlungsempfehlung sowohl makroökonomische, als auch betriebswirtschaftliche Lösungsansätze betrachten.

Eine autonome Nachfrage wird nur dann generiert, wenn die Beweggründe ein Elektro- fahrzeug zu kaufen größer sind, als die für den Kauf eines herkömmlichen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Eine preisliche Wettbewerbsfähigkeit durch Zuschüsse zu schaffen zielt auf Preissenkungen ab, jedoch sollte hier nicht die Höhe der staatlichen Unterstützung im Wettbewerb mit den Preisen normaler Fahrzeuge stehen.

[...]


1 Bozem K. 2013, S. 32

2 Französische Botschaft in Wien 2011

3 PricewaterhouseCoopers 2010

4 Smart Preisliste, Smartcenter-Berlin 2014

5 Bozem K. 2013, S.39

6 Bundesministerium für Bildung und Forschung

7 Bundesministerium für Bildung und Forschung

8 Europäische Kommission (a) 2011

9 Europäische Kommission (b) 2012

10 Europäische Kommission (c) 2012

11 Französische Botschaft in Deutschland 2012

12 Bundesverband eMobilität e.V.

13 PricewaterhouseCoopers 2010

14 Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur

15 Go Pedelec! 2010

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Warum ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen so gering? Elektromobilität als EU-Projekt
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V336869
ISBN (eBook)
9783656985761
ISBN (Buch)
9783656985778
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Volkswirtschaft, Elektromobilität, Mobilität, Elektro, Auto, Europa, Zentralbank
Arbeit zitieren
Arianit Zeciri (Autor), 2016, Warum ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen so gering? Elektromobilität als EU-Projekt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336869

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