Erlebnispädagogik als Suchtprävention bei Jugendlichen. Grenzen und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit

Das Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit


Bachelorarbeit, 2016
87 Seiten, Note: 1,5
Jonas Temper (Autor)

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Einführung in das Konzept einer „Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit”
2.1 Das Konzept einer „Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit”
2.2 Rekonstruktion der Lebenswelt
2.3 Grundorientierungen des Konzepts
2.4 Struktur- und Handlungsmaximen einer Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit
2.5 Kritische Würdigung des Konzepts der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit

3 Lebenswelten
3.1 Verständnis von Lebenswelt
3.2 Lebenswelten von Jugendlichen
3.3 Die Shell Jugendstudien
3.4 Entwicklung der Lebenswelten von Jugendlichen in den letzten fünf Jahren
3.5 Veränderungen in den Entwicklungsaufgaben des Jugendalters
3.6 Bildungs- und Qualifikationsanforderungen
3.7 Bindung und soziale Kontakte
3.8 Freizeit, Konsum, Medien
3.9 Zusammenfassung Lebenswelten

4 Sucht
4.1 Formen von Sucht
4.2 Ursachen von Suchtverhalten
4.3 Jugendphase und Drogenkonsum
4.4 Entwicklung und Situation von stoffgebundenen Abhängigkeiten in Deutschland
4.5 Entwicklung und Situation von stoffungebundener Abhängigkeiten in Deutschland
4.6 Zusammenfassung Sucht

5 Erlebnispädagogik
5.1 Suchtprävention
5.1.1 Präventionstypen und ihre Zielgruppen
5.2 Zielgruppe
5.3 Erlebnispädagogische Suchtprävention
5.4 Zusammenfassung Erlebnispädagogik

6 Praxisbeispiel: Themen der Sucht eine Bühne geben

7 Grenzen und Möglichkeiten einer suchtpräventiven Erlebnispädagogik

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

10 Anhang

1 Einleitung

Aus aktuellen Berichterstattungen sowie aus aktuellen Statistiken sowohl bezüglich der Entwicklung des Alkohol- als auch des Cannabiskonsums von Jugendlichen in Deutschland sind insgesamt, mit leichten Schwankungen und Ausnahmen, positive Entwicklungen zu verzeichnen[1]. Warum sollte sich also mit der Thematik Sucht und ihrer Prävention befasst werden? Ein Grund dafür ist, dass sich der Konsum von Drogen weit in der Geschichte nachweisen lässt. So besang ca. 700 v. Chr. Homer in der Odyssee ein Präparat (Opium) mit den Worten „Gram und Kummer zu verscheuchen und jeglichen Leidens Gedächtnis“, dies aufgreifend ist Opium eines der ältesten und weitverbreitetsten Drogen und veranschaulicht, dass sich Menschen mindestens seit der Antike berauschen.[2] Weitere Gründe für eine Thematisierung liefern Zahlen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, wonach derzeit 9,5 Millionen Menschen in Deutschland ein Problem mit Alkohol aufweisen, bei 1,3 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren besteht eine Alkoholabhängigkeit und schätzungsweise sterben jährlich 74.000 Menschen an den Folgen von Alkohol bzw. einer Kombination des Alkohol- und Tabakkonsums.[3] Darüber hinaus sind beim Konsum von Cannabis seit dem Jahr 2011 wieder leichte Anstiege zu erkennen und vor allem bei den weiblichen Jugendlichen ist der Cannabiskonsum in den letzten Jahren gestiegen. Aus diesen Zahlen lassen sich zum einen Rückschlüsse auf die schweren gesundheitlichen Folgeerscheinungen ziehen, neben diesen gesundheitlichen Folgen können zum anderen jedoch auch psychische Probleme sowie die Beschaffungskriminalität ein Problem sowohl für die süchtige Person selbst als auch für die Gesellschaft werden.[4]

Die aktuelle Relevanz des Themas lässt sich darüber hinaus durch die häufigen Konfrontationen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern mit der Thematik „Sucht bei Jugendlichen“, die in der Jugendarbeit, insbesondere in Jugendhilfeeinrichtungen (Jugendgerichtshilfe, Wohngruppen, etc.), tätig sind, begründen. Eine These in diesem Zusammenhang ist, dass Jugendliche nur schwer für das Thema „Suchtprävention“ zu motivieren sind und die Erlebnispädagogik durch ihren großen Anteil an körperlichen Aktivitäten, wie beispielsweise dem Erleben an sich, möglicherweise einen guten Zugang zur Thematik liefern kann.

Aufgrund dieser These und der häufigen Konfrontation mit dieser Thematik, stellt sich die Frage:

Welche Grenzen und Möglichkeiten ergeben sich aus einer Kombination von Erlebnispädagogik und Suchtprävention für die Soziale Arbeit?

Warum Suchtprävention möglicherweise besser als eine Behandlung bei einer bereits bestehenden Sucht ist, kann durch folgende „Volksweisheit“ begründet werden.

„Vorbeugen ist besser als heilen“

Dies erkannte auch schon der griechische Arzt Hippokrates um 400 v. Chr., indem er zu dem Schluss kam, dass die Heilung einer Krankheit vermutlich komplizierter und kostspieliger sei als ihre Prävention.[5] Diese Erkenntnis lässt sich unmittelbar auch auf die heutige Zeit übertragen und manifestiert den Stellenwert der suchtpräventiven Arbeit von heute. Eine Suchtprävention ist dabei in erster Linie für den Menschen an sich von hoher Bedeutung, jedoch auch für die Gesellschaft, wenn diesbezüglich die entstehenden Kosten für die „Heilung“ bzw. Behandlung von Süchten für das Gesundheitssystem in den Blick genommen werden.[6]

Die folgende Arbeit mit dem Titel „Erlebnispädagogik als Suchtprävention bei Jugendlichen. Grenzen und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit.“, soll in erster Linie aufzeigen, welchen Beitrag Erlebnispädagogik für die Suchtprävention leisten kann. Um dieser Thematik gerecht zu werden, wird zunächst ein Einblick in die Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch et al.[7] erfolgen, welche die theoretische Grundlage dieser Bachelorarbeit sein wird. Anschließend werden die Lebenswelten von Jugendlichen und die diesbezüglichen Entwicklungen aufgezeigt und skizziert. Im darauffolgenden Kapitel wird sich mit dem Thema Sucht im Allgemeinen befasst, dies geschieht durch verschiedene Definitionen zur Begrifflichkeit „Sucht“, Erläuterung der verschiedenen Suchtformen, den Ursachen von Sucht sowie durch das Aufzeigen der Entwicklung des Konsumverhaltens von Jugendlichen. Auf die Themenbereiche Erlebnispädagogik und Suchtprävention im Allgemeinen wird im Anschluss eingegangen, um anschließend aufzuzeigen, wie sich die Suchtprävention die Erlebnispädagogik zu Nutzen machen kann. Dies wird an einem Praxisbeispiel aus der Kombination der suchtpräventiven und erlebnispädagogischen Arbeit verdeutlicht. Im letzten Kapitel werden die Grenzen und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit beleuchtet und eine abschließende Zusammenfassung im Fazit formuliert.

2 Einführung in das Konzept einer „Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit”

In diesem Kapitel soll auf das Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit eingegangen werden. Zunächst wird in das Konzept eingeführt, anschließend werden die Methoden der Rekonstruktion von Lebenswelt aufgezeigt, die Grundorientierungen des Konzepts dargestellt sowie die Struktur- und Handlungsmaximen erläutert. Das Kapitel schließt mit einer Kritik zum Konzept von Thiersch/Grunwald/Köngeter.[8] Die Theorie der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach Hans Thiersch, Klaus Grunwald und Stefan Köngeter bildet die Grundlage dieser Bachelorarbeit und soll bei der Betrachtung lebensweltlicher- und gesellschaftlicher Probleme das theoretische Fundament bilden.

Das Konzept der „Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit“ wurde von Wissenschaftlern[9] der Tübinger Schule um Hans Thiersch (Prof. Dr. Dr. h.c. mult., Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik, Tübingen[10] ) entwickelt. Gegen Ende der 1960er Jahre entstand das Konzept, um dem Trend der Spezialisierung Sozialer Arbeit entgegen zu wirken und bildete in der darauffolgenden Zeit einen festen Bestandteil der theoretischen Ansätze sowie den praktischen Ausführungen Sozialer Arbeit. Lebensweltorientierung bildet spätestens seit der Veröffentlichung des Achten Jugendberichts im Jahr 1990[11] ein maßgebliches Paradigma der Jugendhilfe und nimmt innerhalb der Sozialen Arbeit, insbesondere in der Kinder- und Familienhilfe, eine gewichtige Rolle ein.[12]

Der Begriff der „Lebenswelt“, der aus dem Wortlaut des Konzepts der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit zu entnehmen ist, stammt aus der phänomenologischen Soziologie[13] und wurde von den Philosophen bzw. Soziologen Edmund Husserl, Alfred Schütz und Jürgen Habermas geprägt. Auf diesen Begriff wird unter dem Punkt 3.1 „Verständnis von Lebenswelt“ näher eingegangen.

Leitmaximen wie „Hilfe zur Selbsthilfe“[14], „Unterstützung in den gegebenen Verhältnissen“ und „Anfangen, wo der Klient steht“ verdeutlichen die Tradition des Lebensweltprinzips Sozialer Arbeit.[15] Im Zentrum des Konzepts der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit stehen die Adressaten mit ihren jeweiligen Lebenswelten, die in der Gesamtheit ihrer gegebenen Umstände wahrgenommen und deren Ressourcen sowie Partizipationschancen erkannt werden sollen.[16] Darüber hinaus sollen die Adressaten der gewünschte Rolle als „Experten über das eigene Leben” gerecht werden, dies wird im folgenden Zitat betont.

“Lebensweltorientierung betont nicht nur die Vielfalt der im Alltag zu bewältigenden Aufgaben und Probleme, sondern auch die grundsätzliche autonome Zuständigkeit aller Menschen für ihren je eigenen Alltag [...]“ [17]

Dieses Zitat verdeutlicht die Expertenrolle über das eigene Leben des jeweiligen Adressaten des Konzepts. Der professionelle Helfer bzw. die professionelle Helferin hat an dieser Stelle die Aufgabe die Expertenrolle wahrzunehmen und zu akzeptieren[18]. Im Folgenden wird das Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit sowie die daraus entstehenden Methoden dargestellt.

2.1 Das Konzept einer „Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit”

Hans Thiersch teilt die Ansicht, dass sich die Lebensweltorientierte Soziale Arbeit auf den Alltag und die zugrunde liegende Lebenswelt der Adressaten und Adressatinnen konzentriert und nicht wie im klassischen Sinne der Medizin (Anamnese, Diagnose, Therapie) vorgegangen werden soll, da dies nach Thiersch zu verkürzt sei.[19]

Eine „funktionierende Lebensbewältigung“ bzw. der „gelingende Alltag” stehen dabei im Vordergrund des Konzepts und können als Ziel der Zusammenarbeit zwischen professionellem Helfer bzw. professioneller Helferin und dem Adressaten bzw. der Adressatin angesehen werden. „Gelingender Alltag“ meint zunächst die Probleme des Klienten oder der Klientin wahrzunehmen um sie oder ihn anschließend zu befähigen, den Alltag so zu gestalten, dass eben dieser tragfähig und verlässlich wird.[20] Mit dem Begriff des Alltags sind hierbei Situationen im Familienleben, der Schule, in der Arbeitswelt oder der Freizeit gemeint.[21]

Ein gelingender Alltag kann jedoch auch kritisch gesehen werden, denn zum einen kann durch Routinen und regelmäßige Abläufe der Alltag stabilisiert werden, auf der anderen Seite können diese Routinen einengen und Entwicklungen behindern. Dennoch können aus dem Alltag der Adressatinnen und Adressaten grundlegende Ressourcen hervorgehen, die für positive Entwicklungen genutzt werden können.[22]

Was Lebensweltorientierte Soziale Arbeit bedeutet, hat Thiersch insbesondere für die Jugendhilfe erläutert: „Lebensweltorientierte Jugendhilfe bedeutet den Bezug von Jugendhilfe auf die Vielfältigkeit und Komplexität gegebener Lebenserfahrungen und Lebensprobleme.“[23] zu erlangen.

Aus diesem Zitat ist zu entnehmen, dass von Seiten der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter versucht werden soll, einen defizitären und individualisierten Blick auf den Klienten oder die Klientin zu vermeiden. Stattdessen soll ein Fokus auf dem Zusammenspiel von Problemen und Möglichkeiten, von Stärken und Schwächen im sozialen Feld liegen. Aus den gesammelten Informationen entsteht ein sogenanntes „Handlungsrepertoire“ zwischen Vertrauen, Niedrigschwelligkeit, Zugangsmöglichkeiten und gemeinsamen Konstruktionen von Hilfsentwürfen. Wie bereits erwähnt, werden die Lebensverhältnisse akzeptiert, trotzdem wird aus der „Distanz“ mit professionellem Wissen und „Know-how“ in die gegebenen Verhältnisse eingegriffen und versucht, diese zu verbessern. Das Verbessern der Verhältnisse geschieht durch Interventionen institutioneller oder methodischer Art.[24] Um sich auf den Alltag und die Lebenswelt der Adressaten konzentrieren zu können, muss zunächst eine Rekonstruktion der Lebenswelt erfolgen.[25] Dabei ist zu beachten, dass die erfahrene Lebenswelt der Adressaten und Adressatinnen[26] Sozialer Arbeit immer durch ihre jeweiligen Ressourcen und gesellschaftliche Strukturen beeinflusst ist.[27]

2.2 Rekonstruktion der Lebenswelt

Um die Lebenswelt[28] der Klienten rekonstruieren zu können, muss mit eben diesen in Kontakt bzw. Dialog getreten werden. Dabei muss eine genaue Analyse des Alltags erfolgen, indem ihre Handlungs- sowie Deutungsmuster akribisch betrachtet und erfasst werden. So sollen die individuellen Bedürfnisse der Adressaten erfragt, vorhandene Ressourcen eruiert und auf dieser Grundlage und nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe agiert werden.

Nach Thiersch/Grunwald/Köngeter[29] lassen sich auf Grundlage einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit vier Zugänge unterscheiden, welche es ermöglichen eine Rekonstruktion der Lebenswelt der Adressaten und Adressatinnen zu erlangen. Diese vier Zugänge werden im Folgenden näher erläutert.

1. Phänomenologischer Zugang

Die Lebenswelt ist ein phänomenologisch orientiertes Konzept. Dieser in erster Linie von Edmund Husserl geprägte Begriff meint, dass der Mensch mit seiner subjektiven Wirklichkeit betrachtet und nicht als isoliertes Individuum wahrgenommen werden soll. Innerhalb dieser Wirklichkeit besitzen die Menschen das Bestreben ihre jeweiligen Aufgaben zu bewältigen, mit denen sie sich in ihrem Alltag konfrontiert sehen. Des Weiteren konzentriert sich die Lebensweltorientierung vorzugsweise auf Bemühungen von Menschen, welche versuchen sich in ihren vorliegenden Verhältnissen zu behaupten.[30] Die Bemühungen des Behauptens in den jeweilig aktuellen Verhältnissen der Adressaten schließt dabei auch abweichendes und/oder defizitäres Verhalten ein. Dieses Verhalten ist auf Grundlage der Forderung des autonom handelnden Adressaten zunächst zu akzeptieren.[31]

2. Gliederung in soziale Felder

Die von Menschen erfahrene Wirklichkeit innerhalb ihrer jeweiligen Lebenswelt ist untergliedert in unterschiedliche Lebensräume oder Lebensfelder, wie beispielsweise der Familie, Jugendgruppen, der Arbeit, Schule, etc. Während ihres Lebens durchlaufen Menschen teilweise gleichzeitig oder nacheinander verschiedene Lebensfelder. Dabei können sich diese Felder wechselseitig ergänzen, jedoch auch behindern, wodurch Verletzungen und Traumatisierungen entstehen können. Die Aufgabe ist unter diesem Gesichtspunkt, die jeweiligen lebensweltlichen Verhältnisse der in den zugrundeliegenden Lebensfeldern zu rekonstruieren und dabei vermittelnd auf mögliche Probleme oder Konflikte zwischen den Lebensfeldern einzuwirken. Darüber hinaus sollen Ressourcen, die im Lebenslauf erworben wurden, aufgedeckt werden.[32]

3. Normativ-kritische Aspekte

Der dritte Zugang der Lebensweltrekonstruierung ist normativ-kritisch. „Die Ressourcen, Deutungen und Handlungsmuster werden als in sich widersprüchlich erfahren.“[33] Einerseits können Deutungs- und Handlungsmuster durch ihre Identität sowie soziale Sicherheit die Grundlage für beispielsweise Kreativität und Fantasie sein, auf der anderen Seite können diese Muster zugleich in sich widersprüchlich wirken, da sie als ausgrenzend, blockierend und einengend erlebt werden. Bezüglich dieses Gesichtspunktes ist die Lebensweltorientierung dahingehend bemüht, Ambivalenzen offen zu legen und Verfehltes bzw. Gelingendes zu beleuchten. „In diesem Aspekt von Lebenswelt liegt die Pointe im Widerspiel von Respekt und Destruktion, in der Abwehr der Genügsamkeit von Verhältnissen, wie sie sich darstellen, und in der Sensibilität für die Erfahrungen von protestativer Energie, von unterdrückten Hoffnungen, von Trauer und Schmerz.“[34] Destruktion bezieht sich an dieser Stelle auf eine Destruktion der gegebenen Umstände.[35]

4. Historisch und sozial konkretes Konzept

Das Konzept der Lebenswelt stellt ein historisch und sozial konkretes Konzept dar. Für die Rekonstruktion der Lebenswelt bilden hierbei in erster Linie die lebensweltlichen sowie hintergründig die gesellschaftlichen Strukturen die Grundlage. Des Weiteren werden mit dem Konzept der Lebensweltorientierung „Spannungen von Gesellschaftsstrukturen und Bewältigungsmustern“[36] aufgegriffen, beispielsweise an Stellen der Bewältigungsaufgaben (Geschlechterrollen, Rollenerwartungen im Beruf oder im Privaten, etc.). „Als historisch soziales Konzept verfolgt Lebensweltorientierung vor allem auch die Brüchigkeit heutiger normativer Orientierungen […]“.[37] [38]

2.3 Grundorientierungen des Konzepts

Im Vorherigen wurden bereits einige Grundideen des Konzepts der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit angerissen. Im Folgenden werden die Grundorientierungen des Konzepts nach Thiersch/Grunwald/Köngeter[39] in den Dimensionen:

-Der erfahrenen Zeit
-Des erfahrenen Raumes
-Den sozialen Beziehungen
-Der Bewältigungsarbeit
-Sowie der gesellschaftlichen Bedingungen erläutert.

Dimension der erfahrenen Zeit:

Bezüglich der Dimension der erfahrenen Zeit soll respektvoll mit den biografischen Erfahrungen der Klienten umgegangen werden. Bei der Aufarbeitung der Erfahrungen soll gemeinsam versucht werden, die Lebensphasen zu verstehen. Hierbei sind vor allem Phasen bzw. Übergänge mit Schwierigkeiten und „Brüchen” von besonderem Interesse.[40]

Dimension des erfahrenen Raumes:

Die jeweiligen Raum erfahrungen (Leben auf der Straße, ländliche Strukturen, städtische Milieus, …) können sehr individuell sein. Das Ziel der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit ist unter diesem Bezugspunkt, ein eigenständiger, geeigneter, verlässlicher sowie individuell gestaltbarer Lebensraum.[41]

Dimension der erfahrenen Beziehungen:

Eine weitere Dimension Lebensweltorientierten Handelns sind die sozialen Beziehungen der Adressaten und Adressatinnen. Die aus den sozialen Beziehungen häufig entstandenen Konflikte begründen dabei oft die Aufgabe sozialarbeiterischen Handelns. Das Ziel ist unter diesem Gesichtspunkt, für verlässliche und belastbare Beziehungen zu sorgen.[42]

Dimension der Bewältigungsarbeit:

Darüber hinaus wird in der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit in der Dimension der gegenwärtigen Bewältigungsarbeit gehandelt. Diesbezüglich wird nach dem Prinzip “Hilfe zur Selbsthilfe” agiert. Dieses beinhaltet, dass Menschen sich dennoch als Subjekte ihrer Umstände bzw. Verhältnisse erfahren können. Des Weiteren zielt das Prinzip auf Empowerment und Identitätsarbeit ab.[43]

Dimension der gesellschaftlichen Bedingungen:

Die Theorie der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit geht davon aus, dass Strukturen der Gesellschaft Einfluss auf die individuellen Lebensverhältnisse haben. Entsprechend soll bei individuellen Problematiken der Adressaten und Adressatinnen auch ein Blick auf mögliche Zusammenhänge mit gesellschaftlichen Problemen in Betracht gezogen werden und diese, wenn möglich, analysiert und gelöst werden. Daraus resultiert, dass mit einer Lebenswertorientierten Sozialen Arbeit immer auch ein politischer Anspruch verknüpft ist.[44] Neben den oben genannten Dimensionen, sind drei weitere zentrale Grundorientierungen der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit zu nennen, auf die im Folgenden eingegangen wird.

Einen wesentlichen Bestandteil Lebensweltorientierter Arbeit bildet der schon bereits erwähnte Respekt. Dieser richtet sich in erster Linie gegen Stigmatisierung sowie Sozialdisziplinierung und steht bei direktem Umgang mit den Klienten im Vordergrund.[45]

Das Medium der Verhandlung bildet in der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit sowohl in der Praxis als auch bezüglich der Jugendhilfeplanung sowie den gesetzlich vorgegebenen Institutionen des Hilfeplans das „handlungsorientierte Zentrum Lebensweltorientierter Sozialer Arbeit.“[46] Die Problematik in der Praxis hinsichtlich dieses Punktes ist die häufig nicht hergestellte gegenseitige Anerkennung sowie Gleichwertigkeit zwischen Adressatin bzw. Adressatin und Sozial Arbeiter bzw. Arbeiterin. In diesen Fällen sollen Räume geschaffen werden, in denen die Adressatinnen und Adressaten ihre jeweilige Sichtweise frei und ohne jeglichen Druck vortragen können. Während den Verhandlungen kommt es folglich auch zu Konflikten und Auseinandersetzungen. Eine Gleichwertigkeit bzw. Anerkennung zwischen Sozial Arbeiter bzw. Sozial Arbeiterin und Adressat bzw. Adressatin ist an dieser Stelle die Voraussetzung dafür, dass eben diese ausgetragen werden können.[47]

Lebensweltliche Verhältnisse sind zu einem wesentlichen Teil durch strukturelle Rahmenbedingungen geprägt. Aus diesem Grund nimmt das Prinzip der Einmischung eine weitere zentrale Position im Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit ein. Das Einmischen auf strukturelle Rahmenbedingungen bezieht sich dabei vorrangig auf Kooperationen sowie Koalitionen mit anderen Politik- und Gesellschaftsbereichen.[48]

2.4 Struktur- und Handlungsmaximen einer Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit

In den folgenden fünf Strukturmaximen des Konzepts der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit:

-Prävention

-Alltag

-Dezentralisierung/Regionalisierung und Vernetzungsnähe

-Integration

-Partizipation

wird die Philosophie der Lebensweltorientierung konkretisiert.[49]

Prävention:

In der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit wird bezüglich der Prävention zwischen der allgemeinen sowie der speziellen Prävention folgendermaßen unterschieden: Die allgemeine Prävention umfasst die “Stabilisierung und Inszenierung belastbarer und unterstützender Infrastrukturen und auf die Bildung und Stabilisierung allgemeiner Kompetenzen zur Lebensbewältigung”[50], dabei können sowohl gerechte Lebensverhältnisse als auch die Chancen auf ein gutes Leben als Ziel angesehen werden.

Spezielle Prävention zielt darauf ab, Konflikte, Schwierigkeiten und Krisen nicht erst entstehen oder sich dramatisieren zu lassen, sondern vorausschauend zu agieren. Dies bezieht sich auf Situationen, in denen Überforderungen absehbar sind, beispielsweise bei besonderen Belastungen (Tod eines Angehörigen, Scheidung der Eltern, schwere Krankheiten, etc.).

Alltagsnähe:

Mit der Alltagsnähe sind freundliche, offene und entgegenkommende, niedrigschwellige Angebote gemeint, die sich innerhalb der Lebenswelt der Adressaten und Adressatinnen befinden. Dabei ist die Erreichbarkeit der Angebote essenziell.[51]

Dezentralisierung/Regionalisierung und Vernetzung:

Wie bereits im Punkt der Alltagsnähe intendiert, ist mit Dezentralisierung/Regionalisierung und Vernetzung eine Präsenz von Hilfsangeboten in der Nähe der Adressaten und Adressatinnen gemeint.[52]

Integration:

Mit Integration ist nach dem Idealbild der Theorie eine Lebenswelt gemeint, in der es zu keiner Ausgrenzung, Gleichgültigkeit und Unterdrückung kommt. Diese Handlungsmaxime verlangt dementsprechend eine offene Anerkennung individueller Unterschiede, Respekt sowie die Sicherung von Hilfsangeboten und Rechten der Adressaten Sozialer Arbeit.[53]

Partizipation:

Die Mitbestimmung bzw. Partizipation der Adressaten bzw. Adressatinnen wird von der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit angestrebt. Auf Grund dessen sollen die Betreuten aktiv am Hilfeprozess beteiligt werden und es soll ihnen ein größtmögliches Maß der Beteiligung zugesprochen werden.[54] Die Relevanz dieser Maxime betont Thiersch folgendermaßen „Die Sicherung der Antrags-, Einspruchs- und Verweigerungsrechte ist ebenso notwendig wie die Sicherung von Mitbestimmungsmöglichkeiten in Bezug auf Planung, Gestaltung und Durchführung von Angeboten“.[55]

2.5 Kritische Würdigung des Konzepts der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit

Das humanistische Weltbild, auf dem das Konzept aufbaut, indem Unterschiede akzeptiert und die Klienten dahingehend unterstützt werden sollen, dass sich ihre Lebensverhältnisse verbessern, ist ebenso positiv hervorzuheben, wie die gesellschaftspolitischen Ziele von gerechten Lebensverhältnissen, Emanzipation und Demokratisierung. Darüber hinaus wird das Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit für den Paradigmenwechsel in der Sozialen Arbeit verantwortlich gemacht. Dies bezieht sich unter anderem darauf, dass sich weg von einer repressiven Fürsorge und Defizitorientierung und hin zur Alltags- und Ressourcenorientierung und Rechtsansprüchen auf Hilfe orientiert wurde.[56] Das Akzeptieren von Werten und Weltanschauungen von Adressaten und Adressatinnen birgen für Sozial Arbeiterinnen und Sozial Arbeiter innere Konflikte. Denn wenn Klienten die Rechte und Würde anderer Menschen verletzten, beispielsweise durch Gewaltausübung, Diskriminierung oder Rassismus, ist es schwierig für die professionellen Helfer die eigenen Werte auszublenden und der Lebenswelt von Vergewaltigern oder Rechtsradikalen gerecht zu werden.[57]

Um die Grenzen und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit bezüglich der Erlebnispädagogik als Suchtprävention bei Jugendlichen aufzuzeigen, müssen „die“ Jugendlichen zunächst genauer beschrieben werden. Diese Beschreibung wird im Folgenden Kapitel zu den „Lebenswelten“ von Jugendlichen erfolgen.

3 Lebenswelten

Um einen Einblick in die Lebenswelten von Jugendlichen zu erhalten, wird im nächsten Kapitel ein Fokus auf die drei großen Bereiche Familie, Schule und Freizeit gelegt, eben diese stellen die wichtigsten Entwicklungsbereiche von Jugendlichen dar[58]. Es soll aufgezeigt werden, welche Einstellungen, Verhaltensweisen und Mentalitäten gegenüber Politik und Werteverständnis die heutigen Jugendlichen herausbilden. Dies wird auch im Kontext heutiger Krisen, Konflikte und Verwerfungen geschehen. Basierend auf diesen Ergebnissen sollen Rückschlüsse bezüglich der erlebnispädagogischen Präventionsarbeit erfolgen. Zunächst wird ein generelles Verständnis von Lebenswelt dargestellt, um anschließend auf Grundlage der Shell Jugendstudien, näher auf die Lebenswelten von Jugendlichen einzugehen. Nach einem Einblick in die Sinus-Jugendstudie, die einen differenzierteren Einblick in die Lebenswelten von Jugendlichen ermöglicht, schließt das Kapitel mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse.

3.1 Verständnis von Lebenswelt

Im Kontext der Lebenswelt wird sich in den Erziehungswissenschaften auf hermeneutisch-pragmatische Theorien, auf phänomenologische sowie interaktionistische Analysen, als auch auf konstruktivistische Perspektiven bezogen.[59] Bezüglich dieser Gegebenheit ist das Ziel einen phänomenologischen Lebensweltbegriff zu finden, welcher eine allgemeine Struktur der Lebenswelten von Menschen, in diesem Fall Jugendlichen, beleuchtet und sich somit nicht auf die Weltsicht einzelner Personen bezieht.

Bezüglich einer phänomenologisch orientierten Lebenswelttheorie sind in erster Linie Edmund Husserl sowie Alfred Schütz zu nennen. In seinem letzten und unvollendeten Werk „Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie“ gibt Husserl im Jahr 1936 „eine Einleitung in die phänomenologische Philosophie“. Darin beanstandet er in Hinblick auf den Begriff der Lebenswelt, dass der Wissenschaft in Bezug auf die „objektive Wahrheit“ ein größerer Stellenwert beigemessen werde und sie sich immer weiter vom Alltag der Menschen entfernen würde[60], als sich persönlichen Erkenntnissen sowie der Wahrheit des natürlichen Denkens von Menschen zu widmen. Darauf aufbauend definiert Husserl Lebenswelt als „die raumzeitliche Welt der Dinge, so wie wir sie in unserem vor- und außerwissenschaftlichen Leben erfahren und über die Erfahrung hinaus als erfahrbar wissen“.[61] Neben Husserl ist, wie oben bereits erwähnt, Alfred Schütz zu nennen, dieser ist Begründer der soziologischen Phänomenologie und führt Husserls Gedanken weiter aus, wobei er sich dabei insbesondere auf den Begriff der Lebenswelt bezieht. In seinen Ausführungen in „Die Aufschichtung der Lebenswelt“[62] werden die Dimensionen des zeitlichen, räumlichen, sozialen sowie seine ontologischen Strukturen der „Seins Philosophie“ thematisiert, welche einen westlichen Teil innerhalb der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit einnehmen.[63]

Ausgehend vom Schütz‘schen Lebensweltbegriff werden im Nachfolgenden die Lebenswelten von Jugendlichen beleuchtet. Dabei wird ein Fokus auf Lebensbereiche gelegt, die möglicherweise eine erhöhte Suchtgefahr beinhalten; wie beispielsweise die Freizeit von Jugendlichen.

3.2 Lebenswelten von Jugendlichen

In diesem Kapitel wird zunächst die Altersspanne von Jugendlichen definiert. Anschließend wird auf Grundlage der Shell-Jugendstudien eine allgemeine Übersicht über die drei Lebensbereiche – Familie, Schule und Freizeit – von Jugendlichen erfolgen. Ausgehend von den diesbezüglich erhobenen Daten sollen die Werte, Wertehaltungen sowie Interessen von Jugendlichen innerhalb Deutschlands aufgezeigt werden. Bei der Auswertung der ausgewählten Statistiken der Shell Jugendstudien wird anschließend ein Fokus auf Lebensbereiche gesetzt, in denen vorzugsweise Süchte entstehen können.

Eine rechtliche Definition zum Alter von Jugendlichen in Deutschland:

„Im Sinne des Gesetzes […], sind Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind, […]“

Diese Definition zur Alterspanne von Jugendlichen Personen stammt aus dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) und beschreibt die diesbezügliche rechtliche Auffassung der Bundesrepublik Deutschland.

Innerhalb der im Folgenden verwendeten Studien sowie ausgehend von den Meinungen von Fachautoren werden Definitionen zur Alterspanne von 12 bis 25 Jahren verwendet. Falls im Folgenden von einer anderen, als der oben aufgeführten rechtlichen Definition ausgegangen wird, wird dies hervorgehoben.

3.3 Die Shell Jugendstudien

Seit über 60 Jahren wird vom Mineralölkonzern Shell mit Hilfe der Shell Jugendstudie eine Untersuchung zur Einstellung, den Werten, Gewohnheiten sowie zum Verhalten von Jugendlichen innerhalb Deutschlands durchgeführt.[64]

Mithilfe dieses Surveys (Umfrage) wird basierend auf Zufallsstichproben über soziale Prozesse in deskriptiver Form berichtet. Innerhalb dieser Studien wird zwischen Längsschnitt- und Querschnittsuntersuchungen unterschieden. Querschnittsuntersuchungen sind Untersuchungen, die einmalig durchgeführt werden. Demgegenüber werden bei einer Längsschnittuntersuchung Daten über einen längeren Zeitraum und an mehreren Zeitpunkten, in dem ähnliche Fragen bzw. Variablen wiederholt werden, erhoben. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Shell Jugendstudie eine Mischung dieser beiden Untersuchungsdesigns. Aus diesem Grund kann sie als sich wiederholende Querschnittstudie ausgelegt werden.[65]

Die Shell Jugendstudie besitzt innerhalb Deutschlands sowohl in der Pädagogik und der dazugehörigen Fachwelt als auch in Politik und Medien eine große Relevanz. Die dabei erhobenen Daten und Kenntnisse dienen als Grundlage der heutigen Jugendforschung. Die Verantwortlichen für die inhaltliche Ausrichtung sowie ihre konzeptionelle Grundlegung der 17. Shell Jugendstudie sind Mathias Albert, Klaus Hurrelmann und Gudrun Quenzel.[66]

Bei der Erhebung der 17. Shell Jugendstudie wurden sowohl Jugendliche mit deutscher als auch mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Alter von 12 bis 25 Jahren einbezogen. Dabei wurde eine Stichprobe von 2.558 Jugendlichen angelegt. Der Zeitraum der geführten Interviews erstreckt sich von Januar bis März 2015. Darüber hinaus wurden die Stichproben disproportional angelegt, um eine differenzierte Auswertung zwischen Ost und West zu gewährleisten. Die Jugendlichen wurden von geschulten Interviewern auf Basis eines fest vorgegebenen und standardisierten Erhebungsinstrument persönlich-mündlich befragt.[67] Des Weiteren wurden folgende Quotierungsmerkmale vorgegeben:

- Altersgruppen (12–14 Jahre, 15–17 Jahre, 18–21 Jahre, 22-25 Jahre) und Geschlecht
- Sozialer Status (Bildung, Erwerbstätigkeit u.ä.)
- Bundesländer und regionale Siedlungsstrukturen
- Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund differenziert nach Ost/West[68]

3.4 Entwicklung der Lebenswelten von Jugendlichen in den letzten fünf Jahren

Vor zirka fünf Jahren stand das Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise in Aussicht. Doch durch die anhaltende Euro-Krise in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wurden einige dieser Staaten teilweise tiefgreifend mit wirtschaftlichen, politischen und sozialen „Verwerfungen“ konfrontiert. Von diesen „tiefgreifenden“ Veränderungen blieb Deutschland weitestgehend unberührt. Dennoch stellt sich die Frage, wie die Entwicklung der Euro-Krise das Vertrauen der Jugendlichen aus Deutschland in die Problemlösungsfähigkeiten der verantwortlichen politischen Institutionen erschüttert hat und welche Auswirkungen sich hieraus auf die Zukunftssicht der Jugendlichen ergeben.[69]

Ökonomische Verwerfungen

Da die öffentlichen Haushalte in der Regel hoch verschuldet sind, fehlt das Geld für zukunftsweisende Investitionen. Diese Gegebenheit macht die Lebensplanung Jugendlicher schwer kalkulierbar. Da in Bereichen der Bildung, Infrastruktur oder Familienförderung nicht investiert wird, sinkt zudem der „Lebenswert“ von Jugendlichen. Darüber hinaus ist die andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten fünf Jahre stärker in das Bewusstsein der Jugendlichen eingetreten, dies unter anderem, weil es vor allem in süd- und osteuropäischen Ländern zu dramatisch hohen Zahlen der Jugendarbeitslosigkeit gekommen ist.[70] Demgegenüber sieht die Entwicklung auf dem deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt besser aus, da sich dieser ziemlich robust und stabil gezeigt und entwickelt hat. So hatten im Jahr 2010 noch 20 Prozent der Jugendlichen keine Chance auf einen Ausbildungsplatz, demgegenüber blieben im Jahr 2015 in vielen Regionen Ausbildungsplätze unbesetzt.[71] [72]

Politische Konflikte

Die Entwicklungen außerhalb Europas („arabischer Frühling“), aber auch Konflikte und Krisen wie beispielweise die Krise auf der Krim oder der Erstarkung von Terrorgruppen, führen Jugendlichen vor Augen, dass ein friedliches Europa „keine feststehende Gegebenheit, sondern ein temporäres Ergebnis kollektiver politischer Anstrengungen ist.“[73]

Die politische Einflussnahme von Jugendlichen ist im Vergleich zu 2010 weitestgehend unverändert geblieben. Damals bestand durch die „Piratenpartei“ Hoffnung, dass Jugendliche sich in der politischen Arbeit und Teilhabe mehr engagieren, doch eben diese Partei ist in die „Bedeutungslosigkeit“ abgesackt. Auch die Erfolge von neuentstandenen Parteien wie der „Alternative für Deutschland“ offenbaren zwar Umbrüche im Parteienspektrum, tragen jedoch nicht dazu bei, dass sich innerhalb der älteren oder jüngeren Parteien eine Partei als „Träger jugendspezifischer politischer Bewegungen“ etabliert.[74]

3.5 Veränderungen in den Entwicklungsaufgaben des Jugendalters

Im Jugendalter besteht eine „besonders dichte Staffelung von Entwicklungsaufgaben“[75], was zur Folge hat, dass Bewältigungsprobleme besonders häufig in dieser Lebensspanne auftreten. Die subjektive Bearbeitung bzw. Bewältigung eben dieser Probleme erhöht „die Chancen einer stabilen und positiven Identitätsentwicklung“, demgegenüber kann eine subjektiv misslungene Bewältigung das Auftreten von Einschränkungen „im körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefinden erhöhen“.[76] Die Persönlichkeitsentwicklung sowie die gesellschaftliche Integration birgen dementsprechend Schwierigkeiten.[77]

Was zu den Entwicklungsaufgaben des Jugendalters zählt, wird im Folgenden näher erläutert:

- Qualifizieren: bezogen auf die schulische Bildung, um im Anschluss einen Beruf und finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen.
- Soziale Bindungen aufbauen: von den Eltern ablösen, Freundschaften schließen, Partnerschaft mit potenzieller Familiengründung aufbauen.
- Souveränität im Umgang mit Geld erlangen, „in die Rolle eines Konsum- und Wirtschaftsbürgers hineinzuwachsen“.
- Partizipation: eigene Werteorientierung herausbilden, welche „den Fortbestand“ einer demokratischen Gesellschaft nötigen Übernahme der Rolle eines politischen Bürgers zugrunde liegt[78]

Diese vier Bereiche der Entwicklungsaufgaben werden darüber hinaus durch die Anforderung, den sich verändernden Körper zu akzeptieren sowie eine geschlechtliche Identität herauszubilden, beeinflusst. „Die gesellschaftlichen und politischen Strukturen sowie die dadurch mitgeprägten Lebensbedingungen bilden den Rahmen für die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben.“[79] Dies lässt die Vermutung zu, dass diese Einflüsse sich auf die Qualifizierung, die sozialen Bindungen, das Verhalten gegenüber Freizeit- und Konsumangeboten, die Werteorientierung sowie die Partizipation auf politische Bereiche von Jugendlichen auswirken.[80]

Im Folgenden wird näher auf die drei großen Lebensbereiche Schule und die damit einhergehenden Bildungs- und Qualifikationsanforderungen, den Bereich Familie mit Bindung und soziale Kontakte sowie auf die Freizeit von Jugendlichen eingegangen.

3.6 Bildungs- und Qualifikationsanforderungen

Seit den 1980er Jahren ist eine Verbreitung von unsicheren Arbeitsplätzen[81] in Deutschland zu beobachten. Somit verschiebt sich die erste Entwicklungsaufgabe des „Qualifizierens“ mit dem Ziel der finanziellen Unabhängigkeit im Lebenslauf zunehmend nach hinten.[82] Des Weiteren werden, um den angestrebten Schulabschluss zu schaffen und im Anschluss daran einen gewünschten Ausbildung- oder Studienplatz zu erhalten sowie ein erfolgreicher Berufseinstieg, ein hohes Maß an Zeit- sowie Kraftaufwand gefordert. Jedoch verbesserte sich diese Situation in den letzten fünf Jahren zunehmend, auch aufgrund der vielerorts hohen Anzahl von freien Ausbildungsplätzen (s.o.).[83]

Trotz dieser Entspannung bei der Findung eines Ausbildungsplatzes weisen Untersuchungen einen Anstieg des psychischen Drucks auf Grund der „sehr hoch wahrgenommenen Leistungsanforderungen“[84] auf. So zeigen etwa die Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheits-Surveys (KiGGS), dass allgemeine psychische Auffälligkeiten im Übergang von der Kindheit ins Jugendalter steigen und bei den 14- bis 17-Jährigen bei etwa einem Fünftel das Risiko einer psychischen Erkrankung besteht. Die Gründe dafür können neben den hoch wahrgenommen Leistungsanforderungen auch in den Unsicherheiten auf Grund einer nicht planbaren Zukunft liegen. Dies umfasst eine Ungewissheit bezüglich der Jobfindung sowie das damit in direktem Zusammenhang liegende Bestreben nach finanzieller Unabhängigkeit. Wodurch möglicherweise eine Familiengründung behindert wird.[85]

Im Bereich Schule beklagen viele Eltern und Schüler, dass „neben der Schule nur noch wenig Zeit für Freizeit zur Verfügung stünde und den Kindern und Jugendlichen dadurch wichtige Erholungs- und Entwicklungsmöglichkeiten verwehrt würden.“[86] Ein erhoffter struktureller Wandel bezüglich der Problematik der im Bildungswettlauf sogenannten „Abgehängten“ ist nicht zu beobachten. Diese Problemlage wird in der Regel vom Elternhaus weitergegeben.[87]

3.7 Bindung und soziale Kontakte

Das traditionelle Muster, welches mit dem Berufseinstieg auch eine feste Partnerschaft sowie eine Familiengründung vorsah, wurde von den Eltern der heutigen Jugendlichen möglicherweise noch so gelebt, hat sich in den letzten Jahren jedoch stark verändert. So steigen das Heiratsalter sowie das Alter bei der Geburt des ersten Kindes seit den 1970er Jahren kontinuierlich an. Dementsprechend liegen heute das Durchschnittsalter für Eheschließungen sowie die Geburt des ersten Kindes bei Frauen bei 30 Jahren und bei Männern bei 33 Jahren.[88] Diese große Zeitspanne zwischen ersten partnerschaftlichen Annäherungen und dem Eintritt in eine Ehe und der Gründung einer Familie, werden von Jugendlichen aktiv genutzt „um zu testen, welche Form der Beziehung und welcher Partner zu ihnen passt.“[89]

Die zum Lebensbereich der Familie gehörende Entwicklungsaufgabe der Ablösung vom Elternhaus beginnt in der Regel ab dem zwölften Lebensjahr mit dem Einsetzen der Pubertät. Bis zum tatsächlichen Auszug kann es jedoch noch lange dauern, denn hierfür werden sowohl eine soziale, als auch eine emotionale Autonomie benötigt. Das daraus unter Umständen resultierende Ziel der Familiengründung hängt an dieser Stelle von mehreren Einflussgrößen ab. Ein wichtiger Faktor ist an dieser Stelle die erreichte Qualifikation und die hieraus aufbauende berufliche Tätigkeit, um wirtschaftlich unabhängig zu sein. Ein anderer wichtiger Faktor ist die „Qualität der emotionalen Beziehung zu den Eltern.“[90] Auf die diesbezügliche Frage, welche Wertschätzung junge Menschen ihren Eltern entgegenbringen wird im Folgenden eingegangen.

In vorherigen Shell Jugendstudien[91] ist bereits ein „sehr gutes persönliches Verhältnis der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu ihren Eltern aufgefallen“[92] Bei dieser Befragung konnten Jugendliche zwischen vier Punkten[93] auswählen, wie sie das Verhältnis zu ihren Eltern beschreiben würden. Die daraus gesammelten Ergebnisse verhalten sich konträr zu den Erfahrungen, die die Eltern der heutigen Jugendlichen mit ihrem Elternhaus gesammelt haben, denn diese hatten häufig eine kritische Einstellung gegenüber den Lebensentwürfen ihrer Eltern. Demgegenüber haben Jugendliche von heute ein „überwiegend entspanntes und zugewandtes Verhältnis“[94] zu ihren Eltern. Dies kann mit der weiteren positiven Entwicklung seit dem Jahr 2002 untermauert werden. „Vergleichen wir die Werte von 2002 und 2015, sind die Werte insgesamt angestiegen.“[95] Heutzutage kommen dementsprechend 40 Prozent der Jugendlichen „bestens“ und 52 Prozent „gut“ mit ihren Eltern aus. Das Verhältnis der Jugendlichen zu ihren Eltern hängt dabei jedoch stark davon ab, welche „Soziale Herkunft“ die Familien besitzen. So gaben im Jahr 2015 Kinder und Jugendliche, die einer unteren sozialen Schicht angehören, mit 21 Prozent an (40 Prozent ist der Durchschnitt), dass sie „bestens“ mit ihren Eltern auskommen. Diese Entwicklung hat sich seit dem Jahr 2002 leicht verstärkt. „[…]offensichtlich können die unvermeidlichen Konflikte und Spannungen, die sich gerade in der Zeit der Pubertät häufen, besser geregelt und abgebaut werden, wenn die Wohnsituation gut, die wirtschaftliche Lage angenehm und die Bildungsressourcen hoch sind.“[96] Aus diesem Zitat ist zu entnehmen, wie stark die Beziehung zwischen Jugendlichen und Eltern von der finanziellen Situation sowie dem Bildungsgrad der Eltern abhängt.[97]

[...]


[1] Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Info-Blatt „Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland“ – zentrale Ergebnisse aus dem Alkoholsurvey 2014 - (siehe Anhang); Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Info-Blatt „Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsender in Deutschland 2014“ (siehe Anhang)

[2] Vgl. Hänsel, R./ Sticher, O./ Steinegger, E. (2010 S. 1278)

[3] Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2013)

[4] Vgl. Kröber, L./ Dölling, D./ Leygraf, N. (2011 S. 259); Schneider, F./ Frister, H./ Olzen, D. (2015 S. 75)

[5] Vgl. Wolstein, J. (2014 S. 22)

[6] Vgl. Margraf, J./ Schneider, S. (2009 S. 790)

[7] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 13 ff)

[8] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 13 ff)

[9] Hans Thiersch, Klaus Grunwald und Stefan Köngeter

[10] Vgl. Homepage: Hans Thiersch

[11] Vgl. Bundesminister für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (1990)

[12] Vgl. Thole, W. (2012 S. 179)

[13] vorwissenschaftliche, den Menschen umgebende und selbstverständliche Wirklichkeit

[14] Hilfebedürftige Menschen sollen dahingehend unterstützt werden, dass sie ihre Probleme im eigenen Leben selbst bewältigen können bzw. sich selbst Hilfe organisieren

[15] Vgl. Rauschenbach, T. (1993 S. 12)

[16] Vgl. Thole, W (2012 S. 187 f)

[17] Otto, H./ Thiersch, H./ Böllert, K. (2001 S. 1137)

[18] Vgl. Pantuček, P. (1998 S. 84)

[19] Vgl. Thiersch, H. (2014 S. 26 f)

[20] Vgl. Rauschenbach, T. (1993 S. 22 und 25)

[21] Vgl. Pantuček, P. (2002)

[22] Vgl. Grunwald, K./Thiersch, H. (2008 S. 18)

[23] Thiersch, H. (2014 S. 26)

[24] Vgl. Thole, W. (2012 S.175)

[25] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 19)

[26] Trifft auch auf Menschen zu, die nicht Adressaten Sozialer Arbeit sind

[27] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 18)

[28] nach Edmund Husserl, Alfred Schütz und Jürgen Habermas

[29] Vgl. zum Folgenden: Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 19ff)

[30] Selbstinszenierung, Selbstbehauptung, Kompensation, Stigmamanagment, Überanpassung

[31] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 20)

[32] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 20 f)

[33] Ebd.

[34] Ebd.

[35] Vgl. Ebd.

[36] Ebd.

[37] Ebd. (S. 22)

[38] Vgl. Ebd.

[39] Vgl. zum Folgenden Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 32 ff)

[40] Vgl. Thole, W. (2012 S. 187)

[41] Vgl. Ebd.

[42] Vgl. Ebd.

[43] Vgl. Thole, W. (2012 S. 187 f)

[44] Vgl. Thole, W. (2012 S. 188)

[45] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 24)

[46] Ebd. (S. 25)

[47] Vgl. Ebd. (S. 25)

[48] Vgl. Ebd. (S. 23 f)

[49] Vgl. zum Folgenden: Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 26 ff)

[50] Thole, W. (2012 S. 188 f)

[51] Vgl. Thole, W. (2012 S. 189)

[52] Vgl. Ebd.

[53] Vgl. Ebd.

[54] Vgl. Thole, W. (2012 S. 189 f)

[55] Thiersch, H. (2014 S. 31)

[56] Vgl. Münder, J. (2003)

[57] Vgl. Rauschenbach, T. (1993 S. 23)

[58] Vgl. Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 47 ff, 111 ff, 237 ff)

[59] Vgl. Reich, K. (2001 S. 14 f); Kraus, B. (2000 S. 58 ff)

[60] Vgl. Husserl, E. (2012 S. 83)

[61] Husserl, E. (2012 S. 141)

[62] Vgl. Schütz, A./ Luckmann, T. (2003 S. 51 ff)

[63] Vgl. Grunwald, K./ Thiersch, H. (2008 S. 32 ff)

[64] Vgl. Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 9)

[65] Vgl. Schmidt, C,/ Weishaupt, H (2004 S. 4)

[66] Vgl. Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 9)

[67] Vgl. Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 389)

[68] Vgl. Ebd. (S. 390)

[69] Vgl. Ebd. (S. 37)

[70] Vgl. European Commission (2012 S. 45 f)

[71] Vgl. DGB Ausbildungsreport (2014 S. 14)

[72] Vgl. Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 38)

[73] Ebd.

[74] Vgl. Ebd.

[75] Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2012 S. 77)

[76] Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 38); Quenzel, G (2015 S. 42 f)

[77] Vgl. Flammer, A./ Alsaker, F. (2011 S. 56)

[78] Vgl. Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 40)

[79] Ebd. (S. 40)

[80] Vgl. Ebd.

[81] kurze Kündigungsfristen, Teilzeitjobs, Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse

[82] Vgl. Buchholz, S./ Hofacker, D./ Mills, M./ Blossfeld, H.-P./ Kurz, K./ Hofmeister, H. (2008 S. 54 ff)

[83] Vgl. Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 41)

[84] Ebd.

[85] Vgl. Ebd.

[86] Ebd. (S. 41 f)

[87] Vgl. Ebd. (S. 42)

[88] Vgl. Destatis, Stichwort: Geburten (2014a)

[89] Arnett, J.J. (2004 S. 101)

[90] Leven, I./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. In: Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 51)

[91] Aus den Jahren: 2002, 2006 und 2010

[92] Leven, I./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. In: Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 52)

[93] 1. Kommen bestens miteinander aus; 2. Kommen klar, gelegentliche Meinungsverschiedenheiten; 3. Verstehen sich oft nicht, häufige Meinungsverschiedenheiten; 4. Schlechtes Verhältnis, ständige Meinungsverschiedenheiten

[94] Leven, I./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. In: Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 52)

[95] Ebd. (S. 52 f)

[96] Leven, I./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. In: Albert, M./ Hurrelmann, K./ Quenzel, G. (2015 S. 53)

[97] Vgl. Ebd. (S. 52 f)

Ende der Leseprobe aus 87 Seiten

Details

Titel
Erlebnispädagogik als Suchtprävention bei Jugendlichen. Grenzen und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit
Untertitel
Das Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,5
Autor
Jahr
2016
Seiten
87
Katalognummer
V337020
ISBN (eBook)
9783656987758
ISBN (Buch)
9783656987765
Dateigröße
2645 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Suchtprävention, Erlebnispädagogik, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit, Hans Thiersch, Shell Jugendstudie
Arbeit zitieren
Jonas Temper (Autor), 2016, Erlebnispädagogik als Suchtprävention bei Jugendlichen. Grenzen und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337020

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