Börsengang als Wachstumsfinanzierung für die Fahrstuhlbranche


Hausarbeit, 2016

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1 Finanzierung einer Unternehmenserweiterung
1.1 Außenfinanzierung
1.1.1 Beteiligungsfinanzierung
1.1.2 Kreditfinanzierung
1.1.3 Mezzanine – Finanzierung
1.2 Innenfinanzierung
1.2.1 Selbstfinanzierung
1.2.2 Abschreibungsfinanzierung
1.2.3 Rückstellungsfinanzierung
1.2.4 Umschichtungsfinanzierung

2 Die Aufzugs- und Fahrtreppenbranche

3 Der Börsengang als Finanzierungsalternative
3.1 Die Deutsche Börse
3.2 Vorteile und Chancen eines Börsenganges
3.3 Nachteile und Gefahren eines Börsengangs
3.4 Die Phasen des Börseneinführungsprozesses
3.4.1 Phase 1: Strukturierungsphase
3.4.2 Phase 2: Umsetzungsphase
3.4.3 Phase 3: Platzierungsphase
3.4.4 Abschluss des Börsengangs

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 2.1: Aufzüge und Fahrtreppen – Verteilung nach Sektor in Deutschland

Abb. 2.2: Aufzüge und Fahrtreppen – Wichtigste Unternehmen weltweit nach Umsatz

Abb. 3.1: Ablaufschema Börsengang

Abb. 3.2: Elemente des Emissionskonzepts

Abb. 3.3: Zeitplanung der FS AG

Einleitung

Das mittelständische Unternehmen „Fahrstuhl Sondermaschinen GmbH[1] “, ist im Bereich Spezialmaschinenbau für die Investitionsgüterindustrie, vorwiegend in der Fahrstuhlbranche, tätig. Es arbeitet in einer stark konkurrierten Branche und hat eine Möglichkeit gefunden, sich trotz der starken Konkurrenz zu behaupten und expandieren zu wollen.

Viele Investitionsmöglichkeiten stehen zur Auswahl, welche im Folgenden vorgestellt werden. Gerade dem Börsengang wird eine besondere Gewichtung zuteil, weil er im Gegensatz zu den anderen Finanzierungsalternativen noch weitere Vor- aber auch Nachteile bietet, welche gegeneinander abgewogen werden müssen.

Diese Arbeit soll einen Überblick über die Finanzierungsalternativen zur Unternehmenserweiterung bieten, die Fahrstuhlbranche vorstellen und den Weg der „Fahrstuhl Sondermaschinen GmbH“ mit seinen Rahmenbedingungen zum Börsengang darstellen.

1 Finanzierung einer Unternehmenserweiterung

Eine Finanzierung beinhaltet alle Maßnahmen, welche zur Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts notwendig sind. Dies ist gegeben, wenn eine ausreichende Liquidität unter Beachtung des Hauptziels (z.B. der Rentabilität) gegeben ist(Becker, 2013, S. 3).Die Finanzierung einer Unternehmenserweiterung kann durch externe Kapitalgeber (Außenfinanzierung) oder intern durch das Unternehmen selbst (Innenfinanzierung) erfolgen(Becker, 2013, S. 125).Welche Art der Finanzierung ein Unternehmen in Anspruch nehmen kann, hängt nicht zuletzt von der gewählten Rechtsform ab(Schneck, ABWL 4/H, 2015, S. 50).

1.1 Außenfinanzierung

Externe Kapitalgeber führen, bei dieser Art der Finanzierung, dem Unternehmen Fremdkapital zu(Becker, 2013, S. 129).

Finanzielle Mittel, welche dem Unternehmen zeitlich befristet überlassen werden, werden als Fremdkapital bezeichnet. Es stellt eine wichtige Bezugsgröße bei der Bildung von Finanzierungsregeln dar (Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, 2015).

1.1.1 Beteiligungsfinanzierung

Das Unternehmen kann sich Eigenkapital von Kapitalgebern, wie Inhaber und Gesellschafter, beschaffen(Becker, 2013, S. 129). Dies kann durch den Eigentümer bei Gründung, die Ausgabe von Anteilsscheinen bei einer Kapitalerhöhung oder die Neuaufnahme von Gesellschaftern erfolgen. Der Kapitalgeber erwirbt ein Miteigentumsrecht, einen Anspruch auf den Gewinn- und Verlustanteil am bilanziellen Substanzwert, den stillen Reserven, dem Firmenwert und einen Anteil am Liquidationserlös. Eine Mitwirkung an der Geschäftsführung kann je nach Rechtsform möglich sein(Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, 2015, S. 115).

1.1.2 Kreditfinanzierung

Eine Kreditfinanzierung ist vergleichbar mit einem privaten Kredit. In diesem Fall ist der Schuldner keine Privatperson, sondern ein Unternehmen und bekommt von dem Kapitalgeber, welcher der Gläubiger ist, finanzielle Mittel in Form von Krediten.

Der Vorteil ist, dass Gläubiger in der Regel kein Mitspracherecht haben und eine feste Zins- und Tilgungsvereinbarung vorliegt. Dies muss mit dem eindeutigen Rechtsanspruch auf Rückzahlung und die zeitliche Befristung der Kapitalüberlassung gegenübergestellt werden. Des weiteren sind Fremdkapitalzinsen als Betriebsausgaben abziehbar(Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, 2015, S. 344 f.).

Der Gläubiger wird bei der Vergabe von Darlehen oder Krediten immer die Frage nach der Kreditwürdigkeit stellen. Zu der Kreditfähigkeit wird die persönliche und wirtschaftliche Kreditwürdigkeit geprüft. Gläubiger legen, trotz einer guten persönlichen Bonität, meist Wert auf zusätzliche Kreditsicherheiten(Schneck, ABWL 4/H, 2015, S. 50).

1.1.3 Mezzanine – Finanzierung

Mezzanine leitet sich aus dem italienischen „Mezzazino“ ab, was das Zwischengeschoss in einem Gebäude bezeichnet (Becker, 2013). Es handelt sich um eine Finanzierung mit Hybridkapital, welche ihre Position zwischen dem stimmberechtigten Eigenkapital und dem erstrangigen Fremdkapital bezieht. Sie enthält Eigenschaften der Eigen- und der Fremdkapitalfinanzierung und wird bei Wachstumskapitalfinanzierungen und zur Finanzierung von Akquisitionsstrategien eingesetzt(Achleitner, Hölscher, Erdmann, Breuer, & Breuer, 2016). Hinsichtlich der Ausfallrisiken und der Renditechancen ist die Mezzanine-Finanzierung zwischen Eigen- und Fremdkapital angesiedelt. Sie ist in Bezug auf die Haftung nachrangig zum Fremdkapital, aber vorrangig zum Eigenkapital anzusehen. Die Kapitalgeber können eine höhere Rendite als bei den Krediten, aber eine niedrigere als bei dem Eigenkapital erwarten (Becker, 2013). Aufgrund des höheren Risikos erhalten die Kapitalgeber bei einer Mezzanine-Finanzierung häufig neben der festen Verzinsung auch Anteil am Wertzuwachs (Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, 2015).

1.2 Innenfinanzierung

Bei dieser Finanzierungsart wird Kapital verwendet, welches im Unternehmen selbst seinen Ursprung hat(Becker, 2013, S. 130).

1.2.1 Selbstfinanzierung

Die Finanzierung erfolgt durch einbehaltene Gewinne (Gewinnthesaurierung). Einzelunternehmen und Personengesellschaften haben die Möglichkeit, durch die Ansammlung von Gewinnen auf dem Kapitalkonto, eine Selbstfinanzierung durchzuführen. Kapitalgesellschaften bilden Gewinnrücklagen (offene Selbstfinanzierung) und durch die Unterbewertung von Aktiva (stille Reserven) und die Überbewertung von Passiva (stille Rücklagen), der stillen Selbstfinanzierung, ist dies ebenfalls möglich (Breuer & Breuer, 2016).

1.2.2 Abschreibungsfinanzierung

Eine Abschreibung ist die Erfassung der Wertminderung des abnutzbaren Vermögens. Durch Abnutzung, Verschleiß oder technischen Fortschritt erfahren Gebäude, Maschinen, Büroeinrichtungen usw. eine Entwertung. Diese ist im Jahresabschluss bei der Darstellung der Vermögenswerte in der Bilanz und der Ertragslage in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Abschreibungen sind Aufwendungen im Sinne eines Güterverbrauchs und führen zu einer Minderung des Gewinns und des Vermögenswertes in der Schlussbilanz(Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, 2015, S. 8 f.). In einer Periode wird die Wertminderung von Vermögensgegenständen durch die Abschreibung erfasst. Sie ist Aufwands- bzw. Kostenfaktor und hat einen Finanzierungseffekt(Becker, 2013, S. 247).

1.2.3 Rückstellungsfinanzierung

Bei einer Rückstellungsfinanzierung wird einbehaltenes Fremdkapital, welches erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt wird, verwendet. Bei der Bildung ist der Stichtag, aber nicht die Höhe und genaue Fälligkeit der Auszahlung bekannt. Während der Rückstellungsbildung kann das einbehaltene Kapital zur Finanzierung genutzt werden. Diese Finanzierungsart kommt bei der Pensionsrückstellung zur Anwendung(Schneck, ABWL 4/H, 2015, S. 52).

1.2.4 Umschichtungsfinanzierung

Dem Unternehmen fließen, aus außerhalb des üblichen Umsatzprozesses erfolgten Kapitalfreisetzungsmaßnahmen, liquide Mittel zu. Dabei handelt es sich um Vermögensumschichtungen, beispielsweise aus dem Barverkauf von Forderungen(Becker, 2013, S. 130).

2 Die Aufzugs- und Fahrtreppenbranche

Aufgrund der ähnlich technologischen Anforderung und Verwendung von Aufzügen und Fahrtreppen wurden diese beiden Geschäftsfelder zu der Aufzugs- und Fahrtreppenbranche zusammengefasst, weswegen beide Bereiche als eine Branche behandelt werden.

Aufzüge findet man heute in fast jedem Gebäude. Sie dienen der barrierefreien Bauweiseund sind sogar durch die jeweilige Bauordnung des betreffenden Bundeslandes vorgeschrieben. „Gebäude mit einer Höhe [...] von mehr als 13 Metern müssen Aufzüge in ausreichender Zahl haben; [...]“(§ 39 Abs 4 Bbg BO, 2016).Dies und der immer akuter werdende Wohnungsmangel führen dazu, dass höhere Häuser gebaut werden, um den permanent akuter werdenden Wohnraummangel aufzufangen.

Der Branchenreport 2015 stellt dar, dass es Mitte 2014 ca. 690.000 installierte Aufzugsanlagen gab, wovon ungefähr 584.000 zur Personenbeförderung genutzt wurden. Die Branche beschäftigt ca. 18.000 Personen in ungefähr 600 Unternehmen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 2,5 Mrd. €. Dem Bericht zufolge wächst der Bestand installierter Anlagen, durch Neuinstallationen, jährlich um ca. 2% an(Informationsdienst des IMU Instituts, 2015, S. 5).

Das Aufgabengebiet der Unternehmen dieser Branche reicht von der Errichtung ganzer Anlagen oder Komponenten, über das Verkaufen und Montieren dieser Produkte, bis hin zur Instandhaltung, Instandsetzung und Modernisierung(Informationsdienst des IMU Instituts, 2015, S. 5).

Die Geschäftsfelder dieser Unternehmen umfassen die Produktion von Personen-, Lasten- und Güteraufzügen, welche aus vielen einzelnen Komponenten bestehen(Informationsdienst des IMU Instituts, 2015, S. 5). Die Verteilung der eingebauten Aufzüge, auf Bereiche wie Wohnungen, Büros und Industrie, zeigt die Abb. 2.1. Sie stellt dar, dass die Hälfte aller eingebauten Aufzüge 2010 in Wohnungen verbaut waren. Dies zeigt wie wichtig die Personenaufzüge für die Unternehmen der Aufzugsbranche sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1: Aufzüge und Fahrtreppen – Verteilung nach Sektor in Deutschland 2010

Quelle: Fraunhofer ISI. (n.d.). Verteilung der installierten Aufzüge und Fahrtreppen in Deutschland nach Sektor im Jahr 2010. In Statista - Das Statistik-Portal. Zugriff am 20. Juli 2016, von http://de.statista.com/statistik/daten/studie/302536/umfrage/verteilung-der-fahrtreppen-und-aufzuege-in-deutschland-nach-sektoren/.

Die Branche setzt sich aus ca. 40% kleinen und mittleren Unternehmen und den sogenannten BIG-4 zusammen. Die Unternehmen Otis, Schindler, Kone und ThyssenKrupp Elevator bilden die BIG-4 und sie sind die einzigen Firmen der Branche mit über 1.000 Beschäftigten. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind meistens in einer Marktnische platziert und regional orientiert. Sie zeichnet aus, dass sie flexibler sind und mehr Kundennähe besitzen, als ihre großen Konkurrenten(Informationsdienst des IMU Instituts, 2015, S. 5 f.).

Statistiken zeigen, dass die Unternehmen der BIG-4 auch international zu den fünf wichtigsten Unternehmen dieser Branche gehören. Die Abbildung 2.2 stellt die wichtigsten Unternehmen der Aufzugs- und Fahrtreppenbranche, gemessen an ihrem Umsatz, im Jahr 2015 dar.

[...]


[1] im folgenden FS GmbH genannt

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Börsengang als Wachstumsfinanzierung für die Fahrstuhlbranche
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
29
Katalognummer
V341291
ISBN (eBook)
9783668309296
ISBN (Buch)
9783668309302
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Börsengang, Wachstumsfinanzierung, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Börsengang als Finanzierungsalternative, Finanzierungsalternative
Arbeit zitieren
Robin Hansche (Autor), 2016, Börsengang als Wachstumsfinanzierung für die Fahrstuhlbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341291

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